Botanische Jahrbücher
Remorum nciht
für
Systematik, Pflanzengeschichte
und
Pflanzengeographie
herausgegeben von
A. Engler.
Neunzehnter Band. -
Mit 5 Tafeln und 1 Holzschnitt.
Y Garden
Leipzig Verlag von Wilhelm Engelmann
1895.
Es wurden ausgegeben:
Heft 4 (Bogen 4—10) am 43, April 4894.
Heft 2 u. 3 (Bogen 14—20, Beiblatt Nr. 47) am 24. August 1894
Heft 4 (Bogen 24—36, Beiblatt Nr. 48) am 28. December 4894.
Heft 5 (Bogen 37— 43, Litteraturbericht Bogen 4—3) am 26. Februar 4895.
|
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Botanische Jahrbücher
für
Systematik, Pflanzengeschichte
Pflanzengeographie
herausgegeben
Neunzehnter Band. I. Heft. e
Mit 2 Tafeln und 1 Holzsehnitt.
Leipzig Verlag von Wilhelm Engelmann
Ausgegeben den 13. April 1894.
Inhalt.
ti ina i Sei
i Sejte E. Dfizer, Beiträge zur Systematik der Orchideen `... 1—42 G. Hieronymus, Plantae Lehmannianae in Columbia et Ecuador collectae additis quibusdam ab aliis collectoribus ex iisdem regionibus allatis determinatae et descriptae. Compositae ua... ul. ue 43—75 A. Engler, Beiträge zur Flora von Africa VIIL (Mit Tafel I—ID . .. «76—160 F. Pax, Euphorbiaceae africanae. I. (Mit Tafel I—II und
1 Holzschnitt). e NN E 16—127 4. Engler, Plantae Gürichianae. Ein Beitrag zur Kenntnis der Flora
von Deutschsüdwestafrika 2.2.2 oo LLL, 128—152 4. Engler, Gesneriaceae africanae If. 153—154 A. Engler, Pedaliaceae africanae. `... 155—159 John Briquet, Labiatae afrieanae 1. 160
Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig. Demnächst erscheint:
Flora der Nordwestdeutschen Tiefebene.
Bearbeitet von
Prof. Dr, Franz Buchenau
Direktor der Realschule beim Doventhor zu Bremen,
8. geh. W 8.—, geb. (in Leinen) # 9.—.
Soeben erschien:
Prantl's Lehrbuch
der
Botanik.
Herausgegeben und neubearbeitet von Dr. Ferdinand Pax Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens in Breslau. Neunte, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 355 Figuren in Holzschnitt. gr. 8. geh. W 4.—; geb. M 5.30.
Soeben erschien:
Das entdeckte Geheimnis der Natur
Bau und in der Befruchtung der Blumen
von
Christian Konrad Sprengel, (1793.) Herausgegeben von
Paul Knuth. In vier Bändehen mit sämtlichen Tafeln. 8. 1894. In Leinen gebunden à Bdchen. # 2.—. (Klassiker der exakten Wissenschaften. Nr. 48—51 J
Inhalt.
I. Originalabhandlungen.
Seite
E. Pfitzer, Beitrüge zur Systematik der Orchideen . gei G. Hieronymus, Plantae Lehmannianae in Columbia et Ecuador collectae additis quibusdam ab aliis collectoribus ex iisdem regionibus allatis deter-
minatae et descriptae. Compositae . . MM 43- 75 A. Engler, Beiträge zur Flora von Afrika. VIII. (Mit Tafel I—III und 4 Holz-
schnitt o o a o o oa s e s s s n n s sS S. 16-278 F. Pax, Euphorbiaceae africanae. II. (Mit Tafel I—II und 4 Holz-
schnitt). NEEN 16-127 A. Engler, Plantae Gürichianae. Ein Beitrag zur Kenntnis der
Flora von Deutschsüdwestafrika . . » . 128-152
A. Engler, Gesneriaceae africanae. Il.. . 453-1454
A. Engler, Pedaliaceae africanae MEM . 455-159
J. Briquet, Labiatae africanae. 1. (Mit Tafel III) . . 160-494
M. Gürke, Labiatae africanae. M. . . . s . 195-223
Si C. de Candolle, Piperaceae africanae et madagascarienses . 924-230
Th. Loesener, Celastraceae africanae., M. . . . . . -- . 234-233
Th. Loesener, Hippocrateaceae africanae . 934-243
E Kränzlin, Orchidaceae africanae . . 244-255
E. Gilg, Thymelaeaceae africanae . 256-217
E. Gilg, Oliniaceae africanae 278 M. Willkomm, Statistik der Strand- und Steppenvegetation der iberischen
Halbinsel. . . . se. "m . 279-326
F. Kurtz, Die Flora des Chilcatgebietes i im "südöstlichen Alaska . 327-434
F. Kurtz, Die Flora der Tschuktschenhalbinsel. . 432-493 j. Buchwald, Die Verbreitungsmittel der Leguminosen des tropischen Afr ika.
(Mit Tafel IV u. V). 2. . 494-564
I. Urban, Additamenta ad cognitionem florae Indiae occidentalis. Particula Il. 562-681
Weitere Originalabhandlungen s. unter II. Beiblätter.
II. Verzeichnis der ausführlicher besprochenen Schriften. (Besondere Paginierung.)
Benson, M.: Contributions to the Embryology of the Amentiferae. Part I. S. 8.
Durand, Th., et H. Schinz: Conspectus florae Africae ou Enumération des plantes
d'Afrique. Vol. V (Monocotyledoneae et Gymnospermeae), S. 46.
IV Inhalt.
Hesse, R.: Die Hypogaeen Deutschlands. Bd. II. Die Tuberaceen und Elaphomyceten, S. 43.
Karsten, G.: Morphologische und biologische Untersuchungen über einige Epiphyten- formen der Molukken, S. 41. — Korshinsky, S.: Untersuchungen über die russischen Adenophora-Arlen, S. 44,
Schulz, A.: Grundzüge einer Entwickelungsgeschichte der Pflanzen welt Mitteleuropas seit dem Ausgang der Tertiürzeit, S. A.
Tavel, F. von: Bemerkungen über den Wirtswechsel der Rostpilze, S. 43, — Trimen, H.: A Handbook of the Flora of Ceylon, containing descriptions of all the species of flowering plants, indigenous to the Island and Notes on their History, Distribution and Uses. Part l, S. 7
mn Seite Eingegangene neue Litteratur . . . . .. Co 5... 5... . . . .. . IB
III. Beiblätter.
(Besondere Paginierung.) Beiblatt Nr. 47: R, Keller, Beiträge zur Rosenflora des oberen Innthales . . . 4-22
O. Kuntze, Nomenclatur-Studien. Vorläufige Notiz. . . . . 23-25 H Christ, Trichomanes orbiculare n. sp. . . . tonos 26 A. Engler, Beiträge zur Flora von Afrika. viria, Diagnosen neuer Arten verschiedener Familien . . . . 0... 27-53 E. Gilg, Carr Horsts Lebensgang und sein Wirken in der Er- forschung der Flora von Deutsch-Ostafrika . . . . . . . . 54-56 Beiblatt Nr. 48: M. Gürke, Über Gossypium anomalum Wawra et Peyr. . .. 41-2 G. Lindau, Acanthaceae papuanae. . . .......... 3-7
G. Lindau, Beiträge zur argentinischen Flora e, 8-23 Personalnachrichten. DEENEN 24
Beiträge zur Systematik der Orchideen. Von
E. Pfitzer,
I. Zur Nomenclatur.
Auch auf dem Gebiet der Orchideen hat O. Kuntzr’s »Revisio generum« vielfach nicht, wie ihr Verfasser meint, »Ordnung und Gerechtigkeit«, son- dern statt dessen unnütze Verwirrung geschaffen. Nur sehr ungern gehe ieh an die Kritik dieser sogenannten Reformen — ich glaube aber doch, dass es am besten ist, wenn sich die Monographen der einzelnen Familien der Mühe unterziehen zu untersuchen, was von Kuxtze’s zahlreichen Um- änderungen übrig bleibt, wenn man genauer zusieht.
Ich will dabei gleich bemerken, dass eine übermäßige Betonung des Prioritätsprineips mir nicht gerechtfertigt scheint, dass sie dahin führt, wohin nach Gorrur die buchstabenmäßige Rechtspflege kommt:
»Vernunft wird Unsinn, Wohlthat Plage .«. Wenn schon in dem scharf gegliederten Bau unseres Eigentumsrechts der Begriff der Verjährung existiert und auch durch den längeren unbestritte- nen Gebrauch Rechte erworben werden können, so dürfte dies doch auch für das Gebiet der Nomenclatur gelten!) und das um so mehr, als doch wohl die Mehrzahl der Botaniker auf dem neuerdings von Sarwr LAGER?) treffend hervorgehobenen Standpunkte stehen wird, dass die Nomenclatur dazu da ist, um so gut als möglich die Lebewesen zu benennen, nicht aber dazu, um das Andenken der Namengeber zu ehren. Das Autoreitat ist ein bibliographisches Detail, ist die Abkürzung eines Citats, aber kein Rechts- titel. Sache der Geschichte der Wissenschaft ist es, dem Verdienste der einzelnen Forscher gerecht zu werden. Es giebt sehr hervorragende Syste- matiker, die, nach ihrem Vorkommen in den Autoreitaten beurteilt, fast verschwinden würden, während andererseits am Ende vieler Species- benennungen Namen stehen, die für die Geschichte der Botanik Null sind.
4) Vergl. Atti d. Congr. bot. d. Genova 4892. S. 405. 2) La guerre des Nymphes suivie de la nouvelle incarnation de Buda. Paris 4891. Vgl. Bot. Centralbl. Beihefte. 4893. S. 404.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 1
2 E. Pfitzer.
Abgesehen von dieser Verschiedenheit der prineipiellen Auffassung werde ich aber zeigen können, dass, auch wenn man die Regeln des Pariser Congresses streng anerkennen wollte, wenigstens auf dem Gebiet der Orchideen in Kuxtze's Revisio mit so wenig Sorgfalt und Sachkenntnis vorgegangen worden ist, dass die Mehrzahl der »Reformen« in sich zu- sammenbricht.
Zunächst macht Kuntze!) mir den Vorwurf, dass meine Bearbeitung der Orchideen in den »natürlichen Pflanzenfamilien« kein Synonymen- register habe. Darüber mag sich der Genannte mit dem Herausgeber dieses Sammelwerkes auseinandersetzen, insofern prineipiell, um Raum zu sparen, ein Synonymenregister nicht zu den einzelnen Abteilungen, sondern nur zu dem gesamten Werk gegeben werden soll. Dagegen ist es ein Beweis großer Flüchtigkeit, wenn Kuntze weiter schreibt, »so dass ich auch nicht sicher bin, ob noch einige der folgenden vollständig vermissten, bei Bextuam's und Hooker’s Genera plantarum bestehenden Gattungen sich doch im Texte finden.« Wenn Kuxtze ein wenig sorgfältiger zugesehen hätte, würde er die »Vermissten« vollzählig in meinem Text als Synonyme gefunden haben,
nämlich: Pinelia Ldl. bei Restrepia H. B. K. S. 139 Alamania Ll. Lex. » Epidendrum L. 144 Broughtonia Ldl. ` ` » Hormidium Ldl. ` » » Lanium Ldl. » » » Pleuranthium Ldl. » » » Tetramicra Ldl. » Brassavola R. Br. S. 148 Clowesia Ldl. » Catasetum L. €. Rich. 159 Leiochilus Kn. Weste. » Oncidium Sw. S. 199 Cryptocentrum Benth. » AMystacidium Ldl. | » 216 Ornithochilus Wall. » Aerides Lour. » 917
Aber Kuxtze ist nicht blos flüchtig — er missversteht auch ganz klare
Dinge und stellt sie dar, wie sie nieht sind.
Die größte »Rettung«, welche er ausführt, ist diejenige von AUBERT DU Prrir Tnovans gegenüber Lixptgy, welcher letztere nach dem Verfasser der Revisio dem genannten französischen Forscher»in geradezu schamloser Weise bezüglich der Nomenelatur Unrecht gethan hat« Da es sich hier um zehn zum Teil sehr artenreiche Gattungen handelt, so lohnt es vielleicht etwas ausführlicher zu sein.
Weil Tnovars’ Publication von 1809, wie Kuntze sagt, eine bibliogra- phische Seltenheit ist, so möchte ich mir erlauben, nach einem auf der Kgl. Bibliothek zu München befindlichen Expemplar (ein weiteres befindet
1) Revisio generum plantarum Il. S. 646.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 3
sich z. B. im Musée d'histoire naturelle zu Paris) das Wichtigste hier abzu- drucken. Der erste Teil des Aufsatzes lautet !):
»Extrait de trois Mémoires lus à la première classe de l'Institut, sur l'histoire des plantes Orchidées des iles australes d'Afrique. |
M. pu Perit-Tnovars, en arrivant à l'Ile de France, fut frappé de la singularité des Plantes de la Famille des Orchidées, qu'il y rencontra. Voyant qu'elles se défiguroient totalement par la désiccation, il entreprit de dessiner toutes celles, qu'il observa, et d'en faire des descriptions com- plettes sur les individus vivans. Passant successivement aux lles de Bourbon et de Madagascar, il en recueillit de cette manière quatre-vingt- trois espèces. Il ne tarda pas à s'apercevoir qu'elles ne pouvoient entrer dans les dix à onze genres établis par Linnée et ses successeurs, les seuls connus alors, sans entrainer beaucoup de disparates.
Profitant alors de la circonstance oü il se trouvoit, celle d'étre privé de toutes communications avec ceux, qui s'occupoient des sciences, il abandonna tous les sentiers battus jusqu'alors, et dressa un tableau synop- tique dans lequel il rangea toutes ses Espèces. Il ne consulta pour sa rédaction que la nature. Il en résulta trois divisions primaires ou Sections, el vingt-une secondaires ou genres. ll les désigna d'abord par des lettres disposées dans l'ordre alphabétique; mais il falloit leur donner des noms plus distinets. Pour cela, réfléchissant que la Famille dont ces Plantes faisoient partie étoit tellement circonscrite, qu'il n'y avoit pas d'apparence qu'elle se mélàt avec d'autres, il jugea qu'il pouvoit étre avantageux, que les noms qu'il imagineroit fussent tels qu'ils pussent tout de suite rappeler cette Famille; ce fut en leur donnant la méme terminaison, celle d'Orchis. Un premier membre, significatif (315) ou non, distinguoit ces noms entre eux. llavait déjà suivi le méme procédé dans un travail trés-étendu sur la Famille des Fougères. Pour les Espèces, il suivit une marche uniforme; il leur donna pour finale la premiere partie du nom générique, avec la terminaison en is; pour caractéristique, un premier membre également significatif ou non.
Cette nomenclature étoit calquée sur celle adoptée par l'école chimique francaise; mais malgré les avantages que l'auteur croyoit y reconnoitre, il ne se dissimuloit pas qu'elle ne pouvoit étre que précaire, par ee que, par le peu de livres qu'il avoit été à méme de consulter, il croyoit pouvoir pré- sumer que dans chaque pays ces Plantes prenoient une physionomie nou- velle; que cependant il y avoit toujours des nuances qui les lioient avec leurs voisines; en sorte que chaque région avait un certain nombre de Genres qui rentroient dans une masse générale, et d'autres, qui s'en distin- guoient. De là il résultoit, qu'on ne pouvoit entreprendre un travail général
1) Nouveau Bulletin des sciences par la Société philomatique No. 49. April 4809. S. 344.
1*
4 E. Pfitzer.
sur cette Famille que lorsqu'on auroit des details bien observés sur toutes les Espéces.
Effectivement, apprenant à son retour en Europe que Mr. Swanrs venoit de publier une réforme complette de cette Famille, il se hàta de l'examiner. Par là il se convainquit que le plus grand nombre des Genres de cet auteur ne pouvoit s'accorder avec les siens; mais il réconnut en méme tems que Mr. Swanrs ayant jetté les fondemens de son travail en Amérique, paroissoit trös-exact pour les caractères de ceux de ce pays, mais l'étoit beaucoup moins pour les autres, qu'il n'avoit pu fonder que sur des Plantes seches ou des descriptions vagues.
Les auteurs de la Flore du Pérou ont aussi publié les caractères de plusieurs nouveaux Genres de cette Famille, M. pu Prrır-Tnovars les regarde comme plus solides que ceux de M. Swarts, parcequ'ils ont pris en considé- ration la forme des Etamines, qui ont été négligées par l'auteur suédois.
M. pu Prerrr-Tuovans restant donc convaincu, par cet examen, qu'il n'y avoit point de Genre fixé irrévocablement dans cette Famille, et que peut- ètre on ne pourroit leur donner de longtemps plus de solidité, s'est déter- miné à publier son travail tel qu'il l'à exécuté dans son voyage. Voici en quoi il consiste: 83 Plantes orchidées, décrites et dessinées aussi exacte- ment que possible. Pour conserver la vérité des détails, l'auteur s'est déterminé à mettre lui-méme toutes ses planches à l'eau-forte: elles sont de format in 89; mais quand la Plante est trop grande pour ce format, elle est représentée réduite sur une seconde planche; en sorte qu'on peut y prendre l'idée de son port.
Par ce moyen, cette collection sera composée de 100 planches.
Ces planches seront donc des hiéroglyphes invariables qui se préteront sans difficulté à toutes les dispositions ultérieures qu'on pourroit tenter.
Les déseriptions seront à-peu-pres dans le méme eas, sauf quelques termes qui pourront changer.
Ces deux objets peuvent donc étre regardés comme un présent fait à la science, qui ne recevra aucune altération du tems.
II n'en est pas de méme de la Nomenclature. Dans l'état actuel de nos connoissances, elle ne pouvoit étre à l'abri des variations. L'auteur a done cru pouvoir profiter de cette circonstance pour faire un simple essai qui pourra étre perfectionné ou abandonné: cependant il a ajouté partout un second nom conforme à ceux qui sont adoptés main- tenant; on peut en voir l'exemple dans le tableau des Espèces du Genre 0 ou Angorkis.
Ce travail formera done l'histoire particuliere des Plantes orchidées des Iles australes d'Afrique. Il sera préeédé de lhistoire générale de cette Famille qui sera composée de l'exposition de son caractere et d'une enume- ration des especes connues chronologique et géographique.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 5
On a écrit le mot Orkis par un k, au lieu d'un eh, pour éviter la variation de prononciation, qui a lieu, suivant qu'on regarde ce mot comme latin ou comme francais «.
Für jeden Unbefangenen folgt aus dieser Mitteilung, dass Tmovams zuerst, da er auf den afrikanischen Inseln keine literarischen Hilfsmittel hatte, seine Gattungsdiagnosen »ne consultant que la nature« so entwarf, dass er damit die von ihm beobachteten Genera von einander unter- scheiden konnte, ohne Rücksicht auf deren Unterscheidung von älteren Gattungen, dass er ferner diese von ihm für seinen persónlichen Gebrauch begründeten Gattungen zuerst mit Buchstaben, dann mit Namen be- zeichnete, die alle auf orchis enden und die gebildet wurden, um eine unitarische Nomenclatur nach dem Muster der Benennung in der Chemie zu ermöglichen. Dass es Tnovans in erster Linie auf eine solche Reform der Nomenclatur, nicht aber überall auf die Aufstellung neuer Gattungen ankam, folgt deutlich daraus, dass er auch ältere Genera, wie Satyrium, Habenaria, Epidendrum u. s. w. in Salorchis, Habenorchis, Epidorchis umtaufte, wobei er freilich, nur seiner Erinnerung folgend, hinsichtlich der Identität sich bisweilen irrte. Tuovars sagt (S. 317) direct von Habenorchis: »cest le genre Habenaria, que WILLDENOwW a séparé, avec beaucoup de raison, des Orchis ng Swarts«. Tnovans bildete, immer noch auf den afrikanischen Inseln, mit diesen Gattungsnamen auf orchis unitarische Speciesnamen, z. B. Graminisatis (Satyrium gramineum), Flexuosatis (S. flexuosum), Rossatis (S. rosellatum), Cucullangis (Angrecum cucullatum), Triangis (Angrecum triquetrum) u. s. w. Als er dann nach Europa zurückkehrte, veröffentlichte er 1809 seine ganze Gattungsliste samt den nur zur Unterscheidung seiner Gattungen unter einander geeigneten Diagnosen und mit Bemerkungen über deren Beziehungen zu älteren, bis dahin von ihm gar nicht be- rücksichtigten Gattungen. Er war dabei schon an der Beständigkeit seiner unitarischen Nomenclatur sowohl, als an der Berechtigung der Mehrzahl seiner Gattungsnamen zweifelhaft geworden und deshalb fügte er den 1822 erschienenen Tafeln außer den nur bei der ersten Art jeder Gattung oben stehenden auf orchis endenden ursprünglich von ihm gegebenen Gattungsnamen und den links unten stehenden unitarischen Speciesnamen (Graminisalis u. s. w.) noch rechts unten binäre Namen bei, welche teils neue, teils alte Gattungsnamen mit einer adjectivischen Speciesbezeichnung enthalten. Es heißt in der Publication von 4809 ganz ausdrücklich »il a ajouté un second nom conforme à ceux qui sont adoptés maintenant«.
Es ist also unzweifelhaft, dass erstens die Namen auf orchis und die unitarischen Speciesnamen die älteren, die binären Namen die neueren sind, und zweitens dürfen wir annehmen, dass Tuovans nach Vergleichung der Literatur nur diejenigen seiner Gattungen für neu hielt, welche er auch in der bináren Nomenclatur mit neuen Genusnamen bezeichnete, nicht aber diejenigen, welche er in binärer Benennung unter Cymbidium, Epidendrum
6 E. Pfitzer.
u. s. w. einreihte. Es geht dies auch daraus hervor, dass Tuovans!) 1822 schreibt: »J'ai donné l'Esquisse de mon travail sur cette Famille dans le bulletin de la Société philomatique, là j'ai partagé en trois Sections 24 Genres, dont 12 peut-être sont nouveaux«.
Kuntze hat nun diesen ganz klaren Sachverhalt gerade umgekehrt; er nennt beständig die von Tuovars zuletzt gegebenen binären Namen die »alten«, die zuerst gegebenen, auf orchis endenden Gattungsnamen und die unitarischen Speciesnamen die »neuen«. Er schreibt wörtlich?):
»Tuovars hatte in seinem illustrierten Orchideenwerk die vielen während 10 Jahren (1792—1802) auf afrikanischen Inseln nach der Natur gefertigten Abbildungen ursprünglich mit alten Namen interi- mistisch versehen und bei der Neuordnung und Neubenennung der Genera auf den Tableaux synoptiques des genres, die aber schon 1809 und dazu mit weiteren Diagnosen publiciert sind, diese älteren Namen der Abbildungen nicht beseitigt und sie dann als Synonyme zu den neuen Genera gegeben. Außer den Synonymen hatte er noch, wie Eumnuanpr, »Nomina usualia«, die er aus Contraction des richtigen Gattungs- und Speciesnamens bildete. ..... Das war eine Sonderbarkeit von Tnovans, die Anderen Gelegenheit bot, ihn misszuverstehen. Lixprey hat nun nur diese Tuovans'schen Synonyme und Nebennamen berücksichtigt, obwohl doch jeder Autor noch nicht publicierte eigene Synonyme verändern und zu den richtigen Namen citieren darf. Tnovams hatte wegen der Neuordnung der Genera volle Ursache, die alten Generanamen zu beseitigen, und hatte außerdem in den Abbildungen zu jeder ersten Species einer neuen Gattung in der Überschrift den neuen Gattungsnamen hinzugefügt. ..... Die Publication von 1809 würde voll und allein genügen, um die Recht- mäßigkeit seiner Orchideengattungsnamen zu begründen. Die Abbildungen mit der Übersehrift des richtigen Namens über jeder ersten Species würe allein auch schon dazu genügend. In seinem Orchideenwerk ist beides vereinigt, vorn die Gattungsnamen und Speciesdiagnosen und Namen von 1809 nebst Synonymen, in den Abbildungen die richtigen Gattungsnamen in der Überschrift.«
Diese ganze Darstellung ist im Widerspruch mit den Thatsachen. Im Gegenteil hat Tnovars seine alten — nämlich die auf orchis endenden Gattungsnamen — beseitigt, weil sie für die unitarische Nomenclatur ge- bildet waren, und sie durch neue, dem Linn®’schen Benennungssystem ent- sprechende ersetzt. Dass Tmovanms das Recht zur Beseitigung seiner älteren Namen hatte, die übrigens 1809 ohne jede Bezeichnung der zu jedem ge- hórigen Arten publiciert waren, folgt für mich schon daraus, dass seine ganze unitarische Nomenclatur den von Linné aufgestellten Normen widerspricht.
4) Histoire particuliere des plantes Orchidees recueillies sur les trois iles australes
d’Afrique, de France, de Bourbon et de Madagascar. Paris 1822. S. 32. 2) a. a. O. H. S. 646f.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 7
Außerdem genügen die Gattungsdiagnosen von 4809 nur zur Unterscheidung der Tuovans'schen Genera auf orchis untereinander, nicht aber zur De- finition gegenüber den damals bereits bestehenden Orchideengattungen. Sehr bemerkenswert ist noch, dass die allermeisten binüren Namen, welche Kuntze bei seiner »Rettung« als von Tnovans gegeben »wiederherstellt«, von letzterem niemals gebraucht worden sind. Außer bei Cynorchis, Amph- orchis und Corymborchis, drei auch von LixnpLey anerkannten Gattungs- namen, hat nämlich Tmouams seine alten auf orchis endenden Gattungs- namen niemals in Verbindung mit einem gesonderten Artnamen verwendet und es ist rein willkürlich, wenn Kuntze schreibt Angorchis palmiformis Thou. u. s. w., während bei Tnovars nur zu lesen ist » Palmangis« und Angraecum palmifolium.
Es ist übrigens für mich unbegreiflich, wie Kuntze hinsichtlich der Zeitfolge der verschiedenen Namen Tuovanms so gänzlich missverstehen konnte, und muss ich es dahin gestellt lassen, ob Kuntze wirklich den klaren französischen Text so wenig seinem Sinne nach erfasst oder ob er ihn vielleicht gar nicht gelesen und sich nur mit den Diagnosen bekannt gemacht hat.
Mit den obigen Erörterungen erledigt sich die ganze Rettung von Tuovans in denjenigen Fällen, wo dieser selbst im Jahre 1822 an Stelle seiner früheren Gattungsnamen auf orchis andere Genusnamen mit binären Artnamen gesetzt hat.
Wo aber Tnovans 4822 bei Bildung binürer Namen seine ohne jede Rücksicht auf die schon bestehenden Genera gebildeten Gattungsnamen von 4809 nicht benutzt, sondern die Arten einfach in ältere Genera ein- gereiht hat, da hatte er sich meiner Ansicht nach davon überzeugt, dass seine Gattungen keine Berechtigung hatten.
Das ist das »schamlose Unrecht«, was LinpLry an Tuovans verübt haben soll. KuwrzE!) fügt dabei noch hinzu »Wir überlassen es Geschichts- forschern zu ermitteln, ob etwa Franzosenhass, Unkenntnis der franzüsi- schen Sprache, Dünkel oder sonst was Ursache gewesen soir, Nun, Kuntze wird doch wohl nicht behaupten, dass AcmirLE Rıcnarp an Fran- zosenhass gelitten oder nicht französisch verstanden habe — trotzdem hat aber der Genannte 1828 auch Angraecum Thou., Bulbophyllum Thou. ge- schrieben und hinsichtlich der zweiten oben erwähnten Kategorie THOUARS- scher Namen bemerkt?): Quoique nous soyons le premier à reconnaitre l'avantage d'une pareille nomenclature, qui suffirait pour indiquer d'avance la famille à laquelle un genre appartient, par la seule terminaison de ce genre, cependant nous ne l'avons pas employée ici, pareeque les noms nou- veaux, proposés par Mr. pu Perir-Tgovans, sont substitués à des
4) a. a. O. S. 646.
3) Monographie des Orchidées des Iles de France et de Bourbon, Mémoir. d. l. Soc. d'Hist. natur. d. Paris IV. 1828. S. 13.
S E. Pfitzer.
noms plus anciens et généralement connus« Auch beweisen die Etiquettes der Pariser Herbarien, dass Tnovars’ ältere Namen bei den fran- züsischen Forschern keine Aufnahme fanden — es gehört somit kein »Fran- zosenhass« dazu, um sie bei Seite zu lassen. Im Übrigen ist es doch geradezu komisch, dass Kuntze, der Tnovars’ klare französische Darlegung nicht verstand und eine heillose Confusion anrichtete, LinpLey, weil dieser Tuovars richtig verstand und jene Confusion vermied, »Unkenntnis der französischen Sprache« und »Dünkel« vorwirft.
In Bezug auf die einzelnen Gattungen ist Folgendes zu bemerken :
1. Angorchis Thou. (Angraecum Bory). Auch hier spricht Kuntze !) natürlich von Tuovars’ »ursprünglichem« Namen Angraecum und dessen » corrigiertem« Namen Angorchis, während es sich gerade umgekehrt ver- hält. Er macht aber dann noch besondere Anstrengungen, um über die ihm sehr unbequeme, seiner beabsichtigten großen Umtaufung entgegen- stehende Thatsache hinweg zu kommen, dass Bory DE Saint VixcENT?) schon 1804 das wohlbekannte Angraecum eburneum unter diesem Namen be- schrieben und gut abgebildet hat. Kuntze findet die Beschreibung un- genügend — nebenher behauptet er ohne jeden ausreichenden Beweis, Bory habe »nur ungeschickt von Tuovans entlehnt«. Gegen die Abbildung sagt er nichts. Was schreibt aber Kuntze) selbst zur Begründung der Aufnahme der nomina seminuda ? »Eine gute Abbildung ist wertvoller zur Erkenntnis der Pflanze als eine mittelmäßige Diagnose und doch möchten sich manche auf letztere Formalität versteifen.« Auch wenn Harpes, bei welchem der Name Angraecum zuerst vorkommt, als vorlinnéisch be- trachtet wird, genügt somit naeh Kuntze selbst die gute Abbildung Bonv's sogar ohne alle Diagnose zur legalen Aufstellung von Angraecum. Dass Bony in den späteren Bänden seiner Reise!) noch eine Eulophiopsis als »An- graecum scriptum« Rumph. anführt, ändert daran nichts — wir werden sehen, dass Orchideengattungen aus dem Anfang dieses Jahrhunderts fast niemals gleich ganz rein aufgestellt wurden — » Angorchis « selbst enthält manches Fremdartige.
2. Phyllorchis Thou. 1809 ist von Tuovans selbst 1892 durch Bulbo- phyllum Thou. ersetzt worden; alle Autoren bis auf Kuntze haben sich dem — meist in der richtigeren Schreibweise Bolbophyllum — angeschlossen und es liegt kein Grund vor, jetzt wieder auf die 1809 veröffentlichte Be- zeichnung Phyllorchis zurückzugehen.
3. Epidorchis Thou. soll nach Kuntze an Stelle von Mystacidium Lind!. treten. Tmovars benennt die betreffenden Arten 1822 Epidendrum und es
1) a. a. O. II. S. 650,
2) Voyage dans les quatre principales Iles des mers d'Afrique. I. 1804. S. 359. T. 19.
3) a. a. O. I. S. XLIII.
4) a. a. O. IT. S. 449; III. S. 162.
Beiträge zur Systematik der Orchideen, d
ist ganz klar, dass er gar keine Unterscheidung vornehmen, sondern nur die alte Linnäische Gattung zu Gunsten seiner unitarischen Nomenelatur umtaufen wollte. Denn er sagt 1809 von seinen Epidorchis-Arten: »ce sont les seules, qui présentent les characteres des Epidendrum de Linn&«. Dass dies thatsächlich gar nicht der Fall ist, ist höchstens bezeichnend für Tnovars’ geringe Einsicht — keinenfalls aber hat derselbe ein neues Genus ausreichend begründet. ,
4. Dendrorchis Thou. soll nach Kuntze an Stelle von Polystachya Hook. treten. Hier hat Tuovars wohl Dendrobium Sw. vorgeschwebt, wie denn auch in der Veröffentlichung von 4822 die Arten als Dendrobium bezeichnet sind. Wie wenig klar er sich aber über das Ganze war, zeigt schon die Vermengung des monopodialen Aeranthus Arachnites Ldl. mit den einer ganz andern Gruppe angehörenden Polystachya-Arten und die Bemerkung von 1809, dass die hierher gestellten Arten »doivent faire partie du genre Aerides établi par Loureiro«. Es ist gar keine Rede davon, dass Tnovars die später von Hookzn als Polystachya charakterisierten Pflanzen von Den- drobium oder Aerides gesondert hätte.
9. Jridorchis Thou. (Oberonia Ldl.). Die einzige Art ist 1822 mit dem binären Namen Cymbidium equitans bezeichnet, woraus folgt, dass TuovARs nicht im Stande war, seine /ridorchis von Cymbidium zu trennen.
6. Erporchis Thou. umschließt zwei als Goodyera bracteata und Goodyera nuda bezeichnete Arten. Die erstere ist Platylepis Rich.. die zweite eine wirkliche Goodyera. Getrennt hat Tuovans diese Gattungen gar nicht; er hat nur »ne consultant que la nature« den Namen Erporchis geschaffen und sich dann in Europa überzeugt, dass die beiden Arten zu Goodyera gehören. Deshalb zu behaupten, Tnovams hätte eigentlich in seiner Erp- orchis die spätere Platylepis aufgestellt, ist absurd.
1. Graphorchis Thou. (Eulophia R. Br. u. a.). Hier hat Tnovans selbst die Arten als zu Limodorum gehörig aufgeführt — da die ganze Diagnose von Graphorchis ist »Labelle ventru, terminé par un eperon ou bosse trés courte«, so ist auch nicht einzusehen, wie Trovans Eulophia von Limodorum trennen sollte. Er sagt von seiner Graphorchis geradezu: »Le Limodorum Tankervilliae et autres originaires de la Chine... se rapportent à ce genre«. Die im Pollenapparat liegenden Differenzen waren Tnovars gänzlich un- bekannt — trotzdem meint Kuxtze, Tnovans als den Begründer der späteren Eulophia R. Br. ansehen zu dürfen.
8. Alismorchis Thou. (Calanthe R. Br.). Die Diagnose lautet » Labelle plane, lobé, terminé par un épéron au moins aussi long que l'ovaire«. Wie wenig dabei Tnovans die Dinge richtig auffasste, folgt daraus, dass er auch die » Orchis Susannae« und andere Habenarien für näher mit Alism- orchis verwandt erklärt, als mit Orchis. Die einzige von Tuovans abgebildete Art (Calanthe silvatica R. Br.) ist von ihm 1822 als Centrosis silvatica be- zeichnet. In den Tabellen führt er an: Sylvalismis = Centrosis Sw.?
