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GRAMMATIK DER GRIECHISCHEN PAPYRI AUS DER PTOLEMÄBRZEIT
MIT EINSCHLÜSS DER GLEICHZEITIGEN OSTRAKA UND DER IN ÄGYPTEN VERFASSTEN INSCHRIFTEN
BAND n 3
SATZLEHRE
SYNTHETISCHER TEIL
VON
EDWIN MAYSER
BERLIN UND LEIPZIG 1934
WALTER DE GRUYTER & CO.
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VOBMALS G. J. GÖSCHEN'SCHE VERLAGSHANDLUNQ / J. GUTTENTAG, VERLAGS- BUCHHANDLUNG / GEORG REIMER / KARL J. TRÜBNEE / VEIT & COMP.
33CT
? t 13/0
Archiv-Nr. 34 19 34 Druck von Walter de Qruyter 8t Co., Berlin W 10
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in G-ermr:
MEINER LIEBEN FRAU CLARA GEB. NESTLE
INHALT.
SYNTHETISCHER TEIL DER SATZLEHRE.
Von dem Satz als Ganzem.
A. Der formal regelmäßige einfache Satz.
I. Subjekt und Prädikat. Seite
§ 143. Scheinbares Fehlen (Ellipse) des Subjekts i
§ 144. Fehlen des Prädikatsverbums 4
§ 145. si[xi und yivonai als selbständige Verba und als Kopula ge- braucht . II
§ 146. Fehlen der Kopula. Nominalsätze 16
§ 147. Andere kopulaartige Verba 19
II. Kongruenz.
§ 148. Kongruenz zwischen Substantiv und Attribut 21
Konkordanz zwischen Subjekt und Prädikat.
§ 149. Constructio ad sensum (kcctoc aOveaiv) 25
§ 150. Das axfina TTivSapiKÖv s. Boicotiov 26
§ 151. Das Neutrum plur. mit dem Verbum im Singular oder Plural 28
§ 152. Kongruenz des Prädikats bei mehreren Subjekten 30
§ 152a. Konkordanz der Person 34
§ 153. Eigentümlichkeiten und Abnormitäten im Gebrauch des Nu- merus und Genus beim Genit. absol., Pronomen und Adjektiv 35
B. Der formal regelmäßige zusammengesetzte Satz. I. Substantivsätze.
§ 154. Kurzform der Substantivsätze 40
§ 155. Vollform der Substantivsätze 44
II. Adjektivsätze.
§ 156. Kurz- und Vollform der Adjektivsätze 55
III. Adverbialsätze.
§ 157. Verkürzte Adverbialsätze 59
§ 158, Der Genitivus absolutus als Vertreter verschiedener Satzarten 74
§ 159. Vollform der Adverbialsätze 77 — 97
a) Adverbialsätze der Zeitbeziehung 77
b) Kausale Adverbialsätze 80
c) Adverbialsätze der Vergleichung und Folge 92
Mayser, Papyrusgrammaük. II 3. b
yj Inhalt.
Seite
rV. Grenzverschiebungen zwischen regierenden und abhängi- gen Sätzen. § i6o. Herübernahme des Beziehungsworts in den Relativsatz und
Kasusassimilation (Attraktion) des Relativs 98
§ 161. Modusassimilation und Verwandtes 108
§ 162. Prolepsis. Weiterführung der Negation in den abhängigen Satz iii § 163. Aufgaben des Relativs. Übergang von der Oratio obliqua in
die Or . recta und umgekehrt iii
C. Verbindung selbständiger Sätze durch Partikeln
(Partikellehre) 114 — 174
§ 164. Einfache Partikeln 1 16 — 168
I. dtAAct. 2. apa. 3. ocö. 4. yctp. 5. yi. 6. 5e. 7. 5t[. 8. 5i6. 9. errei = denn. 10. eti. ii. fi (r|Toi). 12. Kai. 13. (t6) AoiTTÖv. 14. \iT\v. 15. vai. 16. vrj. 17. ööev. 18. 0PIC05. 19. oöv. 20. mp. 2i.7TAriv. 22. ttote 23. irou.
24. T£. 25. cbs COOTTEp cbasi cbaCVEl
§ 165. Zusammengesetzte Partikeln 169 — 174
I. SriTTOu 2. KaiTiep — koI TccOra 3. koitoi. 4. ijievtoi.
5. uriyoOv. 6. ou ixt\v dcAXä. 7. oute — gute; oute — ouSe;
DU — oute; oüSe — oü5e; oute — te; oute — Kai (?);
OUTE — öAAä ( ? ) . § 166. Unverbundene Wörter und Sätze (Wort- und Satzsyndeton) 174 § 167. Parataxe statt Hypotaxe 184
D. Einschaltung von Sätzen und Satzgliedern. § 168. Parenthesen 186
E. Das Anakoluth.
Begriff, Motivierung, klassischer Gebrauch 189
§ 169. Anakoluthe in den ptolemäischen Papyri 191
Register : I. Sachregister 209
II. Griechisches Wortregister 230
III. Stellenverzeichnis 254
SATZLEHRE:
SYNTHETISCHER TEIL
VON DEM SATZ ALS GANZEM.
A. DER FORMAL REGELMÄSSIGE EINFACHE SATZ
(nicht durch bei- oder untergeordnete Glieder noch durch andere Be- stimmungen in Satzform erweitert). *
I. SUBJEKT UND PRÄDIKAT.
Der einfache Hauptsatz besteht aus einer einmahgen Zusammen - fügung von Subjekt und Prädikat (bzw. von mehreren Subjekten mit einem Prädikat oder von mehreren Prädikaten mit einem Subjekt oder von mehreren Subjekten mit mehreren Prädikaten). Dies sind die beiden lo Grundbestandteile, zu denen dann beliebig viele Attribute, Appositionen, Adverbien, nähere oder fernere Objekte treten können.
Das Subjekt ist entweder in der Verbalendung allein enthalten, wenn es als bekannt vorausgesetzt werden kann oder schon vorher ge- nannt ist, oderwird durch einen besonderen Substantivbegriff, einsub- 's stantivisches oder substantiviertes Pronomen oder andere substantivierte Redeteile (Adjektiv, Partizip, Adverb, einen Relativ- oder Infinitiv- satz) ausgedrückt.
DAS SUBJEKT.
§ 143. Scheinbares Fehlen (Ellipse) des Subjekts. ») 20
Abgesehen von den Fällen, in denen ein persönliches Pronomen der I. und 2. Person durch die bloße Verbalendung ausgedrückt wird oder die 3. Person vorher genannt oder bekannt ist, kann eine (schein- bare) Ellipse des Subjekts eintreten in folgenden Fällen:
') Krüger § 61, i — 5. Kühner-Gerth I § 352 S. 32 flf. Brugmann- Thumb* 655 f. (mit Literatur). Gildersleeve Synt. I 68 — 82. A. T. Robert- son N.T. (Gr. Gr.) 390 fif. H.Paul Prinzip.* 130 ff. (faßt die Impersonalia aLs subjektlos auf). Meisterhans-Schwyzer 195. Blaß-Debrunner'^ § 129. 130. Über die Impersonalia handelt ausführlich J. Wackernagel Vorl. üb. Synt. I 113 f.
Mayser, Papyrusgrammatik. II 3. 1
2 Das Subjekt. § I43-
I. wenn das Subjekt mit dem Verbum ohne weiteres ge- geben und verständlich ist. Dies trifft zu
a) bei Naturerscheinungen (sog. meteorologische Impersonalia), die im Deutschen unpersönlich sind (es regnet, donnert, blitzt), während
s der Grieche ein persönliches Subjekt (Zeus oder 6 Oeös) empfindet (Gildersleeve Synt. I y^) ').
In den ptol. Pap. begegnet wie im N. T. (Blaß-Debrunner" § 12g) nur ßpeXei (es regnet) P. Cornell i = SB 6796, 151 5ia tö tt^v vOkto ßpEXEiv da es die Nacht hindurch regnete (258/57^). Vgl. Wilcken, Arch. VIII 72. Dagegen
10 Oxy. 1482, 6 6 Zeus yccp eßpexe (HP)-
b) wenn eine einzelne Handlung von einer Person ausgeht, deren regelmäßiges Geschäft die betreffende Tätigkeit ist (vgl. im Klassi- schen eKTipu^e, eCTÖA-my^e, kor\\xr\vz, dvoyiyvcöaKei u. ä. Kühner-Gert h I 32 f.; Meisterhans-Schwyzer 195; Gildersleeve I 72):
15 Petr. III 41 verso 3, 5 evEKtipu^aiaev toü dvouxios (Material zum Faschinen-
bau) TÖ öycöyiov Kai tjUpiaKev (sc. 6 Kfipu^) ößoAöv er (d. h. der Auktionsbote) erzielte ein Angebot auf i Obole (pro Ladung), koctö 5e pupiav Seapriv (für je 10 000 Bündel) (Spa^pcxs) ly (HI^). Dagegen steht in Parallelstellen das Subjekt 6 Kfipu^: so SB 4512, 15 5iä xripuKOS toü süpiaKOVTOS töä. ß (167 — 134*); ebenso 20 BGU (III) 992 II 4 (1621). In der Schilderung eines Gerichtsverfahrens wird nach den einleitenden Angaben über Voruntersuchung Bad. 48, 9 ohne Vermittlung oder Beziehung auf eine bestimmte Person fortgefahren: eAeye (sc. 6 KpiTTis) t^lTe cte aTpocreüeaÖai \yrx\' i\xh elvai coroaKeuriv (126^) 2). Ein ähnlicher Ausfall des Subjekts kommt vor in der alten Gesetzessprache, z. B. im Stadtrecht v. Gortyn (II 2), 25 worüber J. Wackernagel Vorl. über Synt. I 112. Auch altrömische Gesetze (Zwölf Tafeln) zeigen diesen Brauch (vgl. O. Altenburg, De sermone pedestri Italorum vetustissimo, Jhrb. f. Philol. Suppl. XXIV (1898) 521 f.). Ein derartiges Beispiel bietet Hai. i, 222 (III^^), wo der Abschnitt über Vorladung zur Zeugnisab- gabe beginnt eis papTupiau KoAeiaöco IvavTiov 6uo KArjTÖpcov irapövra dyopeOcov 30 (nicht dyopeüovTa) kqö' ev eKaorov, öti äv Bern papTupelv = er (d. h. der Produ- zent der vorladenden Partei, 224 6 KaAeadnevos) soll vor 2 Ladungszeugen einen Anwesenden (d. h. in Person) vorladen, indem er im einzelnen deutlich sagt, was er bezeugen soll. Auch 229 in irepi &>v dv KeAeürit wirkt 6 KaAeadpEvos nach.
Auch der in amtlichen Urkunden sehr häufige Imperativische Infinitiv 35 kann (wenigstens in der 2. Person) ein Subjekt um so eher entbehren als der In- finitiv in dativischer Funktion nur die Richtung auf eine Handlung bezeichnet
') Eine Analogie für den Gebrauch einer göttlichen Macht als Subjekt bei meteorologischen Verben bietet eine Amulettinschrift SB 5620, 5 6 daTpdiTTCov Kai ßpovTÖöv als Epitheta des heiligen Löwen Micös (=MiOais) in Leonto- polis (unb. ptol.).
2) Zur Bedeutung von dTTOOKeuri, das ursprünglich ,,Troß" bezeichnete (Diod. 20, 47, 4), vgl. Bilabel zur obigen Stelle und Wilcken zu Par. 63 = UPZ iio S.489: ,,Par. 63, 90 sind wohl unter al dTTOCTKEuai (zum Plur. vgl. Band II i, 37) die zurückgelassenen Familien (Weiber und Kinder) der abkommandierten Soldaten zu verstehen". Diese prägnante Bedeutung wird sich (vgl. Dikaiomata S. 56 ff.) aus der Bedeutung ,,Troß" allmählich entwickelt haben. Vgl. auch Wilcken, Arch. VIII 88, wo bemerkt ist, daß auch in d. LXX Gen. 43, 8 und 46, 5 die Kinder (neben den Frauen) als ärroaKEuri bezeichnet werden.
§ 143- Fehlen des Subjekts. 5
(li6cxecy6ai = zum Kampf !) und die angeredete Person sich von selbst ergibt. Die 3. Person kann als Subjekt in den Akkusativ treten. S. Bd. II i, 303; Einzel- belege ebenda S. 150 f.
2. wenn dem Redenden ein allgemeiner persönlicher oder sachlicher Begriff als Subjekt vorschwebt. Dieser Fall kann 5 eintreten
a) in sog. ,,Man-Sätzen" der 3. Pers. plur., wobei etwa oi av- epcoTTot oder ein anderer Begriff aus dem Zusammenhang zu ergänzen ist :
Leid. C (p. 118) = UPZ 77 col. I 9 eAeyov, 12 Aeyouai (c. 160»). Wer im Traum die Redenden sind, ist nicht zu erkennen. Eleph. 9, 2 ecpaadv ob elvai 10 £v Surivrii (223*). Teb. 15, 10 TruvOavo^evcov S' fmcov e9riaav (hieß es) ^gemeint ist der vorher genannte oxAostcov ek ttis Kcburis (114'*) ; 58, 38 yeyparrTai 6 ^epiaiJiös Kai 5e5coKav (man gab, d. h. die teilenden Beamten) tcoi MeXavi Kai eut- |3£ß<Ä?>ri(Kav) (wiesen zu? vgl. Bd. II 2 S. 288,29) ^ll^iv (TTupoü) (dpTäßas) oyß' (iii»). Oxy. (IV) 744 = Witk. ep. pr.2 72, 4 nfi dycovid(aT}>5 [Wilamowitz], ectv ^s öAcos eiSTTopeuovTai (sie) wenn man allgemein einzieht, lyoj £v 'AXE^avSpea H6VCO (i^). Das ÖAC05 vertritt gewissermaßen das Subjekt, unter dem Deißmann und Lietzmann die übrigen Arbeiter verstehen, die aus Alexandria nach Oxyrhynchos heimkehren.
b) bei den sog. Impersonalia, die nur scheinbar subjektlos stehen, 20 da teils ein allgemeiner sachlicher Begriff (entsprechend unserem ,,es") vorschwebt, teils ein abhängiger Satz (meist Infinitiv) als Subjekt emp- funden wurde:
a) Petr. III 42 H (8) 5 ttcös te aoi diroßriCTSTat (wie es dir ergehen wird), [ouK oi5a] (III^). Zu ergänzen ist (Kühner-Gerth I 33 c) ein unbestimmter 25 Begriff wie TÖ irpSyna, tö TTpöyiiaTa (cf. -rrpoxcopsT, irapEXEi usw.). Petr. II 13 {19) 9 El 5' dpa pif) öpdis dv Suvotöv (daß es, nämlich das vorher erwähnte dq)£Öfivai, nicht möglich ist) (258 — 53^). PSI IV 392, 4 e-tteiSti taocKpöv EyivETO als es zu lang wurde (242»). Teb. 28, 16 e! kov öuvorrai ek tcov ETriCTKEVfEcov £15 t6 ßao-iÄiK[öv] TTEpiyEVECTOai (sich ein Überschuß ergeben kann). Ebenso 24,40 oÜK oAiycov iv 30 -n-posSoKiai övrcov iTEpiEaEaöat trapä töv ETriSeBoiiEvov Ott' aOrcov CTTTÖpov da nicht wenige erwarteten, daß sich ein Überschuß über den von ihnen eingegebenen Saat- bericht ergeben werde (117^) '). Teb. 58 = Witk. ep. pr.''^ 56, 34 ovhrcot (sie) cruv- KEX^öpTl^Ev, nach Witkowski z. St. = nondum contigit, evenit es ist noch nicht gelungen (iii^) ^). Petr. III 53 (1) 15 ou ydp cos etux^v (nicht nur so, wie es sich 35 traf, d.h. in nicht gewöhnlicher Weise) dycovico^EV (228^). Hib. 44, 7 (253^) u. ö. Auch im Passiv kommen unpersönliche Konstruktionen vor, wie Edg. 68 =: SB 6774, 4 iva oiKOVOUTiOfii damit (die Sache) erledigt werde (III^). PSI IV 425, 7 dAA' EIS (statt £Ti) Tivas vopoüs öpcö ÜTTEptiEneTpripiEvov ich sehe, daß an einige Gaue über den Durchschnitt (Korn?) zugemessen worden ist (III*). Vat. D = 40 UPZ 45, 6 Trposo9EiÄon£va)v f|iJiiv (da uns Rückstände geschuldet werden)
"irpÖS TT\V OUVra^lV, dTTOOTEpOUtiEVCOV Se (sc. f)piCÖv) TCÖV yEVOUEUCOV T\\iiV d^lOÖUEV
(162— 6ia).
1) Unzutreffend ist die Auffassung: da kein geringer Überschuß zu erwarten war.
2) Anders Smyly und Crönert, die oOtco statt oOttco lesen und auvKEXCÖ- ptjKEV persönlich fassen = er hat eingewilligt. Unpersönliches auyxcopEi schon bei Thucyd. und Xenoph.
1*
4 Das Prädikat. § 144-
ß) Die meisten sog. verba Impersonalia stehen nicht subjektlos, sondern ein damit verbundener Satz (meist Inf.) bildet das Subjekt. Die betreffenden Verba sind aufgeführt Bd. II i S. 307 ff. Weitere Beispiele s. unten S. 41,13.
Anmerkung. Magd. 2, 5 iva \xr\ UTrepßaTov f\\ damit kein Durchgang sei
s (222») wirkt das Adj. verb. wie ein Substantiv und bedarf keines Subjekts.
Magd. 12 = Mitt. Chr. 130, 10 lav f\\ öAriöfi (218a) ,,wenn meine Aussagen wahr
sind" scheint ein Versehen des Schreibers zu sein, da die Phrase sonst überall lautet
tav f\\ a ypä9Co dATiOfj, vgl. Bd. II 1 S. 278.
DAS PRÄDIKAT.
10 Das Prädikat ist i. in der Regel ein einfaches, eine bestimmte Quali-
fikation bezeichnendes Verbum mit ergänzendem Objekt oder ohne ein solches.
2. Es kann aber auch aus der Copula und einem Praedicativum, d. h. einer nominalen oder adverbialen Qualitätsbezeichnung zur Copula
15 e.\\xi, y(vo|jiai, 5okco, 9aivouai, KocöiaTapai, KoAoOtJiai u. dgl. zusammengefaßt sein.
3. Es kann auch aus einem Praedicativum ohne Copula be- stehen (Nominalsatz), wobei nicht an eine Ellipse zu denken ist ').
§ 144. Fehlen des Prädikatsverbums. *)
20 Die Brachylogie vieler Papyrusurkunden und nicht minder die
lapidare Kürze der Inschriften bringt es mit sich, daß das Prädikats- verbum, wo es aus dem Zusammenhang verständlich ist, manchmal weggelassen wird. Die Ellipse betrifft Haupt- und Nebensätze; zu scheiden ist zwischen dem Gebrauch der Papyri und dem der Inschriften.
?s A. Auf Papyrus (und Scherben):
I. im Hauptsatz:
Edg. 28 = SB 6734, 7 fi^iou 6e koi Mevehoxo? fiuäs rrpos 'ATTOÄÄcovtov KOCTonrAeücai Kai (sc. lAeyE) öti SiaAE^Exai TTEpi tiijicöv (256a). Aus fi^iou (bat) ist der allgemeine Begriff ,, sagte" zu ergänzen. Ebenso PSI IV 404, 2 TTEpi toö
30 CTITTTTUCU TT^v \xkv Tipfiv UTTEüTT) AiayvXos KOI (sc. ehsys) ÖTI Sei auTÖ ktevi- aQf[va\; 438, 13 dvEßäAAETO (verschob die Frist), icog av 'AttdAAcovios irapor/Evri- Ta« Kai (sc. eAeye) öuoSobaeiv f\\xiv (III^). Ähnlich (wenn auch nicht ganz klar) wohl auch Teb. 12,17 TTEpicpopöv (ein Instrument zur Feldmessung?) Sös Aiovuaicoi Xäpiv •xf\<; EÜÖuiJiETpias Kai (sc. eitte?) öti aunnioyEiv ana fi|Ji£pa und sage ihm,
35 daß er mit Tagesanbruch sich einstelle (118^). Oder vertritt öti als Zeichen der
>) Krüger § 62, i. Kühner-Gerth I § 354 S. 40 ff. J. M. Stahl, Kritisch- histor. Syntax d. griech. Verb. d. klass. Zeit p. 26 tritt wieder für die Ellipse ein. Nominalsätze haben nur Griechen, Lateiner, Russen, Litauer (Kretschmer in Gercke-Norden, Einl. I 6 S. 34 f.).
-) Krüger § 62,3. Schmid Attic. IV iioff. Gildersleeve Synt. I 87.
§ 144. Fehlen des Prädikats im Hauptsatz. 5
direkten Rede das Verb, die, dann ist cru\x\iicjyeiv als imperativischer Inf. zu fassen. Vgl. Bd. II i S. 314 Anm. 6.
In Steuerquittungen, namentlich auf Scherben, stehen in den seltensten Fällen die Verba TreTTTCOKev, TETaKTai, Sieypavj^EV, (ji6iieTpr|K6v: z. B. Wilck. Ostr. 305, 2 Oanevcbö la dXiKfjs 5id ZcocrrpäTou niߣA9is Spoxp. et (sc. TTe-rrrcoKev, s das im III^ oft mit persönlichem Subjekt verbunden wird, worüber Bd. II i S. 90 Note 4); ebenso 306 — 311; 1227; 1492 (alle III^). Gradenw. 6 col. II i Tößi e irap' 'AAe^ävSpou (sc. -ire-rrTCOKev) (223a). Wilck. Ostr. 1336 ScoTrocrpos 'Ayoöo- kAeous ürrep toü rrepl Grißas Kpi0(fjs) ke (sc. neiaerpriKEv) (III*). Dagegen 312 tte- TTTCOKEv dXiKfis 5p. y = 313. 1337. 1493. 1494 (256 — 55a) usw. Belege für tetc- io KTai s. Bd. II I S. 102. In den beiden Zoispap. ^ UPZ 114 I und II ist im Anfang der Zahlungsurkunde Z. 10 ßaaiAEÖai Zcols 'HpoKAEiSou das selbstverständliche 69EiAEt weggelassen (150 — 148^). Ebenso PSI IV 355, 4 ein Wort wie kcte- ßaAEV (hat bezahlt) : Teöos ßaAavEiou 9Öpov xot^Koö TpiÖKOvra (253 — 52^).
Auch die Phrasen oüx öti (nicht nur) und \ir\ ÖTi (geschweige denn, nicht 15 davon zu reden daß) beruhen auf der Ellipse von AEyco bzw. AeyE Zen. pap. 59362, II Eycb 5£ oüx ^"^^ °^ IcövriTO töttov, dAAct Kai dAAov eSeScokciv aurois (242a). Über \XT\ öti yE s. Bd. II 2 S. 547,47.
In amtlichen Randentscheidungen unter Bittschriften kann ein Impe- rativ, weil selbstverständlich, unterdrückt werden: Teb. 16, 23 0I5 KOÖfiKEi (sc. 20 dTtoaTEiAai oder dTrÖCTTEiAov oder UTiÖTa^ov) = weitergeben an die zu- ständige Stelle ! (114a). Ebenso in einem Brief Zen. pap. 59105, i toü EpEßivOou KaWfis UTiKoovos, öaogi ijiev dvTrAfi0os eis aTTEppa Kccrocxprio'riaOE (scKOTaxpilcraCTOE), TÖ 5£ AotTTÖv SiorrripEiTE (257*1). In der Verbindung Td EirlAoiTta ötteictco Teb. 58, 36 (iii"*) und 178 descr. (11^) ist öpa zu ergänzen. Voller Ausdruck e^co 25 öpa Rev. L. 41, 13; 43, 2 (259a). Der Sinn = bitte, wenden ! Dagegen wurde in Rechnungsüberschriften wie Par. 59 = UPZ 93, 2 töv Aöyov töov xo^^cov (159^) und öfters schwerlich eine Ellipse wie Aaße empfunden, wenn auch am Schluß des Papyrus AaßE töv Aöyov tcov xotAKCöv steht; vielmehr handelt es sich dabei um den freien Akkusativ der Rubriken, worüber Bd. II 2 S. 334,^8. 3°
Auch die stereotype, von altersher gebräuchüche Brief eingangsformel 6 Selva twi SeTvi xaips'v beruht auf der Ellipse eines Verbums, von dem der Inf. Xaipsiv in jussivem Sinn abhängt '). Der älteste auf einer Bleitafel des IV. Jahrh. v.Chr. erhaltene griechische Originalbrief des Mnesiergos (Witkowski ep. pr.^ S. 135), der beginnt Mvriaiepyos etteoteAe (= etteoteiAe) tois oikoi x^^'P^'^ kqI 3S uyiaiveiv, gibt das zu ergänzende Verbum ETTtCTTEAAco mit Sicherheit an die Hand. Schon der gleichzeitig verfaßte Brief des Artikon (Witkowski S. 136) mit dem Ein- gang 'ApTiKcöv toTs ev oiKCOi x^^'P^'^ verzichtet auf ein Verbum finitum-). Die 3. Person erklärt sich nach Gerhard 1. c. 32 flf. als ursprüngliche Meldung des Briefboten; an ein ,,Sichselbstnennen" des Schreibers in der 3. Person ist nicht 40 zu denken. Die Formel diente ursprünglich als Adresse, wurde aber allmählich dieser Funktion entzogen und in den Brief selbst hereingenommen. Ein Beweis
1) Krüger § 62, 3, 12. G. A. Gerhard, Untersuchungen zur Geschichte des griech. Briefs, i. Heft: Die Eingangsformel. Tübingen 1903. Ziemann, De epistularum graecarum formulis soUemnibus quaestiones selectae. Diss. Hai. Sax. igii.
2) W. Crönert, Die beiden ältesten griechischen Briefe Rh. M. 65 (1910) 158 bemerkt: ,,Das Zeitwort, das in der Wendung Gecov 'AiroAAcovicoi xo^'P^i^ ^-^ er- gänzen ist, wird durch das etteoteAe des Mnesiergosbriefes sicher bestimmt. Wenn Apoll. Dysc. (iTEpi cnjvTd^. III 14) an AsyEt oder EÜxerai dachte, so zeigt dies, daß er von der alten Schreibweise nichts wußte, wie sie auch schon die Römer nicht mehr kannten."
6 Das Prädikat. § 144.
dafür, daß man die Eingangsformel eigentlich noch nicht zum Brief rechnete, ist das Asyndeton im Anfang der eigentlichen Mitteilungen. Bald fiel auch gelegent- lich das x^ipEiv ^veg, und die Eingangsformel lautet manchmal Tcöt 5eTvi 6 ÖEiua, z. B. Petr. III 53 (n) i 'ATroXXcovicoi 'Aji^cövios (III^) u. o. So ist die for- 5 mellste Art der Immediatgesuche an den König ßaaiAEi rTToAepiaicoi Zapa- TTicov (= Sir) ohne xot'pE'^: weniger formell ßaaiAel rTToAepaicoi Trapöc Zapa- TTicovos x^^'P^'^ (= Dear Sir). Aber viele Bittschriften, die formell an den König gerichtet sind, tatsächlich aber von den Chrematisten erledigt werden, haben die Form ßaCTiAel FTToAeMaicoi x^^'P^'^ o 5eTva (vgl. die Magdolapapyri) . Steht der Brief-
10 Schreiber mit dem Empfänger auf vertrautem Fuß oder nimmt er eine höhere amt- liche Stelle ein, so ist die Form ZapaTTicov TTToAEMaicoi x^cip^'V. Vgl. die Vorbemerkung der Herausg. zu Teb. 22. In Kopien amtlicher Korrespondenzen genügt der bloße Dativ des Adressaten: z. B. Teb. 33 = W. Chr. 3, 3 'AaKAr|-ind5Ei ; den Brief selbst, dem das dvTiypa90V beigelegt ist, beginnt der Finanzminister mit
15 '(Opcoi x^^'P^'^ (112^); ebenso 27. 18. 94 ff. (113*) u. ö. Wenn in der Überschrift einer Eingabe an Zenon statt der Formel Orröpivrmct Zrjvcovi irapä toö Seiuos PSI IV 416, I steht ÜTTÖuvrina rTeTccKoas (vielleicht FTeTcous? Vitelli) 6 aüAriTtis, so scheint dies auch nach dem Muster der Briefeingänge formuliert zu sein, wobei ebenfalls ein leicht zu ergänzendes Verbum fehlt (III^).
20 Anmerkung i. In der Breviloquenz einer Briefsubskription Zen. pap. 59056
verso 'AttoAAö5otos 9iAötvöpcoTrov (sc. l-maToAriv, wie auch PSI IV 429, 32) UEpl TOÜ TTOTpös (257^) ist das Verbum EypayEV leicht zu ergänzen i). Dagegen ist Bad. 48, 12 XO'P'^ °^^ 1^°' dvTiypd>4;as (126^) der Ausfall von TroiriaEig sehr auf- fallend, zumal da der Brief sonst sorgfältig verfaßt ist. Also entweder Versehen
"^ oder hat die Verfasserin das Gefühl X°^P'^^ statt X^P'^ geschrieben zu haben.
Anmerkung 2. In der Eingangsformel der Briefe begegnet manchmal nicht nur eine Ellipse des verbalen Prädikats, sondern eines ganzen Satzes in der ver- kürzten formula valetudinis: ei EppcoaSE, Kaürös 5' üyiaivov, wobei nach ei IppcoCTÖe ein Satz wie EÖ, KoAcos dv Exoi u. dgl. zu ergänzen ist. So Par. 32 = UPZ 61, 4/5
3° (i6iä). Par. 43 = UPZ 66, i ei EppcooOai (= -aÖE), Eppcopai Se koutoi (sie) (153*)-. Grenf. I 42, 3 ei Eppcoaai, eppcoijieöa Se Kai auToi (H^). Vgl. Ziemann, De epist. graec. formulis S. 310.
Anmerkung 3. Verwandt der Ellipse im Briefeingang ist die Weglassung des Verbums in einer Bankurkunde Zen. pap. 59504, i ff. lluöcov TporrrEjiTTis 'E9ap-
35 pöaTGüi *ApyEO(pcövTOS 5dvEiov (sc. hat ausbezahlt, eingehändigt) etti OrroöriKrii (Illa).
