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Ontario Council of University Libraries

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DIE ANTIKEN MÜNZEN

NORD GRIECHENLANDS

UNTER LEITUNG VON THEODOR WIEGAND

HERAUSGEGEBEN

VON DER

PREUSS. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.

BAND III MAKEDONIA UND PAIONIA

/ 2 ■■ '"

BEARBEITET

VON

HUGO GAEBLER.

MIT 40 TAFELN.

BERLIN

DRUCK UND VERLAG VON WALTER DE GRUYTER & CO.

VORMALS G. J. GÖSCHEN'SCHE VERLAGSHANDLUNG J. GUTTENTAG, VERL.\GS- BUCHHANDLUNG GEORG REIMER KARL J. TRÜBNER VEIT & COMP.

1935

CT

B3 losS77^

DIE ANTIKEN MÜNZEN

VON

MAKEDONIA UND PAIONIA

BEARBEITET

HUGO GAEBLER.

ZWEITE ABTEILUNG.

TAFEL I— XL.

BERLIN DRUCK UND VERLAG VON WALTER DE GRUYTER & CO.

VORMALS G. J. GÖSCHEN'SCHE VERLAGSHANDLUNG J. GUTTENTAG, VERLAGS- BUCHHANDLUNG — GEORG REIMER KARL J. TRÜBNER VEIT & COMP.

•935

N 0^1X1965 jj

ArcbivNr. 31 0335 Druck von Waller de Gruyicr & Cl:, Berlin W

Die vorliegende zweite Abteilung des dritten Bandes der Antiken Münzen Nord- Griechenlands unterscheidet sich von der ersten dadurch, daß sie statt corpusmäßiger Veröffentlichung des gesamten Materials die aus dessen Studium gewonnenen Er- gebnisse kurz zusammengefaßt im Anschluß an die abgebildete Auswahl darbietet. Von den im Jahre 1895 für den dritten Band hergestellten 40 Lichtdrucktafeln werden hiermit auch die restlichen 35 nutzbar gemacht, nachdem die vorangehenden fünf dem 1906 erschienenen Text der ersten Abteilung beigegeben worden sind. Der Inhalt dieser letztgenannten 5 Tafeln ist durch Fortlassung entbehrlicher Varianten und der münzähnlichen Gepräge so weit beschränkt worden, daß sich Raum gewinnen ließ zur Aufnahme der wichtigsten seit 1895 hinzugekommenen Neuerscheinungen. Sie füllen Tafel I und das obere Drittel der Tafel II. Mit No. 9 von Tafel II beginnt die verkürzte Wiederholung der ursprünglichen Tafeln I bis V. Ihr entspricht ein die makedonischen Landesmünzen und das Provinzialgeld betreffender Auszug aus dem Text der ersten Abteilung. Daran schließen sich unmittelbar die Gepräge der einzelnen Städte und Völkerschaften (in alphabetischer Reihenfolge), hierauf die Unbestimmten und weiter die Münzen thrakisch-makedonischer Dynasten (chronologisch geordnet) sowie der makedonischen und der paionischen Könige. Bei den Unbestimmten (in Elektron und Silber) ist eine Gruppierung auf Grund des Münzfußes durchgeführt, letzterer für die Edelmetallprägung auch sonst überall ermittelt und dementsprechend stets das Nominal genannt an Stelle der bisher üblichen Größenangabe.

Daß die bereits 1895 für den ganzen Band angefertigten Tafeln hie und da hinter dem Fortschreiten der numismatischen Wissenschaft zurückgeblieben sind, war un- vermeidlich. Außer einigen seitdem geglückten Lokalisierungen damals noch unbe- stimmter Gepräge hat auch die Ausmerzung mittlerweile erkannter Fälschungen gelegentliche Inkongruenzen zwischen Tafeln und Text herbeigeführt, denen eine am Schluß des Registers hinzugefügte Konkordanz abhilft.

Anlage und Einrichtung des vorliegenden Faszikels weichen erheblich von dem früheren Schema ab. Aufgegeben ist die fortlaufende Durchnumerierung, die getrennte Kolumne für Nummer und Tafelcitat sowie die raumverschwendende Art der Münz- beschreibung in je einer besonderen Spalte für Vorder- und Rückseite. Es folgt auf die Nummer zunächst das Tafelcitat (eingeklammert, in Fettdruck) und dann unmittelbar die Beschreibung, bei der eckige Klammern augenfällig wiederholen, daß die betr. Vorder- oder Rückseite nicht mit abgebildet ist. Für Münzen, deren Zuteilung an Makedonien sich als unrichtig herausgestellt hat (z. B. Orthagoria, Adaios, Eupolemos), ist eine etwas kleinere Drucktype gewählt. Bei der (Vollständigkeit nicht beabsichti- genden) Angabe von Literatur sind in Übereinstimmung mit dem ersten Faszikel die

VI VORREDE

offiziellen Münzkabinettskataloge (z. B. von Athen, Berlin, Glasgow, London) voran- gestellt, weitere Originalpublikationen des betr. Stückes zeitlich geordnet, bloße Entlehnungen in eckigen Klammern hinter ihrer Quelle eingeschaltet. Gleichfalls wie bisher folgt dem Autornamen der Buchtitel ohne Interpunktion und mit kleinem Anfangsbuchstaben, wenn es sich um ein selbständig erschienenes Werk handelt (z. B. Busolt griech. Gesch.; Pellerin recueil), dagegen durch ein Komma getrennt und mit großem Anfangsbuchstaben die Sammelpublikation oder Zeitschrift, in welcher die betr. Arbeit Aufnahme gefunden hat (z. B. Imhoof-Blumer, Corolla numism. ; Six, Num. chron.). Römische Ziffern (mit Ausnahme der wenigen Fälle, in denen »S.c oder »No.« voransteht) bedeuten hierbei sowie in Katalogcilaten: Tafel, arabische: Band, Seite, Nummer.

Für mancherlei Hinweise bin ich zu Dank verpflichtet den Herren Regling, Liegle, Zahn und Klaffenbach, von denen die beiden ersteren sich auch bereitwilligst an der Durchprüfung der Druckbogen beteiligt haben.

Berlin, I. Mai 1934. r- 1,1

Huofo Gaebler.

INHALTSÜBERSICHT VII

INHALTSÜBERSICHT.

Seite

Makedonia von 187 bis 148 vor Chr 1^7

Makedonia in der Römerzeit 8 18

Aigai, Aineia, Akanthos, Amphipolis, Aphytis, ApoUonia 18 47

Beroia, Bisalten, Bottike, Colonie Cassandrea 47 55

Dgrronen, Dikaia, Colonie Dium, Edessa 55 63

Herakleia Sintike, Ichnai (nebst Dynast Litas), Kapsa . ., 63—67

Lete, Mende, Methone, Neapolis 67—83

Olophyxos, Olynthos (nebst chalkidischem Bund), Orreskier 83—92

[Orthagoria] 92-93

Pella, Philippoi, Poteidaia, Pydna 93 106

Sermylia, Skione, Skithai, Stagira, Municipiuni Stobi 106— 114

Terone, Therma(?), Thessalonike, Tragilos, Uranopolis ? 114 133

Unbestimmte 133 144

Thrakisch-makedonische Dynasten (chronologisch geordnet) 144 148

Die makedonischen Könige 148 197

[T. Quinctius Flamininus] 197. 198

Die paionischen Könige (Lykkeios, Patraos, Audoleon, Leon) 199 206

Fälschungen 207 218

Register 219—234

Nachträge und Berichtigungen VIII

VIll NACHTRÄGE UND BERICHTIGUNGEN

Nachträge und Berichtigungen.

Es ist hinzuzufügen

S. 24, ZeUe 8 (bei No. 7): Kat. Helbing, März 1926, 79, IV, 7g.

S. 68, letzte Zeile (bei No. q): Kat. Hess 208 (1931), 235, V, 235.

S. 73, Zeile 11 (bei No. 4): Kat. L. Hamburger, Juni 1930, 11, I, 11.

S. 115, ZeUe 9 von unten (bei No. 9) : Kat. Schlessinger, Febr. 1935, 607, XXII, 607.

Die vor kurzem möglich gewordene Untersuchung des Stückes selbst, von dem bisher nur der Gipsabguß zur Verfügung stand, ergab mit voller Sicherheit, daß es ein Falsifikat ist und die stilistischen Absonderlichkeiten dem modernen Fälscher zur Last fallen.

Es ist zu lesen

s. 4, Zeile 2/3 (bei No. 22): Sprengend anstatt: Springend

S. 22, ZeUe 16 (bei N0.7): Taf. III, 323 ., Taf. III, 23

s. 24, ZeUe I (bei No. 6) : und kleiner Kugel ,, und einem Punkt

S. 73, letzte Zeile (bei No. 8): 0,20 g ,, 0,46 g

Dieses auf sichtlich zu dünn geratenem Schrötling geprägte Stück ist aller Wahrscheinlichkeit nach dasselbe Nominal wie No. 6, also ebenfalls ein Tritemorion (normal 0,54 g). Das Gewicht dieser Münzchen mit Eselskopf auf der Vs. schwankt zwischen 0,62 und 0,20 g (vgl. Regung, Zeitschr. f. Num. 34, 16), indessen erscheint es nicht angängig, mit Babelon (traite 2, i, 1608 1613) an drei verschiedene Wertstufen (3/4-, '/:- und 3/8-OboI) zu denken, deren Auseinander- halten doch ohne Zuhülfenahme der Waage unmöglich gewesen wäre (vgl. S. 91, nach No. 11). Es handelt sich vielmehr in dieser Frühzeit entweder um Justierung <>a\ marco« oder Unvoll- kommenheit des Prägeverfahrens.

s. 105, Zeile 3 (bei No. 7): mit H (statt P) und Sehr dünnem anstatt . mit sehr dünnem S. 176, Zeile q (bei No. i) : S. 170 anstatt. S. 169

MAKEDONIA.

Makedonia unter Philipp V. und Perseus.

(Prägezeit: 187—168 vor Chr.).

Silber attischer Währung und Kupfer; die Rs. leicht konkav.

I. Ohne Distriktsbezeichnung (Edonis?), Prägestätte vermutlich Amphipolis.

1 (11,9). MA|KE (zweizeilig) und dazwischen Keule (Griff 1.), von einem Linienkreis umgeben, in der Mitte eines makedonischen Rundschildes, dessen verzierten Randstreifen ein Lkr. abschließt.

Rs. Makedonischer Helm nach 1. mit herabhängenden Backenklappen; im Feld: 1. zwei Monogramme, r. ein drittes nebst achtstrahligem Stern als Beizeichen.

Tetrobolon: 2,46 g [n. 6, 10]. New York, Metropolitan Museum (Ward- 372). Zur Datierung vgl. Zeitschr. f. Num. 20 (1897), 173 und 36 (1926), 113 fg. Drei antike Fälschungen solcher Stücke sind in den Ant. Mzn. Nord-Griechenlands 3, i als n. 10 12 verzeichnet. Auf diese ausführliche Publikation weisen die in [] beigefügten Citate hin.

2 (II, 10). Ebenso wie i, aber die Randomamente nicht sechs-, sondern nur fünf- mal abwechselnd.

Rs. wie I, aber mit anderen Monogrammen und einem Kerykeion (Griff 1.) als Beizeichen.

Diobolon: 1,13g [n. 13, l, I, 2]. Berlin (Imhoof); Bompois examen chronol. de^ monn. frappees par la communaute des Macedoniens (1876) 76, 6, 1, 9.

3 (II, 11). Ebenso wie i.

Rs. Makedonischer Helm nach 1. mit herabhängenden Backenklappen und auf- wärts gebogenem Nackenstück.

Tetrobolon: 2,32 g [n. 14, 2, I, 5]. London; Kat. 9, 16.

4 (11,12). Keule, von einem Lkr. umgeben, in der Mitte eines wie bei i. 3 ver- zierten Rundschildes.

Rs. MAKIE r., AONfl|N 1 (beides geradlinig abwärts). Derselbe Helm wie bei 3; im Feld: 1. unten Aphlaston.

Tetrobolon: 2,70 g [n. 15, i, I, 6]. Berlin (Imhoof).

5 (11,13). Stern von 6 Sicheln (i^), von zwei Linienkreisen umgeben, in der Mitte des wie bei i. 3. 4 verzierten Rundschildes.

Rs. MAKE oben, AONON unten (beides geradlinig). Schiffshinterteil nach r. mit Andeutung von Wellen am Kiel; im Feld: r. P

Tetrobolon: 2,22 g [n. 19, 2, I, 8]. Berlin (Imhoof).

Die antiken Münzen Nord-Griechenlanu^ UI, 2. 1

MAKEDONIA

6 (II, 14). Stern von 4 Sicheln (4^), von zwei Linienkreisen umgeben, in der Mitte eines makedonischen Rundschildes, dessen ähnlich wie bei i. 3. 4 ver- zierten Randstreifen ein Lkr. abschließt.

Rs. wie 5, aber im Feld: oben ein achtstrahhger Stern. Tetrobolon: 2,25 g [n. 21, 2, I, 9]. Berlin (Imhoof).

7 (II, 15). Kopf einer Mänade nach r. mit Weinkranz im gerollten Haar, Ohr- gehänge und Perlenhalsband.

Rs. MAKE|AONON (zweizeilig) Über einem rechtshingewendeten Schiffshinterteil mit Andeutung von Wellen am Kiel.

_ , , f2,i6g [n. 22, 7, I, 13 Vs.]. London (Kat. lo, 23), die Vs.

Tetrobolon: .1 ^ ■- ' -^ -■

l2,iSg [n. 22, 3, I, 13 Rs.]. Berlin (Jmhoof), die Rs.; Bompois Maced. 76. 5, I, 8.

8 (II, 16). Ebenso wie 7.

Rs. wie 5, aber mit E in der Aufschrift; im Feld: r. ein Monogramm.

Tetrobolon: 2,15 g [n. 27, i]. Leipzig, Universität.

9 (11,17). Ebenso wie 7. 8.

Rs. wie 5, aber im Feld: oben ein achtstrahhger Stern (= No. 6). Tetrobolon: 2,33 g ["• 3i. 3. I. "] Berlin; Kat 10, 19

10 (11,19). Kopf des Poseidon mit Tänie nach r., im Nacken der (linksseitig ge- schulterte) Dreizack.

Rs. MAKEIAONON (zweizeilig) und dazwischen Keule (Griff 1); im Feld: unten zwei Monogramme; das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz.

K 25, mit gezahntem Rand [n. 32, 4, I, 28]. Berlin (Imhoof); Bompois Mac(5d. 90,4.

11 (11,22). Jugendlicher gehörnter Kopf des Flußgottes Strymon, mit Schilf bekränzt, von vorn, etwas nach r.

Rs. MA||<E oben, AOINflN unten (beides geradlinig). Langgewandete Artemis nach r. stehend mit Köcher am Rücken, in den Händen eine lange Fackel (fast waagerecht) haltend; im Feld: 1. und r. je ein Monogramm. Bodenlinie.

^ -I [n 34. I. I. 14]- Berlin; Kat. 11, 23; Imhoof-Blumer, Revue suisse de num. 23. 216, 103.

12 (11,23). Kopf des jugendlichen Herakles nach r., das Löwenfell unter dem Kinn geknotet.

Rs. MAK|E oben, AONfiN im Abschnitt (beides geradlinig). GezäumteS Pferd nach r.

trabend auf Bodenlinie; beiderseits des 1. Vorderbeines je ein Monogramm.

K i8 [n. 35, 3, I. 18]. Berlin (Löbbecke).

13 (11,24). Kopf des Poseidon mit Tänie nach r.

Rs. wie 10, aber im Feld: oben und unten je ein Monogramm. K 21 [n. 41, 2, I, 2(j]. London; Kat. 14. 51.

14 (11,25). Jugendlicher gehörnter Kopf des Flußgottes Strymon nach r., mit Schilf bekränzt; an der Wange leichter Bart.

Rs. MAKE üben, AONflN unten (beides geradlinig). Dreizack nach r., mit zwei Delphinen verziert; über und unter dem Schafte je ein Monogramm. K 22/20 [n. 52, 5, I, 22]. Berlin (Imhoof).

UNTER PHILIPP V. UND PERSEUS

15 (11,18). Achtstrahliger Stern, von zwei Linienkreisen umgeben, in der Mitte eines wie bei i. 3. 4. 5 verzierten makedonischen Rundschildes.

Rs. MAKEIAONON (zweizeilig) und dazwischen zwei Monogramme; das Ganze in einem unten gebundenen Eichenkranz.

K 14 [n. 6S, 3, I, 30] München (Cousin^ry); Sestini descr. num. vet. (1796) 84, 5.

16 (11,29). Kopf des Apollon nach r. mit Lorbeerkranz im Haar, das hinten aufgerollt ist und in 3 langen gedrehten Locken (i vor dem Ohr, 2 im Nacken) herabhängt. Rs. MAKE oben, AONflN unten (beides geradlinig). Kithara; im Feld: 1. Bogen senk- recht (Sehne r.), r. /^

K 23/22 [n. 70, 7, I, 19 Vs.]. Berlin (Imhoof), die Vs.

K 23/22 [n. 70, 12, I, 19 Rs.]. London (Kat. 14, 54), die Rs.

17 (11.30). Ebenso wie 12.

Rs. MAKEIAONON (zweizeilig) und dazwischen Keule (Griff r.) ; im Feld: unten /sR-; das Ganze in einem unten gebundenen Lorbeerkranz.

K 17 [n. 7?, I, I, 27]. Oxford, .\shmolean Museum (vorher in der Bodleian Library). No. 16. 17 sind von etwas abweichender Fabrik und gehören vielleicht einem besonderen Distrikt an, dessen Name in dem beiden gemeinsamen Monogramm der Rs. enthalten ist.

IL Distrikt Amphaxitis, Prägestätte Thessalonike.

18 (VII, 21). Stern von 6 Sicheln, von zwei Lkr. umgeben, in der Mitte eines make- donischen Rundschildes, dessen verzierten Randstreifen ein Lkr. abschließt. Rs. MAKEAONflN | AMcJJAZIflN (zweizeilig) und dazwischen Keule (Griff 1.); im Feld: oben zwei Monogramme; das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz.

Tetradrachmon : 16,97 g ["• 7-. i]- Paris; Millingen syllöge (1837) 50, I, 24. Demselben Stempelpaar wie No. 18 entstammt ein 1932 im Handel aufgetauchtes, 16,99 g wiegendes Exemplar tadelloser Erhaltung: Kat. Naville 16 (1933), 1053, XXXV. 1053. Es lehrt, daß auf No. 18 Millingen's Zeichner mit Unrecht links neben dem Eichenkranz der Rs. Spuren eines Beizeichens zu sehen glaubte. Übel verhunzt ist die Rs. des (möglicherweise modern fabrizierten) Stückes Kat. Egger, Nov. 1909, 315, XI, 315 = Kat. Egger 40 (Slg. Prowe), 494, IX, 494.

19 (VII, 22). Kopf des jugendlichen Herakles nach r., das Löwenfell unter dem Kinn geknotet.

Rs. AM4)A|ZI0N (zweizeilig) und dazwischen Keule (Griff 1.); im Feld: oben ein Monogramm, unten deren zwei; das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz.

K 23/22 [n. 73, 7]. Im Handel.

20 (VII, 23). Ebenso wie 19.

Rs. AMCJJAjZION (zweizeilig) und dazwischen Keule (Griff r.) ; im Feld: unten P; das Ganze in einem unten gebundenen Eichenkranz. K 22 [n. 77, i]. London; Kat. 42, 4.

21 (11,26). Kopf des Poseidon mit Tänie nach r., im Nacken der (Hnksseitig ge- schulterte) Dreizack.

Rs. MAKE oben, AONflN im .\bschnitt (beides geradlinig). Gezäumtes Pferd nach r. trabend auf Bodenhnie; im Feld: 1. zwei Monogramme, r. .4>^ = AM4)A(£ituv).

K 22 [n. 79, I, I, 17]. München.

1*

MAKEDONIA

22 (11,21). Kopf der Athena nach r. mit korinthischem Helm.

Rs. MAKiE oben, AjONON unten (beides geradlinig). Gezäumtes Pferd nach r. sprin- gend auf kurzer BodenUnie; im Feld: oben zwei Monogramme; unten am Rande y^

K 18/17 [n. 82, I, I, 16]. Kopenhagen (aus Slg. Wiczay) ; Bompois Maced. 79, 11.

23 (11,27). Kopf des jugendlichen Dionysos nach r. mit Binde um die Stirn und Efeukranz im Haar, das hinten aufgerollt ist und im Nacken lang herabhängt. Rs. MAKE oi.en, AON nN unten (beides geradlinig). Ziegenbock nach r. stehend, unter den \'order- und Hinterfüßen je eine kurze Bodenlinie ; im Feld : oben zwei Monogramme, 1. ein drittes, r. >4^

K 23/21 [n, 83, 2]. Berlin; Kat. 12, 3g.

24 (11,28). Kopf des Apollon nach r. mit Lorbeerkranz im langen Haar.

Rs. MAKE r , AONON i. (beides geradlinig abwärts). Dreifuß mit drei Henkelringen und einem Aufsatz (oXjio?), der mit drei Lorbeerzweigen besteckt ist; im Feld: 1. /^ (nach r. liegend). Dicke Bodenlinie.

K 21/19 [1. 97, 10, I, 21]. London: Kat. ii, 37.

25 (11,20). k^, von einem Lkr. umgeben, in der Mitte eines makedonischen Rund- schildes, dessen wie bei i. 3. 4. 5 verzierten Randstreifen ein Lkr. abschließt. Rs. Makedonischer Helm nach 1. mit herabhängenden Backenklappen; im Feld: 1. zwei Monogramme, r. ein drittes und ^

K 16 [n. 113, 2, I, 4]. Berlin (Imhoof).

in. Distrikt Bottiaia, Prägestätte Pella.

26 (XII, 13). Stern von 6 Sicheln (^), von zwei Lkr. umgeben, in der Mitte eines make- donischen Rundschildes, dessen verzierten Randstreifen zwei Lkr. abschließen. Rs. B'TTEATflN auf einem nach r. gewendeten Schiffshinterteil mit An- deutung von Wellen am Kiel; im Feld: oben <p\, unten AI

T, , , f3.6og fn. 115. 4l- Berlin (Imhoof), die Vs.; Imhoof-Blumer monn. gr. 66. 28.

Pentobolon: J-" & J ^'tJ \ 1. o .

I3.53 g [f. 115, i]. Berlin (Kat. 68, i), die Rs; Zeitschr. f. Num. 20. iSS, VI, 20.

27 (XII, 12). Ebenso wie 26, aber der Stern mit nur fünf Sicheln (^). Rs. BoTTEATON ebenso; im Feld: oben ein Monogramm.

Pentobolon: 3,11g, beschädigt [n. 116, i]. Berlin (Imlioof).

28 (XII, 14). Stern von 5 Sicheln (^), von zwei Lkr. umgeben, in der Mitte eines make- donischen Rundschildes, dessen verzierten Randstreifen ein Lkr. abschließt. Rs. wie 26, aber im Feld: oben ein Kerykeion (senkrecht).

2'/i-Obolen-Stück: 1,67 g [n. 12S, i]. Ehemals Slg. Rhousopoulos: Kat. Hirsch 13 (1905), S41.

29 (XII, 16). Kopf der Athena Parthenos nach r. mit Ohrgehänge; der attische Helm hat einen dreifachen Busch und ist mit einem nach r. eilenden Pegasos und vier (oder fünf) Pferdevorderleibern verziert.

Rs. BOTTE oben (leicht bogig), ATflN im .Abschnitt Weidendes Rind auf Bodenlinie nach r., Kopf fast von vorn.

K 22/21 [n. 131,4]. London; Kat. 64, 5.

UNTER PHILIPP V. UND PERSEUS

30 (XII, 18). Kopf des jugendlichen Herakles nach r., das Lövvenfell unter dem Kinn geknotet. Pkr.

Rs. MAjKE oben (geradlinig), AONON im Abschnitt (leicht bogig). Nackter J Üngliug auf

rechtshin trabendem Pferde, mit der R. einen Kranz über dessen Kopf haltend, in der L. den Zügel; im Feld: r. "B"= BOTT(EaT(öv) und ein achtstrahliger Stern. Bodenlinie.

K 2322 [n. 135, i]. London; Kat. 13,47.

31 (XII, 17 Vs.). Kopf des Zeus nach r. mit Lorbeerkranz. Pkr.

[Rs. MA]|<E oben, AON|nN unten (beides geradlinig). Geflügelter Blitz nach 1.; im Feld: oben Mondsichel, unten "B^]

K 22/19 [n. 146, i]. Glasgow (Hunter); Kat. 352, 3.

32 (XII, 17 Rs.). [Kopf des Zeus nach r. mit Eichenkranz. Pkr.]

Rs. MA||<E oben, AOjNflN unten (beides geradlinig). Geflügelter Blitz nach 1. ; am Rande 1. unten ^

K 22/21 [n. 141, i]. London; Kat. 13, 48.

33 (XII, 15). Stern von 6 Sicheln (^), von einem Lkr. umgeben, in der Mitte eines makedonischen Rundschildes, dessen verzierten Randstreifen ein Lkr. ab- schließt.

Rs. MA{|<E r , AONflN 1. (beides geradlinig abwärts). Makedonischer Helm nach 1. mit visierartigem Ansatz, herabhängenden Backenklappen und langem, aufwärts ge- bogenem Nackenstück; im Feld: I. unten "B"

K 17 [n. 149, 2]. Berlin (Imhoof).

34 (XII, 19). Kopf des jugendlichen Pan mit kurzen Hörnern nach r., um den Hals die vorn geknotete Nebris, im Nacken das linksseitig geschulterte Pedum.

Rs. "F über dem Rücken zweier nebeneinander nach r. liegenden Ziegenböcke, das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz.

K 22/20 [n. 153, 7]. Berlin (Imhoof), die Vs.

K 23/21 [n. 153, 6]. Berlin (Imhoof), die Rs.

IV. Distrikt Doberos, Prägestätte vermutlich die gleichnamige Hauptstadt.

35 (XXXVIII, 14). Kopf des Zeus nach r. mit Lorbeerkranz. Pkr.

Rs. TTAlONflN (in waagerechter Zeile) Über einem ungeflügelten Blitz; unten /S=A0(ßY5pu)v). Lkr.

K 2o/i8. Berlin (Imhoof); Six, Annuaire de num. 7 (1883), 6,1, i. Über diesen und den folgenden Distrikt vgl. Zeitschr. f. Num. 36 (1926), 183 fg.

V. Distrikt Paroreia, Prägestätte vermutlich die gleichnamige Hauptstadt.

36 (XXXVI, 27). Kopf des Zeus nach r. mit Lorbeerkranz. Pkr.

Rs. Adler auf einem Blitz nach r. stehend mit zurückgewendetem Kopfe; im Feld: 1. Tellerfackel mit recht.shin wehender Flamme, r. unten W = nAP((upat(uv).

K 22/20 (überprägt). Berlin (Imhoof).

MAKEDONIA

37 (XXXVI, 28). Ebenso wie 36.

Rs. Adler nach r. stehend auf Bodenlinie ; im Feld : 1. ein Monogramm, r. unten PP K 18/16, Cambridge; Leake num. Hellen,, Europ, Greece 52, No, (ii),

38 (XXXVI, 29). Ebenso wie 36. 37.

Rs, Ungeflügelter Blitz senkrecht; im Feld: 1. ein Monogramm, r. ISP K II, Berlin (Imhoof), die Vs, ; Zeitschr, f. Num, 36, 186, c, XII, 7. K II, Berlin (Kat, 5, 32), die Rs,

Makedonia in vier ,utpidis geteilt.

(Prägezeit: 158— 150 vor Chr.). Silber attischer Währung und Kupfer; die Rs, leicht konkav.

Erste [lept; (Hauptstadt Amphipolis); nur Tetradrachmen.

39 (III, 1), Kopf des Zeus nach r, mit Eichenkranz,

Rs. MAKE AONflN oben, PPflTHC (sc. jispiSoc) unten, beides geradlinig, Langgewandete Artemis Tauropolos auf einem nach 1. springenden und den täniengeschmück- ten Kopf nach vorn drehenden Stier rechtshin sitzend, in jeder Hand eine kurze Fackel; am Rande unten zwei Monogramme.

Tetradrachmon : 16,50g [n. 155, i, II, i], Neapel; Fiorelli's Kat, 6506,

40 (111,2), Makedonischer Rundschild, dessen verzierten Randstreifen ein Lkr. abschheßt. In der Mitte, von einem Pkr, und einem Lkr. umgeben, Schulterbild der Artemis Tauropolos mit Stephane und Gewand nach r,, im Nacken Köcher und Bogen.

Rs. MAKEAONflN ' FPflTHC (zweizeilig) und dazwischen Keule (Griff 1,); im Feld: oben ein Monogramm, unten deren zwei. Das Ganze in einem 1, gebundenen Eichenkranz; am Rande 1. Blitz.

Tetradrachmon: 16,96g [n, 172.3,11,3]. Brüssel (du Chastel), Auf der Vs, von No, 40, 41, 44 46 haben die Stempelschneider dem Artemiskopf ein Stückchen Schulter (auf No, 45, 46 logischerweise auch den Übergang des Halses zur Brust) angefügt, um das Am- Rücken-Hängen von Köcher und Bogen zu veranschaulichen. Vgl, unten S, 36, zu No, 43, ferner S, 54, 14 (Taf, XIII, 7), S, 93, 3 (Taf, XVIII, 23), S, 119, 11 (Taf, XXIII, 2), S, 166. 28 (Taf, XXXI, 3), S, 192, 19 (Taf. XXXV, 3) und über das »Schulterbild« beim Kaiserporträt S, 113, nach No, 10 sowie Zeitschr. f, Num, 39 (1929), 284, Anm, 4,

Zweite jispt; (Hauptstadt Thessalonike); nur Tetradrachmen.

41 (HI. 3), Ebenso wie 40,

Rs, MAKEAONflN ; AEYTEPA2 (zweizeilig) und dazwischen Keule (Griff 1.); im

Feld: oben ein Monogramm. Das Ganze in einem 1, gebundenen Eichenkranz;

am Rande 1. Blitz.

Tetradrachmon: 16,7.5 g [n, 185, i, II, 4], Jameson, Paris (Kat, 3, 1993, CVII, 1993) ; Kat, Sotheby, Mai 1904 (»a gentleman«, nämlich R, .\llatini), 130, 111, 150,

Von der dritten fiept; (Hauptstadt PcUa) sind Münzen bis jetzt nicht zum \orschein gekommen.

VON 158 BIS 148 VOR CHR.

Vierte [ispt? (Hauptstadt Pelagonia); nur Kupfer.

42 (111,7). Kopf der Athena nach r. mit bebuschtem korinthischen Helm.

Rs. MAKEAONflN oben (bogig), TETAPTH2 im Abschnitt. Die Diosivuren mit spitzer Mütze, flatterndem Mantel und eingelegter Lanze nebeneinander nach r. galoppierend; im Feld: unten ein Monogramm.

K 21 [n. 1S7, I. II, 5]. Berlin (Imhoof; vorher Kat. Bompois 683); Bompois Maced. 88, 6.

43 (111,8). Kopf des Zeus nach r. mit Lorbeerkranz.

Rs. MAKEAONfiN | TETAPTH2 (zweizeiHg) und dazwischen Keule (Griff 1.), im Feld: oben und unten je ein Monogramm; das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz.

K 22/20 [n. 188, 3, II. b Vs.]. Berlin (Kat. ig, 2), die Vs. K 21/20 [n. 188, 2, II, 6 Rs.]. Berlin (Kat. 19, i), die Rs.

Makedonia im Aufstand unter Andriskos.

Silber attischer Währung; nur Tetradrachmen.

44 (111,4). Makedonischer Rundschild, dessen verzierten Randstreifen ein Pkr. abschüeßt. In der Mitte, von einem Pkr. und einem Lkr. umgeben, Schulterbild der Artemis Tauropolos mit Stephane, Ohrgehänge und Gewand nach r., im Nacken Köcher und Bogen.

Rs. LEG i MAKEAONfiN (zweizeilig) und dazwischen Keule (Griff 1.); im Feld: oben r. eine rechte Hand mit Ölzweig nach 1.; das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz (mit Eicheln). Am Rande 1. BHtz, eigentümHch stiHsiert.

Tetradrachmon : 16,62g [n. 190,4]. London; Kat. Montagu 2 (1897), 149,11, 149. tj'ber das »Schulterbild« der Artemis auf der Vs. von No. 44 46 s. die Bemerkung nach No. 40.

45 (111,5). Ebenso wie 44, aber nur mit Pkr. um das Mittelbild.

Rs. wie 44, aber die Keule mit Riemen umwunden und die Hand ilir ganz nahe; im Feld unten ein Monogramm; der Blitz geflügelt.

Tetradrachmon: 16,87g. I™ Handel: Kat. Hirsch 16 (1906), 353, XII, 353. No. 44. 45 sind geprägt von dem nach Makedonien entsandten Feldherrn P. luventius Thalna im Jahre 149 vor Chr., die folgende No. 46 nach dessen Niederlage von den siegreichen Makedonen (149/8). Silber- und Kupfergeld des sich ßaOiXcä: «PiXirro; nennenden Führers der .\ufstandsbe«egung s. unten S. 197 (Taf. II, 3 und XXXV, 22).

46 (III, 6). Ebenso wie 44, aber nur mit Pkr. um das Mittelbild und dieses lorbeer- bekränzt.

Rs. MAKEAONfiN (zweizeilig) und dazwischen mit Riemen umwundene Keule (Griff 1.), im Feld r. oben neben der Schrift ein Monogramm; das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz (mit Eicheln). Am Rande 1. Blitz.

Tetradrachmon: 16.83 [n. 195, 3, II, n]. Ehemals Slg. Pozzi (Paris) : Kat. Naville i (1920), 1000, XXXIII. 1000; vorher Kat. Bompois (1882) 666; Kat. Montagu i (1896), 264, V, 264.

MAKEDONIA

Makedonia als römische Provinz.

(Seit 148 vor Chr.). I. Zeit des Beginns der römischen Verwaltung.

Nur Kupfer.

1 (III, 9). Kopf der Roma nach r. mit Perlenhalsband, Ohrgehänge und geflügeltem Helm, der mit Kopf und Stachelkamm eines Greifs verziert ist. Pkr.

Rs. MAKEAONON j TAMIOY AEYKlOY i 4)0AKINNI0Y (dreizeiiig) und im Feld oben ein Monogramm; das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz.

K ig, dick [n. 199, i]. Berlin; Kat. 23, 3.

Mit demselben Vs. -Typus prägte auch des Ouaestors Lucius Fulcinnius Nachfolger Gaius Publilius, vgl. Die ant. Mzn. Nord-Griechenlands 3, i, n. 203 206.

2 (III, 10). Kopf des Poseidon mit Tänie nach r.

Rs. MAKEAONflN oben, TAMIOY TAIOY noTTAIAlOY (zweizeilig unten) und da- zwischen Iveule (Griff 1.), das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz.

K 23/22 [n. 202, 2, II, 7], Cambridge, Corpus Christi College (Slg. Lewis).

Neben die vermutlich in Amphipolis geprägten Emissionen des Publilius ohne Distriktsbezeichnung (No. 2 sowie die zu No. i erwähnten mit Romakopf) treten solche der Distrikte Amphaxitis (No. 3) und Bottiaia (No. 4.5):

3 (III, 11). Kopf des jugendlichen Dionysos nach r. mit Binde um die Stirn und Efeukranz im Haar, das hinten aufgerollt ist und im Nacken lang herabhängt (=5.4, No. 23).

Rs. rAioY °^^"' TTjOTTAlAjIOY unten (in geraden Zeilen). Ziegenbock nach r.

stehend auf Bodenlinie ; im Feld r. -4^

K 20 [n. 207, 4, II, g]. Berlin (Imhoof).

4 (XII, 21). Kopf der Athena Parthenos nach r. mit Ohrgehänge( ?) und wie vorher bei No. 29 verziertem attischen Helm.

Rs. FAIOY oben, TAMIOY im Abschnitt (beides geradlinig). Weidendes Rind auf Boden- linie nach r., Kopf fast von vorn; unter dem Leibe ¥, im Feld r. oben ein vermutlich no7:Xi)aou bedeutendes Monogramm.

K 20 [n. 210, 14]. Berlin (Imhoof).

3 (XII. 20). Kopf des jugendlichen Pan nach r. wie vorher bei No. 34.

Rs. TAljOY oben und r. (in schräger Zeile), TAMIOY (leicht bogig) unten. Zwci Ziegen- böcke nebeneinander nach r. liegend; im Feld oben "B'

K 19/18 [n. 2U, i]. Berlin; Drossel, Zcitschr. f. Num. 21 (1S08), 212.

II. Umprägung bestimmter Emissionen von I.

6 (III, 12). Bärtige, efeubekränzte Silensmaske von vorn mit Glatze und Schweins- ohren, hinter denen die beiden Schließbänder herabhängen. Pkr. Rs. D 1 MAKE AONflN (dreizeiiig) in einem unten gebundenen Efeukranz.

K 26/24 [n- -I-. 13. 111,8], Berlin (Imhoof); Bompois Maced., Taf. II, ib.

ALS RÖMISCHE PROVINZ

No. 6 ist überprägt auf eine Münze des L. Fulcinnius oder C. Publilius mit dem Romakopf. Diese zum vorläufigen Ersatz der römischen Denare bestimmt gewesenen Stücke einzuziehen und umzu- prägen verfügte durch einen besonderen Erlaß, D(ecreto), der Statthalter D. lunius Silanus (142/1 vor Chi.), auf dessen cognomen die Silensmaske der Vs. anspielt.