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plantaginea. Die Gattung Centrosis ist von Swanrz 1814 in der anonym er- schienenen »Summa Vegetabilium Scandinaviae systematice coordinatorum« (S. 32) aufgestellt worden, aber nicht für eine Calanthe, sondern für Limo- dorum abortivum, was auch in den nach des Verfassers Tode 1829 von Wixsrröm herausgegebenen a Adnotationes botanicae « (S. 52) bestätigt wird; mit Limodorum L. benennt Swanrz hier auch Formen, die heute zu An- graecum Bory gehören. Es kann also nicht die Rede davon sein, Centrosis an Stelle von Calanthe zu setzen. Wenn Tuovars seine Sylvalismis zu Centrosis stellte, so wollte er nur eine congenerische Verwandtschaft mit Limodorum abortivum andeuten. lm Ganzen ist sich Tnovars in keiner Weise über die Gattungsunterschiede der gespornten Orchideen mit weichen Blättern klar geworden. Da überdies 1809 nur die oben angegebene, völlig ungenügende Diagnose von Alismorchis publiciert wurde, die Abbildung der »Sylvalismis« aber erst 1822, also ein Jahr nach der Aufstellung von Ca- lanthe R. Br.!) erschienen ist, so wird man unbedingt letzteren Namen beibehalten können, um so mehr, als Tnouanms selbst 1822 seine Gattung Alismorchis nicht aufrecht erhalt, sondern deren damals einzige Art zu Centrosis Sw. rechnet.
In der Einleitung zu seiner Revisio stellt Kuntze?) das Princip auf: » Wer ältere Gattungsnamen als giltig nachweist, ohne sie praktisch und vollendet einzuführen, was nur dureh nomenclatorische Überarbeitung der Species erzielt werden kann, verursacht nur Verwirrung; denn darnach beginnt die vereinzelte Umbenennung der Arten von Berufenen und Un- berufenen in leicht zugänglichen oder obscuren Publicationen...,so dass ein Chaos entstehen muss, dem möglichst vorzubeugen die Pflicht der Autoren ist, die Prioritätsfragen für Genera erledigen«. Wie genügt nun KUNTZE dieser »Pflicht« bei Calanthe? Er nimmt Hooxer’s Flora of British India und tauft alle darin enthaltenen Arten um. Dass dabei Preptanthe vestita (Ldl.) Rbch. f. von einem so tüchtigen Kenner der Orchideen, wie RxrcugNnacu, als besondere Gattung betrachtet wird, geniert ihn dabei ebensowenig, als dass C. labrosa (Rehb. f.) Hook. f. in einer von Hooxer noch gar nicht benutzten Veröffentlichung?) als neue Gattung Calanthidium aufgestellt wurde. Von den sonstigen Calanthe-Arten werden noch etwa 20 umbenannt — es fehlen sogar Arten, welche Rrıcuengach in Warrers’ Annales VI. bequem zusammen- gestellt hatte, und von den zahlreichen Species, die letzterer Autor nach 1874 im Gardeners Chronicle beschrieb, ist gar nicht die Rede. Mit welcher Hast Kuntze arbeitete, folgt schon daraus, dass er aus der allbekannten C. curculigoides Ldl. eine C. curantigoides macht), aus C. elytroglossa Rbch.f. eine C. clytroglossa*). Und das nennt er »Reform der Nomenclatur«.
4) Bot. Regist. t. 573. 2) Revisio I. S. LXV. 3) ExcLERn-PnaANTL Il. 6. Abt. S. 153, 4) Revisio II. S. 650.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 11
9. Corymborchis Thou. (Corymbis Ldl.). Hier tritt Kuntze mit Recht für ersteren Namen ein, der Tuovans' Gattung entspricht, während Corymbis nur ein unitarischer Artnamen für dessen Corymborchis corymbosa ist.
10. Stellorchis Thou. (Nervilia Gaud.). In diesem Falle scheint mir ein Prioritätsanspruch von Tnovars nicht vorhanden zu sein, da er 1822 seine Gattung von 1809 nicht aufrecht erhält, sondern die einzige Art als Arethusa simplex, nur im unitarischen Namen als Aplostellis aufführt. Letzterer Name ist 1828 von A. Rrcuanp als Gattungname irrtümlich ver- wandt worden. — Gaupicnaup's Nervilia datiert von 18261); der Name ist den Manuscripten Commerson’s ( 1773) entnommen.
A1. Leptorchis Thou., Stichorchis Thou. (Liparis L. C. Rich.). Tmovans hat 1809 zwei Gattungen Leptorchis und Stichorchis aufgestellt ?). Sie werden charakterisiert durch »Labelle plane, rabattu en dehors« und »Labelle plane, replié en dehors«; außerdem soll Leptorchis mehrere, Stichorchis nur ein Pollinium in jedem Antherenfach haben; letzteres ist sachlich unrichtig. 1822 bezeichnet Tuouars 3) die vier zu diesen »Gattungen« . gerechneten Arten sämtlich als Malaxis; es ist auch unerfindlich, wie er bei seiner gänzlichen Vernachlässigung der sonstigen Blütenstructur sie hätte von Malaxis unterscheiden sollen. Bei Stichorchis sagt Tuovams 4) direct: we genre ne renferme que deux espèces remarquables par leur petitesse et la singularité de leur port ..... Elles sembleront se réunir avec les Leptorchis ou Malaxis de Swanrs«, erkennt also die Identität seiner Gattungen mit Malaxis ausdrücklich an. Trotzdem will Kuntze’) behaup- ten, Tnovans hätte in seiner Leptorchis die spätere Liparis L. C. Rich. 5) aufgestellt, zu welcher allerdings die beiden Leptorchis, wie die beiden Stichorchis bis in die neueste Zeit gehörten. Meiner Meinung nach thäte man L. C. Rrcuanp, dem Begründer vernünftiger Definitionen bei den euro- päischen Orchideen, sehr großes Unrecht, wenn man deshalb, weil Tuovars »ne consultant que la nature« für Malaxis Sw. Leptorchis Thou. setzte und diesen Namen irrtümlich auf Pflanzen anwandte, die gar nicht zu Malaxis gehören, Rucnanp's wohl begründete Gattung Liparis fallen lassen wollte.
In meiner Übersicht der Orchideen in ExsL£r-Pranrtr's Pflanzenfamilien (S. 128. 130) habe ich nun Liparis L. C. Rich. geteilt in Sturmia Rehb. mit ungegliederten convolutiven Blättern und Knolle oberhalb der Laubblätter, Liparis L. C. Rich. mit ungegliederten duplicativen Blüttern und Knolle unterhalb der Laubblätter, endlich Cestichis (Section bei Lixprey). die sich
4) FnEvciNET, Voyage autour du monde. Botanique S. 424. t. 35.
2) Nouv. Bullet. ete. S. 349,
3) Histoire d. plantes Orchidées etc. t. 25—27.
4) Nouv. Bullet, etc. S. 349.
3) a. a. O. S. 669.
6) De Orchideis Europaeis Annotationes, Mém. d. Mus. d'Hist. Natur. IV. Paris 1818. S. 52
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von Liparis durch die gegliederten Blätter unterscheidet. Auf die sach- liche Berechtigung dieser Trennung komme ich später zurück. Hier habe ich nur den Vorwurf Kuxrze's zu behandeln, ich hätte bei der Trennung den Namen Liparis zu Unrecht nicht der ersten, sondern der zweiten Gruppe gelassen. In den Regeln des Pariser Congresses heißt es: »Enthält die Gattung eine Section oder andere Abteilung, welche nach ihrem Namen oder ihren Arten den Typus oder den Ursprung der zerlegten Gruppe dar- stellt, so wird der Name für diesen Teil beibehalten. Sind dagegen keine Sectionen oder ähnliche Abteilungen vorhanden, und ist ein Teil bedeutend artenreicher als der andere, so kommt diesem der Name zua Nun haben weder ReıcuengacHh, noch Bextuam und Hooger, noch Rıprey die ersten heiden von mir getrennten Gattungen als Sectionen unterschieden und ich hielt mich deshalb für berechtigt, den Namen Liparis dem etwa 70 Arten zühlenden zweiten Genus zu belassen, obwohl ich sehr wohl wusste, dass die erste aufgestellte Art, Liparis Loeselii L. C. Rich., damit zu Sturmia Rehb. f. mit 2, vielleicht 3 Arten kommt. Ich glaubte um so eher so handeln zu sollen, als gerade für diese Formen schon Reiıcaenpacn !), weil Liparis auch einen Schmetterling bezeichnet, den Namen Sturmia gebildet hatte, so dass ich fast gar keine Umtaufung nötig hatte. Es geschieht L. C. Rıcuarp, dessen Diagnose sowohl auf Liparis als auf Sturmia passt, doch nichts Böses, wenn sein Name statt hinter der kleinen hinter der großen Gattung steht; außerdem ist mir möglichste Stabilität der Nomenclatur wichtiger, als das historische Detail, dass die erste Liparis unsere Liparis Loeselii war. Das ist eben der wesentliche Unterschied zwischen dem Standpunkt von Kurze und dem meinigen, dass er möglichst viele Namen ändert, ich dagegen möglichst wenige. Ich hoffe die verständigen Botaniker dabei auf meiner Seite zu haben.
Was die dritte Gruppe, Rınıey’s »Corüfoliae« betrifft, die von LixpLE als Section, von mir als Gattung »Cestichis« abgetrennt wurden, so würden sie besser, wenn man nicht sagt an name is a name«, als Stichorchis Thou. bezeichnet werden. Wie nämlich LixprEv den Artnamen Corymbis an Stelle des Gattungsnamens Corymborchis verwandt hat. so ist es ihm auch hier gegangen. Ceslichis ist bei Tnovans [Stichorchis] Malaxis caespitosa, also ein unitarischer Speciesname. Es würden damit nur sehr wenige neue Synonyma geschaffen werden. Von Stichorchis wären dann freilich nur der Name und zwei Arten von 4809 — die Definition der Gattung wäre durchaus neu.
Soviel über nv Prrit-Tnovars. Ich schließe, wegen der ähnlichen Sachlage, gleich an die Controverse Malaxis Sw.-Microstylis Nutt.-Hammar- bya O. K. Im Jahre 1788 beschrieb Swartz?) zwei Orchideen, die heute
4) Conspectus regni vegetabilis etc. 1828. S. 69. 2) Nova genera et species plantarum etc, 1788, S. 8.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 13
Microstylis spicata (Sw.) Ldl. und Microst. umbelliflora (Sw.) Ldl. heißen, unter dem Gattungsnamen Malaxis, 1789!) die allbekannte Malaxis palu- dosa. Daraus folgert Kuntze, dass die von NurrALL als Section, von LINDLEY als Gattung aufgestellte Microstylis den Namen Malaxis erhalten müsse, während Malaxis paludosa zu llammarbya paludosa O. K. wird. Ich will gern zugeben, dass Norrat besser seine Section so aufgestellt hätte, dass der ursprüngliche Name den zahlreichen mit der ursprünglichen Art conge- nerischen Formen blieb; nachdem aber ein fast 80 jähriger Gebrauch die jetzt bestehende Nomenclatur fixiert hat, scheint es mir völlig überflüssig, ein halbes hundert Microstylis in Malaxis zurückzurevidieren und aus der monotypischen Malaxis paludosa eine Hammarbya zu machen. Ich finde es außerdem wenig geschmackvoll, sogar das Landgut eines großen Botanikers nomenclatorisch zu verewigen — nächstens kommen wir auf seinen Hund.
Zu bemerken ist noch, dass Microstylis ophioglossoides Nutt. 1808 von RarixrsQuE?) als Achroanthes unifolia beschrieben worden ist. Die ursprüng- liche Stelle in einer amerikanischen medicinisehen Zeitschrift haben weder KuxrzE noch ich — trotz mannigfacher Bemühungen — sehen können, auch der Abdruck in Desvraux’ Journal fehlt in der Bibliothek des Musée d'histoire naturelle in Paris. Somit muss ich es dahin gestellt sein lassen, ob RarixEsQuE seinen Achroanthes genügend von Malaxis unterschieden hat, was nach den schlechten Gattungsdiagnosen dieses Autors nicht sehr wahr- scheinlich ist. Für mich würden 60 Jahre Gebrauch — seit einer Recla- mation RarixEsQuE's 1832 — auch gegenüber Rarınzsgur Microstylis gewohn- heitsrechtlich genügend begründen. Nur für den Fall, dass die Microstylis- Species mit Knolle oberhalb der Laubblätter generisch abgetrennt werden sollten, hätte Achroanthus als Gattungsname für diese Arten einzutreten.
Wir wenden uns jetzt zu Lourzıro, der ebenfalls in zwei Fällen von Kuntze »gerettet« worden ist.
In seiner Flora cochinchinensis hat Lourzıro 1793 zwei Gattungen Ceraia (S. 632) und Callista (S. 633) aufgestellt, jede mit einer Art. LixpLEY?) citiert Ceraia unter Dendrobium, Callista führt er auf unter den »genera, about which nothing is known«. Reıcnenpach 4) hält beide Gat- tungen für Dendrobium. Da nun Dendrobium Sw. 1799 begründet wurde? so glaubt Kuntze Lounzrno's Priorität anerkennen zu müssen.
Nun fragt es sich, ob Ceraia oder Callista zu wählen sei. Nach Kurze 6) kann aber Ceraia, welche eine Seite vor Callista steht, keine Geltung haben,
1) K. Vel. Ac. Nya Handlingar. Stockholm XXI. p. 127.
2) Medical Repository V. 1808. S. 350.
3) Vegetable Kingdom. 3. Ed. 4853, S. 484, 183.
4) Xenia Orchidacea II. S. 120.
3) Nov. Acta Upsaliensia VI. 1799. S. 68. Scurapers Journal f. Botanik II. 1799. S. 234.
6) a, a. O. S. 652.
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»weil dieser Name wegen Cereus zu corrigieren würe«, da er nur in der Endung davon differiert. Ich erkenne nun zunächst diesen nicht von einem botanischen Congress, sondern von Kuwrzz aufgestellten Grundsatz durch- aus nicht an, wie er auch von A. pe CanpoLLe verworfen worden ist. Letz- terer sagt sehr hübsch): »Les botanistes ne sont pas des imbéciles; ils savent distinguer Kuntze de Kuwzr«.. Wie die Griechen fpGuoc der Ge- stank und Zomua die Speise völlig zu unterscheiden vermochten, so können wir auch heute unnütze Neuerungen von nützlichen Reformen und Ceraia von Cereus sondern. Es können diese beiden Namen um so eher neben einander bestehen, als sie ganz verschiedenen Sinn haben, worauf KuxTzE's oberflächliche Kritik aber keine Rücksicht nimmt. Wie jedes Schullexikon ihm hätte zeigen können, bedeutet Cereus im Lateinischen eine Wachs- fackel; es sollte mit dieser Bezeichnung auf den starren, säulenförmigen Wuchs der betreffenden Cacteen Bezug genommen werden. Kepara da- gegen heißt Horn, Füllhorn und giebt Lovreıro ausdrücklich diese Ab- leitung an, welche sich auf die Gestalt der Lippe der so benannten Orchideen
gründet. Es könnte nun ein neuer Reformator die sämtlichen Dendrobium-Arten in Ceraia .... umtaufen wollen. Dabei würde im günstigsten Falle eine
Ceraia . ... Lour. übrig bleiben, wahrscheinlich aber gar keine, da Nie- mand weiß, welcher Dendrobium-Art Ceraia simplicissima Lour. entspricht, falls sie überhaupt ein Dendrobium ist. Hingegen würde der Name des » Retters« sich hinter 300 Arten breit machen. Das ist doch eine sonder- bare Art Lourkıro zu retten — sie erinnert an den Grafen Ugolino der Sage, der seine Kinder auffraß, um ihnen den Vater zu erhalten.
Kuntze führt noch zu Gunsten seiner Umtaufung an, dass Loumzrmo's Diagnose besser sei, als diejenige, welche Swanrz von Dendrobium gegeben habe, welches ursprünglich verschiedene Arten enthalte, die jetzt anderen Gattungen zugehüren. Das letztere ist ganz richtig — Dendrobium Sw. umfasst höchstens 4 heutige Dendrobium neben 7 Pleurothallis, A Stelis, A Oberonia, A Epidendrum, A Xylobium, 1 Lycaste und 2 Jonopsis, so dass ich mich nicht wundern würde, wenn Kuntze jetzt die Behauptung aufstellte, Pleurothallis R. Br. müsse eigentlich » wegen Speciesmajorität« Dendrobium Sw. heißen oder Lycaste Ldl. sei eigentlich Dendrobium Sw., weil SwanTZ erste, also älteste Art hierher gehört. Zu solcher Confusion kommt man, wenn man die historische Entwicklung der Wissenschaft ignoriert und lediglich mechanisch nach der Priorität des Namens geht. Der sachliche Inhalt der tropischen Orchideengattungen ist eben viel später, nach ge- nauerer Untersuchung des Pollenapparats und des allgemeinen Aufbaues, gegeben worden, als der bloße Name und es ist eine weit getriebene Rücksicht auf Prioritätsrechte, wenn wir Dendrobium Sw. schreiben und
4) Ber, d. deutsch, bot, Gesellsch. X. 14892. S. 336.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. | 15
nicht Dendrobium Ldl. Was übrigens die bessere Diagnose LounEino's be- trifft, so kann sie doch nicht grade glänzend sein, wenn bis heute die von ihm beschriebenen Formen noch nicht haben identificiert werden können. LixpLEY!) sagt bei Ceraia: »Vitiose descripta, uti omnes ejusdem auctoris genera.« Verschiedenes konnten Lourzıro’s beide Gattungen freilich nicht enthalten, aus dem einfachen Grunde, dass sie nur je eine Art haben, im Übrigen sind seine Angaben, da die Pollinien nicht berücksichtigt sind, ebenso unbestimmt, wie diejenigen von Swartz, der auf der Abbildung? welche die Gattung Dendrobium erläutern soll, friedlich neben einander Blüten der Zycaste Barringtoniae (Sw.) Ldl., des Dendrobium moniliforme (Sw.) Ldl. und einer Pleurothallis abbildet. Man sollte die Orchideen- gattungen aus dem vorigen Jahrhundert getrost in dem Sinne nehmen, wie der Fortschritt der Wissenschaft sie fixiert hat, das ist das einzig Vernünftige.
Die zweite »Rettung« Loureio’s ist Thricspermum für Sarcochilus R. Br. KuxTZE?) ist es fraglich, ob bei der Verbindung von Ap und ozépua« ein Vocal dazwischen gesetzt und das & in y verwandelt werden muss! Für jeden Philologen ist das gar nicht fraglich. Der Name ist also in der That, wie schon Bextuam 4) betont hat, ein »nomen vitiosissimum«. Er beruht außerdem auf einem sachlichen Irrthum. Sarcochilus hat nicht, wie LOUREIRO (S. 635) diagnosticiert, »semina multa, longa, tenuissima, piliformia«, son- dern Lo ppo hat einfach die Schleuderhaare der Kapsel für die Samen angesehen, während die staubfeinen Samen selbst ihm entgingen. Und solehen Unsinn sollen wir, trotzdem es zum Überfluss noch ein Thricho- spermum Bl. bei den Tiliaceen giebt, in dem barbarisch gebildeten Namen Thrixspermum verewigen? Ich wenigstens werde nach wie vor Sarcochilus schreiben und hoffe von Anderen das Gleiche.
Gehen wir über zu den »Rettungen«, welche Kuntze zu Gunsten von D. Dox ausführt. Höchst charakteristisch ist die Behandlung der Gattungen Pleione Don und Coelogyne Ldl. Im Februar 1825 beschreibt Don?) Pleione humilis und P. praecox, die auch nach unserer heutigen Auffassung zu Pleione zu stellen sind, im März 1825 LinoLey®) Coelogyne fimbriata Ldl., auch nach heutigen Begriffen nicht zu Pleione gehörig. Der ganze Prioritäts- streit dreht sich also um einige Tage. Lixprey hat Pleione zeitweise als be- sondere Gattung anerkannt, zeitweise als Subgenus; Reıcurngacn hat beide unter Coelogyne vereinigt, ich habe sie wieder getrennt, weil einmal die Pleionen infolge ihrer einjährigen Knollen und Blätter einen anderen Habitus haben, so dass die Abtrennung bei der großen Anzahl der Arten bequem
4) Orchidearum Sceletos, 4826. S. 49.
2) a. a. O. T. II. f. 4.
3) a. a. O. T. II. S. 68.
4) Genera plantarum Ill. 2. S. 575.
5) Prodrom. flor. nepalensis 1825. 5. 36. 6) Botan. Regist. 1825. t. 868.
16 E. Pfitzer,
ist, und weil ich ferner fand, dass bei allen echten Coelogyne-Arten, die ich untersuchte, die Caudiculae, d.h. die Anháüngsel der Pollenmassen, ganz kurz sind, während sie sich bei allen von mir daraufhin geprüften Pleionen weit an den Pollinien hinaufziehen. Kuxtze!) bemerkt in Bezug hierauf: »die angeb- liche noch nebenbei bemerkte Differenz des Caudiculum (Clinandrium) (sic! Pf.) ist nicht für alle Arten zutreffend«. Kuntze erlaubt sich also ein Urteil über diese Dinge, obwohl er nicht einmal weiB, dass das Clinandrium einer Orchideenblüte etwas ganz Anderes ist, als das »Caudiculum«, wie er statt Caudicula zu sagen beliebt. Leute, die noch so wenig in das abc der Orchideen eingedrungen sind, sollten sich doch nicht mit Gattungs- reformen in dieser Familie befassen. Jedenfalls kónnen, bis gewichtigere Gründe vorgebracht werden, Pleione Don und Coelogyne Lindl. ruhig neben einander bestehen und die zahlreichen Pleione ..... O. K. wieder ver- schwinden. Übrigens wäre ich Kuntze sehr dankbar, wenn er mir angeben wollte, bei welchen Arten von Coelogyne oder Pleione er das von mir ange- gebene Unterscheidungsmerkmal nicht zutreffend gefunden hat.
Eine weitere Rettung Dow's wird bei Saccolabium Bl. vollzogen, wel- ches nach Kuxtze Gasírochilus Don heißen muss, weil Dos?) im Februar 1825 seinen Gastrochilus calceolaris beschrieben hat, welcher nach LinpLey und Rrienengach identisch ist mit Saccolabium calceolare Ldl. Der Name Saccolabium ist im Juli 1825?) aufgestellt. Nun existiert außerdem noch eine Zingiberaceen-Gattung Gastrochilus Wall. aus dem Jahre 1829. Um einer Priorität von einigen Monaten wegen, die außerdem nur dadurch er- gründet wird, dass nach Lixprey der Prodromus florae Nepalensis schon im Frühjahr 1825 erschienen ist, kassiert Kuntze Saccolabium, schafft eine Unmenge neuer Synonyme mit O. K., während nur ein Gastrochilus die Autorität Dosis trägt, und ersetzt endlich die Warricg'sche Gattung Gastro- chilus, obwohl die Nomenclaturregeln verbieten (Art. 97.4), Gattungen ganz unbekannten oder der Botanik absolut fremden Personen zu widmen, »zu Ehren seiner lieben Schwester Crara und ihres Gemahls Warren BorsEN- BERG« durch Boesenbergia O. K. Dabei ist so wenig Sorgfalt auf die Um- taufung der Saccolabien verwandt worden, dass auch Arten ganz anderer Gattungen. wie Rhynchostylis retusa Rchb. f., mehrere Sarcanthus-Arten (S. filiformis [R. W.] Rchb. f., S. racemifer (Ldl.] Rchb. f. u. a.), Acampe- Arten (A. congesta Ldl., A. papillosa Ldl., A. cephalotes Ldl. u. a.) ete. fróh- lich mit umgetauft werden. Auch Ceratochilus Bl. verfällt diesem Schicksal, weil »der Unterschied, ob = einblütige oder reichblütige Inflorescenzen, ungenügend ist«. Letzteres ist schon richtig, wenn aber KuxrzE, statt nur flüchtig den Schlüssel zur Gattungsbestimmung in meiner Bearbeitung
4) a. a. O. Il. S. 680. 2) Prodromus florae nepalensis. S. 32. 3) BrLuwgE, Bijdragen S. 292.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 17-
der Orchideen einzusehen, den Text verglichen hätte, so hätte er auch andere Unterschiede gefunden. Das Schönste aber ist, dass Kuntze, nach- dem er dieses Ragout verschiedener Gattungen alle durch die Bank in Gastrochilus umgetauft hat, Bextuam und mir vorwirft, wir hätten nur 20 Saccolabium- Arten; er fügt die liebenswürdige Bemerkung hinzu: wohl Druckfehler und Copie? Nein, weder Druckfehler, noch Copie, sondern nur eine Unterscheidung der damals nach unserer Gattungsbegrenzung sicher zu Saccolabium gehörenden Arten von allerlei Anderem — Heft 6 von Hooker’s Flora of British India war 1889 noch nicht erschienen.
Es fragt sich nun, soll man der geringen, mühsam erweisbaren Priorität Don’s wegen diesen ganzen Wirrwarr acceptieren? Ich bin ent- schieden dagegen. Die Rettung des einen Gastrochilus calceolaris Don wiegt nicht den Ballast der Kuntze’schen Gastrochilus- und Boesenbergia- Arten auf, die man bei Anerkennung des einen Dos schen Namens mit in den Kauf nehmen müsste. Wo zwei Namen in demselben Jahre veröffent- licht worden sind, können, nachdem Saccolabium fast 70 Jahre im allge- meinen Gebrauch war, solche Zweckmäßigkeitserwägungen gewiss in Be- tracht kommen.
Noch ungünstiger liegt die Sache bei Eria Ldl., welche Kuxrze !) durch Pinalia Ham. ersetzen will. Im Frühjahr 4825 führt Don?) unter seiner Octomeria spicata als Synonym den Herbarnamen Pinalia alba Ham. an. Es hat also weder Dow die Pflanze als neue Gattung angesehen, noch HAMILTON irgend eine Diagnose veröffentlicht. Um dieses bloßen Herbarnamens willen soll. Linptey’s wohlbegründete Gattung Eria fallen, die im August 1825 veröffentlicht wurde). Kuntze meint, sie könne ja doch nicht bestehen bleiben, weil die zahlreichen Gattungen Bıume’s, die zusammen Eria Ldl. bilden und jetzt als Sectionen benutzt werden, die Priorität hätten — sie sind nämlich in dem Juli- Heft der »Bijdrage« publiciert*) — also ein Vor- sprung von ein paar Wochen oder Tagen! Ich kann die KuxrzE'sehen Um- taufungen hier um so weniger annehmen, als es unter den Orchideen schon eine zweifelhafte Gattung Pinelia Ldl., und außerdem noch eine Aroidee Pinellia Ten. giebt. Die historische Thatsache, dass HanıLron in seinem Herbar eine Pinalia alba gehabt hat, die wir heute Eria convallarioides Ldl. nennen, sei Kuntze zugegeben und dieses »Verdienst« HanıLron’s hiermit ge- bührend anerkannt — aber um einer solchen Bagatelle wegen 400 Eria- Arten umzutaufen, dazu kann ich mich nicht entschließen. Um so weniger, als die Nomenclaturgesetze als einen Hauptgrundsatz festgestellt haben, dass »Ausdrucksformen und Namen, aus denen Irrtümer und Zweideutig- keiten oder Verwirrung für die Wissenschaft erwachsen kónnten, grund- sätzlich vermieden oder entfernt werden müssen«, was doch bei Pinalia,
1) a. a. O. II. S. 678. 2) Prodrom. flor. Nepalensis. 4825. S. 34. 3) Bot. Reg. t. 904. 4) Bijdrage tot d. Flora v. Nederl. Indie. V. 344ff.
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 2
18 E. Pfitzer.
Pinelia, Pinellia gewiss zutrifft. Köstlich ist, dass KuwrzE!) selbst bereits bei seiner Umtaufung einmal Pinelia statt Pinalia schreibt.
Eine recht unerquickliche Angelegenheit ist der Prioritätsstreit zwischen Corybas Sal. Hook. (1807) und Corysanthes R. Br. (1810). Schon Reıcukx- bach?) hat ersterem Namen den Vorzug gegeben, trotzdem Bexruaw?) be- bestimmt erklärt, dass Sarıssury auf unrechtmäßigem Wege zu dem Material seiner Veröffentlichung gelangt sei. Bexruam schreibt: al cannot agree with REICHENBACH f. in reviving Sarissunv's Name of Corybas on the ground of priority of general publication. It has been universally respected as having been surreptitiously described and figured and falsely charakterized from the inspection of a drawing of Bauer’s with Brown’s name attached to it, as was well known at the time and was published on authority which could not be and was not denied.« RrromENsACH dagegen sagt: »die Sache ist äußerst pikant und werde ich nach nochmaligen Studien im British Museum mir das Vergnügen nicht versagen, dieselbe zu behandeln«. RkrcugxmACH muss also, da er Corybas schrieb, von Bevrnaw's Gründen nicht überzeugt gewesen sein, Kurze!) schließt sich ihm an. Ich halte es nicht für unsere Aufgabe, hier eine eriminalistische Untersuchung anzustellen, sondern ich möchte auch hier nach dem eben angeführten Grundsatz des Pariser Con- gresses verfahren. Wir haben nämlich bei den Orchideen außer Corysanthes R. Br. noch die einer ganz anderen Gruppe angehörende Gattung Coryanthes Hook. Der erstere Name ist ganz ungrammatisch gebildet, da es Corythan- thus oder, da einmal auch der Accusativ xopov vorkommt, allenfalls Cory- anthus heißen müsste. Wenn aber der fehlerhafte Name Rogerr Brown’s corrigiert wird, entsteht die Gefahr der Verwechslung mit Coryanthes Hook., und man müsste dann letztere Gattung wieder anders benennen. Alle diese Verlegenheiten vermeiden wir, wenn Sırıssury's Name Corybas, der drei Jahre früher gegeben wurde, ohne Rücksicht auf die Art und Weise, wie sein Autor zu dem Material kam, vorgezogen wird, und liegt also hier der seltene Fall vor, dass ich Kurze, der freilich an die Verwirrung mit Coryanthes gar nicht gedächt hat, beistimme, wenn auch aus ganz anderen Gründen.
Ich schließe hier gleich einen weiteren Prioritätsstreit an, bei dem SALISBURY gleichfalls beteiligt ist. KuwrzE?) ersetzt Spiranthes L. C. Rich. (1818)5) dureh Gyrostachys Pers. (1807)*), weil Persoon unter Neottia spiralis geschrieben hat: »An ob spicam tortilem et labellum crenulatum cum 2 se- quentibus (N. aestivalis und N. tortilis) genere distinguenda? (Gyrostachys). Persoon hat also eine solche Gattungsbildung nur als discutable Möglichkeit hingestellt, während L. C. Ricnanp die Gattung Spiranthes scharf begründet
4) a. a. O. II. S. 678, Z. 25 von oben. 2) Xenia Orchidacea II. S. 247. 3) Flora Australiensis VI. 4873, S. 350. 4) a. a. O. II. S. 656. 5) a. a. O. II. S. 663. 6) a. a. O. S. 50. 7) Synopsis plantarum II. S. 544,
Beiträge zur Systematik der Orchideen, 19
hat. Sehr bemerkenswert ist dabei, dass der gerettete Persoon, weil er bei dieser Sachlage natürlich die Species nicht benannt hat, nach seiner Rettung gar nieht mehr als Autor der Arten vorkommt, insofern KuwrzE G. spiralis O. K. ete. schreibt. Ich möchte auch hier die ganze hypothetische Gattungsbenennung Gyrostachys als ungenügend begründet betrachten und somit Spiranthes ruhig bestehen lassen.
Kuntze macht noch die Bemerkung, dass Spiranthes Rich. auch des- halb fallen müsse, weil Ibidium Sal. (1812) !) älter sei. Dieser Name deckt sich aber nicht mit den typischen Spiranthes-Arten, sondern höchstens mit Stenorrhynchus Rich., den ich für generisch von Spiranthes verschieden halte.?) Hierfür allein könnte Ibidium Sal. eintreten, wenn dessen Be- gründung, die ich nicht vergleichen konnte, zweifellos genügend ist.
Auch Ruiz und Pavon sind von Kuntze auf seine Weise »gerettet« wor- den, freilich in einer Art, welehe nur die Oberflächlichkeit des Retters be- weist. Im Jahre 1794 begründeten die Genannten 3) eine Galtung Hum- boldtia mit Diagnose und Abbildung einer typischen Blüte. Sie führen als zu Humboldtia gehörig an folgende drei Arten — nicht zwei, wie KUNTZE angiebt :
Helleborine ophioglosso similis Plum. | — Stelis ophioglossoides Ldl.
Epidendrum ophioglossoides Jaeq. '
Helleborine rusc majoris folio Plum. j— Pleurothallis ruscifolia R. Br. Epidendrum ruscifolium Jacq.
Helleborine graminea repens biflora Plum. 1 ~ PU graminifolia Nun hat KexrzE!) mit gewohnter Flüchtigkeit von Ruz’ und Pavox’s Dia- gnose blos die erste Zeile: »Corolla duplex: exterior campanulata tri- fida aut tripartita« berücksichtigt, während weiter noch zu lesen ist: »pe- talis lunulatis, concavis, nectarium amplectentibus; nectarium minimum, subrotundum, concavum.« Abbildung wie Diagnose entsprechen völlig Stelis Sw.: auch Herr Professor Kräxzuin schreibt mir, »Humboldtia R. Pav. ist Stelis Sw., das beweist der Text so gut, wie die Abbildung«. Zum Ueber- fluss hat Swartz selbst, was Kuntze erwähnt, seine Stelis mit Humboldtia R. Pav. identificiert und nur deshalb einen neuen Namen gebildet, weil er Humboldtia Vahl für gültig hielt.