2. in Nebensätzen:
Zeitsätze: PSI VI 587, 1 irposETa^EV pioi ypd<4;ai ctoi, oti TrapEcrrai ei? OiAa5EA<pEiav, cb? dv (sobald) e^ 'Ovveous Kai Moie9Ü|jiio5 (sc. TrapayEvrjTa; 40 oder dvEAÖrii) (III^) -). Ebenso Lond. I nr. 20 (p. 9) = UPZ 22, 13 CTUvr|KoAou- OriKÖTi aoi EIS HToAEiiaiSa ouvETa^a? ,,035 dv eis M£i-i9iv" (162^) — zu ergänzen wohl TTapay£vco|jiai oder irapayevcoiJieöa =^ als er dir nach Pt. gefolgt war, gabst du ihm den Bescheid: ,, sobald ich in Memphis angekommen bin". Dies ergibt sich aus dem Folgenden tcov 5e laeyiorcov öecöv dysioxoTcov (ae) etti toOs töttous
') Möglich ist immerhin, daß an beiden Stellen 9iAdvöpcoTrov als substanti- viertes Neutrum im Sinn von 9iAäv6pcoiTOS einaToAri gebraucht ist und im Nominativ steht, so daß es keiner verbalen Ergänzung bedarf. Vgl. BGU 1441, 45 9iAdvepco- TTOv = Gnadenerlaß (14^). Der Plural in diesem Sinn ohnehin häufig, s. Bd. II i S. 6. Vgl. übrigens Zen. pap. 59037, 13 Aaße 5' t^Tv liriaToAds rrap' auroü Trpös 'A-iToAA65oTov, Eorcocrav Be virkp fipcöv 9TAdv6pco7Toi (257^).
^) Schwerlich hat cbs dv finale Bedeutung, trotz des parallelen Kai !va (4).
§ 144. Fehlen des Prädikats im Nebensatz. 7
a^icö K. T. A. Dieselbe Wendung Par. 25 = UPZ 21, 23. 27 (162^). Vgl. Wilcken, UPZ I S. 204 u. 206. Ähnlich wird beim temporalen cos und öte in der Vergangen- heit ein Indikativ unterdrückt: Zen. pap. 59176, 193 (Ausgabenverzeichnis) 'E9OTCCI, cos eis KpoKoSiAcov TTÖAiv (sc. ETTOpeÜETo), EIS dvqAcADtia (folgt Summe) (255a); 59312, 9 Ev Tfii ö5cöi diTEÖavE 5EA9af, cbs £y OiAa5£A<pEias (sc. ETropEuovTo) (250^); s
59686,3 ÜpTv, ÖTE EK KaVCÖTTOU (SC. ETTOpEUECrQE ) ; 12 ÖTE KpiTCOV (?) S (HI").
Mich. Zen. 61, 16 [öte] ek KpoKoSiAoov ttöAecos (sc. £7Topeu6|jiE0a) (248 — 47^).
Besonders häufig in Relativsätzen: Magd, i, 6. 13 öAov TÖv KAfjpov kocte- CTTTEipEV £v Tcöi ic/ (etei), oiü Ol KapTTOi EIS fö kS (etos) SC fallen, etwa etti- ßdAAouaiv (222^). Petr. III 99, 11 £pyaCTit;ou (yfis), t\v ccütös (sc. EyEcopyEt, 10 nach vorausgehenden und folgenden Ausdrücken sicher zu ergänzen) ; 2 fiv aüxös lyEcöpyEi, 5 fiv ccuToi EyEcöpyouv, 13 <5)v eyEcopyEi ovtös, 18 f|v ocutös EyEcopysi (249 — 48a). In einer Fischrechnung Zen. pap. 59261,4 e^eis TTaxcovs ff ötS Fföcais MpoßdoTios (sc. geliefert oder gefangen hat) Opiacas p (251*). Ahnhch Mich. Zen. 61, 4 EIS toCtto exete, öcs Apöpcov ev KavcÖTTCoi (sc. eAaßE), dpyupiov; (5pax- ^s pds) pjr (248a— 47a). In der Aufschrift eines Kaufvertrages BGU (III) 994 col. I I dTT£5oTO TaeöoTis TrrixeiS crrepE(oü) e, (09' c&v) ToeAgAoOs y (sc. ETrpi- CTo), TTeTEapo-£n6£us (3 ; ähnlich col. III 5 (113^).
Am häufigsten begegnen derartige Ellipsen in den tabellarischen Urkunden der Tebtunenses: 5, 53 Ta üiroKEiiJiEva xP'ni^orra fii (sie) a ek toü ßa(CTiAi- 20 Koö) EIS Tds auvTd^Eis tcöv lEpwv (sc. ÜTTÖKEiTai oder aus dem folgenden auy- KEKpiTai) Kai TCcAAa TÖ ovvKEKpEtiEva (= auyK£Kpi|ji£va) die ausgesetzten Gelder oder was sonst noch aus dem Be.stand des ßaaiAiKÖv zum Besten der Priester- gehälter der Heiligtümer bewilligt worden ist (Preisigke, Arch. V 312) (118^); 93,4 (Steuerliste) as 'Ovvcö(9pis) (sc. liE^ETpriKE) ; so durchweg von dem, 25 der die Steuerleistung besorgt: 5 äs Oafjais (irupoö); 64. 65 (118*); ebenso in der Quittung 94, 24 ff. (nach. 112a); 102,2 5iay£yp(a9as) tö A£i(TOupyiKÖv) toü 5 (etous) dpyu(piou) öktco xct(^KOÖ) 'AZ, as FFETEaGÖxos (sc. eingezahlt hat) (77a ?); ebenso 100, 9. 15 (117 — 116^); 98, 27 cüv (sc. KAripoOxcov) tö (tujiictu) (dpTd- ßi^s) Tfis EV aTTÖp(coi) (sc. yfjs) — zu ergänzen dTraiTEiTai nach 41 lEpäs 30 E9Ö50U fis d-rraiTElTai (dpTdßri) a, verkürzt 58 fis (dpTdßri), 53 fis Eis9opd dTra(iTElTai), 77 cüv tö (f||iicnj) (TETapTov) = 3/4 Artabe (sc. drraiTETTai) (nach (112^). Sehr häufig fällt in Steuerlisten der Ausdruck teAos egtIv = ,,die Steuer beträgt" weg: z. B. Zen. pap. 59012, 14. 108. 117 obv tö fjiJiicnj, 25 cüv TpiTr], 59 Cov
TETdpTTl ; TOUTOU TÖ fj^UCTU (sic) 67, TpiT-q 26. 68; TETOpTTj 60. 7I. 97; TTEpilTTri 65. 35
73 (259*^). statt des vollen Ausdrucks £9' fis (sc. VECOs) oder £9' oö (ttAgiou) ö 5£iva vaÜKAripos Kai KußEpvriTris ectiv begegnet auch der verkürzte Aus- druck £9' oö ö 5£lva Petr. III 107 (e) 16. 30. 33. 40 (III**). £9' t\S TTÖTpcov Kai £9' fis 'HpaKAEi5r|S Zen. pap. 59012, 3. 5. 8. 16. 20. 27. 46. 61. 80. 91. 103. 113 (259a). Vgl. auch ETTi c. gen. Bd. II 2 S. 468,36. Zen. pap. 59060, 4 ÜToAEiiaicoi 5e 40 9aiv£Tat, öaa KaT' d[v6pC0TrGv] {— nach, menschlichem Ermessen), ÖTi tcöv vOv dAi90|ji£vcov KpEiTTCov Tr[£9UK£v?] (257^).
Anmerkung 4. Im Unterschied vom Königsjahr wird das Finanzjahr formelhaft bezeichnet mit cos cci irpösoSoi (sc. TrpÖTTGvrrai oder TEAoövrai): Magd. 35 = W. Chr. 56, 3 toö e (etgus), cos oti TTpösoSoi = im 5. Finanzjahr 45 (217a). Petr. I 28 (2) 2 = III Introd. S. 8 (Itous) la, cos 5' [ai irpöslGSGi, (etous) ß (235 oder 225a); III 58 (d) I. 6 (Illa).
In Bedingungssätzen erscheint nicht eigentlich als Ellipse, sondern ledig- lich als verkürzte fest gewordene Formel ei 5e \xt\ (selten kav Be pifi) ohne Verbum das aus einem vorhergehenden positiven oder negativen Gedanken zu 5° ergänzen ist. Nicht selten tritt ei 5e iJifj in Gegensatz zu einem Bedingungssatz mit El oder edv \iiv, der teils einen Nachsatz bei sich hat, teils aber auch ohne <5rTTÖ5oais
8 Das Prädikat. § 144.
bleibt, worauf el 5e pr) nach einer Aposiopese zu einem wichtigeren Gedanken übergeht ■) :
a) nach einem positiven Gedanken:
Hib. 63, 8 orrrriiTei tt^v Tiuf^v toO ampiiaTos* ei 5e iJiri, (d. h. wenn ich nicht 5 bezahle, widrigenfalls) £911 KOÖe^Eiv töv xöpTOV \iov (nach 265a). PSI IV 400, 7 60TIV av aiT090priaa) (im Sinne von ,, bebauen" ?), ävaTrAripcoCTco äKivBuvov ttu- p(cc)v) (äpTOtßas) r eI Se \xt\ (andernfalls), i (Spocxuäg) Tfjv (apoupav) (111^). Wilck. Ostr. 1150, 11 wiiocTEV äiTOÄOEaöai aureus' ei 5£ tJir), IpXECiSai etti töv etti- OTÖTTiv (134*). Teb. III, 9 äpTdßas iE dTTOHETpriaco ctoi ecos riotüvi X" tav bk \it\,
10 d7TopETpr)CT(J0 Kai ttiv fiiiioXiav (116^). Denkbar freilich auch iav 5k \iT\ crrrotJ£Tpr)aco, Kai T. f). Formelhaft in Beamtensubskriptionen: näAiara SiöAuaov aürous" eI 5^ |iri, ÖTTÖaTEiÄov TTpos f^iiäs, z. B. Magd. 7. 10. 16. 18. 19 verso (alle III^) usw. Ähnlich Zen. pap. 59157, 2 Kai öircos pidXiaTa \xbv (puröc TrÄEiova, ei Se \xr\, \xt\ äAdaaco Tcöv T KaTa9UT£uaEis (256a). Mich. Zen. 21,6 eI 5e pr), toöt' av ettoioüijiev (257a).
IS ß) nach einem negativen Gedanken:
Eleph. 3, 4; 4, 5 ixi] E^EaTCO ETrEAÖEiv ett' 'EAä9iov eI 5k \xt\ (d. h. wenn sie es doch tun), fj te £9060$ auTois ccKupos laxco k. t. A. (284 — 83a). Ebenso Lond. III nr. 879 (p. 19) 29 (123^). Tor. VIII 33 (119*)- PSI IX loig, 11 (iioa). BGU (III) 998 II 9 (loia). Grenf. II 25, 19; 26, 17; 28, 17 (alle 103a); 30, 21 (102^);
30 33, 12 (loo») usw. Rev. L. 40, 5 \xt\ TrpoiEaöco 6 KcopctpxTis £k Tfjs Kcbpris- eI 5k
|if), önroTivETCO ; 49, 8; 50, 18; 51, 25 (258a). Hib. 148 descr. laf] E^ouaia eotco
nöpcoi uriTE ÖTTOKOiTElv \XT\Te ot9ripi£p£Ü£iv ' eI 51 (if) . . . (Ilia). Par. 62 = UPZ 112
col. V 9 EIS x^pct o^ÖEvi oO0£V 5cbaouaiv ei 5e uri, oü Trapa5Ex9ricrETai (203 — 02a).
y) nach einem Kondizionalsatz mit ei (eocv) hev:
25 Der erste Bedingungssatz mit diTÖSoais: Zen. pap. 59240,1 irepi tcöv
f)ui6vcov (4) KaAcös dv -rroiriaais, e\ \xkv ETTiuEpieAriCTai- ei 6£ [xt], 9povTiaas, ötrcos dTTOO-TaAcöaiv, (8) Kai kav [xkv ccütos irapayEvrii, [kocAcös dv Troiriaais] nvrjcrOEis ripTv TTEpi toütgu- eI 5e pf), ypdvpas r]\x\v TTEpi aÜTcov (257a). Rev. L. 48, 9 Kopt- jiaöcoaav Tds Tiiads, eov \ikv Suvccröv fit, auOriiJiEpöv eI 5<£ h>ti (sc. oüOrmEpöv), \ir\
30 E^EAeOUCTCÖV TÖÖV TTEVTE T]\X£p€dV (258a) =). Edg. 62 = SB 6768, I4 El (JIEV OÖV ÖIEIAe-
^ai Tcöi KpcrriTTTTcoi Kai ÜTTOCKriKOE, KaAcös dv £Xo>" £i 5£ \xt\, eti Kai vüv \j.t\ jrapEpycos aÜTÖ TToiTiaas (1. -arjis?) (242 — 41^). PSI V 534,8 d-rröaTEiAov to dyyEla Kai Td ÜTTojüyia, käv Suvotröv fir ei 5e \xr\, to dyyeia uövov (111^); VI 552, 19 edv \xkv TTOtcöaiv f)5£Cos avrrd, ßsATtaTa (gut !)• ei 5e \xt] ys, KaTduAEuacv aü (269 oder 35 231a). Genf. 21, 19 dTTo5ÖTCo ttiv 9EpvTiv irdaav 'OAupiridSi, £dv jfjf eI 5k \xr\, ToTs eyytaTa ysvEi oöai (IIa) usw.
Der erste Bedingungssatz ohne Nachsatz (dvairöSoTOv) 3) :
I) Kühner-Gerth II 484 d. Schmid Attic IV 112.
1) Nach Witkowski GGA 1897 S. 472 nur el 5fi (=5£) \i.t], e^eAöouctcöv t. TT. T\. = wo nicht, so doch (gleich) nach Ablauf der 5 Tage. Der Sinn nicht ganz zutreffend; denn die Buße muß entweder so fort oder jedenfalls vor (nicht nach) Ablauf der 5 Tage bezahlt werden.
3) W. Crönert Rh. M. 65 (1910) 159 bezeichnet das dvairöBoTOV (cf. II. A 135) als ionischen Sprachgebrauch, den er mit Beispielen aus Hippokrates belegt. Aber Radermacher N. T.^ 27 weist im Anschluß an Ev. Luk. 13,9 darauf hin, daß die griechische Sprache von Herodot bis zu den Papyri diese Aposiopese kennt. Locus classicus ist Lys. Cnr. d5uv. 2 ei [xkv ydp EVEKa xP^ltJ^öt^^v he auK09avT£T — , el 6' cbs ^öpöv EccuToO p£ TiucopEiTai, vj^EuSETau Vgl. auch Wilhelm, Beitr. zur griech. Inschriftenkunde 201. Belege aus klassischer Zeit (vgl. Bd. II i S. 293 II I a) : X£Ai5oviapös bei Ath. VIII 360 c eI \iiv Tt 5ocia£«s — , el 5e \i'f\, oOk idaopev. Soph. fr. 458 Pearson. Plat. Prot. 325 d. Aristid. or. 13 p. 219 D. Xen. Cyr. VIII 7, 24 eI [xkv ouv eycb Opids 5i5daKco, oTous XPH irpös äAAtiAous elvat
§ 144- Fehlen des Prädikats im Nebensatz. •'
Hib. 47. 25 Kai Toüs p6axo^5 ^l pev dTT£a<TaA)Kas eig AiKcoiJiiav — , ei 5e |ir|, onröaTEiAov f|5r| (256a). PSI IV 400,12 ädp |ji£v ßoüArit eK9Öpia SiaÄüeiv - — , ei 5e pr), Tiiifjs TT^v (äpoupav) (5paxPtöv) y (dvonrAripcöaco) (111=1); 421,7 et pev 5i5oIs -fmelv — , ei 5e [xt\, criTo5patioütJL£0a (III^); VI 584, 18 ei 5üvri oöv ourds oiKO- vo|jiriCTaa0ai, iva aürä? drTevevKcopiai (sc. oiKovouriaai) - — , ei 5e ptf) ye, ev tcoi ira- s pövTi Kp(i6fis) (dpTdßas) K eis Tpo9fiv T0T5 1x00X015 (sc. oiKOvoiJiriaai) (III^). Mich. Zen. 57, 13 ei \xkv 5uvaT6v irposTayiJia AaßeTv — , ei 5e piri, otUTÖs dvdrTÄeuCTOV (248^). Auf den nachsatzlosen Bedingungssatz folgt ein begründender Hauptsatz ebenda 7 ei \xi.v 5\jvr\ ocütös örrö CTcarroO evruxeiv — (gut!), oü ydp eixiTriSeiov f\v rmäs ypd9Eiv. Über Artemisiapap. = UPZ i, 3 ei [xkv oöv 5iKaid pe eTToiriae ^"^ usw. vgl. unten S. 90,16.
Anmerkung 5. Lediglich als Schreibversehen ist zu betrachten Petr. III II, 18 edv 5e ti dvöpcbirivov (sc. irdOco), KaTaAeiTTCo (235*) gegenüber den zahl- reichen Beispielen der Testamentsformel edv 5e ti dvöpcÖTTivov Ttdöco (-rrdaxw), KoraAeiTTco xd ü-rrdpxovTa tcoi 5eTvi. 'S
In einem Finalsatz mit oiroos begegnet ein überaus harter, wohl als Lapsus zu bezeichnender Ausfall des Verbums Zen. pap. 59036, 12 öttcos oöv toOtö Te Kai TÖ 5o0EV 'EKaTcovöncoi, edv Te cpaivriTai aot, Siaypdvfrjis i^TiSeicoi, edv Te ßoöArit (zu ergänzen etwa oiKOVOufiarits dAAcog), ßeATiov ÜTreAaßov eivat TtdAiv ypdv4;ai aox Ttepi toütcov (257^). Ein Verbum fehlt in einem mit öttcos av eingeleiteten 20 Aufforderungssatz (nach Vitelli z. St.) PSI IV 432, 4 ei 5e rrupocpöpov 6eAets (sc. Tf]vyfiv), ÖTTCOS Sv TÖ aTTEpiJia eTTi Kaipoü (sc. xopTlT^ÖH' oder eToiiiov fit) (HI*). Eine andere Auffassung der Stelle bei H. Ljungvik, Beiträge zur Syntax der spätgr. Volkssprache (1932) S. 49 f. Vgl. unten S. 205,5.
Eine Reihe besonders harter Ellipsen von Partizipien und Infinitiven «s seien im folgenden erwähnt: Hib. 100, 2 eis toüto Kopi^et (erhältst du) Tiapd tcov Td dcoiAia (etwa TeAoOvTCOv?) e (5 Drachmen) (2673-). Noch auffallender und kaum mehr verständlich Tor. XIII = Mitt. Chr. 29, 4 = UPZ 118 die amtliche Bezeich- nung xpTlt^ocTicrrai tcov Tds ßaaiAiKds (136^). Vgl. Frankfurt. Pap. 7 (Philo- pators Zeit). Zu ergänzen ist (nach Wilcken UPZ I S. 547) evTeü^eis und ein 30 Partizip wie XpriuaTtjövTCOV = Chrematisten, die zu denen gehören, welche die an die Könige gerichteten Klageschriften behandeln. Anders Mitteis Chrest. I S. 25, -der Tds ßaaiAmds BiKas KptvövTCOv ergänzt. BGU VIII 1827, 11 oJ Td ßaaiAmd Kai 7rposo5iKd Kai iSicoTiKd KpivovTCS xpni-"^Tio'Tcci, aber 16 abgekürzt tcov Td ßaaiAiKd (52^513) 1). — Ein Infinitiv ist (durch Versehen?) ausgefallen in der Acker- 35 tabelle Teb. 89, 72 f^s ne(pos) (sc. eaTrdp6ai) (113a), wie der volle Ausdruck 61 (b) 324 (118*) lautet. Aus dem Zusammenhang läßt sich ein Infin. ergänzen in einer Lohnabrechnung für Landarbeiter SB 6797, 8 ff . =25 ff. Toös ev Tcoi ß irept- X&bpiaTi 5idTÖpayd5as (26 paycoSr) rissig) eivai Kai \xt[ 5\jvaoQa\ aivö dpÖTpou (sc. Ipydjeaöai), da der Boden rissig ist und man ihn nicht mit dem Pflug be- 40 arbeiten kann (255 — 54^). In einer Übersicht über Weinertrag Zen. pap. 59661, 4 dva9epei \xe pie(Tpr|Tds) pK (sc. exsiv), eyco 5' exco pe(TpriTds) pt), ebenso 7 (III*). Die Zahl der verstümmelten Sätze in den Papyri ist so groß, daß eine Auf-
— , sl 5e \ir\, Kai irapd tcov Trpoyeyevrmevcov pavSdveis; id. Memorab. III I, 9 ei pev Toivuv, e9ri, Kai 5iayiyvcbaKeiv ae toüs dyaöoös Kai toüs kockoOs e5i- Sa^ev — , ei 5e \xt\, tI aoi Ö9eAos cäv euaöes;
') In diesem Zusammenhang ist zu erinnern an ähnliche Fälle aus Lucian (F. Kersten, De ellipseos usu Lucianeo, Kiel 1891, S. 16), LXX (Exod. 16, 18), N. T. (Paul. 2. Cor. 8, 15), denen beizufügen sind Schol. Soph. El. 157 (ö Td Kvrrrpia) und die von K. Frachter, Byz. Ztschr. 19 (1910) 316 aus Theodoros Prodromos gesammelten Stellen. Der früheste Beleg ist aber Simonid. frgm. 143 Diehl töv TpayÖTTouv i\xk flava, töv 'ApKdSa, töv koto MrjScov, töv \iex' 'AOrivaicov ktX.
10 Fehlen des Prädikats auf Inschriften. § 144.
Zählung sämtlicher Beispiele aus dem Rahmen der Untersuchung fällt. Sehr hart ist der Ausfall des Verbums im Nachsatz z. B. Zen. pap. 59034, 10 ff. TtpoSEU^ä- pevos 6s oÜTcoi, eäii pE Oyiäarii, Siöti uttouevco Tf|V Ar^iTOupyiav Kai Troiri[CT£i]v [eher -rroii'iaco ?] t6 U9' auroö (= utt' aÜTOÖ) TrposTOCTTÖpiEVOV — zu ergänzen ist 5 üyiäa6T)v, wie aus dem folgenden etteI SeTÖxiOTauyiAcrOriv zu entnehmen ist (257*).
B. Auf Inschriften.
1. In Weih in Schriften fehlt fast regelmäßig das Verbum (dv- EÖTiKE, dvEÖriKav, iSpuaE, iSpucraTo u. ä.), wie schon auf attischen In- schriften (Meisterhans-Schwyzer 196, 6 e):
10 Älteste Beispiele Or. gr. 18 'ApTsptSi ScoTEfpai uiTEp ßaaiAscos TlToAEiiaiou
'ETTiKpoTTis 'A6rivaTos (sc. weihte die aTriAt]); 19 (Basis einer Statue) ßaaiAea FItoA. ScoTfipa Ai65oTos 'Axctioö; 20. 21 (alle 306 — 285a); 30 — 33; 52 f. (285 — 247*); 60, I ßaatAEÜs rTToA. Kai ßaaiAiaaa BspsviKri tö tehevos 'OaipEt; 61 f., 64 f. (alle 247 — 222^). 68. 75. 82 f. (225 — 205*); 92 — iio (205 — 181^); vgl. 96(205 —
IS 181») und 726 (246 — 222»), 103 (181 — 172a); 106 (172^). 129 (3aa. HtoA. EÜEpy. TTjv TTposEUXilv (Synagoge) aouAov (146 — 116»). 195 {33^); 196 (32^); 197 f. (c. 23*). SB II 64 ÜTTEp ßaaiAECos TTtoA. Kai ßaatAiaaris KAEOTrorpas "ApEios 6 crrparriyös t6 TTToAEpaTov Kai töv Opovov 'EpnEi 'HpaKAEl (181 — 146^); 1567 = W. Chr. 51 Guripi tö i£p6v Kai to TrposKÜpovTa Eipr)vri Kai 0EO^£va (244 — 21»);
ao 3444 6eois Träai Kai Träaais toüs ßco|ious TTuOoyEiTcov NeiAcovos (HI^) ; 7245, 3 ßaaiAEi IItoA. ATroAAöScopos tö yuiJväaiov (221^) usw. Bemerkenswert sind die verhältnismäßig seltenen Fälle, in denen in der frühesten Zeit das Verbum ein- gesetzt ist: so in der hochalten hieroglyphisch-griechischen Weihung SB 1694 MEAdvOiös \xs dvEÖriKE twi Zrjvi Grißalcoi OKaAua (sie) (nach Smith VI»).
25 Ptolemäisch: Or. gr. 17, 4 Sapäm, "lai Apaivörj tö lEpöv ISpüaaTO (308 — 306^); 17 'A6rivät ZcoTEipg NiKri rTpa^iSriiaos töv ßcopöv dvEÖriKEV (306 — 285^); 22 ßa- aiAEO ütoA. ApioTcov Auai9ävEUS dvEÖriKE (265 — 60^); ebenso 25 dvEÖriKEv; 28 iSpüaaTo; 29 öveötikev (alle III^).
2. In Danksagungen und Gelübden fehlt regelmäßig nach 30 Euxnv das Verbum (eOeto, EiroiriaaTo):
Or. gr. 69 ÖEoTs piEydAois ZauoOpa^i 'AttgAAcovios Scoaißiou CTCAiÖEis £y psydAcov KivSuvcov EÜXTlv (III^*^); vgl. 70. 71. SB 172 6e5: HEyiorri Siaivfis ÜTiEp EauToO Kai Tcöv TEKvcov EÜxn^ o'WTHP'c^S (um 200a); 293. 633 (ptol.); 1162 CnrEp ßaaiAECog FItoA. Kai ßaaiAiaar^s KAEOTrcrrpas Kai tcov tekvoov aÜTcou BoußdaTEi ZcoTEipai 3s Ztoctivikos Kai OiAcoTEpa fj yuvfi Kai toc TEKva eüx^^ (146 — 117^^); 2596 (III*); 4623,10 (loi»); 5769 (ptol.); 6253, 10 (137'»); 6256 (IIa); 6310 (c. 131») usw.
3. In den -n-posKÜ vripa-Inschriften fehlt nicht selten das Ver-
bimi (f|KCO, ^KEl, fjAOEV, d9lKETO):
mit Verbum: SB 1053 'ApuvTfias TupiräAcu fiKco eis "AßuSov irpös töv
40 ZdpoTTiv (unb. ptol.); 1060; 1062 d9iK£To; 1063 fiAÖE irpös töv Seöv; 1064 ^kco
(IIa); 1073; 1075 (IIa); 3727a AripiriTpios Kai 'Appcovia tikei, 'PöSoov Kai 'HSioTri
flKEi (IIa); 3745 EOviKOS fiKCO (Ia);3756; 3759; 3761 und 3766 d9iKETO (11*);
3770—3773 f|Kco; 3789 (la), 3791 (IIa) usw.
ohne Verbum: SB 1054 niypris TTiypous 'AAiKapvaaEUS ctcoOeIs Tipös töv 45 IdpaiTiv (unb. ptol.); 1056 lÖTupos, rTpcoTÖpiaxos, TapouAäs acoÖEVTES irp. t. Z. (IIa); 105g (unb.); 3751 IcoTripixos SevoSIkgu acü0£is;3752 'HpÖ9iAos rrpös töv IdpoTTiv (beide 11*) usw.
145-
Ei|ii und ytvopai selbständige Verba. 11
4. In j ü d i s ch e n £ 0 Ao y 1 a 1 kann das gewöhnliche eOAoyel t6 v 0e6v fehlen :
Or. gr. 73 eOAoyei tov öeöv rTToÄEiJiaTog Aiovuaiou 'louSaTog (III^); aber 74 06u5oTO5 Acopicovos 'louSalos aco6eis £k TreAäyous (sc. EÜAoyET tov Öeöv) (III*).
5. Auf einer Siegerinschrift:
Strack, Ptol. Inschr. Arch. III p. 127,2 dppiaTi teAeicoi ßaaiAEÜ? rTToAEpaTos s OiAoiräTcop (sc. £viKr|cr£) (221 — 216a).
6. Auf einer Grabinschrift;
Strack, Ptol. Inschr. Arch. III p. 127/128, 4 Z, 5 etous Äs tö Kai a (etos) EIS öeous (sc. laET-qAÖE) (145*).
Anmerkung 6. Nicht um eine Verbalellipse, sondern nur um eine Zusammen- ^° Ziehung der Sätze handelt es sich, wenn in Vergleichungs- und Relativ- sätzen ein gemeinschaftliches, beiden Sätzen angehörendes Glied nur einmal aus- gedrückt wird (Krüger § 62, 4; Kühner-Gerth II S. 572). Zu ergänzen ist
a) ein Verb, finit. (Kühner-Gerth II 493,3): 15 Petr. III 141, 20 Exco, as TTOpoc 'AttoAAcoviou (sc. £X") ötpTäßas (III'').
Par. 13 = UPZ 123, II avvEivai outois cb? övfip Kai yuvf] (sc. aüvEioiv) sie sollen mit einander wie Mann und Frau zusammenleben (157 — 56*). Lips. I 104, 26 SnrAä fiulv <5)v AiOCTKOupiSris (sc. fiialv ttoieI) ttoieT (96 — 95^). Vat. A = UPZ 60,9 f|ßouA6nriu 5k Kai as TiapayEyovEvai eis T-qv ttöAiv, Ka0äiT£p Kai Kövcov Kai ol aAAoi 20 Ol doTEiAriiatiEvot -rrdvTES (sc. irapayEyövaai v) (löS^). In der häufigen Formel KaOctiTEp £y 5iKr)s (wie auf Grund einer Privatklage) ist jedesmal das betreffende, meist vorangehende Verbum zu ergänzen: z. B. r\ 5e irpa^is eotco tcöi SeIvi TTpdCTaovTt Ka0dTr£p iy Siktis (sc. upötaaEi) Eleph. i, 12 (311''). Amh. 46, 11; 47, I4( 113'*); 48, 13 (io6a). Grenf. II 18, 27 (127a); 21, 24 (113*) usw. Teb. 5, 97 25 drrö 5£ toö 6 (etous) Trävras teAeIv Ka6d Kai c! dAAoi o! tt^v airopiiiov kektti- PEVoi (sc. TEAoOai) (118 — 117^) usw.
b) ein Infinitiv:
formelhaft in Bittschriften: ypd^^ai ois KaÖTjKEi (sc. ypd^^ai) Magd. 9, 4 (218a) uad oft. Teb. 38, 7 KcrraaTfivai £9' oOs (sc. KCcraaTrivai) KaöriKEi (113a); 30 53, 23 ÖTTCOS TÜXCOCTl cbv (sc. TVXElv) TTpOSTlKEl (iio^). Amh. 6i, i6 auvTTpooö (weise an) tös SioKoaias (dpTdßas) 5i' <5)v KaöfiKEi Kai £i'0iaTai (sc. auvirpoiE- (jöai) (163a'). Hib. 74,4 AoyEuovTES Trapd &)v Kai rrpÖTEpov eicoOei (sc. AoyEÜs- C70ai) (249a-). Wessel. Stud. I i, 13 yp^Pe^os oIs 'iotw (sc. xP'HO'öccO (H**)- Par. 26 = UPZ 42 unlv 5£ yivoiTO KpoTElv Trdar)s fis dv (sc. KpaTEiv) aipfia0£ y^öpotS ^-^ (163a). Amh. 49, 7 fi TTpä^is ECTTCO OiAoupEvrit e^ oü dv aipfiTai (.sc. irpdaaEiv) (108*). Par. 32 = UPZ 61,5 yivcooKE [ix] 5uvaa0ai lae Soövai t6 heAei (= heAi) Koi Td AoiTid, d poi EipriKris ( = EipriKEis oder Eipr|KEs) [sc. 5oOvai], 'AcbyxEt (162») usw.