III. Quaestor Aesillas und sein Nachfolger.

Silber attischer Währung.

7 (III, 13). CA- PR-MAKHAONflN (so) bogig 1., unten und r. (von außen zu lesen). Kopf

Alexanders des Großen nach r. mit Ammonshorn nnd fliegendem Haar; hinter dem Halse O

Rs. AESILLAS | Q (zweizeilig) oben und r. Mit Riemen umwundene Keule (Griff oben) zwischen (1.) rundem Geldkasten mit Deckel und Tragbügel und (r.) Quaestorsessel; das Ganze in einem unten gebundenen Lorbeerkranz.

Tetradrachmon : 16,50 g. Berlin (Löbbecke). Geprägt unter dem Statthalter L. lulius Caesar (93/2 vor Chr.), und zwar in Thessalonike (O). Viel reichlicher sind die bis ca. 88 vor Chr. fortgesetzten Emissionen ohne den Namen des Praetors, vgl. Die ant. Mzn. Nord-Griechenlands 3, i. n. 215 224.

8 (III, 14). MAKEAONON bogig unten (von außen zu lesen). Kopf Alexanders wie bei 7; vor dem Halse B-

Rs. wie 7, aber das Schluß-S des Ouaestornamens aus Raummangel fortgelassen.

Drachme: 3,94 g [n. 220, i]. Berlin: Kat. 20, 8. Geprägt in Pella, der Hauptstadt des Distrikts Bottiaia (B"). Drachmen gibt es auch aus der Präge- stätte Amphipolis [n. 218], Tetradrachmen aus dieser und Pella sowohl [n. 215 217 bzw. n. 219. 221 ] wie aus Thessalonike, letztere ganz besonders massenhaft [n. 222 224].

9 (111,15). Ebenso wie 8; hinter dem Halse 0, vor ihm Sl

Rs. SVVRA'LEG ] PRO Q (zweizeilig) oben. Ebenso wie 7, aber die Keule nicht mit Riemen umwunden.

Tetradrachmon: l6,go g [n. 225, i, III, 4]. Berlin; Kat. 21, i, II, 14. Q. Bruttius Sura, Legat des 92/88 amtierenden Statthalters C. Sentius Saturninus, übernahm ca. 88 vor Chr. die Quaestur als unmittelbarer Nachfolger des Aesillas. Die Wertbezeichnung Sl = i6 (Sesterzen) findet sich auch auf einigen wie No. 9 in Thessalonike geprägten Tetradrachmen seines Vorgängers.

IV. Makedonia in der Kaiserzeit.

a. Münzen ohne Kaiserkopf aus dem I. Jahrhundert nach Chr.

10 (IV, 1). MAKE;AONnN unten bogig (von außen zu lesen). Nike mit Kranz und Palmzweig auf einer Kugel nach 1. stehend. Pkr.

Rs. Makedonischer Rundschild, dessen Rand ein erhöhter Pkr. abschließt . Pkr. K 16 [n. 229, I, III, 11]. Kopenhagen.

11 (IV, 2). NikemitKranzundPalmzweignachl. schreitend (ohne Bodenlinie). Pkr. Rs. MAKEAONflN (von innen zu lesen) um einen Eichenkranz; darin ein kleiner makedonischer Rundschild mit erhöhtem Lkr. als Randabschluß. Pkr.

K 15 [n. 231, r, III, 9]. London; Kat. 21,91.

10 MAKEDONIA

12 (IV, 3). Pferd nach 1. schreitend auf Bodenlinie, r. Vorderbein erhoben, r. Hinter- bein vorgesetzt (Paßgang). Pkr.

Rs. MAKEAONflN (von außen zu lesen) um einen makedonischen Rundschild, dessen Rand ein Pkr. abschheßt. Pkr.

K 14 [n. 233, 2, in, 12]. Berlin; Kat. i6, 70.

13 (IV, 4). Makedonischer Rundschild mit einem Lkr. und einem erhöhten Pkr. als Randabschluß. Pkr.

Rs. MAKE AOiNflN (dreizeilig). Pkr.

K 14 [n. 235, 2, III, 13]. Berlin; Kat. 16, 67.

b. Kaisermünzen.

14 (IV, 5 Rs.). [Tl kAAYAlOI j KAI2AP Kopf des Claudius nach 1. Pkr.]

Rs. 2EBA2T02 MAKEAONflN (von innen zu lesen) zwischen einem Lkr. und einem Pkr., um den makedonischen Rundschild, dessen Rand ein Lkr. und ein erhöhter Pkr. abschüeßen.

K 24 [n. 23S, 24, III, 14 Rs.]. Paris; Mionnet i, 457, 66.

15 (IV, 10 Rs.). [AYTOKPATnP KAI5AP OYAinAIIANOl (so). Kopf des Vespa- sianus nach 1. mit Lorbeerkranz. Pkr.]

Rs. MAKE'AO NflN (i. unten beginnend). Ares behelmt und in Kriegstracht mit flatterndem Mantel nach 1. stehend auf Bodenhnie, in der ausgestreckten R. einen Kranz haltend, die L. auf die umgekehrte Lanze gestützt; im Feld r. unten make- donischer Rundschild. Pkr.

K 30/27 [n. 247, 2, III, ly Rs.]. Berlin (l.öbhecke).

ib (IV, 11 Rs.). [AYT-KAIZAP-A10MITIAN02: 2EB- (r. unten beginnend). Kopf des Domitianus nach r. mit Lorbeerkranz. Pkr.]

Rs. KOINON I MA|KEAONnN (l. unten beginnend). Ares wie bei 15, aber mit breit

am Rücken herabhängendem Mantel; im Feld r. unten derselbe Schild. Pkr.

K 26 [n. 251, I, III, 20 Ks ]. London; Kat. 2S, 150; Gardner, Num. chron. 18S0, 56, IV. 4 Rs.

17 (IV, 8 Rs.). [KAICAP AAPIANOC Kopf des Hadrianus nach r., am Halse leichtes Gewand. Pkr.]

Rs. KOINON MAKEAONflN (von innen zu lesen) um einen Blitz mit zwei Flügeln. Pkr.

K 27/26 [n. 253, I, III, 17 Rs.]. Berlin (Imhoof). Über die Vs. -Umschrift von No. 17 20 vgl. Zeitschr. f. Num. 24 (1904), 284 fg.

18 (IV, 6 Rs.). [KAICAP I AAPIANOC Brustbild des Hadrianus nach r. mit Lor- beerkranz und Mantel. Pkr.]

Rs. KOINON MAKEAONflN (von außen zu lesen) um den von zwei Perlkreisen um- gebenen makedonischen Rundschild, dessen Rand ein Pkr. abschließt. Pkr. K 21 [n. 256, 1, III, 16 Rs.]. Berlin; Kat. 27, 14.

19 (IV, 9 Rs.). [KAICAP ANjTCONINOC Brustbild des M. Aurelius nach r. mit Lorbeerkranz und Panzer. Pkr.l

IN DER KAISERZEIT H

Rs. KOINON MA{K€AONCON (von innen zu lesen) um einen Blitz mit vier Flügeln; zu dessen Seiten links Thyrsos (mit Tänie), rechts Keule (Griff oben). Pkr.

K 25 [n. 2S0. I, III, iS Rs.]. Berlin (Imhoof).

20 (IV, 7 Rs.). [KAICAP AINTCONINOC Kopf des M. Aurelius nach r. mit Lor- beerkranz. Pkr.]

Rs. KOINON MAK€AONC0N (von innen zu lesen) um ein von zwei Pkr. umgebenes Gorgoneion; zwischen Ende und Anfang der Schrift eine Weintraube. Pkr.

K 22/21. Berlin; Kat. Naville 12 (1926), in No. 1213. Aus demselben Rs. -Stempel ist ein in Cambridge (Grose the McClean coli. 2, 3722, Tat. 13g, 5) be- findliches Stück hervorgegangen mit dem Brustbild der Faustina iunior auf der Vs.

21 (IV, 12 Rs.). [AY K A Cen I «YhPOC TE Brustbild des Septimius Severus nach r. mit Lorbeerkranz, Panzer und Mantel. Pkr.J

Rs. KOINON MA K€AOM^ Zeus nackt, mit Chlamys über dem 1. Oberarm, nach 1. stehend, in der vorgestreckten R. Blitz, die L. hoch am aufgestützten Scepter; vor ihm am Boden der Adler nach 1. stehend mit geöffneten Flügeln und zurückgewendetem Kopfe. Bodenlinie. Pkr.

K 27/25 [n. 28g, i]. Parma.

22 (IV, 13 Rs.). [Ebenso wie 21, derselbe Stempel.]

Rs. K|OINON M A KCAONflN Langgewandete Frau (Makedoijia) mit Kalathos nach 1. sitzend, mit der R. den schräg über die Schulter gelegten Speer (Spitze unten) haltend, die L. auf den Schild gestützt, um den Unterkörper die Chlamys. [Bodenlinie.] Pkr.

K 25/24 [n. 291, I, 111, 21], Berlin (Imhoof); vorher Sestini raus. Fontana i, 21, 2 = 3, 12, 3.

23 (IV, 14 Rs.). TMAP on ANT AIAA0YM€NIAN10C und im Feld |<|€ Brustbild des Diadumenianus mit Panzer und Mantel rechtshin (Brust nach vorn). Pkr.] Rs. I<0I MAjHeAONOiN N€O|<0PnN (l. in der Mitte beginnend). Reiter mit Panzer, Stiefeln und flatterndem Mantel nach r. sprengend, die R. grüßend erhoben, in der L. den Zügel. Kurze Bodenhnie. Pkr.

K 27/25 [n. 298, I, III, J5 Rs.]. Berlin: Kat. 29, 27,

24 (IV, 15). AY-he-MA-AY-ANTONINOC Brustbild des Elagabalus mit Lor- beerkranz, Panzer und Mantel rechtshin (Brust nach vorn). Pkr.

Rs. KO! MA|<€AON[nN N€ni<OPnN Alexander der Große mit fliegendem Haar, Panzer und Stiefeln von vorn (etwas nach 1.) stehend und rechtshin em- porbhckend, mit der R. ein hinter ihm nach 1. stehendes Pferd am Zügel haltend, im 1. Arm, über den die Chlamys hängt, ein langes Scepter. Bodenhnie. Pkr.

K 27/26 [n. 302, I, 111, 24]. Berlin; Kat. 28, 26.

25 (IV, 16 Rs.). [AV K M A C€ AACZANAPOC Jugendliches Brustbild (unbärtig) des Severus Alexander nach r. mit Lorbeerkranz, Panzer und Mantel. Pkr.] Rs. KOjINON MAK,€AONnN j l/l€n Alexander der Große nackt mit fliegendem Haar und flatterndem Mantel nach r. stehend und den sich bäumenden Buke- phalos an den Vorderbeinen packend. Gekrümmte Bodenlinie. Pkr.

K 27/26 [n. 309, I, III, 2i Rs.]. Berlin; Kat. 29, 28; Zeitschr. f. Num. 24, 302, \'I, 13 Vs.

12 MAKEDONIA

26 (IV, 17 Rs.). [AV-K'M-A-C€-A:A6IANAP0C Ebenso wie 25, aber mit Anflug von Bart. Pkr.]

Rs. 'KOINON MAK€AON oben (bogig), Nen NU im Abschnitt. Der Kaiser mit Lor- beerkranz, Panzer, Stiefeln, flatterndem ]\Iantel und eingelegter Lanze nach r. sprengend, vor ihm Nike nach r. schreitend und zurückblickend, mit der R. den Zügel haltend, mit der L. ein Tropaion schulternd. Bodenlinie. Pkr.

K 26/25 [^- 3i°' -]■ London; Zeitschr. f. Num. 24, 302 fg., VI, 14.

27 (IV, 18 Rs.). [AV-K-M-ANin-rOPAIANOC Brustbild des Gordianus IIL nach r. mit Strahlenkrone, Panzer und Mantel. Pkr.]

Rs. KOINON MAK€AONnN N,€flKOPn und im Feld oben B Vierbeiniger Tisch mit Löwenfüßen von 1. gesehen, darauf zwei Preiskronen mit je einem Palm- zweig, darunter zweihenkeUge Losurne. Rautenförmige Bodenlinie. Pkr.

K 27/26 [n. 317, 2, III, 26 Rs.]. London; Kat. 29, 158; Zeitschr. f. Num. 24, 309 fg., VI, 15. Über die Losurne unter dem Tisch vgl. Zeitschr. f. Num. 39 (1929), 305, 85.

c. Autonome Provinzialmünzen des IIL Jahrhunderts.

Sie haben auf der Vs. den emporblickenden Kopf (selten Brustbild) Alexanders des Großen in verschiedener Ausstattung, wovon Taf. IV, 19 23 und Taf. V, 20 Proben geben. Die nie fehlende Beischrift seines Namens steht bis auf die besonders bezeichneten Aus- nahmen rechts bogig abwärts, zuweilen oben, d. h. über dem Kopfe, beginnend. Die Mannigfaltigkeit der Rs. -Bilder veranschaulichen Taf. IV, 24 33 und Taf. V, i 20, wobei zu bequemerer Übersicht nach Voranstellung der OMONOIA-Emissionen die übliche Typenanordnung (Zeus, Athena, Dionysos usw.) gewählt worden ist, während chronologisch (vgl. Zeitschr. f. Num. 24, 316 fg. und 25, i fg.) sich nachstehende Reihenfolge ergibt :

Zeit des Elagabalus.

28 (IV, 20 Vs). AA6ZANAP0V Kopf nach r. mit Diadem im fliegenden Haar. Pkr. [Rs. hol MA|<€A ONflN Ei N6fl|<0P (oben beginnend). Merbeiniger Tisch von vorn gesehen, darauf zwei Preiskronen je mit Palmzweig. Trapezförmige Boden- linie. Pkr.]

K 26 [n. 472, i]. Berlin (aus Slg. Brüning).

Zeit des Severus Alexander.

29 (IV, 24 Rs.). [AACIANAP)^ Kopf nach r. mit Diadem im lang herabhängenden Haar. Pkr.]

Rs. KOINON ! MAK6A0,NnN und im Abschnitt zweizeilig OMONOIjA Makedonia mit Kalathos nach 1. sitzend, den 1. Arm, in welchem die Lanze (Spitze unten) ruht, auf den hinter dem Sitz stehenden Schild gestützt, mit der R. ein Götter- bild (Kabir mit Mantel, geschultertem Hammer in der L. und Rhyton in der R. von vorn, Kopf rechtshin) empfangend, das ihr die gegenüberstehende Nike (mit flatterndem Gewand und Palmzweig im 1. Arm) überreicht. Bodenlinie. Pkr.

K 2f) [n, 326, i.IV, 28 Rs.]. Berlin (Imhoof); Zeitschr. f. Num. 24. 334, VII, ig Rs.

IN DER KAISERZEIT 13

30 (IV, 25 Rs.). [AA6IANAP0V Kopf nach r. mit Diadem im fliegenden Haar, unter dem Halse ein achtstrahliger Stern. Pkr.]

Rs. Schrift wie bei 29. Makedonia mit Kalathos und Lanze (Spitze unten) im 1. Arm nach 1. stehend und ihr gegenüber Nike mit flatterndem Gewand und Palmzweig im 1. Arm; beide halten mit der R. zusammen eine Schale über einen zwischen ihnen stehenden flammenden Altar. Bodenlinie. Pkr.

K 26 [n, 327, I, IV, 29 Rs.]. Berlin (Löbbecke) ; Zeitschr. f. Num. 24, 334, VII, 18 Rs.

31 (IV, 26 Rs.). [AA€IANAPOV Kopf nach r. mit Löwenfell. Pkr.]

Rs. KOINON I MAK€AONnN und im .\bschnitt zweizeilig OMONOliA Makedonia mit Kalathos, Füllhorn im 1. Arm und dem kleinen Kabir (von vorn, Kopf links- hin) auf der R. nach r. stehend an einem flammenden Altar (mit zwei Früchten), auf welchen die ihr gegenüberstehende Nike (mit lang herabhängendem Gewand -und Palmzweig im 1. Arm) mit der R. eine Schale ausgießt. Bodenlinie. Pkr.

K 26 [n. 328, i]. Sophia; Muschmow die ant. Mzn. der Balkanhälbinsel 7217, I.VII. 11.

32 (IV, 27 Rs.). [Ebenso wie 31.]

Rs. KOINON [MA'K€]AONnN und unten bogig -OiNONOIA- Makedonia mit Ka- lathos nach 1. sitzend, auf der R. den Kabir (von vorn, Ivopf rechtshin), im 1. Arm Lanze; am Sitz hinten der Schild. Bodenlinie. Pkr.

K 25/24 [n. 330, I, IV, 30 Rs.]. Berlin (Prokesch). No. 29 32 feiern die vom Kaiser im Jahre 231 zwischen Thessalonike und der Provinz herbeigeführte OMONOIA, kraft deren die letztere zur Wiederaufnahme des Neokorietitels ermächtigt wurde; vgl. Zeitschr. f. Num. 24, 334 fg. Die dort aus Stempelkoppelungen erschlossene These, daß die autonomen Provinzialmünzen ohne den Neokorietitel der Zeit des Severus Ale.xander angehören, hat Bestätigung gefunden durch ein inzwischen aufgetauchtes Stück in Cambridge (Grose the McClean coli. 2, 3725, Taf. 139, 8), welches die Rs. der obigen No. 29 mit lulia Mamaea auf der Vs. verbindet. Die folgenden Emissionen No. 33 38 mit Nennung einer Neokorie fallen in die Jahre 231 235 nach Chr.

33 (IV, 33 Rs.). [Ebenso wie 31, derselbe Stempel.]

Rs. KOINON MAK€ AONflN * und im Feld unten NCfl Nike mit flatterndem Gewand auf einem rechtshiu eilenden Zweigespann, mit der erhobenen R. die Geißel über den Pferden schwingend, mit der f.. die Zügel haltend. Kurze Boden- linie. Pkr.

K 26 [n. 415, I, IV, 25 Rs.]. Berlin (Prokesch).

34 (V, 3 Rs.). [AA€IANAPOV I-iopf nach r. mit Diadem im fliegenden Haar, unter dem Halse Bhtz. Pkr.]

Rs. KOINON MAKeAONON N €nKO (im .\bschnitt endend). Olympias mit ver- schleiertem Hinterhaupt und aufgerichtetem Oberkörper auf einer Khne nach 1. gelagert und die L. auf deren Rand stützend, die R. gegen eine Schlange er- hebend, die sich vom Fußende der Kline her gegen sie emporringelt. Boden- hnie. Pkr.

K 2S/26 [n. 367, 2, IV, 35 Rs.]. Berlin (Löbbecke). Zur Darstellung der Rs. vgl. Imhoof-Blumer monn. gr. (1883) 61, 3 nebst Anm. 4.

35 (V, 4 Rs.). [AACZANAPOV Kopf nach r. mit attischem Helm, am Kessel ein rechtshin eilender Greif; unter dem Halse Kranz. Pkr.]

14

MAKEDONIA

Rs. KOINON MAK€A0NON N und im Abschnitt Cn Olympias mit Schleier auf einem Sessel mit Löwenbein (ohne Lehne) nach r. sitzend, mit der L. die vor ihr aufgerichtete Schlange aus einer Schale fütternd, mit der R. den Zipfel des den Unterkörper bedeckenden Mantels fassend. Bodenlinie. Pkr.

K 26 [n. 442, I, IV, 26 Rs.]. Berlin (Irahoof). Über die Deutung der Rs.-Figur vgl. Zeitschr. f. Num. 25 (igoö), 13 und 37 fg.

36 (T,8 Rs.). AA€ZANAPOV (oben beginnend). Kopf nach r. mit Löwenfell. Pkr.] Rs. KOII/ION M AKCAÜNflN NCO Reiter mit Panzer, Stiefeln und flattern- dem Mantel nach r. sprengend und mit der erhobenen R. den Speer abwärts gegen einen Feind richtend, der (mit Chiton, Hosen und phrygischer Mütze) unter dem Pferde nach 1. auf dem Rücken liegt, in der L. zwei Lanzen hält und die R. flehend erhebt, zu seinen Füßen der verlorene Schild. Bodenlinie. Pkr.

K 26 [n. 418, 3, V, 3 Rs.]. Kopenhagen; Zeitschr. f. Num. 24, 327, VII, 29. Die Darstellung der Rs. bezieht sich auf den Sieg des Severus .Alexander über..\rtaxerxes im Jahre 232; vgl. Zeitschr. f. Num. 24 (1904), 327.

37 (IV, 22 Vs.). A]A€iIANAlPOV 1., r und unten. Brustbild mit Diadem im fliegen- den Haar, Panzer und Mantel nach 1., vom Rücken gesehen, an der 1. Schulter der Schild, in der (nicht sichtbaren) R. Lanze. Pkr.

[Rs. KlOlljNON MAKeAONflN N€n Reiter mit Panzer, Stiefeln, flatterndem Mantel und eingelegter Lanze nach r. sprengend. Ganz kurze Bodenlinie. Pkr.]

K 26 [n. 405, I, IV, t8 Vs.]. Berlin (Prokesch) ; Zeitschr. f. Num. 24, 326. VII, 31.

38 (V,20). AA€IANAPOV Kopf nach r. mit Löwenfell. Pkr.

Rs. KOINON MAK €aON UN N6]U (fünfzeiiig) in einem unten gebundenen Lor- beerkranz. Pkr.

K ig, Halbstück [n. 456. i, V, 16]. Berlin (Imhoof) : Zeitschr. f. Num. 25 (1906), 12, I. 18 Vs.

Zeit des Gordianus HI.

39 (IV, 19 Vs.). AACIANAPoY Kopf nach r. mit Widderhorn und Diadem im lang herabhängenden Haar. Pkr.

[Rs, KOjINON MAK€AO NHN AlC NCOKOP Zeus nach 1. thronend, auf der

R. die linkshin gewendete Nike, die L. auf das Scepter gestützt. Bodenlinie. Pkr.]

K 27 [n. j2(), i]. Paris; Mionnet Suppl. 3, 225, 41S, X, 6; Zeitschr. f. Num. 23, 23. II, 34 ^'*^-

40 (IV, 28 Rs.). [AAeiANAP|OV (unter dem Halsabschnitt endend). Kopf nach r. mit Diadem im fliegenden Haar. Pkr.]

Rs. KOINON MAK€AONnN AlC N€n (r, oben beginnend). Zeus wie bei 39. Bodenlinie. Pkr.

K 26/25 ["■ Ö14, I, IV, 20 Rs.]. Gotha.

41 (IV, 29 Rs.). [AA€IANAP°V (oben beginnend). Kopf nach r. mit Diadem im lang herabhängenden Haar. Pkr.]

Rs. KOINON MAK|€AONnN j B N (im .\bschnitt endend). Athena nach 1. sitzend, auf der R. die rechtshin gewendete Nike, im 1. Arm die Lanze (Spitze oben) ; am Sitz (mit Löwenbein) hinten der Schild. Bodenlinie. Pkr. K 28/26 [n. 541. I, 1\-, 22 Rs.]. Berlin (Lübbecke).

IN DER KAI SERZEIT 15

42 {IV, 30 Rs.). [AA€IANAPOV Kopf nach r. mit Diadem im lang herabhängen- den Haar. Pkr.]

Rs. KOINON MAK6A0NnN B N€n Athena auf einem Thron mit hoher Rückenlehne, an die sie den 1. Arm stützt, nach 1. sitzend und in der vorgestreck- ten R. eine Schale haltend, aus welcher die um einen 1. stehenden Ölbaum ge- ringelte Schlange frißt. Bodenlinie. Pkr.]

K 26/25 [n. 546, 2. IV, 21 Rs.]. Berlin (Imhoof).

43 (IV, 32 Rs.). [AA€IANAPo|V (unter dem Halsabschnitt endend). Kopf nach r. mit

attischem Helm, am Kessel ein rechtshin eilender Greif. Pkr.] Rs. KOINON M AKCAONON 1^ und im Feld r. B Dionysos nackt nach 1. stehend, in der gesenkten R. einen Kantharos, die L. auf den Thyrsos gestützt; vor ihm am Boden der Panther nach 1. sitzend und zurückblickend. Bodenlinie. Pkr.

K 27/26 [n. 765, i]. .\then.

44 (V, 1 Rs.). [AA6IANAP0V Kopf nach r. mit Löwenfell. Pkr.]

Rs. KOIN|ON MAKCAONnN -B-NCn Nackter bärtiger Herakles auf Boden- linie nach r. vortretend, mit der erhobenen R. die Keule schwingend und mit der L. den nach r. springenden Stier an der Kehle packend; unter dessen Hinter- füßen eine zweite, ganz kurze Bodenlinie oberhalb und parallel der anderen. Pkr.

K 26 [n. 721, i.IV. 32 R.S.]. Berlin (Löbbecke); Zeitschr. f. Nura. 25, 16," II, 22 Rs.

45 (V, 2 Rs.). [AA€IANAPOV (i. und r). Brustbild mit punkt verziertem Diadem im lang herabhängenden Haar, Panzer u. Mantel rechtshin (Brust nach vorn). Pkr.] Rs. KOINON MAK[€AONnjN B NCflKOP (r. oben beginnend). Nackter bärtiger Herakles nach r. in der Stellung des farnesischen innerhalb einer aedicula mit 4 Säulen in der Front und hohem Halbkuppeldach, das auf den beiden inneren Säulen ruht und mit einer Wetterfahne (Triton nach 1.) bekrönt ist; die beiden äußeren Säulen tragen je eine Preiskrone mit Palmzweig. Pkr.

K 26 [n. 703, I, IV, 33 Rs.]. Berlin (Löbbecke); Zeitschr. f. Num. 25, 26. II, 33. Über den Rs. -Typus vgl. Zeitschr. f. Num. 23 (1906), 26.

46 (V, 5 Rs.). [Ebenso wie 39.]

Rs. KOINON MAK6A0 NON AlC NCfl (r. oben beginnend). Olympias mit Schleier auf einem Thron mit hoher Rückenlehne, auf die sie den 1. Arm legt, nach 1. sitzend und mit der R. die vor ihr aufgerichtete Schlange aus einer Schale fütternd. Bodenlinie. Pkr.

K 27/26 [n. 529, I, IV, 27 Rs.]. Berlin (Löbbecke); Zeitschr. f. Num. 25, 23, TT, 35 Vs. Über die Deutung der Rs. -Figur vgl. Zeitschr. f. Num. 25 (1906), 13 und 37 fg.

47 (V, 6 Rs.). [AACIANAPjOV (unter dem Halsabschnitt endend). Kopf nach r. mit Diadem im lang herabhängenden Haar. Pkr.]

Rs. KOINON MAK€AONnN ; B N€ (oben beginnend). Alexander nackt, mit

n

flatterndem Mantel, nach r. vortretend und den sich bäumenden Bukephalos mit beiden Händen am Zügel haltend. Bodenhnie. Pkr.

K 28/26 [n. 556, 2, IV, 34 Rs.]. Berlin (Imhoof) ; Zeitschr. f. Num. 25, 20, III, 40,

IQ MAKEDONIA

48 (V, 7 Rs.), [AA€IANAPoY Kopf nach r. mit Diadem im lang herabhängenden Haar. Pkr.]

Rs. KOINON MAKCAONON und im Abschnitt B N€nK Reiter mit Panzer, Stiefehi, flatterndem Mantel nnd eingelegter Lanze im Schritt nach r. ; vor ihm ein rechtshin stehender Soldat (mit Panzer und Stiefeln), der die R. auf die Hüfte stützt und in der gesenkten L. eine Lanze (Spitze oben) hält. Bodenlinie. Pkr. K 26 [n. 55S. i,V, 2 Rs.]. Berlin (Löbbecke) ; Kat. Billoin (1886) 372.

49 (IV, 21 Vs.). AA€IANAPOV (oben beginnend). Kopf nach r. mit attischem Helm, am Kessel Gruppe von zwei Figuren. Pkr.

[Rs. wie 48, stempelgleich.]

K 26 [n. 767, 2]. Wien; Kat. Welzl i (1844), 2643. Am Helmkessel ist ein nach r. sprengender Reiter mit eingelegter Lanze dargestellt, unter den Vor- derfüßen des Pferdes liegt am Boden linkshin ein Verwundeter mit aufgestütztem 1. Ellbogen, die R. auf das emporgezogene r. Knie legend; ganz links der verlorene Schild.

50 (V, 9 Rs.). [Ebenso wie 44.]

Rs. KOINON I [MA]K€AONnN '• Nen Reiter mit fliegendem Haar, Panzer,

B Stiefeln, flatterndem Mantel und einem Fell als Schabracke nach 1. sprengend (Kopf des Pferdes nach vorn gedreht), in der L. zwei Speere haltend und mit der erhobenen R. einen Speer abwärts gegen einen Löwen richtend, welcher unter- halb der Vorderbeine des Pferdes linkshin läuft und den Kopf mit geöffnetem Rachen nach oben zurückwendet. Kurze Bodenlinie unter den Hinterfüßen des Pferdes. Pkr.

K 26 [n. 726, i]. London; Kat. 22, 100 ; Mowat, Revue num. 1903, 7, a', IV, 4.

51 (V. 10 Rs.). [AA€lANAPOC (oben beginnend). Kopf nach r. mit Diadem im lang herabhängenden Haar. Pkr.]

Rs. KOINON MAKCAONfiN | B N (i™ Abschnitt endend). Reiter mit Panzer, Stiefeln und flatterndem Mantel auf rechtshin schreitendem Pferde, die R. zum Gruß erhoben (Adventus-Typus). Bodenhnie. Pkr.

K 26 [n. 578, 1, V, 6 Rs.]. Cambridge; Leake num. Hellen., Europ. Greece 66, No. (27). Die Darstellung der Rs. bezieht sich auf des Gordianus Ankunft in Makedonien im Spätherbst 242 ; vgl. Zeitschr. f. Num. 24 (1904), 308 und 25 (1906), 28.

52 (V, 11 Rs.). [AA€IANAPO V (unter dem Halsabschnitt endend). Kopf nach r. mit Diadem im lang herabhängenden Haar. Pkr.]

Rs. KOINON MAK^AONflN B N€ Krieger mit Panzer und Stiefeln von vorn (etwas nach r.) stellend und linkshin blickend, die R. auf die umgekehrte Lanze gestützt, im 1. Arm Parazonium. Bodenlinie. Pkr.

K 27/26 [n. 5S1, r, V, 7 Rs.]. Wien (Tiepolo) ; Mus. Theup. 2, 12S0, No. (6).

53 (V, 13 Rs.). [AA6IAN[AP0V] Kopf nach r. mit attischem Helm, am Kessel ein rechtshin eilender Greif. Pkr.]

Rs. KOINONON MAK^AONflN B N€n (so). Hoher Korb, aus welchem unter dem halbgeöffneten Deckel eine Schlange nach 1. hervorkriecht. Pkr. K 26 [n. 785. 1, V, 13 Rs.]. Paris (Vs. retouchiert) ; Mionnet i, 561. 640.

IN DER KAISERZEIT 17

54 (V, 14 Rs.). [AA6IANAP0V Kopf mit Helm nach r. wie bei 53; unter dem Halse achtstrahliger Stern. Pkr.]

Rs. KOINO|N MAKCAONnN'B- (r oben beginnend) und unten zweizeilig NCflKOiP

Zwei viersäulige Tempel mit dreistufigem Unterbau im Profil einander gegenüber und über jedem eine Preiskrone mit Palmzweig; dazwischen auf hoher Säule die Statue eines von vorn (etwas nach 1.) stehenden und rechtshin blickenden Kriegers, der die R. auf die umgekehrte Lanze stützt und in der gesenkten L. das Parazonium hält. Pkr.

K 26 [n. 786, 2, IV, 16 Vs. + V, 9 Rs ] Berlin (Imhoof). Über den Rs. -Typus vgl. Zeitschr. f Num. 24 (1904), 322 und 25 (1906), 9.

55 (V, 15 Rs.). [AA€IANAPOV Kopf nach r. mit Löwenfell, 1. unten sieben- strahliger Stern. Pkr.]

Rs. KOINON i MA|K€AONflN | AlC (l oben beginnend) und im Feld unten NCflKOP

Viersäuliger Tempel mit vierstufigem Unterbau im Profil nach r., ihm gegen- über (r.) auf kurzer dicker Bodenlinie ein vierbeiniget Tisch (mit Löwenfüßen, von vorn gesehen), auf welchem zwei Preiskronen, über der 1. ein Beutel, in der r. ein langer Palmzweig. Pkr.

K 27 [n. 750, I, V, II Rs.]. Berlin (Prokesch) ; Zeitschr. f. Num. 25, 29, III, 41 Rs.

56 (IV, 23 + V, 18). AA€|IANAPOV (i. und r). Brustbild mit Diadem im lang herabhängenden Haar und mit Schuppen panzer rechtshin (Brust nach vom). Pkr. Rs. KOINON I MA K€AONnN | B N€ (vierzeilig oben und unten). Zwei sechssäulige Tempelfronten mit zweistufigem Unterbau, in den Giebeln je ein Pkr.

K 24, Zweidrittelstück [n. 813, i]. Berlin (Prokesch).

57 (V, 16 Rs.). [AA€IANAPOV (i., oben, r). Brustbild mit Diadem im lang herab- hängenden Haar, Panzer und Mantel rechtshin (Brust nach vorn). Pkr.]

Rs. 'K'MAKCAONflN | B NCfl (l in der Mitte beginnend und im .\bschnitt endend).

Löwe mit geöffnetem Rachen nach r. schreitend. Bodenlinie. Pkr. K 20/19. Halbstück [n. 816, i]. Berlin (C. R. Fox).

58 (V, 17 Rs.). [AA6ZANAP °V (unter dem Halsabschnitt endend) Kopf mit Helm nach r. wie bei 53. Pkr,]

Rs. KOINON MAK€AONnN B NC (i. oben beginnend). Keule (Griff oben) und r. daneben ein mit Pfeilen gefüllter Köcher, an welchem r. der Bogen (ohne Sehne) herabhängt. Pkr.

K 22/21, Halbstück [n. 821, i]. Berlin (Prokesch).

Zeit des Philippus.

59 (IV. 31 Rs.). [AA€IANAPOV (üben beginnend). Kopf nach r. mit Löwenf eil. Pkr.] Rs. KOINON MAK€AONON*B- und im Abschnitt NCfl Athena nach 1. sitzend, in der R. Schale, den 1. Arm auf den hinter dem Sitz (mit Löwenbein) stehenden Schild gestützt; im Feld 1. oben €0C Bodenhnie. Pkr.

K 25 [n. 842. 2, IV, 24 Rs.]. Berlin (Prokesch). Über das Datum eOC = 2^75 der aktischen Ära = 243/4 nach Chr. vgl. S. 47, zu No. 2 von Beroia und ausführlich Zeitschr. f. Num. 24 (i904). S" fg- so'^^'e 25 (1906), 32

Die antiken Münzen Nord-Griechenlands UI, 2.

18 MAKEDONIA IN DER KAISERZEIT

60 (V, 18 Rs.). [Ebenso wie 59.]

Rs. KOINON MAK€AONnN -B-NeO (i in der Mitte beginnendi Löwe mit ge- öffnetem Rachen nach r. schreitend, darüber Keule mit dem Griff nach r. ; im Feld oben €0C Bodenlinie. Pkr.

K 26/25 [n. S45. 2, V. S Rs.]. Berlin (Imhoof): Kat. Wiczay 2922; Sestini mus. Heden'. 133, 211.

61 (V, 19 Rs.). [AACrANA P°|V (r. und i.). Kopf mit Helm wie bei 53. Pkr.]

Rs. KOIN -MAKeAONnN B NCOKO Vierbeiniger Tisch mit Löwenfüßen von r. gesehen, darauf zwei Preiskronen mit je einem Palmzweig; in der Mitte O A1N|TT|I1A1*B- senkrecht unter einander. Rautenförmige Bodenhnie. Pkr.

K 26/25 ["■ ^5Ö, i]. Berlin; Zeitschr. f. Xum. 25, 36, III, 57. Die auf der Rs. genannte zweite Feier der makedonischen '0X6,u::ia fand statt im Jahre 246 nach Chr.; vgl. Zeitschr. f. Num. 25 (1906), 36.

AIGAI

in der Landschaft Emathia am Oberlauf des Lydias, die älteste Residenz der make- donischen Könige, nach seiner Vorstadt Edessa (s. d.) später selbst so genannt.

Silber sog. babylonischer ') Währung.

(Ende des VI. Jahrhunderts bis ca. 480 vor Chr.).

1 (V, 21). Ziegenbock nach r. knieend mit aufgesetztem 1. Vorderfuß und zurück- gewendetem Kopfe (nur ein Hern dargestellt); im Feld: oben, unter dem Leibe und r. je eine Kugel. Punktierte Bodenlinie.

Rs. Unregelmäßig vertieftes Quadrat mit Spuren eines Balkenkreuzes.

Stater (Didrachmon) : 9,85 g [V, i8]. Paris: Mionnet Suppl. 3, 175, 5, IX, 4.

2 (V, 22 Vs.). Ebenso wie i, aber auch das zweite Hörn angedeutet und die Kugeln kleiner; unterhalb der punktierten Bodenlinie noch eine glatte.

[Rs. wie I.]

stater: 9,76g [V, 24 Vs.]. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer, Zeitschr. f. Num. 7, 5, 4, I, 5.

3 (V, 23 Vs.). Ziegenbock nach 1. knieend mit aufgesetztem r. \'orderfuß und zurückgewendetem Kopfe (nur ein Hörn dargestellt); auf dem Leibe drei Kugeln: eine oberhalb des 1. Vorderbeins, zwei übereinander in der 1. Weiche; im Feld oben Akanthosblüte. Dreifache Bodenlinie, die oberste geperlt. Pkr.