Obgleich aus alledem klar hervorgeht, dass es sich höchstens darum handeln kann, ob man Humboldtia R. Pav. (1794) oder Stelis Sw. (1799) schreiben will, macht Kuxrzz eine längere verworrene Auseinandersetzung, aus welcher folgt, dass er glaubt, Stelis Sw. und Pleurothallis R. Br.5) unter- schieden sich wesentlich nur durch die Sepalen. Roperr BnowN's weiteren
1) Transact. Horticult. Soc. I. 1842. S. 294, 3) Pflanzenfamilien II. 6. S. 443. 3) Prodromus florae peruvianae 4794. S. 124. t. 427. 4) a. a. Q. Il. S. 665. 5) R. BROWN in Arron, Hort. Kewensis. Ed. II. 1843. v, 244. 2*
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Unterschied des gegliedert eingefügten Labellums bezeichnet er als »we- niger durehgreifend« — und macht sich dann daran, die etwa 300 ihm be- kannten Pleurothallis- Arten in Humboldtia umzutaufen. Solche Leichtfertig- keit grenzt doch an »groben Unfug«! Zur Erklürung kann vielleicht dienen, dass Bentuam !) irrtümlich Humboldtia R. Pav. als Synonym zu Pleurothallis R. Br. citiert, worin ich ihm gefolgt bin ?, da ich damals die Originalstelle noch nicht gesehen hatte. Es ist aber doch ein Unterschied zwischen einem unrichtigen Citat und der Schaffung einiger hundert falscher Synonyme! Sehr charakteristisch für die Flüchtigkeit des Reformators der Nomenclatur, für seine rein mechanische, geschäftsmäßige Arbeitsweise ist, dass er gar nicht bemerkt hat, dass inzwischen zwei Gattungen, Cryptophoranthus Barb. Rodr. ?) und Scaphosepalum Pfitz. *), von Pleurothallis abgetrennt wor- den sind, obwohl beide erstens in meiner Bearbeitung der Orchideengat- tungen enthalten sind und obwohl zweitens diese Gattungen selbst von Vertretern der älteren Schule, wie J. D. HookrR*) und Rorr£5) anerkannt sind. Auch die Arten dieser Genera werden, soweit Kuntze sie kannte, fröhlich in Humboldtia zurückgetauft. Er fügt seiner leichtfertigen Syno- nymenfabrication noch Folgendes hinzu: »Es freut mich, diese umfang- reiche Gattung« — Humboldtia — Pleurothallis — »aus dem Gebiet, welches HumsoLor bereiste und so intensiv erforschte, für diesen wieder herstellen zu müssen. Trifft es sich doch selten, dass großen Männern auch große Gattungen gewidmet sind. Sonst ärgert es mich stets, wenn ich eine große Gattung anders benennen muss; hier that ich es gern.« Kuntze kann über den Ruhm Huwsorpr's ganz ruhig sein — der letztere wird keinen Schaden nehmen, auch wenn die in der leichtsinnigsten Weise geschaffenen 300 Humboldtia O. K. wieder in die verdiente Vergessenheit zurücksinken.
Nun fragt es sich weiter, soll Humboldtia R. Pav. für Stelis Sw. wieder hergestellt werden oder nicht. Zunächst haben Rvız und Pavon ihre Gat- tung weniger klar erfasst als Swanrz — wührend die ersteren noch in der Flora peruviana”) unter Humboldtia 1798 neben 6 Stelis noch 4 Pleurothallis und 4 Physosiphon haben, hat Swanrz schon richtig angegeben, dass das eben genannte Epidendron ruscifolium L. von Ruiz und Pavon mit Unrecht zu ihrer Humboldtia gestellt wurde. Ferner aber giebt es außerdem noch folgende Gattungen gleichen Namens:
Humboldtia Necker 1790. Elem. bot. II p. 46 — Voyria Aubl. 1775.
Humboldtia Vahl 4794. Symb. III p. 106 — Batschia Vahl 5). Kuntze spricht nur von letzterer, zu den Leguminosen gehörenden Gat- tung, welche auch deren letzter Monograph, Tauserr®), als Batschia Vahl
1) Genera plantarum Ill. 2. S. 488. 2) Pflanzenfamilien I. 6. S. 139. 3) Genera el species Orchidearum novarum 1877. S. 79. 4) Pflanzenfamilien I. 6, S, 439. 5) Botan. Magazine. t. 7454. 6) Gardener's Chronicle VII. 1890. S. 709. 7) System. florae peruvianae 1798. S. 228, 8) Vergl. PrrirrER, Nomenclator I. 2. S. 1677. 9) Pflanzenfamilien Ill. 3. S. 443.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 21
bezeichnet, so dass insoweit gegen Humboldtia R. Pav. Nichts einzuwenden wäre. Dagegen stellen die Regeln des Pariser Congresses den verständigen Grundsatz auf, dass Ausdrucksformen und Namen, aus denen Irrtümer, Zweideutigkeiten oder Verwirrungen für die Wissenschaft erwachsen kónnten, grundsützlich vermieden oder entfernt werden sollen (Art. 3). Da nun bis in die neueste Zeit Humboldtia Vahl in Geltung war, erscheint es mir zweckmäßiger, von Humboldtia R. Pav. abzusehen und Swarrz’s Namen Stelis, der jede Verwechslung ausschließt und uns die Bildung von 150 neuen Synonymen erspart, ruhig in Geltung zu lassen. Die Beständig- keit der Nomenclatur scheint mir wichtiger als die Nebensache, dass auch HumsoLpr unter den »verewigten« Botanikern vertreten ist.
Auch Brume ist von Kuntze berücksichtigt worden. Derselbe hat !) zwei Orchideengattungen Cystopus und Odontochilus aufgestellt, welche Bentuam?) und ich?) vereinigt haben. Cystopus steht dabei drei Seiten hinter Odontochilus, so dass letzterer Name nach den strengen Grundsätzen der Prioritätsfanatiker auch früher gebildet wurde. Bexrtuam hat nun vernünf- tiger Weise Odontochilus vorgezogen, erstens der Zweideutigkeit wegen gegenüber Cystopus Lev., der bekannten Peronosporee, welche Kuxtze !) freilich Albugo Pers. nennen will, und ferner, weil Odontochilus arten- reicher ist als Cystopus, also weniger zu ändern war. Da aber in der ersten Veröffentlichung von Brume Cystopus 6 Arten hat und Odonlochilus nur 3, so giebt Kuntze »Cystopus wegen Speciesmajorität den Vorzug«, und über- trägt zu den 6 geretteten BruwE'schen Cystopus. wegen Speciesmajorität« 14 verschiedene Odontochilus. Nach dem Grundsatz, dass vor Allem zwei- felhafte Bezeichnungen zu vermeiden sind, und nach der »Speciesmajorität« nicht zur Zeit der Gründung, sondern zur Zeit der Vereinigung beider Gattungen sollte man bei Odontochilus bleiben, um so mehr, als Saccanpo *) die Ersetzung von Cystopus Lev. durch Albugo Pers. nicht anerkennt.
Eine sehr bemerkenswerte Rettung ist auch Diphryllum Raf. 1808 an Stelle von Listera R. Br. 4843. Zunächst ist Diphryllum ein unübersetz- barer Unsinn — wahrscheinlich hat der Autor Diphyllum gemeint, was aber als Adjectivnamen unzulässig ist. Zweitens nennt Lixprey®) sachlich die Gattung Diphryllum als »characteribus pessimis confusum«. Und solchen sachlichen und grammatischen Schund sollen wir wieder ins Leben rufen?
Die gleiche Note erhält von Linney Isotria Raf. "), welche nach Kuntze 5) an Stelle von Codonorchis Lindl. treten müsste.
Auf den schon oben bekämpften Grundsatz, dass Namen, die sich nur durch die Endsilbe unterscheiden, nicht neben einander bestehen künnen,
1) Flora Javae I. Orchideae 4858. S. 79 u. 82. 2) Genera plantarum III. 2. S. 650. 3) Pflanzenfamilien II. 6. S. 417. 4) Revisio generum II. S. 658. 5) Atti del Congresso Botanico di Genova 4892, S. 437. 6) Orchidearum Sceletos
1826. S. 49, 7) Ebenda. 8) a. a. O. II. S. 681.
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22 E. Pfitzer.
gründet Kuntze!) ferner die Ersetzung von Chloraea Lindl. 1826 durch Asarea Lindi. 4827, wobei wieder viele O. K. zu Stande kommen. Gram- matisch ist Chloraea freilich nicht gut gebildet, correct sind nur Chloris und Chlora, welche letztere aber Kuntze durch Seguiera Man. ersetzt wissen will. Sieht man aber von grammatischen Bedenken ab, so erscheint es nicht schwieriger, Chloris und Chloraea auseinander zu halten, als Pinelia, Pinellia und Pinalia, welchen letzteren Namen Kuntze wiederherstellt (vgl. S. 17), obgleich er ausdrücklich darauf hinweist, dass es bereits Pinelia und Pinellia giebt.
Aus demselben Grunde bleibt Huttonaea Harv. bestehen, welche Kuntze?) dureh Hallackia Harv. ersetzen will, weil es eine fossile Huttonia Sternb. giebt. Ist denn das so sehr anders, als wenn KuxrzE?) neben der bestehenden Orchideengattung Rodriguezia R. Pav. uns in derselben Pflanzen- familie noch mit einer Rodriqueziella beschenkt? Das scheint mir weit störender, zumal nach Kränxzuin*) die ganze Arbeit von Bargosa RODRIGUEZ, in welcher sich dieses neue, dort Theodorea genannte Genus vorfindet, »nicht ernsthaft zu nehmen ist«.
Weiter will KuxrzE?) Diadenium Pöpp. Endl, nicht gelten lassen, weil eine Gattung Diadenus Desv. an Stelle von Bangia Lyngb. zu treten habe. Ob letzteres nótig ist, will ich hier nicht untersuchen — jedenfalls vermag ich Diadenium und Diadenus zu unterscheiden. Kuntze setzt an Stelle von Diadenium Chaenanthe Ldl.; dass ich im Gegensatz zu Bentuam und HOOKER in meiner Bearbeitung der Orchideen diese Gattungen getrennt behandelt habe), geniert ihn dabei nicht, er erwähnt es auch gar nicht.
Sehr charakteristisch für Kuxrze's Vorliebe für O. K. ist seine Behand- lung von Sophronitis Ldl. Die erste Art dieser Gattung hatte Lupp" 4827 unter dem Namen Sophronia veröffentlicht ` im Jahre darauf änderte er dies in Sophronitis®), weil es eine ältere Sophronia Gaud. giebt. Da diese nach Kuntze hinfällig ist, restituiert er LixpLEY's Sophronia ?), aber so, dass er nur bei jener ersten Art Sophronia cernua Ldl. schreibt, bei allen übrigen, die LixpLEY selbst begründet hat, aber Sophronia..... (Ldl.) O. K. So wird LiwpLEY vor sich selbst gerettet! Da es aber außer Sophronia Gaud. noch ein Synonym Sophronia Lichtenst. (Witsenia Thunb.)!9) giebt, so ist es wohl zweckmäßiger, LixprEv's Selbstverbesserung nicht wieder zurückzucorri- gieren und bei Sophronitis zu bleiben.
Bekanntlich hat R. vox Werrstein it) neuerdings die Gattungen Cepha-
1) a. a. O. I. S 654, 2) a. a. O. II. S. 664. 3) a. a. O. IL S. 649. 4) Beiträge zu einer Monographie der Gattung Habenaria Willd. II. EnsLer’s bot. Jahrb. XVI. 1892, S. 54, 5) a. a. O. II. S. 556. 6) Pflanzenfamilien ll. 6, S. 192. 7) Bot. Register. 1827. T. 4429, 8) Ebenda 1828. T. 4447. 9) Revisio generum. IL S. 684. 40) STEUDEL, Nomenclator II. S. 612, 14) Studien über die Gattungen Cephalanthera, Epipactis und Limodorum. Österr. bot. Zeitschr. 1889. Nr. 44 u. 12,
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 23
lanthera L. C. Rich., Epipactis Crantz und Limodorum Sw. vereinigt. Es ist wenig dagegen einzuwenden, da Übergänge vorhanden sind; in meiner Bearbeitung der Orchideen habe ich die Trennung aufrecht erhalten, weil mir kleinere Gattungen übersichtlicher erscheinen. Immerhin ist die Ver- einigung discutabel. Nun hat Werrtstein vernünftiger Weise für die ge- samten Arten den Namen Epipactis gewählt, weil dabei die geringste Menge neuer Synonymen entsteht. KuxTzE!) schlägt natürlich den umge- kehrten Weg ein und restituiert »Limodorum Ludw. 1737«. Hätte er die Frage eingehend studiert, so würde er gefunden haben, dass es nur ein Vorteil wäre, wenn wir den Namen Limodorum, der im Laufe der Zeit ganz Verschiedenes bedeutet hat, los werden, anstatt einige zwanzig neue Limo- dorum ..... O. K. zu erhalten. Zur lllustration des geringen Wertes alter Orchideennamen will ich die Sache hier darlegen.
Der Name »Limodorum« findet sich bereits bei Turornrast?) — es ist ein Wurzelschmarotzer auf Trigonella, wahrscheinlich eine Orobanche. Die Verfasser der Kräuterbücher haben dann den Namen für letztere Gattung verwandt?), nur Crusivs vermengte damit das spätere Limodorum abortivum, sein Limodorum austriacum 4). TourNEFoRT>) fixierte diesen Irrtum, indem er seine gleichnamige Gattung nach der Abbildung unzweifelhaft allein auf die Pflanze von Crusius begründete. 1739 beschreibt dann Gnowovivs 5) ein neues Limodorum, dasselbe entspricht nach dem Vorkommen Calopogon pulchellus R. Br. Derselbe Autor fügt hinzu: »Helleborine radice tuberosa, foliis longis angustis caule nudo floribus ex rubro pallide purpurascentibus Martyn. cent. I. t. 50 hujus videtur varietas.« Diese Abbildung ist aber eine Bletia von den Bahama-Inseln , wahrscheinlich B. verecunda R. Br. Auch die sonst von Gronovius citierten Synonyme gehören wohl zum Teil zu Bletia. 1740 hat dann Rovex’) seine Gattung Limodorum »cum Limo- dorum Tournefortii vera sit Orchidis species« auf die eben erwähnte Pflanze von Manryx begründet.
LiNNÉ5) citiert dann 1745 zu seinem Limodorum sowohl Gronovius, als Rovex, so dass dasselbe von vornherein zwei heutige Gattungen umfasst, deren Unterscheidung auch die Diagnose in den Genera plantarum?) nicht gestattet. In den Species Edit. III. 476410) ist nur eine Art, Limodorum tuberosum beschrieben, welche Bletia verecunda R. Br. entspricht, wenn wir nach dem Citat von Manryv's Abbildung urteilen — dagegen haben Dryanper und J. E. San versichert!!), das wahre Limodorum tuberosum L.
1) Revisio generum II, S. 671. 2) De causis plantarum. Edit. Wimmer. S. 286. 3) Vergl. C. Baumin Ilwa&. S. 86, 87. 4) Hist. I. S. 270, Institut. t. 250. 5) Definitiones generum 1737. S, 120. Nach Kuntze, Revisio II. 671. Das Original konnte ich nicht vergleichen. 6) Flora virginiana 1. 4739. S. 440. 7) Florae Leydensis prodromus 4740, S. 16. 8) Acta societ, reg. scient. Upsal. ad annum 1740,1744. S.21. 9) Edit. IIl. 10) a.a 0.8.4345. 40) S. 4345. 14) Vergl. CunrIs, Botanic. Magazine IV. 4794. t. 146,
24 > E, Pfitzer,
sei Calopogon pulchellus, welches auch von ArroN!) unter ersterem Namen abgebildet wurde. Unzweifelhaft zu Bletia gehören Lınn®'s spüteres Limo- dorum altum?), ferner Jacgum’s?) Limodorum altum (Bletia havanensis Ldl.), sowie das Limodorum altum von Aros 1 und Sims 9, während Limo- dorum Tankervilliae Ait.) zu Phajus gehört. Die Confusion wird nun immer größer. Hatte schon JacoQviN?) auch ein Epidendrum als »Limodorum diur- num« abgebildet, so fügt Prrsoon®) in seiner Ausgabe des Systema Vegeta- bilium von 1797 zu Arten von Bletia und Calopogon noch solehe von An- graecum und Dendrobium und bei Swamrz?) 1799 enthält die Gattung »Limodorum Tournef. Linné« bereits 14 Arten, nämlich zunächst zum ersten Male wieder TounxEronr's Pflanze als L. abortivum, dann Species von Phajus, Calanthe, Eulophia, Geodorum, Polyrrhiza, Disa und Epipogon — die Bletia- Arten dagegen sind ausgeschieden und stehen mit Calopogon (Limodorum tuberosum L., L. pulchellum Salisb.) unter Cymbidium 9), Swartz’s Limodorum ist somit ganz verschieden von derselben Gattung bei Lixw& und viel aus- gedehnter als bei Tourxerort. Noch viel größer ist »Limodorum Sw.« in der Bearbeitung der Species plantarum von WrLLpgNow!!) 1805. Außer den eben erwühnten Formen haben jetzt noch Arten von Calypso, Epidendrum, Angraecum, Vanda, Ceratochilus, Cleisostoma , Saccolabium, Aerides Auf- nahme gefunden.
Damit ist denn das Maximum der Verwirrung erreicht. Lamarck !?) be- schränkt 1809 Limodorum auf Calopogon, Bletia und Phajus. Dann scheidet Swartz !?) 4814 sein L. abortivum als neue Gattung Centrosis aus, während sich Limodorum namentlich durch die Arbeiten von R. Bnowx und LINDLEY allmählich in seine einzelnen Bestandteile auflóste. Leider haben dann LixpLEy 14) und L. C. Ricuanp 15) Limodorum im Sinne von Tourxerort wieder hergestellt, während naeh den Regeln des Pariser Congresses (Art. 15) jede ‚Pflanzengruppe den ältesten, für sie von Linné adoptierten oder den Namen, welcher ihr von LixN£ aber später gegeben wurde, tragen soll. Limodorum L. ist aber, wie oben gezeigt wurde, nicht gleich Limodorum Tourn., Sw., Lindl., L. C. Rich.
Es ist also wohl am richtigsten, wenn wir die einzige zu letzterer Gattung gehörige Pflanze mit ihrem ältesten nachlinnéischen Namen als Centrosis abortiva Sw. bezeichnen, beziehungsweise, bei Vereinigung von
1) Hortus Kewensis III. 1789. S. 304. 2) Vgl. WaLrEns! Annal. VI. S. 444. 3) Icones plantarum rariorum III, 4783—96. t. 602. 4) Hortus Kewensis Ill. 4789. 8.301, 5) Botanic. Magazine XXIV. 4806. t.930. 6) Hortus Kewensis III, 4789, S. 302, 7) Icones etc. t. 603. 8) C. A. Linné, Systema Vegetabilium ed. Persoon 1797. S. 860, 9) Dianome Epidendri generis. "Act, soc. reg. scient. Upsal. 4799. S. 64. ScHRADER'S Journal f. Botanik II. S. 228. 10) Ebenda S. 220. 14) Linné, Species plantarum ed. WinLpENOw IV. 4805. S. 122. 12, Encyclop. méthod. Botan. III. 4809. S. 545. 13) Summa vegetabil. Scandinaviae 1844. S. 32. Vgl. Adnotationes botanic. ed. Wik- STRÖM S. 52. 14) Orchidearum Sceletos 1826. S, 10, 15) a. a. O. S. 50.
Beiträge zur Systematik der Orchideen, 25
Epipactis und Cephalanthera damit, die betreffende Section Centrosis Sw. nennen. Keinenfalls aber dürfen wir, wie Kuntze will, hier lauter neue Limodorum-Arten schaffen. Epipactis und Cephalanthera werden bei Linné unter Serapias aufgeführt — aber schon Crantz hat 1767 den Namen Epipactis auf die hierher gehörigen Pflanzen angewandt, zweiundzwanzig Jahre bevor zum ersten Male Limodorum abortivum geschrieben wurde. Es hat also Epipactis als der nach 1753 älteste Name zu gelten. Ich möchte dabei gleich etwaigen Versuchen entgegentreten, nun Limodorum L. für Calo- pogon oder Bletia herzustellen. Da Liww£ bei der ersten Veröffentlichung dazu Pflanzen beider Gattungen citiert und seine Diagnose nicht zur Unter- scheidung derselben hinreicht, da selbst nicht unzweifelhaft ist, was Limo- dorum tuberosum eigentlich bedeutet, so sollten wir zufrieden sein, diesen Confusionsnamen definitiv los zu werden.
Kuntze !) hat übrigens bei Calopogon R. Br. eine andere »Rettung« ver- sucht — er restituiert dafür Helleborine Mart. 1736. Ich will den Leser nicht damit ermüden, dass ich genauer ausführe, was Helleborine bei den vorlinnéischen Schriftstellern Alles umfasst hat — die Reihe geht von Goodyera, Epipactis durch Calopogon und Bletia bis zu Cypripedilum. LINNÉ hat den vieldeutigen Namen gar nicht aufgenommen; nach 1793 hat ihn Möncn 1794 für Epipactis palustris R. Br. gebraucht?), ohne damit Anklang zu finden. Kuntze gräbt ihn jetzt wieder aus, nur ist ihm das seine geringe Kenntnis der Orchideengattungen beweisende Missgeschick begegnet, dass er die bei Martyn cent. t. 50 dargestellte Pflanze für Calopogon pulchellus R. Br. gehalten hat, während sie Bletia verecunda R. Br. ist. Übrigens citiert bereits WıLLDEnow?) 1805 Manryw's Bild richtig zu letzterer. Damit erledigen sich wieder einige unnütze KuxrzE'sche Synonyme.
Ebenfalls als Antiquitäten betrachte ich die von Kuxrze!) wieder herge- stellten Namen Neottia L. für Coralliorrhiza R. Br., Nidus Ludw. für Neottia im neueren Sinn und Orchioides Trew. für Goodyera R. Br. Linné hat viel- leicht mit Neottia ursprünglich die heutige Coralliorrhiza gemeint — die ältesten Stellen, von 1735 und 4737, konnte ich nicht vergleichen. Dass er in der Flora lapponica) nur diese eine »Neottia« anführt, hat seinen guten Grund darin, dass N. nidus avis nach Rrıienengach®) überhaupt in Scandinavien nur bis Gefle vorkommt, somit in Lappland fehlt. In der zu- sammenfassenden Bearbeitung?) der Orchideen von 1744 hat Neottia L. folgende Arten: Aceras anthropophora R. Br., Spiranthes autumnalis L. C.
1) Revisio generum ll. S. 665.
2) Methodus plant. hort. Marburg. descript. 41794. S. 715.
3) Species plantarum ed. WiLLpENow 1805. IV. S. 405.
4) Revisio generum II. S. 673 f.
5) a. a. 0. S. 345.
6) Die Orchideen der deutschen Flora 4851. S. 483.
7) Acta soc. reg. scient, Upsaliensis ad ann, 1740 (4744). S. 32.
96 E. Phitzer
Rich., Neottia nidus avis L., Coralliorrhiza innata R. Br. und noch eine »Neottia radicibus palmatis« aus Groxow’s Flora Virginica. Später hat dann Liv!) seine sämtlichen Arten von Neottia zu Ophrys gestellt. Dass Lupwie ?) 1737 Nidus avis, also zwei Worte, als Gattungsnamen für Neottia nidus avis anwandte, beweist nur, dass er noch ganz »vorlinnäisch« schrieb und auch der Umstand, dass in seiner Ausgabe von Rıyınus’3) posthumen »lcones«, die keine Jahreszahl haben, da Pnirzrr *) schreibt »circa annum 1760«, ein- mal Nidus ohne das zweite Wort vorkommt, ändert für mich an der Sache nichts. Wie die obige Zusammenstellung der Linx#'schen Neottia- Arten beweist, war die damalige Gattung noch ein wüstes Conglomerat, in wel- chem Ophrydeen, Neottieen und Liparideen friedlich neben einander standen. Erst durch L. C. Rıcnarn®) hat Neottia einen vernünftigen Sinn erhalten. Letzterer bemerkt ausdrücklich: » Neotliae genus propter etymon ita resti- tuendum censui, ut nidum avis complecteretur. Et eo propensior ad hanc opinionem factus sum, quod illo sub nomine indiscriminatim congestae sunt species in plura genera divergentes«. Ich empfehle bei dieser Ge- legenheit Kuntze Rıcnanv’s lichtvolle Arbeit von 1818 sehr, um sich über die Unterschiede, von Clinandrium und Caudieula zu orientieren. (Vgl. S. 16).
Orchioides Trew. 9) erledigt sich, wie Kuntze’s »Reformen« bei Neottia und Coralliorrhiza von selbst, wenn wir 1753 als Ausgangspunkt der Nomenclatur annehmen; außerdem ist es als Adjectivum unzulässig.
Zum Schluss komme ich noch auf drei Orchideennamen, welche Kuntze Personen gewidmet hat, ohne aber dabei nach den Regeln des Pariser Gon- gresses zu verfahren, nach welchen (Art. 27) der von jedem Titel und jedem Partikel abgesonderte Name mit der Endung a oder ia versehen wird. Aus diesem Grunde sind ungiltig:
1. Rodrigueziella O. K. (Theodorea Barb. Rodr.) — auf Rodriguezia kann hier nicht zurückgegangen werden, weil es bei den Orchi- deen bereits eine Rodriguezia R. Pav. giebt.
2. Sanderella O. K. (Parlatorea Barb. Rodr.). Mit der Änderung möchte ich hier zuwarten, bis wir wissen, ob Parlatorea Barb. Rodr. überhaupt sachlich haltbar ist.
3. Sirhookera O. K. (Josephia Wght.).
Gegen letztere monströse Namenbildung hat sich bereits Davpow Jack- son?) erklärt und ich schließe mich dem an; wir erleben sonst noch eine Freiherrrichthofenia und eine Amtsgerichtsralschulzia! Sehr charakteristisch
4) Spec. plant. Ed, III. 1764, II. S. 4389 ff.
2) Definitiones generum plantarum 1837.
3) Icones plantar. quae sunt flor. irreg. hexapetalo. t. 7. ^) Thesaurus literat. botan. 1872. S. 265.
5) a. a. O. S, 54, 56.
6) Act. Acad. Leop. Carol. III. 1736. S. 406.
7) Journ. of Botany X XX. 1892, S. 62.
Beiträge zur Systematik ‚ler Orchideen, 27
ist übrigens auch in diesem Specialfall das Verfahren von Kuntze. J. BRITTEN 1 hatte gezeigt, dass Josephia Sal. und Kn. (1809) einige Monate vor Dryandra R. Br. (1810) veröffentlicht wurde, dass also letzterer Name die Priorität habe; er hatte aber die neuen »Josephia«-Arten unter den Proteaceen nicht einzeln benannt. Das holt Kuntze?) jetzt schleunigst nach ; aber er schreibt nicht etwa Josephia .... ( ) J. Britt., sondern durchweg O. K., denn »eine Namengebung ohne Namennennung ist ungenügend und illegal, eine con- tradictio in adjecto«.
Da die Namenänderung von Dryandra R. Br. in Josephia Sal. in der neuesten Monographie der Proteaceen?) nicht angenommen ist, so haben die Orchidologen keine Veranlassung, von Josephia Wight abzugehen, einen Namen wie Sirhookera würde ich außerdem trotz aller persönlichen Ver- ehrung Sr J. D. Hooker’s niemals gebrauchen.
Auf KuxTzE'sche Reformen in anderen Pflanzenfamilien will ich hier nicht eingehen, sondern nur noch die Bemerkung anschlieBen, dass ich Davpow Jackson, Brirron, Greene in der Verurteilung von Namen wie Ernstafra, Brittonamra, Itoasia, Kinginda, Aregelia, Urbanisol, Pauioma- gnusia, Lippomüllera, Nebrownia u. s. w. völlig beistimme. Wenn KUNTZE entgegnet, es seien schon vor ihm etwa 50 solche Monstra gebildet wor- den, um so schlimmer — aber für den Bestand seiner ähnlichen Namen ist das ebenso wenig maßgebend, als der Umstand, dass Viele, die ein An- tragsdeliet begangen haben, frei herumlaufen, weil kein Antrag auf Be- strafung gestellt wurde, beweist, dass Antragsdeliete überhaupt erlaubt seien. Der Antrag wird, wie ich hoffe, in allen Füllen von den Mono- graphen der einzelnen Gruppen gestellt werden. Ich muss übrigens noch darauf aufmerksam machen, dass Kuntze, so weit ich gesehen habe, in der ganzen Revisio nicht einen einzigen Namen gebildet hat, welcher sich auf die Eigenschaften der betreffenden Pflanzen bezieht; alle Namen KuwTZES sind der »Verewigung« von Personen gewidmet. Ich weiß nicht, ob Kuntze das Glatteis der Grammatik gescheut hat, für welehe Deutung seiner Behandlung von Thrixspermum, Cereus, Ceraia, sowie sein in Aus- sicht gestellter Codex emendatatus (sie!)*) spricht, oder ob sein Ideal ist, aus der botanischen Nomenelatur überhaupt eine Walhalla zu machen, in der freilich auch seine Schwäger und Brüder Platz finden — jedenfalls sollte sich jeder verstündige Botaniker dagegen wehren, dass die Namengebung der Spielplatz kleinlichster Eitelkeit wird. Ich empfehle namentlich ganz leichtfertig geschaffene Synonyme, wie die Kuntze’schen Humboldtien u. s. w. gar nicht zu citieren — das ist der beste Weg, um sie so schnell als möglich der verdienten Vergessenheit anheim fallen zu lassen.
4) Journ. of Botany XXIV. 4886. S. 296. 2) Revisio generum Il. S. 578.
3) Pflanzenfamilien IIl. 1. S. 454.
4) Bot. Centralbl. LIV. 4893. S. 356.
98 E. Pfitzer.
Ich habe in diesem Aufsatz vielfach einen schärferen Ton angeschlagen, als man es sonst bei mir gewohnt ist. Wem man aber liest, in welche Tonart Kuntze in seiner neuerlichen Entgegnung!) sich von Männern zu sprechen erlaubt, an welche er wissenschaftlich nicht entfernt heranreicht, so erscheint eine gründliche Abwehr geboten. Sehr ergötzlich finde ich den Schlusssatz, in dem Kuntze sich bereit erklärt, wie eine Großmacht mit der gesamten Wissenschaft zu verhandeln und auf einen »Teil seiner Rechte« zu verzichten. Darauf kommt es gar nicht an, sondern nur darauf, wieviel die Wissenschaft aus der Revisio dauernd aufnimmt, und das wird sich historisch und nicht auf der Basis eines Friedensvertrags entwickeln,
IL. Sachliches.
Nachdem ich 1887 zunächst meine Darlegung der Grundsätze gegeben habe, nach welchen meiner Meinung nach das natürliche System der Orchi- deen aufzustellen ist, und nachdem dann 1888—89 dieses letztere in aus- führlicherer Gestalt von mir veröffentlicht worden ist, möchte ich an dieser Stelle zunächst einige principielle Einwendungen erwähnen, die dagegen gemacht worden sind, ferner Abänderungen begründen, die sich in der zweiten genannten Publication gegenüber der ersten finden, drittens einige neue Beobachtungen mitteilen.
A. Allgemeines.
Kuntze?) hat Bedenken geäußert gegen die Benutzung der Blattknospen- lage als Merkmal der Gattungen. Ich möchte hierauf zunächst entgegnen, dass die Verwendung dieses Merkmals sogar zur Abgrenzung der Tribus doch auch bei angesehenen Systematikern Beifall gefunden hat. So hat ExcLER?) meine Anordnung der Orchideen in seinen Syllabus unverändert übernommen; Könnxe®) hat ausdrücklich die Berechtigung meiner Unter- scheidung ererbter und durch Anpassung erworbener vegetativer Merkmale anerkannt, und in demselben Sinne äußert sich R. vox Werrsteind). Das LixNE'sche Dogma, dass Tribus- und Gattungscharaktere lediglich von Blüte und Frucht genommen werden dürfen, ist eben ein überwundener Stand- punkt. Sir J. D. Hooxer 5) schreibt neuerdings bei Gelegenheit der Aner- kennung des wesentlich durch verbreiterte Inflorescenzaxe charakterisierten Genus Megaclinium Folgendes: »But in Botany, as in other biological sciences,
1) Die Bewegung in der botanischen Nomenclatur vom Ende 1894 bis Mai 4893. Bot. Centralbl. LIV. 1893. S. 353,
2) Revisio generum II. S. 645.
3) Syllabus der Vorlesungen über systematische und medicinisch-pharmaceutische Botanik 1892. Gr. A. S. 904 Kl. A. S. 74.
4) Botan. Zeitung XLV. S. 857.
5) Studien u. s. w. 8.7.
6) Botan. Magaz. 1893. T. 7344.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 29
if objective characters, through of little morphological value, which distin- guish whole groups, are not taken into account in the formation of genera, of Monocotyledons especially, the result would be a chaotie agglomeration of forms under a common generic name, Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, dass die duplicative oder convolutive Knospenlage der Laub- blätter, die sich schon in den ersten Keimungsstadien zeigt, von weit höhe- rem morphologischem Wert ist, als die Verbreiterung der die Blüten tragen- den Spindel bei Megaclinium, welche eine ganz späte, vielleicht sogar adap- tive Bildung ist. Der Umstand, dass der Embryo der Orchideen erst nach der Keimung den Entwicklungszustand erreicht, welcher bei anderen Pflanzen- familien schon im reifen Samen vorgefunden wird, kann nicht hindern, dem Bau des eben zur Differenzierung der Organe gelangten Embryos nahezu denselben Wert beizulegen, den wir sonst embryologischen Merk- malen geben. Weiteres über den Wert der Knospenlage werde ich bei Besprechung der Cypripedilinae anzuführen haben.
Ein zweiter Punkt, auf den ich hier einzugehen habe, ist eine Bemer- kung R. v. WrrrsrEIN'sS ), welche dahin geht, dass »in der Mehrzahl der Fälle das Vorkommen bigenerischer Bastarde die Zusammengehörigkeit der betreffenden Gattungen andeuten dürfte und dass überhaupt dem Vor- kommen solcher bei systematischen Gruppierungen ein größeres Gewicht beigelegt werden sollte«. v. Wertstein schränkt freilich diese Bemerkung selbst ein durch den Hinweis auf eine frühere Veröffentlichung ?), in welcher er sagt: »dass Ausnahmen von dieser Regel stattfinden, will ich nicht leugnen, insbesondere scheinen bei den Orchideen »bigenerische Bastarde« thatsächlich zu existieren, doch jedenfalls ist die Zahl derselben eine sehr besehrünkte«. Bei Gelegenheit der von ihm vorgenommenen Vereinigung von Gymnadenia L. C. Rich. und Nigritella L. C. Rich. führt WETTSTEIN ?) aber doch die Leichtigkeit der Bastardierung mit als einen Grund für diese Zusammenziehung an.