§ 145. Eim' und yivopiai teils als selbständige Verba teils als Kopula
gebraucht. ')
Eini und yivo^ai haben ursprünglich die konkrete Bedeutung eines selbständigen Verbums, wurden aber auch von Anfang an als Kopula (Aussagewort) mit einem Praedicativum (Adjektiv, Substantiv oder Nominalersatz) gebraucht.
') Kühner-Gerth I §353 S. 37 ff. Gildersleeve Synt. I 60 — 63.
12 Eipi selbständig'. § i45'
1. Die konkrete Bedeutung haben die ptol. Papyri in folgenden Fällen erhalten:
A. eiiii. a) von Personen:
s I. —sich irgendwo befinden, aufhalten, verweilen:
Petr. II lo (2) 13 Kai vöv ev Tcöi e9rip6peuTripicoi (Haftlokal) eipii (nach 240*). Eleph. 9, 2 icfaaäv ae elvai ev Surivrit; 14, 24 ecos eti ev toTs kükAois eiaiv so lange sie sich noch am Auktionsplatz befinden (223a). Magd, i, 4 ouros pou ev 'AAe^av- 5p£iai irpös KpiaEi (vor Gericht) (222^). Passal. 10 6 ttctttip oütoü ecrnv evraOOa
10 (III^)- Teb. 44, 6 0VT05 liou ev tcöi pieyöAcot Maieicoi; 47, 3 övrcov f)ncöv ev twi TreSicoi TTpös T0T5 epyois (beide 113^). SB 5216,4 'HpotKAeiSris TeTeAeürriKev Kai Eonv (liegt) ev toTs -rrap' ujjieiv veKpiaig (I») usw.
2. = in einer Lage oder Klasse sich befinden:
Petr. II II (i) 8 ypä9e 5' fiialv, ev oIs ei wie es dir geht (III*). Teb. 58, 41 15 ev oIs elaiv (ex quo numero sunt) oi 5ia toö vopioö Kconoypantiareis (m*).
3. rein konstatierend = da sein, vorhanden sein, in Betracht
kommen :
Par. 10 = UPZ 121, 17 eoTiv 5e Kai 6 CTUvoTToSeSpoKcbs ourcöi Bicov da ist aber auch B., der mit ihm entlaufen ist (156*).
20 b) von Sachen:
1. = da sein, vorhanden sein, vorliegen, zu Gebot stehen, zuteil werden :
Hib. 43, 4 oü yctp eaxtv ') ev Tfii iTÖAei ariaapov (261*). Zen. pap. 59033.4 irap' r\\iiv poo^eOiaara oÜKeari; 59044, 10 toö «^lUKTfipos Kai vf/UKTriptBiou
25 Trapd Tcöi ßaaiAel eori (liegt) ypa9ri (beide 257»). Edg. 106 = SB 6989 eoTiv 6 Kaipös (der Zeitpunkt ist da, ist gekommen) toö dvevEyxai auTCt (III*). PSI IV 424, 19 axpi EOTt Kaipos; 426, 15 6 yäp Kaipös vöv ecttiv (III*); V 533, 6 Toc 5e ^üAiva ediJi \it\ f\\, ev TTÖAei ecrrai (III*). Eleph. 10, 8 eaTiv to 7T6TrrcoKÖTa cöaTE eTTCcKoAou6eiv die eingelaufenen Beträge liegen zur Kontrolle bereit (223*).
30 Petr. II 40 (a) 14 öAiyos xpövos uplv eaTiv steht zu Gebot (223*). Magd. 1,6 ouöevös övTos \io\ irpös aüröv CTUvaAXöyiJiaTos (222*). Teb. 46, 21 = 47, 20 oCr- 6evös ottAcös övtos poi irpös ocuroüs ohne daß ich irgend etwas (einen Streit) mit ihnen hatte; ebenso 45, 25 (alle 113*). Zen. pap. 59251, 8 oOrcos ydp f\\xiv \iaKKov eorat Tct 5eovTa werden unsere Bedürfnisse gedeckt sein (252*). PSI IV 414, 6
35 öpäis, ÖTi ejiol oÜK eaTiv ouTe Adxavov oCrre dXAo oOOev (III*) usw.
2. = stattfinden, geschehen, sich ereignen; geschrieben stehen, lauten, gelten; herrühren:
Lille I verso 12 toöto eorai errl Tfis niaOcoaecos dies wird geschehen be- züglich des Pachtvertrags (259 — 58*). Teb. 58, 59 eoTai 6 5idAoyos ecos Tf^s A 40 TOÖ TTaxcöv (iii^). Lille 10 fragm. 3, i ecrnv oOv ö Aöyos die Rechnung lautet; 11,7 ecrnv 5e tö koö' ev das Verzeichnis lautet (III*); ebenso Teb. 47,34 (113*). Lille 26, 4 KoOcbs Iotiv ( = yeyponrrai) e-rri ttis 5iaypa9fis toö [eis tö] le
») Über den Akzent Krüger § 38, 2 Anm. .(.
§ 145- yivo|iat selbständig. 13
(Itos) OTTÖpou (III*); 29 I 10 Korra toüs vöpous toüs Trspi twv oIketcov övras (gelten) (III»). Rev. L. 17, lo covri, e^ fjs tö ^TTiyEvriiia eaxiv die Steuer, von der der Überschuß stammt (258»). Par. 62 = UPZ 112 IV 15 6 XEipicrpös euTax (soll vollzogen werden) 5id tcöv ypopucrrecov (202^).
3. bei Maß- und Zeitangaben = betragen, ausmachen, ver- 5 flössen sein ' ) :
Lille I recto 4 laxiv f\ rrepipeTpos axoivia u der Umfang beträgt (259 — 58a). Hib. 114, 5 ecTTiv 5e fi ö[va9opd (Rate) drrö Mexip £cos 000091 (Spoxucxi) x (244*); iig, I 6OTIV TÖ EK96P10V Toö KÄr)pou irupcov (dpTdßai) x (nach 260^). Edg. 65 = SB 6771, I ecTTiv t6 Bdyeiov dpyupiou (Spoxpoci) x (243'^). Teb. 60, 2 10 ECTTIV TÖ dvcxypa96|Ji£vov £60905 yfis (dpoupai) 'Avf (118^); 164,20 150805 '60pcu Kai noXetJicovo5, f\ ecttiv Tr(rix£is) ß eTri iJifiK05 (11^). Lond. III nr. 1200 (p. 2) 7 Tfi5 CTUVTitJifiCT£C05 OUCTT15 (Spocxpcöv BtotKOCTicov) die Schätzung betrug 200 Dr. (192 oder 168^). Lond. I nr. 23 = UPZ 14, 68 dvEVEVKElv, ttöctov eotoi = wie viel es kosten werde (158*). Edg. 106 = SB 6989, 4 ecttiv ccOtoTs ir) fipiEpai, 09' oö 15 EpydjOVTCTl (III*).
Über den Genit. qualitatis, pretii, mensurae mit Eivai s. Bd. II 2 S. 219,1.
4. ECTTt = E^ECTTl (Bd. II I S. 165) :
Petr. II 13 (19) 2 ouTco ydp Eorai tuxeTv, io ecttcti kctI 0£Ü5copov Kcrra- 20
AEl96EVTa TOtUTÖ TTOIEIV (c. 252I); 16,6 CJJl Ei51£Vai ECTTIV •ITpÖ5 TÖV ßaCTlAECT (111=*); 19 (2) 4 OUTE EpyOTTlV ECTTIV EUpElV . . . (246*). ReV. L. 21, 12. 16 EOTCO KOAeIctÖOI
(258a). PSI VI 604, 2 EOTi ÄaßEiv (Illa). Zen. pap. 59192, 9 iTEtpdCTOiJiat, Edv r\\ (^E^fji), TTposocyopdCTai ctoi £15 dp(Tdßa5) k (255a); 59225,5 Edv t\\ piKpoö Tivos AaßElv wenn es zu billigem Preis erhaltbar ist (253*). Par. 47 = UPZ 70, 23 25 OUK EOTI dvotKuv|^a<i HE> TTÖTTOTE (slc) (152*). In Testamenten formelhaft Eir) pioi uyiaivovTa epe tcöv eijocutoö OirapxövTCov KÜpiov Eivai, z. B. Petr. I 21 = III i col. 2, 3 (237*) u. o.
B. yivopiat. a) von Personen: 3°
1. = geboren werden, abstammen:
Petr. III 2, 20 TÖV E^ Epoö yeyEvrm^vov (237*). Gen. 21 + Monac. -{- Bodleyan. — Mitt. 284, 17 V-r\ ovtcov 5' aÜTois tekvcov e^ dAArjAcov f\ Kai y£VO- liEvcov Kai diToyEvouEVcov (wahrsch. 11"). BGU iioi, 21 tö y£yovÖ5 fiHElv e^ dAAfiAcov TTai5iov (I*). 3S
2. = dasein, vorhanden sein, sich aufhalten, (zu einer Klasse) gehören :
W. Chr. 327, 18 ETTi TCÖV töttcov yivötJi£V05 (107'*). Par. 26 = UPZ 42, 12 tcöv TTpoTCÜ yEvrjOEiCTCÖv 5i5uncöv die früheren Zwillinge (162*). Über ö yEv6tJi£vo5 = der ehemaliges. Bd. II i S. 173. Teb. 61 (b) 362 tcöi yEvo^Evcoi ev T0I5 TrpcÖTOi5 40 9iAois der früher zu den ersten Freunden gehörte (118 — 117*)-
3. (im Aorist) = kommen, ankommen, gehen; (mit öttö) sich ent- fernen, fertig werden:
') Krüger § 60, 2, 3. Kühner-Gerth I S. 37, 3.
14 yfvopai selbständiges Verbum. § 145.
Petr. II 10 (2) 10 yEVOnevou \iov irpög Tfii öüpai (III'*). Zen. pap. 59080, 2 iy£vö\xr\v tn\ [xaTs OOpais 'ASSaiou] (257a). Teb. 13,7 yevopievcov (fipicöv) Kcrrä TÖv l^oycoyöv als wir bei der Schleuse angelangt waren (114^); 45. 23 = 47, 17 yevöpEvoi ev5ov drinnen angelangt (113*). BGU 1123,7 EUÖetoS yevöpievoi eiri 5 Tcöv TÖTTCov (I*). Über yiv£a6ai dorö tivos = von etwas entfernt sein, etwas hinter sich haben' vgl. Bd. II 2 S. 381,15.
b) von Sachen:
1. = geschehen, sich begeben, sich ereignen, erwachsen, Zustande- kommen :
10 Petr. II II {1)6 toOto yivETOi dies begibt sich, dazu kommt es (III*);
13(19)5 EÖv Ti Twv Korr' avSpcoirov yivrjTai (258 — 53^). Par. 45 = UPZ 69, 4 av£u TCÖV ÖECöv OU0EV yiVETOi (152a). Teb. 50, 30 yivsaSai (erwachsen) |jioi t6 TTpoKeitiEvov pAäßos (112a). Rev. L. 9,5 eccv rrpöypaiJipa [TTEpi Tfis irposöSou?] Tais cövals yEvriTai wenn ein Steuerprogramm zustande kommt (258^). Edg. 11 1
15 = SB 6994, 17 ECCV Se TIS XP^*^ '^°^ TrXoiou yivr|Tai so oft das Fahrzeug benötigt wird (III^) usw. Über unpersönliches yiVETai = es kommt vor, begibt sich mit Infin. s. Bd. II i S. 307 ß.
2. = einlaufen, eingehen; jemand zukommen, zustehen, zuteil werden :
ao Hib. 29, 6 Tcc yivöiaEva teAti die einlaufenden Zölle (nach 265*). Rev. L. 3, i
Tfis yivotJiEvris irposöSou (258ä).Alex. 4, 3 Tipös t6 [xt\ yivEaöai twi ßaaiXEi t6 XpilCTi^ov (III^). Eleph. 19, 21 OTTCos ttAeTov yEvtjTai tcöi ßaaiAEi (223**). Hib. 115,4 Eis TOÖTO ypacpouai yE[ivE0^ai] Mex^P TpicoßoAov hiefür werden bezahlt 3 Obolen (nach 250»). Petr. II 40 (b) 7 ToO yEvopiEvou aoi yAsuKOUs von dem dir
25 zugefallenen Most (III'*). Hamb. 24, 12 t6 yEvöiasvov ccÜTcöi (von ihm geerntet) ar|aa|jiov (222^). Hib. 90, 11 ctTtov töv yEvöpiEVOV ev Tfji yfit (222^). Lille 3, 37. 40. 66 dpiönfiaai r\\iiv tö yivopEvov 6^)(J3v\ov Kai tt^v yivoiJiEvriv (zustehend) auv- Ta^iv (241 — 40^). PSI V 531,9 cbs Se carrols yivETai, yEVEoOco tcöi lEpcot f|ucöv (Illa). Oft TÖ yivöuEvov = die fällige Summe s. Bd. II i S. 4. Formelhaft yEvrj-
30 öriTco ccuTcöi TÖ SiKaiov Teb. 40, 23 (iij'^). In Subskriptionen yivEcrOco = bewilligt: Hib. 71,2 (245a). SB 620,8 (97— 6a); 1161,42 (69— 8»); 3926,18 (76—5*); 5219, 26 (57 — 56a). Mit dem Inf. = I^EaTt PSI IV 402, 7 SEOiJiai aou yEVEcröai laoi ßpaSüvai tcöi ßaaiAel tovs 9Öpous civa-rrAripoöv (Hia). Vgl. Bd. II i S. 307.
3. In Summierungen = betragen, ausmachen, sich ergeben 35 (Krüger § 60, 2, 3. Kühner-Gerth I 37,3):
Eleph. 20, 34 yivovTai (Gesamtbetrag) Spoxucci TpiocKÖaiai E^riKOVTa (223a).
Hai. 21, I. 8 yivETat drrö (dpoupcöv) Zahl verloren (Illa). Grenf. I 22, 12 yeivETat
Xa(AKoO) TÖAavTa TpiccKovTa (ii8a) und so oft, meist durch eine Sigle (schiefer
Strich) ausgedrückt. Lille i recto 10 yivETai Eis TÖ CTXOiviov (kommen auf jede
«o Seh.) voüßia X (259 — 58a).
Anmerkung. In Berechnungen wird yivovTai, oft ohne Einfluß auf die Kon- struktion des Satzes, eingeschoben, so daß es nur wie ein Summierungszeichen figuriert = ,,d.h." oder = ,,im Betrag von". SoLond. I nr. 18 (p. 22) = UPZ 54, i ff. drTTÖ Tj ToO MEXEip Ecos MECTopfi A Kai Tas ETrayopEvas f]HEpas £ ouk !Ari9aCTt, 4s yivovTai (macht) Kcrroc |if)va öAupcöv cipTÖpas ri, yivovTai (zusammen) öAupcöv äpTäßas vs" (i6ia). Der Akkusativ hängt von lATi9aai ab. Ebenso Z. 10; 12 yivov- Tai äpTctßas r\ abhängig von crrrExouCTi; 15 yivovrai öAupcöv cipTäßas a5' xo(iviKas) ß (leg. y) yivovTai (zusammen) ÖAupcöv (ipTÖßas Ae5' xo(>viKas) ß, wieder von iAri9aai
§ 145. E^l^' "'^^ yivopai als Kopula. lo
"beeinflußt. Im Wechsel steht auch der Nominativ: 13 '£9619 (sie) a icos Meacpf] Ä yivovrai öXupcov äpraßci iS" (trotz vorhergehendem ooTEXOuai); da- gegen 16. 18. 19. 27 wieder Akkusativ. Sogar im Nachsatz 29 ff. eöcv Ädßcoai TOv/5 ccpTOUS 8K TrAripou?, (yivovTai) öAupcov Kcrrct uf^va äpTÖcßas iß: wenn sie die Brote vollzählig bekommen, so macht das monatlich 12 Artaben. Auch der relative Aus- s ■druck ö (a) yivovTai (y lv£Tat) hat lediglich appositioneile Bedeutung Eleph. 17, 26 TOS Aoiirä^ äva9opas ö yivoiTai (einfach = im Betrag von) (Spccx^ccs) SiotKoaias (223a). Hib. 74, I ff. (nach 250»).
4. = Passiv zu TToieco und Troieopai:
Belege Bd. II i S. 128 ff. und Bd. II 2 S. 511,23. 10
Außerdem: Petr. II 9 (4) verso öttcos yevT^Tai aürols tö epyov damit die Ar- beit von ihnen geleistet werde (241 — 39^). Lille I, 12 uSpccycoycöv, c&v Ösl yEveaöai die gebaut werden müssen (259 — 58^). Magd. 11,10 öttcos äv \xi] 5ia9opä (Prei- sigke statt 5ia96opct) Tf^i Korraycoyfii toö aiTOU yEvriTai damit die Einlieferung des Korns nicht verzögert wird (22 1^). Par. 64 = UPZ 146, 23 ottöts irepl tcov 15
TOÖ TTcrrpos [ ]cov Äöyo5 eyivETO (die Rede kam auf) (11^*). Teb. 61 (b) 12
Tois yeyovuiais irpos toüs yecopyoüs ma[6cbCTECTi]v {118 — 17^) usw.
IL In der Regel dienen eini und yivopat als Aussagewort in Ver- bindung mit einem Praedicativum, das ein Adjektiv, Substantiv, Präpositionalausdruck oder ein Adverbium sein kann '). =»
a) Das Praedicativum ist ein Nomen adject. oder substant.
Beispiele für kopulatives ei^f und yivopai finden sich überall und geben zu keiner Bemerkung Anlaß.
Eine ungewöhnliche Form ist die Umschreibung eines Verbalbegriffs durch Bi\x\ mit einem Partizip, wovon gehandelt wird Bd. II i S. 223. ^s Weitere Belege: Edg. 68 = Zen. pap. 59037, 6 eoTi ev 'AAE^avBpEiai oxrivcov 6V T0T5 'ApiCTToßouÄou, II Ecnri ydp öAAÖTpios Kai SiaßöAAcov (258 — 57^*). Par. 50 = UPZ 79, 12 KaOriUEv' fiv Kai oO Kivoöaa sie blieb sitzen und regte sich nicht (159*).. SB 7267, 3 TTCÖ5 EOTi KEKpcrrriKcbs 6 Gcbpa^ wie der genannte Th. Besitzer geworden und noch ist (226*). BGU 1141,45 Ü9EaTaKd)S fi<v) er hatte versprochen (nach 3° Preisigke: hatte sich widersetzt) (14^). Edg. 76 = SB 6782, 11 TTETrpaiJiE [vq 5' eotIv c[A]aßaoTpo6riKri (wahrsch. 259»). Zen. pap. 59316, 5 [onrJaiTriHEvri ev = drrrrit- TtiiJiEvri fiv (250^). Lond. 23 = UPZ 14, 79 KaöÖTi -rrposTETOcytiEvov fiv (157*) usw.
Mit besonderem Nachdruck in der Bedeutung ,,sich zeigen, sich bewähren" steht yivopai in folgenden Fällen: Petr. II 45 = W. Chr. i col. II 11 yEvoiiEvcov 35 äv5pcöv öyctOcov öorävTcov (c. 246^). Lips. I 104,27 aAonroi (==dAu7roi) yivsaöe -TTEpi E^oO (96 — 95^).
b) Das Praedicativum wird durch einen Präpositionalausdruck umschrieben:
am häufigsten mit ev (worüber Bd. II i S. 224 Anm. i und Bd. II 2 4° S. 398,11). Vgl. auch Schmid Att. III 115; IV 449. Außerdem: Rev. L. 33, 13 Tcöv EU 9opoAoyiai ovrcov (steuerpflichtig) (258^). Petr. II 20 col. 3, 12 auvEßr) iv ETTioxEaEi yEVEaÖai es ergab sich ein Aufschub (252*). Gen. 21 -(- Monac. -f- Oxf. = Mitt. Chr. 284, 17 irpö toö ev f^XiKiai yEVEaOai bevor sie erwachsen sind
I) J. Kinzel, Die Copula bei Homer und Hesiod, Progr. Mährisch-Ostrau I. II (1908/9).
16 Fehlen der Kopula sipf. § 146.
(IIa). Xeb. 15, 13 TOÖ 5e Mäpcovos ev epKTEi (= -ttii) yeyovÖTOS (verhaftet war); 17, 16 cos Trävra £v laerpcoi (geordnet) eorai (114'*).
mit ^k: tlvai ek ttis oiKias, s. Bd. II 2 S. 352,44.
mit KOTÖ Tiva: Korrä yvoo^riv, kotcx Aöyov formelhaft in Briefeingängen: 5 s. Bd. II 2 S. 434.8; Kocra Taurö s. ebenda S. 438,36; koö' f^äs yeveaÖat (Ersatz des Gen. possess.) s. ebenda S. 343,33.
mit TTapd tivos = im Dienste jemandes stehen: s. ebenda S. 487,28.
mit TTEpi Ti (selten Trepf Ttvog II 2 S. 371, 6) — mit etwas beschäftigt sein, sich kümmern um: s. ebenda S. 456,10. 10 mit irpös Tivi = mit etwas beschäftigt sein: s. ebenda S. 495,30 ff. nament-
lich ixpös Tcoi c. inf., s. Bd. II i S. 329.
mit Tfpös Tiva = jemand angehen, betreffen: s. Bd. II 2 S. 505,16.
mit aüv tivi: s. ebenda S. 399,20 ff.
mit UTTO Tiva: s. ebenda S. 514,1.
'S c) Selten ist das Praedicativum ein Adverb, wobei die Kopula sich
dem reinen Verbalbegriff nähert, wovon gehandelt wird Bd. II 2 S. 179,8.
§ 146. Fehlen der Kopula eiiii. Nominalsätze i).
Der reine Nominalsatz ohne Kopula, der in semitischen Sprachen ganz gewöhnlich und im Russischen Regel geworden ist, macht im Indo-
=° germanischen (Griechisch, Lateinisch, Deutsch) wie in den modernen Sprachen, die meistens die Kopula setzen, den Eindruck einer Ellipse *). Und doch ist auch im Griechischen und Lateinischen der Nominalsatz altes Sprachgut und hat seine ursprüngliche Stelle in allgemeinen Wahr- heiten und Sprichwörtern (oük dyocOöv TroAuKoipaviTi, triste lupus sta-
'^ bulis). In der abgeschliffenen Papyrussprache darf man vielfach von einer echten Ellipse reden, die größtenteils auf stilistischer Verkürzung und Bequemlichkeit beruht und in der Breviloquenz der Tabellen und amtlichen Formeln am häufigsten zu beobachten ist. Betroffen wird fast nur die 3. Fers. sing, im Indic. praes. (ecttiv), in zweiter Linie eicriv
3° und laTco, ganz selten der Infinitiv (elvai), und der Indic. imperf. Die Ellipse kann nach klassischem Vorgang in folgenden Fällen eintreten:
I. eaTiv, eiafv, selten sivai fallen aus:
') Krüger §62,1, i — 6. Kühner-Gerth I §354 S. 40 f. Brugmann- Thumb* S. 656 f. (mit Literatur). Gildersleeve Synt. 83 — 86. Meisterhans- Schwyzer § 80 S. 195 f. Blaß-Debrunner^ § 127. 128. D. Barbelenet, De la phrase ä verbe etre dans l'Ionien d'Herodote, Paris 1913. Herod. hat, abgesehen von stehenden Wendungen und solchen Stellen, wo elvai aus dem Vorhergehenden leicht zu ergänzen ist, die Ellipse fast nur in Beschreibungen und Reden; die erste Person fehlt bei Herod. nie, die 2. nur einmal (III 20). Die ionischen Dichter haben die Ellipse viel öfter.
») Aristot. phys. 185 b 27 hebt ausdrücklich hervor: AuK09pcöv 6 ao9tCTTfis ä9£TAe TÖ icnl.
§ 146. Fehlen der Kopula tiixi. 17
a) im Hauptsatz:
1. in einem allgemein gültigen Erfahrungssatz:
Par. 63 col. 9 = UPZ 144, 28 fiyEnoviKcbTorov Kai laeytcrrov dyaOöv ev rrpäy- paaiv t6 Trävr' oiKOVOtJieTCTeai Kaöapcog Kai Smaicos (164^), „das oberste und größte Gut im praktischen Leben ist, daß alle Handlungen rein und gerecht sind" 5 (Wilcken).
2. in kurzen parenthetischen Zwischenbemerkungen:
Zen. pap. 59376, 12 tö 5s Aoittov ev epioi (ist in meinem Besitz) (III*); 59606, 8 iKavös yäp 6 xpovos (III*). Mich. Zen. 103, 22 övoiia 5' oürcot 'ApiJiuöais (sie) (Illa).
3. beim Verbaladjcktiv auf -tecs und bei unpersönlichen Ausdrücken, namentlich der Notwendigkeit und Pflicht:
Über das Verbaladjektiv s. unter b 3 und 4. Petr. II 16, 2 dvayKaiov oöv TTapapiEveiv (III**). PSI X 1160, 2 ötvayKaTov ettI iroaöv EiTTeiu (nach 30*). PSI VI 552, 19 Ectv \xkv TTOtcöatv f|5£Cos aÜTÖ, peÄTiaxa so ist es gut (269 oder 231»). 15 Artemisiapap. = UPZ i, 3 Ei ^ev oöv SiKaiä |Ji£ ETioiriae eijie te koi tö tekvo TaÜTO- aouTÖ (vgl. Bd. I S. 8), 5iKata (hergestellt von Crönert) sc. Eariv (IVa). PSI IV 346, 2 5iKaiov 5e eiri toO irapövTos irposTct^ai {255^).
4. Kaum fühlbar ist der Ausfall der Kopula in der Breviloquenz der Tabellen, in Auf- und Unterschriften und in amtlichen Formu- 20 laren :
Maßangaben: Lille i recto 8 TTÄcrros |Ji£V toö öpüypiaTos irrjXS'S 5, ßctöos Se ß (259— 58a) und oft.
Zeugenunterschriften: päpxupES KXecov, 'AvTiKpörris k. t. A. Eleph. i, 16 (311a); 2.17 (285a); 3,7; 4,8 (284a). Petr. I 13 = III 4 (2)4.23 (237a). Rein. 9,29 25 (112a) usw.
Bürgenverzeichnis: Hib. 92, 8 lyyuoi Ti|jiokA£OU5 Mvctacov, 'HyEticov ktA. (263a). Amh. 50, 21 lyyuot öAAriAcov eis ekteictiv aüroi 01 5£5av£la^£vol (io6a) usw.
Nachbarschaftsbezeichnung (in Kaufurkunden): Grenf. I 33,20 yEi- TOVES vÖTOU yf) KaAAiou, ßoppä llETEOpios, ÖTTriAiobTou lEpa yf^, Aißös opos = 37. 45 30 (103 — 102a). BGU 994 III 4 (113a) usw. Belege Bd. II i S. 263.
Richterliste: Petr. III 21 (a) 2; (b) 2. 4. 8 StKaarai AiOKAfis ScoaiviKog, TToAuKAfis usw. (225a).
Kontraktformeln: Amh. 51, 28 TrpoTrcoAr)Tri5 Kai ßEßaicoTTis tcöv Karct Tf)v cbvf^v Tccurriv irävTcov 6 örroSönEvos (88a) u. o. 35
Strafantrag: Hib. 30, 20 Tipirma Tfjs 5iKri5 (SpaxiJai) 'Av (300 — 271a).
Rechnungen: Lond. I nr. 18 = UPZ 54, 10. 12. 26 toutcov öttexoucti t6 f\\xi(nj, AoiTTal k5 (i6ia). Lond. I 34 = UPZ 37, 19 ev \xkv tcöi tö (etei) oüöev KEXpriiicmCTTai, evSetwi (etei) k £5<£)vriv£KU£vai (sie) [sc. eiaiv] tö <Ka>6nKov (i6ia).
Anmerkung i. Ganz vereinzelt wird eotiv als echtes Verbum ausgelassen: 40 so Hib. 27, 55 T\ vü^ cbpcov ly, f) 5' qUEpa la die Nacht beträgt 13, der Tag 11 Stunden (Kalend. 301 — 240a) und öfter im folgenden.
b) in abhängigen Sätzen:
I. in Relativsätzen:
stets bei Namenangaben: Par. 10 = UPZ 121, 3 cJJt övopia 'EpiJicov (156a). 4S Zen. pap. 59003, 5 f^t övoiia Z9payis (259**); 59148, 2 cäi övoua 'Ovricripios (256a). Mich. Zen. 82 p. 160 unten 6 coi övo|aa Häpis (Ilia). Leid. U = UPZ 81 col. 4, 9
Mayser, Papyrusgrammatik. II 3. 2
18 Fehlen der Kopula. § 146.
5i obvopa (sie) TTeTriaios (1- -nais) (geschr. IIa). bGU 1059, 7 ^ ovopa Moöaa (P^)- Dagegen Zen. pap. 59037, 7 övoiaa 5' eaTl aOrcot 'HSuAos (258— 57a).
attributive Charakteristik einer Behörde, Bank, eines Schiffs: Tab. 29, i ToTs XP^^J^°'^'^'^°''5' ^^ elsotywyeus AcoCTiöeog (nach iio»). Fay. 11, 25 (nach 5115a); 12,28 (c. 103a). Petr. III 57 (b) 13 Tpaire^a, i<f' t\s Eupcöva^ (200a). Lond. III nr. 1200,3 (192 oder i68a). Amh. 31, i (112a); 52, i (i39^)- SB 1093 (Ostr.) 2; 1096 (unb. ptol.) usw. Hib. 100, 13 ds ßäpiv (Barke), £9' f)S Kußep- vfiTTi? 6 ÖEiva (267a); 39, 5 eis kovtcotöv, S9' oö vaÜKÄrjpos Kai KußspvriTris ocvrrös '■(jOpos (265a). Petr. III 107 (c) 4 ev tcöi ßaaiXiKcoi (TrAoicoi), E9' oö K(ußepvr|Tris)
10 OavfJTts (III*)- Weitere Belege unter der Präp. eTti Bd. II 2 S. 468,36.
Inhalt eines Behälters oder dekorative Zutat: Lille 6, 15 liapaiTr-mov (Börse), ev &>\ xct(AKoO) (5p.) 3 (Hia). Par. 10 = UPZ 121, 11 KpiKOV ai5ripoüv, ev dbi ArjKuSos Kai ^üaTpai = ,,ein eiserner (Hals-) Ring, auf dem ein Ölfläschchen und Schabinstrumente (dargestellt sind)" Wilcken (156a). Teb. 46, 35 arä\xvov, ev cbi
15 Xct(AKOu) 'Ax (II3'')- Zen. pap. 59659,24 SaKTÜAiov aiSripoOv, E9' oö eTTiaripiov
'Eppiiis (HI'')-
stehende Formel bei Bezeichnung der Nachbarschaft: oIs yeiTOves
Petr. III I (= I 21) col. 2, 8 (237a) u. o. oiKia fis yeiTOves Amh. 51, 25 (88a) u. o.
oö yeiTOVES BGU 993 III 7 (127a) und so in vielen Kauf-, Verkauf- und Schen- 20 kungsurkunden.