[Rs. Flaches Ouadratum incusum mit Balkenkreuz.]

Stater: 9,37g [V. 29 Vs.]. Glasgow (Hunter); Kat. 267, i, XIX, 17.

4 (V, 24 Vs.). Ziegenbock wie bei i, aber beide Hörner dargestellt und über der Stirn vier Haarbüschel emporstehend; im Feld oben Punktrosette. Punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste. Pkr.

[Rs. wie 3.]

stater: 9,38 g (gelocht) [V, 30 Vs.]. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer a.a.O. 7,7,14. ') Vgl. Regling in v. Schrötter's Wörterbuch der Münzkunde (1930) 52 fg.

AIGAI 19

Die bisweilen hinzugefügten dünnen Haarbüschel über der Stirn des Ziegenbocks, drei auf No. 5. ir, vier auf No. 4. 15, fünf bei No. 12, erscheinen bis zu acht vermehrt z. B. Kat. Egger 46 (Mai 1914, Slg. Prowe), Taf. VIII, 461.

5 (V, 25 Vs.). Ziegenbock wie bei 4, aber mit nur drei Haarbüscheln über der Stirn; im Feld oben AA Punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste. Pkr.

[Rs. wie 3.]

Stater: 9,28 g [V, 31 Vs.]. Berlin (Lübbecke).

6 (V, 29). Ziegenbock wie bei i, aber beide Hörner dargestellt; im Feld oben 6i, Punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste. Pkr.

Rs. wie 3.

stater: 9,40 g [V, 32]. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer a.a.O. 7,7, zu 13.

7 (V, 26). Ziegenbock nachr. knieend mit aufgesetztem 1. Vorderfuß und zurück- gewendetem Kopfe (nur ein Hörn dargestellt). Doppelte Bodenlinie.

Rs. Viergeteiltes Quadratum incusum von Windmühlenflügelform.

Achtelstater (Trihemiobolion) : r,o8g [V, 17]. Berlin (Imhoof): Imhoof-Blumer a.a.O. 7,5,2.

8 (V, 27). Ebenso wie 7, aber mit Perlenschnur um den Hals und auch das zweite Hörn angedeutet. Punktierte Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 7, aber die Windmühlenflügelform weniger deutlich infolge zu starker Einsenkung einer Quadratecke.

Achtelstater: 1,00 g [V, 21]. Kopenhagen.

9 (V, 28). Ziegenbock nach 1. knieend wie bei 3, aber ohne die Kugeln auf dem Leibe. Dreifache Bodenlinie, die mittlere geperlt.

Rs. Unregelmäßig vertieftes Quadrat mit Spuren von Vierteilung.

Achtelstater: 1,27 g Sy -°]- Ehemals Slg. Walcher von Molthein (v. Renner 's Kat. 259S).

10 Ziegenbock nach r. knieend wie bei 7; im Feld: oben, unter dem Leibe und r. je eine Kugel. Punktierte Bodenlinie.

[Rs. wie 9.]

Achtelstater: 0,92 g [V, 23 Vs], Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer a.a.O. 7,6, zu 7.

11 Ziegenbock nach r. knieend mit aufgesetztem 1. Vorderfuß und zurückgewen- detem Kopfe, beide Hörner dargestellt und über der Stirn drei Haarbüschel empor- stehend; im Feld: oben und r. je eine Kugel. Punktierte Bodenlinie.

[Rs. wie 7, aber mit deutlicherem Balkenkreuz.]

Achtelstater: 1,00 g [V, 25 Vs.]. Ehemals Slg. Dr. Weber (Forrer's Kat. 2. 1S42, LXXI, 1842).

12 Ebenso wie 11, aber mit fünf Haarbüscheln über der Stirn. Rs. wie 7, aber mit voll sichtbarem Balkenkreuz.

Achtelstater: 0,94 g [V, 26]. Berlin (Imhoof).

13 (V, 31). Vorderteil eines mit aufgesetztem 1. Vorderfuß und zurückgewendetem Kopfe (beide Hörner dargestellt) nach r. knieenden Ziegenbocks ohneBodenhnie; im Feld unten eine Kugel.

Rs. wie 12.

Sechzehntelstater (Tritemorion) : 0,42 g [V, 19]. Stuttgart.

20 AIGAI AINEIA

14 (V, 30). Ziegenbock wie bei 7, aber beide Hörner dargestellt ; im Feld: oben ® , r. eine Kugel. Punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste.

Rs. wie II.

Achtelstater : 1,05 g [V, 22]. Karlsruhe; Imhoof-Blumer, Zeitschr. f. Xum. 7 (18S0). .5, i, I, 4.

15 Ziegenbock wie bei ii, doch über der Stirn vier Haarbüschel emporstehend ; im Feld oben und r. je eine Kugel. Punktierte Bodenhnie auf erhöhter Leiste. Rs. wie 12.

Achtelstater: 1,08 g [¥,27], Cambridge; Leake num. Hellen., Europ. Greece 47, No. (22).

16 (V, 32). Ziegenbock wie bei 7; im Feld oben AA Punktierte Bodenhnie. Pkr. Rs. Flaches Quadratum incusum mit Balkenkreuz.

Achtelstater: 0,90 g [V, 28]. Ehemals Slg. Dr. Weber (Forrer's Kat. 2, 1844, LXXI, 1844). Über die Zuteilung dieser Emissionen an Aigai vgl. Imhoof-Blumer a. a. O. 7, 5 fg. und Babelon traite 2, I. Sp. 1095 fg. Beide sehen in A- und AA (auf No. 5 rückläufig AA) mit Recht Abkürzungen von Beamtennamen, während Svoronos entgegen aller Wahrscheinlichkeit die doch oflEenbar einheitliche Münzreihe auseinanderreißt und in monnaies des Derroniens, des Laiaiens sowie »d'alliance« zerlegt (Journ. intern. 19, 6, 5 und S. 22 fg., 3. 4. 6 15). Vgl. auch unten S. 137 fg., No. 21 24.

AINEIA

in der Chalkidike unweit ihrer in den thermäischen Golf hineinragenden Nordwest- spitze (ä'xpa At'vsi«), hieß ursprünglich 'Piittr^Xo; und wurde später nach seinem mythischen Gründer Aineias umgetauft ').

I. Silber euböischer Währung.

(Ende des VI. Jahrhunderts bis ca. 480 vor Chr.).

I (Y, 33). AIN EA^ (oben und r). Aineias, bärtig, mit gegürtetem Panzer, Bein- schienen und korinthischem Helm (ohne Busch) nach r. schreitend; er trägt auf der 1. Schulter seinen Vater Anchises, um dessen Beine den 1. Arm legend, und hält in der gesenkten R. ein kurzes Schwert (fast waagerecht). Anchises, bar- häuptig, mit kahlem Vorderkopf und dünnem Spitzbart, ist bekleidet mit langem Chiton und Chlamys, von der ein Zipfel an seinem r. Arm herabhängt. Ihnen voran schreitet Kreusa (Eurydike) rechtshin, nach 1. zurückblickend, mit langem Haar, von dem zwei geperlte Strähnen auf ihre Brust fallen, und kreisförmigem ionischen Ohrschmuck. Sie ist bekleidet mit dünnem, zwischen den Beinen Falten schlagendem Rock, dicker Jacke und Chlamys, von der ein Zipfel hinter dem in die Hüfte gestützten r. Arm herabhängt, und trägt auf der 1. Schulter ein lang- gewandetes Mädchen, dessen ausgestreckten 1. Unterarm sie mit ihrer erhobenen L. umspannt. Im Feld 1. Punktrosette. Punktierte Bodenhnie. Pkr. (Mit zwei tiefen Einschlägen.)

') Vermutlich in Zusammenhang mit einem von Peisistratos veranlaßten suvotxisjjiö; (Aristot. jroXtT. 'A8j)v. XV, 2). Vgl. Köhler, Sitzungsber. Berl. Akad. 1892, 345 nebst .\nm, i; Svoronos, Journ. intern. 19, 148.

AINEIA

21

Rs. Viergeteiltes Quadratum incusum von Windmühlenflügelform.

Tetradrachmon : 17.12 g [V, 35]. Berlin; Kat. 33, i, III, 21 ; Friedlaender, Zeitschr. f. Xum. 7 (1880), 221 fg. [Head hist. num. 189 = hist. num.»2i4]; Babelon traite 2, i, 1556, XLIX. 15. Daß Kreusa (richtiger Eurydike) nicht den kleinen Askanios trägt (so Friedlaender. v. Sallet, Babelon, Head), sondern ein Mädchen (wie C. Robert erkannte: Archäol. Ztg. 1879, 23fg.), wird bestätigt durch das inzwischen aufgetauchte Exemplar der Slg. Jameson (Kat. i, 932) ; vgl. Svoronos, Journ. intern. 19, 144. Die Aufschrift ist, wie No. 5 außer Zweifel setzt, als Genitiv des Stadtnamens zu deuten. Beachtung verdient, daß hier wie auf No. 6 9 die nichtionische Form im Gegensatz steht zu dem AINEHTUN auf No. 10; vgl. Harrison, Class. Quarterly 6 (1912), 170.

2 (V, 34). Bärtiger Kopf des Aineias mit bebuschtem korinthischen Helm nach r., das Haar im Nacken lang herabhängend; der Halsabschnitt punktiert. Pkr. Rs. wie I.

Tetrobolon: 2.73 g [V. 33]- Berlin; Kat. 33, 2; Friedlaender, Monatsber. Beri. Akad. 1878, 763.

3 (V, 35). Ebenso wie 2, aber der Halsabschnitt glatt mit einer Punktreihe darüber. Rs. Unregelmäßig vertieftes Quadrat, durch ein Balkenkreuz in vier ungleich große Felder geteilt.

Tetrobolon: 2,82 g [V, 34]. Berlin (Löbbecke).

4 (V, 36). Ebenso wie 2, aber mit glattem Halsabschnitt. Rs. wie 3, aber das Balkenkreuz weniger deuthch.

Diobolon: 1,30 g [V, 36]. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer monn. gr. 62, 6. Der Taf. VI, 1 abgebildete Obol euböischer Währung (mit einem Rind als Münzbild) gehört nicht nach Aineia; s. unten S. 139, No. 32.

II. Silber phönikischer Währung, a. Mitte des V. Jahrhunderts vor Chr.

5 (V, 37). Kopf des Aineias mit kurzem Bart und bebuschtem korinthischen Helm nach 1., das Haar im Nacken kurzlockig. Pkr.

Rs. AI|NjE]A< (1. oben beginnend) um ein rechtwinkelig in vier Felder mit leicht erhöhtem Grunde geteiltes Linienquadrat; das Ganze in flachem Quadratum incusum.

Tetrobolon: 1,98 g [V, 37]. Berlin; Reghng die ant. Mze. als Kunstwerk Taf. XXII, 4S3. Der Stil dieser Emission, deren obere Grenze Regling um 440 vor Chr. ansetzt, gestattet nicht, mit ihrer Datierung bis nach 424 vor Chr. hinabzugehen, wie sonst allgemein üblich. Es ist also nicht richtig, in Aineia den Übergang \'on der euböischen zur phönikischen Währung mit den Erfolgen des Brasidas in Zusammenhang zu bringen. Das gleiche gilt für Terone; auch Olynthos, Tragilos und die Bottiaier prägten nach phönikischem Münzfuß schon vor ca. 424.

b. Nach ca. 424 vor Chr.

6 (VI, 2). Kopf der Athena nach r., der attische Helm mit einem Olivenkranz geschmückt.

Rs. AINEA im Abschnitt. Stier auf Bodenlinie nach r. stehend mit zurück- gewendetem Kopfe. Das Ganze in flachem Quadratum incusum mit abgerundeten Ecken.

Tetrobolon: 2,37g. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer monn. gr. 62, 7, Taf. C, 12.

22 AINEIA

Diese Emission stimmt in der Wahl ihrer Typen genau überein mit den um 443 vor Chr. entstandenen Kleinsilberstücken von Sybaris (z.B. Kat. McClean i, Taf. 38, 28fg. ; Kat. Warren, Taf. II, 100 fg. ; Kat. Dr. Weber I, Taf. 34, 862). Der Athenakopf steht dem dortigen stilistisch nach, ist aber ohne Zweifel älter als der weichliche in Akanthos (unten S. 28, No. 38 40). Bei dem umblickenden Stier auf der Rs. zeigt sich, verglichen mit dem sybaritischen, insofern eine Weiterentwickelung, als der Versuch gewagt wird, seinen Kopf in dem schwierigen Dreiviertelprofil darzustellen. Die Rs. -Aufschrift lautet, wie das besser erhaltene stempelgleiche Exemplar Kat. Hirsch 33, 612 er- gibt und durch No. 7 bestätigt wird, AINEA, worin wohl nicht der Nominativ des Stadtnamens zu sehen ist, sondern eine Abkürzung von Aiveaiüiv.

7 (V, 38). Ebenso wie 6, aber ohne den Kranz am Helm.

Rs. AINEA oben (in gerader Zeile). Stier nach r. stehend auf Bodenhnie. Das Ganze in flachem Ouadratum incusum [mit abgerundeten Ecken].

Obol: 0,47 g. Ehemals SIg. Pozzi (Paris): Kat. Naville i (1920), 807, XXVI, S07. Deutlicher ist die Form des Quadratum incusum auf der stempelgleichen Rs. des 0,56 g wiegenden, jetzt in Berlin befindlichen Exemplars Kat. Hirsch 16 (igo6), Taf. XII, 358 = Kat. Hirsch 25 (Slg. PhiHpsen), Taf. III, 23.

III. Kupfer.

(Erste Hälfte des IV. Jahrhunderts vor Chr.).

8 (VI, 3; 4 Rs.). Kopf des unbärtigen Aineias nach r. mit phrygischer Mütze. Rs. AINEIAT oben (in gerader Zeile), NU im Abschnitt. Stoßender Stier nach r. auf Bodenhnie. Feld rundlich vertieft.

K 16/15. München.

K 17/16. Berlin (Imhoof), die Rs.; Friedlaendcr, Monatsber. Berl. ,\kad. 1878, 763fg.; Imhoof-

Blumer monn. gr. 63, 8, choix Taf. I, 15 [Head hist. num. igo = hist. num.= 214; Babelon

traite 2, 4, 927, (b)]. In dem Kopf der Vs. von No. 8 10 wird man trotz der Bartlosigkeit Aineias zu sehen haben, da .\skanios, an den Friedlaender folgend Imhoof-Blumer, Head und Babelon denken, nach der Tradition (vgl. Dion. Halic. I, 47) in Troia zurückblieb, w'omit die Darstellung auf No. i übereinstimmt. Einen Übergang zu der Unbärtigkeit des Aineias bildet sein ganz kurzer Bart auf der Vs. von No. 5.

9 (VI, 4 Vs.). Ebenso wie 8, aber linkshin.

[Rs. AINEA oben (in gerader Zeile), NUl im .\bschnitt. Stier nach 1. Stehend auf

Bodenlinie.]

K 16/15. Berlin (Löbbecke).

10 (VI, 5 Rs.). [Ebenso wie 9.]

Rs. AIN|EHTflN 1. und oben (in geraden Zeilen). Stier mit etwas nach vorn gedrehtem Kopfe linkshin schreitend, das r. \'order- und 1. Hinterbein vorgesetzt. Boden- linie. Feld leicht konkav.

K 15. Paris; Pellerin lettres (1770) 2ifg., II, 4 [Torremuzza Siciliae veteres nummi (1781) 52fg., LIV, i; Eckhel d. n. v. i, 227]; Mionnet i, 263, 449; Babelon traite 2, 4, 929, CCCXII, 13. Imhoof-Blumer's Lesung der Rs. -Aufschrift dieses Stückes (Num. Zeitschr. 16, 242) wird bestätigt durch das inzwischen aufgetauchte, jetzt im Berliner Kabinett befindliche Exemplar der ehemaligen Slg. PhiHpsen (Kat. Hirsch 25, 325, III, 325), auf dem auch alle Einzelheiten der Stierdarstellung deutlicher sichtbar sind.

AKANTHOS 23

AKANTHOS

an der Ostküste der Chalkidike auf dem Isthmus der Halbinsel Akte, des östlichsten ihrer drei Ausläufer, um die Mitte des VII. Jahrhunderts vor Chr. von Andres aus gegründet.

I. Silber euböischer Währung. (Ende des VI. Jahrhunderts bis ca. 424 vor Chr.).

A. Bis ca. 480 vor Chr.

1 (VI, 6). Gefleckte Löwin auf einem mit gesenktem Kopf auf beiden Vorder- beinen nach r. knieenden Stier linkshin, ihn mit nach vorn gewendetem Kopf in die Kruppe beißend; im Abschnitt Akanthosblüte. Punktierte Bodenlinie. Pkr. Rs. Vertieftes Quadrat, durch ein Linienkreuz in vier Felder geteilt, in jedem

- eine unregelmäßige, bis an einen der Kreuzschenkel heranreichende Erhöhung. Tetradrachmon : 17,37g. London; Kat. 30, i; Hill guide {ig3z)-f>, 7, III, 7. Zu der Vs. -Darstellung vgl. Dressel l u. Regung, Zeitschr. f. Num. 37 (1927), loöfg.

2 (VI, 7). Löwe auf einem mit tief gesenktem Kopf und eingezogenem I. Vorder- fuß nach 1. stehenden Stier rechtshin, ihn in die Kruppe beißend; im Abschnitt Akanthosblüte, abwärts gekehrt. Dreifache Bodenlinie, die mittlere geperlt. Pkr. Rs. Ouadratum incusum, dessen Vertiefungen fast ein Hakenkreuz bilden.

Tetradrachmon: 17,50g (subärat). Berlin (Imhoof).

3 (VI, 10). Löwin auf einem mit erhobenem Kopf und eingezogenem 1. Vorderfuß nach 1. niederbrechenden Stier rechtshin, ihn mit nach vorn gewendetem Kopf in die Kruppe beißend; im Feld oben 1. ein Monogramm und Punktrosette. Punk- tierte Bodenlinie. Pkr.

Rs. Flaches Ouadratum incusum mit körnig gerauhtem Grunde, durch ein Linienkreuz in vier Felder geteilt.

Tetradrachmon: 17,00g. Paris (de Luynes 1534).

4 (VI, 11). Löwe auf einem mit erhobenem Kopf, eingezogenem 1. Vorderfuß und eingeknickten Hinterbeinen nach I. niederbrechenden Stier rechtshin, ihn in die Kruppe beißend ; im Feld oben 1. O , im Abschnitt Akanthosblüte, abwärts ge- kehrt. Punktierte Bodenhnie auf erhöhter Leiste. Pkr. (den der Schwanz des Stieres durchbricht).

Rs. wie 3.

Tetradrachmon: 17,40g. Paris (de Luynes 1535I.

5 (VI, 12). Ebenso wie 4 (von derselben ;Hand) , aber der Kopf des Stieres zurück- gewendet.

Rs. wie 3.

Tetradrachmon: 16.94 g, Berlin (Imhoof).

6 (VI, 13). Löwin auf einem mit zurückgewendetem Kopf, eingezogenem 1. Vorder- fuß und eingeknickten Hinterbeinen nach 1. niederbrechenden Stier rechtshin, ihn mit nach vorn gewendetem Kopf in die Kruppe beißend; im Feld oben eine Kugel. Punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste. Pkr.

24

AKANTHOS

Rs. wie 3, aber mit feinerer Körnung des Grundes und einem Punkt auf der Mitte des Linienkreuzes.

Tetradrachmon : 17,40g. Paris; Pellerin recueil i (1763), 179, XXX, iK; Mionnet 1, 460, S4.

7 (VI, 18). Löwin auf einem mit emporgeworfenem Vorderkörper und einknicken- den Hinterbeinen nach 1. gewendeten Stier rechtshin, ihn mit nach vorn gedrehtem Kopf in die Kruppe beißend; im Feld oben Kammmuschel. Ohne Bodenlinie. Pkr. Rs. wie 3, aber mit feinster Körnung des Grundes und sehr dickem Linienkreuz.

Tetradrachmon: 17,10 g. Im Handel.

8 (VI, 19). AKAN oben. Löwe auf einem mit tief gesenktem Kopf und eingezoge- nem 1. Vorderfuß nach 1. stehenden Stier rechtshin, ihn in die Kruppe beißend; im Abschnitt Fisch nach 1. Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 3.

Tetradrachmon: 17,10g. Brüssel (de Hirsch); Kat. Bompois (1882) 699. Das Taf. VI, 26 abgebildete Tetradrachmon mit Eber an Stelle des Stieres ist ein Gepräge der Stadt Stagira (= unten S. 110, No. i).

9 (VI, 20). Vorderteil eines nach 1. knieenden Stieres mit aufgesetztem r. Vorder- fuß und zurückgewendetem Kopfe ; im Feld oben r. Akanthosblüte schräg rechtshin. Rs. Vertieftes, in vier Felder geteiltes Quadrat mit sehr unebenem Grunde.

Tetrobolon: 2,55 g (abgenutzt), Berlin (Imhoof).

IG (VI, 21). Ebenso wie 9, aber der Abschluß mit einer punktierten und davor einer glatten Linie. Pkr.

Rs. Vertieftes Quadrat, durch ein Linienkreuz in vier Felder geteilt, in jedem eine unregelmäßige, bis an einen der Kreuzschenkel heranreichende Erhöhung. Tetrobolon: 2,52g. Berlin (Imhoof).

11 (VI, 23 Vs.). Vorderteil einer gefleckten Löwin rechtshin, den Kopf nach vorn gewendet, in derselben Haltung wie bei dem Raubtier auf No. i. 3. 6. 7; im Feld oben Akanthosblüte. Abschluß und Bodenlinie punktiert. Pkr.

[Rs. wie 10.]

Tetrobolon: 2,59g. Berlin (Imhoof), mit etwas Doppelschlag auf der Vs.

12 (VI, 22). Ebenso wie 11 (derselbe Stempel), die Akanthosblüte fast ganz un- ausgeprägt infolge von Stempelverstopfung.

Rs. Vertieftes Quadrat, durch ein Linienkreuz in vier Felder geteilt, in jedem eine unregelmäßige, bis an einen der Kreuzschenkel heranreichende, auf den freien Seiten linear umschlossene Erhöhung.

Tetrobolon: 2,42g. Ehemals Slg. Imhoof; Kat. Hess, März 1906, 172.

13 (VI, 24). Vorderteil einer Löwin rechtshin, den Kopf nach vorn gewendet, in derselben Haltung wie bei dem Raubtier auf No. i. 3. 6. 7; nur das r. Vorderbein dargestellt; der Abschluß mit einer punktierten und davor einer glatten Linie; im Feld oben Akanthosblüte. Doppelte Bodenlinie, die obere geperlt, die untere sehr dünn. Pkr.

Rs. wie 3.

Tetrobolon: 2,29 g. Glasgow (Hunter); Kat. 270, 2, XIX, 20.

AKANTHOS 25

14 (VI, 25). Vorderteil einer Löwin wie bei 13, aber linkshin und mit zwei punk- tierten Abschlußlinien; im Abschnitt Akanthosblüte, abwärts gekehrt. Punktierte und darunter eine glatte Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 3.

Tetrobolon: 2,40 g. Berlin (Imhoof).

15 (VI, 8). Kopf und Hals eines Stieres rechtshin. Pkr. (den das Stierhorn durch- bricht).

Rs. wie 3.

Obol: 0,42 g. Im Handel.

16 (VI, 16). Kopf einer Löwin von vorn (ohne Hals). Pkr.

Rs. Flaches Quadratum incusum, durch ein Linienkreuz in vier Felder geteilt. Obol: 0,61 g. Im Handel.

17 (VI, 17). Kopf einer Löwin von vorn in der Haltung des Raubtiers auf No. i. 3. 6. 7; der Halsabschluß punktiert. Pkr.

Rs. wie 3.

Obol: 0,44g. Berlin (Imhoof).

18 (VI, 27). Kopf der Athena mit langem Busch am attischen Helm (ohne Nacken- stück), kreisförmigem Ohrschmuck und Halsband nach r., das lange Haar in vier punktierten Strähnen herabhängend; der Halsabschluß punktiert.

Rs. wie 10.

Diobolon: 1,26 g. Berlin (Löbbecke).

19 (VI, 28). Kopf der Athena wie bei 18, aber der Helm mit Nackenstück und das Stirnhaar punktiert.

Rs. wie 3.

Diobolon: 1,25 g. St. Gallen, Historisches Museum {Slg. Gonzenbach). Daß diese Diobolen (euböischer Währung) mit dem archaischen Athenakopf nach Akanthos gehören, wurde bisher im Hinblick auf No. 38 40 mit Recht allgemein angenommen und ist jedenfalls viel wahrscheinlicher als die in der Luft schwebende Zuteilung an Oisyme, die Svoronos glaubhaft zu machen versucht (Journ. intern. 19, 227 fg.).

B. Von ca. 480 vor Chr. ab.

Der Stadtname, den man vorher versuchsweise in abgekürzter Form auf der Vs. anbrachte (No. 8, nur zwei Exemplare bekannt, beide aus dem gleichen Vs. -Stempel), wird jetzt voll ausgeschrieben ein viergeteiltes Linienquadrat umschließend auf die Rs. gesetzt, offenbar in Anlehnung an das Schema der ca. 480 vor Chr. beginnenden Oktadrachmen Alexanders I. (unten S. 152, No. 29 31, Taf. XXVIII, i), das dann ca. 478 oder 476 auch Abdera adoptierte. Die stilistische Verwandtschaft zwischen der Rs. von No. 20 und der des zu den frühesten Alexander- Stücken dieser Art gehörenden Oktadrachmons Kat. Warren Taf. XV, 615 ist so groß, daß der zeitliche Abstand, wenn überhaupt vor- handen, nur ganz gering sein kann.

20 (VII, 1). Löwe auf einem mit aufgesetztem r. Vorderfuß, eingeknickten Hinter- beinen und emporgezwängtem Kopfe nach 1. zusammenbrechenden Stier rechts- hin, ihn in die Kruppe beißend; im Feld oben Efeublatt. Punktierte Boden- linie auf erhöhter Leiste. Pkr.

26. AKANTHOS

Rs. AKA|^|OIO|A^ (1. oben beginnend) um ein rechtwinkelig in vier Felder mit leicht erhöhtem, körnig gerauhtem Grunde geteiltes Linienquadrat; das Ganze in flachem Quadratum incusum.

Tetradrachmon : 17,00 g. Im Handel.

21 (VII, 2). Löwe auf einem mit tief gesenktem Kopf auf beiden Vorderbeinen nach 1. knieenden Stier rechtshin, ihn in die Kruppe beißend; im Abschnitt Fisch nach 1. Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 20, aber mit N statt N und feinerer Körnung des Grundes. Tetradrachmon: 17,40 g. Paris (de Luynes 1543).

22 (VII, 3). Ebenso wie 20, aber die Hinterbeine des Stieres nicht so stark ein- geknickt und der Kopf des Löwen etwas nach vorn gedreht, auf der Kruppe des Stieres AI; im Abschnitt Fisch nach 1. Dünne Bodenhnie. Pkr.

Rs. wie 21.

Tetradrachmon; 17,15g. BerUn (Löbbecke).

23 (VII, 4). Löwe auf Stier wie bei 22, im Feld oben AI; im Abschnitt zwei mit den Spitzen einander berührende Lorbeerzweige. Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 21.

Tetradrachmon; 17,35 g. Berlin (Imhoof).

24 (VII, 5). Löwe auf Stier wie bei 22, aber auch der Kopf des Stieres ein wenig nach vom gedreht (so daß beide Hörner sichtbar), im Feld oben 1. AH; im Ab- schnitt Weinrebe mit Traube und Blatt. Punktierte Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 21, aber mit einer tiefen und ziemlich breiten Rille um die gesamte Innen- fläche des Quadratum incusum.

Tetradrachmon; 17,10g. Berlin (Löbbecke).

25 (VII, 15). Jünglingskopf nach r., das Haar teilweise strähnig ins Gesicht fallend und außerdem hinten in zwei die hochgekämmten Nackenhaare festhaltende Zöpfe geflochten, die um den Kopf gelegt und über der Stirn zusammengebunden sind. Rs. AKA]N|OION (1. unten beginnend) um eine Lyra mit acht Saiten; das Ganze in vertieftem Quadrat.

Obol: 0,66 g. Berlin (Imhoof).

26 (VII, 16). Ebenso wie 25.

Rs. wie 25, aber die Lyra mit nur sieben Saiten.

Obol; 0,61 g. London; Kat. 36, 40. Der Jünglingskopf auf dem Obol No. 26 mit seinem überlangen Untergesicht und etwas zu hoch sitzenden Ohr steht stilistisch dem Hermeskopf des ainischen Tetradrachmons The Weber coli. 2, 2305 (= Nomisma 4, Taf. I, 10) so überaus nahe, daß man berechtigt ist, beide der gleichen Kunstepoche zuzuschreiben. Damit ergibt sich für No. 25. 26 die Mitte des V. Jahrhunderts vor Chr. als Ent- stehungszeit (vgl. V. Fritze, Nomisma 4, 21). Siehe auch unten S. 29, zu No. 41.

27 (VI, 9). Kopf und Hals eines Stieres rechtshin. Pkr.

Rs. Flaches Quadratum incusum mit körnig gerauhtem Grunde, durch ein Linienkreuz in vier Felder geteilt.

Hemiobolion: 0,34 g. Berlin; Kat. 169, 42.

AKANTHOS 27

IL Silber phönikischer Währung.

(ca. 424 bis ca. 3S0 vor Chr.).

Das Aufgeben des euböischen Münzfußes hängt zusammen mit dem 424 erfolgten Übertritt der Stadt von Athens auf Spartas Seite. Daß die Tetradrachmenprägung in Akanthos dadurch aber keine wesentliche Unterbrechung erfuhr, beweist das in drei stempel- verschiedenen Exemplaren ') vorliegende Übergangsstück mit EYK auf der Vs., welches bereits der phönikischen Währung folgt, für die Rs. aber noch die bisherige Ausstattung (ohne die pyramidenförmigen Erhöhungen) beibehält.

28 (VII, 6). Löwe auf einem mit aufgesetztem r. Vorderfuß und emporgezwängtem Kopfe nach 1. niederbrechenden Stier rechtshin, ihn in die Kruppe beißend; die Köpfe ein wenig nach vorn gedreht (so daß beide Stierhörner sichtbar) ; im Feld oben <Y Ohne Bodenlinie. Pkr.

Rs. AKAjNjOlOjN (i. oben beginnend) um ein rechtwinkelig viergeteiltes Linien- quadrat, in jedem Feld eine pyramidenförmige Erhöhung des gekörnten Grundes; das Ganze in flachem Ouadratum incusum.

Tetradrachmon : 14,15 g. Ehemals Slg. Imhoof: Kat. Hirsch 26 (igio), 141, VI, 141.

29 (VII, 7). Löwe auf Stier wie bei 22, aber der Kopf des Stieres stärker empor- gezwängt; im Abschnitt AAEHK (sehr ivlein). Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 28, aber mit N statt N .

Tetradrachmon: 14,07 g. Paris (de Luynes 1542).

30 (VII, 8). Löwe auf Stier wie bei 28, aber der Kopf des Stieres stärker empor- gezwängt; im Feld oben PI, im Abschnitt Delphin linkshin. Bodenlinie. Pkr. Rs. wie 28, aber mit N statt N, einem zweiten Linienquadrat um das viergeteilte innere und einem dritten außerhalb der Schrift.

Tetradrachmon: 14,00g. Berlin (Imhoof).

31 (VII, 9). Löwe auf Stier wie bei 22, aber der Kopf des Löwen noch mehr nach vorn gedreht. Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 28, aber die Schrift auf einem gewölbten Rahmen.

Tetradrachmon: 14,16g. Paris; Mionnet i, 461, 93, (recueil des planches) XLVIII, 3.

32 (VII, 10). Löwe auf Stier wie bei 22, aber der Kopf des Löwen fast ganz nach vorn gewendet und der des Stieres nicht emporgezwängt, sondern nach vorn zurückgedrückt mit leichter linksseitiger Neigung; der 1. Vorderfuß aufgesetzt (nicht wie sonst stets der rechte); i. A. ONOMA^TO (sehr klein). Bodenlinie. Pkr. Rs. wie 31 (mit etwas Doppelschlag).

Tetradrachmon: 14,27 g. Dr. Bernhard, St. Moritz: Imhoof-Blumer u. Keller Tier- u. Pflanzen- bilder auf Münzen u. Gemmen des klass. Altertums (18S9) 4, 15, I, 15 Vs. Die mit der pyramidenförmigen Aufhöhung der Innenfelder beginnende spielerische Entartung des Quadratum incusum erreicht mit der bei No. 31. 32 noch hinzutretenden Aufwölbung des Schrift- rahmens ihren Höhepunkt-). Einen solchen bedeutet ebenso für die Entwickelung der Tiergruppe

•) a. London, Kat. 34, 22 (14,57 g); t»- Kat. Hirsch 13 (Slg. Rhousopoulos), 797 = Kat. Hirsch 20 (Slg. Hoskier), 228 (14.15 g) ; c. Kat. Sotheby, Mai 1894 (Slg. Carfrae), 96 (14,26 g).

=) Vgl. die analoge, aber nicht so stark abwegige Entwickelung in Amphipolis (unten S. 31, nach No. 9).

28 AKANTHOS

der Vs. -Stempel No. 32, der jedoch bei aller Virtuosität bereits auch Anzeichen beginnenden Verfalls aufweist. Die archaisierende, an Vorbilder wie No. 3. 6. 7 anknüpfende Wiedergabe des Löwenkopfes, die Flüchtigkeit in der Zeichnung der Beine des Stieres und die zu unschöner Überschneidung zwingende Gesuchtheit in der Anordnung seiner Vorderbeine stehen in auffälligem Gegensatz zu dem wohl- gelungenen Versuch, die damals beliebt gewordene Darstellung menschlicher Köpfe von vorn auch für den Stierkopf anzuwenden, wobei die in ihm ausgedrückte kampfesmüde Resignation zugleich einen letzten Schritt bedeutet auf dem Wege der für die zweite Prägeperiode charakteristischen Ab- schwächung des Kraftvoll-Energischen der älteren Kunst.

33 (VII, 11). Vorderteil eines nach 1. knieenden Stieres mit aufgesetztem r. \^order- fuß imd zurückgewendetem Kopfe ; im Feld oben eine Akanthosblüte mit rechtshin gebogenem Stengel. Pkr.

Rs. Flaches Ouadratum incusum, durch ein Linienkreuz in vier Felder mit körnig gerauhtem Grunde geteilt.

Tetrobolon: 2,41 g. Im Handel.

34 (VII, 12 Vs.). Stiervorderteil wie bei 33, im Feld oben HE Pkr. [Rs. wie 33, aber mit feinster Körnung des Grundes.]

Tetrobolon: 2,17 g. Ehemals Slg. Imhoof: Kat. Hess, März 1906, 176.

35 (VII, 13 Vs.). Stiervorderteil wie bei 33, im Feld oben P, Hakenkreuz und Lorbeerblatt mit Frucht. Pkr.

[Rs. wie 34.]

Tetrobolon: 2,20 g. Dresden.

36 (VI, 14). Kopf und Hals eines Stieres rechtshin. Pkr. Rs. wie 33.

Obol: 0,35 g. Paris.

37 (VI, 15). Ein zweites Exemplar abweichenden Stils.

Obol: 0,41 g. Im Handel.

38 (VI, 39). Kopf der Athena nach r., der attische Helm mit Olivenkranz ge- schmückt.

Rs. A|K|A|N (1 unten beginnend und von außen zu lesen) in den Feldern eines flachen, durch ein Linienkreuz viergeteilten Quadratum incusum mit körnig gerauhtem Grunde.

Diobolon: 0,75 g (stark abgenutzt). Berlin (Imhool).

39 (VI, 30). Ebenso wie 38.

Rs. wie 38, aber in den vier Feldern AjK[A|N 1. oben beginnend und von innen zu lesen. Diobolon: 1,22g. Paris (de Luynes 1544).

40 (VI, 31). Ebenso wie 38.

Rs. wie 39, aber mit feinster Körnung des Grundes.

Diobolon: 0,86 g. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer monn. gr. 01, 4. Verglichen mit dem ähnlichen Athenakopf auf den um 443 vor Chr. entstandenen Kleinsilberstücken von Sybaris erweist sich der auf No. 38 40 als unbedingt später. Sein weichlicher Stil mit der an No. 18. 19 anknüpfenden übersteilen Profillinie entfernt sich von den strengeren sybaritischen Köpfen so weit, daß es fraglich erscheint, ob Imhoof-Blumer (monn. gr. 61, 4) mit Recht diese akanthischen Stempel (No. 38 40) ebenfalls attischen Künstlern zuschreibt. Vgl. auch oben S. 22, zu No. 6.

AKANTHOS

41 (VII, 14). Kopf des Apollon nach r. mit Lorbeerkranz im kurzen Haar.

Rs. AKANjG|l|ON (i. unten beginnend) um eine Lyra mit fünf Saiten, im Feld r. unten ein undeutliches Beizeichen; das Ganze in rundhcher Vertiefung.