Ich stimme nun v. WrrrsrziN darin völlig bei, dass die Möglichkeit der Bastardbillung stets eine nahe Verwandtschaft anzeigt und auch insofern systematische Bedeutung hat, als durch Hybriden verbundene Gattungen niemals weit auseinander stehenden Abteilungen des Systems angehören werden. Dagegen kann ich nicht zugeben, dass eine solche Bastardbildung als Argument für die Vereinigung von Gattungen angewandt wird — wir würden sonst zu solchen »chaotischen« Genera gelangen, wie sie Sır J. D. Hooker an der oben angeführten Stelle charakterisiert hat. Ich glaube, dass die Gattung noch weniger als die Art ganz objectiven Bestand hat und
1) a. a. O. S. 8.
2) Die Gattungen Erysimum und Cheiranthus. Österr. bot. Zeitschr. 4889. S. 44.
3) Untersuchungen über Nigritella angustifolia Rich. Ber. der deutsch. bot. Ges. VII. 1892, S. 307.
30 E. Pfitzer.
dass hier in der Abgrenzung auch der Zweekmäßigkeit Rechnung getragen werden muss. Gattungen mit mehreren hundert Arten sind äußerst un- bequem und sollten zerlegt werden, wenn sieh irgend Anhaltspunkte für eine vernünftige Gliederung darbieten.
Nun kennen wir unter den Ophrydinae Bastarde nicht allein innerhalb der Gruppen der Serapiadeae und Gymnadenieae, sondern auch zwischen Gattungen beider Gruppen, z. B.
Orchis X Gymnadenia
Orchis X Platanthera
Aceras X< Coeloglossum
Herminium x Gymnadenia !). Wollten wir den Grundsatz aufstellen, dass die Möglichkeit der Bastardbil- dung die generische Zusammengehörigkeit beweist, so würden wir somit unsere europäischen Ophrydinae getrost wieder als Gattung Orchis mit 200 Arten aufführen können — ich glaube nicht, dass das ein Fortschritt wäre. Uebrigens ist die Thatsache, dass Ophrydinae mit Bursicula Bastarde bilden mit solehen ohne Bursicula, ein gewichtiger Beweis für meine An- sicht, dass solche Unterschiede im Bau des Gynostemiums nicht die hohe _ systematische Bedeutung haben, wie REICHENBACH annahm, dass sie vielmehr wesentlich den Wert einer Anpassung für die Befruchtung haben und daher hóchstens zur Abgrenzung der Gattungen, nicht aber zur Einteilung im GroBen verwendbar sind.
Gehen wir zu den aerotonen Orchideen über, so sind Bastarde gezogen worden bei den Neottiinae zwischen Anoeclochilus Bl., Dossinia Morr., Hae- maria Lindl. und Macodes Bl. ?), welehe zwar sämtlich der Tribus der Phy- sureae angehören, in der Bildung der Säule und Narbe aber weit gehende Verschiedenheiten zeigen.
Bei den Laelünae haben wir Hybriden zwischen Cattleya Lindl. mit & Pollinien und grubiger Narbe, Laelia Lindl. mit 8 Pollinien und eben- solchem Stigma und Sophronitis Lindl. mit 8 Pollinien und ganz eigentüm- lichen, fast freien Narbenlappen?). Daraus folgt wieder, dass die Zahl der Pollinien und die Gestalt des Stigmas höchstens generischen Werth haben: aber es würde doch die Uebersichtlichkeit sehr erschweren, wenn wir nun alle drei Gattungen einfach zusammen werfen wollten.
Bei den Phajinae haben wir Bastarde zwischen Phajus Low., Calanthe R. Br., Preptanthe Rehb. f., Limatodes Lindl. und Calanthidium Pfitz. ^. Die Endglieder dieser Reihe sind im Blütenbau so verschieden, dass das hier durch Vereinigung entstehende Genus ganz polymorph würde. Dabei wissen
4) Bull. de la Soc. bot. de France XXXVII. 4894. S. 157, 158, 352. 2) Roure, on Bigeneric Orchid Hybrids. Journ. Linn. Soc. Bot. XXIV, S. 468. 3) Ebenda S. 164.
4) Ebenda S. 465. Vergl. auch Gardeners Chronicle 1883. 1. S.44, 1884. 1. S. 76.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 31
wir noch gar nicht, ob nicht innerhalb der Gruppe noch in viel weiteren Grenzen Hybridisation möglich ist.
Ebenso bedenklich wäre die Zusammenziehung von Zygopetalum Hook. und Colax Lindl., zwischen denen auch ein Bastard gezogen worden ist!) — die Blüten sind so verschieden, dass Benrnam die letztere Gattung so- gar zu einer anderen Tribus, zu den Lycastinae stellte.
Immerhin ist noch kein Bastard bekannt zwischen zwei der von mir aufgestellten Tribus. Wenn bei der Kreuzung von Zygopetalum und Odonto- glossum, Zygopetalum und Chysis Kapseln erhalten wurden, die aber keinen keimfähigen Samen enthielten oder deren Samen eine der Stammformen ergaben ?), so kann dies nicht als eine gelungene Bastardbildung aufgefasst werden.
Ich befinde mieh übrigens in meiner Auffassung der systematischen Bedeutung der Hybridisation in Übereinstimmung mit Rorre 3), der sich ebenfalls bestimmt dagegen ausgesprochen hat, dass die Müglichkeit der fruchtbaren Kreuzung zwischen Arten zweier Gattungen die Vereinigung dieser letzteren bedinge.
Vielleicht hat die Ersehwerung, der die Fruchtbildung bei den Or- chideen in Folge der meist unmöglichen Selbsthefruehtung unterliegt, da- hin gewirkt, dass in dieser Gruppe innerhalb weiter Grenzen der Pollen verwandter Formen im Stande ist, das Ei zu weiterer Entwicklung zu be- fähigen.
B. Bemerkungen über einzelne Gruppen. 1. Cy pripedilinae.
Zunächst einige Worte über die Schreibweise von Cypripedilum u.s. w. Rorre 4) hat sich dahin ausgesprochen, dass kein genügender Grund für die orthographische Aenderung vorliege. Nun hat aber Cypripedium entweder gar keine oder eine sehr hässliche und nicht beabsichtigte Bedeutung. Wenn die von Verrcn 5) gegebene Ableitung von zóotv (Füßchen, nicht Schuh) richtig wäre, müsste das Wort Cypripodium heißen — es soll aber gar nicht »Füßchen der Venus« heißen, sondern Schuh der Venus. Die Correctur des Namens ist schon 1864 von Ascuersox6) vorgenommen wor- den, welcher schreibt »Kyrgı<, Beiname der auf Cypern besonders verehrten Venus, und zsó(Àoy Sandale, Schuh; Calceolus Mariae bei pr L'Onkr,
1j Gard. Chron, 1887. I. S. 765. RoLrkE a. a. O. S. 456, 165.
2) RoLFE a. a. O. S. 459. Vgl. auch Veırcn, On the Hybridisation of Orchids. Journ, Roy. Hort. Soc. VII. S. 35.
3) a. a. O. S. 467.
4) A Morphological and Systematical Revision of the Apostasieae. Journ. Linn. Soc. Bot. XXV. 4889. S. 215.
5) Manual of Orchidaceous Plants IV. S. 6.
6) Flora der Provinz Brandenburg 1864. S. 700,
39 E. Pitter,
franzósisch sabot de la vierge, deutsch Frauen- oder Venusschuh, wegen der an einen Holzschuh (sabot), wie ihn das Landvolk im nord- westlichen Deutschland ..... und in Frankreich trägt, erinnernden Ge- stalt der Lippe«. Es unterliegt keinem Zweifel, dass Linné sagen wollte »Schuh der Venus« --- wenn er bei der Übersetzung ins Griechische einen groben Fehler machte, der sich durch die Hinzufügung eines einzigen Buchstabens verbessern lässt, so sehe ich nicht ein, warum wir diesen grammatischen Schnitzer sorgfältig conservieren sollen. Übrigens schreibt auch EnGLer !) neuerdings Cypripedilum.
Doch dies nur nebenher. Wichtiger ist für mich die Widerlegung der Einwände, welche Rorre ?) gegen die Trennung der Gattungen Cypripedilum L. und Paphiopedilum Pfitz. erhoben hat. Derselbe schreibt: This so called genus is based on Reıcnensach’s Section »Acaulia coriifolia of Selenipedium (Xen. Orchid. I. p. 3) and the section of Coriacea of Cypripedium (Benta. and Hooker, Gen. Plant. Ill. p. 634), the character relied on being the conni- vent leaves. Itis a strictly artificial group, as there is nothing in floral struc- ture to separate it; moreover, it contains species with a three-celled and with an one-celled ovary, beyond which there is nothing to keep these two genera, Cypripedium and Selenipedium apart. The species of Paphiopedilum are tropical, and the difference in the leaf-character is probably due to the evergreen habit, most of the other species being temperate and deciduous«.
Zur Erläuterung ist es wohl nötig hinzuzufügen, dass Bentuan in den Genera plantarum folgende Einteilung der Cypripedilinae giebt (S. 634f.):
331. Cypripedium L...... Capsula unilocularis.
1. Foliosae. Folia secus caulem 3—00 alterna, venis prominenti- bus percursa. Species Americanae, Europaeae vel Asiae lemperatae.
2. Diphyllae. Folia 2, venis prominentibus percursa vel mem- branacea. Species temperatae.
3. Coriaceae. Folia ad basin caulis scapiformis 1—92 flori conferta, coriacea, saepe angusta. Species omnes tropicae Asiaticae usque ad Borneo extensae.
332. Selenipedium Rchb. f£... ... Capsula trilocularis.
A. Coriaceae. Folia ad basin caulis conferta, coriacea. Species Americae australis montanae incolae.
2. Foliosae. Folia secus caulem alterna, venis prominentibus percursa, angusta. Huc 2 species ex Guyana. Habitus ei Apostasiae accedit.
Rorre nimmt nach dem oben Angeführten an, der einzige Charakter
1) Syllabus der Vorlesungen über specielle und medicinisch - pharmaceutische Botanik, Gr. Ausg. 1892. S. 90. 3) a. a. O, S. 215,
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 33
von Paphiopedilum seien »the connivent leaves«; dieser Unterschied in den Laubblättern hinge wahrscheinlich davon ab, dass die Paphiopedilum- Arten tropisch und immergrün, die anderen Formen dagegen aus ge- mäßigten Zonen und laubabwerfend seien,
Dabei muss »connivent leaves« doch wohl dahin verstanden werden, dass es bedeutet »in der Knospenlage duplicativ«, denn dieses Merkmal habe ich angegeben im Gegensatz zu den in der Knospenlage convolutiven echten Cypripedilum-Arten. Es wird sich also fragen: 1) ist dies Merkmal überhaupt von systematischem Wert? und 2) hängt es von der Lebensweise oder der Heimat der Pflanzen ab?
Zur ersten Frage kann ich mich auf Rorrr’s eigene Ausführungen stützen. Derselbe unterscheidet ganz richtig zwischen »ancestral« und »adaptive« characters; nur die ersteren hält auch er für systematisch wert- voll. Rorre fährt fort: »Ancestral characters will sometimes be of one kind, sometimes of another, but allways easily recognized as those extending with the greatest uniformity throughout a group and subject to the smallest amount of variability. Moreover, they are invariably most apparent in embryonic structures, becoming most masked or obscured in those stages, where the greatest amount of specialisation is developed«. Nun finde ich in den größten Gattungen der Orchideen, bei Dendrobium, Epidendrum, Oncidium, Mazxillaria, Lycaste u. s. w., nicht eine einzige Abweichung hin- sichtlich der Knospenlage der Laubblätter und ebenso verhalten sich die großen Tribus der Ophrydinae, Neottiinae, Laeliinae, Pleurothallidinae, Dendro- binae, Lycastinae, Gongorinae, Bolbophyllinae, Maxillariinae, Cymbidiinae, Oncidiinae, Sarcanthinae u. s. w., eine jede ist in sich durchaus überein- stimmend. Ich kenne bei den Orchideen überhaupt bis jetzt nur eine un- bequeme Ausnahme, insofern bei Coelogyne zwei — übrigens auch ana- tomisch abweichende Arten — sich der Regel nicht fügen, wie das bei jedem Merkmal gelegentlich vorkommt. Im großen Ganzen genügt der Charakter der Laubblattknospenlage vollkommen der Anforderung, durch große Gruppen constant zu sein, mindestens eben so constant, wie die lingst als wichtiges systematisches Merkmal anerkannte Knospenlage der Blütenblätter.
Rorre sagt ferner: ancestral characters are invariably most apparent in embryonic structures. Ich habe ebenfalls mich dahin ausgesprochen !), dass »ein Merkmal um so wichtiger ist, je früher es entwicklungsgeschichtlich hervortritt«, Nun ist aber die Knospenlage der Laubblätter überhaupt das erste Merkmal, mit welchem sich die Keimlinge der Orchideen von einander zu unterscheiden anfangen, und es entspricht nach allen bisher vorliegenden Beobachtungen stets die Knospenlage des ersten Laubblatts derjenigen aller
4) Entwurf einer natürlichen Anordnung der Orchideen. Heidelberg 1887. S. 4 ff.
„Botanische Jahrbücher. XIX, Bd, 3
34 E. Phitzer,
folgenden Blätter. Speciell sind auch die Keimpflanzen der Paphiopedilum- Arten sicher duplicativ !).
Dieses Merkmal genügt also den beiden von Rorre gestellten An- forderungen — es ist äußerst constant und tritt schon in embryonalen Stadien deutlich hervor.
Es bleibt der zweite Punkt übrig, RoLre’s Vermutung, dass die Differenz der Knospenlage der Laubblütter von Paphiopedilum und Cypripedilum mit deren tropischer oder gemäßigter Heimat, sowie mit dem Bleiben und Ab- fallen der Blätter zusammenhänge. Nun ist wohl verständlich, dass diese letztere Erscheinung vom Klima bedingt wird, es ist auch zuzugeben, dass die verschiedene Dicke und Consistenz der Blätter »adaptiv« und damit systematisch wertlos ist — ich vermag aber nicht einzusehen, wie die Lage, welche das Blatt vor seiner Entfaltung in der geschlossenen Knospe hat, damit zusammenhängen soll, ob es später abfällt oder nicht, oder ob die Pflanze in den Tropen vorkommt oder nicht. Ich habe auch nie gehürt, dass man die convolutive, imbricative oder valvate Knospenlage der Kron- blütter davon abhängig gemacht hat, ob die Krone später abfällt oder bleibt, oder dass Jemand behauptet hätte, tropische Pflanzen hätten in dieser Hin- sicht ein anderes Verhalten, als solche gemäßigter Zonen. Außerdem lässt sich die Unabhüngigkeit der Knospenlage der Laubblátter von immergrün oder laubabwerfend, tropisch oder nicht tropisch gerade bei den Orchideen leicht erweisen. Die immergrünen Arten von Dendrobium, Eria sind genau so duplieativ wie die laubabwerfenden Species derselben Gattungen und die zeitweise blattlosen Lycaste, Anguloa, Calanthe, Catasetum u. s. w. genau so convolutiv wie die immergrünen nahe verwandten Bifrenaria, Paphinia, Xylobium u. s. w. Tropische und temperate Neottinae zeigen dieselbe Knospenlage — zum Überfluss kommen die convolutiven Arten Selenipedilum Chica Rchb. f. und S. palmifolium (Lindl.) Rchb. f. und auch das convolutive Cypripedilum Irapeanum Lindl. in Südamerika zusammen mit duplieativen Paphiopedilen vor —, da dürfte doch das Klima wohl die Unterschiede der Knospenlage der Laubblätter nicht bedingen.
Endlich ist es überhaupt ein Irrtum, dass die echten Cypripedilum- Arten laubabwerfend seien — ihre Blätter erfrieren im Winter, aber sie fallen nicht ab ?).
Rorre behauptet ferner, dass Cypripedilum und Paphiopedilum durch keine Differenz im Blütenbau geschieden seien. Das ist unrichtig. Bereits 4887 habe ich darauf aufmerksam gemacht?), dass bei Paphiopedilum die
4) H. J. Veircu, The hybridisation of Orchids. Journ. Roy. Hort. Soc. VII. 1886. PI. II.
2) Grundzüge einer vergleichenden Morphologie der Orchideen. Heidelberg 1882. S. 138.
3) Untersuchungen über Bau und Entwickelung der Orchideenblüte. PRINGSHEIN’S Jahrbücher XIX. 4887. S. 165.
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 35
Blütenhülle samt der Säule vom Fruchtknoten abfällt, während bei Cypri- pedilum beides welkend auf der Frucht sich erhält. In meiner Bearbeitung der Orchideen in den natürlichen Pflanzenfamilien!) ist dies Merkmal mit gesperrter Schrift hervorgehoben. Da nun der Charakter der bleibenden und abfallenden Blütenhüllen allgemein als ausreichend anerkannt wird, um Tribus zu trennen, z. B. um die Ericeae als Unterabteilung der Ericaceae zu kennzeichnen, so dürfte dieser Unterschied doch wohl zur Gattungs- trennung hinreichen. Von seinem Bestehen habe ich mich bei sehr zahl- reichen Arten überzeugt; auch hat ganz neuerdings noch kr 21 darauf hingewiesen, dass bei den »Cypripedien« der Warmhäuser, d. h. also bei Paphiopedilum, die Blütenhtlle von der reifenden Frucht abfalle. Übrigens zeigt schon genaue Betrachtung der Abbildungen reifer Früchte von P. pur- puratum (Ldl.j, P. Schlimii (Rchb. f.) und P. caudatum (Ldl.) (Rehb. f.) var. Lindeni Brongn., wie sie Berr?) 1863 gegeben hat, ganz deutlich, dass Blütenhülle und Sáule abgefallen sind, wührend auf den mir vorliegenden reifen Früchten von Cypripedilum Calceolus L., C. spectabile L. u. s. w. die Säule nebst Resten des Perigons noch wohl erhalten vorhanden ist.
Rorre rügt ferner, dass meine Gattung Paphiopedilum zugleich Arten mit einfächerigem und solche mit dreifücherigem Fruchtknoten enthalten würde. Er hat wohl übersehen, dass Macnus®) schon 1879 nachwies, dass der immer als einfächerig bezeichnete Fruchtknoten von P. venustum (Wall.), P. barbatum (Ldl.) und P. insigne (Wall.) nur in der Mitte wirklich eine einzige Hóhlung hat, oben und unten dagegen dreifücherig ist. Ich habe dasselbe bei den indischen Arten P. Bozxallii (Rehb. f.), P. hirsutissimum (Rehb. f.) und P. villosum (Lindl. beobachtet. Der Fruchtknoten ist am Grunde und an der Spitze plötzlich verschmälert und in diesen Teilen drei- fächerig, in der Mitte erweitert er sieh erheblich und dadurch erreichen die Placenten einander nicht mehr, so dass eine Hóhlung entsteht.
Außerdem habe ich 1887 darauf hingewiesen), dass bei dem ameri- kanischen P. longifolium (Rchb. f.) die Fächerung des Fruchtknotens eine ganz späte Erscheinung ist, die noch nicht vollendet ist, wenn die im Uebrigen vóllig fertigen Staubblütter dureh Umkrümmung ihre definitive Stellung annehmen. Das sind also unwesentliche Differenzen, welche die Einheit von Paphiopedilum nicht nennenswert stóren.
Weiter behauptet Rorre, dass Selenipedilum Rchb. f. und Cypripedilum L. sich ausschließlich durch den drei- oder einfücherigen Fruchtknoten
4) ENGLER u. PnaNTL, Die natürlichen Pflanzenfamilien II. Abt. 6. S. 83.
2) Die Kreuzung der Orchideen. Gartenflora 1892. S. 461,
3) Beitráge zur Morphologie und Biologie der Familie der Orchideen. Wien 1863. Taf. VII. Fig. 4, 2, 12, 22.
4) Über den eigentümlichen Bau des Fruchtknotens einiger Cypripedien. Sitzber. d. botan. Vereins f. d. Prov. Brandenburg XXIII. 1879. S. 7.
5) Untersuchungen u. s. w. PniNcsH, Jahrb. VII. S. 464.
36 E. Pfitzer.
unterscheiden »beyond which there is nothing to keep these two genera aparte. Auch dies ist ein Irrtum. Die ursprüngliche Diagnose, welche Reicnexgach !) für Selenipedilum gegeben hat, lautet: Omnia Cypripedü, sed ovarium triloculare trisulcatum trilobumve et semina Vanillae (saltem in duabus speciebus, forsan in omnibus)« Diese letztere Vermutung hat sich nicht bestätigt — schon 1863 bildete Berr?) Samen von S. Schlimü Rchb. f. ab, welche eine eben so lange, dünne Samenschale haben, wie die von P. barbatum nach der Figur desselben Autors und diejenigen von C. Cal- ceolus L. nach meinen eigenen Beobachtungen. Die Abbildungen von Verren 3 zeigen dasselbe. Auch die Dreilappigkeit oder auch nur Drei- furchung des Fruchtknotens ist bei vielen Selenipedilum-Arten nach Reıcnen- »acu's Begrenzung, z. B. bei S. longifolium, S. caudatum nicht vorhanden. Wir erhalten aber auch eine viel natürlichere Gattung, wenn wir Seleni- pedilum auf die zweite Section B. caulescentia graminifolia beschränken, auf welche allein Reıcnengacu's Gattungsdiagnose völlig passt. Hier haben wir einen nicht bloß dreifächerigen, sondern so stark gefurchten Frucht- knoten, dass die Fücher nur durch eine schmale Mittelsiule zusammen- hängen. Wir haben ferner rundliche, schwarze Samen mit krustiger Schale, wie bei Vanilla, und einen ganz eigenartigen Habitus. S. Chica Rchb. f. und S. palmifolium (Ldl.) Rchb. f., welche mit S. Isabelianum Rodr. allein diese Gattung bilden, sind 2—5 Meter hohe, aus den oberen Laubblatt- achseln stark verzweigte Büsche mit, soweit man das ohne Vergleichung der lebenden Pflanzen beurteilen kann, convolutiver Knospenlage der dünnen, vielrippigen Blütter. Die Blüten sind viel kleiner und zahlreicher als bei Paphiopedilum; das Perigon scheint nach Reicnengacn’s Abbildung 4) auf der reifenden Frucht sich welkend zu erhalten, wodurch diese Gattung sich, wie im Habitus, näher an Cypripedilum als an Paphiopedilum an- schließen würde; sie ist wohl diejenige, welche nach allen Richtungen den Apostasinae am nächsten steht. Auch hier trägt die Kapsel die Reste des Perigons®) und, wie aus Rorrr’s Abbildung) zu schließen ist, auch der Säule. Die Samen sind' bei Apostasia?) rund und fast ganz vom Embryo erfüllt, wie bei Selenipedilum, bei Neuwiedia®) schmal mit viel kleinerem rundlichem Embryo, wie bei Cypripedilum und Paphiopedilum.
Ich komme nun zum letzten Teil dieser Betrachtungen, zu der Frage, ob Paphiopedilum, welches die Section Acaulia coriifolia von Selenipedilum und die Section Coriacea von Cypripedilum zu einer Gattung vereinigt, wie Rorre meint, »a strictly artificial group« sei. Zunächst dürfte es auch einem guten Kenner dieser Formen schwer fallen, ohne Untersuchung des Frucht- knotens die Arten dieser beiden Sectionen von einander zu unterscheiden:
1) Xenia Orchidacea I. 4858, 5. 3. 2) a.a. O. T. II. f. 46; T. III. f. 35. 3)a. a. O. Pl. II. 4) a. a. O. T. II. f. 2. 5) Rorrk a. a. O. S. 220, 6) Ebenda Taf. 48. Fig. 8. 7) Ebeuda S, 224. Taf. 48. l'ig. 27. 8) Ebenda S. 220. Taf. 48. Fig. 9.
+
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 37
ich erinnere nur an die asiatischen Arten MA Parishii (Rchb. (LI, P. philip- pinense (Rchb. f.)2), P. Chamberlainianum (O'Brien) 3), und P. Sande- rianum (Rchb. f.), welche auf den ersten Blick gewiss für amerikanische, dem P. longifolium nahe stehende Formen gehalten werden. Ich kann mich aber auch auf die Ansicht hervorragender Orchideenkenner stützen. Schon Linpıev*) hat das Bedürfnis empfunden, die duplicativen indischen Paphiopedilum-Arten (amerikanische kannte man damals noch nicht) von den echten Cypripedilum generisch abzutrennen; aber es gelang ihm nieht, ein trennendes Merkmal zu finden. Er schreibt: »There is something in the habit of the Indian Lady's Slippers so peculiar, that it was for a long time expected that they would be found to possess characters to separate them altogether from their associates.« Es kann doch wohl kein besseres Argu- ment für die Natürlichkeit einer Abgrenzung beigebracht werden, als dass dieselbe schon gewünscht und erwartet wurde, noch dazu von dem Alt- meister der Orchideen, LixprEv, ehe man das trennende Merkmnl gefunden hatte. Was dann die Vereinigung der asiatischen und amerikanischen Formen mit duplicativer Knospenlage und abfälligem Perigon betrifft, so hat Reicnexgacn’s Gattung Selenipedilum hauptsächlich deswegen bei be- währten Orchidologen keinen Anklang gefunden, weil sie diese Gruppen künstlich trennte. 1864 schreibt J. Bareman®) von P. caricinum (Rehb. f.) : »It would be a Selenipedium, if Professor RzicugvBAcn's genus of that name were accepted, but I quite agree with Dr. Lisprry, that no sufficient anse has yet been made out for any such separation of the South American species from the rest of the Cypripedia.« Derselbe 6) sagt 1866: »The strong family ressemblance between such plants as C. laevigatum from the Old World and C. caudatum from the New makes it exceedingly difficult to believe they can be essentially different in structure« und Sir W. J. Hooker 7) äußert 4869 hinsichtlich des asiatischen P. Stonei (Low.) : »Nothing like this, as far as I know, has ever been received from the Old World ; but it is evidently allied to a species gathered by Ruiz and Pavon in Peru, C. cau- datum of Dr. LiNDLEY.«
Auch Brume’) spricht sich gegen die Trennung der amerikanischen und asiatischen Arten nach den Differenzen im Fruchtknoten aus: »Mihi vero levius videtur illud discrimen ; nam tantummodo nititur marginibus phyl- lorum earpellarium involutis inter se connexis axem versus magis pro- tensis erassioribus, quo fit ut in Orchideis nonnullis ovarium, medio vere uniloculare, in extremitate sua connexione oophororum parietalium trilo- culare appareat.« Brume hatte also schon bei anderen Orchideen beob- achtet, was Maawvs später direct bei den Paphiopedilum-Arten fand.
1) Botan. Magazine. Taf. 5791. 3) Ebenda Taf. 5508. 3) Gardener's Chronicle XI. 1892, S. 234. — 4) Botanical Register 1842, Taf. 17. Text. 5) Botanical Magazine. T. 5466. 6) Ebenda T. 5644. 7) Ebenda T. 5349. 8) Flora Javae I.
1858. S. 440.
38 E. Pfitzer.
Noch besser als das Urteib der Kenner ist aber das Experiment und auch dieses hat zu Gunsten der Vereinigung der asiatischen und ameri- kanischen duplicativen Formen mit abfälligem Perigon entschieden, inso- fern es gelungen ist, zwischen ihnen Bastarde zu erhalten. Allerdings ge- lingt die Kreuzung leichter innerhaib der einen oder innerhalb der anderen Gruppe, »but«, fährt J. Verrcn!) fort, »one thing ist certain, the threecelled ovary of the Selenipeds (sect. coriaceae!) offers no impediment to fertilisation by the pollinia of Cypripeds (sect. coriaceae!) with a one-celled ovary, for we have plants raised from C. caudatum x C. barbatum and many other like crosses between other species have yielded seed.« Dagegen hat auch Rorrz?) bei dem Versuch, die indischen Paphiopedilum-Arten mit echten Cy- pripedilen zu kreuzen, trotz mehrfacher Wiederholung niemals Erfolg gehabt, was vollkommen mit meiner Auffassung stimmt, dass diese letzteren viel weiter von den Paphiopedilum-Arten abstehen, als innerhalb dieser Gattung die Formen der alten und neuen Welt von einander. Andererseits lassen sich die Cypripedilum-Arten untereinander kreuzen, wie der neuerdings beschriebene Bastard C. macranthum >X< Calceolus Barb.?) beweist.
Auch der weiteren Forderung, dass die Gattungen ein möglichst homo- genes Verbreitungsgebiet haben, wird durch die von mir vertretene Ab- grenzung der Genera genügt. Danach würden die echten Cypripedilen nur die gemäßigten Zonen der nördlichen Halbkugel bewohnen, mit den südlich- sten Vertretern in Mexiko, Japan und Nepal. Selenipedilum wäre beschränkt auf das äquatoriale Amerika, während die Arten von Paphiopedilum über das tropische und subtropische Asien, die Philippinen, Neu-Guinea und das westliche und nördliche Südamerika verbreitet wären. Sie teilen diese letztere Verbreitung mit den Orchideengattungen Calanthe, Microstylis, Liparis, Bolbophyllum, Corymborchis, Physurus u. A., welche sämtlich in den wärmeren Gegenden Asiens und Amerikas Vertreter haben. Zu be- rücksichtigen bleibt dabei noch, dass die unzweifelhaft nächsten Ver- wandten von Selenipedilum, die Apostasiinae, ausschließlich gerontogäisch sind.
Uropedilum betrachte ich, wie ich schon 1887 erklärte, wie Rorre nur als eine pelorische Bildung.
Was die Gruppierung der Arten betrifft, so scheinen mir BrNTBAM's Sectionen von Cypripedilum nicht natürlich. C. guttatum Sw. schlieBt sich viel näher an die Foliosa an, als an das ganz eigenartige C. japonicum Thunb. — auch bei C. acaule Ait. sind die beiden Laubblätter in sehr verschie- dener Hóhe inseriert. Die japanische Abbildung von C. debile Rchb. f. habe ich nicht vergleichen kónnen: aus seiner Diagnose folgt nicht, dass
4) a. a. O. S. 30.
2) On bigeneric Orchid Hybrids. Journ, Linnean Soc. Botany. XXIV. 4887. S. 159.
3) Rorre in Gan», Chron. XI. 4892. S. 394,
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 39
es sich anders als C. guttatum verhält, dem es nach Reıcnensach am nächsten steht. Ferner müssen die Arten mit freien paarigen Sepalen eine eigene Section bilden und auch das viel- und kleinblütige C. californicum A. Gray, welches an die echten Selenipedilen im Habitus etwas erinnert, ist wohl besonders zu stellen.
So erhalten wir folgende Übersicht der mir bisher bekannt gewordenen
Arten, in deren Abgrenzung ich Rxrcuewsaca folge, da ich nicht überall selbst genügendes Material zur Untersuchung hatte.
I.
Il.
Selenipedilum Rchb. Foliorum membranaceorum vernatio convolutiva. Perigonium marcescens in capsula triloculari, trisulcata trilobave per- sistens. Semina crustacea Vanillae. America centralis et meridionalis. 4. Selenipedilum Chica Rchb. f. Panama. 2. » palmifolium (Lindl.) Rehb. f. Guyana. 3. ` Isabelianum Rodr. Para. Cypripedilum L. Foliorum membranaceorum vernatio convolutiva. Perigonium in capsula uniloculari persistens. Semina non crustacea, longiuseula, embryone parvo, subrotundo. Regiones temperatae hemi- sphaerae borealis. A. Eucypripedilum. Sepala lateralia connata. Labellum subtus non carinatum. a. Multiflora. Folia longiora quam lata, alterna. Spica multiflora. 1. Cypripedilum californicum A. Gray. California. b. Pauciflora. Folia longiora quam lata, alterna. Spica uni- vel
pauciflora.
2. Cypripedilum acaule Sw. America borealis.
3. » Calceolus L. Europa et Asia borealis.
k. » candidum Mchx. America borealis.
5. » cordigerum Don. Nepal.
6. » debile Rchb. f. Japonia.
1 » elegans Rchb. f. Sikkim.
8. » fasciculatum Kell. California.
9. » guttatum Sw. Sibiria, Asia orientalis, Alaschka. 10. » Irapeanum Ll. Lex. Mexico. nA. » macranthum Sw. Rossia, Sibiria. 12. » montanum Dougl. California. 13. » occidentale S. Wats. California. 14. ] parviflorum Salisb. America borealis. 15. » passerinum Richards. America borealis. 16. » pubescens Willd. America borealis. 17. » spectabile Sm. America borealis, Tibet. 18. » Thunbergii Bl. Japonia.
19. » ventricosum Sw. Rossia, Sibiria.
10
E. Phitzer,
c. Diphylla Benth. em. Sepala lateralia connata. Folia bina latiora quam longa, subopposita. Spica uni- vel pauciflora. 20. Cypripedilum japonicum Thunb. Japonia, China. B. Trigonopedilum Franch. Sepala lateralia connata, labellum subtus carinatum, sectione transversa trigonum. 21. Oypripedilum margaritaceum Franch. China. G. Arietinum Beck. Sepala lateralia non connata. 32. Cypripedilum arietinum Sw. America borealis, China, Tibet.
23.
»
. plectrochilum Franch. Japonia. Ill. Paphiopedilum Pfitz.
Foliorum coriaceorum vernatio duplicativa.
Perigonium cum columna deeiduum. Capsula uni- vel trilocularis. Semina Cypripedili non erustacea. Asia, Australia et America tropicae vel subtropicae. A. Goelopedilum. Capsula unilocularis. Gerontogaea. a. Eremantha. Spica uniflora, rarissime biflora. a. Tessellata Rchb. f. Folia marmorata. Paphiopedilum Argus (Rchb. f.). Insulae Philippinae.
[eb
23.
l. 2. 3. 4
»
»
barbatum (Lindl.). Maläcca. bellatulum (Rchb. f.). Patria? Bullenianum (Rchb, f.). Borneo (Sec. D. Veitch
P. Hookerae var.).
Burbidgei (Rchb. f.]. Borneo. (Sec. D. Veitch
P. Dayani var.).
callosum (Rchb. f.). Siam vel Cochinchina. Charlesworthii Rolfe. Patria?
ciliolare (Rehb. f.). Insulae Philippinae. concolor (Par.). Moulmein.
Curtisii (Rchb. f.). Sumatra.
Dayanum (Rchb. f.). Borneo.
dilectum (Rchb. TL). Patria?
Godefroyae (G. Leb.). Champon.
Hookerae (Rchb. f.). Borneo.
javanicum (Reinw.). Java.
Lawrencianum (Rchb. f.). Borneo. Mastersianum (Rchb. f.). Insulae Sundaicae. nigritum (Rchb. f.). Borneo.
niveum (Rehb. f.). Moulmein.
pardinum (Rchb. f.). India orientalis. (Sec.