Zugehörigkeit zu einem größeren Ganzen, namentlich beim partitiven
Genit. &v: Magd. 26, 3 caroSöuevos finlv oTvou Kepapia pKS*, cibv e^dxoa nev oß,
irevTÖxoa Se v5 (Ill^f). Amh. 32, 17 (äpoupai) <5>v EaTra(piJievai) (iTupoü) x (IIa).
Teb. 9, 8 oa-rrpicov ctpräßag v, &>v 9aKoü (äpxäßai) k, epeypoü 1, triaou 1 usw. (119a) ; 25 53, 18 Trpoßorra aüppiEiKTa [x, ev oIs evTOKa iß (iioa); 60, 15 (cbv) ECTTrapiJievris (yfis)
(äpoupai) pv (iiSa). Hib. 32, 2 'HpÖKAeiTos rrapeS [e^crro] Trpößara At), (d>v)
epaevES t\, apvES ly, ÜTTo5i96Epa fiuiKoupa 1^, <2)v A£UK69aiov vpiAöv ev (246a); 85, 14
Kpi9(cov) Ariy' (38'/3) (dpTÖßas), a'i (irupcöv) Ky (sc. dpTdßai eiaiv), öAupcov ^3
(fipiiau), ai (TTUpcöv) K3 eiaiv (261a) usw. 30 Preisangabe: Hib. 37, 7. 16 cbv T£\\ir\ Spaxpiai TETrapes (235a). Petr. II 27 (i)
= W. Chr. 250, 5 öpoAoyei auvTipäadai töv diiireAcova Ik peTpriTcov Seko 5öo, c&v r\
EKTri iJieTpriTai 5üo Kai . . . eK Spaxpcöv Seko 5üo, &v r\ ektti 5paxiJiai 5uo (Ilia);
ebenso 30 (e) 8 (235a).
neutraler Ausdruck der Pflicht: Petr. II 32 (2a) 26 ypdvfascibi TTposnKOV 35 (IIP'").
stehende Phrasen: teAos oö dAAayr) (Kupfertaxe mit Agio): z. B.
Amh. 52,3 (139a) u. oft xaAKOÖ oö dAAayf| Teb. 99, 2. 3. 11. 18. 23. 25. 32 (nach 148a)
u. oft. S. Lexika. Vgl. Wilcken Grdz. LXIV.
2. in einem Bedingungssatz:
40 Zen. pap. 59194, 8 el 5J \xr\ Suvaröv iräv (sc. aup7Tenv};ai), tö ye fiiJiuau
(255^); 59469, 19 el SuvoTÖv (III^). Mich. Zen. 57, 13 (248a).
3. in indirekten Fragen:
Teb. 61 (b) 40 aiTelv f|5Ti Tov ßaaiAiKÖv ypapiJiaTea tö Kord Kobprjv Kai t6
kot' dv5pa Kai ettI Tiat Kai tive? ol piaöcbaavres (sc. eialv) Kai töv atröpov -rrape-
*5 ÖETCoaav ( = TTapaÖETCoaav) ; ebenda 219 beim Adj. verbale, wo die Kopula ohnehin
fehlen kann: tt^v 5e [trposayyeAeijaav drrö auopipou Oeivai ev ouyTcplaei, el
(ob) aÜTf\ dvTavaipETEa, dAAt) 5e dnö ÜTToAöyou dTroKcnraaTOTEa (118 — 117*).
4. in einem abhängigen Aussagesatz:
a) mit 6ti: PSI IV 380, 6 AeyovTes, cos 5ti (daß angeblich) irpoupyiaiTepov 50 xds rmeTEpas VEtiEiv ßoOs (249a);
I
§ 147- Kopulaartige Verba. 19
ß) in einem infinitivischen Aussagesatz fehlt elvai beim Adj. ver- bale: Tor. I 7, 35 E9ri \ir\ ixposEKTeov (es sei nicht zu gestatten) aÜTCöi TreptOTTäv Tous TTEpi ^Ldpov; 8,5 [xi] irposeKTeov oCrrcoi £9' iTspau ÖEcopiav p£Ta9EpovTi -tt\v aiJ9i3PfiTr|CTtv (ii6a). Mich. Zen. 57, 8 ÖKtiKÖaiiEv Bk Kai Suvcrröv (sc. Eivat) ae TTOpiaai (248a). s
Anmerkung 2. ectti mit konkreter Verbalbedeutung fällt aus Petr. II 20 = III 36 (b) 5. 14 ToO Ae^ßou, E9' oö fj TTÖpTis (sc. sich als Wahrzeichen befindet) (252a).
IL Eaxco ist ausgelassen:
a) im Hauptsatz: 10
in der althergebrachten Phrase ttoAAt) X°tp>S tois Oeois Hib. 79, 5 (nach 260»). Petr. I 29, 2 (Illa); II 13 (6) i = III 42 G 4 (258»); III 53 (o) 5 Gewi irAEicTTri xäpiS (III»). ToTs ÖEoTs TTOÄAfi X*^pi5 ^^n. pap. 59526, i (III») '). Rev. L. 7, 2 t6 5k ETEpov äa9pcxyiCTTOV (shall be unsealed Mahaffy) Kai toc övöiiorra tcöv TrpaypaT£UO|i£vcov eis T"OÜ5 Aoyous ypa9£Tcoaav (258»). Hib. 95, 14 r\ irpä^iS Trpös ßaaiAiKä (256») ^). 15 P. Gradenw. 10 (a) 40 \XT\bk i^bv (sc. Eaxco = E^EaTCo) p.T[5e NiKÖvSpcoi utiSe oAAcoi ÜTTEp aÜToO etteASeIv (215»). Teb. 105, 16 (103») = 106, 41 f) piicjOcoais [tiSe] (sceotco) eI? ett) ttevte. Ebenso PSI X 1098, 10; 39 f\ cyuyypa9f] Kupia (sc. laTco) (51»).
b) im Nebensatz:
in der Überschrift von Asylieverleihungen äauAov Kord -rrpogToyiJia, dji pf] 20 TTpäyiaa = Freistätte, an der es keine Händel geben soll, wo alle Händel auf- hören sollen: SB 6152, i (93»); 6156,1 (57»). Inschr. von Batn-Herit = W. Chr. 70, I (57 — 56a).
§ 147. Kopulaartige Verba 3).
Außer Eivai und yivEaöai gibt es verschiedene Verba, die den 25 Charakter der Kopula annehmen, d. h. ein nominales Praedicativum zu sich nehmen können, das mit dem Subjekt im Genus, Kasus und Numerus übereinstimmen muß. Freilich behalten sie neben der kopulativen Kraft ihre konkrete Grundbedeutung zum Teil bei:
I. am häufigsten ü-rräpxco = vorhanden sein, wirklich sein, das 30 in nachdrücklicherer Weise als Ei'iai die Zuständlichkeit und Dauer ausdrückt :
Zen. pap. 59034, 19 öttcos av EuiAaTÖs ctoi Cnrötpxcov 6 IdpaTTis ttoAAcöi ae jjiEijco TTOtriarii (257»); 59280,6 yvcbpi3E oöv Cnräpxov (sc. tö ßdöos) tttixeis ß daß die Wassertiefe 2 Ellen beträgt (250^). Rosettast. 10 vrrräpxcov Seos ek 6eoö 35 (196»). Or.gr. 139, 21 iv' f) OpETEpa X^P'5 dEiuvrioros ürrdpxEi (= -X^lO (146 — 116»). Tor. V 24 iv' dvE^TTÖSiaToi OirdpxovTES yEivcbpeGa irpös tois Ka9' eoutous = VI 24; aber VII 13 (abgeschwächt) dv£|iTrö5tCTTOi övtes (177 oder 165»). Teb.
I) Übrigens Zen. pap. 59160, i ET(r|) dv ttoAAt) X*^P'5 "^^'S öeoIs (255»). -) Sonst r\ TTpä^is ecttco irpös ßaaiAmd, z. B. PSI V 509, 16 (256/55»). 3) Kühner-Gerth I § 355 S. 42 ff. Gildersleeve I 64 — 65.
9*
20 Kopulaartige Verba. § »47-
57, lo Iva dv£|iTTÖ5iCTTOi ürräpxovTts SuvcovTai tos ceiTcxycoyias EKirAripcÖCTai (114a); 24,59 Iva ETTi Tcöv TÖTTCOV ETTi^ovot UTrdpxcoaiv damit sie an Ort und Stelle seßhaft bleiben (117=^); 27, 42 laOi \xkv lyK^riTOS ÜTräpxcov (113^). Par. 22 — VPZ 19,23 nToXeuaiöv Tiva toO Trorpös fincov ÜTrdpxovra <piAov (c. 163^); s 26 = UPZ 42, 28 6 5e, TrdvTCüv ävöpcb-rrcov äyvcoiiovEOTOTOs ÜTrdpxcov, fmlv pev UTTEOXETO (i62'i). W. Chr. 12, 17 ÖTTCÜ5 oöv Eu6apaEls uirdpxTiTE daß ihr euch nun tapfer haltet ! (88^).
2. KaOiaTapai — KaÖEaTTiKa = stehe da, trete auf, bin:
Tor. I 7, 16 TT^v KpdTTjaiv Kai KupiEiav ßEßaiav KaOioraaöai (116*). Amh.
10 38, 12 dvEtiTToSiOTOi KOTaaraeEVTES (11^). Lond. I nr. 44 = UPZ 8, 22 war' av Tr)v TTapdvopov ßiav dTraai EuSrjAovKaraaTaöfivai so daß die gesetzwidrige Gewalttat vor aller Augen klar zutage trat (161^). Tor. I 3, 12 öiiöXoyoi KaraaTaöevTES zum Geständnis gebracht (116'^). Rein. 7, 31 OKupov 5£ KaraCTaraöfjvat (sie) Tr)v cnjyypa9riv (141^); 18, 39 -rrpovoriOfivai cos d-rTEpiaTraaTos KaraaToOriCTETai (108*).
IS Teb. 33 = W. Chr. 3, 17 toü EuSoKOÖvTa töv dv5pa KcrraaraOfivai (112^). Par. 15, 62 (120») = Tor. I 6, 2 toO 5' dvTiSiKou dvairoSEiKTOU KaÖEOTTiKÖTOs da der Gegner keinen Beweis beibringen konnte (116"). BGU 1104,21 lyKUOS KCCÖEaTTiKEV sic ist schwanger (lo^).
3. 9a{voiJiai = erscheinen (über das Part. s. Bd. II i S. 353) '):
20 Petr. III 41 verso 6 AuaiTEAEOTEpov oöv 9a{vETai (III'*). PSI IV 361, 11 iäv
pEÄTiöv aoi (paivrixai KCTanEVEiv (251^). Par. 63 col. 9 = UPZ 144, 30 toOto 5' av e9aiv£TO koäöv (164a). Teb. 43, 31 TrE9r)vaiJL£V dvaiTtot wir stehen schuldlos da; ebenda Z. 7 von Crönert hergestellt 5id t6 dvaiTious 9avfivai (ii8a).
4. genannt, bezeichnet werden als:
25 Hib. 27, 26 £K Toö öÄnou TOÜ Ai6ivou, [ös EKjaÄElTO 'EAXrjviaTi yvcoMcov
(301 — 240a). Kanop. Dekr. 72 töv dpTOv KaÄElaöai BEpEviKTis dpTOV (237»). Or. gr. 194, 26 -rrposaycpEÜEaSai aÜTÖv acoTfjpa tt]? ttöTvecos (42^). Strassb. 81, 23 x^t^ot irposoyopEUÖiJiEvov Toä|i£ (11^). Kanop. Dekr. 24 f) Trposovo|Jiaa6£laa TTEiiTTTti 9uAri TCÖV EuEpyETCöv Oecov (237a). Zahlreiche Belege für ö koAouijevos,
30 FTTiKaXoüiJiEvos, AEy6pi£V05 = so genannt s. Bd. II 2 S. 53,12 ff. Petr. I 24 (2) i Eireypd- 9TIV pdpTU5 (268a); II21 = Mitt. Chr. 28, 21 (III^). Gen. 21 + Monac. + Oxf. = Mitt. Chr. 284, 7 dvEU toö EiTiypa9-nvai tt^v 'ApaivÖTiv ßEßaicoTpiav (II*). Zen. pap. 59019, 9 ETOtnos fiv (pap. Eav) yvcoorfip £Tnypa9fivai (260 — 58»).
5. zu etwas gemacht, ernannt, als etwas beglaubigt werden:
35 Kanop. Dekr. 47 f| Kai ßaaiÄiaaa euöecos diTESEixöti (237a). Petr. II 47, 34
IXptiliaTiaSri dvEVEXÖEV tö dvTiypa90v die Abschrift wurde als eingereicht ein- getragen (beglaubigt) (210 — 9»).
6. als etwas gegeben, geschätzt, gehalten werden, gelten:
Par. 63 col. II = UPZ 145, 9 euxds EÖEpiriv toTs öeoTs 5o6fi vai ctoi üiroxEipious
40 ToOs vooövrds Ti aoi dvTiov (164^). Theb. Bk. IV 2, 15 5£0v eotiv [Ti|ari]öfi vai
d^ias (Öpoxpöiv) 'E man muß sie einschätzen als 5000 Dr. wert (130*). Kanop. Dekr.
67 TCÖV 6ECÖV 6iv lEpEiai vonijovTai (237*). Par. 63 = UPZ iio, 192 OTav t6
auii9Epov Kcrravocöai KOtvov vonijöpEvov für gemeinsam gilt (164^).
') Weitere Belege: Zen. pap. 59008,33 E9aivETO dTTo5£5rinTiKcos (259*)- SB 7172 (Inschr.) 54 ottco? 9alvcovTai aO^ovTES Kai TipcövTES toOs OiAoTTÖTOpas OegOs (217!').
§ 148. Kongruenz zwischen Substantiv und Attribut. 21
7. KaTaXaußdvonaj = betroffen, ertappt werden (Analogie von 9aivoiiai) :
Zen. pap. 59096, 4 öttcos \it\ k^ai(fVT\'; c3arapac7K6Uoi K0CTaAri(p9cö(iev (257*).
8. 5ia9euyco = entrinnen, davonkommen (nach Analogie von pevco):
Teb. 44, 26 uriTTOTE döcöio? 5ia9uyrii er könnte ungestraft davonkommen s (114*). P. Meyer i, 23 pdvEiv KÜpia TÖt 9iXdv6pco7ra (H^). Viele spätere Belege für psvco bei Preisigke WB s. v.
Manche der obengenannten kopulativen Verba, soweit sie Passiva transitiver Verbalbegriffe sind (dTToSeiKvunai, 5i5onat, Ka6icrratiai, Aeyonai, KoAeopai u. ä., vo^ijopai, Tindonai) werden im Aktiv mit dem doppelten 10 Akkusativ konstruiert, worüber Bd. II 2 S. 320 f. gehandelt wird. Vgl. auch ebenda S. 172 ff.
Über ei5 und ev als Ausdruck des prädikativen Verhältnisses s. Bd. II 2 S. 362 ff. und S. 366.
IL KONGRUENZ. is
Das Gesetz der Kongruenz, d. h. der Übereinstimmung in Genus, Numerus und Kasus, gilt in erster Linie für das Verhältnis zwischen Substantiv und Attribut, auch abgesehen von deren Stellung im Satz; dann aber insbesondere vom Verhältnis zwischen Subjekt und Prädikat. Im ersten Fall handelt es sich tun Konkordanz im Genus 20 und Numerus (Inkongruenzen des Kasus werden unter dem Anakoluth be- handelt), im zweiten gilt als Grundregel, daß das Verbum mit dem Sub- jekt in der Person und Zahl, das Adjektiv in Geschlecht, Zahl und Kasus übereinstimmt.
§ 148. Inkongruenz zwischen Substantiv und Attribut. 25
Inkongruenzen zwischen Substantiv und Attribut (Adjektiv imd Partizip) können eintreten
A. im Geschlecht:
I. bei einem einzelnen Substantiv:
I. Unverzinsliche Darlehen werden in Kontrakten entweder 30 durch die normale Formel eSdvEiaev dpxdßas ötökous, oder gewöhnlicher mit neutralem Adjektiv eSdvetaev dpTdßag dTOKa oder ötokov aus- gedrückt. Im Neutr. plur. kann man ein substantiviertes Adjektiv (als unverzinsliches Kapital) oder ein Adverb erblicken; zu otokov läßt sich 5dv6iov leicht ergänzen ' ) : as
') Das Verhältnis kann auch appositioneil aufgefaßt werden, wodurch die Inkongruenzen begreiflicher werden.
22 Kongruenz. § 148.
a) BGU 1005, 2 äSäveiCTEV irupou dpTÖtßas ekotöv TrevTTiKovra öctökous (III'*). Ebenso Par. 7 = Mitt. Chr. 225, 7 (99^).
b) Grenf. I 18, 12 eSaveiaev TTV/pcöv dpTdßas TptcDCKOvTa ttevte OTOKa (132»); ebenso 29,6 (loo*); II 18,8 xaAKOÜ TTEVTCXKtsx>7^ictS e^cxKoaias (sc. Spoxpäs) crroKa
5 eis pfjvas TpeTs (127"). Ebenso 27,7 (103a); 29,10 Kpiöfis dpTdßas öeko Tpeig droKa (102a). Das Neutrum ist eher vermittelt bei gemischten Geschlechtern: Lond. III nr. 1203 (p. 9) 2 ouoAoyEi Ö9EiAEiv x^^koö (TdÄavTa) r\ xal (irupou) (dpxdßas) ly droKa und ebenso Grenf . II 21,9 (beide 113*). Amh. 50,9 (TdAavra) mvTE 5pocxiids SiaxiXias droKa eis TjUEpas TpiÖKOvra (106^).
10 c) Hib. 89, 6 £5dvEia£ dTOKOV dpyuptou (Spocxpids) <p (239=1). PSI VI 666, 9
Soefivat EIS TTpoßoAfiv (5paxuds) I dTOKOv, S (sie) TrcoAriaEi i] yuvri (HI»). BGU 1172, 4 auvxcopouCTiv ex^'v SdvEtov dpyupiou rTToAEpaiKoü Spoxiids EßSoiiri- KOVTC droKov, ö Kai dTTo5cbcr£iv ev [XT[<ji ttevte (g^) ; 1055,6 (13=*).
2. Stärkere Inkongruenzen im Genus, die meist psychologisch
15 zu erklären und grammatikalisch nicht mehr zu rechtfertigen sind, häufen sich besonders in Kauf- und Schenkungsurkunden, indem meist durch gedankenlose Übertragung der Formulare auf einen andersge- schlechtigen Begriff (namentlich in Partizipialformen) Solözismen entstehen.
20 a) Partizipien»): Von den Zwillingsschwestem im Sarapeion Par. 23 =
UPZ 18, 18 dv£XopTi<CTa>MEv (sie) eis t6 ZapormEifiv (= ZapcnriEiov) ttivovtes (= TTEivcovTEs) wir flüchteten hungernd in das S. (163a). Giss. 37 col. 2, 13 UEpii- CTÖcoKds lioi [tö . . .] n[Epos] Tcov Ae (dpoupcov) Twv [öv]tcov ev Tcoi (dirö) ßoppä 7Te5icoi FTaOupEcos twv övtcov ev Tfji -rrposöScot Tfjs 'A0Epv£ß£VTai£cos — Über-
25 Setzung eines demotischen Pachtvertrags (134'*). P- Meyer verweist zur Stelle auf Brinkmann bei Gradenw. Einf. S. 46 Anm. i. Lond. I nr. 3 (p. 46) 21 KapiTEicöv ETTißaAAövTCOv poi (146a). In Vertragsformeln: BGU (III) 993 col. III 3 drrö tcöv ÜTrapxövTCOv aurcoi f^iJiEpcöv dyvEUTiKcöv (127*). Der Schreiber, der in seinen Formularen gewöhnlich das Neutrum uirapxövTCOv schrieb,
30 ist auch bei dem ungewöhnlichen f^piEpcöv mechanisch dabei geblieben. Ähnlich Amh. 46, 13 (113'') = 48, 15 (io6a) in der auf das Maskulinum eingestellten Formel, die auf eine Frau übertragen wird: t\ Se -rrpa^is eotco Naonaf)a£i irpdaaovTi Ka6d- TTEp £y 6iKris. BGU (III) 997 col. II 6 tt^v üirdpxov aOrcöi otKiav (103^). 'vi\v ist aus TÖ korrigiert: also schwebte dem Schreiber ein Neutrum vor, und er ver-
35 gaß, das Attribut mit dem Artikel und Substantivum in Einklang zu setzen. Ähnliche Versehen sind häufig: z. B. Petr. II (2*^) = III 32 g (b) 3 EupopiEV {nachträglich über der Linie tos ßoös) ZoKpr)viös Tivos ßouKÖAou KaxavEtiCVT« TÖv KpÖTCova (c. 240a). Dem Schreiber schwebt wohl das Z. 7 folgende xd KTfivrj vor, wofür er tös ßoOs einsetzte und die Kongruenz herzustellen vergaß. Zen.
40 pap. 59338, 2 Tcov aiycov TEtKTÖVTCov (248^); 59633, 7 twv övtcov (sc. dpvocKiBcov) Tds ßEATiaTas dTTEaTEiAaiJiEv (III^). Theb. Bk. III 2, 16 — IV 2, 10 övtcov TrdvTcov (dpoupcöv) KTi ist wohl zu fassen = da alles zusammen 7 Aruren war (130^).
b) Zahlwörter: Wilck. Ostr. 707, 4 dyco(yfiv) sva (unb. ptol.) — vielleicht das älteste Beispiel eines indeklinabeln £va wie im Neugr. (vgl. Band I S. 312).
45 Dagegen 705, 3 dyco(yfiv) piav (ptol.). BGU (III) 998 col. I 11 EirpiaTO XoAkoü ToAavTa Teaaapes (loi^), nicht bloß Acc. statt Gen. pretii in freier Rubrikenform (worüber Bd. II 2 S. 336,1), sondern auch generelle Inkongruenz.
') Über den immer unsicherer werdenden Gebrauch des Partizips, das schließ- lich im Neugr. nur eine indekhnable Form auf -vtos hat, vgl. Bd. II i S. 339 und Blaß-Debrunner*^ § 134 (wo die einschlägige Literatur angegeben ist).
§ 148. Kongruenz im Genus. 23
c) andere Adjektive: Bei geschlechtlicher Differenzierung von Lebewesen nimmt manchmal das Attribut auch seiner grammatischen Form nach das Geschlecht an, um das es sich handelt, während es sich nicht nach dem Genus epi- coenum richtet: Hib. 32, 10 irapeSE^aTO TrpößccTa Ar), (<5)v) epaeve? (Männchen, d.h. Schafböcke) t), apve? ly (246^); 37, 6. 15 alyas Saaeig (mascul. als eTriKoivov) b 5\JO, epaeva Kai 9f)Aeav (ein Männchen und ein Weibchen) (235a). W. Kunkel, Verwaltungsakten, Arch. VIII S. 210 nr. 12, 17 xals NE^£CT£al Kai 'ASpaaTeiais Oeol? IJieyiCTTOig (I^). Mit einer gewissen Härte tritt zu den femininischen Gottheiten der maskuline Ausdruck OeoTs |jieyiaTOt5 als Apposition. Über t\ 6£Ös s. Bd. I 254; II i, 29.
Inkonzinnitäten der Genera sind in den nach der Schablone geschriebenen 1° Amtsprotokollen überaus zahlreich: z. B. P. Cairo Invent. nr. 10262, angeführt Teb. II S. 36: TTETTTCOKev eis KißcoTÖv tö auväAXaypa 5iä 'ApiräAou TP091TIS — als ob CTuyypa9ri vorausgegangen wäre (III*). SB 5865, 12 tt^v Ttiifiv ttjs TETäpTOU nepiSos (pepous schwebt vor) (109^). Bad. 15, 38 folgt auf wiederholtes kv TÖöi KAripcoi plötzlich £v 5e tt] AripiriTpiou (yfit schwebt vor) (I*) usw. Die Zahl 15 der Beispiele ließe sich leicht vermehren.
So auch beim Relativ: Amh. 54, 3 oIkos KaÖEipripiEvos, f\<; (als ob oiKia vor- ausginge) oiTÜxoi (=TOixoi) TTEpieiCTtv Kai Eiso5osKai £^o5os, öv (statt •r)v)fiy6pa(CTav) TTapd rTaOoupios (112a). Leid. N II 10 äTreSoTo OiiJicbvöris Kai 2Taxo|Jiveüs örrtö toö ÜTrdpxovTos aÜToTs «l'iAoO töttou irrix^'S >^. ^15 yEiTOVES . . . (103^). Zu erwarten 20 wäre oö zu tÖttou ; statt dessen hat sich entweder, weil yn vorschwebte, oder wahrscheinlich aus dem stehenden Formular der Kontrakte das Femininum ein- geschlichen. Zen. pap. 59739, 10 uTröAoyos oyfis (Abzug von zerbrochenen Gegen- ständen), ö (allgemein = was) öoTESööri Ar|UriTp(coi (HI'*). PSI IX 1023, 7 8K toO 5av£iou Tcöv TaAdvTCOv Teaaäpcov, f|v TEÖEi^ai aoi (pap. aou) (loö**). Hier hat 5cc- 25 v£iov die Bedeutung 5av£iou auyypa9r), weshalb Wilcken einfügt (Kard Saveiou cTuyypa9r)v>.
Anmerkung i. Inder Verbindung TrArico (= ttAeico, statt TrAeious) uou s'Xei xa^KOvs Leid. C (p. 118) = UPZ 77 col. II 17 (164^) liegt das fossil gewordene neutrale Adverb vor im Sinn von ,,in höherem Maße, größerer Zahl", worüber 30 Bd. II 2 S. 328,43. Ebenso Zen. pap. 59170, 6 ÜTrdpxei fipiiv Kai TrAEico oivos (255a), wo freilich auch Ausfall des Nasallautes nach Bd. I S. 192 denkbar wäre.
II. bei mehreren Substantiven:
I. Bei mehreren Personennamen verschiedenen Geschlechts dringt das pluralische Masculinum durch, auch das Verbum steht im 35 Plural; bei Tieren richtet sich das Geschlecht nach dem zunächst stehenden Begriff:
Mich. Zen. 10, 7 Trapayevötievoi 'ApiaTcov Kai fi öc5£A9fi dvriyyeAAov (257^). Lond. III nr. 1204 (p. 10) 23 TTpoTTCoAriTai Kai pEßaicoTai TaEAoAoOg Kai 2iepi- TTOÜs (2 Frauen) Kai ToTofjs (masc.) 01 dTTo5ö|i£voT, oOg sSE^aTO KoßaeTfiCTis 40 (113a). Grenf. II 15 col. II 11 Tccycog (Frau) Kai 'Auucovios oi dTroSönevoi oOg eSe^ccto "f£v0cÖTr)s (isg''). Leid. A = UPZ 124, 6 etteScokev (jloi ÜTTÖpiurma Kaxd XEpvißios Kai Tfjs TOUTOu yuvatKOS UTTEp ToO Ö9eiAovTas aürcot irupou dp(Td- ßas) S' nn dTTo5t5övai (176 oder 165^). Leid. B = UPZ 20, 17 ttiv prjTEpa f^iicöv KOI TTaxpdrriv \xr\ piövov d-irevri vEyiJievous, dAAd Kai dvatpo uti evous 45 (c. i6oa). Par. 50 = UPZ 79, 21 (^[xr\v 5üco (sie) yuvaiKES (sie) KaöriiJiEvas liExd dv5p6s (= Kai dvSpa) öpLvOcovTas (sie) (isg'*). Teb. 39, 15 6 -rrpoyeypapiievos Kai f) ToCrrou yuvq eijittAekevtes Kai Öovtes TtAriyds ttAeious eyßiaadnEVOi OTTEKAEJaav Tf]v 60pav (114a); 52, 4 ETTißaAövTES (pap. -tos) eis tt^v oiKiav 'Apaivörj Kai 6 TccÜTTis uiös wxovto exovtes tt^v auyypa9fiv (nach 114*); 109,23 drro- 5°
24 Kongruenz. § 148.
TEiacrrcoCTav ol frpoyeypaiJuevot (nämlich Atovucrios Kai 'A9r|vais) (93»); 264 descr. TrapeScoKa Trjv TaaiycoTJV Kai töv Gecoua ev tcöi aürcöi äuaTra<y>o- P6VOU5 {II'''0- Sogar bei der Disjunktion mit f\: Eleph. 2,10 eccv 5£ Ti e^- OTTopcövrai t\ XP^oS 69EiXcoaiv AiovOaios f] KaÄAiCTTa jcövtes (285»). Bei Tieren: 5 Hib. 120, 2 Tcöv ÜTTapxouacöv aiycöv Kai Tpöycov (250 — 49).
Anmerkung 2. Petr. III ii, 20 ä9£ia6ü3 öorö tcöv ÜTrapxovTcov poi ctcohoctcov E^EÜÖEpa AcoCTiÖEOS Kai 'ATTcnT) {235'^) hat sich das Geschlecht des prädikativen Attributs nach dem vorausgehenden Gattungsbegriff acöuara statt nach den Nomina propria gerichtet. 10 Anmerkung 3. Wiewohl Par. 34 = UPZ 120, 7 nur von Frauen die Rede ist
eOpsTv yuvalKas KÄaoüaas Kai 9aaKouaas Tivä EI5 x°t^'^^ov to^ kikios EpßEpAfi- a6ai, wird unmittelbar fortgefahren: y vövtes Öe ÖTi ev tcöi ZEpameicoi eEpcnTEUCO, fipcÖTTiaäv \X£, woraus zu sehen ist, daß außer den klagenden Frauen auch Männer anwesend waren, die den Nikanor fragten (11'^).
IS 2. Bei mehreren Gegenständen verschiedenen Geschlechts richtet
sich das gemeinsame Attribut im Genus bald nach dem zunächst ste- stehenden Substantiv, bald steht es im Neutr. plur.:
a) Teb. 5, 79/80 tos f)yopaa^£vas Trpo9r|TEias Kai y£pa Kai yp(antJiaTEias) (118 — 17*). PSI VI 630, 12 irapct Tct auyKOTTEVTa aKa9ETa Kai SmeAAas (III^). 20 b) Cornell 4, 4 önoAoyEi eI \xt\v KaTaaK£U<ä)aai juyöv dua^iTÖv (neutr.)
Kai K691VOV (masc. = Korb) öpEaTct (beide in befriedigender Qualität) (256^). Tor. XII 7 Korra ttj? ur\<i oiKiag fi Kai vfiAoö töttou tcöv ÜTrapxövTcov aoi (119^). Über TÖAavTa Kai dpTcipas (Spax^cts) ccTOKa s. oben S. 22,6.