Obol: 0,46 g. Jameson, Paris (Kat. 931, XLVIII, 931); vorher Kat. Hirsch 21, 1073, XIII, 1073. Mit diesem Obol knüpft Akanthos an die Emissionen No. 25. 26 an. Der Lorbeerkranz in seiner eigen- tümlichen Zeichnung erinnert stark an die Zopftracht ihres Jünglingskopfes, ebenso scheint das zu hoch sitzende, hier zudem übermäßig groß geratene Ohr von den älteren Vorbildern beeinflußt. Es kann jedoch nicht zweifelhaft sein, daß No. 41 nach 400 vor Chr. entstanden ist, und zwar spricht das stark vertiefte Rund der Rs. für das erste Viertel des IV. Jahrhunderts. Die sichtliche Flüchtigkeit der ganzen Arbeit (vgl. auch das E.xemplar Kat. Hirsch 13, Taf. XI, 805), die in gleich auffallender Weise bei gewissen Nachahmungen von No. 32 in Erscheinung tritt (z. B. Head guide=, Taf. XII, 8 oder Robinson's Kat. Woodward, Taf. X, 147), legt den Gedanken nahe, daß diese Emissionen in besonderer Eile erfolgten. Solche war möglicherweise geboten, als es galt, den Dnterdrückungs- bestrebungen des chalkidischen Bundes bewaffneten Widerstand entgegenzusetzen, bis die in Sparta erbetene Hülfe eintraf '). Zur Saitenzahl der Lyra auf No. 25 u. 41 vgl. S. 86, nach No. 8.

in. Kupfer.

(ca. 400 bis zur Einverleibung in den makedonischen Königsstaat: 358 vor Chr.).

42 (VII, 17). Kopf der Athena nach 1. mit attischem Hehn, am Kessel eine Akanthos- blüte und zwei Ranken, der Busch in sieben Partien geteilt, vgn denen vier nach oben, drei nach unten umbiegen.

A k

Rs. ... in den Feldern eines rechtwinkehg viergeteilten Linienquadrats. HA

K 13. Berlin (Imhoof).

43 (VII, 18). Kopf der Athena nach r., der attische Helm mit Busch und sehr langem Nackenstück.

AK *

Rs. . ^, in den Feldern eines rechtwinkehg viergeteilten Linienquadrats. Rund- AN

lieh vertieftes Feld.

K 13. Berlin (Imhoof).

44 (VII, 19). Kopf der Athena nach 1. mit attischem Helm, am Kessel zwei Ranken, der Busch in vier Partien geteilt, von denen zwei nach oben, zwei nach unten umbiegen.

Rs. wie 43.

K 10. Haag.

45 (VII, 20). Kopf der Athena nach 1. mit attischem Hehn, am Kessel zwei Ran- ken, der Busch in sieben Partien geteilt, von denen drei nach oben, vier nach unten umbiegen.

AK AN

K 15. Berlin (Imhoof).

Rs .^, zwischen den vier Speichen eines Rades. Rundhch vertieftes Feld. AN

•) Xenophon (Hellen. V, 2, 11 fg.) berichtet von einer unter Führung des Akanthiers Kleigenes im Jahre 383 vor Chr. in Sparta erschienenen Gesandtschaft der durch den chalkidischen Bund bedrohten Städte Akanthos und ApoUonia.

30 AMPHIPOLIS

AMPHAXITIS,

makedonischer Distrikt zu beiden Seiten des unteren Axios, mit der Hauptstadt Thessalonike.

Er erhielt 187 vor Chr. von Philipp V. das Prägerecht für Silber und Kupfer (vgl. Zeitschr. f. Num. 20, 181 fg. sowie 36, 114). Die Münzen mit vollem Distriktsnamen sind Taf. VII, 21 23 abgebildet und oben S. 3 als No. 18 20 beschrieben, gefolgt von denen mit Distriktsbezeichnung in Mono- gramm (No. 21- 25, Taf. II, 20. 21. 26 28), dessen sich später auch der römische Quaestor Gaius Publilius bediente (S. 8, No. 3, Taf. III, 11).

AMPHIPOLIS

am Unterlauf des Strymon, nach \'ertreibung der Edonen 437 vor Chr. von den Athe- nern gegründet.

Erste Prägeperiode: ca. 413— 357 vor Chr.

Während sich deren Ende aus der im Jahre 357 erfolgten ') Einverleibung von Amphipolis in den makedonischen Königsstaat ohne weiteres ergibt, kann bezüglich ihres Beginnes weder die übliche Datierung (ca. 424, d. h. nach Loslösung der Stadt von .\then infolge ihrer Einnahme durch Brasidas) noch gar Furtwängler's Ansatz (bald nach 437; vgl. Meisterwerke 667) richtig sein, sondern zwingen stilistische Gründe dazu, bis nach dem Erscheinen von Kimon's .\rethusakopf, also nach 413 vor Chr. hinabzugehen =). Geprägt wurde anfangs nur Silber (No. i 14), später auch Kupfer (No. 17 22) und ganz vereinzelt Gold (No. 15. 16).

Silber phönikischer Währung.

1 (VIII, 1). Kopf des Apollon mit Lorbeerkranz im halblangen lockigen Haar fast von vorn, etwas linkshin, um den Hals die Chlamys angedeutet; im Feld 1. unten Krabbe. Pkr.

Rs. ArAct>|irOiAITjEnN (1. oben beginnend) auf schwach erhöhtem Rahmen um eine Tellerfackel mit linkshin wehender Flamme. Das Ganze in vertieftem Quadrat. Tetradrachmon : 14.23 g. Berlin (Imhoof) ; de Witte, Revue num. 1864,91,2,1V, 2.

2 (VIII, 2). Ein zweites Exemplar etwas derberen Stils.

Tetradrachmon: 14,33 g. Jameson, Paris (Kat. 933, XLVIII, 933).

3 (VIII, 3). Kopf des Apollon mit Lorbeerkranz im halblangen lockigen Haar fast von vorn, etwas rechtshin, um den Hals die Chlamys angedeutet. Pkr.

Rs. wie I.

Tetradrachmon: 14,19g. London; Kat. Bunbury i (1896), 662, V, 662. Das daneben (Taf. V'III, 4) abgebildete Stück mit rechtshin wehender Fackelflamme ist eine moderne Fälschung. Vgl. unten S. 207, No. 5.

•) Vgl. Kahrstedt Forschungen zur Geschichte des ausgeh. fünften und des vierten Jahrh. (1910) 39.

*) So neuerdings auch Head hist. num.' 215 (wo in der Überschrift versehentlich »424« stehengeblieben ist) und zuletzt Regling, Zeitschr. f. Num. 33 (1922), 56 fg., mit annähernd vollständigem Verzeichnis der Tetradrachmen und Zerlegung der ersten Prägeperiode (s. oben) in drei Unterabteilungen: i) bis in die neunziger Jahre des IV. Jahrhunderts vor Chr., 2) von da bis 369 und 3) von 369 bis 357 vor Chr.

AMPHIPOLIS 31

[ca. 413 357 vor Chr.]

4 (VIII, 5). Ebenso wie 3, aber mit etwas kürzeren Locken; im Feld r. unten ein Panther nach I. aufgerichtet. Pkr.

Rs. wie I, aber mit O statt O

Tetradrachmon : 14,28 g. Brüssel (du Chastel).

5 ("VTII, 6). Ebenso wie 4, aber mit Ohrgehänge; im Feld r. unten der Panther. Ohne(?) Pkr.

Rs. wie I, aber mit AM4> ino|AIT|EnN ; im Feld r. unten A

Tetradrachmon: 14,28 g. Berlin; Kat. 30, 8; v. Prokesch-Osten, Revue num. 1860, 268, No. (i).

6 (VIII, 7). Ebenso wie 3 (halblange Locken). Pkr.

Rs. wie 4, doch mit N statt N ; im Feld r. unten Dreifuß. Tetradrachmon: 14,30g. Paris (de Luynes 1560).

7. (Vni, 8). Ebenso wie 4 (etwas kürzere Locken und im Feld r. unten der Panther). Pkr. Rs. wie 4, aber mit M statt M; im Feld r. unten A

Tetradrachmon: 14,29 g. London; Kat. 43, i ; Head, Num, chron. 1873, 104, 30, IV, 6.

8 (VIII, 9). Ebenso wie 4, aber mit noch kürzeren Locken. Ohne den Panther und ohne Pkr.

Rs. wie 4, aber der Rahmen wesentlich kleiner; im Feld 1. unten P

Tetradrachmon: 14,41g, Boston (Warren 550); Greenwell, Num. chron. iSSo, 0, I, 5.

9 (Vin, 10). Ebenso wie 8.

Rs. wie 8, aber mit AM4>[IP0IAIT flN ; im Feld r. unten Ähre.

Tetradrachmon: 14,48 g. Paris; Barthelemy, Mem. de l'Acad. 24 (1756), 48, 16; Pellerin recueil i (1763), 180, XXX, 21; Mionnet i, 462, 102, (recueil des planches) XLIX, 6. Zu der attischen Form 'AficpiTToXiTiüv auf No. 9 und 15 gegenüber sonstigem (ionischen) 'A(jnpij:oXiTi(uv vgl. Regling, Zeitschr. f. Num. 33 (1922), 62, Anm. 2.

Die Tetradrachmen von .i\mphipolis stehen künstlerisch auf einer alle anderen Erzeugnisse make- donischer Stempelschneidekunst überragenden Höhe und sind würdige Seitenstücke zu Kimon's syraku- sischen Meisterwerken. Wie in der Gesamtauffassung des .Apollonkopfes, die von schlichtem Ernst über pathetische Bewegtheit (No. 4 8) zu fast weichlicher Milde (No. 9) führt, so sind auch in den Einzel- heiten beachtenswerte Variationen festzustellen. Besonders mannigfaltig ist die Stilisierung der unter- halb des Lorbeerkranzes die Stirn umrahmenden Haarpartie. Das Ohr wird fast stets durch seitlich herabfallende Locken verdeckt, die, anfangs ziemlich lang, sich mehr u. mehr verkürzen und schließlich fast ganz verschwinden. Die starke Schrägstellung des Halses trägt dem Streben nach pathetischer Bewegtheit Rechnung, das in den oft wenig schönen Querfalten die Grenze des Natürlichen über- schreitet. Auf der Rs. sehen wir die Buchstaben der Aufschrift immer zierlicher und eleganter werden; der sie tragende Rahmen verliert mehr und mehr seine anfängliche Breite, erhebt sich dafür aber zu immer kräftigerem Relief und wird zuletzt auch beträchtlich kleiner.

10 (VIII, 11). Kopf des Apollon mit Lorbeerkranz im halblangen lockigen Haar fast von vorn, etwas rechtshin. Pkr.

Rs. wie I.

Drachme: 3,42 g. Berlin (Imhoof).

11 (VIII, 12). Ebenso wie 10.

Halbdrachme: 1,52 g. Berlin (Imhoof).

32 AMPHIPOLIS

[ca. 413 357 vor Chr.]

12 (VIII, 14). Ebenso wie i (etwas linkshin), aber ohne Beizeichen.

A A

Rs. jj I zu den Seiten einer Tellerfackel mit linkshin wehender Flamme, das

Ganze von einem imten gebundenen Lorbeerkranz (mit Früchten) umgeben in vertieftem Quadrat.

Tetrobolon: 2,46 g. Berlin; Kat. 37. 14. Das davor (Taf. VIII, 13) abgebildete Tetradrachmon hierzu ist eine moderne Fälschung. Vgl. unten S. 207, No. 6.

13 (VIII, 15). Unbärtiger männlicher Kopf nach r. mit Binde im kurzen Haar. Pkr.

Rs. . , j^ in den Ecken eines Linienquadrats, das einen schräg von I. oben nach

r. unten gerichteten Fisch umschließt. Das Ganze in vertieftem Quadrat.

Obol: 0,50g. Paris; Dumersan's Kat. Allier (1829) 30, IV, 15; Mionnet Suppl. 3, iS, iiS [de Witte, Revue num. 1864, 97 fg.]; Cousinery voyage dans la Macedoine 2 (1831), 175, VI, 18.

14 (VIII, 16). Ein zweites Exemplar mit abweichender Haarbehandlung.

Obol: 0,43g. Berlin (Imhoof); Kat. Greau (1867) 1115.

Gold attischer Währung.

15 (1, 1). Unbärtiger männlicher Kopf nach r. mit Binde im kurzlockigen Haar. Rs. AM.cJJiniOAliTflN (l. oben beginnend) auf erhöhtem Rahmen um eine Teller- fackel mit linkshin wehender Flamme; im Feld 1. unten Dreifuß.

Stater: 8,59 g. Jameson, Paris (Kat. 3, 1941, CHI, 1941); Babelon traite 2, 4, 1107, CCCXXI, 5. Der Kopf der Vs. ist in der Haarbehandlung dem ApoUonkopf des Tetradrachmons mit Kranz 1. neben der Fackel (Berliner Kat. 35, 3, III, 23; die Vs. mit entstellendem Doppelschlag, ein besser geprägtes stempelgleiches E.xemplar in München) aufs engste verwandt, das wie oben No. 9 durch den kleinen, stark erhöhten Schriftrahmen seiner Rs-. sich als ans Ende der Reihe gehörig zu erkennen gibt.

16 (I, 2). Unbärtiger männlicher Kopf nach 1. mit Binde im kurzen Haar. Rs. wie 15, aber mit AM(t> irOAllTEjflN ; im Feld r. unten Weintraube.

Halbstater: 4,17 g. Cambridge (McClean 3203); Kat. Sotheby, Mai 1904 (»a gentleman«, näm- lich R. -Mlatini), 44, II, 44 [Head bist. num.= 216; Babelon traite 2, 4, iioo]. Der Kopf der Vs. steht in der Haarbehandlung dem von No. 14 sehr nahe. Die Rs. stellt gleich der des Staters dieselbe Entwickelungsstufe wie No. 9 dar, so daß man berechtigt sein dürfte mit der Datierung von No. 15. 16 bis ins zweite Decennium des IV. Jahrhunderts vor Chr. hinabzugehen.

Kupfer.

17 (VIII, 19). Unbärtiger männlicher Kopf nach r. mit Binde im halblangen lockigen Haar.

AI M

Rs. . jj zu den Seiten einer Tellerfackel mit linkshin wehender Flamme.

K II. Berlin (Imhoof).

18 (VIII, 20). Ebenso wie 17, aber linkshin. Rs. wie 17.

K II London; Kat. 46, iS.

AMPHIPOLIS 33

[ca. 413 357 und 187 31 vor Chr.]

19 (VIII, 21). Ebenso wie 17, aber die Binde vorn doppelt und mit einer stiftförmigen

Verzierung (emporstehendes Ende?). Rs. wie 17, aber mit <p\\ statt IjcJ) K 13/12. Berlin; Kat. 38, 24.

20 (VIII, 22). Ebenso wie 17, aber etwas späterer Stil. Rs. wie 19.

K 12. Im Handel.

21 (VIII, 17). Kopf des Apollon nach r. mit Lorbeerkranz im langen lockigen Haar. Rs. ^ 1 zu den Seiten einer Tellerfackel mit linkshin wehender Flamme, das Ganze umschlossen von einem Linienquadrat.

K 16. Berlin (Imhoof), die ^'s. K 17/16. Berlin (Imhoof), die Rs.

22 (VIII, 18). Ebenso wie 21, aber hnkshin. Rs. wie 21.

K 16. London; Kat. 46, 17.

Von 357 168 vor Chr. war Amphipolis eine der Hauptprägestätten des makedonischen Königsstaates, seit 187 daneben auch Herstellungsort autonomer Distriktsmünzen (Taf. H, 9 19; 22 25). Eine besonders rege Tätigkeit entfaltete die dortige Münz- schmiede dann von 158 130 vor Chr. für die erste der v'ier fiEpiös? (Taf. HL i. 2) und wurde auch von dem zur Niederwerfung des Aufstandes unter Andriskos nach Makedonien entsandten Praetor P. luventius Thalna (Taf. IH , 4. 5) wie von dem siegreichen Empörer (Taf. n, 3) und den für kurze Zeit frei gewordenen Makedonen (Taf. HI, 6) in Anspruch genommen, ebenso nach 148 gelegentlich von der römischen Provinzialverwaltung (Taf. II f, 9. 10; vgl. üben S. 9, zu No. 8).

Zweite Prägeperiode: 187—31 vor Chr.

Stilistische Übereinstimmungen (vgl. nach No. 28) machen es wahrscheinlich, daß die Stadt seit 187 vor Chr. wieder eigene Münzen prägen durfte, zunächst mit Bewilligung der letzten makedonischen Könige (vgl. S. 46, nach No. 15), später kraft der ihr von Rom gewährten Autonomie (vgl. Plin. n. h. IV, 10, 38: AmphipoHs liberum). Diese Emissionen, ausschließlich in Kupfer (mit abnehmender Konkavität der Rs.), erstrecken sich in reicher Fülle bis zum Ende der römischen Republik.

23 (VIII, 23). Kopf des jugendlichen Herakles nach r., das Löwenfell unter dem Kinn geknotet. Pkr.

Rs. AM4)|TT0 oben, AITON unten (in geraden Zeilen, wie durchweg bis No. 43). Kentaur nach r. springend, in der rückwärts zu Kopfhöhe erhobenen R. einen Stein wurf- bereit haltend, mit der L. einen Bavmizweig waagerecht schulternd; im Feld r. unten Ähre (Spitze r.). Ohne Bodenlinie.

K 21. Berlin; Kat. 40, 50.

24 (Vni, 24). Jugendlicher gehörnter Kopf des Flußgottes Strymon nach r. mit Schilfkranz im kurzen Haar. Pkr.

Die antiken Münzen Nord-Griechenlands 'IT =. 3

34 AMPHIPOLIS

[187 31 vor Chr.]

Rs. AM4>ino oben, AlTflN unten, dazwischen Delphin nach r. ; im Feld: oben zwei Monogramme, unten ein drittes. Das Ganze in einem 1. gebimdenen Eichenkranz.

K 18. Berlin (Imhoof) ; Imhoof-Blumer, Revue suisse de num. 23 (1923), 216, 105, IV, 10 Vs.

25 (VIII, 25). Ebenso wie 24.

Rs. wie 24, aber mit IT statt Fl; im Feld: oben ein Monogramm, unten Pflug linkshin und ein zweites Monogramm.

K It. Kopenhagen.

26 (IX, 1). Kopf des Poseidon mit Tänie nach r.

[Rs. AMcJJino oben, AITON unten, dazwischen Keule (Griff 1.); das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz.]

K 16. Berlin (CR. Fox), nicht im Katalog.

27 (IX, 2). [Ebenso wie 26, aber mit Pkr.]

Rs. wie 26, aber mit TT statt Fl; im Feld: oben ein Monogramm, tmten Kerykeion (Griff r.) imd ein zweites Monogramm.

K 20/18. Berlin; Kat. 39, 36.

28 (IX, 3). Jugendlicher gehörnter Kopf des Flußgottes Strymon nach r. wie bei 24. Pkr.'

Rs. AM<t5l oben, FOAI unten, dazwischen Dreizack (Griff 1.), über dem Schaft ein Monogramm.

K ij. Berlin (Imhoof). Zur Datierung dieser Emissionen (No. 23 28) sei hingewiesen auf ihre stilistische Übereinstimmung mit den der Zeit 187 168 entstammenden Geprägen der Makedonen (besonders Taf. II, 23 25) und für die folgende No. 29 auf den Romakopf der Ouaestorenmünzen aus dem .\nfang der römischen Provinzialverwaltung (Taf. III, 9).

29 (IX, 4). Kopf der Roma nach r. mit [Ohrgehänge, Halsband und] geflügeltem Helm, der mit Kopf und Stachelkamm eines Greifs verziert ist. Pkr.

Rs. AMcJJino AITON (zweizeilig); im Feld oben und unten je ein Monogramm. Das Ganze in einem 1. gebundenen Eichenkranz.

K 26/24. Berlin (Imhoof).

30 (IX, 5). Unbärtiger Kopf nach r. mit Ährenkranz, das Haar in fünf steifen Locken über Ohr und Hals herabhängend. Pkr.

Rs. AM4)irTO oben, AITON unten, dazwischen Ähre mit zwei Blättern (Stiel 1.).

K 15. Berlin (Löbbecke). Derselbe Kopf findet sich als Münzbild auch in Pella (S. 96, No. 13, Taf. XIX, 2).

31 (IX, 6). Unbärtiger Kopf nach r. mit Ährenkranz, das Haar hinten hochgenom- men und darunter in zwei langen Locken herabfallend. Pkr.

Rs. wie 30, aber mit Tl statt IT; im Feld oben und unten je ein Monogramm.

K i(). Berlin (Löbbecke).

32 (IX, 7). Kopf der Artemis mit Stephane nach r., das Haar hinten hochgenom- men und darunter in zwei langen Locken herabfallend, im Nacken ragt der Köcher empor. Pkr.

AMPHIPOLIS

35

[187 31 vor Chr.]

Rs. AMctslITo oben, AlTflN unten, dazwischen drei Monogramme; das Ganze in einem unten gebundenen Eichenkranz. K 22. Berlin (Imhoof).

33 (IX, 8). Kopf der Artemis nach r. wie bei 32, aber im Nacken Köcher und Bogen. Pkr.

Rs. AMctJlFo oben, AITON im Abschnitt. Stoßender Stier rechtshin auf Bodenlinie.

K 20. München.

34 (IX, 9). Ebenso wie 33.

Rs. AMcJJllFo oben, AI|Tn|N unten. Zwei hochaufgerichtet einander stoßende Ziegenböcke auf gemeinsamer Bodenlinie; im Feld: 1. und r. je ein Monogramm.

K 22/20. Berlin (Imhoof) ; Imhoof-Blumer u. Keller Tier- u. Pfianzenbilder auf Münzen u.

Gemmen des klass. Altertums (1889) 18, 15, III, 15 Rs. - Der für No. 34. 35 als Rs.-Typus gewählte Bockskampf (xupTjgaaiot), der auch zu den Münzbildern von Thessalonike zählt (S. 118, No. 3, Taf. XXII, 25), ist ein Hinweis auf den Panskult, wie schon Eckhel vermutet hat (d. n. v. 2, 67) und durch das die gleiche Darstellung zeigende Mittelakroterion des Giebels über dem Eingang der Pansgrotte auf Thasos bestätigt wird; vgl. Conze Reise auf den Inseln des thrak. Meeres (1860) 11, VII, 2.

35 (IX, 10). Bärtiger Kopf (des Zeus?) nach r. mit Lorbeerkranz, der Bart in lan- gen gedrehten Locken.

Rs. wie 34, aber mit AMiilFo oben, A|ITnjN unten und ohne Monogramm.

K 21. Berlin (Löbbecke). Der Kopf der Vs. gleicht dem der entsprechenden Emission von Thessalonike (S. 118, 3, Taf. XXII, 25). Das Stück ist auf eine Münze dieser Stadt von der Art Taf. XXII, 23 (S. 117, i) überprägt; man er- kennt auf der Vs. den unteren Teil der Hinterbeine des Ziegenbocks nebst dem N von N|IKH]SI.

36 (IX, 11). Ebenso wie 35, aber mit Pkr.

Rs. AMcfJlFo oben, A|l im Feld 1. und r., TON unten. Stier rechtshin springend auf kurzer Bodenhnie, unter dem Leib zwei Monogramme.

K 20 (überprdgt). Leningrad.

37 (IX, 12). Kopf des jugendhchen Herakles nach r., das Löwenfell unter dem Kinn geknotet. Pkr.

Rs. AM^Jino oben, AlTflN im Abschnitt. Löwe nach r. stehend auf Bodenhnie, unter dem Leib eine Ähre (Spitze r.). K 22. Berlin (Imhoof).

38 (IX, 13). Stern von sechs Sicheln, von einem Linien- und einem Perlkreis um- schlossen, in der Mitte eines makedonischen Rundschildes mit reich verziertem Randstreifen.

Rs. AMcJJlFO i, AlTflN r. (von unten nach oben). Skorpion senkrecht (Kopf oben).

K 16. Berlin (Löbbecke).

39 (IX, 14 Vs.). Kopf des Poseidon mit Tänie nach r. Pkr.

[Rs. AMcJJinjo oben, AlTflN im .\bschnitt. Pferd nach r. trabend auf Bodenlinie, das 1. Vorderbein erhoben, das 1. Hinterbein vorgesetzt (Paßgang); unter dem Leibe O, im Feld r. ein Monogramm.] K 17. Berlin (Imhoof).

3*

36

AMPHIPOLIS

[187 31 vor Chr.]

40 (IX, 14 Rs.). [Ebenso wie 39.]

Rs. wie 39, aber mit O in der Aufschrift; im Feld oben und r. je ein Monogramm.

K 17. St. Florian.

41 (IX, 15). Doppelkopf des lanus mit I^orbeerkranz ; oben I (= As). Pkr.

Rs. AM[ct)l unten, TTOAITON im .vbschnitt. Zwei Kentauren mit flatterndem Haar und fliegendem Gewand voneinander abgekehrt sich bäumend auf gemeinsamer Bodenlinie, die Köpfe nach vorn; der linke schultert mit der R. ein Bäumchen, der andere hält in der erhobenen R. eine Schlange (?) und in der L. einen Pithos. Im Abschnitt unterhalb der Schrift eine Ähre (Spitze r.).

K 27 (ig, 20 g). Berlin; Kat. 44, 81.

42 (IX, 16). Kopf des Zeus mit Lorbeerkranz nach r., dahinter S (= Semis). Pkr. Rs. AMcJJino oben, AlTflN unten. Prora nach r. mit einem Drachenkopf als Akrostolion und einem Delphin am Rumpfe; im Feld r. zwei Monogramme.

K 21 (7,65 g). Wien (Kat. Welzl i, 1886), die Vs.

K 21 (8,86 g). Berlin (Imhoof. aus denselben Stempeln), die Rs.; Imhoof-Blumcr monn. gr.

64, 14. Die Emissionen No. 41. 42 (As und Semis) gehören ihrem Gewicht zufolge der Zeit nach der Semuncial- reduktion (89 vor Chr.) an. Ihnen gleichzeitig ist, wie die stilistische Übereinstimmung lehrt, das Gepräge No. 43. Es zeigt auch den Stadtnamen noch in zwei geraden Zeilen und der bisher üblichen Schreibung 'A|i<pt-oXtT<j)v. Mit No. 44 erscheint zum ersten Jlale die im letzten Drittel dieser Präge- periode bis auf eine .Ausnahme (No. 51) befolgte Anordnung in kreisförmiger Legende (von innen oder von außen zu lesen), und es überwiegt nunmehr die Schreibart 'ApLst-oJ.eiTÜiv.

43 (IX, 17). Schulterbild der Artemis mit Stephane und Gewand rechtshin (Brust nach vorn), das Haar in Henkelfrisur, unter der zwei Locken herabfallen; im Nacken ragen Köcher und Bogen empor. Pkr.

Rs. AM4>irT0 oben, AlTflN unten.' Stier reclitsliin springend und den Kopf nach vorn wendend. Kurze Bodenlinie.

K iS. Berlin (Imhoof). -Auf der Vs. der nur 18 bzw. 15 mm großen Gepräge No. 43 und 52 hat der Stempelschneider dem -Artemiskopf statt der Brust (vgl. No. 53) nur ein Stückchen Schulter angefügt, um übermäßige Ver- kleinerung des Maßstabes zu vermeiden u. trotzdem besser als z. B. bei No. 32 34 das Am-Rücken- Hängen der Attribute (Köcher und Bogen) andeuten zu können. Vgl. oben S. 6, zu No. 40, ferner S. 54, 14 (Taf. XIII, 7), S. 93, 3 (Taf. XVIII, 23), S. 119, 11 (Taf. XXIII, 2), S. 166, 28 (Taf. XXXI, 3). S. 192, 19 (Taf. XXXV, 3) und über das »Schulterbild« beim Kaiserporträt S. 113, nach No. 10 sowie Zeitschr. f. Num. 3g (192g), 284, Anm. 4.

44 (IX, 18). Kopf des Zeus mit Lorbeerkranz und linksseitig geschultertem Scepter nach r. Pkr.

Rs. AM<t)inOAEITnN (i. in der Mitte beginnend). Adler mit geöffneten Flügeln auf einem Bhtz nach r. stehend, Kopf linkshin. Pkr.

K 17. Ehemals Slg. Imhoof (in Berlin als Dublette ausgeschieden).

45 (IX, 19). Bärtiger Kopf (des Zeus?) nach 1.

Rs. AM4)inO|AEITC0N oben beginnend (von außen zu lesen). Adler mit geöffneten

Flügeln [auf einem Bütz] nach 1. stehend, Kopf rechtshin. Pkr.

K 15. Kopenhagen; Kat. Welzl i (1S44), 1842.

AMPHIPOLIS 37

[187 31 vor Chr.]

46 (IX, 20). Bärtiger bekränzter Kopf nach 1. Pkr.

Rs. AMcJJinOAlTnN 1. oben beginnend (von außen zu lesen), Adler mit geöffneten Flügeln auf einem Blitz nach 1. stehend, Ivopf rechtshin mit kleinem Kranz im Schnabel. Pkr.

K 18. Berlin; Kat. 43, 75.

47 (IX, 21). Ebenso wie 46.

Rs. AjM4>inoA€ITC0N (i. unten beginnend). Adler mit geöffneten I^lügeln auf Bodenlinie nach 1. stehend, Ivopf rechtshin. Pkr. K 16. Berlin (Imhoof).

48 (IX, 22). Kopf der Athena nach r. mit bebuschtem korinthischen Helm. Rs. AM4>inOAITnN (1. unten beginnend). Adler wie bei 47, aber ohne Pkr.

K 18. Cambridge; Leake num. Hellen., Europ. Greece ii, No. (17).

49 (IX, 23). Ebenso wie 48, aber mit Pkr.

Rs. AM4)inO|AEITnN (i. unten beginnend). Adler mit geschlossenen Flügeln nach r. stellend ohne Bodenlinie. Pkr.

K 14. Kopenhagen; Ramus cat. i, 117, 12.

50 (IX, 24). Brustl)ild der Athena mit t)ebuschtem korinthischen Helm rechtshin (Brust nach \'orn). Pkr.

Rs. AM4>in0A€ITn|N (i. in der Mitte beginnend). Adler mit geschlossenen Flügeln auf einem Blitz nach r. stehend, Ivopf hnkshin. Pkr.

K 14. London; Kat. 51, 08.

51 (IX, 25). Kopf des jugendlichen Dionysos nach r. mit Efeukranz und zwei lang herabfallenden Locken. Pkr.

Rs. AMcJJino oben, AEITflN unten (beides leicht bogig). Ziegenbock nach r. stehend ohne Bodenlinie. Pkr.

K 20/19. Haatj, die Vs.

K 19/18. Berlin (Imhoof), die Rs.

52 (IX, 26). Schulterbild der Artemis mit Stephane und Henkelfrisur rechtshin (Brust nach vom), am Rücken Bogen und Köcher. Pkr.

Rs. AMcJjiriiOAlTflN l. unten beginnend (von außen zu lesen). Ziegenbock nach 1.

springend auf kurzer Bodenlinie. Pkr. (?).

K 15. Cambridge; Leake num. Hellen., Europ. Greece IT, No. (13). Über das »Schulterbild« der .\rtemis auf der Vs. vgl. S. 30, nach No. 43.

53 (IX, 27). Brustbild der Artemis mit Gewand nach r., am Rücken Bogen und Köcher. Pkr.

Rs. AM4>in0AEITnN unten beginnend (von außen zu lesen). Langgewandete Art emis Tauropolosauf einem rechtshin springenden und den Kopf nach vorn wendenden Stier nach vom sitzend und rechtshin bhckend, mit beiden hoch erhobenen Hän- den einen Zipfel des die Beine umhüllenden Übergewandes so emporhaltend, daß er über dem Kopf sich bogenförmig bläht. Kurze Bodenlinie. Pkr. K 21 (dicker Schrötling). Berlin (Imlioof).

38 AMPHIPOLIS

Dritte Prägeperiode.

(Augustus bis Gallienus).

In der Kaiserzeit prägte Amphipolis neben den Emissionen mit Kopf oder ganzer Figur des Herrschers (B) gelegentlich auch autonome Stücke (A), die hier wie üblich voran- gestellt sind.

A.

54 (X, 1). AMct^inOAiEITON l oben beginnend (von außen zu lesen). Kopf des bärtigen

Herakles nach r., um den Hals das Löwenfell geknotet. Pkr.

Rs. Athena nach 1. stehend, auf der R. die ihr den Kranz entgegenstreckende

Nike, die L. auf dem Schild, hinter welchem die Lanze emporragt. Bodenlinie. Pkr.

K 19. Berlin (Imhoof), die Vs.

K ly/it). Im Handel (Vs. stempelgleich), die Rs.

55 (X, 2). AM4>inO|AElTnN 1. oben beginnend (von außen zu lesen). Kopf des jugend- lichen Dionysos nach r. mit Efeukranz, dessen breites Band im Nacken lang herabhängt, und steifer Locke. Pkr.

Rs. Weidender Stier nach r. auf Bodenhnie. Pkr.

K 17. .\thcn : Engel, Revue num. 1885, 11, 5, 1, z.

56 (X, 3). AMct>ITTO{A€ITnN (i. unten beginnend). Kopf der Athena nach r. mit be- buschtem korinthischen Helm. Pkr.

Rs. Adler mit geöffneten Flügeln auf Bodenlinie nach r. stehend, Kopf ünks- hin. Pkr.

K 16. Berlin (Imhoof).

57 (X, 5). Ziegenbock nach r. stehend auf Bodenlinie. Pkr.

Rs. AMctslTTOlAITCON (r. oben beginnend). Keule Senkrecht (Griff oben). Pkr.

K 13. Turin, Museum; Fabretti's Kat. 2241.

58 (X, 6). AM4>|inOAIT|ON (l. unten beginnend und im Abschnitt endend). Pferd nach 1. trabend auf Bodenlinie. Pkr.

Rs. AMc}>inOAITnN (r. oben beginnend). Keule Senkrecht (Griff oben). Pkr.

K 18/16. Berlin; Kat. 47, 102.

59 (X, 4). Geflügelter Kopf der Gorgo von vorn, etwas rechtshin, um den Hals Gewand geknotet. Pkr.

Rs. AM4)inO r., AE ITON l (in geraden Zeilen von oben nach unten). Athena nach 1.

stehend, auf der R. die ihr den Kranz entgegenstreckende Nike, mit der L. den Rand des am Boden stehenden Schildes fassend, hinter welchem die Lanze empor- ragt. Pkr.

K 23. Cambridge; Leake num. Hellen., Europ. Greece 10, No. (12).

60 (X, 8 Rs.). [Ebenso wie 59.]

Rs. wie 59, aber 1. AEIlTflN und Athena mit der hoch erhobenen L. die Lanze auf- stützend, den 1. Fuß sehr weit zurückgesetzt; über den 1. Oberarm hängt ein Ge- wandzipfel bis zum Rande des am Boden stehenden Schildes herab. Pkr.

K 21. Ehemals Slg. Walcher von Molthein (nicht in deren Kat.).

AMPHIPOLIS 39

[Kaiserzeit]

6i (X, 7). PCO|MH 1. und r. (in gerader Zeile). Roma mit Helm, Panzer und Stiefeln auf Bodenlinie nach r. stehend, die R. hoch am aufgestützten Speer, im 1. Arm Tropaion. Pkr.

Rs. AM 4)ino A€l|TCON (r. oben beginnend). Die Stadtgöttin mit Mauerkrone auf einem hochlehnigen Sessel nach 1. thronend, die Füße auf niedrigem Schemel, in der R. Schale; über die geöffnete L. und den seitwärts gestreckten 1. Unterarm fällt ein Zipfel des den Unterkörper umhüllenden Mantels herab. Bodenlinie. Pkr.

K 25/23. Paris. Bemerkenswert ist die eigentümliche (in den Beschreibungen vielfach mißverstandene) Betonung des Mantelzipfels, die sich mit Variationen auf No. 62. 63. 66. 67. 78. 80. 86. 89 wiederholt und in der Kultlegende irgendwie begründet sein dürfte. Sie erinnert an die Mantelhaltung der auf dem Stier sitzenden Artemis Tauropolos (besonders No. 53. 73. 76).

62 (X, 9). PCOjMH (1. unten beginnend). Roma mit Helm, Panzer und Stiefeln nach 1. stehend, auf der R. die ihr den Kranz entgegenstreckende Nike, die L. hoch am aufgestützten Speer und über den 1. Oberarm der Mantel herabhängend. Boden- linie. Pkr.

Rs. AMcJJinOAlTnN (i unten beginnend). Die S tad tgöt t in auf einem Sessel ohne Lehne nach 1. thronend, in der R. Schale, mit der hoch erhobenen L. einen Zipfel des den Unterkörper umhüllenden Mantels emporzieheud. Bodenlinie. Pkr.

K 26. Berlin; Kat. 47, 104.

63 (X, 11). AAACJJinolfAeiTCON] (r. oben beginnend). Die Stadt göt t in mit Mauerkrone auf einem hochlehnigen Sessel nach 1. thronend, in der R. Schale; über die geöffnete L. und den seitwärts gestreckten 1. Arm fällt ein Zipfel des den Unterkörper um- hüllenden Mantels herab. Bodenlinie. Pkr.

Rs. CTPYMCON (i. unten beginnend). DerFlußgott Strymon auf Steinen nach 1. gelagert mit leicht erhöhtem nackten Oberkörper und rechtshin gewendetem Kopfe, in der erhobenen R. ein geknicktes Rohr (?), in der L. eine Wasserpflanze hal- tend. Pkr.

K 24. Beriin (Imhoof), Vs. und Rs. auf der Tafel vertauscht; Imhoof-Blumer, Revue suisse de num. 23 (1923), 249. 196, VII, 5 die Rs. (dort als Vs. aufgefaßt).

64 (X, 10). Kopf der Athena mit bebuschtem attischen Helm nach r. Pkr.

Rs. AMcfJirTOAlTCON (r. oben beginnend). Adler mit geöffneten Flügehi nach r. stehend, Kopf hnkshin. Pkr.