D. Veitch P. venusti var.).
Petri Rehb. f. Archipel. malay. (Sec. D. Veitch
P. Dayani var.).
purpuratum (Lindl.). Hongkong. superbiens (Rchb. f.). Malacca.
tO Héi w cO CU m
[i] I
»
»
Beiträge zur Systematik der Orchideen. 41
. Paphiopedilum tonsum (Rchb. f.) Sumatra.
venustum (Wall.). Sylhet. virens (Rehb. f.) Java. (Sec. D. Veitch P.
'javanici var.).
Boxallii (Rehb. f.). Birma. (Sec. D. Veitch
P. villosi var.).
ß. Viridia. Folia viridia concoloria. 28. Paphiopedilum Drurü (Bedd.). Travancore.
29. 30. 31. 32. 33. b. Polyantha.
Fairieanum (Lindl.). Bhootan. hirsutissimum (Lindl.). Assam. insigne (Wall.). Sylhet. Spicerianum (Rchb. f.). Assam. villosum (Lindl.). Moulmein.
Spica multiflora.
34. Paphiopedilum Chamberlainianum (O'Brien). Papua.
35. 36. 37. 38. 39. 40. A4. LS.
46.
»
Elliottianum (O'Brien). Insulae Philippinae. Gardineri (Guillem.]. Insulae Tobiae. glanduliferum (Bl.). Java.
Haynaldianum (Rchb. f.). Insulae Philippinae. Lowii (Lindl.). Borneo.
Parishii (Rehb. f.). Moulmein.
philippinense (Rchb. f.). Insulae Philippinae. praestans (Rchb. f.). Papua. (Sec. D. Veitch.
\
P. glanduligeri var.).
Robbelenii (Rchb. f.). Insulae Philippinae. (Sec.
D. Veitch P. philippinensis var.).
Rothschildianum (Rchb. f.). Papua. Sanderianum (Rchb. f.). Archipel. malay. Stonei (Hook. f.). Borneo.
B. Phragmopedilum. Capsula trilocularis. Neogaea.
47. Paphiopedilum Boissierianum (Rchb. f.). Peruvia.
48. 49. 50. 91.
92. 53. 54.
55. 56.
»
»
caricinum (Lindl.). Bolivia.
caudatum (Lindl.). Peruvia. Czerwiakowianum (Rchb. f.). Peruvia. Hincksianum (Rchb. f.). Panama. Sec. D. Veitch
P. longifolii var.).
Klotzschianum (Rchb. f.). Guyana. Lindleyanum (Schomb.). Roraima. Harlwegii (Rchb. f.). Ecuador. (Sec. D. Veitch
P. longifolü var.).
longifolium (Rchb. f.). Chiriqui. reticulatum (Rchb. f.). Ecuador.
42
E. Pfitzer, Beiträge zur Systematik der Orchideen.
57. Paphiopedilum RoezlüRchb. f. (Sec. D. Veitch P. longifolii var.).
98. » Schlimii (Batem.). Columbia.
59. » vitlatum (VellozoJ. Montes Organorum.
60. » Wallisii (Rchb. f.). Peruvia. (Sec. D. Veitch P. caudati var.)
64. » Warszewiczii (Rchb. f.). Peruvia. (Sec. D.
Veiteh P. caudati var.).
Species mihi non satis notae. Cypripedilum Atsmori Morr. Japonia.
» bifidum Rafin. America borealis.
» cardiophyllum Franch. Japonia.
» humile Sal. Ameria borealis. Paphiopedilum? cothurnum (Vell. Brasilia.
» epidendricum (Vell.). Brasilia.
» paulistanum (Rodr.). Brasilia.
» Socco (Vell.). Brasilia.
Plantae Lehmannianae in Columbia et Ecuador collectae additis quibusdam ab aliis eolleetoribus ex iisdem regionibus allatis determinatae et descriptae. Compositae.
Auctore
G. Hieronymus.
4. Vernonia huairacajana Hieron. n. sp.
CGritoniopsis arbuscula vel frutex, ramulis dense brunneo- tomentosis; foliis breviter petiolatis (petiolo e. 4—5 mm longo), alternis, oblongo-lanceolatis, apice obtusis, erenulatis, chartaceis, serobiculato- bullosis, supra parce pilosulis, denique glabrescentibus, subtus dense brunneo-tomentosis, majoribus 41/,—5 em longis, 44—12 mm latis; capitulis 10—42-floris, copiosis, arcte glomeratis, in paniculam corymbosam magnam dispositis; involucri 40—142 mm longi, turbinati squamis 7—8-seriatis circiter 30, brunneis, apice ferrugineis, ciliatis, dorso parce tomentosis, interioribus caducis, lanceolato-linearibus, 7 mm longis, 1!/; mm latis, acutiusculis, exterioribus sensim abbreviatis, ovato-lanceolatis vel ovatis, obtusiuseulis, extimis brevissimis, subtriangulari- ovatis, dorso densius tomentosis; achaeniis parce glandulis minutis obsitis, 2!/,—3 mm longis, turbinatis; pappi setis interioribus ex involucro breviter exsertis, albidis, apice dilatatis, c. 6 mm longis, exterioribus interdum sublutescentibus, c. 11/2 mm longis; corollis pappi setas interiores subaequantibus vel paulo superantibus.
Species affinis V. suaveolenti Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 30 (38), a qua differt foliis angustioribus obtusis, capitulis majoribus, involucri squamis dorso subtomentosis margineque abundanter et longius- cule ciliatis, affinis quoque V. baccharoidi Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 32 (40) et V. discolori Less. in Linnaea 1829. p. 274, 18314. p. 649.
Arbor vel frutex usque ad 5 m altus, foliis obscure lutescenti-viridibus, floribus lilacinis ex schedula cl. LEHMANNI.
Ecuador: crescit in fruticetis regionis supremae montium prope Páramo de Huaira-caja Andium orientalium prov. Cuenca, alt. s. m. 2600 —3000 m (n. 4692). — Floret mense Octobri.
44 G. Hieronymus,
2. V. Cotoneaster Less. in Linnaea 1829. p. 298; 1831. p. 663. — var. angustifolia Hieron. nov, var.
A forma typica differt foliis lanceolatis minoribus (majoribus quae ex- stant c. 4 em longis, 12—14 mm latis), obsolete denticulatis, basi attenuatis.
Fruticulus ramosus, usque ad 50 cm altus, foliis glaucis, floribus pallide violaceis.
Golumbia: crescit in fruticetis apertis prope Dolores, prov. Tolima, alt. s. m. 800—1600 m (n. 7430). — Floret mense Aprili.
3. V. mierantha Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 29 (37); syn. V. canescens D micrantha Less. in Linnaea 1834. p. 637.
Fruticulus usque ad 4 m altus, foliis asperulis, glaucis, floribus lilaceis.
Golumbia: erescit in fruticetis apertis prope urbem Popayan, alt. s. m. 1600—1800 m (n. 6133). — Floret mense Junio.
4. V. Lehmanni Hieron. n. sp.
V. e sectione Lepidaploarum scorpioidearum verarum suffruti- cosa, ramis tenuibus griseo-puberulis, striato-angulatis; foliis breviter petiolatis (petiolo 3—4 mm longo), lanceolatis (majoribus 129—143 em longis, 21/—3 em latis) longiuscule acuminatis vel supremis subacutis, inte- gerrimis, membranaceo-chartaceis, supra reticulato-nervosis, pilis brevibus parce obsitis vel demum glabrescentibus, subtus parce pilosis, margine revolutis, punctis minutissimis s. glandulis lucidis obsitis; capitulis parvulis, e. 6 mm longis, 15—920-floris, copiose scorpioideo-paniculatis, subaccumulatis vel lateralibus segregatis, ebracteatis, sessilibus vel brevissime pedicellatis, involueri squamis 5—6-seriatis c. 25, interioribus subligulatis, lanceolatis (&—5 mm longis, 4 mm latis), exterioribus ovato-lanceolatis vel ovatis, sensim decrescentibus, omnibus subglaucis, saepe violascentibus, ciliatis, dorso parce pubescentibus vel glabrescentibus, obtusiusculis, uninerviis nervo producto cuspidato-mucronulatis; achaeniis dense pilosis, pappi albidi setis interioribus c. A mm longis, exterioribus vix 4 mm longis quam in- teriores latioribus, corollis pappi setas interiores subaequantibus.
Species affinis V. Polyanthidi Less. in Linnaea 1831. p. 634 et V. frangulaefoliae Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 29 (37).
Frutex ramis tenuibus, dense ramosis, usque ad 8 m longis, foliis obscure glaucis, foribus obscure violaceis.
Columbia: crescit ad margines silvarum densarum prope Pacho prov. Cundinamarca, alt. s. m. 4600—2200 m (n. 7482). — Floret mense Januario.
5. Ageratum conyzoides L. spec. 1175. — var. inaequipalea- ceum Hieron. nov. var.
Differt a forma typica paleis achaenii omnibus (5) brevibus, obtusis apice laceratis vel plerumque una excepta brevibus, inaequalibus.
Herba ramosa usque ad 70 cm alta, floribus albis.
Columbia: crescit prope Popayan, alt. s. m. 4500—2000 m (n. 4666). — Floret mensibus Octobri — Martio.
6. Stevia glutinosa Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 116 (148).
Frutex usque 4l/g m altus, floribus carneo-albidis.
Plantae Lehmannianae etc. Compositae. 45
Columbia: crescit in fruticetis supra Popayan sitis, alt. s. m. 1700 —2500 m (n. 4727). — Floret mensibus Januario — Martio.
7. Eupatorium conyzoides Vahl Symb. HII. p. 96. — var. à incanum Baker in Flora Bras. VI. 2. p. 278.
Frutex usque ad 4 m altus, foliis dilute viridibus, floribus lilacinis.
Columbia: crescit in fruticetis camporum »savanas« dietorum apertis prope Pacho, prov. Cundinamarca, alt. s. m. 1700—2200 m (n. 7494). — Floret mense Januario.
var. pauciflorum Baker in Flora Bras. VI. 2. p. 278.
Frutex ramis tenuibus, ramosis, usque ad 5m longis, foliis lutescenti-viridibus, floribus pallide lilacinis.
Columbia: crescit in fruticetis prope Pacho, prov. Cundinamarea, alt. s. m. 4500—2000 m (n. 7475). — Floret mense Januario.
8. E. tolimense Hieron. n. sp.
Imbricatum (Osmia) fruticosum ramis angulatis glabris; foliis mem- branaceis, longiuscule petiolatis (petiolo 2—5 em longo), cordato-ovatis vel ovatis, basi eordatis vel rotundatis, apice longiuscule acuminatis (laminis foliorum majorum 8—10 em longis, 4—6 cm latis), excepto apice et ima basi serrato-dentatis, subtriplinerviis (nervis lateralibus duobus paulo supra basin laminae ortis, quam ceteri validioribus), supra subnitentibus, glabrescen- tibus, subtus pallidioribus, parce puberulis deinde glabrescentibus ; capitulis 8—9-floris, copiose corymbosis, 6 mm longis, 2 mm latis, breviter pedicellatis vel sessilibus, c. 6—10 in glomerulum conjunctis (glomerulis peduneulatis, pedunculis pubescentibus); involucri squamis 6—7-seriatis, stramineis ; distincte obscurius striatis, minute ciliatis, dorso glabris, c. 4 mm latis ; achaeniis 2 mm longis, paree pilosis, pappi setis c. 25, c. 3 mm longis; eorolla pappo aequilonga; styli ramis gracillimis, demum 2 mm exsertis.
Frutex usque ad 3 m altus ligno molli, floribus dilute violaceo- coeruleis, fra- grantibus.
Columbia: erescit in fruticetis densis prope Dolores, prov. Tolima, alt. s. m. 4400—1800 m (n. 7487). — Floret Martio.
9. E. Schiedeanum Schrad., Ind. sem. hort. Gótting. 1832 p. 3. — var. B virgatum DC., Prodr. V. p. 159.
Herba ramis tenuibus, usque 6 m longis, ramosis, foliis lutescenti-viridibus, flori- bus dilute lilacinis.
Columbia: crescit in fruticetis prope Pacho, prov. Cundinamarca, alt. s. m. 4600—2200 m (n. 7496). — Floret mense Januario.
10. E. urticifolium L. fil. suppl. 354.
Columbia: crescit in fruticetis apertis camporum savanas dictorum prope Dolores, prov. Tolima, alt. s. m. 4200—1600 m (n. 7486). — Floret mense Martio.
41. Mikania Ruiziana Poepp. et Endl., Nov. gen. et spec. pl. Chil. HI. p. 93. — var. Lehmanniana llieron. nov. var.
46 G. Hieronymus.
Differt a forma typica ramis minus dense villosis, bracteis involucri squamas paulo excedentibus.
Herba perennis volubilis, caulibus tenuibus, usque ad 10 m longis, foliis lutescenti- viridibus supra parce, subtus densius hirsutis, floribus virescenti-albidis, fragrantibus.
Columbia: erescit in fruticetis prope Dolores, prov. Tolima, alt. s. m. 1000—1800 m (n. 7483). — Floret mense Martio.
12. M. Lehmanni llieron. n. sp.!).
M. e sectione Il. Mikaniarum corymbosarum volubilium (Baker in Flora Brasil. VI. 2. p. 228) scandens ramis teretibus (c. 4 mm diam.), rufo-hirsutis vel subtomentosis, demum glabrescentibus, foliis petiolatis (petiolis crassis, canaliculatis, dorso parce hirsuto-pilosis, 8— 10 mm longis), ovatis, integris, apice breviter acuminatis, basi subrotundatis vel attenuatis (laminis maximorum 6—7 em longis, 3!/—4 em latis), subcoriaceis, rigi- dulis, utrinque subopacis vel supra subnitidulis, penninerviis [nervis primariis ascendentibus, venulis crebris reticulatis, subtus leviter promi- nentibus), supra glabrescentibus, subtus parce pilosis; capitulis copiose corymboso-paniculatis (paniculis c. 40—20 cm longis, 7—8 em latis, ramis erecto-patentibus, rufo-pubescentibus, infimis basi bracteis foliaceis suffultis), ad apiees ramulorum glomeratis, sessilibus basi bracteis suffultis; bracteis linearibus, subhirsutis vel glabrescentibus, c. 2 mm longis; involucri squa- mis c. 5 mm longis, 41/4 mm latis, ligulato-linearibus, obtusiusculis, apice ciliatis, ceterum glabris, in sicco fuscescentibus, margine pallidioribus ; achaeniis subeylindricis, pubescentibus; pappi setis c. 35, gracilibus, sub- rubellis, 5 mm longis; corolla pappi setas subaequante, limbo anguste in- fundibulari, tubo limbum subaequante.
Species affinis Mikaniae Pohlianae Schultz-Bip. (ap. Baker in Flora Bras. VI. 2. p. 232 n. 27).
Frutex volubilis ramis subtenuibus, usque ad 4 m longis, foliis lutescenti-viridibus, floribus virescenti-albidis, fragrantibus. .
Columbia: crescit in silvis densis alti planiciei Santa Rosa, prov. An- tioquia, alt. s. m. 2000—2600 m (n. 7478). — Floret mense Octobri.
13. M. vitifolia DC., Prodr. V. p. 202. n. 109.
Herba ramis furcato-ramosis, usque ad 40 m longis, tenuibus, foliis obscure viri- dibus, floribus virescenti-albidis, fragrantibus.
Columbia: crescit frequenter in fruticetis apertis prope Frontino, prov. Antioquia, alt. s. m. 4000—1700 m (n. 7243). — Floret menso Augusto.
14. M. scandens (L.) Willd., Sp. pl. Ill. 4743. — var. cy nanchi- folia Baker in Flora Bras. VI. 9. p. 249.
Herba volubilis scandens, ramis usque ad 40 m longis, floribus lutescenti-albidis.
1) Sollte von einem zukünftigen botanischen Congresse auch für so bekannte und große Gattungen wie Mikania Willd., die von O. Kuntze aus der alten Litteratur her- vorgesuchten ülteren Gattungsnamen in Zukunft zu gebrauchen beschlossen werden, so müsste die oben beschriebene Art Willoughbya Lehmanni Hieron, genannt werden.
Plantae Lehmannianae ete, Compositae. 47
Ecuador: creseit in fruticetis ` apertis marginum paludum aqua marina invasis in ora maris prope Naranjal sitarum (n. 4886). — Floret mense. Novembri.
var. hirsuta Hieron. nov. var.
Differt a forma typica foliis utrinque parce hirsutis.
Herba volubilis scandens, ramis usque ad 40 m longis, floribus virescenti-albidis.
Columbia: crescit in fruticetis apertis in valle Cauca prope Cali et Quilichao, alt. s. m. 1000—4300 m (n. 4888). — Floret mense Julio.
45. M. corymbulosa Benth., Plant. Hartw. 1475. — var. lojana Hieron. nov. var.
Differt a forma typica ramis fusco-velutinis, foliis chartaceis, subquin- quenerviis, rotundato-cordatis vel ovato-cordatis, obtusis, subintegris vel obsolete crenatis (laminis in specimine usque 21/3 em longis, 21: cm latis) petiolis erassiuseulis, involucro breviore vix 4 em longo, achaeniis 4 mm longis, pappi setis quam in forma typica brevioribus 5 mm longis, rubellis.
An melius species propria? Affinis M. cordifoliae (L.) Willd. (spec. pl. III. 1746).
Herba volubilis scandens, ramis tenuibus usque ad 4 m longis, floribus flavescentibus.
Ecuador: crescit in fruticetis densis in declivibus occidentalibus Andium orientalium, prov. Loja, alt. 2800—3000 m (n. 4883). — Floret mensa Novembri.
16. M. chagalensis Hieron. n. sp. !)
M. e sectione III Mikaniarum spicato-racemosarum (Baker in Flora Brasil. VI. 2. p. 263) volubilis, scandens, ramis teretibus (c. 2!/; mm erassis in specimine), striatis, puberulis, demum glabrescentibus; foliis oppositis, petiolatis (petiolis erassiuseulis, canaliculatis, 2—91!/, em longis), ovato-oblongis apice acuminatis, basi rotundatis subinaequalibus, integris vel obscure distanter calloso-dentieulatis, margine subrevoluto subtus parce puberulis vel utrinque glabrescentibus, pinnatinerviis, subquinquenervatis (nervis 4 lateralibus subalternantibus quam ceteri erassioribus, usque ad apicem ascendentibus longe arcuatis, 2 paulo supra basin, 2 circiter 1 — 11/5 em altius egredientibus), venis subparallelis transversis, venulis inter venas reticulatis, utrinque prominulis ; capitulis sessilibus, copiose spicatis, spicis pluribus conglomeratis, glomerulis oppositis longiuscule peduncu- latis, pedunculis patentibus pubescentibus basi saepius spica brevi simpli- ciuscula pedunculata et reflexa ornatis, bractea lineari c. 7 mm longa suf- fultis, panicula terminali (in specimine c. 2 dm longa); eapitulis sessilibus, bracteola lineari c. 4—11/ mm longa fultis, involucri paleis lingulatis, 31/, mm longis, ?/, mm latis, apice ciliatis, dorso parce pubescentibus vel glabrescentibus, fuscescentibus, margine pallidiore; achaeniis turbinato- cylindraceis, 11/; mm longis, glabris; pappi setis c. 35, subrubellis, 15/, mm
4) Mikania chagalensis = Willoughbya chagalensis s. Anm. p. 46.
48 G. llieronymus,
longis; corolla pappi setas subaequante ; limbo anguste infundibulari ; tubo duplo longiore; laciniis lineari-subulatis.
Species proxime affinis Mikaniae decorae Poepp. et Endl. (Nov. gen. et spec. Ill. 53) a qua praecipue capitulis sessilibus spicisque densis differt.
Suffrutex scandens, ramis usque ad 8 m longis, floribus virescenti-albidis.
Ecuador: crescit in fruticetis apertis prope Chagal in declivibus mediis oceidentalibus Andium oceidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 2000 —2500 m (n. 4887). — Floret mense Julio et Augusto.
17. M. psilostachya DC., Prodr. V. p. 190 n. 25.
Suffrutex volubilis scandens ramis tenuibus usque ad 10 m longis, floribus vire- scenti-albidis, fragrantissimis.
Columbia: crescit in fruticetis montium Montaña de Mismis prope Anserma vieja, prov. Cauca, alt. s. m. 1800 — 2300 m (n. 7495). -— Floret mense Augusto.
18. Laestadia rupestris Benth., Plant. Hartweg. 203.
Fruticulus floribus rubello-albidis.
Columbia: crescit locis humidis prope La Laguna, Páramo de Gua- näcas, Dep. Cauca, alt. s. m. 3000—3500 m (n. 4561). — Floret mense Martio.
19. Aster marginatus Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 71 (94).
Herba perennis foliis glaucis, floribus albidis.
Columbia: crescit in Páramo de Guanácas, prov. Popayán, alt. s. m. 3000—3300 m (n. 4705). — Semper floret. o
20. Diplostephium lavandulifolium Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 76 (97), t. 335.
Frutex ramosissimus, usque ad 2 m altus, floribus albidis, saepius lilacino-albidis.
Ecuador: crescit in regione suprema fruticetorum prope Tambo de Quinua Andium oecidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3300 —3500 m (n. 4608).
21. D. Schultzii Wedd., Chlor. and. I. 204. ex descriptione; var. Lehmanniana Hieron. nov. var.
Fruticulus dense ramosus, usque ad 3 m altus, foliis usque ad (ie cm longis, 5—6 mm latis, supra subnitentibus, subaveniis, glabris, subtus dense canescenti-tomentellis, vel subrubello-tomentosis; capitulis c. 5 mm longis, peduneulatis (pedunculo usque ad 5 mm longo), involucri squamis interiori- bus lineari-lanceolatis, 41/, mm longis, vix 4 min latis, dorso praecipue infra apicem plus minus canescenti-tomentellis, apice apiculatis, saepius purpu- rascentibus, denticulatis, exterioribus sensim deerescentibus, achaeniis (immaturis) vix 4 mm longis, minute glandulosis, pappi setis excepta basi lutescenti-albida purpurascentibus, 4 mm longis. Differt a forma typica praecipue foliis supra glabrescentibus.
Columbia: crescit in regione suprema fruticetorum in Páramo de
Plantae Lehmannianae ete, Compositae. 49
Guanácas, prov. Popayan, alt. s. m. 3000—3500 m (n. 4893). — Floret mense Januario. '
22. Erigeron pellitum (Kth.) Wedd., Chl. and. I. 190 p. p. 1) syn. Aster pellitus Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. 71 (91).
Forma typica e specimine originali et descriptione cl. Kunthii 1. c., foliis c. 6—9 em longis, 4—6 mm latis, supra glabris, obscure viridibus nitentibusque, subtus dense incano-tomentosis, capitulis mediocribus diam. c. 11/; em, corolla floseulorum femineorum e. 7 mm longa, (tubo vix 3 mm, ligula 4—41/, mm longa), floseulorum hermaphroditorum 4 mm longa (tubo superne in limbum ampliato c. 3 mm longo, laciniis vix 1 mm longis).
Flores e schedula cl. Lehmanni pallide seu albescenti-coerulei, quod verisimiliter
solummodo ad flores ligulatos femineos se refert, quia in descriptione citata flores ligu- lati albi, flores tubulosi autem flavi dicuntur,
Columbia: crescit locis uliginosis in Páramo de Guanácas prov. Popayan, alt. s. m. 2300—3500 m (n. 6399), — Semper floret.
23. E. Lehmanni Hieron. nov. spee.
E. rhizomate crassiusculo, obliquo, reliquiis vaginarum vestito, lanu- ginoso, folioso; foliis radicalibus, lineari-lanceolatis, subacutis vel obtusi- useulis, basi in petiolum angustatis, integerrimis, margine revolutis uni- nerviis, (nervo subtus prominente), coriaceis, supra glabris, subnitentibus et viridibus, subtus albido- vel lutescenti-albido-lanatis, petiolo incluso 3—8 em longis, 3—4 mm latis; petiolis vaginatis, vagina 2—4 mm lata, dense lana sericea subfuscescente obsita; caulibus erectis seapiformibus, simplicibus, unifloris, parce sericeo-pilosis, bracteatis (bracteis parce albido-pilosis vel glabrescentibus, linearibus, c. 10—12 mm longis, c. ! mm latis, muero- nulatis); capitulis quam in Erigeronti pellito paulo minoribus; involucris subsemiglobosis; involucri squamis c. 30 subaequalibus, linearibus, acutis, c. 4 cm longis, 4 mm latis, exterioribus paucis brevioribus, omnibus glabris, apice ` purpurascentibus (?), subdenticulatis; floseulis crebris; corolla flosculorum femineorum e. 5—6 mm longa, ligula anguste lineari 21/9 — 3 mm longa, tubo subaequilongo; floseulis hermaphroditis /sterilibus ?) vix 3 mm longis, tubo superne dilatato c. 2 mm, laciniis vix 4 min longis; pappi setis subrubellis c. 3 mm longis; achaeniis apice paulo contractis c. 2!/ mm longis, parce sericeo-pilosis.
Species affinis Erigeronti pellito (Kth.) Wedd. p. p. nee non E. repenti (Kth.) Wedd., inter ea quasi intermedia et fortasse hybrida.
Flores e schedula cl. Lehmanni albi, quod verisimiliter solummodo ad flores ligulatos se refert.
Ecuador: crescit locis uliginosis Andium orientalium prov. Loja, alt. s. m. 3000—3300 m (n. 4904). — Floret mense Novembri. 24. E. repens (Kth.) Wedd., Chlor. and I. p. 194.
Flores albi e schedula cl. Lehmanni.
1) A cl. WEDDELLIO altera species capitulis multo majoribus, aliisque notis differens, cui nomen E. Weddelianum impositum sit, sub nomine citato mixta est. Dotanische Jahrbücher. XiX. Bd. . 4
50 G. Hieronymus.
Ecuador: crescit locis uliginosis Andium orientalium pr. Loja, alt. s. m. 3000—3300 m (n. 4902). — Floret mensibus Octobri-Novembri.
95. E. erocifolium (Kth.) Wedd., Chlor. and. I. p. IM.
Loco non indicato (n. 4599).
26. Baccharis Moritziana Hieron. n. sp.
B. e sectione I. Trinervatarum (DC., Prodr. V. p. 399) fruticosa, ramis teretibus, sulcatis, hirsuto-tomentosis; foliis petiolatis (petiolo3—4 mm longo, hirsuto-tomentoso) , laminis ovatis vel ovato-elliptieis, acutis vel sub- acuminatis, mucrone calloso apiculatis, integerrimis, utrinque sparse hirsutis, winervatis (nervis utrinque densius hirsutis, subtus prominulis, binis latera- libus fere e basi egredientibus, longe arcuatis), membranaceis; maximis in specimine Moritziano 6 cm longis, fere 4 cm latis, in specimine Lehmanniano c. 4 em longis, 2 em latis; inflorescentia thyrsoideo-paniculata; pedunculis hirsuto-tomentosis, secus ramulos axillaribus, in specimine femineo capitula 3—7, in specimine masculo 3—5 gerentibus; capitulis in specimine femi- nino brevius quam in specimine masculo pedicellatis vel supremis subsessi- libus, c. 35-floris; squamis interioribus c. 5 mm longis, vix 4 mm latis, lineari-lanceolatis, exterioribus sensim decrescentibus, ovato-oblongis vel ovatis, omnibus acuminatis, ciliatis, dorso parce puberulis, virescentibus, margine substramineo-pallidis; florum femineorum corollis c. 1!/; mm longis, stylis c. 4 mm longis; achaeniis admodum immaturis, pilosulis; pappi setis c. 4 mm longis, pallide subviolaceo-rubellis; in specimine masculo capi- tulis longius pedicellatis (pedicellis usque ad 4 mm longis, hirto-puberulis) c. 95-floris; involucri squamis quam in capitulis femineis brevioribus (majoribus vix 3 mm longis), ovato-oblongis vel ovatis, ceterum iis florum femineorum similibus; corollis c. 3 mm longis; pappi pilis corollam aequan- tibus vel paulo ea brevioribus, pallide subviolaceo-rubellis.
Species affinis B. trichocladae DC. (Prodr. V. p. 400 n. 8), differt foliis manifeste petiolatis, supra subtusque hirsuto-pilosis et patria.
Frutex usque 5 m altus ramis tenuibus, foliis glaucis et »floribus lilacinis« e sche- dula cl. Lenmansı, quod verisimiliter ad pappi colorem se refert.
Venezuela: prope urbem Merida (leg. Morırz n. 1362); ubi floret mense Januario. — Columbia: crescit in fruticetis apertis prope Popayan alt. 1500—2000 m s. m., unde floret mense Junio et Julio (n. 4882).
27. B. riparia Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 51 (65).
Frutex usque ad 4 m altus, ramosus, foliis glaucis saepius fuscescentibus, floribus virescenti-albidis.
Ecuador: crescit frequentissime in altiplanitie prope urbem Quito, alt. s. m. 2500—3200 m. — Nomen vernaculum Quitensium »Chilca« (n. 4665 specimen masculum).
28. B. humifusa Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 37 (48) tab. 322.
Frutex ramosus ramis decumbentibus, floribus lutescenti- vel virescenti-albidis.
Ecuador: crescit in summis montibus Andium occidentalium prov.
Plantae Lehmannianae ete. Compositae. öl
Cuenca, alt. s. m. 3500—4000 m, ubi semper floret (n. 4569 specimen femineum).
29. B. loxensis Bentb., Plant. Hartwegianae p. 135 n. 764.
Frutex viscosus usque ad 2 m altus, foliis usque ad 31!/; em longis, 2 cm latis, apice rotundatis vel subemarginatis, glaucis; capitulis maseulis c. 18—20-floris ovoideis, 5 mm longis, ad apices peduneulorum 2—4 con- gestis, breviter pedicellatis vel subsessilibus, corymbosis, involucri squamis lato-ovatis vel interioribus oblongo-linearibus, obtusiusculis, margine sca- riosis, albido-ciliato-fimbriatis, dorso apice viridi-maculatis, corolla c.31/mm longa, pappi setis paucis tenuibus sordide albidis, parte inferiore crispis.
Species proxime affinis B. sinuatae Kth. (in H. B., Nov. gen. et sp. IV. p. 42 [53], a qua differt foliis haud lobulatis capitulisque minoribus, squamis involucri interioribus brevioribus, et B. halimimorphae DC. (Prodr. V. p. 411), quae foliis subtrinerviis, parce dentatis nec non involucro differt.
Ecuador: crescit in fruticetis prope Oña, prov. Cuenca, alt. s. m. 1800—2200 m, ubi floret mense Novembri (n. 4899).
30. B. quitensis Kth in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 44 (57).
Frutex usque ad 3 m altus.
Species affinis B. venulosae DC. (Prodr. V. p. 421), quae capitulis minoribus et B. brachylaenoidi DC. (Prodr. V. p. 421), quae foliorum textura et involucris differt.
Ecuador: frequentissime occurrit inter fruticeta prope Loja, alt. s. m. 2000—2400 m (n. 4891 specimen femineum).
31. Loricaria (Tafalla) microphylla (Wedd.) Hieron.; syn. Lori- caria stenophylla y mierophylla Wedd., Chlor. and. I. p. 165.
Frutex ramosissimus, ramis tenuibus; foliis distichis imbricatis sub- equitantibus, vel inferioribus liberis, a latere visis linearibus et vix ?/, mm latis, 3 mm longis, acutiusculis subobtuse carinatis, extus praeter parlem dimidiam inferiorem carinae glabris nitidisque, hic et intus cinereo- vel subflavescenti-tomentosis; capitulis masculis in ramulis terminalibus, soli- tariis, 3—5-floris; involucri squamis 6—8, subaequalibus, glabris, ligulatis, 3 mm longis, ?/, mm latis, parte inferiore fuscis, superiore scariosis, pallide stramineis, apice fusco-maculatis, obtusis, brevissime mucronulatis, corollis c. 25/, mm longis, tubulosis, tubo apice subampliato vix 2 mm longo, pappi setis c. 3 mm longis, sordide albidis, apice inerassatis, fuscescentibus.
Frutex usque ad 70 cm altus, foliis glaucis e schedula cl. LEHMANNI.
Ecuador: crescit in summis montibus Andium orientalium prov. Loja, alt. s. m. 3200—3600 m, ubi floret mense Novembri (n. 4890 specimen masculum).
32. Lueilia Lehmanni Hieron. n. sp.
Lucilia perennis, caespitosa, rhizomate sublignoso ramosissimo, ramis brevibus radicantibus, caulibus ipsis ascendentibus valde abbreviatis; foliis
A
52 (1. Hieronymus.
spathulatis, planis, obtusissimis, 1—11/; em longis, (spathula c. 2 mm lata), utrinque dense albido-tomentosis, persistentibus vetustate glabrescentibus; capitulis solitariis sessilibus, ovoideo-globosis, 8—9 mm longis et fere latis; involucri squamis exterioribus obovato-rotundatis, c. 2 mm longis latisque, mediis subspathulatis sensim aecrescentibus, interioribus maximis ligulato- linearibus, 7 mm longis, 1?/, mm latis, omnibus obtusis, basi plus minus scariosis, parte superiore punctis subviolaceo-fuscis eonspersis, fuscescenti- bus; floribus hermaphroditis 5, corolla tubulosa c. Ais mm longa in sicco fusca, pappi setis albidis capillaceis, suberispis; floribus femineis c. 70— 80, corolla filiformi c. 5 mm longa, pappi setis capillaceis albidis, corollam paulo superantibus, vix erispulis, achaeniis c. 4 mm longis, sericeo-pilosis.
Species Luciliae violaceae (Wedd., Chlor. and. I. 155) necnon L. conoideae (Wedd. l. e. 454) proxime affinis, ab utraque differt in- volueri squamis omnibus obtusis.
Species dense caespilosa, pulvinos extensos formans, foliis subargenteo - albidis, floribus lutescenti- seu virescenti-albidis.
Ecuador: crescit locis lapidoso-arenosis in Páramo del Cajas Andium oceidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3600—4200 m (n. 4649).
33. Gnaphalium columbianum Hieron. n. sp.
Gamochaeta herbacea annua, unicaulis, caule erecto, simplici ad- presse sericeo-arachnoideo, usque ad apicem folioso, foliis subradicalibus magis coaretatis subrosulatisque, caulinis c. 4—1 '/ em distantibus lineari- spathulatis, subacuminatis, apice mucronatis, usque ad 2!/, em longis, medio partis supremae 2!/,—3 mm latis, deorsum attenuatis, basi denique in vaginam paulo dilatatis, utrinque, sed subtus densius, albido-sericeo- arachnoideis, inferioribus vetustate supra subglabrescentibus; capitulis 2 in glomerulos axillares, spicam terminalem continuam vel basi interruplam et foliatam (foliolis sursum decrescentibus, bracteaeformibus, linearibus) fin- gentes digestis; involucri squamis 15—48; exterioribus ovatis, longiuscule acuminatis, fuscescentibus, basi interdum violascentibus; interioribuslineari- lanceolatis vel linearibus, 4 mm longis, acutis, parte inferiore albido-vires- centibus, margine pallidioribus scariosis, apice macula rhomboidea fusca notatis; floribus femineis 25—30, corolla 2?/, mm longa, achaeniis glabris, floribus masculis ?—3, corolla paulo breviore.