B. Numerale Inkongruenzen bei einem Attribut geben sich 25 meist als sorglose, psychologisch zu erklärende Schreibweise zu erkennen:
Hib. 44, I EypävfapEv aoi, opcovTES Se a£ KaTapaOu^oOvTa coihtiv öeIv Kai vöv dcTToaTEiAai aoi (253a). Der von der redenden Person häufig gebrauchte Plural (Band II i S. 40 ff.) wirkt anakoluthisch auch beim Übergang zum Singular fort. Ähnlich zu erklären sind Fälle wie Edg. 89 = SB 6804, 3 EppcbpEÖaSE Kai aÜTÖ?
30 (III^). Zen. pap. 59214,9 irpös a£ ä9£crräAKaiJi£v (sie) cä^icöv cte ÜTTOUEivai ccOtöv (254a). Weitere derartige Entgleisungen s. Bd. II i S. 42. Wenn in einer Beamten- unterschrift Lond. I nr. 23 (p. 40) = UPZ 14, 92 nach toTs ypatinaTEÖaiv fortge- fahren wird ETTiCTKEVf/diiEVOv (statt ETTiCTKEVf/apiEvous) dvEVEyKElv = prüfen und Be- richt erstatten ! so braucht man nicht an einen einzelnen ypatJitiaTEÜ^ zu denken
35 (158^). Par. 42 = UPZ 64, II 5iaad9r|CJÖv lioi, öttcos irapayEvriÖEis, ctüv ctoi yEVÖpiEvos, Trpd^copiEv ti teile es mir mit, damit ich nach meiner Ankunft mit dir zusammentreffe und wir (gemeinsam) etwas tun (156»). Psychologisch zu er- klären: der Singular der i. Person, der in den Partizipien ganz am Platz ist, er- weitert sich zum Plural des Verbs, um das gemeinsame Handeln zu bezeichnen «).
40 Auch PSI IV 406, 7 (ziemlich verderbte und schwer verständliche Stelle) irpog- XpricrduEvos aürfii (nachdem er die Dirne gebraucht hatte) irapEScoKEV aü- TT^v Tcöt öpu9ÜAcxKi (= 6po90AaKi) auvaKEudaavTES aürriv hat sich der Singular zum Plural erweitert, um beide Übeltäter zusammenzufassen (HI"). Par. 54 = UPZ 84, 13 KEiöcövas (= xxTWva<;) Aetvoüv ist Verschreibung statt
45 A1VOÖ5, vielleicht auch lautlich zu erklären: v für schwach auslautendes s (Bd. I S. 207 Anm. 2).
') Wilcken z. St. schlägt statt TrapayEvrjÖEis die Lesung Trapcr/EvriÖEvri oder irapcxyEviieEVTOS aou vor, was nicht nötig ist.
§ 149-
Constructio ad sensum. 25
C. Die zahlreichen kasuellen Inkonzinnitäten zwischen Sub- stantiv und Attribut (namentlich Apposition), die mit den Regeln logischer Konkordanz im Widerspruch stehen, können nur als Entgleisungen oder saloppe Schreibweise betrachtet werden und fallen daher unter den Gesichtspunkt des Anakoluths, worüber unten S. 194 ff. gehandelt wird, s
KONKORDANZ ZWISCHEN SUBJEKT UND PRÄDIKAT.
§ 149. Constructio ad sensum (Karct aüveaiv)!).
Wenn das Prädikat eines Satzes aus einem einfachen Verbum (ohne Prädikativum) bzw. mehreren einfachen Verben, das Subjekt aber aus einem singularischen Nomen besteht, erhält das Verbum natur- '<> gemäß den Singular. Nur wenn das singulare Nomen ein Kollektiv- begriff (wie irAfieos, SfitJios u. dgl.) ist, kann die in allen Zeiten und Perioden der griechischen Sprache übliche Constructio ad sensum eintreten.
Auch die ptol. Papyri bieten einige Beispiele und zwar in verschie- 15 denen Anwendungsformen :
a) Kollektivbegriff mit pluralischem Verb, finitum:
PSI IV 402,4 6 Aaös ö Ev Tfii TToAi (sie) ^a% KoAuKÜvOag (sie) ötttcoctiv {Ilia™). Gemischt IV 380,4 eireSeTO fipTv 6 Aaös Kai tos XE'potS eirevti vöxoto-iv ToTs TTOitieaiv (249 — 48"). 20
b) Auf ein zu einem Kollektivbegriff gehörendes singularisches Verbum folgt ein attributives Partizip im Plural:
Petr. II 9 (3) 9 = III 43 (3) 20 TÖ irAfipcopa (die Mannschaft) yoyyvjei (päpiEvoi dSiKelaöai (241 — 39^).
c) Der sinngemäße Plural tritt erst in einem angeschlossenen 2s Nebensatz ein, wobei jede Härte des Ausdrucks wegfällt:
a Petr. II 26 (6) = III 64 (a) 5 Tin^v KaAdpou M (= piupidSos piäs) <^v (als ob \x\jpwv vorausginge) fipyoAäßrjKEV TTposd^Eiv ; ebenso zu ergänzen (5) 6 (238^).
») Krüger § 63, I. Kühner-Gerth I § 359 S. 52 ff. Brugmann-Thumb* S. 452, 2. Gildersleeve Synt. 119 — 122. Blaß-Debrunner N. T.^ § 134. Als Attizismus nachgewiesen von W. Schmid Attic. I loi f. (Dio Chrys.); 248 (Lu- cian); II 65 (Aristides) ; III 93 (Aelian) ; IV 102 ff. (Philostr. II); 631 (zusammen- fassend). K.Wolf Malal. II 22. Nach J. Wackernagel Vorlesungen über Syntax I 103 im Slavischen noch heute Regel. Nachmanson Eranos 12, 181 ff.
26 Kongruenz. § 150,
§ 150. Das ax^iiia rfivSapiKÖv sive Boicotiov.
Ist das Subjekt des Satzes ein pluralisches Nomen gen. masc. oder
feminini, so steht auch das Verbum regelmäßig im Plural. Fälle, in denen
hier das Verbum im Singular steht, nennen die Alten axfiMo BotcÖTiov
5 oder TTivSapiKov, weil bei Pindar dergleichen vorkommt (Dithyr. fr. v.
16 otxeiTai t' öiicpai peAecov avv aüAois) ').
Auszugehen ist von den Fällen, wo das Verbum (ursprünglich nur laTiv, fiv, yivETai) dem pluralischen Subjekt wie eine Art Imper- sonale vorangeht, bevor der Redende sich klar gemacht hat, daß ein 10 pluralisches Subjekt folgt. Übrigens hat sich bei dem vielfach tabella- risch-aphoristischen Charakter der ptol. Urkunden dieser Gebrauch auf alle möglichen anderen Verba ausgedehnt (wie ÜTrdpxet, avvfiKTai, cnroAcoAe, pepiETpriTai, TrposevepAriöri, EvAeiTrei, KaTaAEiiTETai, iTETrpaTai, tiOetou KOfToxcoptseTai usw.):
15 a) ECTiv — fiv — yivETat — irposyivETai: Zen. pap. 59091, i EaTi (es
beträgt) ö Exe« ZrjvoScopos 'ApTEiiiaiou la dpy(upiou) (5paxMai) p[x, Aaiaiou (5paxi^°^0 P (258 — 57^)- PSI IV 370, 2 Eaxiv ö £XO(jlev Trapoc Aadyou (apoupai) "69 (250 — 49^); 398, 2 (239a). Petr. III 93 recto col. 7, 21 ecttiv, ö Sei ÜTToAoyri- efivai coro Tcöv EKTieEiJEVcov o'i'covicov (Gehältern) (5pcxx^al) piy (III'^). Teb. 79, 13
20 TOÜTCov EaTiv f\s (sc. yfis) y£ypa9EV Mnoüöris (apoupai) \xy (nach 148a). Stehende Formel zur Einführung detaillierter Rechnungsposten ist c&v Eaxiv: Teb. 60, 19 d)v EQTiv (darunter im einzelnen) kotoi'kcov (apoupai) x, 22 E965COV (apoupai) x, 23 9uAaKiTcöv (dpoupai) k, 48 toutcov Eariv (apoupai) "Z, 113 c&v f\v (dpTd- ßai) x; 61 (a) 163 TOUTCOV ectiv tcöv tiOeijievcov ev ETncrrdaEi Kai £v dTToAoyiapicöi
25 (dpoupai) X (118 — 117^^) usw. Ebenso bei Zeitangaben: Zen. pap. 59291, 2 Ecrnv 5e fiuTv pfjvES £KKai5EKa, dir' oö te (sie) TTopaoTriKauEV (sie) toTs Epyois (251 — 50^). Edg. 106 = SB 6989, 3 T\5x\ 5£ EOTiv aÜToIs it) f)|i£pai, 09' oö EpydjovTai (III*). Über ö laTlv, das meist ohne Einfluß auf die Konstruktion, in der Bedeutung ,,d. h., so viel als" eingeschoben wird, s. Bd. II i S. 77. Dazu Eleph. 15, 3 iKyw-
30 poövTES Tcöi Sevcovi tcov y dva9opcöv, 6 EaTiv (5pax!icöv Biockocticov TEaaapciKovTa) (223a).
Im Kontext eines Briefes Edg. 47 = SB 6753, 4 aü Se \xo\ dvTEypayag, ÖTt
yeivoiTo (als Gehalt zukommen) auTwi £15 töv Eviauröv (Spox^ai) iß (250/49»).
Als Summierungszeichen zum Abschluß mehrerer Posten dient bald yiVE-
') Übrigens auch schon bei Hesiod. theog. 321. 825 Tfis 5'fiv TpEis KE9aAai (wo fiv zur Not als dorischer Plural aufgefaßt werden kann, Kühner-Gerth I S. 69). Vereinzelte Fälle kommen in allen Schichten der griechischen Literatur (nicht bei Plato!) vor, doch vorwiegend in Poesie. Besonders sprechend Herod. V 12 fiv riiypris Kai MavTÜris dvSpES HaiovES (dazu Steins Note). Kühner-Gerth I § 367 S. 68 f. Krüger § 63, I, 4. Brugmann-Thumb* 426. Meisterhans-Schwyzer 198 (ETTEcmv tt{9oi = Inhalt: Fässer). O. Wilpert, de schemate Pindarico et Alcmanico. Diss. Bresl. 1874. Derselbe, Das schema Pindaricum und ähnliche Konstruktionen. Oppeln 1900. Nach Moulton Einl. 87 ist dieser Gebrauch nichts anderes als ein Spezialfall von Anakoluth, der Pindar nicht mehr eigentümlich ist als etwa Shakespeare und jeder Sprache, beruhend auf geistiger Zusammenziehung des komponierten Subjekts (Fleisch und Blut = Kind, Himmel und Erde = Weltall).
§ I50. aXTlPOt TTivSapiKov sive Boicotiov. 27
Tai („macht"), bald ylvovTat mit folgendem Plural. Selten wird das Wort aus- geschrieben, meist abgekürzt mit y oder einer Sigle (nach rechts ansteigender auf- rechter Strich). yivETai ausgeschrieben: Hib. 74,4; 114, 10 yivETai (5pa)(- \xa.\) pira, 18 y{v£Tai apiy usw. (244^). Petr. III 122 (a) col. 2, 10 yivExai p£(TpriTai) x; ebenso (b) col. 2,9; (c) 16 (III*). Magd, i, 12 ö yiverat irupcöv 5 (dpTdßai) [so Wilcken, Arch. IV 47] tcöv 5üo etcov, toO iJiev evös eTOug ek- <pöpiov Toö rmiKAripiou (ja/pcöv) (dpTäßat) pir, toö 5fe k5 (etous) EK<p6piov öAou TOÖ KÄripou (iTupcov) (ctpTdßai) Toa (222^). Teb. 154 descr. Tcöi s" etei irpos- yivETai ai KcrrEpyaCTeETaai (dpoupai) (112 — 113*) ').
Daneben ebenso oft yivovTat: Petr. III 97, 8. 9 yivovTai ÖEUTEpcov lEpcöv 'o (dpoupat) X (III/II*). Lond. I nr. 31 = UPZ 29, i öpoAoyEi ArjUilTpios UE^e- TpfjaOai EAaiou ariaapiivou HETpriTds 5üo yivovrai 5üou (sie) (162a). Teb. 60, 13. 25. 75 usw. (118 — 17a) und oft. Vgl. oben S. 14,41.
Zweifelhaft die abgekürzte Schreibung: z. B. Par. 59 = Witk. cp. pr.241, n y((v£Tai) vel y({vovTai) (Bpox^oci) 'EcoAe, A(EiTT£Tai) vel X(EiTTOvn-ai) (Spocxticti) 'S pvE (i6oa) und so in zahllosen Fällen.
b) Erweiterter Gebrauch bei anderen Verben (das Verb steht immer voran) :
PSI IV 393, 4 diTÖAcoAE £K TOÖ dpiTTEAcövGS xc'P^'^o? KaAa^iuou liupidSES TpEls (242a). Zen. pap. 59244,1 EypdvpatiEV [oti dyEi cor üalTpoKAfis KOpuoüs a» p' TTposEVEßATiöri Tfjs ETTiCTToAfis ypa9EiaTis K (252a'). Petr. III 67 (b) verso 12 TTETTpaTOi tJi£(TpriTai) \; ebenso 122 (d) 8 (III*). Zen. pap. 59004, 75 TTETTpocTai oAEÜpcov dpT(dpat) £ (259*); 59015,35 CTUvfiKTaj (es er- gaben sich) n£(TpriTai) i (259 — 58a). Petr. III 80 (a) col. i, 5 09' <S)v iiEpiETpriTat KptQcöv K (sc. dpTdßai) (111=^); ebenso Hib. 119, 5 (nach 260a). PSI IV 356, 2 eis- =5 liEPETpriTai ETTi Tfi5 dAco Kpiöcov (dpTdßai) 9 (253*); 333, 13 SiayEypaiTTa i eIs x°P'^'^5 dpyupiou (Spoxucxi) u (261 — 60a). PSI IX 1023, 11 eti evAittei noi (fehlen mir, bleiben rückständig) ek toO 5avEiou TdAavTOv ev 5pa(xi-^oti) TTEura- KisxiAiai 5iaKÖaiai (pap. TTEVTGKisxiAias SiaKoaias) (io6a). Teb. 61 (a) i66KaTaA£(- TTETai 'B (dpoupai), dagegen 159 KaTaAEiTrovTai (dpoupai); ebenda 188 09' 30 cü)v KOTaxcopi jETat eis tö aiTEptiaTa dpdKcoi Ar), xöpTcoi öiJioicos 3 (sc. dpTdßai) (118 — 17*). Lille 9,12 UTidpxEi noi ariad^ou eis dpTdßas ^ (Vollzahl, nicht An- näherung, vgl. Bd. II 2 S. 365,24) (HI*). PSI 346, 3 OrrdpxEi £v KepKfji dpoupai oÜK öAiyai (255a). Teb. 88, 54. 58. 61 üirdpxEi ev ispäi yqi dpoupai 5 (115 — 114'')- PSI IV 377, löTOÜTcovTEÖvriKE p, dvriAoovTai ^e, vöv Se UTrdpxeiTAß (250 — 49*); 35 414, 2 Ö9£iAETai \xo\ (SpctxiJal) y eis t6 öycoviov (HI"). Teb. 75, 80 tiÖe- TOi EV Tcöi UTToAöycoi (dpoupai) H3 (112*) usw.
Anmerkung. Nicht in diesen Zusammenhang gehört die in der Aoilien- berechnung geläufige Phrase d9aipETTai 5£Ka u. dgl., was bedeutet, daß ,, jeder 10. Tag" als Feiertag für die Arbeiten in Abzug kommt, das Zahlwort also distri- 40 butive Bedeutung hat. Belege: Petr. III 40 (a) col. i, 10; col. 2, 10. 17 d9aip£TTai 5£Ka; col. 3, 10 d9aip£TTai ir) (der 17. Tag); col. 4, 6 d9. ie; col. 5, 7; (b) col. i, 10; col. 2, 8 (HI*). — In der Verbindung [dTTÖaTEiAov Se] xdpxas, EyAEAoiTTE ydp fiiiäs Zen. pap. 59124, 8 (256^) hat sich die Vorstellung einer Vielheit zur sachlichen Ein- heit (,,es") verengt. *^
*) Vgl. Aristid. Quintil. de mus. 19 p. 13, 7 Jahn yivETai Se Kai dAAai SiaipECEis.
28 Kongruenz. i •
Das Neutrum plurale mit dem Verbum im Singular oder Plural ').
Als eine Art des oxfiua TTivSaptKÖv (s. vorigen Paragraph) betrachtet mit Unrecht Lesbonax de fig. p. 45 M. die Verbindung eines Subjekts 5 im Neutr. plurale mit einem Verbum im Singular (das sog. axfipa 'Atti- Köv): denn diese Konstruktion ist indogermanisch und beruht darauf, daß die in der Grammatik als Neutra pluralia bezeichneten Formen ur- sprünglich Feminina sing, waren und keine Mehrheits- sondern eine Kollektivbedeutung hatten und als Einheit empfunden wurden. Da-
10 neben aber hat schon Homer das Verbimi im Plural, und in der Koivri ist eine fortschreitende Entwicklung nach dieser Richtung zu beobachten, deren Endpunkt im Neugr. der ausschließliche Pluralgebrauch bildet 2). Die ptol. Papyri halten so ziemlich die Mitte zwischen dem attischen und späteren Sprachgebrauch, insofern sie, wie noch die Septuag. und das
^5 N. T., ein starkes Schwanken zwischen Singular und Plural erkennen lassen 3).
Es ist zu unterscheiden zwischen Sachbegriffen einerseits und Personen bzw. lebenden Geschöpfen andererseits: während beim sach- lichen Subjekt der Singular des Verbums entschieden vorherrscht, steht
20 bei lebenden Wesen, wenn sie als selbsttätig eingeführt werden, über- wiegend der Plural 4).
I. Sachliches Subjekt:
a) mit singularischem Verbum:
111»: Lille i recto 14 eav CTUvreAfiTat toc epya (259 — 58»). Hib. 43, 5 Iva
25 \i.T\Qkv üaTepfit tö eXaioOpyia (261^); 77, 3 iva auvTsAfiTai rä votiijöiieva (249^);
82, ig iva E^dyriTai tö Korrcc tt^v ypapiiareiav, 28 tcc ^OXa d ecttiv (239 — 238*).
Edg. 106 = SB 6989, 4 TÖt lisAiaaeia ev ccypcöt eppiirrai (III»). Petr. III 43 (3) 18
ou yap dyvoEls, oiä eotiv toc Korra Tct TrATipcöpiaTa (Mannschaften) (241 — 39*).
') Krüger § 63, 2. Kühner-Gerth I § 364 S. 64. Brugmann-Thumb* S. 275. 426. Gildersleeve Synt. I 97 — 102. Blaß-Debrunner N. T.^ § 133. Schmid Attic. I 102. 248!.; II 66; III 95; IV 112. K. Wolf Malal. II 22. Für Pausanias vgl. A. Engeli, Die oratio variata bei Pausanias 1907, 104.
=) Alle homerischen Fälle gibt Delbrück, Syntakt. Forsch. IV 20 ff.; für Herod. s. Stein zu Hdt. III 88, 14. Die älteren Teile im Corp. Hippocr. haben immer Singular (L. Cohn, Berl. Phil. Woch. 1896, 1544 f.), die Dramatiker den Plural nur bei lebenden Wesen. Thuc. und Xenoph. haben verhältnismäßig am häufigsten den Plural des Verbs, offenbar unter nichtattischem Einfluß. Der attische Dialekt zeigt in der Bewahrung des Sing, seine hohe Altertümlichkeit.
3) Bezeichnend für das Schwanken des Numerus ist Zen. pap. 59053, 6 öircos yevrjTai [das t\ ist getilgt und darüber cov gesetzt; also ändert der Verfasser mit Absicht, wohl nach dem damaligen Sprachgebrauch] fiiilv TCt oreyctaporra toTs irÄoiois Kai toc AoiTrä (257a).
4) Der Übersichtlichkeit wegen empfiehlt es sich im folgenden nicht bloß Verbalsätze, sondern auch Nominalsätze mit der Kopula zusammenzufassen, da die Erscheinung in beiden Fällen dieselbe ist und eine Trennung des Materials wenig dienlich wäre.
§ 151. r>as Neutr. plur. mit dem Prädikat im Sing, oder Plural. 29
PSI IV 433, 2 eypavfas, el Ti irap' lnoi (sc. oxöpSa) ecrn TotocOra, iva Cnrdpxrii eis Tocs dirocTToAäs. TÖt pev oöv Tiap' i\xoi 6^^\\ia. övra uTrdp^ei eis 9UTe(av (261^); V 491, 12 £inii£Aes 5e aoi yev£a9co toö Zrivcovos TTuÖEoüai, Tiva eoriv a dvri- ypd9ei (258 — 57a) ; 527, g tö adypiaTa TrepiEOTiv, xd 5e iSpcöia KaTaTeTpnrrai, 15 5iaTTE9cövTiKev iSpcoia y (III*). Zen. pap. 59033,4 irap' fiiiiv tioaxe^^crra oOk 5 ecjTiv OÜ5' EicoÖEv yiveaöai ; 59044, 4 Td üirdpxovTa canroü ^^apyupijETat (wird verkauft) (beide 257»); 59179, 17 öircos tö yevnpora 6iaTr|pri6f)i (255a). Magd. II = Mitt. Chr. 130, 9 ottcos dv \xt[ KaTa90£ipriTai Td rrAoTa, dAXd yEiji^riTai (218*). Besonders häufig sind Phrasen wie: TdAAa aot KOTd Aöyov X'^P^^ Petr. II 2 (4) 2 (c. 260a). Td AoiTid cot Kcrrd yvcb|jir)v (Aöyov) eotiv Hib. 79, 4 10 (260*). Zen. pap. 59093, i (257*); 59135, i (256a) usw.; TdAAa aot KOTd TpÖTTOv ouvavTdi (diravTäi) PSI IV 392, i (242*) u. o.
II — I*: Par. 32 — UPZ 61, 22 drTÖOTEiAov Td liETpa tcöv ööovicov, ottcos ovv- TÖtJicos dTTOcrraAfii riiilv (162*); 46 = UPZ 71, 2 Td -rrapd tcöv Oecöv Kcrrd Aoyov aoi XpritiOTi^ETai (153*). Rosettast. 46 Td yEVEÖAta toö ßaaiAEcos dyETai (196*). 15 Lond. I nr. 33 (b) = UPZ 74, 9 Td dAAa aot Kcrrd Aöyov loTai (161*). Teb. 6, 30 Td £K TCÖV d9po5iaicov dvor/pd9ETai (140 — 39*); 10,7 Td Tfis ÜTtoaxecrEcos ek- TrAripcoÖTjaETai (119a); 33 = \V. Chr. 3,11 TrposEvexöriaETai Td ÜTToyeypa|ji|ji£va ^EVia (112*). BGU (III) 1002 col. II 12 ad Se eaTiv -rrdvTa Td irpoyEypautJiEva (55*) usw. Über die feste Formel ädv fit a ypd9co dAtjÖfi s. Bd. II i S. 278. 20
b) mit pluralischem Verbum:
III*: Eleph. 5, 22 oivou dvriAcöeriaav K(epdpiia) iiy (284*). Zen. pap. 59015, 27 dyfiv 9£pouatv (sind zerbrochen) KEp(dnia) y (259 — 58»); 59244,5 EVEiat 5e Kai £V Tois Koptiois 9UTd 3, aber 7 eiioi ydp oük dpEaTd ecitiv (252^^). Zu 59053, 6 (257a) vgl. das oben S. 28 Fußnote 3 Bemerkte. 59317, 3 iroAAd Eiaiv Td £pya 25 (250a).
II — I*: Giss. 39,8 aai (= ad) t' eiatv Kai Td SiKata — nach einer koptischen Vorlage (c. 130*). Lond. I nr. 3 (p. 46) 24 ad t' Elaiv .... (146^). Par. 65, 8 ÜTTEp TCÖV Aiyurnicov auvaAayiadTcov (sie), ti (ob) Sid tcöv Konrd töv TÖTTOV irpOKExeipiaiiEvcov UTroypd90VTat (146 — 135*). Leid. C (p. 118) = UPZ 30 77 col. 1,10 lAEyov, ÖTi Taüra trdvTa Td troAAd (= meistens? vgl. Stein zu Hdt. I 203. S) Evvria (sie) Eiaiv (c. 160*). Ob in diesem Traumbericht von Sachen oder Personen die Rede ist, bleibt unentschieden. Teb. 20, 7 Edv Aoydpia önratTCÖVTai wenn Abrechnungen verlangt werden (113^). Medium nicht aus- geschlossen. Ebenda 28, 7 tö utröAoyov Kai TdA<A)a E^eiTETrTcbKEaav das er- 3S traglose Land und Sonstiges war außer Ansatz geblieben (nach 114*). PSI X 1098, 33 Idv Se ijfi EKTTOtcöaiv (sc. Td EK9Öpia) (51*).
II. Lebende Wesen:
a) mit pluralischem Verbum (selbsttätig):
Petr. I 16(1) 16 Td iraiBia, edv uot -rrapauei vcoai v (237a); III 43 (3) '♦° 18 ou ydp (iyvoEis, old EaTtv to Korrd Td irAripcoiJiaTa (Mannschaften), Edv dpycöatv (241 — 39*); 31,7 ETTiTrapcr/ivovTai Td 'AvTiyövou jeuyn (III*). Zen. pap. 59406, 2 Trap£5et^av Td TraiSdpia (III*); 59443, n iva \xt[ dpycöatv Td lEpEla (III*). SB 6011 (Ostrakon) 5 TTEpl tcöv ao|JidTcov (sie) = Sklaven, tcc (= a) ekeT ijievouaiv (I*). •»5
b) mit Singular. Verbum (teils selbsttätig teils passiv): Zen. pap. 59043, i Td acötiaTO (die Arbeiter) ^voxAei Tipäs (257*). Hib. 33, 6. i4UiTdpx£i noi rrpö- ßcrra (245*). PSI IV 377, 3 TrapaSoQriaETai 5i tJLOi Kai jeüyri 5, 5 TrpößccTa 5s. ad, dpi not trapaSoöfit (250 — 49*); 400, 13 oaa 5' dv x^wpä fd KTi^vr) e^avaAdbarit (III*); 422,8 ÖTt ouK EKTroiEi tJioi Td jeOyri (III*); V 527, 4 OiAivcoi (rTtEOTdAri 5° UTTOjuyia (Lasttiere), 14 KUVTiyois eSööti ÜTTOjuyia (III*). Zen. pap. 59614. - Td TraiSdpia ev EiripEAeiat eotIv (III*).
30 Kongruenz. § 152.
c) Singular und Plural nebeneinander'):
Edg. 106 = SB 6989, 2 eypavfas irepl tcöv urrojuyicov (Esel), Iva irapa- ygvTiTai Kai EpydarjTai fipepas 1, fi5r| 5e ecmv ccütoIs \r\ r\\xipa\, 09' oC; gpyä- ^ovTQi, 7 locv oöv \XT\ dTroCTTaAfii Tot Crrrojüyia (III^).
5 Man sieht, daß die ptol. Papyri der klassischen Sprache näher
stehen als der späteren Koivri, die bei Sachen wie Personen den Plural des Verbs bevorzugt.
§ 152. Kongruenz des Prädikats bei mehreren Subjekten *).
Zu unterscheiden sind Verbal- und Nominalsätze.
To A. Verbalsätze.
In Verbalsätzen, deren Subjekt aus mehreren (persönlichen oder
sachlichen) Nomina im Singular oder in wechselnden Numeri besteht,
sind drei Stellungen des Verbs unter verschiedenartiger Beeinflussung
des Numerus möglich: vor, nach oder zwischen den einzelnen Sub-
»s jekten.
I. Geht das Verbum allen Subjekten voran, so steht es entweder im Plural, wenn sämtliche Subjekte als eine Vielheit betrachtet werden, auf die sich das Prädikat gleichmäßig bezieht, oder es richtet sich nach dem ersten Subjekt und kann, wenn dies ein Singular ist, in
20 den Singular gesetzt werden. Während letztere Stellung und Kon- struktion in der klassischen Prosa fast nur angewendet wird, wo das zuerst genannte Subjekt abgesondert und als vorzüglicher hervorgehoben wird, hat die Papyrussprache für Voranstellung des verbalen Prädikats im Singular eine besondere Vorliebe auch in solchen Fällen, in denen
2s keine Hervorhebung des ersten Subjekts erkennbar ist.
I. Voranstellung des Verbs im Plural:
Indikativ: Lille 28, 17 dvfjXOov 69' fiiaäg ZcoTTupos Kol KpdriTrrros (HI*).
Petr. III 133, 2 (auyypa9ri), £9' fis g-rriKeAEÜouatv üeToalpis 6 TTccTrip aüroO Kai
Zofipis i] priTrip (HI»). PSI IV 406, 4 Trepl c5u cnrrjpyaa^evoi eiaiv Api^üAos Kai
30 AiovOaios (Ilia); V 528, 13 8TnaToXf)v, fiv ccrreaTeiAäii \xo\ ArmriTpiog Kai 'Ittito-
KpÖTTis (III^); VI 647, 5 -n-apfjaav 5e Kai ['AaKAri]Tnä5r|S, AiokAt]? k. t. A. (III*).
') Vgl. Aristeas ep. 16 5i' öv jcpoTTOioövrai TÖt Trdvra Kai yiverat.
») Krüger §63,4. Kühner-Gerth I §3708.771. Gildersleeve Synt. II 468 ff. Blaß-Debrunner* § 135. Ludov. Becker, Numerum singularera qua lege in sententiis coUectivis praetulerint Romani (mit viel griechischem Material). Diss. Marburg (1913) p. 33 ff. Eine Untersuchung der klassischen Prosaiker hat ergeben, daß im Griechischen durchaus die Neigung vorherrscht, das Verbum nach dem zunächststehenden Nomen zu richten. Oskar Wilpert, Der Numerus des verbalen Prädikats bei den griech. Prosaikern. Progr. Oppeln 1904.
§ 152. Kongruenz des Prädikats bei mehreren Subjekten. 31
Zen. pap. 59690,18 (pepouatv NiKcov Kai 'A55aTos (III^); 59567,7 ripiöiirjCTavro 'AttoAAcövios Kai TTpö^Evos (nach 250»). Grenf. II 23 (a) col. 3 al dc7To56ii£vat, 05 •cB^^avTO rTeTeapCTEiaöeüs Kai rTeTeaoüxos Kai <I)aycövis koI H'evvfia»5 (107a); 32, 10 (loi»). Par. 5 col. 2, 5 (114*). Zu eSe^aro in der gleichen Phrase s. unten S. 32,6. Tab. 109, I. 10 öoreBovro Aiovuaios Kai aüroö yuvrj (99^). Gewöhnlich öareSoTO, 5 s. unten S. 32,15. Der Plural sogar bei Disjunktionen: Eleph. 2, 10 eav 5e i^a- TTopcövrai f\ XP^oS Ö9eiAcoa!v Aiovüatos fi KaAXiara jcovttes, 14 eäv 5e KoraAelTTCoaiv AiovOaios fj KaAAiCTTa (285a).