K 17. Berlin; v. Renner's Kat. Walcher von Molthein (1S95) 963.

65 (X, 12). AM(}3|,TT0A1C (1. unten beginnend). Brustbild der St adtgöt t in mit Mauer- krone und Schleier nach r. Pkr.

Rs. TAVP,0 TTOAOC (i. unten beginnend). Langgewaudete Artemis Tauropolos mit Kalathos und Mondsichel auf dem Kopfe nach 1. stehend, mit der R. eine lange Fackel aufstützend, in der gesenkten L. Zweig. Bodenlinie. Pkr.

K 18. Berlin; Kat. 47, loi. Ohne Namensbeischrift kehrt die Figur der stehenden Artemis Tauropolos mit Fortlassung der Mond- sichel auf No. 77. 79. 82. 84. 89 wieder, von denen No. 77. 79 einen Schild zu Seiten der Göttin bei- fügen, No. 82. 84 ihr statt des Kalathos eine Mauerkrone geben.

40 AMPHIPOLIS

[Kaiserzeit]

B.

66 (X, 13). KAICAP j CCBACTOC (r. unten beginnend und von außen zu lesen). AllgUStuS

mit Helm, Panzer und Stiefeln nach 1. stehend und den r. Fuß auf eine Prora setzend, die R. hoch am aufgestützten Speer, im 1. Arm Parazonium.

Rs. AMCt)l TTOAIC (r. unten beginnend und von außen zu lesen). Die Stadt göt t in mit

Kalathos auf einem hochlehnigen Sessel nach r. thronend, in der auf dem Schoß liegenden R. Schale, mit der leicht erhobenen L. einen Zipfel des den Unterkörper umhüllenden Mantels emporziehend. Bodenlinie. Pkr.

K 25/23. Berlin (Imhoof). Wie hier wird Augustus auch auf No. 67. 70, Claudius auf No. 76 in ganzer Figur dargestellt, was von der sonst üblichen Form (Kopf oder BrustbUd) ebenso abweicht wie Caligula zu Pferde (No. 74. 75) und Traianus einen Feind niederreitend (No. 79).

67 (X, 14). C€BACTo|C KAICAP (i. unten beginnend). Augus t US mit Helm, Panzer und Stiefeln nach 1. stehend, den weit vorgesetzten r. Fuß auf einer Prora, die R. hoch am aufgestützten Speer, im 1. Arm Parazonium. Bodenlinie. Pkr. Rs. AM4)|TTOA€|ITCON (r. oben beginnend). Die Stadtgöttin wie bei 6i, aber ohne Fußschemel. Bodenlinie. Pkr.

K 24. Cambridge; Leake num. Hellen., Europ. Greece 12, No. (7).

68 (X, 15 Vs.). AMcJJirio i., AEITflN r. (beides von unten nach oben). Brustbild der Arte- mis mit Gewand nach r., am Rücken Bogen und Köcher. Pkr.

[Rs. KA12AP 1., 2EBA2To2 r. (beides von unten nach oben). Auf einer mit drei Bu- kranien verzierten Estrade Augustus mit Panzer imd Stiefeln nach 1. stehend (mit r. Spielbein), die R. im adlocutio-Gestus erhoben, die L. am Griff des um- gegürteten Parazoniums. Er wird bekränzt von einem Manne (wohl dem Genius populi Romani), der, oberwärts nackt und mit der gesenkten L. das den Unter- körper sowie den 1. Arm umhüllende Gewand fassend, r. neben ihm linkshin steht (mit 1. Spielbein); im Abschnitt «f Pkr.]

K 25/24. Karlsruhe. Vgl. die ähnliche Rs. -Darstellung in Philippoi z. B. unten S. 103, No. 17. 18, Taf. XX, 16. 17.

69 (X, 16 Rs.). [Ebenso wie 68, aber mit 1. AM4)ITT0] Rs. wie 68, aber ohne das (p im Abschnitt.

Iv 27/26. Berlin (Imhoof).

70 (X, 17). KAICAP I C€BACTOC (r. unten beginnend und von außen zu lesen). AugUStUS

mit Helm, Panzer und Stiefeln nach 1. stehend, die R. hoch am aufgestützten Speer, im 1. Arm Parazonium. [Bodenlinie]. Pkr.

Rs. AMc}5lTT0lA€l]TflN (l. unten beginnend und von außen zu lesen). Artemis Tauro-

polos auf dem Stier wie bei 53 nach vorn sitzend (mit gekreuzten Beinen) und rechtshin blickend, aber den Mantel frei emporhaltend, dessen beide Enden seit- wärts auseinanderflattern. Pkr.

K 21. Kopenhagen. Auf dieser und der folgenden Rs. ist ebenso wie bei No. 75 der sonst den Unterkörper der Göttin um- hüllende und nur mit einem Zipfel hoch über den Ko]if omporgezogene Mantel (vgl. No. 53. 73. 76) völlig vom Körper gelöst. Vgl. auch zu No. 61.

AMPHIPOLIS 41

[Kaiserzeit]

71 (X, 18). KAI<APO< 1 , €EBA<TOY r. (beides von unten nach oben). Kopf des AugUStus nach r. Pkr.

Rs. AHMOV 1 AMct>ITTOAITnN (unten in zwei bogigen Zeilen). Artemis Tauropolos mit nacktem Oberkörper auf einem rechtshin springenden Stier nacfi r. sitzend und mit beiden in Schulterhöhe erhobenen Händen den über dem Kopf sich bogenförmig blähenden Mantel (ohne sichtbare Enden) haltend. Lkr. K 2r. Berlin (Imhoof).

72 (X, 19 Vs.). OEOC KAIIAP j IEBA2T02 (r. unten beginnend und von außen zu lesen). Kopf des Tiber ius nach r. Pkr.

[Rs. AMctsinoAlTflN (unten und r). Artemis Tauropolos auf dem Stier wie bei 53, aber der Unterkörper etwas nach r. gedreht. Pkr.]

K 22. Berlin (Imhoof). - Mit dem Kopf der Vs., der meist als Augustus gedeutet wird, ist zweifellos Tiberius gemeint, wie seine genaueste Übereinstimmung mit dem von No. 73 beweist. Hs wird hier also nicht nur wie bei No. 75 (Caligula) der lebende Kaiser als 8eÖ{ bezeichnet '), sondern dieses Epitheton hat sogar den Individual- namen verdrängt.

73 (X, 20 Rs.). [Tl KAI€AP CEBAIITOI (r. unten beginnend und von außen zu lesen). Kopf

des Tiberius nach r. mit Lorbeerkranz. Pkr.]

Rs. AMcJJinOAlTnN (unten und r.). Artemis Tauropolos aufdem S tier wie bei

72. Pkr.

K 21. Berlin (Imhoof).

74 (X, 21). AM4)inOAITON (unten und r). Kopf dcs Zeus mit Lorbeerkranz nach r.

Rs. r KAljIAP TEPMANIKOI (unten beginnend und von außen zu lesen). CaliguIa mit

erhobener R. auf einem rechtshin schreitenden Pferde.

K 16. Turin, Bibliothek (Kgl. Slg.) ; Mus. .\rigoni 2, imp. Gr. III, 23; Sestini cat. cast. 20.

75 (X, 22). r (im Feld unten), KAI2AP TEPMANIKoS 0E(0)2 2EBA2|ToI (unten beginnend, von außen zu lesen). Caligula mit erhobener R. auf rechtshin schreitendem Pferde. Rs. AM4>in[[oAITflN] (unten und r). Artemis Tauropolos auf dem Stier wie bei 53, aber den Mantel frei emporhaltend. Lkr.

K 21. Haag. Zu dem Epitheton Qii; in der Vs. -Umschrift vgl. oben nach No. 72.

76 (X, 23). Tl KAAYAloI 2EBA2 (l. oben beginnend und von außen zu lesen). ClaudiuS- Statue mit Strahlenkrone, Panzer und Stiefeln auf niedriger Basis nach 1. stehend (mit r. Spielbein), die R. im adlocutio-Gestus erhoben, im 1. Arm Adlerscepter und Mantel. Pkr.

Rs. AM4)inoAI TflN (unten und r). Artemis Tauropolos auf dem Stier wie bei 72, aber linkshin. Pkr.

K 22. Haag.

77 (X, 24). AYT KAICAP , AOMITIANOC Kopf des Domi.tianus nach r. mit Lorbeer- kranz. Pkr.

') Ebenso z. B. in den Inschriften Cagnat inscr. Gr. ad res Rom. pertinentes r, 659 und 3, 715. 716. 721. 933. Vgl. auch Geizer in Pauly-Wissowa's Real-Encycl. 10, i, Sp. 524.

42 AMPHIPOLIS

[Kaiserzeit]

Rs. AMc}5irT|0AITnN Langgewandete Artemis Tauropolos mit Kalathos nach 1. stehend auf Bodenlinie, mit der R. eine lange Fackel aufstützend, in der gesenkten L. Zweig; rechts am Boden runder Schild. Pkr.

K 20. Cambridge; Leake num. Hellen., Europ. Greece 12, No. (11). Zur Deutung der Rs. -Figur vgl. oben S. 3g, nach No. 65.

78 (X, 25). AOMITIA i AYFOYCCIV (so; I. oben beginnend und von außen zu lesen). Brust- bild der Domitia rechtshin (Brust nach vorn). Pkr.

Rs. AM4>iroiAITON Die Stadtgöttin mit Mauerkrone auf einem Sessel ohne Lehne nach 1. thronend, die Füße auf niedrigem Schemel, in der R. Schale, mit der in Schulterhöhe erhobenen L. einen Zipfel des den Unterkörper umhüllenden Mantels emporhaltend. Bodenhnie. Pkr.

K 24. Berlin (Imhoof).

79 (XI, 1 + 2). KAICAP TP|AIANOC (i. in der Mitte beginnend). Traianus mit Panzer, Stiefeln und flatterndem Mantel auf rechtshin galoppierendem Pferde, mit der erhobenen R. den Speer abwärts gegen einen am Boden liegenden Feind richtend, der die R. flehend erhebt. [Pkr.]

Rs. AM(t>in:OAeiTC0N Artemis Tauropolos nach 1. stehend wie bei 77. [Pkr.]

K 19 (dicker Schrötling). Berlin (Lübbecke); vorher Sabatier, Revue beige 1860,3, 10, I. n.

80 (XI, 8 Rs.). [AYT KAIC TPAl j AAPIANOC C€ Kopf des Hadrianus nach r. mit Strahlenkronc. Pkr.]

Rs. AMlcfJlTTOiACIjTCON (r. oben beginnend). Die Stadtgöttiu nach 1. thronend wie bei 61, aber ohne Fußschemel. Pkr.

K 25. Berlin (Imhoof).

81 (XI, 3). AYTOKPA KAICAP , ANTflNCINOC Kopf des Pius nach r. mit Lorbeer- kranz. Pkr.

Rs. AM^CJJITT OA€ITCON Die Stadtgöttin mit Mauerkrone auf einem hochlehnigen Sessel nach 1. thronend, in der R. Schale; über den angelegten 1. Unterarm fällt ein Zipfel des den Unterkörper umhüllenden Mantels lang herab. Bodenlinie. Pkr.

K 23. Berlin (Imhoof).

82 (XI, 4). OYHPOC I KAICAP Kopi des leicht bärtigen M. Aurelius (als Caesar) nach r. Pkr.

Rs. AM4)ITT OA€ITCON Langgewandete Artemis Tauropolos mit Mauer- krone, Fackel und Zweig nach 1. stehend wie bei 84. Bodenlinie. Pkr.

K 20. Berlin (Imhoof). Zur Deutung der Rs. -Figur vgl. oben S. 39, nach No. 65.

83 (XI, 5). (t>AVCTINA ] CCBACTH (r. oben beginnend). Brustbild der jüngeren Fau- stina nach r. Pkr.

Rs. AM4)| noA€ITON Langgewandete Artemis Tauropolos auf einem rechts- hin springenden und den Kopf nach vorn wendenden Stier rechtshin sitzend, mit der R. einen Pfeil aus dem umgehängten Köcher ziehend, in der hoch erhobenen L. Bogen. Pkr.

K 2ü. London; Kat. 57, 112 (Vs. ungenau).

AMPHIPOLIS 43

[Kaiserzeit]

84 (XI, 6). AYT[OKPAT | KO]MM ANTCON€INO|N (r. oben beginnend und endend), Kopf des bärtigen Com modus nach r. mit Lorbeerkranz. Pkr.

Rs. AM4>ITT0|A]€ITC0jN (r. oben beginnend). Langgewandete Artemis Tauropolos mit Mauerkrone nach 1. stehend, mit der R. eine lange Fackel aufstützend, in der gesenkten L. Zweig. [Bodenlinie]. Pkr.

K 18. Turin, Bibliothek (Kgl. Slg.) ; Mus. Arigoni 2 (1744), imp. Gr. XIII, 152 Rs.; Sestini cat. Gast. (1805) 20; beiderorts irrig unter M. Aurelius. Zur Deutung der Rs.-Figur vgl. oben S. 39, nach No. 65.

85 (XI, 11 Rs.). [AVT K i C6BHP0C Bru.stbild des Septimius Severus nach r. mit Lorbeer, Panzer und Mantel. Pkr.]

Rs. AM cJJlTTOAeiTjflN Die Stadtgöttin linkshin thronend wie bei 81, aber mit Kalathos; 1. am Boden ein Altar. Bodenlinie. Pkr. K 23. München.

86 (XI, 7). M AVPHA [ ANTONCI K Brustbild des jugendlichen Caracalla mit Pan- zer und Mantel rechtshin (Brust nach vorn). Pkr.

Rs. AM4)ITT0;ACITnN Die Stadtgöttin mit Mauerkrone auf einem hochlehnigen Sessel nach 1. thronend, in der R. Schale, mit der L. einen Zipfel des den Unter- körper umhüllenden Mantels fassend, der in dünner Wellenlinie von der Hand herabhängt; an der Querleiste des Sessels eine kreisförmige Verzierung. Boden- linie. Pkr.

K 23. Berlin (Imhoof). Die (hier undeutliche) Mauerkrone der Stadtgöttin ist gesichert durch das beiderseits stempel- gleiche Exemplar in München.

87 (XI, 9 Rs.). [AVTOK M AVP CCV AACIANPoC Brustbild des Severus Alex- ander nach r. mit Lorbeer, Panzer und Mantel. Pkr.]

Rs. AMct>ITToAl€l|TflN Die Stadtgöttin mit Kalathos auf einem hochlehnigen Sessel nach 1. thronend, in der R. Schale, im 1. Arm ein langes Scepter. Boden- linie. Pkr.

K 22. Berlin (Imhoof).

88 (XI, 10 Rs.). [Ebenso wie 87.]

Rs. AM<t)ITTO|A:eiTnN Die Stadtgöttin mit Kalathos auf einem Sessel mit niedriger, zurückgebogener Lehne nach 1. thronend, in der R. Schale, mit der L. ein kurzes Scepter auf den Sitz stützend; im Abschnitt Fisch linkshin. Boden- linie. Pkr.

K 22. Berlin (Löbbecke).

89 (XI, 12 Rs.). [AVT K no AIKIN €r TAAAHNd (so). Brustbild des Gallienus nach r. mit Strahlenkrone und Mantel. Pkr.]

Rs. AM4>l|n!0A€ITnN Die Stadtgöttin mit Kalathos auf einem hochlehnigen Sessel nach 1. thronend, auf der R. eine Statue der Artemis Tauropolos (von vorn, mit den üblichen Attributen: Kalathos, Fackel und Zweig; vgl. No. 65), mit der L. einen Zipfel des den Unterkörper umhüllenden Mantels bis in Kopfhöhe emporziehend; im Abschnitt Fisch linkshin. Bodenhnie. Pkr. K 25. Wüen, Schottenstift; Hübl's Kat. 855.

44 APHYTIS

APHYTIS

in der Chalkidike an der Nordostküste der Halbinsel Pallene, des westlichsten ihrer drei Ausläufer.

I. Silber phönikischer Währung.

a. Mitte des V. Jahrhunderts vor Chr.

1 (XXVII, 44). Bärtiger Kopf des Ares nach r. in bebuschtem attischen Helm mit hochgeklapptem Backenstück.

Rs. WO lATjY© (rückläufig 1. unten beginnend und von außen zu lesen) auf leicht erhöhtem Rahmen um einen Weinstock mit fünf Trauben. Das Ganze in vertieftem Quadrat.

Tetrobolon: 1,90g.. Brüssel; L. de Hirsch, Annuaire de num. S {1S84), 36, g, I, 9. Von diesem in Head's hist. num.^ 252 einer supponierten Stadt »Phytia( ?)« zugeteilten Gepräge liegt ein weniger gut erhaltenes zweites Exemplar (1,97 g) im Medagliere Municipale zu Bologna, ein ganz vorzügliches drittes (2,01 g) befand sich in der Slg. Pozzi (Kat. Naville i, 1057), ein viertes (1,97 g) tauchte 1928 im Handel auf (Gipsabguß in Berlin), alle vier aus demselben Stempelpaar. Über die ältere Form des Stadtnamens (Phytis) vgl. Regling, Zeitschr. f. Num. 34 (1924), 19, .\nra. i. Das hochgeklappte Backenstück am Helm des .'Vreskopfes ist vielfach irrig als Tierohr angesehen worden unter Nichtbeachtung des klar angedeuteten menschlichen Ohres vor dem Nackenschutz. Es findet sich ganz ähnlich bei dem .\reskopf lesbischer Hekten (wo es den die Helmzier bildenden Greifen überschneidet und meist als sein Flügel aufgefaßt wird), vgl. z. B.: Brit. Mus. Cat. Troas etc. i''5. O.i 97. XXXIV, 9 11 ; Babelon traite 2, 2, 2196, CLX, 36. 37. Der Rs. -Typus stimmt mit dem um 430 vor Chr. von der ebenfalls auf der Pallene gelegenen Stadt Mende eingeführten (unten S. 75, No. 20. 21) überein, doch fügt umgekehrt Aphytis später (No. 3) das innere Linienquadrat erst hinzu, das in Mende von Anfang an den Weinstock umrahmt und dort nach 423 vor Chr. (vgl. Reg- ling, Zeitschr. f. Num. 34, S. 22. 31) aufgegeben wird.

2 (I, 3). Ebenso wie i.

Rs. T|Vj(D (rückläufig 1. oben, 1. unten und r. unten) um einen Löwenkopf nach 1. mit geöffnetem Rachen und herausgestreckter Zunge. Das Ganze in vertieftem Quadrat.

Diobolon: 1,04 g, Berlin.

b. Bald nach 424 vor Chr.

3 (XXXVIII, 20). Ebenso wie i, aber jüngeren Stils und der Helmkessel bekränzt. Rs. ACt>Y!TA]IO|N (1. oben beginnend) um ein Linienquadrat, das einen Weinstock mit vier Trauben einschließt. Das Ganze in vertieftem Quadrat.

Tetrobolon: 2,15 g. Im Handel (1S95). Ein besser erhaltenes, 1,96 g wiegendes Exemplar dieser Münze, die Imhoof-Blumer mit Unrecht beanstandete, befindet sich in Slg. Jameson (Kat. 937. XLVIII, 937), beiderseits aus anderem Stem- pel. — Über ein hierzu gefälschtes Tetradrachmon vgl. Sitzungsber. Berl. Akad. 1931, 209, Anm. 2.

II. Kupfer.

a. Erste Hälfte des IV. Jahrhunderts (vor 358).

4 (1, 4). Unbärtiger Kopf des Ares nach 1. in bebuschtem attischen Helm mit hochgeklapptem Backenstück.

APHYTIS 45

Rs. A4>YTAinN (sehr klein) oben im Bogen. Auffliegender Adler von vorn, Kopf linkshin gewendet.

K 10. Berlin; Kat. Hirsch 13 (Slg. Rhousopoulos) , 931 = 25 (Slg. Philipsen), 402, IV, 402. Über die bisherige falsche Zuteilung dieses Unikums vgl. Zeitschr. f. Num. 35 (1925), 207, Anm. i.

5 (XI, 13). Kopf des Zeus Amnion mit Widderhörnem und langem Haar fast von vorn, etwas linkshin.

Rs. A4>YiTAI flN 1. unten beginnend (in geraden Zeilen) um einen KantharoS. Feld

rundlich vertieft.

K 19. Berlin (Imhoof). über den Ammonkult zu Aphytis vgl. Plut. Lys. 20; Paus. III, iS, 3.

6 (XI, 14). Ebenso wie 5, aber mit kurzem Haar. Pkr. Rs. wie 5, aber mit Lkr.

K 19. London; Kat. 61, 2; Imhoof-Blumer, Revue suisse de num. 21 (1917/19), 15, 14.

7 (XI, 15). Kopf des Zeus Ammon nach r. mit Widderhom und kurzem Haar. Rs. A<p\y oben (in gerader Zeile). Zwei Tauben Schnabel an Schnabel einander gegenüberstehend auf gemeinsamer Bodenlinie. Feld leicht konkav.

K 16. Berlin (Imhoof). Wie No. I und 3 den Weinstock von Mende kopieren (s. oben zu No. i), so entlehnt No. 7 die zwei Tauben als Rs.-T}-pus von der Stadt Skione (vgl. Taf. XXI, 18 21), die ebenfalls auf der Halbinsel Pallene lag, und zwar an ihrer Südküste.

8 (XI, 16). Ebenso wie 7, aber mit Pkr.

Rs. A|ct)|Y oben. Zwei Adler einander gegenüberstehend auf gemeinsamer Boden- linie; in der Mitte Lorbeerzweig, im Abschnitt Pflanzenornament. Feld leicht konkav.

K 15. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer raonn. gr. 64, 17

9 (XI, 19). Kopf des Apollon Karneios nach r. mit Widderhorn und kurzem Haar. Pkr.

Rs. Act>|Y oben (in gerader Zeile). Adler nach r. auf einer Schlange stehend. Feld leicht konkav.

K 13. London; Imhoof-Blumer monn. gr. 64, 20 (ohne .\ngabe der Slg). Über die Deutung des Kopfes auf der Vs. vgl. Imhoof-Blumer, Revue suisse de num. 21, 5 fg.

10 (XI, 20). Ebenso wie 9, aber ohne Pkr.

Rs. Al4> oben. Adler nach r. stehend auf einem Blitz. Feld konkav. K 13. Ehemals Slg. Consul Weber: Kat. Hirsch 21 (1908), in No. 1094.

11 (XI, 21). Ebenso wie 10.

Rs. AcJJY oben (in gerader Zeile). Adler nach r. Stehend auf einer großen Ranke. Feld leicht konkav.

K 13. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer monn. gr. 64, 19.

12 (XI, 22). Ebenso wie 9, aber mit Lkr.

Rs. A<i>Y r. abwärts (in gerader Zeile). Adler mit geöffneten Flügeln nach r. stehend, Kopf linkshin.

K II. Berlin (Imhoof).

46 APHYTIS APOLLONIA

13 (XI, 23). Ebenso wie 10.

Rs. A|4> unten. Adler auffliegend von vorn, Kopf linksliin.

K II. Berlin (Imhoof); Imhooi-Blumer monn.gr. 64, 21.

b. Bald nach 187 vor Chr.

14 (XI, 17). Ebenso wie 7, aber mit langem Haar und von späterem Stil.

Rs. A4>Y 1. (aufwärts), TAI r. (abwärts, in geraden Zeilen). Adler nach r. Stehend. Boden- linie. Feld rundlich vertieft.

K 20. Paris; Pellerin recueil i (1763), iSr, XXXI, 27; Mionnet i, 46g. 160.

15 (XI, 18). Ebenso wie 14.

Rs. < \(p\ < 1., oben, r. Zwei Adler einander gegenüberstehend auf gemeinsamer BodenHnie. Feld rundlich vertieft.

K 15. Kopenhagen. Die beiden letzten Emissionen (No. 14. 15), bisher meist nach 168 vor Chr. angesetzt, sind höchst- wahrscheinlich bald nach 1S7 vor Chr. entstanden, zu welcher Zeit Philipp V. sowohl die Prägung autonomer Distriktsmünzen gestattete wie den Städten Araphipolis, Apollonia, Pella und Thessalonike das Prägerecht, wenn auch nur für Kupfer, freigab; vgl. S. 33, nach No. 22; S. 47, No. 3; S. 94, nachNo. 5; S. 117, nach No i n. ausführlich Zeitschr. f. Num. 20 (1897), 173 sowie 36 (1926), 114.196.

APOLLONIA

in der Landschaft Mygdonia unweit des fischreichen Sees Bolbe zwischen den in ihn mündenden Flüssen Ammites und Olynthiakos, nach seinen Bewohnern f, XaXxtoizTj zubenannt ').

Nur Kupfer.

a. Erstes Viertel des IV. Jahrhunderts vor Chr.

1 (1,5). Kopf des Apollon nach r. mit breitem Lorbeerkranz, das Haar lockig vor dem Ohr und im Nacken herabhängend.

Rs. AflO 1., 0;AA r. (beides schräg aufwärts). Sumpfvogel mit langem Schopf nach r. stelzend, 1. Fuß hoch erhoben.

K 15. Berlin; Zeitschr. f. Num. 36 (1926), 196, i, i, XII, iS. Mit dem Vogel auf der Rs. ist ohne Zweifel der Nachtreiher {Nycticorax nycticorax) gemeint.

2 (1,6). Ebenso wie i, aber ohne die herabhängenden Locken.

Rs. AflO oben, JQAA unten (beides geradlinig). Fisch nach 1. mit je zwei getrennten Flossen an Rücken und Bauch.

K 12/11. Berlin; Kat. Hirsch 25 (Slg. Philipsen), 341; Zeitschr. f. Num. 36, 196, 2, XII, 19. Der Fisch auf der Rs. läßt sich mit Sicherheit als Meeräsche (Mugil; griechisch ■/eaTpeu;) bestimmen, deren Vorkommen im Bolbe-See durch .\rchestratos (bei .\then. VII, p. 311, a) bezeugt wird.

'} Über dieses makedonische Apollonia und alle No. i 3 betreffenden Einzelheiten vgl. Zeitschr. f. Num. 36, 192 fg.

APOLLONIA BEROIA 47

b. Nach 187 vor Chr.

3 (XI, 24). Bekränzter Kopf des jugendlichen Heros Olynthos nach r. mit zwei langen Haarsträhnen im Nacken. Pkr. Rs. AHOA r., AflNOl 1. (abwärts in geraden Zeilen). Amphora.

K 23. Berlin (Imhoof); Zeitschr. f. Num. 36, 195, 6, XII, 17. Das Stück ist überprägt auf ein Exemplar der 187 vor Chr. beginnenden Paroreia-Emission Xo. 36 (oben S. 5) ; von deren Zeuskopf sind auf der Rs. die Spitzen des Lorbeerkranzes und vier ins Gesicht fallende Haarsträhnen noch erkennbar. Vgl. auch S. 46, nach No. 15.

BEROIA

in der Landschaft Emathia am Ostfuß des Bermios- Gebirges, erhielt von Nerva den Titel |irjTpoT:o>.ic und die Viioxopi'ot töJv ^Ssßotaxiüv.

1 (XI, 25). AA€ZANAPOY r. (bogig abwärts). Kopf Alexanders des Großen mit Löwenfell nach r. Pkr.

Rs. KOI MAK€AONnN B N €n B€POie (oben beginnend). Hygieia auf einem Thron mit Rückenlehne, auf die sie den 1. .\rm auflegt, nach 1. sitzend und mit der R. die Schlange, die sich vor ihr auf einem Korbe emporringelt, aus einer Schale fütternd. Pkr.

K 28 [n. 860, i]. Berlin: Kat. 66, i.

2 (XI, 28). AACIANAPOV r. (bogig abwärts). Kopf Alexanders des Großen nach r. mit attischem Helm, am Kessel ein rechtshin eilender Greif. Pkr.

Rs. KOIN MAKe B N€n B€P[AinN (so; 1. in der Mitte beginnend und im .\bschnitt endend). Jüngling mit nacktem Überkörper und Chlamys um die Hüften und den 1. Oberarm nach 1. stehend, im 1. Arm Peitsche, mit der R. Schale über einen flammenden Altar haltend. Links von diesem ein vierbeiniger Tisch mit Lö- wenfüßen (von r. gesehen), auf welchem zwei Preiskronen je mit Palmzweig und in dessen Hintergrund eine Amphora (Losurne?) auf hoher Säule; im Zwischenfeld oben €0C Lange Bodenhnie. Pkr.

K 26 [n. S64, 6]. London, die Vs.; Kat. Montagu 2 (1897), 173, II, 173.

K 27/25 [n. S64, 3]. Florenz, die Rs.; Sestini lettere cont. 3 (1817), 36. Das Datum COC = 275 der aktischen Ära = 243/4 nach Chr. bezieht sich auf des Kaisers Philippus Anwesenheit zu Beroia im Frühjahr 244; vgl. oben S. 17, nach No. 59 und über die den Jüngling des Rs. -Budes als Tjäpir-rjXäTr); charakterisierende Peitsche in seinem I. Arm Zeitschr. f. Num. 24 (1904), 314, Anm. 5 sowie Nomisma i (1907), 28.

3 (XI, 26). AACrANAP}^ 1. (bogig aufwärts). Kopf Alexanders des Großen mit Diadem im fliegenden Haar nach 1., unter dem Halse Blitz. Pkr.

Rs. KOIjNON I [MAKCAONnN-] B NCflK und im Feld unten B€POIAinN (in waage- rechter Zeile). Reiter mit Panzer, Stiefeln, flatterndem Mantel und eingelegter Lanze nach r. sprengend. Pkr.

K 26/25 [n- 866, i]. London; Kat. 62, i (ungenau), Schrift der Vs. etwas retouchiert.

48

BISALTEN

4 (XI, 27). AA€ZANAPOY r. (bogig abwärts). Kopf Alexanders des Großen nach r. mit Diadem im lang herabhängenden Haar. Pkr.

Ks. KOINON MAK€AON oben, B NCflKOP unten (beides bogig) und im Feld unten

B€P0IAIO N (zweizeilig). Zwei viersäulige Tempel (je mit einstufigem Unterbau) im Profil einander gegenüber. Pkr.

K 26/25 ["■ S68, i]. Berlin; Kat. 66, 3 [Mowat, Revue num. 1903, 20. t]. Diese Münzen sind von der Stadt Beroia, dem Versammlungsort des makedonischen Landtags, geprägt, und zwar zu den xoivov-Festlichkeiten der Jahre 242 (No. i), 244 (No. 2), 246 (No. 3. 4) ; vgl. Nomisma I (1907), 23 fg.

Die BISALTEN,

thrakisch-makedonischer Volksstamm nördlich der Seen Koroneia und Bolbe, vom strymonischen Golf aufwärts bis gegen Herakleia Sintike (s. d.) ; ihr Gebiet schloß das silberreiche Dysoron- Gebirge ein und wurde 480 vor Chr. oder kurz darauf von Alexander I. in Besitz genommen.

Silber phönikischer Währung.

(Ende des VI. Jahrhunderts bis ca. 480 vor Chr.).

1 (XU, 3). ^^0^[l[T|^A[^| l|B (rückläufig r. unten beginnend und teils von außen, teils von innen

zu lesen). Nackter, unbärtiger Heros mit flachem breitkrempigem Hut an der 1. Seite eines gezäumten Pferdes wie dieses nach r. stehend und es mit der L. am Zügel haltend, in der gesenkten R. zwei Speere (waagerecht). Bodenlinie. Pkr. Rs. Flaches Ouadratum incusum mit körnig gerauhtem Grunde, durch ein Linienkreuz in vier Felder geteilt.

Oktadrachmon : 28,88 g. Paris; Svoionos, Journ. intern. 19, 106, i, a, XI, 3 (nicht »XI, i«). Die von Svoronos unter Hinweis auf Eurip. Rhes. 970/1 (xp'JTTTÖ; 3' ^v ävrpot? t^; ünapyipou yäovöt 'iv3piuTtoöai'(iu)v vcEtSEToi ßX^-(ov fflios) geäußerte Vermutung, das Vs.-Bild stelle Rhesos dar, gewinnt an Wahrscheinlichkeit durch Strab. VII, fr. 36 und den Rhesos-Kult in jener Gegend, der für das V. Jahrhundert vor Chr. durch Polyaen. VI, 53 bezeugt ist (vgl. Gruppe griech. Mythol. i, 213 fg.).

2 (XII, 3 Vs.). \A0j>lljTAjA|^l9 (rückläufig r. in der Mitte beginnend und von außen zu lesen). Heros und Pferd wie bei i, aber die Speere etwas schräg abwärts; im Feld r. ein rechtshin fliegender Vogel. Glatte und darunter eine punktierte Bodenlinie. Pkr. [Rs. wie I, aber der Grund nicht gekörnt.]

Oktadrachmon: 28,74 g (mit Einhieb auf der \'s.). Glasgow (Hunter); Kat. 268, i.

3 (All, 5 VS.). Cjl|^|A[T[IKO? (so, ohne A; r. oben beginnend und von innen zu lesen). Heros und Pferd wie bei i, aber die Speere etwas schräg abwärts. Ohne Bodenlinie. Pkr. [Rs. wie I, aber mit feinerer Körnung des Grundes.]

Oktadrachmon: 28,96g. Brüssel; L. de Hirsch, Annuaire de num. 8 (1884), 32, 3, I, 3. Aul dieser und den beiden folgenden Münzen hat das Beta die Form C, die wir aus archaischen In- schriften von Thasos sowie der Kykladen Delos, Keos, Naxos, Faros und Siphnos kennen (vgl. Kirch- hof! Studien z. Gesch. des griech. Alphabets'' 82). Zu ergänzen ist etwa yapaxTTip oder öpY'jpot, bei No. 1 . 2 etwa äpfipiov, bei No. 4. 5 etwa jjletöXXwv äpYupc;.

BISALTEN 49

4 (XII, 4 Vs.). VV!n>lliT|\Al^]ID (rückläufig r. oben beginnend und vonaußen zu lesen). HerOS und Pferd wie bei i, aber die Speere etwas schräg abwärts; im Feld r. eine Punktrosette. Punktierte Bodenlinie. Pkr.

[Rs. ähnlich wie i.]

Oktadrachmon: 28,4g g. Brüssel; L. de Hirsch, .Xnnuaire de num. S, 32, 2,1,2.

5 (XII, 6 \ S.). CI^A|r|T|llK[n^ (1. oben beginnend u. teils von außen, teils von innen zu lesen).

Heros und Pferd wie bei i, aber die Speere etwas schräg abwärts; im Feld r. ein bärtiger Kopf rechtshin. Bodenlinie. Pkr. [Rs. wie I, aber der Grund nicht gekörnt.]

Oktadrachmon: 28,51 g. Glasgow (Hunter); Kat. 268, 2, XIX, 18.

6 (XII, 1). Heros und Pferd wie bei i, aber die Speere etwas schräg abwärts. Punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste. Pkr.

Rs. wie I, aber kleiner und mit feinerer Körnung des Grundes.

Oktadrachmon: 27,10g. Berlin; Kat. 164, i, VI, 57.

7 (1,9 Vs.). Heros und Pferd wie bei i, aber die Speere etwas schräg abwärts; auf der Kruppe des Pferdes ein kleines Kerykeion (Griff 1.). Punktierte Boden- linie. Pkr.

[Rs. \vie 6, aber noch kleiner.]

Oktadrachmon: 28,47 g. Boston {Warren 554) ; Greenwell, Num. chron. 1897, 277, XIII, 7. Die aufschriftlosen Stücke dieser Art (z. B. No. 6. 7) sind zweifellos jünger als i 5, wie der fortge- schrittene Stil beweist. Sie zeigen im Gegensatz zu der beschrifteten Gruppe den Oberkörper des Heros nicht mehr in der naiven Weise der archaischen Kunst bei Profilstellung der Beine und des Kopfes nach vorn gedreht, sondern versuchen ihn nach r. gewendet wiederzugeben, was aber erst den Stempelschneidern König Alexanders I. voll gelingt (Taf. XXVIII, i). Das Kerykeion auf der Kruppe des Pferdes von No. 7 (deutlicher z. B. auf dem Londoner Exemplar Num. chron. 1920, 105, XIII, II = The Weber coli. 2, 1847, LXXI, 1S47) ist wohl als eingebranntes Zeichen gemeint; vgl. unten S. 152, zu No. 30 und S. 160, No. 6.

Die beiden vor und hinter No. 8 10 abgebildeten Stücke Taf. XII, 7. 11 sind moderne Fälschungen. Vgl. unten S. 207 fg., No. 8. 9.

8 (XII, 8 Vs.). Heros und Pferd wie bei i, aber die Speere etwas schräg ab- wärts; auf der Kruppe des Pferdes Ä Punktierte Bodenlinie. Pkr.

[Rs. Flaches Ouadratum incusum, durch ein Linienkreuz in vier Felder geteilt.]

Oktobolon : 4,24 g. Berlin; Kat. 164, 3. Das Monogramm auf der Kruppe des Pferdes wird von Svoronos (Journ. intern. 19, 7, 6) für eine Zu- teilung dieses Gepräges an die Derronen in .Anspruch genommen, mit ebenso geringer Wahrscheinlich- keit wie in dem oben S. 20, nach No. 16 abgelehnten Falle.

Ein ähnliches Exemplar (ohne Monogramm) in Berlin, dessen hohes Gewicht (5,13 g) Imhoof-Blumer Schwierigkeiten bereitete (monn. gr. 65, 23I. ist aus denselben Stempeln wie Kat. Hirsch 21, 1162 mit 4,11 g und ein drittes, etwas beschädigtes in Leningrad mit 3,85 g, kann hiernach also mit Sicher- heit als fehlerhaft übergewichtig bezeichnet werden. Eine der gleichen Frühzeit angehörende Fehl- prägung mit starkem Untergewicht ließ sich für Lampsakos feststellen; vgl. Nomisma 12 (1923). 5-

9 (XII, 9 Vs.). Heros und Pferd wie bei i, aber die Speere etwas schräg aufwärts; im Feld 1. oben ein Kranich rechtshin. Bodenlinie. Pkr.