Species proxime affinis G. purpureo L. (sp. 1200), G. spicato Lam. (dict. 2. p. 757), G. falcato (Lam. dict. 2. p. 758) etc., sed species optime distinguenda involucri squamis acuminatis vel acutis et habitu.
Herba caule usque ad 30 cm alto, floribus lutescenti-albidis.
Columbia: crescit in Páramo de Guanácas, prov. Popayan, alt. s. m. 3000—3400 m, ubi floret mense Augusto (n. 5232).
34. Desmanthodium Trianae Hieron. n. sp.
Herba (perennis?) erecta elata, ramis subangulatis hirsutis, foliis superioribus (inferiora desunt) petiolatis (petiolis in specimine 1—4!/; em
Plantae Lehmannianae ete, Compositae. 53
longis); laminis ovato-lanceolatis vel late ovatis, acuminatis(lamina folii maximi in specimine 18 em longa, 12 em lata, summorum foliorum minore), excepta basi subrotundata vel in petiolum attenuata inaequaliter serrato- dentatis, supra viridibus, scabris (nervis hirtis), rugosis, subtus pallidioribus, dense hirtis, subtrinerviis (nervis 2 lateralibus c. 4 cm supra basim egredientibus, longe arcuatis, ceterum pinnatinerviis, inter nervos laterales reticulato- venosis, nervis venisque supra plus minus impressis); capitulorum glomerulis depresso - globosis, simplicibus vel e glomerulis 3 partialibus sessilibus compositis, c. 1—411/5 cm diametro, in panicula lata trichotoma c. 10—15; capitulis in glomerulo numerosis, sessilibus, c. 4 mm longis, involucri squamis c. 7; exterioribus 3—4, ovatis, 3 mm longis, 1!/; mm latis, quinque- nervatis; interioribus subligulatis angustioribus, subaequilongis; omnibus glabris, ciliatis, scariosis, stramineis, apice obtusis, fuscescentibus; floribus femineis 5, basi involucri squamis interioribus adnatis, 1?/; mm longis, limbo 4-dentato, dentibus dorso pilosulis, achaenio apice dense piloso; flori- bus hermaphroditis 7, subpedicellatis (pedicello seu achaenio rudimentario dense piloso), tubo infundibuliformi striis quinque subfuscis ornato c. 2 mm longo, limbi laeiniis !/ mm longis, elongato-triangularibus, dorso pilosulis. Columbia: loco non accuratius indicato legit J. Trıana (n. 4317).
35. Espeletia corymbosa Humb. et Bonpl., Plant. aequin. II. p. 16. t. 72; Nov. gen. et spec. IV. p. 221 (281).
Herba perennis caule usque ad 3 m alto, foliis lana lutescenti- albida vestitis et succum viridi-album resinosum continentibus, floribus luteis.
Columbia: crescit locis uliginosis undique in altiplanitie prope Santa Rosa, prov. Antioquia, alt. s. m. 2700—3400 m, unde floret mense Sep- tembri— Novembri. Nomen vernaculum Frailejon (n. 7488).
36. Polymnia riparia Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 222 (282).
Caulis usque ad 3 m altus, ramosus; flores lutei.
Columbia: crescit in fruticetis prope Popayan, alt. s. m. 1600 — 2200 m, ubi floret mense Martio (n. 4549).
37. P. glabrata DC., Prodr. V. p. 515.
Suffrutex usque ad 8 m altus, floribus luteis,
Ecuador: crescit in fruticetis prope Chagál declivium oceidentalium mediorum Andium occidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 2000—2600 m, ubi floret mense Julio et Augusto (n. 4895).
38. Melampodium camphoratum Baker in Flora brasil. VI. 3. p.164. n.3.
Herba annua floribus luteis.
Columbia: crescit frequentissime in campis montanis, lapidosis prope Dolores, prov. Tolima, alt. s. m. 4200—1700 m, ubi floret mense Februario et Martio (n. 7473).
39. Enhydra Anagallis Gardn., Fl. bras. VI. 3. 169. n. 3.
Ecuador: in paludibus, aqua marina invasis prope Naranjal (u. 6679).
54 G, Hieronymus.
40. Gymnolomia tenella Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 174 (218). tab. 373.
Herba caulibus decumbentibus, foliis scabris, floribus luteis.
Columbia: crescit in fruticetis camporum sabanas dictorum in regione cursus superioris fluminis Rio Dagua, prov. Cauca, alt. s. m. 4500 —1800 m, ubi semper floret (n. 4940).
41. Eriocoma (Montanoa) Lehmanni Hieron. n. sp.
Suffrutex, ramis ad apices pubescentibus, angulatis; foliis oppositis petiolatis (petiolis usque ad Bit: em longis), supremis subtriangularibus, inferioribus subquinqueangularibus, angulis inferioribus rotundatis, vel late subrotundato-triangularibus, basi truncatis vel subcordatis, sed saepius in peliolum breviter et abrupte decurrentibus et hic interdum auriculatis, subquinquenerviis (nervis 2 paulo supra basim egredientibus, mox bifur- catis), inter angulos subsinuatis, apice acutis vel breviter acuminatis, supra parce, subtus densius pubescentibus; corymbis laxis, ramis bractea lineari vel foliacea subtriangulari fultis, capitulis longe pedicellatis (pedicellis glanduloso- puberulis, in specimine fructifero usque ad 4 cm longis); in- volucri squamis biseriatis, oblongis (c. 3 mm longis, 4 mm latis) dorso pube- rulis apice obtusis vel acutiusculis breviterque mueronulatis; floribus neutris radii 4—5, ligulis obtusiusculis, obscure denticulatis e. A em longis, 3—31/, mm latis, tubulo vix 4 mm longo; floribus disci c. 25—30, c. 3 mm longis (tubo brevi vix ! mm longo, limbo campanulato c. 2 mm longo, bre- viter quinquefido); achaeniis glabris; receptaculi paleis demum auctis achaenia includentibus, scariosis, carinatis complicatisque, a latere visis oblique obovatis et 5 mm latis, c. 1 cm longis, apice emarginato in spinulam incurvam productis, margine ciliato- denticulatis.
Suffrutex arborescens usque ad 5 m altus, foliis glaucis, floribus albidis.
Columbia: crescit in fruticetis marginalibus silvarum densarum prope Pacho, prov. Cundinamarca, alt. s. m. 1700—99200 m, ubi floret mense Januario (n. 7480).
42. Eleutheranthera ruderalis Schultz-Bip.-in Bot. Zeitg. 1866. p. 165. Flores lutei.
Columbia: crescit locis humidis prope Popayan, alt. s. m. 1700 — 2200 m, ubi semper floret (n. 4909).
43. Encelia fruticulosa (Spreng.); syn. Hopkirkia fruticulosa Spreng., Syst. III. p. 444.
Suffrutex usque ad 2 m altus, foliis glaucis, floribus virescenti-luteis.
Columbia: crescit in lapidosis in Boqueron del Dagua, prov. Cauca, alt. s. m. 500— 1200 m, ubi floret mense Julio — Augusto (n. 4740).
44. Verbesina helianthoides Kth. in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 160 (204) ex descriptione.
Folium maximum in specimine incluso petiolo 24 cm longum, 9 em latum.
Plantae Lehmannianae etc. Compositae. 55
Herba maxima arborescens usque 5 m alta, trunco crasso diametro usque ad 30 cm, foliis pallide glaucis, floribus albidis.
Columbia: erescit in fruticetis prope Pacho, prov. Cundinamarca, alt. s. m. 4500—2000 m, ubi floret mense Januario (n. 7481).
45. Dahlia Lehmanni Hieron. n. sp.
Herba altissima ramis cavis, teretibus, striatis, glaucis; foliis mem- branaceis, glaueis, utrinque sparse pilosulis, petiolatis, superioribus (inferiora desunt) semel profunde pinnatipartitis, 4—3 -jugis (maximo in specimine c. 29 cm longo, incluso petiolo 6 cm longo), foliolis jugorum sessilibus, lanceolato-ovatis, basi rotundatis, subinaequalibus, apice longius- cule caudato-acuminatis, excepta basi et acumine grosse crenato-serratis, dentibus utrinque 10—12 (foliolis maximis in specimine c. 9 cm longis, 3'/, cm latis); foliolis paris infimi interdum bifidis scilicet foliolo parvo basi adnato ,quasi auriculatis; foliolo terminali magnitudine foliola parium in- feriorum aequante, basi acuto, ovato-lanceolato, cum foliolis paris supremi adnato; foliolis exceptis paris infimi decurrentibus, rachi angustissime alata (ala infra par supremum foliorum 4—2 mm lata, deorsum vix 1 mm lata); capitulis pedunculatis (pedunculis axillaribus vel in ramulis terminali- bus, usque ad 8 cm longis, axillaribus basi bracteis simplicibus lanceolatis sessilibus s. tripartitis fultis), squamis foliaceis involucri exterioris 5 (raro 6) reflexis vel subpatulis, glabris, erassiusculis spathulato-lanceolatis apice acutiusculis, c. 40—12 mm longis, 3 mm parte superiore latis; squamis involucri interioris 8, biserialibus, ovato-oblongis, c. 2 cm longis, 6—7 mm latis, apice obtuso et margine membranaceo-scariosis basi incrassatis, multi- nerviis, glabris; ligulis 8 neutris obovatis, apice rotundato brevissime acuminatis scilicet unidentatis, 3—4 em longis, 1!/,—2'!/; em latis, multi- nerviis (usque ad c. 30 nervis subparallelis), nervis tribus crassioribus; florum ligulatorum tubo c. 5 mm longo, infundibuliformi, floribus herma- phroditis numerosis, tubo e. 21/; mm longo, limbo campanulato-cylindraceo, apice 5-dentato, c. 6 mm longo, achaeniis admodum immaturis, glabris.
Herba e schedula cl. Lehmanni usque ad 4 m alta, caule brachii crassitudine, floribus ligulatis radii lilacino-albidis, disci luteis.
Columbia: crescit locis, qui urbi Popayan cireumjacent, alt. s. m. 1600—1800 m (n. 4894).
46. Cosmos caudatus Kth. in H. B., Nov. gen. IV. p. 188 (240).
Herba caulibus ramosis usque ad 41/o cm alta, foliis obscure-viridibus, ligulis roseis.
Columbia: crescit prope Cerrito in valle Cauca, alt. s. m. 1000 m, ubi floret Junio— Julio (n. 7491).
47. Bidens Coreopsidis DC., Prodr. V. $999. n. 32.
Suffrutex usque ad 3 m altus, floribus aureis.
Columbia: crescit in declivis oceidentalibus prope Páramo de Gua- näcas, prov. Popayan, alt. s. m. 2800—3000 m, ubi floret mense Martio (n. 4703).
56 6. Hieronymus,
48. Calea trichotoma J. Donnell Smith in Coult., Botan.Gaz. XIII. 299.
Frutex usque ad 2 m altus, foliis glaucis, floribus luteis.
Columbia: crescit in fruticetis camporum sabanas dictorum prope Agancha, prov. Popayan, alt. s. m. 1000— 1500 m, ubi floret mense Septembri— Octobri (n. 4885).
49. C. pachensis Hieron. n. sp.
C. scandens, ramis tenuibus, teretibus, hirtis (pilis articulatis), demum pilis abruptis scabriusculis; foliis oppositis sessilibus, ovatis, basi rotun- datis vel subcordatis, apice longiuscule caudato-acuminatis, obsolete vel manifeste parte superiore excepto apice paucidentatis, inter dentes mucro- natos subsinuatis, utrinque sparse hirtis, pilorum basi inerassata pilisque abruptis demum supra scabriusculis, subtrinerviis (nervis ? paulo supra basim egredientibus, longiuscule arcuatis); corymbis laxis; capitulis in genere mediocribus, discoideis; supremis 2—3 subsessilibus vel solitariis peduneulatis (pedunculis usque ad 41/, em longis, basi bracteola elongato- triangulari vel sublanceolata, usque ad 8 mm longa suffultis); involucris oblongo-ovoideis; involucri squamis e. 10, exterioribus ovatis, subacutis, interioribus oblongis (c. 6 mm longis, 41/, mm latis), obtusiusculis, omnibus scariosis, substramineis, fusco-striatis, multinerviis, apice subfuscis, glabris, ciliatis; receptaculi subplani squamis linearibus, complicatis, scariosis, mar- gine hyalinis, c. 7 mm longis; floribus omnibus hermaphroditis, tubulosis c. 25—30 ; corolla c. 5 mm longa incluso tubo vix 11/ mm longo, limbo cylindraceo-campanulato, apice breviter 5-fido; pappi paleis e. 20, anguste linearibus, longe acuminatis, ciliatis, maximis 6 mm longis; achaeniis 2 mm longis, elongato-turbinatis, sparse pilosis.
Species Caleae caracasanae (Kth.) (syn. Allocarpus caraca- sanus Kth. in H. B., Nov. Gen. et sp. IV. p. 229 (294). t. 405 proxime affinis, sed floribus ligulatis caret.
Caulibus usque ad 3 m longis, ramosis, foliis lutescenti-viridibus, floribus luteis limbo supremo rubellis.
Columbia: crescit in fruticetis densis prope Pacho, prov. Cundina- marca, alt. s. m. 4600—2000 m, ubi floret mense Januario (n. 7492).
50. C. angosturana Hieron n. sp.
C. scandens ramis tenuibus, teretibus, substriatis, glabris; foliis oppo- sitis, petiolatis (petiolis !/—11!/, em longis, canaliculatis, subtortuosis) laminis ovato-lanceolatis vel lanceolatis, apice longiuscule aeuminatis, basi acutis, (foliorum maximorum 10—12 cm longis, 3—3!/, latis), integris vel remote paucidentatis (dentibus mucronato-callosis), membranaceis, nitidis, penninerviis (nervis & lateralibus e parte inferiore nervi medii egredien- tibus, quam ceteri robustioribus, longiuscule arcuatis), inter nervos late- rales reticulato-venosis; corymbis laxis; capitulis in genere mediocribus, discoideis, 2—3 apice ramulorum sessilibus vel solitariis pedunculatisque pedunculis usque ad 1!/, em longis, basi bracteola lineari vel sublanceo-
Plantae Lehmannianae ete, Compositae. 57
lata suffultis); involucris oblongo-ovoideis, involucri squamis c. 15—20, ovatis vel oblongo-ovatis, subacutis, excepto margine ciliato glabris, sca- riosis, luteo-fuscescentibus, tristriatis, striis obscure. fuscis; maximis in- terioribus c. 6 mm longis, 2 mm latis; receptaculi subconici squamis com- plicatis, scariosis, apice lacerato-trifidis, luteo-fuscescentibus, 6 mm longis ; floribus c. 10—12 omnibus hermaphroditis, tubulosis, corolla c. 4!/ mm longa incluso tubo c. 1!/; mm longo limbo, eylindraceo paulo ampliato, apice quinquefido; pappi paleis deciduis, c. 15—20 anguste linearibus, longe acuminatis, albidis, subhyalinis, minute dentieulatis; maximis 5 mm longis; achaeniis (immaturis) I mm longis, elongato-turbinatis, glabris.
Species Caleae solidagineae Kth. (H. B., Nov. gen. et spee. IV. p. [295]. t. 407) affinis, differt foliis et achaeniis glabris etc.
Suffrutex scandens ramis usque 5 m longis, foliis lutescenti-viridibus, floribus aureis.
Columbia: crescit in fruticetis densis prope Angostura, prov. Antio- quia, alt. s. m. 1500—1700 m, ubi floret mense Decembri (n. 7479).
51. C. tolimana Hieron. n. sp.
Leontophthalmum fruticosum, parce ramosum, ramis subteretibus, (diametro 2—4 mm), infra nodos subcomplanatis, sulcato-striatis, hirsutis, erectis vel areuatis basique subdecumbentibus; foliis oppositis petiolatis (petiolis 3—5 mm longis, eanaliculatis), laminis ovatis vel subellipticis, basi rotundatis, apice obtusis vel brevissime apiculato-acuminatis (maximis in specimine 40 em longis, 6'/, cm latis), margine subrevoluto remote cre- nato-serratis, chartaceis, utrinque scabris, penninerviis (nervis lateralibus longiuscule arcuatis et inter nervos laterales reticulato-venosis, nervis venisque parce hirsutis subtus prominentibus, supra prominulis); inflores- centia cymosa, cymis axillaribus vel terminalibus, e paucis capitulis com- positis; eapitulis in genere majoribus, heterogamis, radiatis, pedunculis hirtellis basi bracteolis subfoliaceis, spathulatis et hirtellis fultis; involucri squamis c. 20—25, extremis foliaceis, ovatis vel ovato-oblongis usque 6 mm longis; intermediis ovato-rotundatis, vix 5 mm longis, A mm latis: interioribus oblongo-ligulatis, 8——9 mm longis, c. 2 mm latis; omnibus obtusis, glabris, fuscescentibus, basi induratis, subcoriaceis, margine et apice scariosis, ciliatis; receptaculi convexi squamis complicatis, scariosis apice lacerato-trifidis, fuscescentibus, e. 5 mm longis; floribus radii femineis ligu- latis c. 4—8, ligulis patentibus c. 9—10 mm longis, 41/ mm latis, quinque- nerviis, tubulo c. 3 mm longo; floribus hermaphroditis tubulosis c. 25—50, c. 51/,—6 mm longis, tubulo 1!/,—2 mm longo, limbo 31/5—4 mm longo, cylindraceo, apice breviter quinquefido; pappi paleis c. 22— 93, basi con- natis, persistentibus, anguste linearibus, longe acuminatis, parce et minute denticulatis, subrubellis, subaequilongis, c. 4!/ mm longis; achaeniis elongato-turbinatis, c. 2!/ mm longis, parce hirtellis.
Species foliis Caleae prunifoliae Kunth (in H. B., Nov. gen. et
53 G. Hieronymus.
spec. IV. p. 231 (294]. t. 406) similis, proxime affinis Caleae robustae Britton. (Enum. of the Plants collected by Dr. H. H. Russy in South America in Bullet. of the Torrey Bot. Club XIX. p. 154 [separat. 416] ex specimine in Plant. Boliv. a MiavEL Bans lectis n. 1423), quae foliis subtus nervo medio excepto glabris, foveolato-punctulatis gaudet.
Frutex usque ad 4 m altus, parce ramosus, foliis obscure viridibus, floribus luteis.
Columbia: erescit in fruticetis apertis prope Dolores, prov. Tolima, alt. s. m. 4000—1600 m, ubi floret Martio (n. 7497).
52. C. Trianae Hieron. n. sp.
Leontophthalmum fruticosum ramis furcato-divaricatis, infra nodos subcomplanatis, obscure sulcato-striatis, hirtello- pubescentibus; foliis oppositis breviter petiolatis (petiolis 3 mm longis, eanalieulatis, hirtello- pubescentibus); laminis ovato-oblongis vel sublanceolatis, basi subrotun- datis vel subaeutis, apice obtusiusculis vel acutis, mueronulatis, (maximis in speeiminibus 5!/,—6 cm longis, 2—2!/, em latis), margine subrevoluto subintegris vel excepta basi subremote crenato-serratis, chartaceis, supra scabriuseulis, subtus subtomentoso-pubescentibus, subtrinervatis (nervis lateralibus 2 paulo supra basim egredientibus robustioribus, longiuscule areuatis), inter nervum medium et laterales duo robustiores subpinnato- reticulatis, nervis venisque subtus prominentibus; capitulis in genere majoribus, solitariis, terminalibus vel axillaribus, longe peduneulatis (pe- duneulis teretibus, pubescentibus, 4—6 cm longis), heterogamis, radiatis; involucri bracteis extremis foliaceis 4, ovato-lanceolatis, subaequalibus, 411/,—1!/; cm longis, 5—7 mm latis, interioribus c. 25—30, basi sub- induratis, apice et margine scariosis, parce ciliatis, glabris, subhyalinis, rufes- centibus, ovato-oblongis vel oblongis, obtusiuseulis, 8—9 mm longis, 3—4 mm latis, intimis linearibus, subacutis, usque ad 4 em longis, vix 4 mm latis; receptaculi convexi subglobosi squamis complicatis, linearibus, 4—6 mm longis, apice trifidis, scariosis, subfuscescentibus; floribus radii femi- neis ligulatisque c. 46—20, ligulis patentibus, oblongis, apice subintegris vel denticulatis 5—7, striato-nervatis, c. 8 mm longis, 2 mm latis, tubulo vix 2 mm longo; floribus hermaphroditis tubulosis 4—5 mm longis, tubulo vix 11/; mm longo, limbo eylindraceo apice paulo ampliato, breviter 5-fido, c. 3 mm longo; pappi paleis c. 15, anguste linearibus, 4—8 mm longis, sub- stramineo-albidis, margine minute ciliato-denticulatis; achaeniis (imma- turis) elongato-turbinatis, 2!/; mm longis, glabris.
Frutex usque 11/ m altus, ramis furcato-divaricatis, foliis lutescenti-viridibus, floribus aureis.
Columbia: crescit in fruticetis camporum sabanas dictorum prope Pacho, Prov. Cundinamarca, alt. s. m. 1400—1800 m, ubi floret mense Januario (n. 7344); loco accuratius non indicato leg. Triana (n. 1414).
53. Tridax procumbens L., Spec. ed. I. p. 900.
Herba foliis glaucis, floribus flavis.
Plantae Lehmannianae etc. Compositae, 99
Columbia: crescit in lapidosis in Boqueron del Dagua, prov. Cauca, alt. s. m. 500—1000 m, ubi floret mense Julio (n. 4713).
54, Tagetes pusilla Kth. in H.B., nov. gen. et spec. IV. p. 152 (194).
Differt a T. foeniculacea Poepp., Pl. peruv. n. 26 (DC., Prodr. V. p. 646) pappi paleis 5 basi connatis, omnibus aristatis, achaeniis brevioribus c. 9 mm longis et habitu, a T. congesta Hook. et Arn. (Bot. Beech. voy. 299), specie proxime affini mexicana differt capitulis c. 15—16-floris, flori- bus 4—2 radii ligulatis brevioribus, 14 tubulosis disci brevioribus, limbo subampliato, et pappo.
Herba caule parce vel dense ramoso, ramis divaricatis, floribus pallide flavis.
Columbia: crescit frequentissime in pratis altiplaniciei prope Santa Rosa, prov. Antioquia, alt. s. m. 2000—2600 m, ubi floret mense Novembri (n. 7474); loco accuratius non indicato leg. Triana (n. 1403).
55. T. caracasana Willd., Sp. pl. IIl. p. 2128; Kunta in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 155 e specimine in Herb. Willdenow n. 16117.
Herba usque ad 4!/; m alta, caulibus ramosis, ramis striato-angulatis, glabris; foliis glabris, sessilibus, profunde pinnatifidis, subpinnatis, 8—10- jugis, ambitu late lanceolatis, foliolis oppositis alternisve, decurrentibus, rhachi angustissime alata, lanceolatis vel lineari-Janceolatis (maximis 2 cm longis, 4 mm latis), basi et apice acutis, excepta basi subremote et argute serratis (dentibus mucronatis), glandulis immersis ornatis; foliolis infimis brevibus reductis, stipuliformibus (serraturis angustissimis, filiformibus, paucis) foliis supremis pedunculos fulerantibus foliolis infimis foliorum celerorum simillimis; pedunculis apice ramorum paucis subcorymbosis, nudis, e. 4À—6 em longis; involucris campanulato-cylindrieis, c. 44—13 mm longis, apice 5 dentatis (dentibus triangularibus), glandulis striiformibus ornatis, glabris; floribus 27—30; floribus femineis nullis vel 4, ligula brevis c. 2 mm longa; floribus ceteris hermaphroditis tubulosis, corollis e. 5 mm longis, limbo paulo ampliato apice 5-fido; pappi paleis 5, sub- coriaceis, stramineis, 4 concretis obtusis, quinta sublibera longiore, acumi- nata, c. 21/ mm longa: achaeniis glabris, eylindraceis, 5—6 mm longis.
Species adhuc male cognita proxime affinis T. tenuifoliae Cav. (icon. Il. p. 54. t. 169), differt foliolis argutius serratis et floribus bre- vioribus, nullisque ligulatis rarisve, ligulis et achaeniis brevioribus.
Herba fragrans, usque 41/3 m alta, foliis obscure lutescenti-viridibus, floribus flavis, Columbia: crescit in fruticetis prope Popayan, alt. s. m. 1500 —2200 m, ubi floret mense Martio—Aprili (n. 7597). — Venezuela: prope Caracas ubi floret mense Januario leg. cl. Moritz (n. 53).
96. Porophyllum jorullense Cass., Dict. 43. p. 57.
Suffrutex usque ad ! m altus, foliis nigrescenti-viridibus, floribus flavo-viridibus.
Columbia: crescit in lapidosis aridis in Boqueron del Dagua, prov. Cauca, alt. s. m. 500—141000 m, ubi floret mense Julio.
60 G. Hieronymus.
57. Peetis elongata Kunth in H. B., Nov. gen. et spec. IV. p. 206 (262). t. 392.
Herba caule subsimplice vel basi ramoso usque ad 50 cm alta, floribus flavis,
Columbia: crescit in campis sabanas dictis prope Honda et Rio Guarino, ubi floret mense Aprili (n. 7348).
Var. divaricata Hieron. nov. var.
Differt a forma typica ramulis inflorescentiae cymosae divaricatis elongatis, pedunculis capitulorum longioribus usque 3 em longis 2—3 bracteolatis, involucri squamis paulo brevioribus, e 4 mm longis, ob- tusiusculis.
Herba caulibus usque ad 11/5 m altis, floribus flavis.
Columbia: erescit in campis sabanas dictis prope Patico ad flumen Rio Paez, prov. Cauca et Tolima, alt. s. m. 1000—1500 m, ubi floret Martio (n. 4769).
Forma inter var. divaricatam et formam typieam intermedia ramulis divaricatis sed involucri squamis acutiusculis 4—5 mm longis iis formae typicae similibus exstat e Venezuela et Guiana.
Venezuela: leg. LawsmsERG; locis lapidosis prope Upata ubi floret Novembri leg. Orro (n. 981), prope Chacao, Carácas, alt. s. m. 1650 m, ubi floret Martio leg. Orro (n. 585) et in graminetis planiciei Mesa prope Merida ubi floret mense Novembri leg. Monirz (n. 1426). — Guiana anglica: in campis sabanas dictis locis aridis, ubi floret mense Octobri leg. cl. R. Scnowsuneu (n. 837), prope Pirara leg. idem (n. 722), locis accuratius non indicatis leg. idem (n. 184 et 1003).
58. Liabum ecuadoriense Hieron. n. sp.
Andromachia fruticosa, ramis parce arachnoideo-puberulis, angulatis; foliis oppositis, petiolatis; petiolis 1!/,—9!/; cm longis canaliculatis basi vaginatis, supra arachnoideis, subtus puberulis; laminis ovato - oblongis, (maximis 10 em longis, 4 em latis), basi rotundatis, subinaequalibus, apice acutis vel subacuminatis, remote mucronato-denticulatis, pinnato-nervatis, inter nervos laterales reticulato-venosis, supra glabris, subrugoso-bullatis, subtus cinereo-arachnoideo-tomentosis, nervo medio lateralibusque sub- glabrescentibus; corymbis terminalibus, ramosissimis, ramulis peduneulis- que arachnoideis; capitulis parvis magnitudine capitulorum Liabi soli- daginei (Kth.) Less., subhemisphaericis; squamis c. 40—50, 4—5-seriatis, exterioribus triangulari-ovatis dorso arachnoideis, fuscis, interioribus, elongato-ovatis, glabrescentibus, basi pallidioribus apice fuscis, quam ex- teriores angustioribus, maximis 2!/; mm longis, vix 4 mm latis; floribus c. 25—35; radii ligulatis femineis paucis (5— 6), uniseriatis, corolla 5 mm longa, tubulo vix 4 mm longo, ligula ovato-oblonga 4 mm longa, 1!/; mm lata, apice subintegra vel bidentata, striato-nervata; disci hermaphroditis regularibus tubulosis c. 4 mm longis, limbo vix ampliato apice profunde 5-fido; achaeniis vix 4 mm longis, turbinatis, parce pilosis; pappi setis c. 25 lutescentibus,
Plantae Lehmannianae ete. Compositae. 61
apice subincrassatis, maximis 3 mm longis, exterioribus paucis bre- vioribus.
Species Liabo verbascifolio (Kunth) Less. proxime affinis, differt praecipue capitulis minoribus et indumento.
Frutex usque ad 5 m altus, foliis supra obscure viridibus, subtus cinereo-albidis, floribus luteis.
Ecuador: crescit in fruticetis densis prope Chagal et Molleturo, Andium occidentalium, prov. Cuenca, alt. s. m. 2200—2800 m, ubi floret mense Augusto (n. 4897).
59. L. solidagineum (Kunth) Less. in Linnaea 1834. p. 700.
Suffrutex usque ad 2 m altus, foliis supra glaucis, subtus argenteo-albidis, flori- bus luteis.
Columbia: crescit in fruticetis humilibus prope Paniquitá haud procul ab urbe Popayan, alt. s. m. 1800—2500 m, ubi floret mense Mayo — Junio (n. 5261).
60. L. igniarium (Kunth) Less. in Linnaea 1831. p. 704.
Suffrutex usque ad 4 m altus, ramis inter frutices subscandentibus, foliis supra obscure lutescenti-viridibus, subtus argenteo-albidis, floribus luteis.
Columbia: crescit in fruticetis in monte Alto de Chillanquer, prov. Tuquerres, alt. s. m. 3000—3300 m, ubi floret mense Augusto (n. 4699). — Ecuador: in planitie Quitensi, alt. 3000—3300 m leg. cl. Francis Hatt.
61. L. Lehmanni Hieron. n. sp.
Andromachia fruticosa, ramis subteretibus, adpresse tomentosis ; foliis oppositis petiolatis; petiolis 1—3 em longis crassis, canalieulatis, ad- presse arachnoideo-tomentosis, ad basim vaginatam auricula reniformi c. 8 mm lata, 4 mm longa unitis; laminis ovatis, basi subrotundatis vel brevissime 'euneatis, subinaequalibus, apice breviter acuminatis, denticulis mucroni- formibus margine excepta basi remote ornatis, supra scabriusculis exceptis nervis pubescentibus, demum subglabrescentibus, subtus dense subeinereo- rufo-tomentosis, subtrinervatis nervis 2 lateralibus e basi vel paulo supra basim egredientibus longiuseule arcuatis, ceterum pinnatinerviis, inter nervos laterales reticulato-venosis, venis subtus vix prominulis; laminis foliorum maximorum in specimine c. 9!/,—10 em longis, 6—61/, em latis ; inflorescentia cymosa terminalis, in specimine trifida, eymis partialibus longiuscule pedunculatis, pedunculis c. 3 em longis, tomentosis crassis; capi- tulo terminali subsessili, lateralibus pedicellatis (pedicellis usque ad 2 em longis, crassis, tomentosis); involucro hemisphaerico, involucri squamis sub- 5-seriatis, numerosis, viridibus, uninerviis, exterioribus triangulari-ovatis vel elongato- triangularibus, acutis, dorso arachnoideo-tomentosis, interioribus linearibus acutis glabrescentibus, 4 mm longis vix ?/, mm latis; floribus c. 40—60; ligulatis radii femineis c. 40—12, ligula e. 4 mm longa, vix 4 mm lata, quadrinervato-striata, apice tridenticulata, tubulo c. 3!/; mm longo; floribus hermaphroditis disci tubulosis c. 5 mm longis limbo paulo ampliato, apice profunde quinquefido; pappi paleis crebris lutescenti-albidis, exteriori-
62 6, Hieronymus,
bus subdilatato-squamiformibus, vix 4mm longis, interioribus c. 3 mm longis; achaeniis elongato-turbinatis, puberulis, c. !À mm longis (admodum immaturis).
Species proxime affinis Liabo igniario (Kunth) Less., differt in- volucris paulo minoribus, squamis brevioribus angustioribusque, foliis supra scabriusculis et auriculis stipularibus minoribus.
Frutex usque ad 4 m altus, foliis supra obscure lutescenti-viridibus, subtus rufes- centi-cinereis, floribus luteis.
Ecuador: crescit in fruticetis densis prope Chagal et Molleturo in declivibus mediis Andium oceidentalium, prov. Cuenca, alt. s. m. 2000 — 2600 m, ubi floret mense Julio —Augusto (n. 4896).
. 62. L. hastifolium Pópp. et Endl., Nov. gen. et spec. III. p. 43.
Herba caule ramoso usque 2 m alto, foliis supra pallide glaucis, subtus cinereis, floribus luteis.
Columbia: crescit in fruticetis prope La Palma et Pensilvania, prov. Antioquia, alt. s. m. 1300—1700 m, ubi floret mense Decembri (n. 7493) et in fruticetis camporum sabanas dictorum prope Sàn Francisco, haud proeul ab Inza, prov. Cauca, alt. s. m. 1300—1600 m, ubi floret Februario et Martio (n. 4898).
63. L. niveum Hieron. n. sp.
Alibum herbaceum annuum (?) ramis basi procumbentibus ad nodos radicatis, repentibus, angulatis; superioribus novellis arachnoideo-tomen- tosis (pilis articulatis), inferioribus parce subhirto-arachnoideis; foliis oppositis; laminis membranaceis, triangularibus, basi abrupte in petiolum decurrentibus (petiolo c. 6—8 mm longo), margine excepta basi abrupta grosse crenato-dentatis (dentibus utrinque 3—4 mucronatis), supra sparse hirto-pilosis, subtus adpresse niveo-tomentosis, subtrinerviis (nervis 2 late-' ralibus a basi egredientibus quam ceteri robustioribus); capitulis parvis, terminalibus vel axillaribus, longiuscule pedunculatis (pedunculis 3—4!/, em longis, subniveo-tomentosis, teretibus, filiformibus); involueri hemisphaerici squamis 14—15, triseriatis, trinerviis, rarius quinquenerviis, glabris, viridibus, subaequilongis, 5—6 mm longis, acuminatis mucronulatis; ex- terioribus oblongo-ovatis c. 2 mm latis, interioribus angustioribus oblongo- linearibus; floribus radii femineis c. 15, corollis c. 7 mm longis, ligula D mm longa, 1!/, mm lata, quadrinervia, elongato-oblonga apice sub- integra, tubulo basi incrassato-annulato, vix 4 mm longo, subglanduloso- piloso; floribus hermaphroditis disci e 16 —18, corollis 4—5 mm longis, tubulo 11/,—2 mm longo, basi incrassato-annulato, subglanduloso- piloso, limbo- cylindrico, apice profunde quinquefido, subglanduloso- piloso (pilis elongato-clavatis obtusis); pappo lutescente, setis 4—6 interioribus aristi- formibus, denticulato-pilosis, usque ad 2!/; mm longis, exterioribus brevibus vix 1 mm longis, paleaceis, apice lacerato-denticulatis; achaeniis (admodum immaturis) turbinatis, striato-angulatis (angulis parce hirtis) 13/,—2 mm longis, fuscis.