Imperativ: Hib. 29, 7 d7Toypa9eCTÖcoaav o te ypatipiaTEUS Kai 6 dvri- ypa9EÜ5 Kai 6 TEAcovris (nach 256''-). Rev. L. 41, 6 dTTOTivETCoaav 6 te vopiäpxTiS Kai 10 6 oiKovoiios Kai 6 ävTiypa9EÜs ; 48, 8 irapaKomjETCoaav 6 te oiKovötios Kai dvrri- ypa9EÜs (258*) usw.
Partizip: Zoisp. = UPZ 114 I 26 auvrrapövTcov Acopicovos dvTiypa9£C0s Kai Tcov TOTToyp(apipaTECOv) Kai dAAcov ttAeiövwv (iso^); II 24 (148»). BGU (III) 992 I 9 (162»). Grenf. I 11 col. 2, 26 (153^). Teb. 27, 7 TrapaKEtpiEvcov oö EKaoros 'S IXEi KAripou Kai tcov dAAcov tcov ÜTtapxovTcov (113^).
Am häufigsten in Präskripten zur Bezeichnung einer Samtregierung teils mit Voranstellung des Königs teils der Königin: ßaaiAEuövTCOv TTToAeiaaiou xal KAEOTrdTpas (II) Grenf. II 15, i (139^). ßaaiAsuövTcov Ht. Kai ßacriAiaCTris KAEOTTorpas Tfjs d5EA9fis Kai KAEOTTÖTpas ttjs yuvaiKÖ; Goodsp. 7, i (119 — 08^). 20 ßaaiAEUÖVTCOV Ht. koI ßaaiAiaaris BEpEviKTjs Teb. 106,3 (101=»); Grenf. II 35,1 (98a). ßaaiAEuövTcov Ht. ETriKaAou^Evou 'AAs^ävSpou koI KAsoTraTpas Leid. O = UPZ 125, 4 (89a). Lond. III nr. 1209 (p. 20) 9; 883 (p. 21) 16; Amh. 51, 19 (88») ^aaiAEUövTCov KAEoirÖTpas (III) Kai ßaaiAECos ütoA. BGU 994 col. II i (113a); 996 col. II I (io6a); 997 col. II I (103a). Grenf. I 27 col. I i (109»); 25 col. II i 25 (114a); 34,1 (102a). Lond. III nr. 1204 (p. 10) 6 (113a); 881 (p. 12) 9 (108*). Rein. 14, i (iioa); 15, i (109a); 16, i (109a); 20, i (io8a); 22, I (107a); 23, I (105a). Teb. 105,8 (103a). Par. 5 col. I i (114a). Or.gr. 739, i (112 — iia). SB 6645, i (105a). PSI IX 1022,9 (io6a); 1024,1; 1025,1 (beide 104a). ßaaiAEUÖVTCOV ßaaiAiaari? (Kleopatra III) koI ßaatAECos OtoA. Grenf. II 20 col. II (114a); 30 23 (a) col. II (107a); 32,1 (loia). BGU 995 II I (109a). Lond. III nr. 880 (p. 8) I (113a); nr. 882 (p. 13) 7 (loia). ßaaiAEUÖVTCOV KAEOTrdTpas (VII) ÖEÖs CDiAoTTÖTopos Kai riToAEiaaiou toü Kai Kaiaapos Or. gr. 194, i (42a). Über ^aaiAeuovTos nTcAEpaiou Kai 'Apatvöris, Bepeviktis usw. s. unten S. 32,43.
2. Voranstellung des Verbs im Singular; 35
a) Absonderung einzelner Subjekte durch te — Kai, Kai — Kai, f) usw. : Zen. pap. 59056,3 auvrj vTTiaEv ö te iraTrip aou Kai oi d5EA90i (257a).
Rev. L. 13, 3 Staypav^ÖTCo 5 te cikovöijios Kai ö dvTiypa9E0s (jeder für sich ge- nommen); ebenso 45,15 drTOTivETCo 6 te oIkov6|jio5 Kai 6 dvTiypa9EÜs (258a). PSI IV 445, 23 Trapfjv 5£ Kai Mmivas Kai PAoOkos Kai Ztötios Kai KaAAioTpaTos 40 Kai TTiaiÖEos Kai ttoAAoI tcov dAAcov (Ilia). Par. 34 = UPZ 120, 16 EAsyE 5e laoi Kai 'OßooTciKis Kai NE9£paE0Tis (IIa). Hib. 39, 12 cTUußoAov upTv ypavfdoOco KiAAfis fi 6 vccÜKAripos Kai ÖEiypia a9payiaäa9co (265a). Rev. L. 43, 3 Sötco Öe 6 vopdpxTis fi 6 -n-poECTTriKcbs toö vo^oü töv OTTÖpov ; 45, 5 AapßavETco 6 \ikv EAaioupyös xai ol kotteTs (5paxuiiv) a Kai oi tt^v cbvf]v fiyopaKÖTES (itEVTcbßoAov) (258a). 45 Bad. 48, 14 ETTiaKOTTEiTai öe qe Kai 'A^ivri Kai tö trajÖia (126a). Beim Genit. absei.: Rein. 18, 9 = 19, 9 ypa4;ap£vou £poö te Kai 'ttjs priTpös pou cruy- ypa9riv (io8a).
b) ohne Gliederung:
Verbum finitum: PSI IV 358, 2. 15 exei Koppayos Kai Xaico9is KpÖTCovos s» dpTÖßas EKocTov (252a); 425,25 TTiv SioipEaiv, fjv ETToiriaaTo 'ApicrravBpos Kai 'EppöAaos (Ilia). Zen. pap. 59443. 7 tt^v yuvaiKd pou ETrapoivriaEv ITeTEpioÜTts Kai
32 Kongruenz. § 152-
GoTeüs; 59444,2; 39475.9 (alle III»). Hib. 75,2 yEypa9ev f\\xiv neToaTpig 6 ToirdpxTlS Kai TTeTEipoOeris ö TOTToypaniJicrreus (2321). Ebenso Teb. 62, 256
(iig iiSa); 63, 191 (116 — 115*). Petr. II 21 = Mitt. Chr. 28,25 eScoKEV ehoi
[IcÖTOipos] Kai Icöaos ttjv cruyypa?^!^ (HI^)- Mich. Zen. 45, 21 EpyäTai Stoto- 5 fJTis, NEXÖoaTpis (252 — 51*). Giss. 36, 10 töcSe AEye; 'AuMCovia Kai 'AiroXXcüvia Kai 'HpaKÄEa Kai 'Hpais ai TETrapES (i35^)- Lond. III nr. 881 (p. 12) 28 6v EÖE^aro rTETEapaEpeEus Kai ol d5EA9oi (108^); ebenso nr. 879 (p. 8) 25 (123a). Leid. M II 7 (ii4^)- Über den Plural in derselben Formel s. oben S. 31,3. Par. 63 = UPZ 110, I fppcoTai pEv ßaaiÄEUs TTtoA. Kai ßaaiÄEUs FTt. 6 d5EA9Ös Kai ßaaiAiaaa
jo KAEOTTcrrpa (165^). Grenf. II 36,21 eppcorai ' Wpos Kai TTETOCTlpis (95^)- Lips. 104, 18 EiTiaKOTTEiTai upiä5 'AAiaevTts TEvoaTpig Kai oi Trap' üpcöv -irävTES (96 — 95a).
In gemeinsamen Vereinbarungen, Kauf- und Verkauf Urkunden, Er- klärungen u. dgl. sind stehende Eingangsformeln: 6|ioAoyEl 6 Ssiva Kai 6 SeTvo: Zen. pap. 59094, 3- 13; 59102,3. 10; 59103,3 {257a). PSI IV 338,3. 11 (256»);
35 V 521, 7 (248a). Grenf. II 16, 2 (137*). diTESoTO TavEiJiiEus Kai laAfis BGU (III) 996 I 2 = II 9 (io6a). Grenf. II 15 col. I 12 (139^); 23 (a) col. I 3; col. II 3 (107a); 35, 4 (98*); I 25 col. I I (114^); 33. 6 (103a). Leid. N I 3 (103). Lond. III nr. 1204 (p. 10) I. 15 (113a) usw. Über vereinzeltes dmSovTO s. oben S. 31,5. PSI IX 1020, 3 epiaOcoaEv riiKcös Yeuuivios Kai TaT£aeüp<is> (iioa). EirpiaTO rTETEapaEp0Eus Kai
2001 Tovrrou d5EA90i Grenf. II 23 (a) 10 (107a); 32,8 (loia). Lond. III nr. 88i (p. 12) 5. 25 (io8a). Par. 5 col. I 11 (114^) usw. dirEAÜCTCTO TTET£apaEtJi0EOs Kai TTETEaoOxos Kai toüs toOtcov d5EA9o0s (1. oi t. d5EA90i) Grenf. II 30, 4 (102a). laepETpr^KEV TTnöis Kai Yevöcöttis Kai YevevoO-ttis Grenf. II 19,3 (ii8a) usw. In Wünschen an die Götter: Artemisiapap. = UPZ i, 4 56ti Se ol 'OaEpooris Kai
25 oi Seoi (IVa) — Oserapis hervorgehoben. {5i)5oI aoi 6 ZdpaiTis Kai t\ Eiais Eira- 9po5iaiav Par. 30 = UPZ 35, 12; Dresd. verso II = UPZ 34, 5; Leid. E II = UPZ 33,8; D = UPZ 36,11 (aUe 162— 6ia).
Imperative: Petr. III 11,20 d9EiCT6co drrö tcöv UTrapxövrcov pot ctcohötcov (Sklaven) EAeuÜEpa AcoateEOS Kai 'A-ttötti (235a). Rev. L. 16, 2 [SiaJAoyijeaeco
30 5e 6 oiKOVÖnos Kai 6 dvTiypa9eus (der Ökonom ist die Hauptperson) ; 28, 6 etti- KpivETco 6 oiKOvoiJios Kai 6 dvTiypa9EÜs (258a). Grenf. I 21, 16 5ötco 5e 'EaOAd(5as) Kai oi TTEpi 'ATToAAcoviav (126a).
Genit. absol.: Hib. 31, 10. 20 TtposnapTupTiaavTOS Aiovuaiou, 'AoxAri- TTidSou, NiKdpxou, dAAou 'AaKArjindSou (nach 270a). PSI V 509, 8 'ouinrapövrog
35 ZcoiAou oiKOvö^ou Kai AioTipou dvTiypa9£Cos (256 — 55a) — der oiKOvötiOS steht höher. Ebenso Grenf. I 11 col. II 10 irapövros ArmriTpiou toö 9poupdpxov;, 'AaKAr|- TTidSou OirripETOU, TToAudveou, 'EptaoKpdTous dpxi9uAaKiTO\; (157^)- Lond. I nr. 31 = UPZ 29, 8 auvrrapövTES (= -tos) XpuaiiTTTOU Kai 'Apriou; nr. 29 = UPZ 30,3 ■TT(ap)6vTES (= -tos) Xp. K. 'A. (beide 162a). Tor. XIII = Mitt. Chr.
40 29, II auvEu5oKTiadaTis ttis te toO YtvTaeous yuvaiKÖs GaufiTos Kai toO du90T£pcov uioö ZnavpEous (147a). Teb. 59, 3 KorravTTiaavTOS eis tt^v ttöAiv ZoKovcb9£Cos Kai " (OiTTEcos Kai ütto5£1kvu<6vt)cov (99a).
Regierungsdaten, in denen der Name des Königs vor dem der Königin steht und den Vorrang hat, lauten: ßaaiAEUOVTOS TTToAEnaiou Kai 'ApaivÖTis
ts Petr. I 28 (2) I (235 oder 225a); II 30 (d) i; III 21 (a) i; (b) i. 6; (c) i; (d) i. 7; (e) i; (g) I (alle 225a); 43 (2) recto col. 2, i; col. 3, 11; col. 5, i; verso col. 2, i; col. 3, 15 (alle 245a); 124 (a) col. i, i (226*). W. Chr. 410 (227a). Teb. 176 descr. (204 — 181a). ßaaiAEÜovTos rfToAE^aiou Kai KAEOTrÖTpas Amh. 42, i. 20 (179^); 43, I (173*)- Giss. 2 ccl. I, I (173a); 37 col. 2, 8 (136a). Lond. III nr. 879 (p. 6) 6
50 (123a). ßaaiAEVjovTOS TTToAEuaiou Kai BEpEviKris Lond. III nr. 1206 (p. 16) 13 (99a). Über die Formel der Samtregierung (ßaaiAEUÖvTCOv ßaaiAECos TTtoA. Kai KAEOTrdrpas) s. oben S. 31,17.
Anmerkung. Wenn Wilcken Ostr. 319, i u. öfter T£(TdxaTai) 'Anncövios
R 152. Kongruenz des Prädikats bei mehreren Subjekten. 33
Kai ol HEToxoi (11^) ergänzt, so ist nicht nur die Form TeTÖxotTai aus den Papyri und Ostraka unbelegt, sondern auch der Plural nicht gerade wahrscheinlich; also eher Te(TCtKTai). Ebenso 326. Vgl. ausgeschrieben Wilck. Ostr. 1228 TeTOKrai nöcTpcov Kai EuBios (11^).
II. Steht das verbale Prädikat nach allen Subjekten, so tritt 5 es in der Regel in den Plural; doch findet sich auch bei Nachstellung des Verbs in seltenen Fällen Rektion nach einem der Subjekte, das hervorgehoben werden soll:
a) Plural:
III^: Zen. pap. 59052,9 'Apiaxcov Kai t\ äb^T^cfi] dvriyyEAAov [z^j^). '° Hib. 29,32 ö 5e dvTiypa9eÜ5 Kai 6 TeAcovris ypa96vTCOCTav (nach 265=»); 72,17 GoTopTalog, 'Apiiäxopos, 'IhgOOtis, 'Apudoxris xfm ijl8v a9payi5a cbiaoXöyouv UTTÖpxeiv ev tcöi äBurcoi, tcoi 5e öpxiepeT oük e9aaav TnaTeOeiv' (241a'). Rev. L. 12, I ol (1. ö) 5k oIkov6|jio5 Kai 6 dvTiypa9e05 dvaysTcoaav ettI töv ßaatXea; 32, 6; 46, 8 o! Tf]v cbvfiv exovte? Kai 6 dvTiypa9£Üs KupiEÜaouaiv twv eAaioupycöv; '5 49, 14; 51, 20 6 Se oiKOvönos Kai 6 dvTiypa9E0s tö dvrjAcopia dTToaTEAAETcoaav (258'*). PSI IV 366, I Tcöu yEcopycöv Oetcöus Kai GoTCpTals (sie) ßoOv v/9EA6taEVOi pETTiyayov eis CDiAa5£A9Eiav (250 — 49^); 432,1 KaTaiiAECOv Aiovüctios 6 yEcopyös Kai OiAcov auvETc^dti poi (III'''); 436, 8 6 üös (sie) pou "AttcAgs Kai AioyEvrjs EAaßov t6 yivöiiEvov ö^coviov (III^^) usw. ^°
II — la; Par. 13,19 'Avrißtös Tts Kai 'laiScopos Kai EuBripog Kporoüatv (157 — 56a). Vat. D = UrZ 45, 13 6 XdpctTTis Kai f] ''laig duTiAdßoiuTO Kai aoö (c 162»). Vat. E — UPZ 15, 42 \j\iiv Se f] te "^laig Kai 6 Idpa-ms KupiEUEiv 5i5cbi- r,CTav == Vat. F (UPZ 16) 30 (beide 150^). Teb. 5, 1 ßaaiAEÜs FfToA. Kai ßaaiAiaaa KAEOTTOTpa f) d5£A9fi Kai ßaaiAiaaa KAEOirdTpa f) yuvfi d9iäai (118 — 17"^); 29, 4 25 'AKOuaiAaos Kai TTtoA. dirEScoKäv poi rrap' üpicöv dvTiypa90v (nach iio^); 45,14 = 46, 10 = 47, 8 nOppixos Kai 'HpdKAEios djrrivEyKavTo Td ÜTroyEypaiJiiJiEva (alle 113^); 52, 4 ämßaAövTES eis tov uTrdpxovrd \io\ okov 'Apaivör) Kai 6 toOtti? uiös Oorpfis d)xovTo exovtes; 53, 11 TTETEppoööi? Kai 6 toütou d5£A96s TTEpiriAaaav •n-pößara (iio^); 54,10 ÜETEaoOxos Kai 01 toütou d5£A9oi oi TpEis lyAEAuKav 30 Td £K Tfis yfis OSaTa (86^) usw.
b) Singular:
PSI IV 440,16 Kaöd Kai 6 ßaaiAEÜs (Hauptperson) Kai 'AiroAAobvios ö SioiKfiTTis auvTETaxEV (111=1) — jedes Subjekt für sich genommen. Mitt. Chr. 233, 8 ÖS Kai Trapcöv TTaTOÜs Kai BokevoOttis ettI toö dpxeiou dvcoiaoAoyriacn-o 35 OTTEXEiv (ii2 — II ja). Die Erklärung bezieht sich wohl auf beide Personen als Em- pfänger des Pfandes, wenn sich auch das \'erbum dvcoiioAoyriaaTo an eine der beiden als Hauptperson (oder an jede besonders?) angeschlossen hat. In der Rechnung Leid. T = UPZ 99 col. I TÖv Aöyov 'AcbvxEios Kai FTToAEpaiou &>v Ö9iAei (sie) ist Aonchis der Schuldner, Ptol. der Gläubiger (158^). Ohne besondere 40 Betonung eines der beiden Subjekte in einer Proskynema-Inschrift SB 372 (a) i ArinriTpios Kai 'Appcovia tikei, 5 T65cov Kai 'HSiOTri fiKEt (11").
III. Tritt das Verbum zwischen die verschiedenen singularischen oder aus Singularen und Pluralcn gemischten Nomina, deren gemein- sames Prädikat es ist, hinein, so daß es hinter dem ersten Subjekt 4s seinen Platz hat, so richtet es sich im Numerus nach diesem, d. h. es steht meist im S in g u 1 ar. Der Fall tritt in den Papyri verhältnismäßig selten ein :
Mayser, Papyrusgrammatik. II 3. 3
34 Konkordanz der Person. § i^^^-
a) beim Verb, finitum:
Zen. pap. 59096, i el 'AttoAAcöviös te eppooToi Kai au Kai ous ßoüAei (257^).
PSI V 527, 17 Ta 6e actynora TTEpiEoriv Kai jcovai (HI'*). Lond. I nr. 42 =
UPZ 59.4 Kai auTTi 5' Oyiaivov Kai t6 TtaiSiov Kai oi ev oTkcoi TTdvres (168^).
s Ebenso Vat. A = UPZ 60, 3 Kai aürog 5' uy{atvov Kai EuSaiiiovis Kai tö rraiSIa
Kai 'laiäs Kai t6 TtaiSiov aou Kai ol iv oTkcoi TrävTES (beide 168*).
b) beim Genit. absoL:
Eleph. 2, 8 ToO Ttarpös jcovtos Kai ttis prjTpos (285»). Lond. I nr. 42 = UPZ 59, 23 ToaoÜTOu XP°^°^ ETTiyEyovÖTOs Kai toioütcov Kaipcöv (168»). 10 Teb. 39, 23 MvEiAoTOS paxaipo<pöpou -rrapövTos Kai Tpux«pßou (114^).
B. Nominalsätze,
deren Prädikat aus Kopula + Praedicativum (bzw. Praedicativum allein) besteht, können bei einer Mehrheit von Subjekten in bezug auf Numerus und Genus Schwankungen unterliegen:
15 I. Bei gleichgeschlechtigen Personen steht die Kopula im
Plural, das Praedicativum im gleichen Geschlecht:
Teb. 105, 37 ÜToAEnalos Kai oi rrap' auroO ccvutteüOuvoi Eorcoaav (103»).
2. Bei Personennamen verschiedenen Geschlechts dringt das Maskulinum (im Plural) durch:
20 Eleph. I, 15 KÜpiot 5e lorcoaav 'HpoKAEiSris Kai AripiTiTpia Kai xds auyypa9ds
aÜToi Tas aürcov 9uAäaaovT£S Kai £TrEy9£povT£S Kax' dAArjAcov H. u. D. sollen selb- ständig sein sowohl bei der Wahrung ihrer eigenen Verträge als auch beim prozes- sualen Vorgehen gegeneinander (311''). Kanop. Dekr. 7 ßaaiAEÜs nToAE^aios Kai ßaaiAiaaa Bepevikti 5iaT£Aoüaiv (wirkt wie eine Kopula) TroAAd Kai pEyäAa
25 euEpyEToövTEs Tcc lEpä (237a). Leid. B = UPZ 20, 40 tö ekteOev lAaiov NE96pis ■ Kai ö uiös aurfis diT£vr|V£yiJi£ voi Eiaiv (c. 163»). Lond. III nr. 1204 (p. 11) 23 (113a) s. oben S. 23,39.
3. Bei mehreren Sachbegriffen verschiedenen Geschlechts richtet sich das Praedicativum nach dem zunächst stehenden Subjekt:
30 BGU 1002, 14 aal Se eIctiv Träaat al Kar' aürcov KEiiiEvai CTUvypa9ai Kai
cbvai Kai SiKoia Kai ßEßaia Kai vIkos (ss'*).
§ 152». Konkordanz der Person »).
Wenn mehrere Subjekte verschiedener Person ein gemeinsames
verbales Prädikat haben, so gilt in der klassischen Sprache die Regel,
35 daß das Verbum zusammenfassend in den Plural gesetzt wird, wobei
es die i. Person über die 2. imd 3., die 2. über die 3. gewinnt (nach der
Formel Kai Eyco Kai CTÜ TTcAAd EiiroiiEV, oü av p6vos ouSe ol aoi 9iAoi Tov/rriv
') Krüger § 63,5. Kühner-Gerth I S. 82, 6. Gildersleeve Synt. II 482. Blaß-Debrunner N. T.« § 135.2.
§ 153. Numerus und Genus beim Genit. absol. 35
TT[V dö^av -rrepl Oecöv EoxETe). Dieser Gebrauch kommt in den ptol. Pap5n'i selten vor. In der Regel richtet sich das Verbum nach dem zunächststehenden Subjekt:
a) Mich. Zen. 23, 4 äirecrTäAKatiEv syco ts Kai 6 056X965 (257^); 57, 13 iva (TU T6 Kol 'AhKiias ctiroAuOfiTe (248»). 5
b) Lips. 104, 10 eppcouai 5e KaOrös Kai Tct iratSfa Kai ot ev oTkcoi irövres (96 — 95^). Ebenso Grenf. II 36, 6 (95^) u. ö. Vgl. auch oben S. 34,2. Zen.pap. 59498, 1 1 XP^lcxS Trapexopiai Kai toc iratSäpiä pou ich leiste Dienste und (ebenso) meine Sklaven (III*). Hib. 79, 2 el eppcoaai Kai c&v (= oöroi, c&v) Trpövoiav iroiel (= -fii) (c. 260*). Petr. II 2 (4) I eI eppcoaai Kai f) 6uycnT)p aou Kai tcc iraiSia (c. 250*) ; III 53 10 (r) I el eppcüaai koI 6 d5eA96s Kai tö euydrptov Kai oi dXAoi Trävres (III*). Zen. pap. 59096, i el 'AttoAAcöviös xe eppcoTai Kai aü Kai ous ßoüAei (257*). Mich. Zen. 13, i et eppcoTai 'AttgAAcoviös te Kai ctu eppcoaai (257*).
Anmerkung. PSI VI 556, i [ei 'AttoAA]cüviös T6 Kai ctO eppco[a06?] (258 — 57*) ist unsicher, da ebenso gut mit dem Partiz. ippcx)[\iev . . .] fortgefahren 's sein kann.
c) Sind die Subjekte durch r| — f\ disjunktiv voneinander getrennt, so kongruiert das Prädikat mit dem ihm zunächst stehenden Subjekt:
Petr. II 20 col. II 2 eäv tif^ fj au r| ö SioiKrjTqg aurcöi ypdvf/r|i {252*). 20
§ 153. Eigentümlichkeiten und Abnormitäten im Gebrauch des Nunmerus und Genus beim Genit. absol., Pronomen und Adjektiv.
I. Was die numerale und generelle Kongruenz beim Genit. absol. betrifft, so kommen
1. beim einfachen Subjekt in anakoluthischer Weise unter 35 ähnlichen Voraussetzungen wie beim attributiven Partizip (s. oben S. 22,:off.), d.h. infolge stilistischer Gleichgültigkeit oder mechanischer Übertragung fester Formeln allerlei Solözismen vor:
Par. 15, 12 (120*) = Tor. II g OirapxövTcov \xo\ irpoyoviKÜv oikicöv (ii6*). Tor. I I, 21 ÜTTapxövTcov poi irpoyoviKcöv KTriaecov (116*). Von den ZwilHngs- 30 Schwestern im Serapeum: Lond. I 33 = UPZ 39, 6 tcc ijiev fjpicöv eAti9Ötcov (sie); ebenso Par. 33 = UPZ 40, 5 (beide 161*). Comell i, 53 ä9aipouu6VOU 5e dTr(ö) Tfjs 'EXevou Tccyris KOTÜXris a (256*) — • schablonenmäßige Herübemahme des ct9aipounevov; aus den vorausgegangenen Posten ohne Rücksicht auf das Subjekt. Die Beispiele könnten leicht vermehrt werden. 35
2. Bei mehreren persönlichen Subjekten verschiedenen Geschlechts herrscht
a) bei Nachsetzung des pluralischen Partizipiums das Mas- kulinum vor:
Leid. B = UPZ 20, 58 ttjs NE96piTOS Kai toü uioö aÜTfjs KaTaaTaö^uTcov 40 (c. 163*). Lond. I nr. 41 = UPZ 58 verso 2 toO ßaaiÄECog Kai tt^s ßaaiAiaaris irposTETaxcÖTCov (sie) (c. 160*). Or. gr. 129 ßaaiAiaa^j (Zenobia) Kai ßaaiAecos <ihr Sohn Vaballathus) irposTa^ävTcov (146 — 116*).
3*
36 Kongruenz. § '53-
Anmerkung i. Abnorm und wohl als Schreibversehen zu betrachten ist Eleph. 2, IG die varia lectio Aiovuaiou fi KaXAfcrras ^cövtos (B), während die lectio A richtig bietet: Aiovüaios f\ KaXAicrra jcüvtss (285a). Vgl. S. 24,4.
b) Bei Voran- oder Zwischenstellung des Verbums richtet 5 sich das Geschlecht entweder nach dem zunächst stehenden Subjekt imd tritt dann eventuell in den Singular oder es steht der Plural mit Bevor- zugung des Maskulinums:
a) Voranstellung: i. im Singular: Tor. XIII = Mitt. Chr. 29, 11 auvEu5oKri-
a6.ai\s TTIS TE Toö YivTCEOUs yuvaiKÖs Gav/fiTos Kai toö ducpoTEpcov uicö (1473-).
10 Rein. 18, 5 = 19, 7 ypavfaiiEvou Epioö te Kai tt[S ^r|Tp6s \iOV crvfyypa9riv (108»).
Ebenso bei Königsdaten, bei denen der König den Vorrang hat: ßaaiAEÜovTOS
nToAEpaiou Kai 'Apaivorjs (KAEOirörpas, Bepeviktis) worüber oben S. 32,43.
2. im Plural: in Präskripten zur Bezeichnung einer Samtregierung ßaai- Aeuövtcov ÜTcAEnaicu koI KAEOirÖTpas, ßaaiAEUovrcov ßaaiAiaaris Kai ßaaiAECOs 15 rTToAEnaicu, Belege oben S. 31,17.
ß) Zwischenstellung im Singular: Belege oben S. 34,8.
II. Pronomina.
1. Wenn ein demonstratives, relatives oder interrogatives Pronomen mittels der Kopula Eivai oder anderer kopulaartiger Verba
20 auf ein Substantiv bezogen wird, muß das Pronomen mit dem Sub- stantiv im Genus und Numerus übereinstimmen, während im Deutschen das Pronomen im Neutr. des Singulars steht:
Par. 49 = UPZ62, 26 EiTTEp o^v EaTiv auTT) fi aWa wenn dies wirklich der
Grund ist (vor 161*). Petr. I 24 (2) 3 ■qs laxiv avTiypa(pa töSe deren Abschrift so
25 lautet (268a); III 21 (g) II oö EQTiv ävTiypa90v tö5e (226 — 225a'). Grenf. I 11
col. 2, 15 ötJioaai TÖt opia eIvci TOÖra ttis yfis daß dies die Landesgrenzen sein sollen
{153^)-
Ausnahmen: Zen. pap. 59001,8. 32 toöto 5' saTiv f] Tinf^ toö ßaaiAiKOÖ
aiTOU (273a). Kanop. Dekr. 36 ttii fjiJiEpai, ev f\i ettiteXAei tö aarpov Tfis "laios,
30 f| vouljETat 5ia Tcöv lEpcöv ypaniacrrcov VEOV ETOS Eivai (237^). Auffällig auch Zen.
pap. 59269, 30 ö (statt öv) 6£l aÜTÖv XaßEiv piaOov toö 5EUT£pou etous (c. 250^).
2. In Relativsätzen, die sich an ein pluralisches Substantiv oder mehrere sachliche Begriffe von gleichem oder verschiedenem Ge- schlecht anschließen, ja sogar nach persönlich formulierten Ausdrücken
35 begegnet nicht selten in zusammenfassendem Sinn das Neutr. plur. et i):
Grenf. II 16 = Mitt. Chr. 157, 6 töv Se TTotcöv 69EiÄriaEtv 'E (Spoxnds), a (eine Summe, die) •iTa[pa]5cbaEiv ev privi TTaxobv (137^). Teb. 50, 31 tö irpoKEipiEVOv ßAäßos TOÖ TTupoö Kai xciAkgö, a ouvcxyETai (was zusammen ergibt) irupoö (äpTÖ- ßas) p Kai xotAKOö (TÖAavTa) iE (112^). Hib. 98, 19 piETpcoi Kai OKUTäAr)!, eis aüxös io fivEyKorro; ebenso 151 descr. (beide 251»). Petr. II Introd. S. 33 = W. Chr. 244, 3 aKa9fiou (Hacke) Kai x'''"'^^°5 *^°^ [ko(tt|S Lade] Kai aTTUpiTCOv ( = airupiScov Körbe), a (Gegenstände, die) Tl^JLco^ial £KaaT[ov] crKa9riou (1. aKa9fiov) (5paxpcöv) i5, x^'^'^^° (Spooc) y Kai Koi[TTiv (5pax.).] (IH^)- Eleph. 23, 17 £xe>v pe Tfis yris irposßoAf^v Kai KOTaßoAriv (,, Erbschaftszuschlag und Zahlungspflicht"
») Über derartige Anknüpfung von Relativsätzen vgl. Wackernagel, Vorles. über Synt. II 86 flf.