[Rs. wie 8.]

Oktobolon: 4,21 g. London: h'orrer the Weber coli. 2 (1924). ^^49, LXXI, 1849.

Die antiken Münzen Nord-Griechenlands VI. a. 4

50 BISALTEN BOTTIKE

10 (XII, 10 Vs.). Heros neben seinem Pferde wie bei i, aber nach I. zurück- blickend; im Feld r. eine Kugel. Glatte und darunter eine punktierte Bodenlinie. Pkr. [Rs. wie 8. 9.]

Oktobolon; 4,04 g. London; Forrer the Weber coli.-.; (1924), 1S4S, LXXI, 1848.

BOTTIAIA,

makedonischer Distrikt westlich von der Amphaxitis (s. d.), zu beiden Seiten des unteren Lydias, mit der Hauptstadt Pella.

Er erhielt 1S7 vor Chr. von Philipp V. das Prägerecht für Silber und Kupfer (vgl. Zeitschr. f. Num. 20, 185 fg. sowie 36, 114). Die Münzen mit vollem Distriktsnamen sind Taf. XII, 12. 13. 14. 16 ab- gebildet und oben S. 4 als No. 26 29 beschrieben vor denen mit Distriktsbezeichnung in Mono- gramm (No. 30 34, Taf. XII, 15. 17 19), wie sie später auch von den römischen Quaestoren Gaius Pubülius (S. 8, No. 4. 5, Taf. XII, 20. 21) und Aesillas (S. 9, No. 8, Taf. III, 14) angewendet wurde.

Die BOTTIKE

in der Chalkidike unweit west- und nordwärts von Olynthos, das Wohngebiet der durch die ersten makedonischen Könige aus ihrer Heimat in der Emathia vertrie- benen Bottiaier mit dem Hauptort Spartolos.

Erste Prägeperiode: ca. 432 ca. 400 vor Chr.

Silber phönikischer Währung und später Kupfer.

1 (XII, 22 Rs.). [Kopf der Demeter nach r., das Haar hinten bauschig hoch- genommen, um den Oberkopf Stephane und beiderseits je ein langer Kornhalm mit einer über die Stirn hinausragenden Ähre. Pkr.]

Rs. BoTTIA inw oben undr. (in geraden Zeilen) ; Vorderteil eines Stieres rechtshin mit eingezogenem r. und vorgestrecktem 1. Fuß. Das Ganze in vertieftem Quadrat.

Tetrobolon: 2,24 g (beschädigt). Berlin (Imhoof); Imhoof-BIumor monn. gr. nO, 25, choix I, 16

2 (XII, 22 Vs.). Ebenso wie i.

[Rs. wie I, aber mit [BoTTiA] oben, IjnN rechts.]

Tetrobolon: 2,09 g. London; Kat. 63, i. Für No. I. 2 betrachteten des phönikischen Münzfußes wegen Head (B. M. C. IVfaced., S. XL) und Babelon (traite 2, 4, Sp. 590) die Zeit der Erfolge des Brasidas (424 vor Chr.) als den terminus post quem. Da sich inzwischen aber herausgestellt hat, daß die phönikische Währung in Terone bereits ca. 4S0. in ."Mneia, Aphytis und Tragilos um 450 vor Chr. Eingang fand, steht nichts entgegen, dem Stil namentlich von No. i Rechnung tragend den Beginn dieses Silbergeldes der Bottiaier bis ca. 432, das Jahr ihres Abfalls von .\then (Thuc. I, 58, 1), hinaufzurücken, also in dieselbe Zeit, in der auch das benachbarte Olynthos, und zwar gleichfalls mit phönikischen Tetrobolen (S. 84, No. 1—3), die Münzprägung eröffnete.

BOTTIKE 51

3 (Xn, 23). Kopf der Demeter nach r. mit hochgenommenem Haar, Ährenkranz und Ohrgehänge.

Rs. ßoTTIA oben, ION im .\bschnitt. Stoßender Stier rechtshin, der Kopf fast nach vorn gedreht. Bodenhnie.

K i6. Wien; Imhoof-BIumer monn. gr. 66, 26. Das British Museum besitzt eine Kupfermünze des Königs Pausanias (3qo 3S9), deren Typen (ähnlich Taf. XXIX, 32) auf ein Stück wie No. 3 übeqjrägt sind: Wroth, Xum. chron. 1902, 317, 3, XV, 3.

4 (XX, 28). Ebenso wie 3, aber ohne Ährenkranz.

Rs. BoTTI im .\bschnitt. Stoßender Stier wie bei 3. Bodenhnie.

K 12. Athen; Kat. 13290c'; Postolakas, .\nnaU dell' Inst. 1866, 331, 3, Monum. 8, XXXII, 3. Postolakas las auf der Rs. irrig POTEI und gab das Gepräge deshalb nach Poteidaia, eine Zuteilung, die A. V. Sallet für das im Abschnitt durch O.xydation alterierte Berliner Exemplar übernahm (Berl. Kat. 2, 124, 6) und die bisher unangefochten blieb; vgl. Imhoof-BIumer monn. gr. 63, zu Xo. 10 und S. gi, zu Xo. 112 sowie Journ. intern. 11, 57; Wroth, Xum. chron. 1092, 316, 3; Head hist. num.= 212; Babelon traite 2, 4, Heft 3 (1928), 959.

Zweite Prägeperiode: ca. 400 348 vor Chr.

Kupfer.

5 (1,7). Kopf des Äpollon nach r. mit Lorbeerkranz im kurzen Haar.

Rs. BiO;TTIAIOA^ (oben 1. beginnend). Kithara mit 4 Saiten, Band um den r. Arm und spitz zulaufendem Schallkasten. Feld rundlich vertieft.

K 16. Ehemals Slg. Rhousopoulos : Kat. Hirsch 13 (1905), S37, XII, 837.

6 (XII, 24). Kopf des Apollon nach r. mit Lorbeerkranz, das Nackenhaar in drei langen Strähnen nach vorn gestrichen.

Rs. BlOjTTIAIflN oben, r., 1.; Kithara mit 4 Saiten.

K 15. Ehemals Slg. Dr. Weber (Forrer's Kat. 2, i960, LXXV, i960); Kat. Bompois (1882) 722.

7 (XII, 25). Ebenso wie 6, aber das Ohr vom Haar verdeckt, das hinten in vier langen Strähnen herabhängt.

Rs. B|o|HTIAinN oben, r., 1.; Kithara mit 5 Saiten und Band um den r. Arm.

K 16 14. Berlin (Imhoof).

8 (XII, 26). Kopf des Apollon nach r. mit Lorbeerkranz, das Haar im Nacken in mehreren übereinander liegenden Strähnen nach hinten gestrichen.

Rs. Kithara mit 5 Saiten. Die Aufschrift stimmte, wie ihre Reste erkennen lassen, mit der von No. 6 oder No. 7 überein.

K 15. Kopenhagen; Ramus cat. i, n8, i. Vs. und Rs. dieses Stückes .sind übel retouchiert. Für die Haarbehandlung bei dem Apollonkopf ist auf Berl. Kat. 2, 69, i (mit Abb.) zu verweisen. Aus den übereinander angeordneten Strähnen im Xacken hat die Retouche ein schopfähnliches Gebilde gemacht und die Schrift der Rs. zu B'o TTI AIEHA' (1. in der Mitte beginnend und endend) umgestaltet.

9 (XII, 27). Kopf der Demeter(?) nach r. mit Stephane, das Haar über der Stirn gerollt und im Nacken hochgenommen.

Rs. BoHTIAIflN oben, r., 1.; Kithara mit 5 Saiten. K 13. Berlin (Imhoof); Imhoof-BIumer monn.gr. 66, 27.

4*

52 BOTTIKE COLONIE CASSANDREA

10 (XII, 28). Kopf der Demeter nach r. mit Stephane und Ähre im Haar, das über der Stirn gerollt und im Nacken hochgenommen ist. Pkr. Rs. BlOlTjTIA ION oben, r., L; Kithara mit 5 Saiten.

K 13. Im Ilandel. Die Ähre entlang der Stephane i.st gesichert durch die aus demselben Vs. -Stempel \vie No. 10 hervor- gegangenen Exemplare Berl. Kat. 2, G9, 4 und Kat. Hirsch 13 (Slg. Rhousopoulos), 838, XII, 838.

Colonie CASSANDREA

in der Chalkidike auf dem Isthmus der Halbinsel Pallene, an der Stelle des von Pliilipp n. zerstörten Poteidaia (s.d.) im Jahre 316/5 vor Chr. von Kassandros gegründet und zuerst durch Brutus, dann erneut im Jahre 30 vor Chr. unter Augustus rö- mische Colonie geworden.

Erste Prägeperiode (Zeit des Brutus, 44 42 vor Chr.).

I (1,10). Q-HORTENS! PRO[COS] (l. in der Mitte beginnend und von außen zu lesen).

Kopf des Proconsuls 0. Hortensius Hortalus nach r., bartlos mit kurzem Kopf- haar, vollem Gesicht und sehr dickem Hals. Pkr.

Rs P. F. COLON [ DED L[EG] (i. unten beginnend). Ve.\illum mit zwei

langen und ziemlich breiten Bändern (einer Tänie), die, unterhalb des viereckigen Tuches hervorkommend, hinter dem Schaft schräg nach 1. abwärts flattern. Feld rundlich vertieft.

K 28/25. Berlin (Löbbecke, aus Slg. Wiczay) ; Mionnet Suppl. 5, 305, 703. O. Hortensius Hortalus wurde 44 vor Chr. Proconsul der Provinz Macedonia und verwaltete sie unter des Brutus Oberkommando weiter bis zur Schlacht bei Philippi. Von dem Namen des colon(iae) ded(ucendae) leg(atus) ist nur P(ublii) f(ilius) erhalten. Der Rs. -Typus weist auf den Akt der Colonie- gründung hin, die sich in der Weise vollzog, daß die Colonen mit vorangetragenem vexillum anmar- schierten und dieses dann dem genius coloniae weihten. Als solchen gibt No. 2 lupiter .\mmon zu erkennen, und die Weihung ist zum Ausdruck gebracht durch die an das vexillum geknüpfte Tanie. Vgl. Zeitschr. f. Num. 36 (1926), 137 fg.

2 (1,8). HAMMON 1. (abwärts). Kopf des lupiter Ammon nach r. Pkr.

Rs. HORT 1 . COL D r. (in geraden Zeilen aufwärts). Zwei Ähren mit je zwei Blät- tern am Stiel. l''eld rundlich vertieft.

K 15. Athen; Svoronos, Journ. intern. 10 (1907), 256, 14; Zeitschr. f. Num. 36, log, XII, 20. Durch die Vs. dieser limi.ssion ist als Prägeort von No. i. 2 Cassandrea gesichert, das nunmehr als col(onia) d{educta) erscheint. Über die augusteische Neugründung vgl. Zeitschr. f. Num. 3^, 140 fg.

Zweite Prägeperiode (Claudius bis Philippus).

A. Münzen ohne Kaiserkopf (I. Jahrhundert nach Chr.).

3 (XIII, 1). Pferd nach 1. schreitend; im Feld oben Mondsichel. Pkr. Rs. CAS,SAN DRE (dreizeiiig) in einem unten gebundenen Kranze. Pkr.

K 15. .\msterdam, Kgl. Akademie der Wissenschaften; Boissevain's Kat. 64, 35, IV, 13.

COLONIE CASSANDREA 53

Die Prägung solcher kleiner Teilstücke begann vermutlich unter Nero; vgl, Zeitschr. f. Num. 24 (1904), 283, Anm. 3. Das Münzrecht erhielt Cassandrea schon zur Zeit des Claudius, unter dem es auch, wahr- scheinlich im Jahre 44, der Provinz Macedonia verliehen wurde (vgl. a. a. O., S. 279 fg.).

4 (Xni, 2 Vs.). Zwischen zwei Feldzeichen ein vexillum mit AVG auf dem Tuche. Pkr.

[Rs. CAS |AND RE (so; drcizdiig) in einem unten gebundenen Lorbeerkranz. Pkr.]

K 16. Berlin; Kat. 70, i.

5 (XIII, 3 Vs.). Ebenso wie 4, aber mit AYG auf dem vcxülum. Pkr.

[Rs. CAS SAN DRE (dreizeiiig) in einem unten gebundenen Lorbeerkranz. Pkr.l K 17. Ehemals Slg. des Fürsten zu Windisch- Grätz (Scholz's Kat. 732).

]). Kaisermünzen.

6 (XIII, 5 Rs.). [Tl CLA CAESAR ' AVG GERM P M P P Kopf des CLaudius nach 1. mit Lorbeerkranz. Pkr.]

Rs. COL IVL AVG CASSANDRE Kopf des lupiter Amnion nach l Pkr.

K 21. St. Florian.

7 (XIII, 4 Vs.). T CAES IMP DOMITIAN CAES (i in der Mitte beginnend). Die ein- ander zugekehrten Bru.stbilder tles Titus (nach r.) und Domitianus (nach 1.), beide mit Lorbeerkranz und ManteL Pkr.

[Rs. COL IVL AVG CASSANDRENS Kopf des lupiter Amnion nach 1. Pkr.]

K 22. Ehemals Slg. Boutkowski (Paris).

8 (XIII, 4 Rs.). [Ebenso wie 7, aber mit T CAES IMP DOMIT CAES]

Rs. wie 7.

K 21. Berlin (Imhoof); Imiiool-Blumur nionn. gr. 17, 33.

9 (XIII, 6 Rs.). [T-AEL-CAEISAR ANTONINVS Kopf des Pius nach r. Pkr.] Rs. COL IVL AVG ] CASSANDRENS Kopf des lupiter Amnion nach 1., von abweichendem Stil. Pkr.

K 22. Parma. Während bis Commodus ausschlieBlicli mit dem .\mmonskopf als l?s.-Bild geprägt wurde, treten unter diesem Kaiser neue Typen hinzu. Das A hat auf seinen Münzen stets die Form A ohne Querstrich.

IG (XIII, 9 Rs.). [IM L AVR j COM (r. oben beginnend). Brustbild des jugendlichen Com modus mit Mantel rechtshin (Brust nach vorn). Pkr.] Rs. COL IVL [ A VG CAiS (r. oben beginnend). Nacktcr PoseidoH nach 1. stehend, auf der vorgestreckten R. Delphin, die L. hoch am aufgestützten Dreizack. Pkr.

K 21. Moskau, Universität; Oreschnikow's Kat. 1937.

II (XIII, 10 Rs.). [Vs. I[M L AVR] j COM (r. oben beginnend). Brustbild des bärtigen Com modus mit Lorbeerkranz und Mantel rechtshin (Rücken nach vorn).] Rs. COL IVL 1 AVG [CAS] Nackter Poseidon nach r. stehend, den 1. Fuß auf einer Prora, die R. hoch am aufgestützten Dreizack, auf der mit herabhängendem Oberarm vorgestreckten L. Delphin. K i9,/i7. Berlin (Imhoof).

54 COLONIE CASSANDREA

12 (XTII. 11 Rs.). [M AVR COMM'OD CAE .... Brustbild des jugendlichen Com- modus nach r. mit Mantel. Pkr.^

Rs. COL IVL AVG CASS Die Nymphe Nysa mit gegürtetem Doppelchiton nach 1. stehend, in der erhobenen R. eine Weintraube, im 1. Arm das ihr die R. entgegenstreckende Dionysoskind und ein Füllhorn, aus dem eine Ähre zwischen zwei Mohnköpfen hervorragt. Bodenlinie. Pkr.

K 20. Berlin (Löbbecke). Die Deutung des Rs. -Bildes von No. 12. 13. uS hat Imhoof-Blumer schon monn. gr. 69 und erneut Journ. intern. 11 (rgoS), 157 gegeben; es ist in Roscher's myth. Le.x. 3, i, Sp. 567/8 nachzutragen.

13 (Xni, 12 Rs.). [IM L AVR I COM (r. oben beginnend). Kopf des leicht bärtigen Com- modus nach r. mit Lorbeerkranz. Pkr.]

Rs. C|OL IVL AVG I CASSAN (r. unten beginnend). Nysa mit gegürtetem Doppel- chiton und Chlamys nach r. stehend, mit der erhobenen R. die Chlamys empor- ziehend, im 1. Arm das ihr die R. entgegenstreckende Dionysoskind und ein Füllhorn. Ohne Bodenlinie. Pkr.

K 22. Bukarc^t.

14 (XIII, 7 Rs.). [IMP C L SEP P AVG (r. oben beginnend). Brustbild des Sep-

timius Severus nach r. mit Lorbeerkranz und Mantel. Pkr.]

Rs. CO IVLI 1 AVG CSS (so). Schulterbild des lupiter Ammon nach r. Pkr.

K ly. Im Handel. Zu der Bezeichnung »Schulterbild« vgl. oben S. 6, nach No. 40 sowie S. 36, nach Xo. 43.

15 (XIII, 8 Rs.). [P SEP GETAS CAE (so: r. oben beginnend). Brustbild des Geta nach r. mit Panzer und ;\Iantel. Pkr.]

Rs. COL IVLIA I AVG CAS Brustbild des lupiter Ammon nach r. Pkr.

K i<). Im Handel (i<Srii:

16 (XIII, 14 Rs.). [IMP C M OPE SE V MACRINVS Brustbild des Macrinus mit Lorbeerkranz und Panzer rechtshin (Brust nach vorn). Pkr.]

Rs. COL'IVL'AjVG CSSAN (so. lupiter Ammon mit nacktem Oberkörper nach r. stehend, in der hoch erhobenen R. Weintraube, in der gesenkten L. ?; vor ihm auf der Bodenlinie Adler nach r. Pkr.

K iS. Berlin (Löbbecke); Kat. Wiczay i (1S14), 2Ö45; Sestini mus. Hederv. 102, 7.

17 (XIII, 15 Rs.). [IMP C M AVR i SEV ALEXAND A Brustbild des Severus Alex- ander mit Lorbeerkranz, Panzer imd Mantel rechtshin (Rücken nach vorn). Pkr.]

Rs. CO LO IVL CASSA (im Abschnitt beginnend). Unter einem auf zwei gedrehten Säulen ruhenden Bogen lupiter Ammon wie bei i6 nach r. stehend, zu seinen Füßen (etwas oberhalb der Bodenlinie) r. Adler linkshin, 1. eine sich empor- ringelnde Schlange (Kopf nach r.). Pkr.

K 25. Paris. Der bärtige Gott auf der Rs. von No. 16. 17, dessen Attribute (Weintraube in der R. und Adler zu Füßen) Imhoof-Blumer an Zeus-Dionysos denken ließen (monn. gr. 68, zu No. 33a sowie Nomisma 6, 14), wird durch das bisher übersehene Widderhorn als Ammon charakterisiert. Die auf No. 17 noch hinzugefügte Schlange des Asklepios ist dem Ammonskopf beigegeben z. B. auf einem Wiener Stück

COLONIE CASSANDREA DERRONEN 55

mit ebenfalls Vs. Severus Alexander (Mus. Theup. i, 718 fälschlich als Elagabalus, Rs. »caput Aescu- lapii«). Es handelt sich also bei dem Rs.-Bild von No. 16. 17 um eine pantheistische Verbindung des Ammon mit Zeus und Dionysos (Xo. 16) bzw. mit Zeus, Dionysos und Asklepios (No. 17).

18 (XIII, 13 Rs.). [IMP c M IVL PHILIPPS (so). Brustbild des Philippus senior nach r. mit Strahlenkrone und Mantel. Pkr.]

Rs CA SS ANDR . . Nysa mit Kalathos, gegürtetem Doppelchiton und

Chlamys nach 1. stehend und rechtshin blickend, in der erhobenen R. Weintraube, im 1. Arm das ihr die R. entgegenstreckende Dionysoskind und ein Füllhorn, aus dem eine längliche Frucht zwischen zwei Mohnköpfen hervorragt. Pkr.

K 22. Wien; Mionnet Suppl. .^, 58, 379; Imhoof- Blumer monn. gr. 68, 35. Das Rs.-Bild erinnert stark an den Hermes des Praxiteles,

CHALKIDISCHER BUND.

Seine in Olynthos hergestellten ]\Iünzen sind unten S. 85 fg. als No. 4 29 den (zeit- lich kurz vorausgehenden) Geprägen mit dem Namen dieser Stadt angeschlossen.

Die DERRONEN,

thrakisch-makedonischer, nur aus den Münzen') bekannter Volksstamm in Nach- barschaft des Paionengebiets (vgl. unten s. rgg, Xo. 4), nach Svoronos-) westlich von den Orreskiern um den Prasias-See herum.

Silber euböischer Währung. (Ende des VI. Jahrhunderts bis ca. 4S0 vor Chr.).

1 (XXV, 12). AERROA^IKO^ oben. Zwei Stiere linkshin an einen Wagen gespannt, von welchem nur die Deichsel nebst einem Stück Rad dargestellt ist; im Feld 1. und oben je ein Rundschild. Dicker Pkr.

Rs. ^'ertieftes, viergeteiltes Quadrat von Windmühlenflügelform.

Oktadrachmon (?): 34,70 g (31/30 mm). Paris (de Luynes 1739); Zeitschr. f. Xiim. 20, 289, i. Das daneben (Taf. XW, 13 Vs.) abgebildete Stück [mit flachem, viergeteilten Quadratum incusum auf der Rs.] ist eine moderne Fälschung; vgl. unten S. 208, Xo. 17.

2 (XXV, 14 Vs.). 0<1R3A oben. Spitzbärtiger Mann mit unbekleidetem Oberkörper rechtshin in einem von zwei Stieren gezogenen Wagen sitzend, in der R. die Zügel, in der erhobenen L. eine Peitsche. Bodenlinie. Dicker Pkr., links unter- brochen durch Wagenkasten, Rad und Bodenlinie.

[Rs. wie I.]

Dekadrachmon : 38,60 g (36 mm). l^aris; Zeitschr. f. Xum. 20, 2S9, 3.

') Vgl. Zeitsclir. f. Xum. 20 (1897), 28g fg.; neu hinzugekommene Stücke, darunter zwei mit dem Dynastennamen Euergetes, s. bei Dressel f u. Regling, Zeitschr. f. Xum. 37 (1927), 108 fg. =) Journ. intern. 19 (1919), 20 fg.; vgl. auch Regling, Zeitschr. f. Xum. 37, 109 fg.

56 DERRONEN

3 (1,11 Vs.). WOHIVvOSlJiaA oben (bogig). Bärtiger Mann mit Ärmelchiton und flachem breitkrempigem Hut in einem von zwei Stieren (nur einer sichtbar) ge- zogenen Wagen mit geflochtenem Sitz und altertümUchem Rad rechtshin sitzend, in der erhobenen R. Peitsche, der 1. Arm nicht sichtbar; im Feld oben ein nach r. fliegender Adler, der mit dem Schnabel eine Schildkröte am Halse gepackt hält ; im Feld unten die 1. Hälfte einer Palmette. Bodenlinie nicht auf dem Schrötling. Pkr. [Rs. Triquetrum linkshin.]

Dekadrachmon: 39,20 g (36/31 mm). Privatbe.sitz ; Zeitschr. f. Xum. 20, 294. 4. Das auf No. 4 w ie derkehrende Beizeichen im Feld unten findet sich auch auf einer Emission von Therma (S. 116, No. 3, Taf. XXVI, 23). Es wurde bisher als Aphlaston gedeutet, ist aber wohl richtiger mit Agnes Bald« in als Halbpalmette aufzufassen, vgl. Americ. journ. of numism. 53, Heft 3 (1924), S. 7.

4 (XXV, 15). IV\0515i3A oben (bogig). Ebenso wie 3; im Feld: oben ein Rundschild mit achtstrahligem Stern verziert, unten die Halbpalmette. Doppelte Bodenlinie, die untere punktiert. Dicker Pkr.

Rs. In flachem Ouadratum incusum: Triquetrum rechtshin.

.„ , , , I41.-I ? (36/33 mm). O.xford (Christ Church), die \',s.

Dekadrachmon: n -^ ^^ '^^ ' ^

(40,40 g (34 mm, aus dens. Stpln.). Turm (Bibliothek, Kgl. Slg.), die Rs.

Zur Deutung des Beizeichens im Feld oben, das ähnlich auf einem Tetrobolon von Dikaia (S. 58, No. 7)

wiederkehrt, vgl. Zeitschr. f. Xum. 20 (1S97), 295, Anm. i.

5 (XXV, 16). Ebenso wie 3; im Feld: oben ein bebuschter korinthischer Helm nach r., unten eine Rosenknospe. Dreifache Bodenlinie, die mittlere punktiert. Halbkreis dicker Punkte, vom Kopf des Wagenlenkers bis zur Bodenlinie reichend. Rs. Triquetrum rechtshin mit einem Punkt in der Mitte und Trennung der einzelnen Schenkel, in den drei Zwischenräumen je eine Palmette.

Dekadrachmon: 40,46 g (36/31 mm). London; Kat. 150, i; Zeitschr. f. Num. 20, 295, 6, a. Über die Rosenknospe als Beizeichen dieses und anderer makedonischer Gepräge archaischen Stils vgl. Sitzungsber. Berl. Akad. 1930, 298.

Der gleiche Vs. -Stempel ist auch gepaart worden mit einer Rs., die in sehr flachem Relief einen bärtigen behelmten Kopf nach r. zeigt, z. B. Kat. Egger 45 (1913), 473 und Kat. Jameson 3 (1924), 1948.

6 (XXV, 17 Vs.). Ebenso wie 3; im Feld: oben ein bebuschter korinthischer Helm nach r., unten eine Palmette. Doppelte Bodenlinie, die obere geperlt. Pkr. [Rs. Triquetrum rechtshin wie bei 5, aber ohne die Palmetten. Spuren eines ganz flachen Ouadratum incusum.]

Dekadrachmon: 39,15 g (36/35 mm). Berlin (Imhoof) ; Zeitschr. f. Num. 20, 295, 7. Besser als das abgebildete Stück läßt die Einzelheiten erkennen das inzwischen aufgetauchte, beider- seits stempelgleiche Exemplar Kat. Egger 45 (1913), 474, XV, 474.

7 (XXV, 18 Vs.). Dieselbe Gruppe wie bei 3 6, aber hnkshin und beide Arme des Wagenlenkers sichtbar, der rechte mit Peitsche erhoben, der linke mit offener Hand und leicht geknicktem Ellbogen vorgestreckt; im Feld oben ein bebuschter korinthischer Helm nach 1. Dreifache Bodenlinie, die mittlere geperlt.

[Rs. wie 5.]

Dekadrachmon: 38,87 g (39/31 mm). Berlin; Kat. 174, So; Zeitschr. f. Num. 20, 296, 9. Das daneben (Taf. XXV, 19) abgebildete, 32,08 g wiegende Stück m.it rechtshin schreitendem Pegasos in doppeltem Linienquadrat auf der Rs. (London; Kat. 151, 2) ist eine barbarische Nachpiägung,

DERRONEN DIKAIA 57

wenn nicht ein Phantasieprodukt modernen Ursprungs. Ein beiderseits stempelgleiches, 31,94 g schweres Exemplar befindet sich in Paris. Ihre von Svoronos {'E3>t,(x. apy. 1889, 94 sowie Journ. intern. 19, 3. 21) verfochtene Zuteilung an die paionischen Acitaiot (Thuc. II, 96. 97; Steph. Byz. s. Acttvot) wird von Head (bist. num.= 202) und Gardner (history of anc. coinage 194) acceptiert, von Babelon dagegen mit Recht abgelehnt: Journ. intern, i (1898), 6, Anm. 2 = melanges num. 3, 213, Anm. 4 sowie traite 2, i, zu No. 1453/4.

8 (XXYII, 25). Stier rechtshin knieend mit aufgesetztem 1. Vorderfuß. Bodenlinie. Pkr.

Rs. Triquetrum linkshin in vertieftem Kund.

Tetrobolon: z,2i g. Berlin; Kat. 175, 82; v. Prokesch-Osten Inedita (1854) 58. IV, 25. Das mit demselben Vs. -Stempel geprägte Exemplar Kat. Naville i (Slg. Pozzi), 709, XXIII, 709 zeigt auf der Rs. das Triquetrum rechtshin und wiegt, obwohl gelocht, 2,86 g.

9 (XXA'II, 26). Stier linkshin knieend mit aufgesetztem r. \'orderfuß; im Feld oben Akanthosblüte. Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 8.

Tetrobolon: 2,02 g. Ehemals Slg. Six (.\msterdam) ; Inihoof-Bhuncrmonn.gr. loi, 142. Die aus demselben Stempelpaar wie 9 hervorgegangenen Exemplare Kat. Naville 6 (Slg. Bement), 634, XXII, 634 und The Weber coli. 2, 1870, LXXII, 1870 (jetzt London) wiegen 2,31 bzw. 2,26 g.

DIKAIA

in der Chalkidike an der Ostküste des thermäischen Golfes in der Nähe des Bottiaier- gebietes; wie Mende und Methone von Eretria aus (vermutlich im VIII. Jahr- hundert vor Chr.) gegründet.

A. Silber euböischer Währung.

(Ende des VI. bis gegen Mitte des V. Jahrhunderts \-or Chr.).

1 (XIII, 16). Rind nach r. stehend, den tief gesenkten Kopf zurückwendend, wohl um ihn mit dem weit vorgestreckten r. Hinterfuß zu kratzen. Bodenlinie. Pkr. Rs. Quadratum incusum mit vier unregelmäßig vertieften Feldern.

Tetrobolon: 2,44 g (gelocht). Ehemals Slg. Rhousopoulos: Kat. Hirsch 13 (1905), SGt. Das auf der Vs. von No. i 5 u. 10 dargestellte Tier ist, da Angabe des Geschlechts fehlt, nicht (wie meist geschieht) als »Kuh«, sondern zutreffender mit Dressel, Zeitschr. f. Num. 37, 112 als »Rind« zu bezeichnen, während es sich auf der Rs. von No, 9. 11. 12 deutlich um einen Stier handelt.

2 (XIII, 17). AIKA oben. Rind nach r. stehend, den tief gesenkten Kopf zurück- wendend, um sich den vorgestreckten r. Hinterfuß zu lecken. Punktierte Boden- linie. Pkr.

Rs. wie I, aber mit breitem Balkenkreuz und die vier Felder regelmäßiger.

Tetrobolon: 2,65 g. Paris; Bompois, Num. chron. 1874,273, i. Während auf No. i und 3 das Rind anscheinend sich am Kopfe kratzen will, wie ganz deutlich auf No. 5, sucht es auf No. 2 und 4 sich den Hinterfuß zu lecken, was noch klarer zum .Ausdruck gebracht ist z.B. auf dem eretrischen Tetradrachmon des British Museum (Head guide', Taf. XIV, 39).

58 DIKAIA

3 (XIII, 18). Rind nach r. wie bei i, aber das 1. Vorderbein erhoben. Punktierte Bodenlinie. Pkr.

Rs. Vier dreieckige Einschläge in Windmühlenflügelform gestellt (infolge \'on Stempelabnutzung zum Teil unkenntlich).

Tetrobolon: 2,58 g. Kopenhagen. Der Vs. -Typus dieser Tetrobolen (No. i 3) ist von der Mutterstadt Eretria her entlehnt, die um 5 1 1 vor Chr. mit ihm zu prägen beginnt. Nicht viel später dürfte auch Dikaia zu münzen angefangen haben, und zwar bemerkenswerter Weise mit dem zu dieser Zeit in Makedonien noch üblichen bild- losen Quadratum incusum auf der Rs. Die sodann folgenden Tetradrachmen (No. 4. 3) übernehmen auch für die Rs. das Prägbild Eretrias, die Krake (Octopiis vulgaris), unterscheiden sich also von den eretrischen nur durch den Stil und das fehlende 3, an dessen Stelle auf der Vs. von No. 5 lA tritt, d. h. die beiden Anfangsbuchstaben von i^ixctto-oXiTüJv (s. unten zu No. 11) in rückläufiger Schreibung.

4 (XIII, 24). Rind nach r. stehend, den gesenkten Kopf zurückwendend, um sich den weit vorgestreckten r. Hinterfuß zu lecken; im Feld oben Schwalbe nach r., im. Abschnitt ein achtstrahliger Stern. Punktierte Bodenlinie. Pkr.

Rs. Krake in vertieftem Quadrat.

Tetradrachmon : 17,27 g. Boston (Warron 508), mit Doppelschlag auf der Ws.

5 (XIII, 27). Rind nach 1. stehend, den tief gesenkten Kopf zurückwendend, um ihn mit dem weit vorgestreckten 1. Hinterfuß zu kratzen; das r. Vorderbein steif erhoben; im Feld: oben Schwalbe nach 1., unten lA r. neben einer Punktrosette (mit scheinbarem, wohl nicht beabsichtigten Kreuz darin). Punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste. Pkr.

Rs. wie 4, aber von anderer Zeichnung.

Tetradrachmon: 17,15 g. Berlin (Imhoof) ; Imhoof-Blumer griech. Mzn. 7, 6, I, 9. Den kleinen Vogel auf der Vs. von No. 4. 5 erklärt Greenwell, Num. chron. 1890, 31 als Seeschwalbe {Sterna hirundo) und deutet (wenig plausibel) das Rind als lo unter Hinweis auf Strab. X, i, 3, wonach lo, »whose Wanderings were, to a great extent, by sea«, auf Euböa, dem Mutterland Dikaias, den Epaphos geboren habe. Blanchet (Revue beige 1895, 165 fg. = etudes de nuraism. 2, 77 fg.) stellt den Vogel mit Recht in Parallele zu dem Star der Münzen von Mende (z. B. Taf. XV, 11. 20).

6 (XIII, 21). Hahn nach r., den 1. Fuß hebend.

Rs. 1^' . in den Feldern eines viergeteilten vertieften Quadrats.

Trihemiübolion: 0,69g (beschädigt). Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer nionn, gr. 72, 48a.

7 (XIII, 19). Hahn nach r., vor ihm Volute, im Feld oben ein Rundschild mit sechzehnstrahligem Stern verziert. Pkr.

Rs. Krake in vertieftem Quadrat.

Tetrobolon: 2.36g. London; Wroth, Num. chron. 1S93, i, i, I, I. Die schräg nach r. emporsteigende Volute findet sich in genau derselben Weise auf dem nicht lokalisier- baren Diobolon Taf. XXVI, 31 (unten S. 135, No. 12). Das Beizeichen über dem Hahn kelirt ähnlich auf einem Dekadrachmon der Derronen wieder (oben S. 56, No. 4). Es wird wie von Wroth so auch von Babelon (traite 2, i, 1591), Svoronos (Journ. intern. 19, 18) und Regling (Zeitschr. f. Num. 34, 26 fg., Anm. 2; die ant. Mze. als Kunstwerk 12, zu No. 103) als Darstellung der Sonne gedeutet, was O. Bernhard, Revue suisse de num. 25, 246, Anm. 3 mit Recht ablehnt.

Ohne nähere Begründung wird No. 7 von Svoronos dem thrakischen Dikaia zugeteilt (Journ. intern. 19, 229, XVII, 34), desgleichen die folgende No. 8. Über die beiden Städte dieses Namens und ihre Münzen vgl. Six, Num. chron. 1S75, 97 fg. und Imhoof-Blumer monn. gr. 71 fg.

DIKAIA 59

8 (XIII, 20). A|:KA!| i. oben, r. und unten. Hahn nach r., den 1. Fuß hebend. Rs. Kammmuschel in vertieftem Quadrat.

Trihemiobolion ; o,8i g. Athen (Soutzo 2Zo): Svoronos, Journ. intern. 7, 355, 50, X, 19.

9 (XIII, 25). Al'K oben und r., A unten. Junger Stier nach r. stehend auf Boden- linie. Pkr.

Rs. Krake in vertieftem Quadrat.

Trihemiobolion: o,So g (beschädigt). Berlin (ImhooJ); Imhoof-Blumer monn. gr. 72, 52, Taf . C,

16 Vs.

10 (XIII, 26). AI oben. \'orderteil eines nach r. galoppierenden Rindes. Pkr. Rs. Krake in vertieftem Quadrat.

Hemiobolion: 0,34 g. Berlin (Imhoof) ; Imhoof-Blumer monn. gr. 73, 53, Taf. C, 17.

B. Kupfer.

(Erste Hälfte des H'. Jahrhunderts vor Chr.).

11 (XIII, 22). Kopf einer Nymphe nach r. mit Schilfkranz im Haar, das hinten bauschig hochgenommen ist, traubenförmigem Ohrgehänge und Halsband.

Rs. AlKAI onoA oben und r. (in geraden Zeilen). Stier nach r. Stehend, das 1. Vorder- und Hinterbein vorgesetzt; um die Hörner eine Binde, die mrt einem Ende den Hals entlang herabhängt, drei Knoten aufweist und dreiteihg ausläuft. Boden- linie. Feld rundlich leicht vertieft.