Plantae Lehmannianae ete. Compositae. 63
Species L. liaboidi (syn. Alibum liaboides Less. syn. 152 et forsan L. lyratum As. Gr. ex Bzevrnu.-Hoox., Gen. II. p. 436) proxime affinis, differt caulibus repentibus, foliis subtrinervatis, basi nunquam pinnatifidis, capitulis minoribus.
Caulibus tenuibus, usque ad 50 cm longis, repentibus, foliis supra clare-viridibus, subtus virescenti-argenteis vel niveis.
Columbia: erescit locis umbrosis, humidis in declivibus superioribus orientalibus prope Páramo de Guanácas, alt. s. m. 2600 —3000 m, ubi floret mense Martio (n. 4775).
64. Neurolaena lobata (L.j R. Br., Obs. comp. p. 120.
Suffrutex usque ad 4 m altus, floribus virescenti-luteis.
Golumbia: crescit in valle arida fluminis Rio Verde prope Frontino, prov. Antioquia, alt. s. m. 1000 m, ubi floret mense Aprili (n. 4647); loco non indicato leg. J. Triana (n. 1440).
65. Erechtites valerianaefolia (Wolf) DC., Prodr. VI. p. 295.
Pappus in specimine niveus.
Herba usque ad 11/3 m alta, parce ramosa, foliis glaucis, floribus lilaceo-purpuras- centibus.
Columbia: crescit in fruticetis prope urbem Popayan, alt. s. m. 1500 —2000 m, ubi floret mense Martio— Aprili (n. 7598).
66. Culcitium adscendens Benth., Plant. Hartweg. p. 205. n. 4134.
Capitula quam in specimine originali paulo majora.
Suffrutex usque ad 50 cm altus, foliis cinereo-tomentosis, floribus lutescenti-albidis,
Ecuador: crescit in Páramo del Cajas, Andium occidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3500—4000 m, ubi floret mense Septembri et Octobri (n. 4598).
67. C. uniflorum (Lam.) Hieron.; syn. Gnaphalium uniflorum Lam. diet. 752, Wun, Spec. III. p. 4874: syn. Culcitium reflexum ku, in H. B., Nov. gen. et spec. 134 (171) et — e specimine originali in Herbario Regio Berolinensi — syn. C. ledifolium Kth. I. c. p. 133 (170).
Frutex usque ad 70 cm altus, floribus virescenti-luteis.
Ecuador: crescit in lapidosis lateris occidentalis montis Chimborazo, alt. s. m. 3500—4000 m, ubi floret mense Julio— Januario (n. 4695).
68. Gynoxys buxifolia (Kunth) Cassini, Dict. 48, 455. var. brevi- folia Hieron. nov. var.
Differt a forma typica laminis foliorum late ovatis, quam in typo brevioribus, admodum usque ad 2!/, em longis, usque ad 16 mm latis, basi rotundatis vel subcordatis, apice rotundatis, nervo medio lateralibusque supra subtusque prominulis inter nervos laterales reticulatis. Capitula c. 15—20-flora, floribus femineis radii 5—6, ligula ovato-oblonga vel oblonga, usque ad 7 mm longa, 2!/; mm lata, tubulo &!/ mm longo, basi subcoriaceo, inerassato, floribus hermaphroditis disci c. 40—145, corolla c. 8 mm longa, tubulo 2 mm longo, basi incrassato, limbo 6 mm longo, apice profunde
64 G. Hieronymus.
quinquefido. — Mensurae florum a Kunthio in descriptione in H. B. Nov. gen. et spec. IV. p. 147 (188) male relatae sunt.
Frutex usque ad 4 mm altus, foliis supra obscure viridibus, nitidis, subtus fer- rugineo-cinereis, tomentosis, floribus luteis.
Ecuador: crescit in fruticetis supremis in Páramo defZoghunes inter (Una et Zaraguro, alt. s. m. 3000—3300 m, ubi floret mense Octobri (n. 4899).
69. 6. Hallii Hieron. n. sp.
Arbor ramis crassiusculis, angulatis, adpresse tomentellis; foliis petio- latis; petiolis erassis, tomentellis, 1 —2 em longis; laminis ovato-oblongis, basi rotundatis vel subeordatis, apice acutiuseulis vel obtusiusculis (maximis in speciminibus 9—10 em longis, 3!/;—4 cm latis), integerrimis, coriaceis, penninerviis, inter nervos laterales arcuatos reticulato-venosis (nervis venis- que utrinque manifeste prominulis vel foliorum vetustiorum supra obscure prominulis), supra glaberrimis nitidis, subtus cinereo-tomentosis, corymbis terminalibus vel axillaribus, pedunculatis (pedunculis crassis, 3—4 cm longis, tomentosis, bracteolatis (bracteolis linearibus, tomentosis); capitulis e. 15-floris, pedicellatis (pedicellis tomentosis, bracteolatis); involucri cam- panulati squamis 7—8 oblongis, acutiuseulis vel obtusiusculis, dorso plus minusve tomentellis, 5—6 mm longis, c. 2 mm latis, caliculi squamis c. 4—6 brevibus triangulari-lanceolatis, tomentosis; floribus ligularibus femineis radii c. 9, tubulo e. 4 mm longo, ligula 6 mm longa, 2 mm lata; floribus hermaphroditis disci tubulosis c. 10, corolla c. 6—7 mm longa, tubulo'lim- bum profunde quinquefidum subaequante; pappi setis c. 6—7 mm longis, lutescenti-albidis vel albidis; achaeniis (admodum immaturis) vix 2 mm longis, turbinato-cylindraceis, glabris.
Species proxime affinis G. laurifoliae (Kth.) Cass. (dict. 48. p. 455) differt foliis ovato-oblongis, venulis supra manifestius prominulis,* invo- lueris, corollis et achaeniis paulo brevioribus.
Arbuscula vel frutex usque 4—5 m altus, foliis supra obscure lutescenti-viridibus, subtus argenteo- vel cinereo-albidis, floribus luteis.
Ecuador: erescit in regione suprema silvae Andium occidentalium prov. Quito, alt. s. m. 2800—3400 m (n. 4664) et prope Zurucucho et Tambo de Quinua haud procul ab urbe Cuenca, alt. s. m. 3000—3500 m, ubi floret mense Augusto—Septembri (n. 4605). — In monte ignivomo Pichincha, alt. s. m. 3400 m legit Francis HALL.
70. Senecio sagittatus (Vahl); syn. Cacalia sagittata Vahl, symb. Ill. p. 91, Emilia DC., Prodr. VI. p. 302. n. 3.
Herba foliis pallide glaucis, floribus cinnabarinis.
Columbia: crescit in lapidosis et muris prope Envigado prov. Antio- quia, alt. s. m. 4500—1600 m, ubi floret mense Decembri (n. 7489).
71. S8. Chionogeton Wedd., Chl. and. I. p. 94 ex descriptione.
Forma macrocephala Hieron, (syn. S.Chionogeton Wedd. Lei Capitulis majoribus, involucri squamis maximis 8—10 mm longis, floribus c. 100.
Plantae Lehmannianae ete, Compositae. 65
In Columbia sive Ecuador: loco non indicato (n. 4604). — In Columbia, loco accuratius non indicato leg. J. TRiANA (n. 1474).
Forma microcephala Hieron.: Capitulis minoribus, involucri squamis c. 7 mm longis, floribus c. 50—60.
Ecuador: crescit in Páramo de Mojondra, prov. Quito, alt. s. m. 3300—3800 m, ubi floret mense Julio et Augusto (n. 4903). > 72. S. cuencanus Hieron. n. sp.
Herba subscandens, caulibus usque ad 3 cm longis, ramosis, cavis, subteretibus, sulcato-striatis, glabris, foliis petiolatis (petiolis A4—1!/, em longis, canaliculatis, basi vaginatis), supremis subsessilibus, laminis lineari-laneeolatis (maximis 9 cm longis, 9 cm latis), utrinque attenuatis, acutis, crebre denticulatis (denticulis mucronatis, reflexis), membranaceis, pinnatinerviis, inter nervos laterales tenuiter reticulato-venosis, glabris; cymis corymbosis, terminalibus vel axillaribus capitula pauca gerentibus; capitulis pedunculatis (pedunculis capitulorum inferiorum usque ad 4 em longis, superiorum brevioribus, bracteis foliaceis suffultis), discoideis; in- volueris campanulatis, calyculatis; squamis involucri e. 19— 92, late lan- ceolatis, acuminatis, margine scariosis, apice penicillatis, 6—7 mm longis, vix 1!/ mm latis, basi subcoriaceis, squamis calieuli 8—412, iis involucri subconformibus et subaequalibus, angustius lanceolatis, foliaceis, margine haud scariosis; floribus c. 55—70, omnibus hermaphroditis tubulosis, corollis c. 6 mm longis, glabris, tubulo limbum campanulato-eylindraceum apice profunde quinquefidum subaequante, styli ramis penicillatis; pappi setis corollam aequantibus, sordide albidis; achaeniis admodum immaturis glabris, eylindraceo-turbinatis, c. 11/ mm longis.
Species affinis S. assuay ensi DC. (Prodr. VI. p. 429) et S. patenti (Kunth) DC. (Prodr. VI. 423), differt ab utroque foliis basi attenuatis, acutis, glabris.
Herba subvolubilis, foliis lutescenti-viridibus, floribus virescenti-albidis.
Ecuador: crescit in regione suprema fruticetorum ad Páramo de Chaning Andium orientalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3000—3400 m, ubi floret mense Septembri—Novembri (n. 4945).
7 73. S. pindilicensis Hieron. n. sp.
Herba scandens, caulibus cavis, sulcato-angulatis, striatis, hirsutis (pilis artieulatis); foliis (superioribus) oblongis, amplexicaulibus vel basi sub- Iyrato-partitis, auriculatis, apice acuminatis (maximis in specimine 7—7!/; em longis, 31/,—4 em latis), crebre mucronato-dentatis, supra parce hirsuto- puberulis, subtus sublutescenti-albido-tomentosis, pinnatinerviis; eorymbis compositis terminalibus, corymbis partialibus longe pedunculatis, pedunculis hirsuto-puberulis ; capitulis peduneulatis (pedunculis usque ad I em longis, hirsuto-puberulis), discoideis; involucris campanulatis, calyculatis; invo- lucri squamis 13, lanceolatis, acuminatis, c. 8 mm longis, 11/,—1?/, mm latis, margine subseariosis, dorso hirsutis, apice subpenicillatis, squamis ealyeuli
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 5
66 G. Hieronymus.
6—7, anguste linearibus, acutis, usque ad 5 mm longis, !/; mm latis, margine ciliatis; floribus omnibus hermaphroditis tubulosisque c. 30-—40, corollis c. 6—7 mm longis, tubulo puberulo, eylindraceo, filiformi, 31/—1 mm longo, limbo glabro campanulato, c. 3 mm longo, profunde quinquefido, styli ramis penicillatis; pappi setis corollam subaequantibus, sordide albidis; achae- niis admodum immaturis glabris, cylindraceo-turbinatis, e. 2 mm longis.
Species proxime affinis S. assuayensi DC., differt foliis latioribus, capitulis majoribus, corollis longioribus.
Herba scandens, caulibus usque ad 5 m longis, floribus pallide virescenti-luteis.
Ecuador: crescit in frutieetis prope Pindilique Andium orientalium prov. Cuenca, alt. s. m. 2500—3000 m, ubi floret mense Octobri (n. 4944).
74. S. otophorus Wedd., Chlor. Andin. I. p. 98.
var. microcephala Hieron. nov. var.
Differt a forma typica capitulis minoribus 60—70-floris, involucri squamis 14—20, brevioribus, c. 8 mm longis.
Species proxime affinis S. Assuayensi DC., differt foliis juxta in- sertionem utrinque aurieula rotundata et denticulata auctis.
Caules tenues usque ad 4 m longi, scandentes, foliis supra obscuro-viridibus, subtus cinereis.
Ecuador: crescit in regione fruticetorum supremorum ad Páramo de Huairacaja, Chaning et Pilzhum Andium orientalium prov. Cuenca alt. s. m. 3000—3300 m, ubi floret mense Octobri (n. 4942).
75. S. Lehmanni Hieron. n. sp.
Mierochaete fruticosa, ramosissima, ramis apice subhirto - tomen- tellis, demum glabratis, foliosis, foliis breviter petiolatis (petiolo c. 4 mm longo, hirsuto-tomentoso), laminis oblongo-linearibus, acuminato-mucro- natis, 1—1!/; em longis, 1!/ mm latis, integerrimis, margine revolutis, uninerviis, supra sparse pilosis, demum glabrescentibus, subnitentibus, subtus subsericeo-tomentellis; corymbis crebris, in ramulis terminalibus, e 6—10 eapitulis eompositis; capitulis discoideis, 20—22-floris, longius- cule peduneulatis (pedunculis usque ad (is em longis, 2—4 bracteolatis, dense hirto-tomentellis, bracteolis subulatis 2—2!/; mm longis, tomentellis); involucris calyculatis campanulatis, involucri squamis 8—10 (14), lanceo- lato-ovatis, c. 4 mm longis, 1!/; mm latis, acutis vel subacuminatis, margine scariosis, glabris, dorso subviolaceo dense hirto-tomentellis; calyculi squa- mis bracteis peduneuli similibus; floribus omnibus hermaphroditis tubulosis, corollis 5 mm longis, tubulo basi ampliato limbum campanulato-cylindra- ceum apice quinquefidum subaequante vel paulo breviore; pappi setis corollam subaequantibus, sordide albidis; achaeniis admodum immaturis cylindraceo-turbinatis, glabris, 41/, mm longis.
Species affinis S. ledifolio (Kth.) DC. (Prodr. VI. p. 421) et S. lanato (Kth.) DC. (Prodr. VI. p. 422). differt foliis angustioribus.
e "un
Plantae Lehmannianae etc. Compositae. 67
Frutex usque ad 3 m altus, dense ramosus, foliis obscuro-viridibus, floribus lutes- centibus.
Columbia: crescit in frutieetis apertis altiplaniciei Santa Rosa, prov. Antioquia, alt. s. m. 2500—3000 m, ubi floret mense Decembri (n. 7434).
76. S. lanatus (Kth.) DC., Prodr. VI. p. 422; syn. S. sericeus Willd., Herb. n. 15 744 mscr.
Involueri squamis 9—43, calyculi 3.
Frutex usque ad 4 m altus, dense ramosus, foliis glaucis, floribus ochraceis.
Columbia: crescit in fruticetis densis in montibus occidentalibus altiplaniciei Bogotensis, alt. s. m. 2600—3200 m, ubi floret mense Martio.
77. S. nitidus (Kth.) DC., Prodr. VI. p. 421. n. 477.
Capitula 45—50-flora, involucri squamis 7—9, c. 5 mm longis, 11 —43/, mm latis, calyeuli 8, floribus omnibus tubulosis, hermaphroditis, corollis 4 mm longis, tubulo brevi, vix 1!/; mm longo, in limbum paulo ampliatum eylindraceum apice breviter quinquefidum transeunte.
Frutex usque ad 3 m altus, ramosus, foliis glaucis, floribus luteis.
Ecuador: crescit in regione suprema fruticetorum in Páramo de Tuza, prov. Imbabura, alt. s. m. 3300—4000 m, ubi floret mensibus Augusto—Octobri (n. 4680). > 78 S. pulchellus DC., Prodr. VI. p. 424; syn. S. baccharoides Willd. mser. in Herb. n. 15 745.
Frutex dense ramosus, usque ad 4 m altus, foliis obscure luteo-viridibus, nitenti- bus, erassiusculis, floribus virescenti-luteis.
Golumbia: crescit in fruticetis densis in Páramo de Guerrero mon- tium oecidentalium altiplaniciei Zipaquirensi alt. s. m. 2700—3200 m, ubi floret mense Martio (n. 7485).
79. S8. modestus Wedd., Chlor. and. I. p. 405. t. 48 B ex descriptione.
Herba foliis supra arachnoideo-tomentosis, demum glabrescentibus, subtus dense tomentosis, floribus virescenti-luteis.
Ecuador: crescit in Páramo de Mojandra, prov. Quito alt. s. m. 3300—4000 m, ubi floret mensibus Julio—- Octobri (n. 4677).
80. S. laciniatus Kunth in Hume. et Boner., Nov. gen. et spec. IV. p. 137 (475).
Flores cinnabarini.
Ecuador: crescit in fruticetis apertis prope Las Juntas, prov. Loja alt. s. m. 4800—2300 m, ubi floret mense Octobri— Novembri (n. 4904).
81. S, cervilingua Schultz-Bip. msc. ap. WeDo., Chlor. and. I. p. 125 syn. S. formosus (Kth. in Hums.-Bowrr., Nov. gen. et spec. IV. p. 138 [177]) var. 8 latifolius Wedd., Chlor. and. I. p. 125.
Herba usque ad 2 m alta, parce ramosa, foliis lutescenti-viridibus, tomento cinereo vestitis, floribus kermesinis.
Columbia: nomine vernaculo »Arnica«, crescit locis uliginosis in Páramo de Guerrero montium occidentalium altiplaniciei Zipaquirensis, alt. s. m. 2900—3500 m, ubi floret mense Januario— Martio (n. 7484).
5*
68 G. Hieronymus,
89. S. ecuadorensis Hieron. n. sp.
Frutex ramosus, ramis basibus petiolorum delapsorum inferne tectis, apice foliosis, hirtulis; foliis parvis breve petiolatis, petiolis vaginato-dila- tatis, 2 mm longis, 4 mm latis, laminis late ovatis, 5—8 mm longis, 3—6 mm latis, margine subrevoluto utrinque grosse 2—3-mucronato-dentatis, basi rotundatis, apice acutiusculis vel obtusiuseulis, mucronatis, glabris, coria- ceis, crassiusculis, siccitate nigricantibus, nervo medio subtus prominente, nervis lateralibus vix manifestis; capitulis apice ramulorum pluribus con- gestis vel raro solitariis, subnutantibus vel erectiusculis, calyculatis, breviter peduneulatis, e. 23—95-floris; involucri squamis 8, lineari-lanceolatis, c. 7 mm longis, 1!/,—2 mm latis, apice acutiusculis vel obtusiusculis peni- eillatis, ceterum glabris, margine subscariosis; calyculi squamis c. 4—5, illis dimidio brevioribus, similibus; floribus radii femineis 8, ligula c. 51/, —6 mm longa, lineari angusta, convoluta, tubulo c. 4 mm longo; floribus disci hermaphroditis, corollis 7—8 mm longis, tubulo limbum paulo am- pliatum eylindraceum apice quinquefidum subaequante ; pappi pilis c. 7 mm longis; achaeniis (admodum immaturis) turbinato-cylindraceis, glabris, c. A mm longis.
Species proxime affinis S. arbutifolio (Kth. in Hums.-BoneL., Nov. gen. et spec. IV. p. 143 [482]), differt capitulis minoribus, involucri squa- mis semper 8 (nee 8—12), foliis utrinque 2—3- (nec 3—35-)dentatis, bre- vioribus. An forsan S. myrsinites Turcz., Bullet. Soc. natur. Mosc. XXIV. part I. p. 211, cui ex descriptione folia elliptica obtusa denticulata attribuuntur?
Frutex usque ad (ia m altus, ramosissimus statura pyramidali, floribus vires- centi-luteis.
Ecuador: crescit in regione suprema fruticetorum prope Tambo de Quinua, Andium occidentalium prov. Quenca, alt. s. m. 3000—3600 m, ubi floret mense Junio—Octobri (n. 4576).
83. S. ericaefolius Benth., Plant. Hartweg. 208.
Frutex usque ad 2 m altus, ramosissimus statura pyramidali, floribus luteis.
Ecuador: crescit in regione suprema fruticetorum prope Tambo de Quinua et Contrayerba Andium oceidentalium prov. Cuenca alt. s. m. 3000—3700 m, ubi floret mense Majo—Octobri (n. 4575). — Columbia: loco non indicato leg. cl. J. Trıana (n. 1473).
84. S. Sinclairii (Benth.) Hieron.; syn. Gynoxys Sinclairi Benth., Bot. of Beech. voy. of the Sulphur. p. 120 ex descriptione.
Frutex scandens, caulibus usque ad 2 m longis, foliis lutescenti-viridibus, floribus cinnabarinis.
Ecuador: crescit in fruticetis apertis prope Pucála ad fluvium Rio Zamora haud procul ab urbe Loja alt. s. m. 4800 m, ubi floret mense Oc- tobri (n. 4913).
Plantae Lehmannianae etc, Compositae, 69
85. S. Jussieui Klatt msc. in herb. reg. Berol. syn. Gynoxys cordifolia Cass. dict. 48. p. 456 et Senecio scandens Juss. herb.
Frutex scandens, caulibus usque ad 3 m longis, floribus cinnabarinis.
Ecuador: crescit in silvis raris prope Playas haud proeul a Baba- hoyo, ubi floret mense Junio—Octobri (n. £914).
86. Werneria nubigena Kunth in Hums.-Boxrr., Nov. gen. et spec. IV. p. 151 (193), syn. W. nubigena « vulgaris Wedd., Chlor. and. I. p. 80.
Folia crassa glauca, flores ligulati, ligula albida margine purpurascens.
Ecuador: crescit locis uliginosis in Páramo de Mojanda, prov. Quito et Imbabura, alt. s. m. 3500—4000 m, ubi floret per totum annum (n. 4662).
87. W. pumila Kunth in Hums.-Bonxrt., Nov. gen. et spec. IV. p. 150 (192). tab. 368.
Columbia vel Ecuador loco non indicato (n. 4600).
88. W. pygmaea llook. et Arn., Journ. of bot. IIl. 348.
var. B. praemorsa Wedd., Chlor. and. I. p. 84.
Caespites densi extensi, folia obscure viridia, flores albi.
Ecuador: crescit locis humidis in Páramo de Chaning et in monte Cerro Pilzhum Andium orientalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3300—4000 m (n. 4650).
89. Chuquiragua insignis Humb. et Bonpl., Plant. aequin. I. 153.
var. à. armata Wedd., Chlor. and. I. p. 3.
Frutex usque ad 4 m altus, floribus ochraceis.
Ecuador: erescit in regione fruticetorum suprema inter Taday et Chaning alt. s. m. 3500—3800 m, ubi floret per totum annuum (n. 4656).
90. Lyeoseris mexicana (L. f.) Cass., Opusc. Il. p. 95 et 113. Less. in Linnaea 1830. p. 255.
Frutex ramis teneribus dependentibus, usque ad 4 m altus, foliis supra obscure viridibus, subtus albo-tomentosis, floribus obscure roseo-aurantiacis,
Columbia: crescit in fruticetis vallis Dagua et vallis Cauca, alt. s. m. 500—4200 m, ubi floret mense Julio (n. 7490). — Loco non indicato in Columbia legit cl. J. Trıana (n. 1493).
91. Onoseris purpurata Willd., Sp. II. p. 1702.
Herba radice crassa fusiforme, caule usque ad 30 cm alto, foliis clare-viridibus, subtus argenteo-albidis, floribus lilacino-purpureis.
Columbia: crescit in fruticetis camporum sabanas dictorum ad rupes et locis lapidosis prope fluvium Rio Paez, prov. Tolima, alt. s. m. 1000 —1300 m, ubi floret mensibus Decembri — Martio (n. 4755). — In Columbia loco non indicato leg. cl. J. Triana (n. 1500).
99. 0. Trianae Hieron. n. sp.
Isotypus suffruticosus, ramis arachnoideo-tomentosis teretibus, flexuo- sis; foliis apice ramulorum subrosulatis, petiolatis (petiolo 2—8 cm longo, anguste alato, canaliculat, subtus tomentoso) ; laminis subtriangulari-o vatis,
10 G. Hieronymus.
basi cordatis, angulis subacuminatis vel rotundatis, apice acuminatis, integris vel margine revoluto subundulatis, (maximis in speciminibus 81/, cm longis, D em latis), supra arachnoideis, demum glabrescentibus, subtus albido- tomentosis, papyraceis; pedunculis seapiformibus axillaribus capitulum solitarium vel apice ramosis capitula pauca gerentibus, 10—40 cm longis, subarachnoideis vel glabrescentibus, parte inferiore sparse, parte superiore vel ramulis infra involucrum densius bracteolatis, bracteolis elongato-tri- angularibus, acutis, 3—4 mm longis, subarachnoideis vel glabrescentibus ; capitulis magnitudine eapitulorum O. purpuratae Willd., vel paulo mi- noribus, involucris campanulatis polyphyllis, squamis crebris multiseriatis, subarachnoideis vel glabrescentibus, interioribus linearibus acutis, 15—17 mm longis, apice et linea dorsali violaceo-purpurascentibus, margine pallide viridibus, ventre albescentibus, exterioribus sensim decrescentibus, extimis elongato-triangularibus, dorso ubique violaceo-purpuraseentibus, ad brac- teolas pedunculi transeuntibus, receptaculo plano hirto; floribus radii 10—45, corollis 20—23 mm longis, tubulo c. 10 mm longo, ligula exteriore 12—15 mm longa, 1?/,—2 mm lata, subtus tomentosa, apice breviter tridentata, ligula interiore anguste lineari, apice filiformi; floribus disci numerosis, corolla cylindracea, 12—15 mm longa, apice vix ampliato quinquefida, pappi setis subscabris, 44—12 mm longis; achaeniis eylindraceis, hirtis, apice sub- incrassato-annulatis, 5—7 mm longis.
Species affinis O. purpuratae Willd. differt foliis minoribus sub- integris, inflorescentia capitula pauca vel capitulum solitarium gerente, involueri squamis brevius acuminatis etc.
Flores e schedula cl. Lenmarnı violaceo-coerulei, folia supra obscure lutescenti- viridia.
Columbia: crescit in aridis formationis Cangahua ad Rio Juanambu, prov. Pasto, alt. s. m. 1500—2000 m, ubi floret mense Julio—Augusto (n. 4908). — In Columbia loco non indicato legit cl. J. Triana (n. 1504).
93. 0. Warszewiczii Hieron. n. sp.
Hipposeris suffruticosa, divaricato-ramosa, ramis arachnoideo-tomen- tosis, teretibus, obscure striatis; foliis sessilibus, margine subrevoluto in- tegris, lineari-lanceolatis, acutis, (maximis 31/5— 41/, em longis, 4—6 mm latis), papyraceis, supra arachnoideis, demum glabrescentibus, subtus adpresse albido-tomentosis; capitulis pedunculatis (pedunculis usque ad 14 em longis substriatis, arachnoideis, crassiusculis), magnitudine capitulis O. h yssopi- foliae Kunth paulo majoribus, involucris campanulatis, polyphyllis, squa- mis crebris, dorso violaceis, ventre subfusco-albidis, arachnoideis, demum glabrescentibus, interioribus linearibus, acutis, c. 4 em longis, 4 mm latis, exterioribus sensim decrescentibus, extimis elongato-triangularibus ; recep- taculo plano piloso; floribus radii 412—418, corollis 22—23 mm longis, ligula exteriore 16—17 mm longa, 21/ mm lata, apice profunde tridentata, ligulae interioris segmentis 2 filiformibus, tenuibus, c. 3 mm longis, tubulo c. 5 mm
Plantae Lehmannianae ete. Compositae. 71
longo; floribus disci numerosis tubulosis, corolla c. 12 mm longa, cylindrica, apiee vix ampliato profunde quinquefida; pappi setis interioribus paulo crassioribus, c. 14—12 mm longis, exterioribus tenuioribus brevioribusque; achaeniis admodum jmmaturis turbinato - cylindraceis quinque - angulatis, angulis et apice hirto-pilosis, 21/; mm longis.
Species affinis O. hyssopifoliae (Kth. in Huwns.-Bowrr., Nov. gen. et spec. IV. p. 7 [9]. t. 306) et O. salicifoliae (Kunth. l. c. p. 7 [9]), et quasi intermedia, differt a priori foliis latioribus, capitulis erassioribus et invo- lucro, a specie altera differt foliis angustioribus, integris et involucri squamis exterioribus minus acuminatis, nec aristato-subulatis, nec squar- rosis.
Ecuador: crescit in lapidosis aridis, vuleanicis prope Cochapata, prov. Cuenca alt. s. m. 2000—2500 m, ubi floret mense Octobri (n. 4907). — [n Ecuador loco non indicato alt. s. m. 2600 m leg. cl. WaRSCEWICZ (n. 34).
94. Barnadesia Trianae Hieron. n. sp.
Frutex ramulis striatis, dense pubescentibus, demum glabratis, fusco- violaceis, aculeis axillaribus geminis, c. 2 em longis, rectis, c. 3/, mm crassis, vel nullis; foliis petiolatis (petiolo 1/j—11/? em longo, canaliculato, puberulo); laminis coriaceis, integerrimis, oblongis vel subobovato-oblongis, utrinque breviter acuminatis, apice mucronatis, margine subrevolutis vel planis, utrinque sparse hirsuto-pilosis, demum glabrescentibus, pinnati- nerviis (nervo medio lateralibusque subtus prominentibus, pallide flavo- viridibus), inter nervos laterales reticulato-venosis; laminis foliorum maxi- morum in specimine c. 10—12 cm longis, 5—6 em latis; inflorescentia composita, corymboso-cymosa, ramis axillaribus pedunculatis, peduneulis foliaceo-bracteatis, pubescentibus; capitulis crebris pedicellatis (pedicellis 2—8 mm longis, pubescentibus); involucris cylindraceo- campanulatis ; squamis crebris multiseriatis, coriaceis, subolivaceo-stramineis, ciliatis, dorso parce puberulis vel glabrescentibus, interioribus linearibus, breviter acu- minatis, e. 44 mm longis, 4 mm latis, exterioribus sensim decrescentibus, elongato-triangularibus, acutis mueronatis, dorso subcarinatis, extremis basalibus densius puberulis, brevibus, triangulari-ovatis; receptaculo plano, setoso; floribus exterioribus 8, corollis c. 18 mm longis, ligula exteriore 9 mm longa, 2!/; mm lata, apice 4- dentata (dentibus dorso hirsutis], ligula interiore e. 6 mm longa, filiformi; flore centrali solitario, corolla tubulosa subregulari, e. 40 mm longa, tubulo limbum basi extus hirsutum paulo ampliatum apice profunde 4-fidum longitudine subaequante, laciniis parce hirsutis; pappi setis florum bilabiatorum 412—416, a basi plumosis, c. I em longis, setis floris centralis c. 20, basi subglabrescentibus, vix 7 mm longis, demum elastice revolutis; achaeniis turbinatis, 4 mm longis, dense sericeo- villosis.
Species propter florem centralem solitarium juxta B. corymbosam
72 G. Hieronymus.
Don inserenda, differt foliis majoribus, capitulis floribusque minori- bus etc.
Frutex spinosus usque ad 5 m altus, foliis luteo-viridibus, floribus lilacinis.
Golumbia: crescit in fruticetis apertis ad flumen Rio de la Honda prope Aranzasu, prov. Antioquia, alt. s. m. 4800—1800 m, ubi floret mense Martio (n. 4622); loco non indicato legit cl. Tnıana (n. 1499).
95. Mutisia intermedia Hieron. n. sp.
M. e sectione Pinnatisectarum DC., fruticosa, caulibus seandentibus, leviter striatis, arachnoideo-tomentosis, demum glabrescentibus ; foliis pinnati- sectis, segmentis 3-jugis (paribus oppositis vel subalternis), supra arachnoi- deis, demum glabrescentibus, subtus dense tomentosis (tomento in specimine subferrugineo-rubello), superioribus majoribus (maximis c. 6 em longis, 3 cm latis), oblongis, utrinque rotundatis, apice mucronato- apiculatis, breviter petiolulatis (petiolo vix 2 mm longo), infimis basalibus subreflexis, sessilibus, minoribus, stipuliformibus, oblique ovatis, inaequalilateralibus, (maximis c. 11/5 cm longis, 6—7 mm latis), acutis; eirrho trifido vel bifido, ramo altero simplici, altero bifido; capitulis terminalibus magnitudine intermediis inter capitula M. grandiflorae, H.B. et M. Clematis L. f., breviter pedunculatis (pedunculis in specimine c. 4 em longis); involucris eylindraceis, squamis c. 9 seriatis, apice et margine arachnoideo-tomentosis vel glabrescentibus, acutis vel breviter acuminatis, apice submueronatis, foliaceis, interioribus lanceolato-linearibus, 4—41/, em longis, 6—7 mm latis, exterioribus lanceo- latis sensim decrescentibus, infimis late ovato-triangularibus; floribus radii 8, corollis 40—142 cm longis, ligula inferiore tubo cylindraceo subaequilonga, 6 mm—11/, em lata, lanceolata, apice obtusiuscula, subintegra vel breviter bidentata, laciniis ligulae superioris filiformibus, tenuibus, c. 4 cm longis; floribus disei c. 20—30, corolla 5—6 cm longa, ligulis aequilongis, tubo vix longioribus, altera apice breviter trifida, altera profunde bifida, laciniis dorso tomentosis, pappi setis plumosis, c. 30, 2 em longis rubellis, achaeniis ad- modum valde immaturis glabris, turbinatis.
Species proxime affinis M. grandiflorae H. B. et M. Glematidi L. f. et quasi intermedia inter eas.
Caules usque ad 5 m longi, scandentes; folia supra obscure viridia, subtus fer- rugineo-tomentosa, flores clare kermesini.
Ecuador: erescit in fruticetis densis prope Chuchi in montibus a Guaranda et Chimbo ad occidentem vergentibus, alt. s. m. 9800 m, ubi floret mensibus Augusto —Septembri (n. 4916).
96. M. Clematis L. f., Suppl 373.
Caulis scandens, usque ad 12 m longus, folia supra arachnoidea demum glabres- centia, obscure viridia, subtus cinereo-tomentosa, flores coccinei.
Columbia: crescit in fruticetis declivium amborum montium occiden- talium altiplanicei Bogotensis, alt. s. m. 2500—2800 m, ubi floret mense Martio (n. 7476). — Loco non indicato legit cl. Trıana (n. 4499).