§ I53' Kongruenz im Numerus und Genus. 37
Preisigke), a Kai ä7n5e5etxöc ctoi (223*). Grenf . I 33, 34 c5v elaiv a9pay(5cov Teaaäpcov, a iariv dpou(pas) (f)ii(aous), <T9pa(yl5as) y = von den 4 Parzellen, die es sind, d. h. von je '/^ Amte, 3 Parzellen (103*). Bei der Verbindung eines persönlichen mit einem sachlichen Begriff: Rosettast. 39 eSo^E toTs iepeöat OTfjaai ßaaiAecos rTToAEiJiaiou elKova, fii TtapecJTTi^eTat 6 KupicoTCXTos 0e6s (als 5 Statue, also eigentlich sachlich gedacht) toO iepoü, a (was alles) eo-rai Kcnreoxeuaa- \xiva [tov tcöv Aiyurrricov] TpÖTiov (196"). Ähnlich freier Anschluß an einen einzelnen persönlich gefaßten Ausdruck: Par. 62 = UPZ 112 col. III 19 /IV ol irapd ToÜTcov KcrracrxovTES (sc. tös covcts) Eyyüous KcrracrrriCTOuaiv toTs ixpoyE- ypatipiEVOis, & (dem Schreiber schwebt vielleicht SiEyyuTmcrra vor?) oü Aoyi- i» oöriaETai toTs TeAcovais eis tcc Si' ccutwv KcrracrTaÖriaöiJiEva SiEyyuripora = die Afterpächter sollen den Genannten Bürgen stellen, was den Steuerpächtem auf die von ihnen zu stellenden Bürgschaften nicht angerechnet werden soll (Wilcken) (203 — 202^). PSI IX 1014, I TETOCKTat f)iaepcöv dyvEUTiKCov 'A9po5iTris, a (ver- allgemeinernd statt as?) ETTpiccTO (171^); 1015,4 (14-^)- Vielleicht ist der formel- »5 hafte Zusatz Kai toc ovyKupovra (vgl. 1017, 4) dem Schreiber in der Feder gebheben.
Anmerkung 2. In der öfter wiederkehrenden verkürzten Formel X^^" KoO cbv alTOS (äpTÖßai) x Teb. 67, 66. 69 (118 — 17*); 68,78. 81 (117 — 116*) ist nach xc^^i^o^ (Spaxuai) zu ergänzen, wie die volle Phrase Teb. 160 descr. (120 — iii») lautet. Noch mehr verkürzt Teb. 67, 49 xot^xo'J to^ kotö Tf\v urro- 20 ÖTiKrjv (sc. Spaxpai, <S)V aiTOs) Xöy'i'ß' d. h. so viel Drachmen als wert sind 395/" Artaben Korn (118 — 117^).
Anmerkung 3. Umgekehrt folgt auf ein pluralisches Substantiv, de- monstr. das Relativ im Singular, weil der Pluralbegriff einer Kollektiv Vorstellung weichen mußte: Tor. I 4, 22 ff. Kai (ävEyvco) ETepous XP'HlJ'otTia'iJious 'Epniou toö »s CTuyyEvoös Kai aTparriyoü Kai voiictpxou, cbi ÜTTETETaKTO Kai f\ rrapa AiaaÖEvou ETnoToAr) (116^) — die Beziehung auf 'Epiiiou ist ausgeschlossen. Grenf. I 14,8 äa9aAicovES (Wilcken) ß 'Attikoi, ev d)i (,, worin" statt ev oIs) jtiupva (150 oder 139^). Übergang von einem singularischen Begriff in einen Plural liegt vor Teb. 280, II T£(Ao5) TÖTTOU ^lAoö toO ÖVT05 ev TEßTÜ(v£i) — darauf folgen 3° ausführlich Maßangaben, Grenzen usw., worauf fortgefahren wird — cbv (sc. t6- TTCov?) £9ri fiyopoKEvai Kard auyypa9r|v (126»).
III. Einzelne Eigentümlichkeiten und Abnormitäten im Gebrauch des Numerus und Genus.
a) Numerus: ' 35
a) Plural statt Singular:
1. Nichts Auffälliges hat es, wenn das distributive eKaaTOj einen Satz be- ginnt, aber im weiteren Verlauf sich zum Begriff Trdvres erweitert und das Verbum im Plural zu sich nimmt: so Petr. I 29 = III 53 (i ) 13 yivcoaKE Se Kai ÖTi OScop EKaaTos TCÖV 6p(cbv)TC0v TT^v diiTTEÄov 9UTEUoiJi£vriv irpÖTEpov SeTv 9aatv 40 urrdpxEiv (III^). Weit häufiger folgt auf ein vorausgehendes pluralisches Verbum in appositioneU-adjunktiver Form EKaaTO? nach, worüber Band II 2 S. 115,3.
2. Zu Rev. L. 30, 17 6 irapd toö oikovöhou Kai toö dvTiypa9£cos (der Vertreter des oik. u. dvTiyp.) ypdvj^avTES SÖTCoaav toö te yEvrmocTog Kai tt^s dTTOiJOipas TÖv Aöyov bemerkt Mahaffy im Kommentar: ,,the plural is a mistake, 45 as only one person is meant". Er verweist auf Z. 10 Evavriov toö irapd toö oiKOvoiaou Kai TOÖ dvTiypa9£cos auvaTTEOTaAtiEvou ; ähnüch 46, 8 ö dvTiypa9EÜs ö KcrraaTa- 6Eis uit6 toö oiKOvopou Kai toö dvTtypa9Ecos und 47, 10 6 rrapd toö oIkovöhou Kai TOÖ dvTiypa9£cos KaÖEorriKcbs. Aber 55, 20 irapövTos toö irapd toö oiKovöiiou fj (aus Kai verbessert) toö rrapd toö dvTiypa9£C05 wird deutlich zwischen einem 5° Vertreter des oIk. oder des dvTjyp. unterschieden; ebenso 55, 22 idv Se 6 irapd
38 Kongruenz. § 153.
Toö olKOv<6ii>ou f| Toü dvTiypa9ecos ufi dKoAoueriaTit fi nq iropapieivrii, ecos av fi JilTTiais yevriTai, ccrroTiveTcocrav (nämlich die Stellvertreter). Mahaffy hält auch drroTiVETCOCTav für ein Versehen. Wenn aber ausdrücklich ein Stellver- treter des oIk. u. dvTiyp. unterschieden wird, kann auch von beiden im Nachsatz 5 der Plural stehen. So wäre auch oben ypävf/avTES SÖTCoaav verständlich, und in dem Ausdruck 6 irapä toö oikovöijou koi toö dvTiypa9ecos wäre Kai = „be- ziehungsweise" zu erklären.
ß) Singular statt Plural:
1. Von einer unbestimmten Mehrheit wird auf eine individuelle Einheit über- 10 gegangen Par. 62 = UPZ 112 col. 3, 3 edv 5e Tiveg dveu Tfjs tcov irpoyeypatJiuevcov
yvcbpris (ohne Wissen der genannten Beamten) 5ieyyv/riCTCoaiv, toc AricpöevTa UTrdp^ei eis THV iyArinvfiv (haften die beschlagnahmten Güter weiter lür die Steuerein- nahmen) Kai dvayKaaöriCTETai TTposSieyyuäv und der Betreffende soll ge- zwungen werden, weitere Bürgen zu stellen (203 — 02^). et Tives wandelt sich in 'S Gedanken zu ei Tis.
2. Bei mehreren Personen wird auf die Hauptperson zurückgegriffen Amh. II 39, 4 TTaTfiTi Kai TToxpdTrii Kai toIs dAAots aTparicoTais Träai xotip^'v Kai Eppcopievcoi 5iä iravTÖs EÜr)tJi£p£lv (103*). Vermutlich ist eppconevois (oder ippco- liEvcos ?) zu lesen.
20 y) Anakoluthische numerale Vertauschungen, namentlich ge-
dankenlose Anwendung fester Formeln, liegen in folgenden Fällen vor:
In einem Schuld vertrag, bei dem es sich nur um einen Schuldner handelt: Amh. 48, 8 TÖ 5e [SdvEtov toöto diToBÖTCo — Ergänzung sicher] irapa Xrjvov Hrrpcoi Tcöi ÜEAaiou x°P'nyo^VT£5 KEVcbiaoTa dpECTTd (wobei sie [vielleicht der
2S Schuldner und seine Leute?] annehmbare Gefäße liefern) Kai irapEXETCO töv olvov növipov (loöS'). Amh. 51, 16 diTESoTO ti^v okiav cbKo5o|iri|ievr)v Kai 5e5o- KCüpEvnv Kai TEÖupcoiiEvriv, d)v (mechanische Übertragung aus anderen Vertrags- urkunden statt f\s, wie es richtig Z. 25 heißt) ai yEiTvIai ÖEBriAcovTai (88^). Ähnlich BGU (III) 993 col. 2, 10 ekövtes auvEypdvf avTO (statt ekcov ouvEypd-
o vf/OTo) ^EvOcoTris diTOHEpiEpiKEvai pETd TTiv EccuToö teXeuttiv Tf)! EccuToö OuyccTpi (127a). Ebenso Grenf. II 32, 10 -irpoircoAriT'ns koI ßEßaicoTTis 6 dTTo56ii£vos, oOs (statt 6v) iÖE^avTO 01 irpid^evoi (loi*). Umgekehrt II 35, 10 TTpoircoAriTal Kai ßEßaicüTol Nexouttjs Kai ö ctüv auTcoi oi diroBönEvot, ov (statt oös, vielleicht mit Rückbeziehung auf die Hauptperson?) eÖE^aTO ö irpidpEvos (98*). Teb. 26,11
35 ÖVTI \xo\ £V rTTOÄEiJiaiSi TTposETTECTev f)niv (n4^). Der generalisierende Plural tritt an Stelle des regulären Singulars, worüber Bd. II i S. 42. Die Beispiele könnten bedeutend vermehrt werden.
b) Genus:
I. Das Gesetz, daß das männliche Geschlecht sowohl bei attributiver als bei 40 prädikativer Verbindung dem weiblichen und sächlichen vorangeht, gilt auch bei pronominaler Rückbeziehung auf verschiedengeschlechtige Personennamen. Grenf. II 16, 4 öpoAoyEl rTaroös (Mann) Kai TaKurioös (Frau) TTETrpaKEvai TqvuTrdpxouaavaü- Tois auKduivov EKaoTOS Spaxucov 'E (137*^). PSI IX 1020, i EpiiaöcoaEV riiKcös Kai Te- TEa6üp<is> TTEpaivri dirö toö üirdpxovTOs auToTs (yepcos) t6 CTnßöAAov pspos (iioo). HS 2. Als eine Art Constructio ad sensum ist es zu erklären, wenn auf ein y£vos
ETtiKOivov oder auf eine neutrale Allgemeinform persönlicher Art das bestimmte Ge- schlecht folgt: Vat. A = UPZ 60, 11 r\ 'laids toö TraiSlou (Kind) aou eis tö laxorra ^Ar|Au6ÖTOS 5iaa£acoiKuTa (sie) aÜTOV (Sohn) ek iTavTOS Tpoirou (168^). PSI VI 616, 36 TÖ TTaiSdpiov EpcüTcbiiEVOS Otto ae (sie) (III"^). Ebenso wird von einem so neutralen, ein weibliches Wesen bezeichnenden Deminutivum zum Gen. fem. über- gegangen Lond. I nr. 24 = UPZ 2, 5 toö ydp TaÜTr|s euyorrplou auvSiaTpfßovTOS
§ 153- Inkongruenzen im Genus. 39
8V Twi ispcöt, 5iajTCOiJievou (pap. -ov) dk Kai e^ c&v eAöyeuev, CTUvayayouar|5 Bh aürfis x<^(^'^°^) '^"^ ^°^ 5ouCTTi5 \ioi aÜTCts usw. (1633-). Leid. B = UPZ 20, 22 t6 9eTov ßpaßsuaas statt ßpaßeÜCTav, weil tö 6eTov = 6 öeös empfunden wurde (c. 163a).
3. Wenn Zen. pap. 59028, 5 die Zitherspielerin Satyra in einem Brief von sich s und ihrer Mutter schreibt: TTEpi f\\xwv piveiav iröriCTaT, öttcos \ir\ yu|Jivoi cüpev (258'''), so scheint sie f^pieTs als generalisierenden Plural zu gebrauchen, bei dera die Tragiker an Stelle des Femininums die Maskulinform als allgemeine Bezeich- nung der Persönlichkeit überhaupt zu setzen pflegen (Kühner-Gerth I S. 83, 2). Man darf schwerlich yunvos als 6 r\ betrachten. Ebenso schreibt von sich allein 10 eine Bauerswitwe Mich. Zen. 29, 9 öti xpiicrilioi aoi ipev = ia\iev (256^).
4. Hart und schwer verständlich ist der Wechsel der Geschlechter SB 7259, 10 ürräpxovTOS Tr[pÖ5] Mccy5cö[Aa] iepoö "Hpcovos Oeoö peyiaTOU, ext Sä Kai iEp[äs] yfis öxpilcTTcov, ev als Kai TTposKAüjei 6 TrapocKeiiJevos aiyiaAös (95 — 94'^). Bei als schwebt dem Schreiber ein femininer Plural vor, wie wohl schon bei axpriCTCOV, 15 das zunächst als Neutrum verständUcher wäre; also wohl = unbenutzte Stücke heiligen Landes.
5. Förmliche Anakoluthe scheinen vorzuliegen in folgenden Fällen: Zen. pap. 59274 (Verzeichnis junger Schweine) 2 ff. 5EA9aKes HEydAot ly, 6riAEia tß (251^). Ob OriAEia = öfiAEa ist, wozu etwa SeA^ÖKia zu ergänzen wäre, oder = 20 OriAEiai (nach S. 23,1), ist nicht auszumachen.
Ein wirres Durcheinander der Genera herrscht in der ziemlich korrupten
Stelle Theb. Bk. II i ZEVEMEVcbT9tos Ti^s YEVxcovatos (eine Frau) Kai TTa [ ]
[toö] .... (wohl ein Mann?) Sövtcov r]\iiv t6 OiTOTETayiJiEvov OiroiivTina, [Si* oö 09iCTTavTO toö uTräpxovTos aÜToTs 'ACTKArjTTiEiou, oö KparEiv auTas UeXP* ^5 TOÖ vüv £y5o6Eiar|S auTais (130^). Die wiederholten Schwankungen im Genus sind bloß verständlich, wenn neben der Frau ein Mann genannt war, wobei der Regel nach das Mascul. vorschlägt, aber das Femin. nicht ganz fehlt.
In allerlei Formeln, wie Bankquittungen, Empfangsbescheinigungen usw., wird nicht selten, wenn weibliche Personen in Betracht kommen, ein maskuhnes 30 Pronomen gelesen, so Lond. III nr. 1201 (p. 4) 3, wo Wilcken (Arch. IV 528) statt aOrfii, das ja richtig wäre, das im Pap. stehende aÜTWt als ursprünglich festhält, obgleich nach dem demotischen Original eine Frau in Frage steht. Gren- feU-Hunt stimmen bei. Ebenso in einer Eingabe der Zwillingsschwestern Leid. B = UPZ 20, 11 Tfis eis aÜTOÜs (statt aüras) tiöe [uevt^s o-uvrä^ECOs] (c 163''). 35 Sichtlich als Lapsus zu betrachten sind Fälle wie Rein. 11, 24 f\ \e\p T^Se KV»piov (statt Kupia) ecttco TravraxiÜ eiTEi9Epopi£vr| (iii**) gegenüber 28, 18; 29, 18; 50, 14 f\ xeip tiBe Kupia laxco (alle II^O- Grenf. II 33, 14 Kai [XTfikv fjaaov KÜpiov civai Toc StopioAcyriuEva (sie) (loo») gegenüber 28, 21 Kai \xr\Qkv fiaaov Kupia eotco Toc 5iopioAoyripiEva (103a). 40
B. DER FORMAL REGELMÄSSIGE ZUSAMMENGESETZTE SATZ.
(Zusammenziehung mehrerer Sätze in einen vermittelst der Unter- ordnung, ÜTTÖTa^lS).
Die Funktion, die im Satz das Einzelwort hat, kann immer auch von einem ganzen Satz übernommen werden, der an Stelle eines Sub- 45 stantivums als Subjekt oder Objekt, an Stelle eines Adjektivums als Attribut, an Stelle eines Adverbiums als nähere Bestimmung zum Prä-
40 Substantivsätze. § 154.
dikat treten kann. Daher spricht man von Substantiv-, Adjektiv- und Adverbialsätzen. Auch eine Apposition in neutraler Form kann ein Satz zu sich nehmen, wovon oben Bd. II 2 S. 117,17 gehandelt wird.
s I. SUBSTANTIVSÄTZE.
§ 154. Kurzform der Substantivsätze i).
Am deutlichsten tritt der substantivische Charakter der Sätze zu- tage, wenn sie zu substantivierten artikulierten oder artikellosen In- finitiven oder Partizipien verkürzt werden, weil sie dann geradezu 10 Kasusformen annehmen wie einfache Nomina. So kann der Satz: ,,man soll allen gefallen" Subjekt werden in der Form: TräCTiv dSeiv xa^Eiröv oder Objekt: d-rroSoKiuä^co t6 -rräai x^P'JE^Öai; ähnlich der Satz ,,du sollst das tun" Objekt: ßoüAonai cte toöto ttoisTv oder ,,du sollst nicht fliehen" kcoAOco gz \xt[ 9Euyeiv.
IS I. INFINITIV.
In dieser Weise werden Sätze, die eine unpersönliche oder vor- gestellte Aktion ausdrücken, aufs vielfältigste in den Infinitiv versetzt. Unter diesem Gesichtspunkt sind in Bd. II i S. 306 ff. die Infinitiv- konstruktionen teils als Subjekt (S. 306 — 308) teils als Objekts-
20 akkusativ (S. 309 — 316) teils in freier Abhängigkeit ohne be- stimmt erkennbares Kasusverhältnis (S. 316 — 317) zusammengestellt; desgleichen die Umschreibung der Nebensätze durch den artikulierten Infinitiv (mit und ohne Präposition) und ihr gegenseitiges statistisches Verhältnis (S. 320 — 334) eingehend besprochen.
*s Als Nachträge zu den dort aufgeführten Erscheinungen sind
folgende Beispiele beizufügen:
A. Der Infinitiv ohne Artikel a) als Subjekt:
I. an Stelle eines artikulierten Infinitivs (?):
30 Par. 63 — UPZ HO, 70 Aoycot tivi ToOra ßpaßeuöfjvai Kai lirjT' Evfois
KorraSeeaTEpav toö pETpiou tt^v £TTiypa9fiv yevrjöfivai tirixe ttöAiv urrepTeivouaav oO TT^v luypvaav (juiaßaAeiTai poirriv eis t6 irpoKEiiJiEvov d. h. eine vernünftige An- ordnung dieser Vorschriften und eine weder zu geringe noch übertriebene Auflage wird von ungewöhnlichem Gewicht für das Obige sein (164^). Wilcken setzt dem
35 normalen Sprachgebrauch entsprechend vor Aöycoi ein t6 ein. BGU 1141 (Privat- brief) 28 fi(=el) f\v 5dKpuä aoi ypä9Eiv (14*) übersetzt der Herausgeber
') Kühner-Gerth II S. 354 ff. Blaß-Debrunner'' § 396. Moulton Einl. 335 f.
§ 154- Infinitivische Kurzform der Substantivsätze. 41-
W. Schubart: ,, wenn Tränen ein Brief wären". Der Nachsatz lautet: {^)yeypa9riKeiu &v coro Tcöv BocKpücov = so hätte ich von meinen Tränen (welche) geschrieben. Vielleicht doch richtiger: wenn es möglich wäre (^v = e^T^v) dir Tränen zu schreiben.
2. bei Impersonalien, und zwar
a) als Subjekt eines neutralen Adjektivs: 5 Zen. pap. 59031, 6 tov ai5ripov, 6v dvocyKaiov f\v UTrdpxeiv ev tcöi TTÄoicot,
8 dSOvccTov SoKei slvai ttAeTv tö TrAota (258'*). PSI V 526, 9 ttote ctoi ecrrai eÖKaipov öoToaTeTÄai (Uli). Lond. 33 (UPZ 29) 27 = Par. 33 (UPZ 40) 19 6 5r\ \XT\ <iie)Tpiov elvai (und das sei wahrlich nicht geziemend) ÄetTOupyiav TOiotürriv irapexconevas (sie) xpovoTpißelcröai daß Frauen, die einen solch heiligen Dienst ^° verrichten, ihre Zeit (mit solchen Plackereien) hinbringen (161^). Zen. pap. 59147, 6 xpno'iiJiov yäp ECTTiv toüto yevecrQai (256*). Vgl. 59101, 5 (257*).
ß) bei sog. Verba Impersonalia :
SB 6794 (Edg. 88) 5 CTUiißaivEt KaTa99eipEa9ai toc yevrmccra (256**); 6989 (Edg. 106) 8 uv\x^T\<jera\ rä te {xsKiacyexa crrroAEaöai Kai t6v 96pov SiccttecteIv (III''). 'S Zen. pap. 59034, 2 e|Jioi auußEßriKEV töv Zäparriti \xo\ \pT\\xcrziie\v (257=^); 59160,6 auußaivEt 5iä TravTÖs Tjiiäs ■n"£pi9öpous Eivai (255^*); 59269, 18 cäv ETTißäAAet aÜTcöi äTToSoüvai (250»); 59723,8 eocv \xkv toIs yEcopyois Tipoxcopfit (gelingt) ttcoAeTv (III^). SB 7176, 7 EOaunäjouEV, ttöQev ETrfiAOEV ctoi (dir einfiel) TOi-
OUTÖV Tl OUVTEAElCTÖai (247/46^). PSI VI 623, I OÜK EKTTETTÖriKE V TtpÖS GE TTpOS" ^'^
eAOeIv (III^). Berl. Ostr. (Plaumann) = Arch. VI 220 nr. 8, 15 5id t6 \xf[ ek- TTofiaai ^oi otTToaTEiAai EKäarcoi iTEToAiav (IH^). Leid. C (p. 118) = UPZ 77 col. I II AuEi (= AuaiTEAEl) ötTTEAeElv (158a). Par. 63 = UPZ 110,30 irap'
^TEpCOV f]\l\V TTpOSTTETTTCOKEV EVIOUS OlEaöai (164*). SB 7202, lO TTpOSTTETTTCOKEV
r\\xiv cnrfixÖcti auröv ev Tfii 9uAaKfii (265 — 227»); 6787 (Edg. 81) 6 ettictke- ^5 «fäiaEvos, eI 9aivETai (ob es ratsam erscheint) daroSoüvai {257^). BGU 1141,41 9avEp6v[ioi EyEvriöri fiAAöxöai tt^v Trop9upäv (sc. ctkiöv = Sonnenschirm.^) Kai [xr\ SsSooKEvai aoi (14^) usw.
y) beim Passiv der Verba dicendi, declarandi, iubendi: Bad. 47, II 5riAoÜTai 5icop0coaäpiEvov (sie) 9EpEiv ev tt^i riyEnoviat man 30 solle ihn, nachdem er Genugtuung geschafft, wieder in seinem Truppenteil führen (127*); 48,6 EKpiOri lioi (die Entscheidung fiel für mich) evtuxeTv tcöi ettI Tfis ttöAecos (ich habe mich an den städtischen Polizeivorstand zu wenden), 8 cuvEKpiöri KaTaCT9payia6fjvai avrro Kai KEiaOat ev tcoi äpxECOi (sie) (126^). Denk- bar sind selbständige Infinitive mit imperativischer Bedeutung. 35
b) als Akkusativ-Objekt:
I. direktes äußeres Akkusatiwerhältnis :
BGU 1106, 25 5iä TÖ lin5£5£x9oci Tpo9EUEiv (I*). SB 6236, 20 evicov sttittiSeuövtcov (listig betreiben) 8isßid3£aeai (70a); 7259,27 oü irposriKÖvrcos iTriTTiSEÜcuaiv ÖTTaiTEiv (95"^). Zen. pap. 59008, 22. 30 uttoheveiv xe'poypcc9fiCTai 40 (c. 259a). Zoisp. I = UPZ 114 I 20 ÜTTOiaEvouarig 5iopöoöaöai (c. iso!*). Giss. bibl. 5,11 \XT\ ÜTTOiJiEVÖVTCOv ma6oöcr6ai (132 — 131*). Zen. pap. 59291,4 otva- irAripcOv fmäs ttoieI (251 — 50*^). ttoieTv steht hier in konsekutivem Sinn = efficere ut. Zen. pap. 59034, 13 EVExeiprjCTEv (über EyxEipECO Ti s. Bd. II 2 S. 251,24) oiKo5o|ji£iv (257*^); 59341 (b) II EyxEipcö 5k koI oOtös TrapocyEVECTÖai ; ebenda 45 (a) 9 EirpiaTO irapd t^s ttöAecos irapaaxEiv olvov Trji uavriyüpEi (247*). SB 6152,18 = 6153,20 ETTixcopfiaai acruAov üträpxEiv t6 Upöv (93^). Über koAcös TTOifiaEis mit dem Infin. statt Part. vgl. Bd. II i S. 174 Fußnote i. Dazu PSI IV 410, 9 KaAcös TToiriaE^TE) auvavaßöcvTES 'A-iroAAcovlcot (irapocylvETai yctp)
42 Substantivsätze. § 154.
irepl 'Wpou evTUxeiv 'Aiapcovicot (III»). SB 7180,13 kocXcös TTOtriaere [Ttpog-] £5p£uaavTes, [6-n6-r]av -rrapaSoöni (ri övos) aürcöi Kai r] tgüttis ircöAos, diroKaTa- CTTTiaai Tcöt Kupicoi (883) i). Part. und Inf. neben einander Zen. pap. 59273, i kcxAcos av TTOiriaais k-K\cjKs^a.\xsvos finäs Kai \xr\ TTEpiEiSelv (sie) TrapoTToAXuiiEvous 5 (251a); 59317, 12 KaAws av iroiriaais Kai toöto euoi 5oOvai (250^). Hib. 72, 12 KoAcös TTOiriaets dTrooTelAai Tiva Kai ypdvfoi fiiiiv irpös töv OTpoTTiyöv (241^).
2. In freier Akkusativstruktur erscheint der Infinitiv in folgenden
FäUen :
Zoisp. — UPZ 114 I 21 eirel dSuvaTel 5iaypct4;ai toc 698tX6n£va (150^).
10 SB 6787 = Edg. 81, 29 dpyupiov ouk eixotiev aürcöi rrpoxpriaai (257^^). Zen.
pap. 59154, 4 OTTCOS ixooiJiev dTTOxpilcraaOai (256'*); 59029, 3 coKvoOiiEV ctoi ypd9Eiv
(258»). Teb. 12, 24 ÜTTEpEUXOcpiCTTCÖ (bin außerordentlich dankbar) Trapqyy£(A6ai)
'AeEMPEi dvaßfivai (118^). Zen. pap. 59578,2 9iAoTipi£l auröv E^aTTOOTElAai (III'*).
3. inhaltliche Ergänzung eines transitiven Verbalbegriffs:
15 a) verba sentiendi:
Zen. pap. 59148, 5 dKoOcov dvco Eucova Eivat (256*); 59213, 2 OKOUOiiEV TÖV TraiSa drroSöaöai tov iTnrov (254=»). SB 7178, 2 töii Ttap' fmcov KußEpvri- rnv dKOUopiEV CTUVEXEcrOai (243'!). Bad. 48. 4 y£ivcoaK£ £Tr£iAfiii<p6ai Näcova ouroO (126a). BGU 1141, 36 lüaTov ETTtyvoüs 5£5£i7TvriK£vat (14*). Zu EupiaKco
20 c. inf., das schon im Klassischen vorkommt, z. B. Herod. I 79 EÜptOKE irpfiypiä o! Elvai eAccuveiv (Kühner-Gerth II S. 17, 16) bringt Ursing, Stud. z. griech. Fabel S. 60 einige Belege: toOtov TjupiaKOv \xr[ dAriÖEÜEiv, EÜpiaKov 4;eu5es uirdpxeiv toOto. SB 6786 (Edg. 80) 14 TTUveavötiEÖa 5£ aCrrov ev 9uAaKfii Eivai; 6787 (Edg. 81) 18 iiruv9avöpE6a cturöv öAtycopEiaOai (beide 257*). Zen. pap. 59110,2
25 TTUVÖdvoiJia! ndTpcova oKriifEis 9EpEiv (257a). SB 6817 (Edg. 102) 4 TTUVÖavöiiEvos Se cte Elvai ETTiEiKf} (255*); 6819 (Edg. 104) 4 iruvOdvouai Se ctoi yvcopipous eivai Toüs vEavioxous (253a).
p) verba dicendi et declarandi mit abhängigem Urteilsatz: Zen. pap. 59052,9 dvriyyEXAov TTETToAucopfiCTOai Otto ctou (257»); 59150, 17 3oA£yovT£5 CTE Trposo9£{A£iv ; 59152,10 AEycov KaKws a\ni\v SioKEiCTOai (beide 256»); 59161,4 6 5£ eIttev ÜTTOHEVEiv (2558') usw.
y) verba volendi et iubendi:
Zen. pap. 59110. 10 ouk ESoKipdjouEv ypdvi^ai (257*); 59160,7 SoKipdjcov 696fivat auTcöi, 9 eI oöv SoKipidjEis KaraTrAEÖCTai |iE (255») ; 59263, 2 EypavfEV noi, 35 ÖTi x^ctpüSa aOrfiv keAeueis £^U9ävai (25i3'). Pap. Lond. publ. v. Grenfellin d. Rev. des fit. grecq. 32 (1919) 251 £Kpiva|j£v CTrjpifivai Kai TrapccKaAECTai (88^). Bad. 15, 29 EiTTE Tri d5eA9Ti uEiJivj^ai noi Tf]v püaiv (I*). Lond. 44 = UPZ 8, 17 BiaCTTEAAopiEvou (uou) dvaAÜEiv (161»). Zen. pap. 59066, 3 eveteiAco dTTOCTTElAai ; 59093. 15 OTTCOS EVTEiArii Tcöi *ATToAAo9dvEi uriÖEV dTToypd9ECT6ai (beide 257!*).
40 c) In echter Dativfunktion erscheint der Infinitiv im adno-
minalen Gebrauch;
a) bei Substantiven: BGU1116, i8£xovTaTfiv E^ouCTiav evoikijeiv Kai E^oi-
Ki3£iv (13a). Zen. pap. 59247, I ueAAcvti tioi TrapcxyivECTÖai fjAÖEV etticttoAti (eine
briefliche Aufforderung) cruuavTfJCTai 'ApiCTTcovt (252») — möglicherweise Imperati- vs vischer Infinitiv in direkter Rede. SB 681 1 (Edg. 96) i cop]a 9UT£U£tv ecttI
TT^v diiirEAov (255a).