K 16. München (Cousinery) ; Se.stini lettere 5 (1794), 22 = lettere 5 (1821), 13, I, 34. Der Kopf auf der Vs. ist nicht mit Kornblättern, sondern mit Schilf bekränzt, also von Imhoof-Blumer, der anfangs an Köre dachte (monn. gr. 73, 55), wohl zutreffend als Nymphe gedeutet (Journ. intern. II, 56, 150). Die geknotete Wollbinde (3T£tji[j.a) des Stieres auf der Rs., bisher nicht leicht erkennbar und deshalb immer übersehen, wird gesichert durch das inzwischen aufgetauchte Exemplar der ehem. Slg. Rhousopoulos (Kat. Hirsch 13, 863, dort nicht bemerkt). Sie findet sich in genau übereinstimmen- der Form an dem Stierkopf der Münzen von Phokis und von Polyrhenion (B. M. C. Central Greece, Taf. HI, 21 25 sowie Crete etc., Taf. XVI, 11— 15). Wie den zum Opfer bestimmten Stieren das 3TE(i(ia angelegt wird, illustriert die mehrfach abgebildete rotfigurige Amphora des British Museum: Cat. of vases 3 (Smith), S. 209, E 284; vgl. auch das »Siegesopfer« auf der rotfigurigen attischen Vase in München: Furtwängler u. Reichhold i, Taf. 19.

Die Aufschrift Ai-/.aioroX(iTtöv) steht im Einklang mit den athenischen Tributlisten (vgl. Six, Num. chron. 1875, 98), aus denen hervorgeht, daß die Bürger von Aizara sich Aizato-oÄiiat nannten, mithin der bisweilen (Imhoof-Blumer, Journ. intern. 11, 56; Regung, Zeitschr. f. Num. 34, S. 12, Anm. I und S. 26 fg., Anm. 2; die ant. Münze als Kunstwerk S. 125. 127. 139) der Stadt beigelegte Name Dikaiopolis keine Berechtigung hat.

12 (XIII, 23). Ebenso wie ii, aber mit Pkr.

Rs. AlKAlop oben, oAITflN im Abschnitt. Stoßender Stier nach 1. auf Boden- linie. Feld rundlich leicht vertieft.

K i6. Berlin (Löbbecke). Auf dem Exemplar in Klagenfurt steht nicht AIAOP, wie Imhoof-Blumer meinte (Num. Zeitschr. i6, 241, 20), sondern, was jetzt obige No. 12 mit Sicherheit festzustellen ermöglicht, AlKAlOP (der Abschnitt nicht auf dem Schrötling). Der stoßende Stier (aber nach r.) kehrt als Rs. -Typus in Aineia und der Bottike wieder, vgl. Taf. VI, 3. 4 und Taf. XII, 23; XX, 28: Gepräge, denen No. 12 auch zeitlich nahesteht.

60 COLONIE DIUM

Colonie DIUM

im südlichen Teil der Landschaft Pieria am Flusse Baphyras unweit seiner Mündung in den thermäischen Golf, römische Colonie seit dem Jahre 30 vor Chr. >).

Prägezeit: Augustus bis Gallienus.

1 (XIII. ;M). COL DIENSIS (I. oben beginnend und 1. unten endend). Pflug nachr. Pkr. Ks. DIANA BAPHYR. . (r. oben beginnend). Diana mit Stiefeln, kurzem Chiton und flatternder Chlamys nach r. eilend, in der L. den Bogen, dem sie mit der R., ihn spannend, einen Pfeil auflegt, die r. Schulter überragt von dem am Rücken hängenden Köcher; als Bodenlinie ein nach r. liegendes ve.xillum mit bogig empor- flatternder Tänie. Pkr.

K 15/14. London; Kat. 71, 2; Zeitschr. f. Niim. 36 {1926), 127, 13, i, X, 13. Mit ihrem Vs. -Typus und dem als Bodenlinie dienenden ve.xillum der Ks. (vgl. oben S. 52, zu No. i) weist diese Münze auf die Gründung der Colonie hin und hat vermutlich die dortige Prägung ein- geleitet. Die auf der Rs. dargestellte Diana wird durch den ausgesprochen lokalen Charakter ihrer Epiklesis (nach dem Flusse Baphyras) als genius coloniae gekennzeichnet.

2 (XIII, 28). Badediener {\w:p',y6o; oder napotx'jxr,;) in kurzem, gegürtetem Chiton nach r. stehend auf Bodenlinie, in der gesenkten R. Kanne (-pö/oo?), auf der vorgestreckten L. ein zusammengefaltetes Handtuch (■/t<.fjty.aa-;s.w oder ysipoixs/.Tpov) ; zu Seiten der Unterschenkel D ; D Pkr.

Rs. P. BAEBI[VS II V]IR QVINQ (i oben beginnend). Geriefeltes Waschbecken {lvjTf,p oder Äoo-r^piov) mit hohem, gleichfalls geriefeltem Fuß (ÜTTos-a-ri? oder Gtu63t«tov). Pkr.

K 19 (Rand zugeschärft). Berlin (Imhoof) ; Imhoof-Blumer monn. gr. Sy, 107 b [Münsterberg

Beamtennamen S. 30] unter Pella; Zeitschr. f. Num. 36, 130, 16. Denselben Beamten nennt die Rs. eines größeren Nominals (K 24), dessen Vs. den rechtshin gewendeten Kopf des .\ugustus zeigt (Zeitschr. f. Num. 36, 128, 15). Die Typen von Xo. 2 und der folgenden Emission Xo. 3 weisen auf die von den duoviri quinquennales veranstalteten ludi hin.

3 (XIII, 31). C BAEBIjVS P F (1. in der Mitte beginnend und von außen zu lesen). Wasch- becken wie auf der Rs. von 2, aber vom oberen Rand perspektivisch auch der hintere Teil dargestellt : im Vvk\ oben D D Pkr.

Rs. L RVSTICELIVS BA STERNA (l. in der Mitte beginnend und von außen zu lesen). Ein- henkelige, geriefelte Kanne nach r. zwischen zwei nach außen gekehrten Strie- geln (Griff unten). Pkr.

K 15 (Rand zugeschärft). Berlin; Kat. 76, i; Zeitschr. f. Num. 36, 133, 20, i. Ein größeres Nominal mit Kaiserkopf auf der Vs. (Zeitschr. f. Num. 36, 132. 17. 18) ergibt, daß diese beiden Beamten der ersten Zeit des Tiberius angehören und als duoviri quinquennales fungierten, ihr Titel also nur aus Raummangel auf No. 3 fortgeblieben ist. C. Baebius P. f. dürfte ein Sohn des P. Baebius von Xo. 2 gewesen sein.

4 (XIII, 29). PIETAS unten. Bekleidetes Brustbild der Pietas nach r. mit Diadem und Schleier. Pkr.

') Über das Gründung.sjahr vgl. Zeitschr. f. Num. 36, 128. Anm. i. Auf S. 125 fg. derselben Arbeit ist für alle Einzelheiten der Gepräge i 5 (= dort No. 13. 16. 20. 26. 25) zu verweisen.

COLONIE DIUM ßl

Rs. L-RVSTIjCEÜVS [ CORDVS | II -VIR I QVINQ | D D in sechs Zeilen. Pkr.

K 24 (Rand zugeschärft). Haag: Zfitsclir. f. Xum, 36, 135, j6, 3, X, 17 Vs.

5 (XIII, 30 Vs.). PIETAS [ AVGVSTA (i unten beginnend). Bekleidetes Brustbild der Pietas nach r. mit palmettengeschmücktem Diadem und kleinem Haarknoten. Pkr. [Rs. wie 4.]

K 25 (Rand zugeschärft). Im Handel (1S81); Zeitschr. f. Xum. 36, 134, 25, 6, X, 16 Vs. Das Amtsjahr des auf Xo. 4 und 5 genannten duovir quinquennalis fällt in die spätere Zeit des Tiberius,

wie Parallelemissionen beweisen, deren Vs, das .\ltersporträt des Kaisers zeigt (a. a. O . S. 134, 21 24).

Die beiden Pietas-Brustbilder, deren ersteres in Patrae mit der Beischrift INDVLGENTIAE AVG- wiederkehrt (z. B. Corolla numism., 1906, S. 102, 10, IV, 3), sind genaue Kopien reichsrömischer Dupondii aus dem Jahre 22/23 nach Chr. (Cohen: i, 170, i bzw. 171. 4) \ind als idealisierte Porträts der Livia aufzufassen.

6 (XIII,32 Rs.). [Tl- CAESAR -DIVI AV|G F AVGVST]VS Kopf des Tiberius nach r. Pkr.]

Rs. CÖLONIA IVL j DIENSIS ] D D (im Abschnitt endend). Livia mit Schleier nach r. sitzend auf einem Thron ohne Lehne, in der vorgestreckten R. Schale, mit der L. das Scepter aufstützend, unter den Füßen Schemel. Bodenlinie.

K 21. London; Kat. 71, 3. Die Figur der Rs. i.st kopiert nach dem .\s des Tiberius Cohen^ i, 191, 17. 18 = B. M. C. Rom. Emp. I, 128, 65 69, Taf. 23, 14.

7 (XIII, 33 Rs.). [IMP C M ANT G0RDIANV2 (so). Brustbild des Gordianus III. nach r. mit Strahlenkrone, Panzer und Mantel. Pkr.]

Rs. COL IjVIL I DIEN|SIS (im .\bschnitt endend). Tempelfront mit zwei Säulen und im Giebel Schale; im Innern Asklepios mit nacktem Oberkörper nach r. stehend, die R. auf der Hüfte, die L. an dem in die Achsel gestützten Schlangen- stab; in Schulterhöhe Di D die Figur flankierend. Pkr.

K 25. Venedig, Museo Correr (vorher in der Slg. der Marciana).

8 (XIII, 35 Rs.). [IMP GALLIENVS AVG Brustbild des Gallienus mit Strahlen- krone und Mantel rechtshin (Brust nach vorn). Pkr.]

Rs. COL iVjL DIENSIS Zeus mit nacktem Oberkörper linkshin sitzend auf einem Thron ohne Lehne und ihm gegenüber Athena mit zurückgesetztem r. Bein nach r. stehend; beide halten in der vorgestreckten R. eine Schale und stützen mit der hoch erhobenen L. das Scepter bzw. die Lanze (Spitze abwärts) auf; im Abschnitt D D Bodenlinie. Pkr.

K 22. Berlin (Lübbecke).

9 (XIII, 36 Rs.). [IMP GALLIENVS AV Brustbild des Gallienus nach r. mit Strahlenkrone, Panzer und Mantel. Pkr.]

Rs. COL IVL D lENSIS Athena mit bebuschtem attischen Helm nach 1. stehend, in der vorgestreckten R. eine Schale, die L. hoch am aufgestützten Speer (Spitze abwärts) ; am Boden 1. und r. je eine linkshin aufgerichtete Schlange; im Feld D j D Bodenlinie. Pkr.

K 22. Wien (Tiepolo) ; Mus. Theup. i (1736), 766 [Mionnet Suppl. 3, 67, 426]. Die Figur der Rs. ist im Mus. Theup. fälschlich als »lupiter« bezeichnet, was Mionnet übernommen hat.

62 EDESSA

EDESSA

hieß später die älteste makedonisclie Königsresidenz Aigai (s. ti) in der Emathia.

Prägezeit: Augustus bis Gallienus.

1 (XIV, 1 Rs.). iAVTOKPATnP AAPIANOC KAICAP l^.rustbild des Hadrianus mit Lorbeerkranz, Panzer und Mantel rechtsliin (Brust nach vorn). Pkr.]

Rs. €A€C CAI flN (im .Abschnitt beginnend). Behelmte Roma in kurzem Chiton und Stiefeln nach 1. sitzend auf einem Panzer, an den ein Schild gelehnt ist, auf der vorgestreckten R. die linkshin gewendete Nike, die L. am Griff des umgegürteten Parazoniums; sie wird bekränzt von der linkshin stehenden Stadtgöttin, unter deren leicht geöffnet herabhängender L. eine Ziege nach 1. steht; die Stadtgöttin trägt Mauerkrone ( ?), langen gegürteten Chiton und Chlamys, von der ein Zipfel über die 1. Schulter nach hinten fällt. Bodenlinie. Pkr.

K 27 (beiderseits retouchiert). Paris; Mionnet i, 475, 191 u. genauer Suppl. 3, 70, 439.

2 (XIV, 4 Rs.). [AVTOKPATHP AAPIANOC KAICAP Kopf des Hadrianus nach r. mit Lorbeerkranz und etwas Gewand. Pkr.]

Rs. €A€C CAinN Die Stadtgöttin nach 1. stehend mit Mauerkrone ( ?), langem gegürteten Ärmelchiton und Chlamys, von der ein Zipfel über den 1. Oberarm nach hinten herabhängt, die L. hoch am aufgestützten Scepter, auf der vorge- streckten R. eine langgewandet nach 1. stehende Göttin, die in der gesenkten L. eine Wasserrose (? ) hält; 1. am Boden Ziege rechtshin mit eingeknicktem r. Vorderbein. Bodenlinie. Pkr.

K 22. Berlin (Imhoof, aus Slg. Allier de Hauteroche) ; Mionnet Suppl. 3,70,438. Mit diesem Stück hat v. Sallet, der es nur aus Dumersan's Kat. Allier 31, IV, 17 kannte, das Berliner Exemplar Kat. 2, 80, 6 zu Unrecht identifiziert. Ob die Stadtgöttin auf No. i und 2 wirklich eine Mauerkrone trägt, bleibt angesichts der ungewöhnlichen Form zweifelhaft.

3 (XIV, 5 Rs.). [AV K A n€P CCVhPoC Brustbild des Scptimius Severus nach r. mit Lorbeerkranz, Panzer und Mantel. Pkr.]

Rs. A €C CAI ON (i. oben beginnend). Viersäulige Tempelf ron t mit Kuppelbogen und Giebel; darin Dionysos mit Stiefeln, kurzem Chiton und Chlamys, von der ein Zipfel über den 1. Oberarm nach hinten fällt, linkshin stehend, in der vorge- streckten R. Schale, die L. hoch am aufgestützten Thyrsos; am Boden 1. Panther nach 1. sitzend mit zurückgewendetem Kopf und erhobenem 1. \'orderbein, r. ein schlangenumwundener Altar. Pkr.

K 27. Berlin (Imhoof).

4 (XIV,2 Rs). [-AV-K-M-AVP- ANTflNINOC Brustbild des Elagabalus nach r. mit Lorbeerkranz, Panzer und Mantel. Pkr.]

Ks. €A€CCAinN (i. in der Mitte beginnend). Behelmte Roma in Stiefeln, kurzem Chiton und um den Unterkörper gelegter Chlamys nach 1. auf einem Panzer sitzend, auf der vorgestreckten R. die linkshin gewendete Nike, die L. am Griff des umge- gürteten Parazoniums; sie wird bekränzt von der Stadtgöttin, die, mit langem gegürteten Ärmelchiton und Chlamvs hnkshin stehend, im 1. Arm ein Scepter

EDESSA HERAKLEIA SINTIKE ICHNAI 63

hält; ganz links am Boden Vorderteil einer linkshin stehenden Ziege. Boden- linie. Pkr.

K 25. Paris; Mionnct 1,475, i')-l i'- Sfiaiicr S\i])])l. 3,75, 451.

5 (XIV,3 Rs.). [AV|K MAP AV •] ANTflNINOC Brustlnld des Elagabaliis nach r. mit Lorbeerkranz und Mantel. Pkr.]

Rs. €A€C|C€|flN (im Abschnitt beginnend und oben endend). Roma wie bei 4, aber an

den Panzer ein Schild gelehnt und die kleine Nike nach r. gewendet; die Stadt- göttin wie bei 4, aber mit Kalathos und im 1. Arm Füllhorn, die R. (mit Kranz) nur bis zu Schulterhöhe erhoben ; ganz rechts am Boden \'orderteil einer rechtshin stehenden Ziege. Bodenlinie. Pkr.

K 25. Berlin (Imhoof).

Ein Oktadrachmon der EDONEN ist unten S. 144 als No.- 1 (Getas) beschrieben, die angeblich in EION geprägten Münzen S. 139 fg. als No. 33 41 der Un- bestimmten.

HERAKLEIA SINTIKE

war Hauptort der westlich vom Strymon zwischen diesem und dem Bisaltengebiet ansässig gewesenen Umzi-a.

I (XIV, 6). [HPJAKAEWTWN (von innen zu lesen) um einen verzierten makedonischen Rundschild, den ein Pkr. umschließt. Rs. ETTI [;T[P|YJM0NI (von innen zu lesen) um eine Keule. Pkr.

K 14. Kopenhagen; Irahoof-Blumer monn. gr. 77, 72. Die Rs. -Schrift ist vervollständigt nach der stempelgleichen Rs. des Berliner Exemplars (Kat. 90, i). Wählend Friedlaender (Zeit.schr. f. Num. 6, 237) diese Emission »nach der Theilung Macedoniens«, also in republikanischer Zeit entstanden glaubte und Head (hist. num.^ 244) der Ansicht war. daß sie »probably to Trajan's time« angehöre (ersteres zweifellos zu früh, letzteres zu spät), sprach Imhoof- Blumer sie der »epoque imperiale« zu, was vielleicht noch dahin einzuschränken ist, daß es sich wohl um die Zeit des Augustus oder allenfalls das erste Jahrhundert nach Chr. handelt. Über irrige Zuteilungen an dieses Herakleia vgl. Friedlaender a. a. O., S. 23S.

ICHNAI

war die Hauptstadt der östlich vom Echinos-See den Edonen benachbart ansässig

gewesenen Ichnaier (Svoronos, Journ. intern. 19, 40 fg.).

A. Silber phönikischer Währung.

(Um 500 vor Chr.).

I (XIV, 7). l+yViAII . . r. (abwärts, von innen zu lesen). Bärtiger Mann mit langem punk- tiertem Haar, flachem breitkrempigem Hut und kurzem Ärmelchiton linkshin

64

ausschreitend (Brust nach vorn) zwischen zwei nach 1. gewendeten Stieren, von denen der vordere den Kopf senkt, der hintere ihn emporwirft. Jedes Tier hat um den Hals eine Perlenschnur (Kette?); an dieser packt der Mann den hin- teren Stier mit der R. und legt die L. auf den Rücken des vorderen, zugleich einen Treibstab schräg abwärts unter dem 1. Arm haltend. Punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste. Pkr.

Rs. Vertieftes Quadrat, darin ein Rad mit zwei sich kreuzenden Speichen, die mit je einer kleinen Verstärkung am Radkranz befestigt sind.

Oktadrachmon: 27,85 g. Boston (Warren 570); Svoronos, Journ. intern. 19 {1919), 42, i.

2 (1,20). Nackter bärtiger Mann mit langem punktiertem Haar und flachem breitkrempigem Hut rechtshin schreitend (Brust fast von vorn) zwischen zwei nach r. gewendeten Stieren, von denen der vordere den Kopf leicht senkt, der hintere ihn emporwirft. Der Mann legt seine R. nachdrückend auf die Kruppe des vorderen Tieres und faßt mit der vorgestreckten L. das andere am Hals. Punktierte Boden- linie zwischen zwei glatten. Pkr.

Rs. wie I.

Oktadrachmon: 28,90 g. Paris; Babelon melanges num. 3 (1900), 210, 4, V, 3. Das Stück hat durch Retouchieren gelitten. Moderne Zutat sind z. B. das Halsband und die gespreizten Finger der r. Hand des Mannes, während umgekehrt die Aufschrift bis auf vereinzelte entstellte Buch- stabenreste vernichtet ist. Stark nachgeschnitten sind auch die Falten der Wamme an den Stieren, wobei ihr Perlenhalsband, das wir auf dem unberührten Exemplar der Slg. Jameson (Kat. 946, XLVIII, 946; Svoronos, Journ. intern. 19, 43, 2, IV, 5) sowie auf No. i sehen, zum Opfer fiel.

3 (XXVII, 30). ... A ... 1., oben, r. Ebcnso wie 2, aber die Brust des Mannes ganz nach vorn gedreht und sein r. Bein nicht zurück-, sondern leicht vorgesetzt; der Kopf des vorderen Stieres tiefer gesenkt.

Rs. wie I.

Oktadrachmon: 29,20 g. Brüssel; L. de Hirsch, Annuaire de num. S (18S4), 34, 4, I, 4. Auf der Rs. dieses Stückes sind Reste eines älteren Gepräges sichtbar. Sie genügen zu der Feststellung, daß ein Oktadrachmon des Edonenkönigs Getas mit der Umschrift [HETA B]AS;iA[EnS H]AO/\/A[/^] ähnlich London Kat. 144, i zugrunde liegt. Damit wird hinfällig, was Svoronos, der (ebenso wie Babelon traite 2, i, 1460 und 2, 4, Sp. 789 fg.) nicht erkannte, daß es sich um Überprägung handelt, über den vermeintlichen Ichnaierkönig [Ph]anod[emos] schreibt; Journ. intern. 19 (1919). S. 46, 3 und S. 49. Über den Vs. -Typus von No. i 3 vgl. unten S. 92, nach No. iS.

4 (XIV, 13). Stier linkshin knieend mit aufgesetztem r. Vorderfuß und zurück- gewendetem Kopfe; im Feld oben r. ein Delphin linkshin. Punktierte Bodenlinie und darunter eine glatte. Pkr.

Rs. Vertieftes Quadrat, darin ein Rad mit zwei sich kreuzenden Speichen. Oktobolon: 4,12 g. Cambridge (Leake); Imhoof-Bliimer monn. gr. 102, 149.

5 (XrV, 14). Stier wie bei 4; im Feld oben r. ein Delphin rechtshin. Punktierte Bodenhnie. Pkr.

Rs. wie 4.

Diobolon: 0,99 g. Berlin; Kat. 176, 88; Imhoof-Blumer monn. gr. 102, 150.

6 (XIV, 11). Stier wie bei 4, aber der zurückgewendete Kopf erhoben; im Feld oben r. eine Akanthosblüte. Punktierte Bodenlinie. Pkr.

ICHNAI 65

Rs. wie 4.

Diobolon: 0,67g. Paris; Mionnet 6,630, 123. Das Stück ist untergewichtig: die acht anderen bekannten Exemplare wiegen: 1,17 (Kat. Naville 5, 1297) I, 10 (London; The Weber coli. 1S71) 1,10 {Kat. Egger 39, 236) 0,95 (Kat. Warren 612) 0,92 (ehem. Slg. Six) 0,89 (London; The Weber coli. 1S73) ~ o,S6 (Berlin, vorher Imhoof) °.73 (gelocht; Berlin, vorher Imhoof).

7 (XIV, 15). Stier rechtshin knieend mit aufgesetztem 1. Vorderfuß und zurück- gewendetem Kopfe; im Feld oben 1. ein Delphin rechtshin. Punktierte Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 4.

Diobolon: 0,84 g. London; Forrer the Weber coli. 2 {1924), 1872, LXXII, 1S72.

8 (XIV, 10). Stier wie bei 7, aber der zurückgewendete Kopf erhoben; über dem , Rücken, unter dem Leibe und in der Krümmung des 1. Vorderbeins je eine Kugel.

Punktierte Bodenlinie. Anscheinend ohne Pkr. Rs. wie 4.

Diobolon : 0,93 g. Kopenhagen.

9 (XIV, 9). Stier nach r. knieend mit aufgesetztem 1. Vorderfuß und erhobenem Kopfe; im Feld r. eine Akanthosblüte rechtshin. Punktierte Bodenhnie. Pkr. Rs. Vertieftes Quadrat, darin ein Rad mit einer Längsspeiche und zwei sie fast recht winkehg schneidenden dünneren Querspeichen.

Diobolon: 1,00 g (gelocht). Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer monn.gr. 101,148.

B. Silber sog. babylonischer ') Währung.

(.\nfang des V. Jahrhunderts vor Chr.). IG (XIV, 12). V^O|A[V^J^+l (rückläufig r. in der Mitte beginnend und von innen zu lesen). Spitz-

bärtiger Krieger mit langem Busch am attischen Helm, kurzem gegürtetem Panzer und Beinschienen linkshin, ein sich bäumendes Pferd mit beiden Händen am Zügel niederhaltend. Punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste. Pkr. Rs. Vertieftes Quadrat, darin ein Rad mit zwei sich kreuzenden Speichen, die, nach den Enden zu sich verjüngend, mit je einer kugelförmigen ^'erdickung am Radkranz befestigt sind.

Stater (Didrachmon) : 9,20 g (gelocht). London; Kat. 76, i; Svoronos, Journ. intern. 19, 43, 4.

II (XIV, 8). WflljA^+l (rückläufig r. oben beginnend und von außen zu lesen). Krieger mit

Pferd wie bei 10, aber rechtshin ; im Feld oben r. und unter dem r. Vorderbein des Pferdes je eine Kugel. Punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste. Pkr. Rs. Vertieftes Quadrat, darin ein Rad mit einer Längsspeiche, die mit je einer kleinen Verstärkung am Radkranz befestigt ist, und zwei dünneren, konvex nach innen gebogenen Ouerspeichen.

Stater: 9,48g. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer monn. gr. -78, 74, Taf. C, 18; Babelon traite 2. I, 1553. XLIX, 12; Svoronos, Journ. intern. 19, 43, 5, a, IV, 13. Zu dem Vs.-Tj-pus vgl. unten S. 91, No. 15 und S. 92, nach No. 18.

') Vgl. Regling in v. Schrötter's ^^orterbuch der Münzkunde (1930) 52 fg. Die antiken Münzen Nord-Griechenlands 1I-. 2. 5

66 ICHNAI KAPSA

Als eine Parallelprägung zu A ist hier anzuschließen:

12 (1,22). AIT|A 1. und oben. Nackter Mann mit flachem breitkrempigem Hut rechts- hin stehend (Brust nach vorn) zwischen zwei nach r. gewendeten Stieren; er legt seine R. übergreifend an den r. Hinterschenkel des vorderen Tieres und faßt mit der vorgestreckten L. den Hals des anderen, das den Kopf emporwirft; vor den Vorderfüßen das Vorderteil eines rechtshin laufenden Hundes. Punktierte Boden- linie und darunter eine glatte. Pkr.

Rs. Vertieftes Quadrat (nur schwach erkennbar), darin ein Rad mit zwei sich kreuzenden Speichen, die mit je einer Verstärkung am Radkranz befestigt sind.

Phönikisches Oktadrachmon: 28,49 g. Berlin; Babelon traite 2, 4, 1236, CCCXXVII, 7. Auf der Rs. sind Reste eines älteren Gepräges sichtbar, das sich als die Vs. eines ichnaiischen Stückes von der Art des oben als No. i beschriebenen feststellen läßt. Mit der gleichen Vs. -Aufschrift gibt es auch Diobolen phönikischen Fußes, die in den Typen mit No. 8 übereinstimmen und stilistisch der ganzen Teilstückreihe No. 4 9 überaus nahe stehen (Svoronos, Journ. intern. 19, Taf. IV, 17. 18). Es kann nach alledem wohl nicht zweifelhaft sein, daß mit Svoronos (a. a. O., S. 45) in der Aufschrift AITA der Name eines sonst unbekannten Dynasten der Ichnaier zu sehen ist, der möglicherweise Litas gelautet hat nach Analogie des Getas bei den benachbarten Edonen (unten S. 144).

KAPSA

(oder Kampsa) in der Chalkidike am thermäischen Golf in nördlicher Nähe von Mende auf der Halbinsel Pallene, wohl identisch mit dem Skapsa der athenischen Tribut- listen.

Silber enböischer Währung.

I (XV, 14). Ithyphallischer Esel nach r. schreitend, das 1. Vorder- und Hinterbein vorgesetzt (Paßgang) ; im Feld oben Kylix. Bodenlinie. Pkr. Rs. KjA in den beiden unteren der vier vertieften, windmühlenflügelartig ange- ordneten Dreiecke des Quadrat um incusum.

Tetrobolon: 2,83 g. Paris; Mionnet (>, (>2g. 116, XXXVIII, 2 = Suppl. 3, 59, 3S3. Die von Imhooi-Blumer (monn. gr. 69, zu No. 36) vorgeschlagene Zuteilung dieser Münze an Kapsa findet eine weitere Stütze in der engen Verbindung, die sich jetzt zwischen ihr und Mendc feststellen läßt. Ihr Rs. -Stempel nämlich, des.sen zunehmende Abnutzung die vorliegenden acht Exemplare offenbaren, ist in stark verbrauchtem Zustande noch verwendet worden bei Herstellung der mendäi- schen Emission No. 9. So entstanden die drei dort zu No. 9 erwähnten Exemplare: i Berlin (Imhoof, vorher Dr. Weber); Num. chron. 1898, Taf. XVI, i; Forrer the Weber coli. 2, 1923; 2 Paris; Miomiet I, 477, 203, abgeb. Suppl. 3, Taf. VII, 2; Babelon trait<5 2, i, leiS"''«, Taf. LI, 17; 3 Kat. Naville i (Slg. Pozzi), Taf. XXV, 775, bei denen das KA entweder bisher übersehen worden ist (i. 3, vgl. Regling, Zeitschr. f. Num. 34, 15) oder, weil es sich im Stempel fast bis zur Unkenntlichkeit verstopft hatte, kaum bemerkt werden konnte (2). Ohne Zweifel war diese Benutzung des KA-Stempels eine rein zu- fällige und geschah nicht etwa in der Absicht einer Gemeinschaftsprägung von Mende und der Nachbar- stadt Kapsa. Wir lernen daraus nur, daß Kapsa, als es die Prägung eigener Tetrobolen beschlossen hatte, diese im benachbarten Mende anfertigen ließ, und gewinnen zugleich ein entscheidendes Argu- ment gegen die schon von Babelon (traite 2, i, Sp. 1144) mit Recht abgelehnte Annahme v. Sallet's. die Stadt Mende möge »in alter Zeit wohl einmal den Namen der Südspitze von der Halbinsel Pallene,

KAPSA LETE g?

auf welcher sie liegt, geführt haben oder doch einen dem ähnlichen, welcher sie als Hauptstadt der Bewohner des Kanastraeischen Vorgebirges bezeichnet« (Zeitschr. f. Num. 12, 359). Denn das obige Tetrobolon von Kapsa ist, wie v. Sallet richtig fühlt, um 480 vor Chr. entstanden, zu einer Zeit also, für die der Name »Mende« durch die Emissionen No. 5. 7. 9. u bereits gesichert ist. Vgl. auch die Bemerkung unten S. 74, zu No. 9.

Die zwei aus Slg. Rhousopoulos (Kat. Hirsch 13, 1628. 1629; Anson num. Graeca 3, 54, 561. 562) stammenden Silbermünzen in Cambridge, die Grose (the McClean coli. 2, 7312. 7313, Taf. 248, n. 12) Kapsa zuteilt, sind ihrem Stil nach nicht antik, sondern moderneu Ursprungs.

LETE

in der Landschaft Mygdonia an der Westseite des silberreichen Dysoron- Gebirges nord- - nordwestUch von Therma (Thessalonike), wo das heutige Aivati Hegt ').

Silber sog. babylonischer =) Währung (ca. 530 480 vor Chr.). A. Die Nymphe vor dena Silen flüchtend.

1 (XIV, 16). Nackter ithyphallischer Silen mit langem Spitzbart, Stülpnase und Pferdefüßen nach r. stehend (das 1. Bein weit vorgesetzt, der 1. Arm nicht sichtbar), mit der R. die mit zurückgewandtem Kopf und im Schreck erhobener L. nach r. entfliehende Nymphe am r. Handgelenk festhaltend.

Rs. Diagonal viergeteiltes, sehr tiefes Quadratum incusum mit stark unebenem Grunde.

Stater (Didrachmon) : 9,93 g (dicker Schrötling). Berlin; Kat. 92, 2. Daß die männliche Gestalt nicht »Satyr«, sondern »Silen« zu benennen ist, hat Imhoof-Blumer wie schon monn. gr. 80 fg. so erneut Journ. intern. 11, 120, Anm. i mit Recht betont und auch Svoronos (Journ. intern. 19, 75) gegen Babelon (traite 2, i, Sp. 11 13/4, Anra. 4) aufrechterhalten, desgleichen Regling, Zeitschr. f. Num. 37 (1927), 43.

2 (XIY, 18). Ebenso wie i, aber die Nymphe nicht so lebhaft ausschreitend, sondern steif nach r. stehend.

Rs. wie I.

Halbstater (Drachme): 4,99g. London; Kat. 78, 10.

3 (XIV, 17). Ebenso wie i, aber im Feld 1. und r. je drei Kugeln.

Rs. wie I, aber flacher und außer den beiden (hier sichtbar werdenden) Diago- nalen noch ein durch ihren Schnittpunkt gehender rechtwinkeliger Querbalken. Stater; 9,15 g. London; Kat. 77, 3.

4 (XIV, 19). Ebenso wie 3, aber die Nymphe mit kürzerem Haar.

Rs. wie 3, aber der rechtwinkelige Querbalken nur durch eines der vier Dreiecke reichend.

Stater: 9,95 g. Berlin (Imhoof).

■) Vgl. die dort gefundene Inschrift der Stadt Lete aus dem Jahre 119 vor Chr. (Dittenberger sylloge^ 700). Über die für No. i 25 hinfällig gewordene Zuteilung an diese Stadt s. unten nach No. 21. 2) Vgl. Regling in v. Schrötter's Wörterbuch der Münzkunde (193°). 52 fg-

68 LETE

5 (XIV, 20). Ebenso wie i, aber der Silen die geöffnete R. dem r. Handgelenk der Nymphe nähernd; im Feld vier Kugeln symmetrisch verteilt.

Rs. wie I, aber flacher.

Stater; 10,30 g. Wien.

6 (XIV, 21). Ebenso wie i, aber der Silen in der R. einen Tannenzweig haltend; im Feld sechs Kugeln.

Rs. wie 5 (stempelgleich).

Stater: 9,83 g. Brüssel (de Hirsch); Svoronos, Journ. intern. 19, 80, 7, VII, 6. Die aus demselben V.s. -Stempel wie No. 6 hervorgegangenen Exemplare in Berlin (igoi erworben), Slg. Jameson (Kat. 948) und Kat. Warren 59S ergeben, daß die (niemals vollständig ausgeprägte) Anzahl der Kugeln sechs beträgt, nämlich 2 im Feld 1., 2 in der Mitte (zwischen den Köpfen und zwischen den Oberschenkeln) und 2 im Feld r. Den Zweig in der R. des Silens bezeichnet Jameson als »une palme«, Svoronos als »une brauche de myrte». v. Papen (der Thyrsos, 1905, S. 16) als »Tannenzweig«. Die letztere Deutung, der auch Regling (Kat. Warren 598) zuneigt, dürfte das Richtige treffen.

7 (XIV, 22). Ebenso wie i, aber die Nj'mphe hält den 1. Arm gesenkt; im Feld vier Kugeln symmetrisch verteüt.

Rs. wie 5, aber in einem der unregelmäßigen Dreiecke das \'orderteil eines nach 1. rennenden Ebers mit dem 1. Vorderbein.

stater: 9,10 g. Berlin; Kat. 93, 11 ; Imhoof-Blumer, Journ. intern. 11, 121, 356, VIII, 3 Vs. Der stilistische Fortschritt dieses sorgfältig alle Einzelheiten wiedergebenden Gepräges ladet zu einem Rückblick auf die bisher durchlaufene Entwickelung ein. Dem Künstler ist es nunmehr gelungen, für den Faltenwurf des die Beine der Nymphe umhüllenden Gewandes die gefälligste Form zu finden : feine schräg abwärts verlaufende Wellenlinien. Vorher waren es derbe bogenförmige Rillen (No. 6), die auf No. 5 noch fast waagerecht lagen, während die früheren Versuche, die breite Gewandfläche zu beleben (No. 1.3), mit fast senkrechten Einkerbungen endeten (No. 4). Die den Oberkörper eng umschließende Jacke mit Halbärmeln läuft vorn in einen Latz aus, der sich nach r. verschiebt und auch bei No. r. 3. 5 zu erkennen ist, w-ährend No. 4 und 6 den Oberkörper deutlich unbekleidet zeigen. Das Ohrläppchen der Nymphe bedeckt auf No, 7 der für die ionische Kunst typische kreisrunde Zierrat ; der 1. Arm des Silens bleibt nach wie vor unsichtbar, ebenso fehlt noch der Pferdeschwanz.

B. Die Nymphe dem Silen gegenüberstehend.

8 (XIV, 23 Vs.). Nackter ithyphallischer Silen mit Spitzbart, menschlichen Füßen und langem Pferdeschweif nach r. stehend, die R. erhebend und mit der L. die r. Hand der ihm gegenüberstehenden Nymphe an seinen Phallos führend; die Nymphe ist wie bei No. 7 bekleidet und läßt den 1. Arm mit leicht geöffneter Hand steif herabhängen; zwischen den beiden Figuren oben u. in der Mitte je eine Kugel. [Rs. wie 5.]

stater: 8,15 g. Berlin; Kat. 95, 21; Imhoof-Blumer, Journ. intern. 11, 121, 360, VIII, 7 Vs.

9 (XIV, 24 Vs.). Nackter ithyphallischer Silen mit Spitzbart, Pferdefüßen und langem Pferdeschweif, den er mit der R. nahe der Wurzel umspannt, nach r. stehend und die Handfläche seiner geöffneten L. der ihm gegenüberstehenden Nymphe entgegenstreckend, die, wie bei 7. 8 bekleidet, ihre geöffnete R. erhebt und in der gesenkten L. einen Kranz hält; im Feld in der Mitte Kugel.

[Rs. wie 5, aber die Diagonalen als feine Linien eingezeichnet.]

stater: 9,15g. Leningrad; Imhoof-Blumer. Journ. intern. 11 (190S), 121, 357, VIII, 4 \'s.

LETE 69

10 (XIV, 25 Vs.). Ebenso wie g, aber in der gesenkten L. der Nymphe ein abwärts gerichteter Blütenkelch.

[Rs. wie 9.]

Stater: 9,70g (gelocht). Stuttgart; Imhoof-Blumer monn. gr. So, 77.