Plantae Lehmannianae ete. Compositae. 73
97. M. Lehmanni Hieron. n. sp.
M. e sectione Pinnatisectarum DC., fruticosa scandens, ramis sub- angulatis, apice subarachnoideis, demum glabrescentibus, foliis pinnatisectis, segmentis 44—16 alternis (rarius suboppositis), brevissime petiolulatis (petiolulo vix 4 mm longo), superioribus ovato-lanceolatis, apice obtusiusculis, brevissime mucronato-apieulatis, (maximis 3 em longis, 12 mm latis), supra subarachnoideis, mox glabrescentibus, subtus tomento albido appresso persistente vestitis, cirrho bifido, ramis simplicibus vel altero bifido (ramis lateralibus eirrhi alternis), capitulis magnitudine M. Clematidis L. f. peduneulatis (pedunculis in speciminibus 5—10 cm longis, medio et infra capitulum bracteatis, bracteis triangulari-ovatis, involucri squamis inferiori- bus consimilibus); involucris cylindraeeis, squamis circiter 5—6-seriatis, foliaceis, dorso arachnoideis vel glabrescentibus, interioribus lanceolatis vel subovato-lanceolatis, apice acutis, c. 4 em longis, 6 mm latis, exterioribus sensim decrescentibus, extimis triangulari-ovatis, acutis, patentibus ; floribus radii 8, corollis glabris c. 5—5'/, em longis, tubo fere 3!/; em longo, ligula exteriore ovato-lanceolata, 18 mm—? cm longa, 6—7 mm lata, laciniis ligulae interioris tenuibus, filiformibus, vix 2 mm longis, vel nullis; floribus disci 16, corollis glabris c. 4!/; cm longis, ligulis tubum subaequantibus, exteriore apice trifida, interiore subintegra; pappi setis parte superiore plu- mosis c. 30—35, c. 41/2 cm longis; achaeniis admodum immaturis cylindra- ceis, glabris, c. 6 mm longis.
Species M. Clematidi L. f. affinis, sed tomento M. dealbatae DC. similis, a priori differt segmentis foliorum 14—16 et involucro, ab altera differt segmentis brevissime petiolulatis nee sessilibus, involucro etc.
Caules scandentes usque ad 40 m longi, ramosissimi, foliis supra obscure viridibus, nitidis, subtus argenteo-cinereis, floribus lucenti-puniceis.
Ecuador: crescit in regione suprema silvarum prope Zurucucho Andium occidentalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3000—3500 m, ubi floret mense Aprili — Octobri (n. 1568).
98. M. alata Hieron. n. sp.
M. e sectione Pinnativenosarum, fruticosa, caulibus scandenti- bus, glabris, trialatis, alis ad foliorum insertionem interruptis, integerrimis, reticulato-venosis, usque ad 6 mm latis; foliis sessilibus, lanceolato-linearibus, acuminatis, basi cordatis, integerrimis vel basi obscure crenatis, nervo medio in cirrbum simplicem 1—2 em longum producto subpinnatinerviis, (nervis lateralibus tenuibus, flexuosis, venis consimilibus, reticulato-anastomosanti- bus), in statu evoluto utrinque glabris, sed in gemmulis vernatione et inter- dum juventute basi arachnoideis; foliis maximis in speciminibus cirrho excluso BI) em longis, 2 cm latis; capitulis pedunculatis, pedunculis axillari- bus, 4 —2 bracteatis, bracteis ovatis, basi decurrentibus, bialatis (in specimine usque ad 40 cm longis); involucris eylindraceo-campanulatis, c. 4—41/5 cm longis; squamis interioribus purpureo-fuscis, oblongis apice rotundatis vel
74 G. Hieronymus.
obtusis, interdum emarginatis, apiculato-mucronatis, mucrone et margine apicis tomentosis, ceterum glabris, multinerviis, maximis 31/,—4 cm longis, A em latis, exterioribus omnino glabris, sensim decrescentibus, basi fuscis, apice plus minus appendiculatis, appendice squamarum mediarum mucroni- formi, inferiorum foliacea, viridi, ovata, patente vel subreflexa, squamis infimis patentibus, foliaceis, triangulari-ovatis; floribus radii 8, corollis c. 5—51/, cm longis, glabris, tubulo vix 2 cm longo, lamina exteriore 3—3!/, cm longa, apice trifida, c. 5 mm lata, laciniis laminae interioris filiformibus breviter vel nullis; floribus disci numerosis (c. 30—35), corollis 3—3!/; cm longis, tubulo e. 4 em longo, lamina exteriore apice trifida, laciniis laminae inferioris profunde bifidae angustissime linearibus; pappi setis a basi plu- mosis, e. 25, 28—29 mm longis; achaeniis valde immaturis.
Species proxime affinis M. hastatae Cav., differt foliis basi cordatis nec hastatis, ala caulis integra nec sinuato-dentata 1).
Caules scandentes, usque ad 5 m longi, foliis subflavescenti-glaucis, floribus lucenti- aurantiacis.
Ecuador: erescit in regione suprema fruticetorum inter Huasi-huaico et Contrayerba in declivibus oceidentalibus Andium ad occidentem spec- tantium prov. Cuenea, alt. s. m. 2900—3400 m, ubi floret mensibus Majo — Decembri.
99. Chaptalia ovalis Don, Trans. Linn. soc. 46. p. 244 e descriptione. Herba foliis radicalibus petiolatis (petiolis canaliculatis, 4—2 cm longis), laminis 3—3!/; em longis, 2—2!/, em latis, scapis c. 20—25 em longis ferrugineo-tomentosis, infra capitulum solitarium subincrassatis, braeteo- latis (bracteolis lineari-lanceolatis, usque ad 7 mm longis, c. 4 mm latis, acutis, subtus ferrugineo-tomentosis, supra glabris); involucris campanulatis, squamis dorso dense ferrugineo-tomentosis, lanceolato-linearibus, acutis, interioribus c. 1 em longis, 1—14!/, mm latis, exterioribus sensim decres- centibus; floribus radii c. 44—16, corollis c. A cm longis, ligula 6 mm longa, 4 mm lata, tubulo c. A mm longo; floribus disci numerosis, corollis tubulosis subregularibus, e. 8 mm longis, limbo ampliato, profunde quinquefido laciniis subaequalibus, tubulo paulo breviore quam limbus; pappi setis numerosis, rubellis, c. 8 mm lorgis; achaeniis admodum immaturis glabris.
Flores e schedula lutei.
Ecuador: crescit in Andibus orientalibus provinciae Loja, alt. s. m. 3000—3400 m, ubi floret mensibus Octobri et Novembri (n. 4906).
1) Proxime affinis quoque est species tertia nova a cl. M, Bang prope Cochabamba in republica Bolivia lecta et sub n. 884 a cl. N. L. Bnmrrrow et H. H. Russey nomine M. hastatae distributa, cui nomen M. cochabambensis Hieron. n. sp. impositum sit, differt enim a M. hastata Cav. notis pluribus, v. gr. alis caulis nullis vel evanidis vel angustissimis integrisque, foliis utrinque excepta vernatione glabris, involucri squamis haud appendice foliacea ornatis, ut in illa, inferioribus modo solum mucronato-apiculatis.
Plantae Lehmannianae etc. Compositae. 75
100. Hieracium chilense Less. in Linnaea 18341. p. 100.
Herba foliis lutescenti- viridibus, lana cinerea (in specimine sicco fuscescente) vestitis, floribus luteis.
Ecuador: crescit in Andibus orientalibus provinciae Loja, alt. s. m. 3000—3400 m, ubi floret mensibus Octobri et Novembri (n. 4905 partim: sub eodem numero exstat specimen speciei alterius nimis mancum quod forsan ad Hieracium frigidum Wedd., Chl. And. I. p. 295. tab. 42 B ducendum est).
104. Achyrophorus Meyenianus Walp., Rep. Vl. p. 336.
Flores aurei.
Ecuador: crescit in Páramo de Ghaning et in monte Cerro Pilzhum Andium orientalium prov. Cuenca, alt. s. m. 3000—4000 m, ubi floret mense Octobri — Decembri (n. 4900).
Beiträge zur Flora von Afrika. VIII. Unter Mitwirkung der Beamten des Kön. bot. Museums und des Kön. bot. Gartens zu Berlin, sowie anderer Botaniker herausgegeben von A. Engler.
V
Euphorbiaceae africanae. II). Von
F. Pax.
Mit Tafel I u. II und einem Holzschnitt.
Flueggea Willd., Spec. pl. IV. 757.
Fl. nitida Pax n. sp.; frutex glaberrimus foliis breviter petio- latis, coriaceis, supra nitidis, subtus opacis, ellipticis, obtuse aeutis vel obtusiusculis; floribus —; capsula in foliorum axillis pe- dicellata, indehiscente, glabra, triloba, calyce persistente suffulta ; pericarpio tenui, endocarpio membranaceo, exocarpio subsuceoso ` se- minibus in loculis 2, hemisphaericis, testa crustacea praeditis.
Strauch ohne alle Behaarung. Blätter 6—8 cm lang, 3 cm breit, oberseits stark glänzend, mit einem 1/5—93/, cm langem Blattstiel. Kapsel 4—1!/5 cm lang gestielt, 4 cm breit, 6 mm hoch, oft auch von 4 Fruchtblättern gebildet.
Mossambik, Quilimane (Sruntmann n. 559 — Januar 1889, fruchtend).
Fl. nitida ist verwandt mit der im trop. Afrika in der Küstenregion verbreiteten Fl. Bailloniana (Müll.-Arg.) Pax (= Securinega Bailloniana Müll.-Arg. in DC., Prodr. XV. 2. 454) und wie diese auch nur in Früchten bekannt; aber die Fruchtblätter sind mehr verwachsen und die Kapsel daher nur dreilappig, während FI. Bailloniana ein fast apo- carpes Gynäceum besitzt; außerdem bieten Form, Glanz und Consistenz des Blattes,
die vóllige Kahlheit und die deutlich gestielten Früchte gute Unterschiede gegenüber Fl. Bailloniana dar.
4) cfr. ENGLEWS Jahrbücher XV. p. 522—535.
F, Pax, Euphorbiaceae africanae, Il. 77
Phyllanthus L., Gen. n. 1050.
Ph. Dinklagei Pax n. sp.; frutex glaberrimus, ramis flaccidis, dense distichophyllis, spinosulis; foliis parvis, tenuibus, lineari-oblongis, basi et apice obtusis, brevissime petiolatis; stipulis petiolum supe- rantibus, subulatis, deinde spinoso-induratis; floribus in ra- mulis annuis sitis, fasciculatis, graciliter pedicellatis, pedi- cello quam folium breviore ; sepalis floris jj! ovatis, acutis; filamentis 5, liberis, antheris longitrorsum aperientibus; disci glandulis liberis; flores Q sepalis ovatis, subacutis; ovario globoso ; stylis bifidis; seminibus (an maturis?) laevibus.
Langtriebe blattlos, schwach dornig von den erhärteten Stipeln. Kurztriebe 7 cm
lang, dicht beblättert. Blätter 41/3 cm lang, 4 mm breit; Blattstiel 1—2 mm Länge
erreichend. Die Dornen an den älleren Zweigen bis 2 mm lang, braun. Blütenstiel 5—7 mm lang, haardünn, Frucht höchstens 2 mm breit.
Gabun, Mundagebiet, Sibangefarm (M. DinkLace n. 583 — 26. Febr. 1890).
Verwandt mit Ph. loandensis Müll.- Arg., aber schon durch die verdornenden Stipulae sehr verschieden.
Ph. macranthusPax n.sp.; fruticulusglaberrimus, ramis juvenilibus amoene purpurascentibus, ramulis brevibus, compresso-ancipiti- bus; foliis parvis, ovatis vel rotundato-ovatis, lutescenti-viridibus, subtus pallidis, subsessilibus; stipulis subulatis; floribus g" —; floribus Q solitariis vel binis, pro genere magnis; sepalis 6, albis, ovatis, acutis, post anthesin valde aecrescentibus, sub fruetu refractis; disco hypogyno lobato; stylis 3, indivisis, revolutis; capsula de- pressa; seminibus pallidis, laevibus.
Langtriebe blattlos, an der Spitze purpurrot; Kurztriebe zusammengedrückt, zweischneidig, 1—92 cm lang. Blätter 4 mm breit und 5 mm lang. Kelchblätter unter der Frucht 8 mm lang und 5 mm breit, der Kelch ausgebreitet 46 mm im Durchmesser. Samen 2 mm lang.
Mossambik, Festland (SruurwaxN n. 850 — 2. Jan. 1889, fruchtend).
Eine ausgezeichnete, leicht wiederzuerkennende Art, durch die relativ bedeutende Größe des Q Kelches unter der Frucht charakterisiert. Da ($ Blüten fehlen, lässt sich über die Zugehörigkeit der Art nichts Sicheres sagen, doch dürfte sie aller Wahrschein- lichkeit nach in die Nähe von Ph. Boehmii Pax, odontadenius Müll.-Arg. u.s. w. gehören.
Ph. Fischeri Pax n. sp.; fruticulus glaberrimus, ramulis angu- losis; foliis parvis, oblongis, utrinque obtusis, brevissime petiolatis; stipulis triangularibus, acuminatis, refractis; floribus g‘ fasciculatis, breviter pedicellatis; sepalis 6 ovatis, acutis; disci glandulis 5 liberis, papillosis; filamentis 3 connatis; antheris trans- verse dehiscentibus; floribus Q pedicellatis, in axillis sub- solitariis; sepalis 6, 3 interioribus basin versus unguiculato- angustatis; disco hypogyno lobato; stylis bifidis.
Strauch (oder Halbstrauch?) mit kantigen Zweigen. Blattstiel 4 mm lang; Blatt- spreite bis (Lis cm lang und 8 mm breit, unterseits blasser. (j Blüte A mm im Durch-
78 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII,
messer, 1—2 mm lang gestielt. Q Blüte auf robusterem Stiel von 5—6 mm Länge, nur wenig größer als die ĝ.
Ostafrika, ohne nähere Standortsangaben (Fiscngn n. 24). Verwandt mit Ph. sepialis Müll.-Arg. und Ph. meruensis Pax.
Thecacoris Juss., Euph. Tent. 12. t. 4.
Th. membranacea Pax, Bol. de Soc. Broter. X; arbor dioica, macro- phylla, folis membranaceis, ellipticis, acuminatis, basi acutis, glaberrimis, nitidis; petiolo brevissimo, glabro, rugoso; stipulis triangularibus, acutis, fulvo-tomentosis; floribus ci —; flori- bus Q in racemos breves, pubescentes, densifloros dispositis, bracteis triangularibus, ciliatis, exiguis; calyce breviter 5-lobo, his- pidulo-pubescente; petalis minimis, ciliatis; diseo hispido-pubes- cente; ovario glaberrimo, stylis 3, bilobis coronato.
Großblättriger Baum, nur in den Knospen gelblich behaart, sehr früh verkahlend. Blattstiel 3—7 mm lang. Blattspreite mit deutlichem Adernetz, 20—25 cm lang,
8—10 cm breit, von dünner Textur. Q Blüten klein, 2 mm im Durchmesser. Coccen ein stehenbleibendes Mittelsäulchen zurücklassend,
Insel St. Thomas (Quixras n. 424).
Die gleichfalls auf St. Thomas vorkommende Th. Manniana Müll.-Arg. weicht von der hier beschriebenen Art durch kleinere, fast lederartige Blätter, durch lockerere 9 Trauben, den behaarten Fruchtknoten und die wohl entwickelten Blumenblätter ab.
Cyclostemon Bl., Bijdr. 597.
C. Henriquesii Pax, Bol. de Soc. Broter X; arbor ramulis juniori- bus adpresse pubescentibus; foliis breviter petiolatis, glaberrimis, lamina lanceolata vel oblonga, basi acuta, paullo tantum acuta, apice subcaudato-acuminata, integerrima, coriacea, penni- nervi, reticulato-venosa, nitida; floribus Q faseieulatis, crasse pedi- cellatis; stylis 2, apice dilatatis, bilobis; fructu adpresse cinereo- pubescente.
Baum oder Strauch mit stark glänzenden Blättern. Blattstiel bis 40 mm lang ; Spreite 10—12 cm lang, 3—4 cm breit. Fruchtstiele 4—2 cm lang.
Insel St. Thomas, Roca S. Nicolau, 950 m Doten n. 133).
Verwandt mit C. stipularis Müll.-Arg., durch die anliegend behaarte Frucht ver- schieden.
Hymenocardia Wall., Cat. Herb. Ind. n. 3549.
H. acida Tul. var. major Pax; foliis majoribus, magis rugosis, subtus lepidibus aureis paucis adspersis, glabris; fructibus majoribus.
Blätter bis 8 cm lang und bis 31/; cm breit. Frucht bis 31/ cm lang und 4 cm breit.
Mossambik, Quilimane (Srunmann n. 430 — 2. Febr. 1889, fruchtend).
In Blatt und Frucht nur wenig von H. acida Tul. aus West- und Centralafrika ver-
schieden; die ganze Pflanze robuster und die Früchte erheblich grüfer. Drüsen auf der Blattunterseite nur sehr spärlich.
F. Pax, Euphorbiaceae africanae. I. 79
H. lasiophylla Pax n.sp.; frutex ramulis pubescentibus; foliis breviter petiolatis, oblongis vel obovatis, obtusis vel subacutis, coria- ceis, supra glabrescentibus, subtus pubescentibus et aureo- lepidotis, nervis tertiariis inconspicuis; floribus —; fructu late obeordato, alis angulo obtuso divergentibus, loculis glabrescentibus, nervosis.
Blätter 4 cm lang, 2 cm breit. Frucht 2—92!/; cm lang und 3 cm breit.
Deutsch-Ostafrika, Pori am Ugallaflusse Bonn n. 147a — 4. Jun. 1882, fruchtend).
Nahe verwandt mit H. mollis Pax (Exar. Jahrb. XV. 528), verschieden davon durch die nicht vortretende Nervatur zwischen den Fiedernerven 4. Ordnung und die unter sehr stumpfen Winkel divergierenden Fruchtflügel.
Uapaca Baill., Etud. Euph. 595.
U. Teusczii Pax n. sp.; arbor dioica, ramulis crassis, cinereo-velu- tinis; foliis breviter petiolatis, obovatis, obtusissimis, basi acutis, subtus nitidis, glabrescentibus, venis reticulatis; floribus gt —; floribus € in ramulis lignosis orientibus, solitariis vel aggregatis, breviter pedicellatis, pedicello glabrescente; involucri foliis glabris, ob- longis vel obovatis, obtusis; disco hypogyno urceolari, lobato, ciliato; ovario glabro; stylis 3, pluries dichotomis.
Baum mit dicken, grauen, in der Jugend kurz weichhaarigen Zweigen. Blätter trocken oberseits graugrün, unterseits braun, nur längs des Mittelnervs noch spärlich bekleidet, 42—15 cm lang, 8—9 cm breit; das Adernetz deutlich hervortretend. Blatt- stiel kräftig, 2—3 cm lang, schwach grauhaarig, verkahlend, Blütenstiel kaum 4 cm lang. Involucralblätter schuppenförmig, gelblich, 8 mm lang, von etwas lederartiger Consistenz. Fruchtknoten 4 mm lang; die wiederholt gegabelten Griffel zurückgekrümmt, dem Fruchtknoten anliegend.
Angola, Malansche (Teuscz in Mgcnow, Iter angol. n. 423 — Jan. 1880, blühend).
Verwandt mit U, benguelensis Müll.-Arg., ihr habituell auch ähnlich, aber leicht zu unterscheiden durch die Kahlheit der vegetativen Organe und Involucren, auch schon durch das deutliche Adernetz der Nerven dritter Ordnung.
U. Mole Pax n. sp.; arbor dioica glabra, ramulis crassis; foliis breviter petiolatis, obovatis, obtusissimis, basin versus atte- nuatis, opacis, glabris, nervis tertiariis transversis, paral- lelis; floribus —; fructu breviter pedicellato, glabro, ovoideo, parce verruculoso, 3-loculari, loculis abortu monospermis; semine —.
Baum mit dicken, graubraun berindeten Zweigen, (wenigstens zuletzt) völlig kahl. Blätter trocken braungrün, kahl, 45—18 cm lang, 7—9 cm breit; die Nerven 3. Ordnung quer verlaufend, parallel. Blattstiel 4—41/ cm lang. Frucht mit 42—44 mm langem Stiel, 12 mm breit und fast 2 cm lang, rotbraun, mit weißlichen, wenig vorspringenden Punkten.
Oberes Kongogebiet, Mukenge, Bachwald (Poser n. 1635 — 12. Sept. 1882, fruchtend).
Einheimischer Name: Mole.
80 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Nutzen: Die Frucht ist, wie die anderer U.-Arten, essbar. Das Holz wird benutzt zur Bereitung von Holzkohle. Zu diesem Zwecke wird das Holz auf einen Haufen geschichtet und angebrannt. Die untersten Kohlen werden vermittelst Holzstücken aus dem Feuer herausgenommen und mit Erde bedeckt. »Es sind aber nur bestimmte Hölzer, welche zur
Kohlenbereitung benutzt werden.« U. Mole ist nächst verwandt mit U. guineensis (Don) Müll.-Arg., unterscheidet sich aber sofort durch größere Blätter und den regelmäßigen Verlauf der Tertiärnerven.
Croton L., Gen. n. 1083.
Cr. Stuhlmanni Pax n. sp.; frutex (?) pilis stellatis sparsis haud arcte appressis vestitus; foliis ovatis, basi leviter cordatis, apice acuminatis, crenulatis, petiolatis; petiolo lamina subbreviore, apice stipitato-biglanduloso; stipulis obsoletis; racemis densifloris, elongatis, multifloris rhachi ferrugineo tomentosa; bracteis inferioribus flores g' simulque © stipitantibus; calyce floris G' 5-partito, extus pilis stellatis vestito, segmentis late ovatis, subacutis; petalis lanceolatis, sub- tus glabris, supra villosis, calycem superantibus; staminibus ad 20, toro piloso insertis; disci glandulis acutis; sepalis floris Q linea- ribus, petalis aut nullis aut hine inde evolutis filiformibus, recur- vis; disci glandulis triangularibus, aeutis; ovario dense ferrugineo vestito; stylis semel bifidis, ramis elongatis.
Blütter 5—6 cm lang, 3—4 cm breit, mehr oder weniger verkahlend. Blattstiel 31/,—3'/; cm lang. Trauben sehr reichblütig, bis 12 cm lang. Kelchblätter 4—2 mm lang.
Seengebiet, Insel Sesse, im Victoria- Njansa; háufig am Strand (Srunımann n. 4210 — 12. Dec. 1891, blühend).
Nahe verwandt mit Cr. oxypetalus Müll.-Arg., aber verschieden durch größere Kahlheit, dichtere Trauben und dicht und klein gekerbte Blätter; ferner durch oberseits wollige Blumenblätter, zahlreichere Staubblätter u. s. w.
Gilgia nov. gen.
Flores dioiei (vel monoici?) Flores gt: Calyx ad basin 5-partitus, laciniis angustis, lanceolatis, extus villosis, in alabastro valvatis. Petala 5, basi inter se cohaerentia, obovata vel oblonga, glabra. Stamina 5, filamentis linearibus, hyalinis, antheris extrorsis. Disci glandulae (staminodia?) inter stamina sitae 5, crassae, medio supra et subtus sulcatae, apice appendice hyalino, introrsum refracto coronatae; discus centralis (ovarii rudi- mentum?) hyalinus, urceolaris. Flores Q et fructus ignoti. Suf- frutex (vel frutex ?) foliis breviter petiolatis, juvenilibus pilis simplici- bus candidis, adultis canescentibus, oblongis, stipulis subulatis; floribus 7 in axillis foliorum superiorum glomeratis, sessilibus.
Obwohl 9 Blüten zur Zeit noch unbekannt sind, erweist sich Gilgia schon im Bau
der & Blüten als durchaus verschieden von den Euphorbiaceen-Gattungen, in deren Nähe sie gehört. Schon der Habitus, die mit Blumenblättern versehenen Blüten, sowie
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, I. 81
die knäuelförmige Inflorescenz weisen der neuen Gattung die Stellung neben Chrozophora Juss. im System an; die Art der Discuseffigurationen und die am Grunde zusammen- hüngenden Petalen kommen aber keiner andern Gattung der Chrozophorinae zu.
Bisher nur eine Art bekannt:
6. candida Pax n. sp.; ramis albo-tomentosis, adultioribus glabres- centibus; foliis oblongis vel rotundato-oblongis, integerrimis, obtusissimis, candidis, adultis canescentibus; petiolo albo to- mentoso, quam lamina triplo breviore; stipulis subulatis, deciduis ; floribus CT glomeratis, sessilibus, calyce extus villoso; calycis segmentis linearibus, acutis; petalis glabris, obovatis vel oblongis; filamentis hyalinis, antheris brunneis; disci glandulis brunneis, appendice hyalino praeditis; disco centrali hyalino; floribus Q —.
Blätter 2—21/, cm lang, 1!/;cm breit, am Grunde abgerundet oder etwas ver- schmälert. Blattstiel 5—7 mm lang. Blüten klein, zu mehreren in den Blattachseln sitzend. Habitus der Pflanze ähnlich wie Chrozophora, aber Haare einfach, Schuppen fehlend und Blätter ganzrandig. Ob die Pflanze monöcisch oder diöcisch ist, lässt sich nicht entscheiden, da die meisten Blüten noch jung sind, und die obersten noch völlig unentwickelt erscheinen.
Somaliland, Ahlgebirge, 1500 m, zwischen Steinen wachsend (HıLpesranpr n. 889c — März 1873, blühend).
Caperonia St. Hil., Pl. Rem. Brasil. 244.
C. Stuhlmanni Pax n. sp.; annua, basi sublignosa, inermis; foliis sessilibus, linearibus, aeutis, argute serratis, nervis subtus prominen- tibus percursis, hispide pilosis; spicis bisexualibus, pilosis, axillaribus, breviter pedunculatis, foliis brevioribus, bracteis parvis linearibus, acu- minatis; sepalis floris gt ovatis, acutis, hispidis; petalis dimorphis, 2 quam reliqua multo majoribus, 4 intermedio, omnibus spathulatis, unguiculatis, suberosis; staminibus 10; ovarii rudimento androphorum breve coronante columnari; sepalis floris O linearibus acuminatis hispidis; petalis linearibus; ovario hispido, stylis multifidis coronato; capsula triloba, hispida, seminibus griseo-coerulescentibus, subglobosis, acutis.
30 cm bis 4 m hoch, oberseits dicht beblüttert, Blätter 5—12 cm lang, !/—2!/,cm breit mit der typischen Nervatur, Behaarung und Serratur der Caperonia-Arten. Blüten-
stände etwa 2—3 cm lang. Kapsel 8 mm breit. Samen bläulich grau, 4 mm lang und 31/2 mm breit, ohne Caruncula.
Sansibar, Pangani (Stunımanx n. 768 — Jan. 1890, blühend und fruchtendj. — Mossambik, Quilimane (Srunımann n. 604 — 412, Jan. 1889, blühend und fruchtend).
Verwandt mit C. senegalensis Müll.-Arg. vom Senegal und C. Rutenbergii Müll.-Arg. von Madagaskar.
C. latifolia Pax, Bol. da Soc. Broter. X.; annua, inermis, superne hispida; foliis breviter petiolatis, ovatis, acutis, basi obtusis vel leviter cordatis, crenato-serratis, nervissubtus prominen-
Botanische Jahrbücher. XIX. Bd. 6
82 Beiträge zur Flora von Afrika, VIII.
tibus paucis percursis, subbispidis; stipulis linearibus; spicis bisexualibus, axillaribus, pedunculatis, folio brevioribus, gracili- bus; bracteis parvis, subulato-linearibus, acuminatis; calycis g‘ segmentis triangularibus, acutis, subglabris; petalis aequalibus, calyce paullo longioribus; ovarii rudimento androphorum breve coronante; sepalis floris Q inaequalibus, 3 majoribus triangularibus, acuminatis, 3 multo minoribus; petalis quam sepala brevioribus, linearibus; ovario hispido, stylis multifidis coronato; capsula (immatura) breviter scabro- hispida, calyce accrescente suffulta.
Breitblüttriges Kraut, namentlich oberwürts von gelblichen, steifen Haaren rauh, unterwürts mehr weniger verkahlend. Blattstiel 4—41/; cm lang, rauhhaarig, Spreite 44—42 cm lang und bis 6 cm breit; Nerven zweiter Ordnung beiderseits 6—7. Neben- blätter linealisch, 4 mm lang. Ahren 4—5 em lang, davon 3—31/3 cm auf den Stiel ent-
fallend, sehr zart, dünn. Blüten sitzend. Kelchblätter unter der unreifen Kapsel bis 5 mm lang und 3 mm breit,
Insel St. Thomas, Cachào Grande am Rio Agua Grande, um 20— 570 m (Morrer n. 183 — Aug. 1885, blühend).
Durch die großen, breiten, deutlich gestielten Blätter sehr ausgezeichnete Art; der ` Blattumriss erinnert an C. cordata St. Hil. aus Brasilien, aber die Blütter sind hier sitzend und die Pflanze stachelig. Unter den afrikanischen Arten keiner habituell ähnlich, aber im System neben C. serrata Presl einzuschalten.
Orotonogyne Müll.-Arg., in Flora 1864. 535. Von dieser interessanten Gattung war bisher nur eine Art bekannt, Cr. Manniana Müll.-Arg. Unter dem afrikanischen Material des Berliner botanischen Museums fanden sich drei weitere Species, welche mit jener nicht identisch sind, so dass demnach die Gattung zur Zeit 4 Arten enthält, welche sich leicht trennen lassen, zum Teil schon durch die vegetativen Organe. Die Gattung ist auf Westafrika beschränkt. A. Folia adulta supra et praesertim subtus lepi- dota. a. Folia obovata, abrupte acuminata, basin versus cuneato-angustata. Sepala in flore
QA .. le e e Re Ur, gabunensis Pax. b. Folia lineari-lanceolata, apice et basi aeuta. Sepala in flireQ 5 . . . . . . . . . . Cr. angustifolia Pax.
B. Folia adulta glabra. a. Inflorescentia folium aequans. Capsula lepi-
dota . . . 2. e e e e ss e oe s sS Or, MannianaMüll.-Arg. b. Inflorescentia folio brevior. Capsula lepi- dota et pilosa . . . . . . . . . . . . Cr. Poggei Pax.
Cr. gabunensis Pax n. sp.; arborescens, dioica, ramulis junioribus lepidotis; foliis breviter petiolatis, obovatis, abrupte acuminatis, basin versus cuneato-attenuatis, basi patellari-biglandulosis, supra
F. Pax, Euphorbiaceae africanae, I. 83
et subtus etiam adultis lepidotis; stipulis ex ovato acuminatis, lepi- dotis; floribus gt —; floribus Q in racemum folio saepe breviorem, 6—8-florum, simplicem, rarius ramosum, lepidotum dispositis, pedi- cellatis, pedicellis crassis, florem multoties superantibus; sepalis 4, ob- longis, obtusissimis, extus lepidotis, eglandulosis; petalis 4, cordato-oblongis, glabris, sepala superantibus; disco suburceolari ; ovario triloculari, dense lepidoto; stylis bipartitis, ramis bifidis.
Strauch von 3!/; m Höhe. Blattstiel 11/; cm lang, Blattspreite oberseits dunkel, trocken braungrün, unterseits heller. Nervatur beiderseits deutlich hervortretend. Spreite 22—32 cm lang, 9 cm breit. Nebenblütter 6—7 mm lang, 3 mm breit. Blütenstand locker, Blütenstiele 2 cm lang. Kelchblütter 4—5 mm lang. Blumenblütter 6 mm lang, 5 mm breit. Unreife Samen gelblich, braun gefleckt.
Mundagebiet, Gabun, Sibange Farm (Sovaux n. 257 — 13. März 4881, mit © Bl. und unreifen Früchten).
Sehr charakteristische Art, durch die Blattform und die Vierzahl der Blütenhülle ausgezeichnet.
Cr. angustifolia Pax n. sp.; arborescens, dioica, ramulis junioribus lepidotis; foliis brevissime petiolatis, lineari-lanceolatis, basi et apice acutis, basi patellari-biglandulosis, supra glabrescentibus, subtus etiam adultis lepidotis; stipulis ex ovato acuminatus, lepi- dotis; floribus g! glomeratis, glomerulis in spicam dissitifloram, folium aequantem, lepidotam dispositis; sepalis extus lepidotis; staminibus receptaculo convexo glabro insertis, ad 45; floribus C in racemum folio longiorem, pauciflorum lepidotum dispositis, pedicellatis, pedicellis crassis, florem superantibus; sepalis 5, lanceolatis, aeutis, extus lepidotis, basi eglandulosis; petalis 5, late ellipticis, glabris, sepala paullo superantibus; disco urceolari, leviter lobato; ovario triloeulari, dense lepidoto; stylis bipartitis, ramis bifidis; capsula triloba, lepidota; seminibus albieantibus, dorso brunneis, ceterum brunneo marmoratis.
Strauch von 3!/; m Höhe. Blattstiel !/o—1!/; em lang, dick. Blattspreite oberseits kahl, trocken braungrün, unterseils hellgrün, mit deutlich vortretender Nervatur, mit Schuppen besetzt, 25—32 cm lang und 3—3!/; cm breit. Nebenblütter 6—7 mm lang. Die 5 Knäuelähren bis 30 cm lang. Die Partialinflorescenzen von einander entfernt. Blüten noch sehr unentwickelt, Trauben kürzer, wenigblütig; die Blütenstiele dick, 11/—2 cm lang. Kelchblätter 6 mm lang, 2—2!/; mm breit; Blumenblätter wenig länger. Kapsel 12 mm lang. Samen 8 mm lang, 6—7 mm breit, marmoriert, ähnlich wie bei Rieinus.
Mundagebiet, Gabun, Sibangefarm (Sovaux n. 256 — 13. März A884, mit sehr jungen cj! und € Blüten und Früchten).
Von der vorigen Art sehr verschieden durch die Blattform, die Gestalt der © Kelch- blätter und die Fünfzahl der 9 Blütenhülle. & Blüten noch sehr jung.
Cr. Manniana Müll.-Arg. in »Flora« 4864. 535; in DC., Prodr. XV. 2. 794. Fernando-Po (Mann n. 219, 220). 6*
84 Beiträge zur Flora von Afrika. VIII.
Scheint auf die genannte Insel beschränkt zu sein. Blätter ähnlich wie bei Cr. gabu- nensis, aber im entwickelten Zustande kahl; sie weicht von Cr. gabunensis ab durch die Fünfzahl der