11 (XIY, 26 Vs.). Ebenso wie 9, aber der Silen mit der L. den Phallos fassend; die Nymphe ihre R. weniger hoch erhebend und mit der L. ihren Rock vorn lüftend ; im Feld: oben, in der Mitte und r. je eine Kugel.

[Rs. wie 9, aber die Diagonalen etwas dicker.]

stater: 9,37 g. Paris; Svoronos, Journ. intern. 19, 79, 5, VII, 4 Der Gestus der I. Hand der Kymphe ist noch deutlicher auf den E.xemplaren Kat. Warren 596, X\', 596 Vs. (jetzt in Boston) und Kat. Naville i (Slg. Pozzi), 688, XXIII, 088. Die Darstellung liefert den Beweis, daß die Nymphe außer der Jacke ein nach oben nur bis über die Hüften reichendes, unter- Tockartiges Gewand trägt, wie dies schon No. 7 10 primitiv zum .Ausdruck zu bringen versuchen.

12 (XIY, 27 Vs.). Ebenso wie g, aber der Silen seine gepffnete L. dem r. Ellbogen der Nymphe nähernd, die in der erhobenen R. einen Blütenkelch hält.

[Rs. wie 5; 1. neben dem Ouadratum incusum ein kleiner Palmzweig eingraviert.]

stater; 9,27 g. Paris (de Luynes 1523); Imhoof-Blumer, Journ. intern, ii, 121, 359, VIII, 6 Vs. Die stilistische Entwickelung dieser Proben von Gruppe B läßt ihre zeitliche Reihenfolge als No. 8. 12. II. 9. 10 erkennen.

C. Silen und Nymphe laufend.

13 (XIV, 28 Vs.). Nackter ithyphallischer Silen mit Spitzbart, Pferdefüßen und langem Pferdeschweif einer nach r. eilenden und zurückblickenden Nymphe nachlaufend; beide strecken die geöffnete L. vorwärts nach oben, den r. Arm rückwärts nach unten; die Nymphe ist wie bei 7 12 bekleidet.

[Rs. wie II.]

stater: 5,5o(?)g. Turin, Bibliothek (Kg!. Slg); Imhoof-Blumer, Journ. intern. 11, 121, 361. Ob die auf Imhoof-Blumer zurückgehende Gewichtsangabe richtig ist, ließ sich nicht feststellen; zwei andere Exemplare dieser Art wiegen 9,41 bzw. 9,36 g, ersteres in Berlin (Imhoof-Blumer monn. gr. 80, 80), letzteres in Paris (Babelon traite 2, i, 1561, L, 2).

D. Der Silen die Nymphe am Kinn liebkosend.

14 (XIV, 29). Nackter ithyphallischer Silen mit Spitzbart, Pferdeohr und Pferde- füßen nach r. stehend (das 1. Bein weit vorgesetzt), mit der R. die nach r. ent- fliehende Nymphe am r. Handgelenk festhaltend, die geöffnete L. (nur der Unter- arm sichtbar) liebkosend ihrem Kinn genähert; die Nymphe, bekleidet wie bei 7 13, wendet den Kopf zurück und erhebt die geöffnete L. ; im Feld: 1., oben und r. je eine Kugel.

Rs. Diagonal viergeteiltes Ouadratum incusum mit teilweise sichtbarem Linien- kreuz, zwei gegenüberliegende Dreiecke besonders tief.

stater: 9,83 g. Berlin (Imhoof). Bemerkenswert ist, daß Gruppe D zu dem Silen ohne Pferdeschweif zurückkehrt, wie ihn.A einführte. Deutlich wird jetzt regelmäßig das tierische Ohr wiedergegeben, der Phallos dagegen kleiner als bisher und zuweilen ganz fortgelassen (No. 19. 20). Die Nymphe trägt stets den kreisrunden ionischen Ohr- schmuck; ihre Jacke wird fortan nicht nur an den Armen, sondern auch am Hals klar durch einen

70 LETE

schmalen Saum vom Körper abgehoben; die Faltengebung an dem dünnen Rock erscheint fächer- förmig nach unten auseinandergehend und später (No. i6. 17) auch noch durch die treppenartig auf- und absteigende Linie des vorderen Saumes zierlich ausgestaltet.

15 (XIV, 30 Vs.). Ebenso wie 14, aber vom 1. Arm des Silens noch weniger sichtbar, die Nymphe mit einer Stephane und ganz ausnahmsweise durch die dicke, am Latz horizontal gefältelte Jacke sich markierenden Brüsten; von den drei Kugeln nur die im Feld oben auf dem Schrötling.

[Rs. wie 14, aber nur ein Dreieck besonders tief.]

Stater; 9,95 g. Berlin (Löbbecke).

16 (XIV, 31 Vs.). Ebenso wie 14, aber die R. des Silens nicht das Handgelenk der Nymphe umspannend, sondern ihm offen genähert und sein 1. Arm fast ganz sichtbar.

[Rs. Ungewöhnlich großes Ouadratum incusum mit unregelmäßig vertieftem Grunde und nur schwach angedeuteter Diagonalteilung.]

stater: ? g. fm Handel. Das mit demselben V's. -Stempel geprägte Exemplar in Paris (Babelon traite 2, i, 1566) wiegt 9,52 g.

17 (XrV, 32). Ebenso wie 14, aber der Silen den Kopf etwas mehr vorbeugend und mit der R. die Nymphe höher am Unterarm packend, die Fläche ihrer erhobenen L. nicht wie sonst stets nach innen, sondern nach außen gekehrt und das lange Haar ausnahmsweise ihren 1. Oberarm überschneidend; im Feld vier Kugeln symmetrisch verteilt.

Rs. Tiefes Ouadratum incusum mit sehr unebenem Grunde und ganz schwach angedeuteter Diagonalteilung.

Halbstater (Drachme) : 4,69 g. München.

18 (XIV, 33). Ebenso wie 14, aber die Nymphe in der R. einen Kranz haltend; etwaige Kugeln im Feld nicht auf dem sehr knappen Schrötling.

Rs. Flaches Ouadratum incusum mit unebenem Grunde und diagonalem Linien- kreuz.

stater: 9,80 g. Berlin (Imhoof) ; Imhoof-Blumer, Journ. intern. 11, 120, 354, VIII, i Vs. Die zeitliche Reihenfolge der Emissionen No. 14 17 ist in dieser Form durch die stilistische Ent- wickelung gegeben. Daß No. 18 ihnen nicht vorangeht, sondern nachfolgt, kann keinem Zweifel unter- liegen ; der an No. 14 anklingende Stil erweckt den altertümlichen Eindruck durch die Roheit und Flüch- tigkeit der Ausführung, den bei dem abgebildeten E.xemplar noch der stark abgenutzte Zustand des Stempels verstärkt. Das Stück erweist sich als Produkt einer vergröbernden Massenprägung, deren stilistischer Tiefstand erst mit No. 19 überwunden wird. Auch das Quadratum incusum von No. 18 repräsentiert, verglichen mit dem von 14 17, sichtlich eine jüngere, zu No. 19 überleitende Form.

19 (XV, 1). Ebenso wie 14, aber vom 1. Arm des Silens noch weniger zum Vorschein kommend, der Bart üppiger und im Haar ein um den Vorderkopf sichtbares Band; im Feld: oben Pimktrosette, 1. und r. je eine Kugel.

Rs. Sehr flaches Ouadratum incusum mit diagonalem Balkenkreuz, der Grund grobkörnig gerauht.

Stater: 9,49g. London; Kat. 78, 16. Das hinfort nicht fehlende Band im Haar des Silens ist schon auf No. 14. 15 zu konstatieren und ver- mutlich auch bei No. 16. 18 anzunehmen. Auch die Verkürzung der einen nur bis auf die Schulter

LETE 7j

reichenden Haarsträhne, während die andere lang am Rücken herabhängt, hat ihre Vorläufer auf No. 8. 9. 14—18.

20 (XV, 2). Ebenso wie ig, aber die I. Hand des Silens das Kinn der Nymphe be- rührend und beide mit einem um den Vorderkopf sichtbaren Band im Haar; im Feld: 1., oben und r. je eine Kugel.

Rs. Sehr flaches Ouadratum incusum mit (nicht diagonalem) Linienkreuz, der Grund fein gerauht.

Stater: 9.97 g- Ur- Bernhard, St. Moritz; Kat. Billoin (iSSr,) ,38, II, 338. Zu der andersartigen Vierteilung des Quadratum incusum auf No. 20. 21. 23 vgl. S. 79, nach No. i.

21 (XV, 7 Vs.). Ebenso wie 14, aber der Silen den Zeigefinger der erhobenen L. einschlagend, die Nymphe mit Armband um das 1. Handgelenk und beide mit Band im Haar; im Feld: 1. und oben je eine Kugel.

- [Rs. wie 20.]

stater: 9,70 g. Gotha. Von dieser Emission sind noch 9 weitere E.xemplare bekannt: 2 in London (Kat. 79, 19. 20) sowie je I in Berlin, Boston, Brüssel, Paris, Slg. Mathey (jetzt zerstreut), SIg. Spencer-Churchill (Sylloge numm. Gr. i, i, 128 = Forrer the Weber coli. 2, 1828) und Kat. Naville 5, 1288 (= Kat. Naville 10, 387. vorher Londoner Kat. 79, 21). Alle 10 entstammen einem geraeinsamen Vs. -Stempel und ihre genaue Vergleichung ergibt, daß die vermeintliche Aufschrift vielmehr ein Produkt kleiner Stempel- risse ist, die von einer den Haarkontur des Silens begleitenden Furche ausstrahlen. Damit wird für No. I 25 sowohl die von Svoronos (Journ. intern. 19, 75 fg.) verfochtene Zuteilung an die »Sirino- peoniens« hinfällig (vgl. Regling, Zeitschr. f. Num. 37, 42) als auch die übliche an Lete, die indessen mangels eines Besseren hier einstweilen beizubehalten zweckmäßig erschien, Das Einschlagen des Zeigefingers ist bei Sittl die Gebärden der Griechen und Römer (1890) nicht verzeichnet.

E. Mit anderen Vs. -Typen.

22 (XV, 3). Nackter Silen nach r. hockend mit Stülpnase, Spitzbart und Pferde- füßen, die R. am langen hochstehenden Phallos, der 1. Arm nicht sichtbar. Rs. Sehr tiefes, diagonal viergeteiltes Ouadratum incusum mit stark unebenem Grunde.

Achtelstater (Trihemiobolion) : 1,21g. Berlin (Imhoof). Zu dem hockenden Silen vgl. seine analoge Darstellung von vorn an einer schwarzfigurigen chalkidi- schen Amphora des älteren Stils (VI. Jahrhundert vor Chr.) in Berlin: Furtwängler's Kat. 1671, B; H. Licht [Pseudonym für: P. Brandt] Beiträge zur antiken Erotik (1924) Taf. (V) nach S. 66.

23 (XV, 4). Silen wie bei 22, aber ohne Stülpnase und nur das r. Bein sichtbar; im Feld: links 3, rechts 2, unten i Ringel.

Rs. Tiefes Quadratum incusum, sehr unregelmäßig viergeteilt.

Achtelstater: 0,82 g (gelocht). Berlin (Imhoof).

24 (XV, 5). Nackter Silen mit Pferdefüßen (Kopf nicht auf dem Schrötling) nach r. hockend, in der R. ?

Rs. Flaches, diagonal viergeteiltes Ouadratum incusum.

Achtelstater: 0,93 g. Wien.

25 (XV, 6). Nackter Silen mit Spitzbart, Pferdeohr und -fußen und aufgerichtetem Pferdeschweif nach r. hockend, im Haar ein um den Vorderkopf sichtbares Band, die geballte R. vor der Brust; im Feld: 1. und r. je eine Kugel.

-72 LETE MENDE

Rs. Sehr flaches Ouadratum incusum mit diagonalem Balkenkreuz, der Grund grobkörnig gerauht.

Achtelstater : i.oog. Dr. Bernhard, St. Moritz.

26 (XV, 8 Vs.). V\OI[AT3\] 1. oben. Spitzbärtiger Kentaur mit Pferdeohr nach r. knieend (mit aufgesetztem 1. Vorderfuß), in den Armen eine Nymphe haltend, die, bekleidet wie bei No. 7 21, mit erschreckt geöffneten Händen den r. Arm erhebt, den 1. abwärts streckt. Kurze, punktierte Bodenlinie auf erhöhter Leiste. [Rs. In vertieftem Quadrat: VkOIAT3\ 1. (abwärts); korinthischer Helm nach r. mit Busch auf geperltem Bügel, das Auge angedeutet.]

Stator: 9,10 g. Berlin (Imhoof).

27 (XV, 9). \AOlAT3\ 1 oben. Kentaur und Nymphe wie bei 26; die Bodenleiste länger und die Punkte darauf ungewöhnlich groß.

Rs. wie 26 (stempelgleich).

Stater: 9,60 g. Paris; Mionnet 3, 34, ig = Suppl. 3, 81, 497; Babelon traite 2, i, 1583, L, 21. Auf der Rs. sind Spuren von Überprägung sichtbar; sie lassen die Reste eines flachen viergeteilten Quadratum incusum mit feinkörnig gerauhtem Grunde erkennen.

MENDE

in der Chalkidike auf der Südwestspitze der Halbinsel Pallene; wie Dikaia und Methone von Eretria aus (vermutlich im VIH. Jahrhundert vor Chr.) gegründet ').

I. Silber euböischer Währung.

(Ende des VI. Jahrhundert.^ bis ca. 405 vor Chr.).

A. Bis ca. 480 vor Chr.

1 (XV, 10). vSchreiender ithyphallischer Esel mit gekrümmtem Schwanz nach 1. schreitend, das 1. Vorder- und r. Hinterbein erhoben ; auf der Kruppe anscheinend ein Vogel (Star) in undeutlicher Haltung. Bodenlinie.

Rs. Ouadratum incusum in Form von fünf dreieckigen Einschlägen.

Tetradrachmon: 16,97 g (sehr dick). Brüssel; L. de Hirsch, .\nnuaire de num. 8, 34, 5, I, 3.

2 (XV, 12). Schreiender ithyphallischer Esel nach 1. wie bei i, aber ohne den Vogel. Pkr.

Rs. wie I.

Tetrobolon: 2,68 g. Berlin (Imhoof). Daß der Esel schreiend dargestellt ist, ergibt ein mit dem gleichen V's. -Stempel geprägtes Exemplar in Berlin aus Slg. Löbbecke. Stilistisch steht dieses Teilstück dem Tetradrachmon No. i sehr nahe.

■) Vgl. Duncker Gesch. d. Alterthums's (1881), 483; Busolt griech. Gesch.: j (1893),. 45.: fg. ; Lenk in Pauly-Wissowa's Real-Encycl. 15, i (1931). Sp. 777. Die Chronologie der Silberprägung von Mende haben K. Kegling, Zeitschr. f. Num, 34 {1924), 7 fg. und zum Teil stark abweichend S. P. Noe the Mende (Kaliandra) hoard, 1926, ausführlich erörtert. Mit des ersteren Resultaten stimmt die obige Anordnung in allem Wesentlichen überein.

MENDE 73

3 (XV, 11). Schreiender ithyphallischer Esel mit gespitzten Ohren und gekrümm- tem Schwanz nach r., das r. Vorderbein erhoben; auf der Kruppe ein Star rechts- hin. Punktierte Bodenhnie. Pkr.

Rs. wie I.

Tetradrachmon : i6,S2 g. Paris (de Luynes 1554).

4 (XV, 13). Schreiender ithyphallischer Esel mit gekrümmtem Schwanz nach r. schreitend, das 1. Vorder- und Hinterbein vorgesetzt (Paßgang); im Feld r. eine doppelspiralige Ranke. Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie I.

Tetrobolon: 2,30 g. Im Handel; Imhoof-Blumer monn. gr. 83. 84; Imhoof-Blumer und Keller Tier- u. Pflanzenbilder auf Münzen u. Gemmen des klass. Altertums (1889) 14, 25, II, 25 Vs. Das Beizeichen der Vs., meist als Weinranke aufgefaßt, wird von Hill (Num. chron. 1922, 164, 46) als »scroU«, von Regling (S. 16) als »Volute« bezeichnet. Vgl. unten S. 149, zu No. 8. Das Taf. XV, IG abgebildete Tetradrachmon zu No. 4 ist eine moderne Fälschung (s. unten S. 209, No. 20), Taf. XV, 14 der Stadt Kapsa zuzuteilen (s. oben S. 66), Taf. XV, 17 in Kleitor beheimatet (s. unten S. 136, nach No. 14).

5 (XV, 20). MIV^ 1. (aufwärts). Schreiender ithyphallischer Esel mit gespitzten Ohren nach 1., das r. Vorder- und Hinterbein leicht erhoben ; auf der Kruppe ein an seinem After pickender Star rechtshin. Bodenhnie. Pkr.

Rs. Vier dreieckige Einschläge.

Tetradrachmon: 17,22 g. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer u. Keller a. a. O. 14, 26, II, 26 Vs.;

Regling, Zeitschr. f. Num. 34, 14, II, 6. Aus der Vs. -.Aufschrift, die VMM (nicht AV\I/V\, wie beiderorts angegeben wird) lautete, ist ungeschickt MINA (mit rückläufigem Ny!) gemacht, die Echtheit des Stückes zweifelhaft.

6 (XV, 23). Kopf und Hals eines schreienden Esels nach 1., auf ihm dicht an dem geradlinigen Abschluß eine große Kugel.

Rs. wie 5.

Tritemorion: 0,3g g. Ehemals Slg. Dr. Weber (Forrer's Kat. 2, 1929, LXXIV, 1929). Von der bisherigen Art des Quadratum incusum weichen No. 5. 6 darin ab, daß sie nur vier Einschläge aufweisen, und zwar über Kreuz gestellt, nicht in der später üblichen Windmühlenflügelform. Diese letztere beginnt mit No. 7 und gelangt nach der vorübergehend für Teilstücke versuchten -Anbringung eines sternartigen Balkenkreuzes (No. 10. 11) bald zur Alleinherrschaft (No. 9. 12 14).

7 (I, 12). NAOlAjA^IM (rückläufig r. unten beginnend und von innen zu lesen). Schreiender

ithyphallischer Esel nach r., das 1. Vorderbein leicht erhoben; auf der Kruppe Star linkshin nach dem After pickend; im Feld unten Palmette. Bodenlinie. Pkr. Rs. Quadratum incusum mit vier getrennten Einschlägen in Windmühlenflügelform.

Tetradrachmon: 17,03 g. Dr. Bernhard, St. Moritz; Kat. Naville 4 (1922), 438, XVIII, 43S. Die Aufschrift Mivoatov (auf No. 14 in ionischem Dialekt MivSoov; vgl. 'lyväov S. 65, No. 10 und Sspfjiu^.ta'ov S. 106 fg., No. I 3) ist wohl nicht mit Imhoof-Blumer (monn. gr. 93, zu No. 120) adjek- tivi.sch zu verstehen (sc. öpyüptov oder xö(i[ia), sondern als Genitiv pluialis des Einwohnernamens analog dem bis nach 400 vor Chr. beibehaltenen 'AxavSiov.

8 (XV, 22). Kopf und Hals eines schreienden Esels nach r., auf ihm dicht an dem stark eingebuchteten Abschluß eine Kugel. Pkr.

Rs. wie 7.

Tritemorion: 0,46g (sehr dünn). Berlin (Imhoof).

74 MENDE

9 (XV, 21). Ml|/V r. und unten. Ithyphallischer Esel nach r. stehend, das 1. Vorder- bein leicht erhoben; im Hintergrund Wein stock mit großer Traube. Pkr. (Stempel etwas abgenutzt).

Rs. Quadratum incusum mit vier einander berührenden Einschlägen in Wind- mühlenflügelform.

Tetrobolon: 2,79 g. Im Handel: Kat. Naville 6 (1924, SIg. Dement), 652. XXIII, 6j2. No. 9 stellt zum ersten Male den Esel nicht schreiend dar, wie es fortan ausnahmslose Regel wird. Die Vs. entstammt dem gleichen Stempel wie die drei oben S. 66 zu »Kapsa« erwähnten Exemplare, die ihn in frischerem Zustande zeigen und mit dem abgenutzten KA-Stempel als Rs. geprägt sind. Das Taf. XV, 19 abgebildete Tetradrachmon zu No. 9 ist eine moderne Fälschung. Vgl. unten S. 209, No. 21.

10 (XV, 15). Ithyphallischer Esel nach r. schreitend, das 1. Vorder- und Hinterbein vorgesetzt (Paßgang). Pkr.

Rs. Stark vertieftes Quadrat, darin diagonal ein sternartiges Balkenkreuz.

Tetrobolon: 2,37 g. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer monn. gr. 82, 83; Regling S. 15, II, 9.

11 (XV, 18). Mi[l]]A' um das Vorderteil eines nach r. stehenden Esels mit erhobenem r. Bein. Pkr.

Rs. wie IG.

Hemiobolion: 0,35 g. Paris; Babelon traitc 2, i, 1623, LI, 18. B. ca. 4S0 bis ca. 450 vor Chr.

12 (XV, 24). ^OIA'AI^IM (rückläufig r. unten beginnend und von innen zu lesen). Ithyphal- lischer Esel nach r., das 1. Vorder- und Hinterbein vorgesetzt. Bodenlinie. Pkr. Rs. wie 9.

Tetradrachmon: 17,20g. Venedig, Museo Correr (vorher in der Slg. der Marciana); Imhoof- Blumer, Num. Zeitschr. 16 (1884), 243, 22, IV, 14.

13 (1,13). MII/VAAIOA' (unten beginnend und von außen zu lesen). Ithyphallischer Esel mit einem Efeukranz um den Leib nach r., das r. Vorder- und 1. Hinterbein vorgesetzt; auf der Kruppe Star linkshin nach dem After pickend. Bodenlinie. Pkr.

Rs. Quadratum incusum von Windmühlenflügelform, die vier Einschläge in ein gemeinsames Mittelfeld mündend.

Tetradrachmon: 16,90g. Im Handel. Durch den Efeukranz wird hier der Esel als das Tier des dionysischen Thiasos charakterisiert, also W'ie schon mit dem Beizeichen von No. 9 in verstärktem Maße auf den berühmten Weinbau der Stadt

hingewiesen. Vgl. auch unten S. 117, No. i.

14 (XV, 25). MI:/VA|AOj/V (l. in der Mitte beginnend und \-on innen zu le.^^en). Itliypliallischer

Esel mit gekrümmtem Schwanz nach r. schreitend, das 1. \'order- und Hinter- bein vorgesetzt (Paßgang) ; im Feld oben Mondsichel. Pkr. Ks. wie 13 (derselbe Stempel).

Tetradrachmon: 17,15 g. Klagenfurt; Imhoof-Blumer, Num. Zeitschr. 16, 243, 23, IV, 15.

15 (X'>7, 1). Esel nach r., das 1. Vorder- und Hinterbein etwas vorgesetzt. Pkr. Rs. Star rechtshin in vertieftem Quadrat.

Tritemorion: 0,50g. Berlin (Imhoof); Regling, Zeitschr. f. Num. 34. 17, II, 18.

MENDE 75

i6 (XVI, 2 Rs.). [Ebenso wie 15.]

Rs. Star linkshin in vertieftem Quadrat.

Tritemorion : 0,52 g. Berlin (Imhoof) ; Regung, Zeitschr. f. Num. 3.1, 17, 11, ig.

17 (XAT, 3). Ebenso wie 15.

Rs. Löwenkopffell von vorn in vertieftem Quadrat.

Tritemorion: 0,48 g. Ehemals Slg. Imhoof; Imhoof-Bluraer griech, Mzn. 245, 801, XIII, 23.

18 (XVI, 4). Eselvorderteil nach r., das 1. Bein etwas vorgesetzt. Pkr. Rs. Kantharos in vertieftem Quadrat.

Hemiobolion: 0,34 g. Berlin (Imhoof); Regling, Zeitschr. f. Num. 34, 18, II, 20.

19 (XVI, 5). Kopf und Hals eines Esels nach r. Rs. wie 18.

Tetartemorion : 0,18 g. BerUn (Imhoof); Regling, Zeitschr. f. Xum. 34, 18, II, 21. Daß die kleinen Teilstücke (No. 15 19) bereits Rs. -Bilder aufweiseh, während solche den gleich- zeitigen Tetradrachmen noch fehlen, -wiederholt sich in Poteidaia (unten S. 104, zu No. 4) und in Abdera (v. Fritze, Nomisma 3, iSfg.); vgl. auch Regling, Zeitschr. f. Num. 34, 17.

C. ca. 450 bis ca. 405 vor Chr.

20 (XV, 26). Bärtiger Dionysos nach I. gelagert auf einem rechtshin schreitenden Esel, der das r. Vorder- und 1. Hinterbein vorsetzt (nur ein Ohr dargestellt); der Gott, bekleidet mit einem gesprenkelten (wohl als Fell zu denkenden) Gewand, das den Unterkörper umhüllt, hält mit der R. einen auf seinem r. Knie stehenden Kantharos am Henkel und legt die herabhängende L. an den Leib des Tieres. Doppelte Bodenlinie, die untere punktiert. Pkr.

Rs. MEN|AA!IO N (i. oben beginnend) um ein Linienquadrat, darin ein Weinstock mit vier symmetrisch angeordneten Trauben. Das Ganze in vertieftem Quadrat.

Tetradrachmon : 15,92 g (abgenutzt). Berlin; Kat. 100, 3; Regling S. 24, III, 25. Die Vs. ist durch Doppelschlag entstellt, der die Hinter- und noch mehr die Vorderbeine des Esels verkürzt hat.

Der auf dem Esel Gelagerte wird meist fälschlich als Silen bezeichnet, obwohl schon Stephani (Compte- rendu pour 1863, 229 fg.) nachgewiesen hat, daß es sich um Dionysos handelt; vgl. Regling S. 20 fg.

21 (XV, 29). Bärtiger efeubekränzter Dionysos nach 1. gelagert auf einem rechts- hin gewendeten efeubekränzten Esel, der das 1. Vorder- und Hinterbein etwas vorsetzt; der Gott, bekleidet mit einer Chlamys, die den Unterkörper umhüllt und mit einem Zipfel über den 1. Arm nach vorn gezogen ist, faßt diesen Zipfel mit der L. und hält in der vorgestreckten R. einen geleerten Kantharos; unter dem Esel ein Spitzhund nach r. und im Feld r. ein Star rechtshin auf dem r. Zweig eines sich gabelnden Baumes. Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 20, aber ohne das Linienquadrat und der Weinstock mit fünf Trauben.

Tetradrachmon: 16,85 g. London; Kat. 81, 4; Hill guide (1932) 20, 11, X, ii. Die (bisher unbeachtet gebliebene) Kopfbekränzungdes Esels ist auf anderen Stempeln noch deutlicher. Das Aufgeben des Linienquadrats der Rs. dürfte kurz nach 423 vor Chr. (dem Jahre des Abfalls von Athen und der Wiedereroberung durch Nikias) anzusetzen sein; vgl. Regling S. 22. 28. 31. Das Taf. I, 14 abgebildete Stück ist eine moderne Fälschung (s. unten S. 209, No. 26), ebenso die

76 MENDE

gleichfalls das Linienquadrat beibehaltenden Gepräge Taf. I, 15 17 (unten S. 210, No. 27 29), die hiernach der obigen No. 2 1 zeitlich vorangehen müßten. Sie widerstreiten der organischen Entwickelung, würden den stilistischen Zusammenhang zwischen Xo. 20 und 21 zerreißen und zu der Annahme zwingen, daß in Mende vorübergehend »künstlerisch (attisch ?) geschulte Stempelschneider« tätig waren, die dann »wieder durch (einheimische?) Handwerker abgelöst wurden« (so Regling S. 23).

22 (XV, 27). Nackter Silen mit Glatze und Tierohr nach r. stehend (1. Fuß vor- gesetzt) an der 1. Seite eines rechtshin gewendeten Esels (1. Vorder- und Hinterbein ein wenig zurück), den er mit beiden Händen am Kopfhalfter packt. Bodenlinie. Pkr. Rs. MENjAAlOjN (1. oben beginnend) in geraden Zeilen um einen rechtshin gewendeten Star. Das Ganze in vertieftem Quadrat.

Tetrobolon: 2,38 g. Berlin (Imhoof): Imhoof-Blumer monn.gr. 83, 85; Regling S. 29, III, 29.

23 (XV, 28 Vs.). Nackter Silen mit Glatze, Tierohr und fliegendem Haar nach 1. (r. Bein weit vorgesetzt, Brust nach vorn, Kopf rechtshin) an der 1. Seite eines nach r. gewendeten, sich rückwärts stemmenden Esels, den er mit der L. am r. Ohr packt und mit der auf die Kruppe gelegten R. vorwärts drückt. Bodenlinie. Pkr. [Rs. wie 22, aber die Füße des Stars zwischen I und O der Umschrift.]

Tetrobolon: 2,60 g. Kopenhagen, Thorwaldsen-Museum; L. ilüller's Kat. 103, 580.

24 (XVI, 6). Bärtiger bekränzter Dionysos nach 1. gelagert auf einem rechtshin schreitenden Esel, der das 1. Vorder- und Hinterbein vorsetzt (Paßgang) ; der Gott, bekleidet mit einer Chlamys wie bei 21, legt die L. an die Hüfte und hält in der R. ein Rhyton. Bodenlinie. Pkr.

Rs. MEN A AIH (i. unten beginnend) in geraden Zeilen um eine schlanke Amphora. Das Ganze in vertieftem Quadrat.

Tetrobolon: 2,53 g. Berlin (Imhoof); Imlioof-Blumer monn. gr. 83, 87; Regling S. 30, III, 32. Zu dem .Mevooiitj auf der Rs. von No. 24 25 ist nicht mit Imhoof-Blumer (monn. gr. 10, nach No. 42) 7:o).i{ zu ergänzen, sondern opayiji:^, was Bechtel vorgeschlagen hat (die Inschriften des ion. Dialekts, S. 10). Wir gewinnen damit eine Bestätigung dafür, daß die Tetrobolenstücke im lokalen Verkehr auch anderwärts als »Drachmen« bezeichnet wurden, wie dies in Korinth üblich war (vgl. Hultsch griech. u. röm. Metrologie^ 541; Regling in v. Schrötter's Wörterbuch der Münzkunde, 1930, 159U

25 (XVI, 7). Bärtiger Dionysos nach 1. gelagert auf einem rechtshin schreitenden Esel, der das r. Vorder- und 1. Hinterbein vorsetzt; der Gott, bekleidet mit einer Chlamys, die den Unterkörper umhüllt und mit je einem Zipfel unterhalb der Waden sowie des 1. Ellbogens herabhängt, hält in der vorgestreckten R. einen Kantharos und legt die herabhängende L. an den Körper des Tieres; zwischen dessen Füßen M Bodenlinie. Pkr.

Rs. wie 24, aber Schrift und Amphora kleiner und umsclilossen von einem doppelten Linienquadrat.

Tetrobolon: 2,37 g. Hhemals SIg. Dr. Weber (Forrer's Kat. 2, 1944, I.XXV, 1944).

26 (1, 18). Esel nach r., das r. Vorderbein vorgesetzt, Kopf leicht gesenkt. Boden- linie. Lkr.

Rs. MEN 1. (aufwärts), AAI r. (abwärts, in geraden Zeilen) ZU Seiten einer Ampliora; das Ganze von einem Linienquadrat umgeben in vertieftem Quadrat.

Diobolon: 1,17 g. K- HoUschek, Wien; Kat. Egger 40 (1912, Slg. Prowe), 51S, X, 518.

MENDE 77

II. Silber phönikischer Währung und Kupfer.

(ca. 405 bis ca. 348 vor Chr.).

27 (XVI, 8). Kopf des jugendlichen Dionysos nach 1. mit Efeukranz im langen Haar.

Rs. ME/VA 1. (aufwärts), AlflA' oben. Ithvphallischer Esel nach 1., das r. Vorderbein zurück-, das r. Hinterbein vorgesetzt; auf der Kruppe Star rechtshin aus dem After fressend. Feld rundlich vertieft.

Tetradrachmon : 12,32 g (beschädigt). Berlin (Imhoof) ; Imhoof-Blumer raonn. gr. 83, 88, Taf. C, 21 ;

RegHng, Zeitschr. f. Num. 34, 32, III, 33: Noe S. 56, Taf. X, F; Babelon traite 2. 4, 1004. Was Regung (a. a. O., S. 33, Anm. i) und Babelon unter dem Esel für ein Beizeichen (»Henne oder dgl.«, »un autre corbeau dressö«) halten, ist Produkt einer Stempelverletzung, wie eine andere ober- und unterhalb des H der Schrift ihre Spur hinterlassen hat.

Das Stück ist bis jetzt Unikum geblieben. Ein aus Mende selbst stammendes Exemplar mit den gleichen, aber nach r. gewendeten Typen befand sich laut Cadalvene recueil (1828) 66, Anm. 3 in der Slg. des Abbe H. Greppo, fehlt aber in ihrem von J. de Witte verfaßten Katalog (Paris 1856) und war nirgends aufzufinden. Das von Babelon (Revue num. 1922, 115, VI, 4; traite 2, 4, 1006, CCCXVII, 2) ver- öffentlichte Stück des Pariser Kabinetts ist nicht »de basse i-poque« und »de style barbare«, sondern eine üble moderne Fälschung, und zwar nach dem Berliner Unikum, wie die mißverständliche Nach- bildung des Stempelbruches unter dem Esel bew-eist. Dies gilt auch für das etwas besser geratene Machwerk Noe Taf. X, E = Babelon traite 2, 4, 1005, a, CCCXVII, i.

28 (XVI, 9). Esel nach r. schreitend, das r. Vorder- und 1. Hinterbein vorgesetzt. Bodenlinie. Pkr.

Rs. MIN r. (abwärts). Schlanke Amphora; 1. davon ein Efeuzweig mit fünf Blättern. Feld rundlich vertieft.

Diobolon: 1,24 g. London; Forrer the Weber coli. 2, 1948, LXXV, 1948. Dieses in drei Exemplaren von 1,25 g (Berlin), 1,24 g (No. 28) und 1,17 g (Kat. Allatini 40) vorliegende Teilstück ist ein Diobolon phönikischen, nicht (wie Regling S. 34 meint) attischen Fußes und gehört an den Anfang der Periode, wie das Iota im Stadtnamen, die an No. 24. 25 anknüpfende Form der Amphora und die starke Eintiefung der Rs. beweisen.

29 (XVI, 10). Ebenso wie 27.

Rs. MENA AlflN 1 und r Amphora von gedrungener Form und mit breitem Fuß. Feld rundlich vertieft.

Tetrobolou: 1,92 g. Berlin (Imhoof); Regling, Zeitschr. f. Num. 34, 34, III, 35.

30 (XVI, 11). Kopf des jugendlichen Dionysos nach r. mit Efeukranz im langen Haar.

Rs. wie 29, aber mit MENAjAinN, die Amphora mit zwei Wülsten um den Hals und einem Ornamentstreifen um den Bauch. Feld rundlich vertieft. Tetrobolon: 2,62 g (übergewichtig). London; Wroth, Num. chron. 1892, 6, 14, I, 8. Auf Grund des Gewichts von 40-4 grains (= 2,62 g) betrachtet Wroth [und ihm folgend Regling a. a. O., S. 34] diese Münze als Tetrobolon euböisch-attischen Fußes. Beide verkennen nicht, daß sie ihrem Stil nach zu den spätesten Emissionen der Stadt gehört, und Regling schließt daraus auf eine Rückkehr zur attischen Währung. Es handelt sich jedoch in AVirklichkeit nur um ein zufällig übergewichtiges Stück. Das mit denselben Stempeln wie No. 30 geprägte Exemplar der ehe- maligen Slg. Dr. Weber (Kat. 2, 1947 = Kat. Naville 5, 1330) wiegt nur 1,86 g und ebensoviel das aus dem gleichen Vs.-Stempel hervorgegangene der ehemaligen Slg. Philipsen (Kat. Hirsch 25, 391) = Kat. Naville i (Slg. Pozzi), 795.

-^g MENDE METHONE

31 (XVI, 12). Ebenso wie 30.

Rs. MENAAION oben (bogig). Amphora mit hohem Fuß zwischen zwei Efeu- zweigen. Feld rundlich leicht vertieft.

K 17 (Tetrachalkon) : 6,75 g. Berlin (Imhoof) ; Imhoof-Blumer monn. gr. S3, 89; Regling,

Zeitschr. f. Nuni. 34, 34, III, 39.

32 (XVI, 13 Vs.). Ebenso wie 30. 31.

[Rs. [M] 1., E oben, ^[AjA r. Amphora zwischen zwei Efeuzweigen. Bodenlinie. Feld rundlich leicht vertieft.]

K 17 (Tetrachalkon): 4,81 g. London; Kat. 83, 11.

33 (XVI, 13 Rs.). [Ebenso wie 30 32, aber schlechteren Stils; von derselben Hand wie 36.]

Rs. M"N 1. (aufwärts), A oben, Alin|M dreizeilig r., SOnSt wie 3I.

K 17 (Tetrachalkon): 5,90g. Berlin (Imhoof); Imhoof-Blumer, Num. Zeitschr. 16, 243, 24.

34 (XVI, 15). Ebenso wie 30 ^2.

Rs. MENA oben (bogig). Zwei Amphoren mit kurzem Hals zwischen zwei Efeu- zweigen. Bodenlinie. [Feld rundlich vertieft.] K 14 (Dichalkon) : 2,78 g. London; Kat. 83, 12.

35 (XVI, 16). Ebenso wie 30 32, aber schlechteren Stils.

Rs. MEN|AAI|nN 1., oben, r. Zwei Amphoren mit langem Hals und kugelförmigem Rumpf. Bodenlinie. Feld rundlich vertieft.