J) In den beiden letzgenannten Fällen könnten auch die Infinitive (evtvxeiv und dTTOKaTaorfiCTai) in konsekutivem Sinn von den Partizipien (CTUvavaßdvTES und TTpos£5p£ÜCTavT£s) abhängen.
154-
Kurzform der Substantivsätze. 4d
p) bei Adjektiven und Adverbien: Zen. pap. 59019,9 eTOipios äiTtypa- 9f)vai (260 — 258a); 59140, 10 ETOtpös Eiiii aÜTcöi 5icxKpi6fivai (256'*). BGU 1127, 39 iToijJicosexovTGSTTivTTapaxcbpriaivTTOiriaaaöai (18^). Zen. pap. 59061, 5 iKavög [5ioi-] Kfiaai Kai ÖTToaTEiAai, dagegen in der Dublette 59060, 11 au elKavö? £i 5ioikcöv (257*)- BGU VI 1246,21 oux oloi elaiv (sind nicht gewillt) tt^v dacpctAeäv (sie) 5 poi 5oOvai (III^). Zen. pap. 59275, 6 oloi fiaav g^eveyKat machten Miene heraus- zutragen (251") I).
B. Der artikulierte Infinitiv
(mit oder ohne Präposition) vertritt einen Substantivsatz in folgenden Fällen {vgl. Bd. II 1,321 ff.):
Toö c.inf.: SB 6989 (Edg. 106) 5 eotiv 6 Kaipös toö dvevEyKai (III^). BGU VI 1265, 17 Eccv Ti KCÖAuna yEvriTai toö \ir] irposSEXÖrivai (215*). Zen. pap. 59015 (verso) 6 ttip tt äaa v aTTOUÖfiv TTOirjadiaEvos toO auAXr|96fivai aureus (259 — 58^);
59126, 2 yVcbpiJE £TTlK£[KCoAupiEVOUS ToOs y£C01Jl8]TpaS ToO dTrOOTEiAai aOl TTIV
yEcopiETpiav (256*1); 59186. II ETTtpiEÄES ÖE pioi Eaxai TOÖ EKäorris f]|i£pas ä-rrooTEÄAEiv '5 TÖc -rrposTTiTTTovTa (255a). Leid. O = UPZ 125, 19 äiroTEtadTco toö irapaouyypa- 9£iv ETTiTiiiov für die Vertragsverletzung eine Konventionalstrafe (89*1).
TTEpi ToO c.inf. als direktes Objekt eines Verb. die. et declar. sowohl in kategorischem als jussivem Sinn (Bd. II 1,327):
Zen. pap. 59060, 4 TiEpi [toö] ETTiaoraaSai (sie) ol eEol lidAiaT' dv EiÖEriaav ^° (sie) (257*). Bad. 15, 4 iTuyxavov yEypa9riKcbs TTEpi toö TTpovorjörivai ae (daß du sorgen sollest) ttjs KaTaaTTOpäs (I^). BGU 1138, 14 EpiapTvpriaEv iTEpi toö irapa- 5£5öaeai auTwi töv TTa-rrfau (19^); 1141, 50 x£ipoypot<PTiCTai aE TTEpi toö pfj ouv- EiÖEvai toOtois tov Iüotov (14*^).
II. PARTIZIP. 25
Solche Substantivsätze, die eine persönliche, konkretere Aktion ausdrücken, treten in allen Sprachperioden gerne in das Participium coniunctum. So kann der Satz: ,, einer tut Übles" mit dem anderen ,,er wird bestraft" zusammengerückt werden; der erste Satz kann Subjekt sein (6 KaKoupycöv KoAdjETai) oder auch Objekt (töv KOKoupyoövTa KoAd- 3° 301IEV, TÜ KaKoupyoövTi öpyi^öiiEÖa). Dergleichen einen Substantivsatz er- setzende Partizipien begegnen in den ptol. Texten auf Schritt und Tritt in allen Kasusformen; einige typische Beispiele:
Teb. 35, II. 18 6 TTapd TaÖTa •rroicöv eoutöv aiTidaETai der Übertreter dieser Vorschriften wird sich selbst die Schuld beizumessen haben (114*). Hai. i, 36 35 Tcöi TTapd Td yEypapiJiEva ttoioövti p,T\ Eisoycoytpos fi SiKrj eotco; ioi e^eotco töoi d5iKOup£vcoi (dem Beleidigten) KoeaipElv Td cbiKo5o|jirm£va ; 118 TrposaTTOTivETCOCTav Tols viKTjaaai (den Siegern) tö iTEiiTTTOv \xipos; 212 ö 69Acbv (der Verurteilte) SittAoöv diTOTEiadTCO ; 216 Td öpKia (die Opfertiere) TTap£X£TCO 6 ETTiKaAcov (der Auffordernde) (IH^). Petr. HI 26 (7) 9 drTOTEiadTco ö KÜpios TWi ßAa96£VTi 40 (dem Geschädigten) tö ßAdßos (III*) usw.
Ist die Partizipialkonstruktion verneint und nur vorgestellt,
') Cf. Harpccr. oios eI Kai 0165 te ei • tö \xkv x^opis toö te CTr)naivEi tö ßoüAEi Kai TrporipTiaai, tö 5e aöv tcoi te Süvaaai. Vgl. Wyse zu Isae. or. 8, 21. Bei Polybios I — V heißt 0165 te eim'i außer wo es negiert ist, immer ,,ich stehe im Begriff".
44 Substantivsätze. § 155.
SO tritt die Negation uA ein, worüber Bd. II 2 S. 559,13. Über das Parti- zip als Substantiversatz vgl. Bd. II i S. 346, 4.
Anmerkung. Unter den Bd. II i S. 353 aufgezählten Partizipialkonstruk- tionen bei verbis declarandi fallen in hellenistischer Zeit namentlich auf
5 ffiepco, äva9£pco = berichten, melden, wofür sich in den neuesten Publikationen mehrere Beispiele auf Papyrus gefunden haben: Zen. pap. 59147,4 eyw ^epco 7rapeiAri9cbs aiTOV (256a); 59567,15 9epti KoraßEßAriKcös daß er bezahlt hat (nach 250^). Nach Edgar Zen. pap, III Add. et Corrig. p. 290 in einem unpubli- zierten Stück 9epei KexcoveuKcös(IIla); 59008, 10 dt va9Epet dvriAcoKcbs (c. 259a);
10 59326, 62 dva9£pei 5e5coKcös (249»). Analog yp 09615 ctvriXcoKcös 59268, 33 (252 — 51»), Mit dem Akkusativ: ebenda 59644, 8 6v vöv dva9£pouaiv Ö9EiÄovrTa (III^).
§ 155. VoUform der Substantivsätze.
I. Als förmliche (konjunktionale) Substantivsätze — beim Aktiv als Objekt, beim Passiv als Subjekt des Verbums — sind in erster
15 Linie zu betrachten die Aussage- und Inhaltssätze mit 6ti, 5iöti, cos, ganz vereinzelt ws öxt ').
Der in klassischer Zeit vorherrschende Gebrauch des Infinitivs bzw. Partizips bei den Verba dicendi, declarandi, putandi, sentiendi hat sich zwar in den ptol. Pap. in weitem Umfang erhalten, wie aus den Zusammen-
20 Stellungen Bd. II i S. 313 ff. für den Inf., Bd. II i S. 352 ff. für das Partizip zu ersehen ist, mußte jedoch mit der Zeit immer mehr der konjunktionalen Umschreibung weichen, die schließlich herrschend ge- worden ist. Der Modus ist in der Regel der Indikativ aller Zeiten, wofür gelegentlich nach einem histor. Tempus der Optat. obliquus eintreten
25 kann (Bd. II i, 293 f.). Im einzelnen werden
a) folgende Verba dicendi et declarandi mit 6ti, 5iöti, cos, ganz vereinzelt mit cos oti verbunden:
dvayyEAAco, eis-, irposayyeAAco (neben Inf. u. Part, mit cos^)): Petr. II 13 (6) 6 dvoT^EiAavTos 5e poi Ti[vos], ÖTi eTr) AuaiTeAf^s il epyoAaßia
30 (258 — 53^); III 42 H (8) 6 ol Kuvriyoi dvrjvyEAAov, öti ö ßaatAeOs TTiKpcös cot expncTaTO (III^). Zen. pap. 59145, 16 dvriyyEAKaai, öti EÜpfiKoai (256^). Par. 6, 5 EisctyyEAAco, ÖTt etteAOövtes Tivd tcöv acotidrcov e^eSuaav (126»). PSI III 168,6 TTposayyEAAco ctoi, 5iöti ETreAriAueEvai Tiväs (Anakoluth) (iiS^). dudyco (hinterbringen, berichten): Zen. pap. 59041, 2 dirriynevou 5e eis töv 'ApaivoiTTiv
35 cos övra AiooKOUpiSou OirripETriv erscheint als sonderbare Kontamination aus cbs ECTTJV UTTTipeTris Und WS övTos UTTripETOU (257a). SiaßdAAco (neben Inf.): Zen. pap. 59037,11 eaTl ydp dAAÖTpios (feindselig) Kai SiaßdAAcov, cbs 3) 5id toütou
') Franz Faßbaender: Die Konstruktion der abhängigen Aussagesätze im Griechischen. Gymn. Programm Münster i. W. 1912.
2) Beides nebeneinander Zen. pap. 59270, 2 dveyyeAAoadv (sie) aoi (statt ccÜToTs?) cbs dvEyyEAKÖTa (sie) ctoi riaAoüv iXT\ OirdpxE'v ^OAa (251*).
3) Mit cbs nach einem verb. die. ist häufig wie hier der Nebenbegriff , .angeb- lich, fälschlich" verbunden.
§ 155" Vollform der Substantivsätze. 45
TOt Trepi Aavaöv yeyovev (258 — 57^). y 96900 und Composita (neben Inf. und Partiz. überwiegend ÖTt und cos) • Hamb. 27, i Eypa^^ds \iox, öti etioi avrröv diro- auorriaais (daß du ihn mir empfehlest) (250^). PSI IV 375, 2 6ypav|;as, oti ou SuvoTÖv eir| (250*). SB 6753, 4 au 5e poi dvTEypavfas, oti yeivoiTo (sie) ocütcöi EIS TÖv EViocuTÖv (5paxiJiai) iß (250 — 49*^). Zen. pap. 5901 5 (verso) 2 dvriyyEAAsv 5 poi yeypc9Evai as aurcoi, öti oi -rraiSES larivuTpijoivTO Eivai irapä tö3i KoXAoxoutcoi Kai aiTolriaav uväv; aber Z. 27 privurpi^EaSai tous drroSpdvTas iraiSas (259''!). Petr. II 13 (5) 9 dvayKaa6riü6pi£6a ypd9£iv, öti t\ yfi dßpoxös EaTt (258 — 53^); 18 (2a) = III 23, 6 9daKOVTOS KaTCxypd9Eiv (eine Klageschrift aufsetzen), öti ßtdjETai (246a) ; III 36 (a) verso 2 iroAXdKis ctoi y£ypa9a, 5i6ti (daß) KorraSE- 1° SuvdoTEUiaai (III'^). Tab. 61 (b) 367 = 72,367 TrapETriy£ypd96ai (daneben sei bemerkt), cos oü6£v toö koAcös exovtos KcxTaAEi90fiaETai (ii8 — 114^). SeikvOco und Composita (neben Inf. und Part.): Par. 15,66 ETTiSEi^ai, cos ecttiv aÜToO t\ omia (i2oa). Tor. I 7, 3 anakoluthisch rrposuTroSEiKVUs, cos irpÖTEpov Eluai (statt ECTTtv) ettiSeikvüeiv auTOV (daß er vorher zu beweisen habe), cos eotiv uiös toö te 15 TTToAE^aiou Kai fis 9riaiv Eivai urjTpös Kai cos oi yovsls aÜToü Elaiv cbu Trpo9epovTai ovyyEVcov (iiG^). 5riAöco (neben Inf.): Hib. 30, 15 [5riAcö ao]i, öti 69£iAcov pioi (Spcxxuds) [•] TaÜTas dTraiTOunEvos ütt' eijioö rroAAdKis oük d[Tro5i5]cois (300 — 271^). 5i5daKco: Teb. 72,453 5i5ax9riTCO (der Nachweis soll erbracht werden), WS ou5' Ecos ToO A6 (etous) cüOev toioOto dvEvfivEKTai (114 — 113^). 5i5com evteu- 20 ^tv u. ä.: Petr. II 2 (i) = W. Chr. 337, 4 5övtcov fmcov evteu^iv, öti piaOcoaanEVCOv fmcov TÖV KAfipov aÜTOÖ Eiri Tfis dAco KaT£90£ip£V (222 — 21»). Lille 8,5 eBcokö ctoi Kai TTpoTEpov EVTEU^iv, ÖTI d9EipriTai liou jEuyri Taupmd (III^). Petr. III Append. p. 3,6 ETTEÖcoKd aoi ÜTTÖtivripia, öti [irpoJ^EVEi toOs üttoteAeIs toO 9uAaKiTiKoö (Illa). TTposEUXOuai (geloben): Zen. pap. 59034,10 irposEu^dpiEvos 5k cxütcöi, 25 Idji pe Oyidarii, 5iöti uttcijievco ttiv AritTOupylav Kai Troiri[aEi]v (anakoluthisch statt TTOifiaco) tö Ü9' aCrroö (= Ott' aÜToO) rrposTaaaöpiEvov (257^). auviaTTiui (beweisen): SB 4512, 76 cos 5' f)v toütou dAr|6cos, ouSaiJcös auvioTCOv (167 — 134^). Tor. I 6,20 Tipös TÖ ouvcrrfiaai, öti saTiv ola TrpoEvqvEKTai (116"). EyKaAeco (klagen, neben dem Inf.) : PSI VI 554, 24 EVEKdAouv, öti EiSTTETrpaytiEvoi fiaav (259a). 30 Petr. II 17 (i) I Tcöi EyKAripaTi, cos dpa (angeblich) ußTpiaa ocvTf|v] (III''). dtro- Kpivoiiai (neben dem Inf.): PSI IV 417,8 dTTEKpiöri poi NiKdvcop, [öti ou] ae öSeikeT 'ETEapxos (HI'^). Asyco — Eiira (häufiger öti als der Inf.): Petr. III 51, 7 eiTTEiv TÖV ÖEiva, öti EÜpriTai tö dpyüpiov (HI'*). PSI IV 340, 6 Alycov, öti iycb irpÖTEpov iiEV EaTToOSajov rrEpi ITToAEpiaiou (257 — 56^*); 380,6 AsyovTES, cos öti 3S (daß angeblich, nämlich) ') irpoupyiaiTEpov Tds f^iAETEpas ve^eiv ßoös (249^); 437, 4 AsyovTES, ÖTI drroTElaai SeItoi teAos (247 — 46»); VI 591, i Ivetuxöv aoi AEycov, ÖTi TTOpEÜaouai irpös 'AttöAAcoviov (III^). Par. 51 = UPZ 78,44 iirfi (=eitte)
») Zu dieser seltenen Verbindung vgl. Blaß-Debrunner' §396 und Nach- träge S. 314. Moulton Einl. 336 f. O. Schneider, Callimachea I 198. Wolf Malal. II 68. Das älteste Beispiel Xen. Hell. III 2, 14 eIttcöv, cos öti CKVoiri ist wohl nicht ernst zu nehmen, da von den Herausgebern öti getilgt wird. Dagegen später PSI VI 685, 3 olaöas (sie), cos öti irposTETaKTai (IVp) und in der Hypothesis zu Isoer. Busir. init. Korriyöpouv 5£ auTOÜ, cos öti Kaivd Saipövia Eis9£p£i toTs 'AÖTivaiois (spätnachchr.). U. Ursin g, Studien zur griech. Fabel 75 zitiert Chambry 8a, 4 Aiyouaa, cos öti oüx iKavr) EaTiv. H. Ljungvik, Zur Sprache der apokryph. Apostelgesch. 67 erwähnt zwei Beispiele. Stellensammlung zu cos öti gibt G. Oomen, De Zosimo Ascalonita (Diss. Münster) 28. 30 ff. Oft Herodian und Rednerscholien nach A. Gudeman, Phil. Woch. 1927,613. TragikerschoUen : zu Soph. Ant. 244. 252; OC. 163; zu Eur. Hec. 893 (= angeblich weil) ; Or. i ; Phoen. 44. Apion bei los. c. Ap. II 11. Schol. Pind. N. 4, 144; P. 4, i». Clem. AI. Strom. III p. 230, 25 Stählin. Ps.-Heraclit. ep. 4, i.
46 Substantivsätze. § 155.
TE, ÖTt EKTTopsüonai (i59*)- Über Teb. 12, 18 (118») vgl. oben S. 4,17 ff. avTiAsyco (neben Inf.l : Rev. L. 28, 5 eocv 5e dvTiAeycoaiv, cos ttAeov f\ eÄaaaov ylvExai daß der Betrag (angeblich) größer oder kleiner sei (259»). Zum Inf. vgl. Bd. II 2 S. 365.1. SiaAeyoMai: Petr. II 9 (3) 4 = III 43 (3) 15 005 aot SieAeyriv -rrepl toO ariaäiiou, 5 ÖTi -rrapscTTriKEV (241 — 39^1). irposuapTupeco: Zen. pap. 59288,7 TTposepap-
TUpslTO 5e CCÜTCÖl UTTÖ TtAeIOVCOV, ÖTl ElTj TTpOTepOS (-0V?) Ott' EKEIVCOV flBlKriUEVOS
(250^). 5ia^apTÜpopiai (neben Inf.): Bd. II 2 S. 266,30. muvriiCTKopat er- wähnen (neben Inf.): PSI IV 378,2 Epivria0riiaEV uo\, Sioxt •iTpo509£iAEi fiiJiiv (250 — 49^). Bad. 48. 16 TTapd Trävra 58 ctoi EVTEAAopai livrjCTOfivai, cos U£ EVKOtra-
10 AEAoiTTas {i.6vT\v (126^). öiJivüco (sonst regelmäßig mit Inf. fut. aor. praes.; bei Malal. ETTÖpvuiJiai oti Wolf Malal. II 68) : Par. 47 = UPZ 70 = Witk. ep. pr.2 48, 2 oiJvOo (sie) TÖv ZocpaiTiv, i (= ei) ut] uiKpöv Ti EVTpeiTopai, OÜK otv ISes tö TTÖp- acoTTÖv (sie) pou ttöttote (sie), oti 4;£Ü5rii irävTa Kai ol irapä cte öeoI öpoicos faßt Wilcken = ich schwöre bei Sarapis: wenn ich mich nicht ein wenig schämte,
IS so würdest du niemals mein Angesicht wieder sehen; denn (also ÖTt = weil) du lügst alles und die Götter bei dir gleichfalls". Dagegen Witkowski setzt i - — - TrÖTTOTe in Parenthese und konstruiert ö^vuco, oti — schwerlich mit Recht. Da- gegen sicher Hib. 94, 17 x^ipoLypct?" UTrsp aüJToO, oti Eyyucrrai eis EKTEiaiv (258 — 57^^). öjjioAoyECO (vorherrschend und häufig mit Inf.): Tor. I 6, 32 oiJioAo-
20 yoövTOs auTOV, OTI ocTTeSoTO TT^v oiKiav (iiö^). 5 iaaa9£C0 (gewöhnlich Inf., vereinzelt Partiz.): BGU 1004,4 ÖTi ÖE oü auvriVTriaev, f) EiriKExpipiEvri Ipriiios (SiKTi) 5iaaa9£i (III^). E-maTEAAco = durch Brief oder Boten mitteilen: Hib. 41, 16 ETTioTEiAov, ÖTl Trap£iAri9as Kai öti SiEyyuriaEts (nach 261^). Zen. pap. 59132, i TTEpl ZunßcÖTOU Kai ixpÖTEpöv aoi ETTECTTEiAa, 5iÖTi ttAeovöckis ocutcoi Kai ypä90HEV
25 Kai i\rvJY)(ävo\iiv (256^). TrapaTiOEnai hinzufügen (neben Inf.): Tor. I 9, 6 Toö 'Eppiiou UTiÖEtiiav irpÖKTriaiv \xr\b' cxAAov xP'ni^O"'io'tJ'°^i "5 £1^^ aÜToö t\ oiKia, irapaTiÖEpiEvou, 10 tcov iTEpi töv ''Oüpov TtapaTEÖEiiiEvcov, cos oi Trpoyovoi outcov ECÖvrivTO TTiv oiKiav (116^). 9aiVETai es hat den Anschein (Acc. c. inf. Bd. II i S. 308; Part. S. 352 f.): Zen. pap. 59060, 4 TTToAE^aicoi 9aivETat, oti ttoAu UTtEpE^Ei
30 aÜTcöv (257^^). Über 9avEpöv ylvEToi, Trp09av£S ecttiv, 5i6ti oder öti vgl. Bd. II I S. 308. 9avEp6v Trotsco: Zen. pap. 59062 (b) 12 9av£pöv TTOiriaas, öti Kai cru cttteüSeis; 59101,4 (beide 257^). £ti9avi3CO (neben seltenem Inf. und Partiz.) : Zen. pap. 59068, 2 £pi9dviaov auTcöi, öti oüx ÜTrdpxouaiv TrpoßaTcövES (257^); 59169, 7 (111**). Hib. 72,4 TTpoTEpöv aoi £V£9dviaa, 5iöti [Verbum verloren,
35 etwa £iAri9Ev] ccurriv (241=1). 9daKco (regelmäßig und oft Inf., selten Partiz.): Zen. pap. 59244, 5 9dcTKOUCTi ydp cte -rrposSEXECJ'Oai (abwartest) Kai öti £[TEpa f|5T] TTposlSEÖE^ai (erhalten habest) (252^). 9nui(?) (regelmäßig mit Inf.) : Zweifelhaft erscheint die Rektion von 91)^1 ÖTi Zen. pap. 59160, 7 fj^iou 5k Kai Mevehoxos f)|ids TTpös 'AttoAAcöviov KccTaTrAEÖCTat, BoKiiJidjcov Ö90fivai aÜTcot, Kai öti SiaAE-
40 ^ETat TTEpi fmCOV, ÖTTCOS dv TTpdCTCTCOpiEV TJ, Kol ÖTl udAlCTTa fipilv TTOITICTEI (daß
es für uns am vorteilhaftesten sei), £911, £dv aÜTCöi nvriaöcoiaEV TTEpi toö Ipyou (255a). Schwerlich hängen die Sätze mit öti direkt von £9ri ab, das parenthe- tisch dazwischen tritt, sondern allgemein von einem Verb, dicendi, das schon aus fi^iou sich im Bewußtsein entwickeln konnte. Vgl. oben S. 4,27. Nicht ganz ge-
45 sichert ist die Lesart Petr. II 20 = III 36 (b) col. 4, 7 ctoö 5e 9riCTavTOS XP^iot^ ocuTOÖ Eivai Kai öti AuctiteAecttepov drraAAd^Ei (252^). dva9£pco berichten (meist Inf., auch Partiz.): Teb. 15,22 |a£Td tö 7Tposav[£VEyK£iu], cos ^v E^TiypEVOs; 16,7 Tuyxdvco TTposavEvrivoxcbs, cos fiv ußpiapiEvos (beide 114''). TTpos£P9UCTdco (ein- blasen, einflüstern): Par. 63 = UPZ iio, 69 Trpos£|iTT£9UCTriKÖTC0v (f)picöv), öti ctuu-
50 ßotAElTai ^OTTTIV (164a).
Nicht selten dienen öti und 5iöti (nirgends cos) zur Einführung der direkten Rede (öti recitativum), indem die Konjunktion
§ 155- Vollform der Substantivsätze. 47
gleichsam die Stelle unseres Kolons als Anführungszeichen vertritt *). Der Gebrauch war volkstümlich, wie sein Vorkommen im N. T., noch bei Malalas und in neugriechischen Dialekten beweist.
ÖTi: psi IV 368,22 lAeyEV oti 'Epi9cov (für Zicklein) aot doreScoKa ctvä irevre ößoAoüs toO epi90U (250 — 49**); 380, 10 tcov 5e 9uAaKiTcöv AsyovTcov ort s 'EoTiv oÖTOS 6 sySüaas {24g — 48^); 445,20 eireTi^a ccOrcöi Aeycov öti fvcopi^co Tov TÖTTOv TrävTa ovTa Zrivcovos (HI*). Zen. pap. 59492, 3 Kai au lAeyes ort 'Eotv TIS o-e dSiKfii, ävöyyEÄÄe (jioi (III'') ; 59499, 48 emev öti 'Eyco örropcö, 75 Aeycöv oti Ai5coa{ |iOi T-qv oiKiav toö FTeToaipios (III'*). In den Traumerzählungen UPZ nr. 77 — 79 werden die Reden teils mit, teils ohne 5ti in direkter Form einge- "> führt: nr. 77 = Leid. C (p. 118) col. I 9 eAeyov ÖTt TaÜTa iravTa TOt ttgAAdc evvria eiat, 28 EAeyov öti Aei5ä^ouai auxriv; col. II 19 oTopiai dpEiOtielv ixe Aeycov öti 0cöu9 (sTous) k; ohne öti col. I 12; II 6. 14. 16 (161*); 78 = Par. 51, 17 lAeyov oarräs (1. oÜTais Wilcken) öti "Eti ßpccxu eyoi ev tcö aOpei (1. äepei Sethe) = ich habe noch kurze Zeit zu leben; ohne öti 10. 12. 23. 34. 36 (159*); 79= 'S Par. 50, 1 1 Aeyco aürrj öti ' H v|;ia6ös ctou cpüei Aotxävcov Kai Kpänßris ; ohne öti 3. 8. 15. 16. 19 (159'!). BGU 1141, 13 yeAoios ei ypd9cov öti 'Eäv aoi 'Epcos tö iKavöv TTOTiar), ypdvfov gioi (14'*). Oxy. (IV) 744 = Witk. ep. pr.^ 72, 11 sTpriKas ^Ös) 'A9po5iaiäTi öti Mt) \xs EiTiAd9ris (i^). Über jussivisches öti crunpiayEiv Teb. 12, 18 s. oben S. 4,33. 20
SiÖTi: Zen. pap. 59494, 9 f^AÖEV fiiaiv Aaßcois cos Trapd ctou öyyeAAcov 5iÖTi 'EAOövTES EIS TÖ 'HpoKAeiSou EpydjsaÖE, 12 OoTepov eAOcov fmäs EKdAei Asycov Siöti OÜK Exco ToOs KaOapoüvTds \xox t6 aiTEpiia (III'*). PSI V 528, 17 crrTECTTEiAa Asycov aÜTois SiÖTi TTopEUECTÖE TTpös Zfjvcova TÖv TTOTEpa (III^). Edg. 106 = SB 6989, 9 SianapTÜpovTat oi yEcopyoi Siöti Tö 05cop d9iop£v Kai tc ^üAa E^TrupijotiEV 25 (III^). Par. 34 = UPZ 120, 16 lAeyE Se \xo\ Kai 'OßooTdKTis Kai N£9£pCTE\>Tis SiÖTi "EyotJiEV Tous TripoüvTas aüroüs koS' fiiaspav d ttoioüctiv Epxovn^ai 5e Kai cTTToyyEAAouCTiv fiiilv Kai ou koOeOSouctiv (11^).
Anmerkung i. Eigentümlich ist der Gebrauch von ri öti = ,, widrigen- falls" in einem Erlaß Teb. 35, 8 (m*) t6 Se üttokeihevov Trpöypamia ekteötiitcoi 3» (sie) Kai 5id Tfjs toö KcoiioypapinocTECOs yvcö^ris, 05 Kai ijieO' üiicöv ürrö tt^v £VToAf]v vnToypd9£f fit öti ö Trapd Tcärra ttoicov ecxutöv aiTidaETai ; ebenso 15 tous [etwa AajjßdvovTas?] irapd tcöv Kord Kcöurjv ^ttiotoctcöv Kai twv dAAcov jiJiüpvav \xr\ ttAeIov 5iaypd9Eiv (sollen nicht mehr bezahlen) Tfis tiväs dpyu(piou) (Spoxticöv) |ji fii ÖTt <6> Trapd TOcÜTa ttoicov eccutov aiTidaETat. Hier scheint nach der 35 direkten Befehlsform (ekteötitco und 5iaypd9£iv) Übergang zur Orat. obl. vorzu- liegen mit einem zu ergänzenden Verb, dicendi ?
b) Die Verba putandi haben wie in der klassischen Sprache
fast ausschließlich den Infinitiv bei sich. Die wenigen Ausnahmen
{5taAaußdvco 5iÖTt und cbs, vopi^co öti) sind Bd. II i S. 312 angeführt. 40
Dazu ergänzend Mich. Zen. 29,9 TTEiCTÖfiCTEt {s}, ÖTt ypriCTiiioi ctoi i(i£v (= ECTuev) (256a).
c) Verba sentiendi mit öti, Siöti, cbs (Bd. II i S. ßOQff.):
dyvoECO (neben Partizip): Petr. II 9 (3) 3 = 111 43 (3) 14 OUK dyvoEls, <a)S CTOt StEAEyriv (241 — 39*). Zen. pap. 59160, 4 (255^). PSI IV 328, 3 (258'»). 45 alaödvotjai (neben Part.): PSI IV 380,4 f|tCT6ovTO, öti oüöev f|K£t excov (249^).
') Krüger § 65, i. 2. Kühner-Gerth II S. 366 f. Brugmann-Thumb* S. 648. Blaß-Debrunner^ § 397, 5; 470, i. K. Wolf Malal. II 73. Kieckers, Glotta 11,183; Indog. Forsch. 35, 22 ff.
48 Substantivsätze. § 155.
Tor. I 2,9 aicröopevri, cos oOOev eixev ßsPociov (116^). TrapaKoAouOeco = fassen, begreifen (Polyb. und Stoiker): Zen. pap. 59061,4 [Socuiictjeis], el \it] irapa- KoAouöcc), oTi TOUTOJS TTÖcai teAcs dcKoAcudel (257^). ccKOÜco (gewöhnlich Part, oder Inf.): Zen. pap. 59080, 2 f|KOUCTa, öti öpyijei [ioi (257^). EiißAe-rrco: Lond. I 5 nr. 21 (p. 13) = UPZ 24, 21 EiißAEVj/avTa, öti oO 5üvaT' ^KKoiJiiaaaOai (162^). Par. 39 — UPZ 9, 10 EpßAEVfavras eis e^Ei öti ou Süvoiiai (sie) ävTiAaj3£CT0ai otvrcov^ (161*). yivcüaKCo: neben Inf. und Part. ') häufig ÖTt, 5iÖTi und manchmal cbs (Bd. II I, 311). ETTicTTatiai (neben Part, häufiger öti, Siöti) : Hib. 40, 6 ETTicrraao, oTi cOÖeIs [ii] TrAr|p<cba>rii (261»). PSI V 495, 23 äTTiCTTa^aI, öti ttoAü 5ia9£p£is
^° (258^); 538,7 ETTioTrii, SiÖTi Toö öycoviou iT£-iToi6aiJi£v (III^). Zen. pap. 59057,4 £Tri[crT]aCTO, öti 69EjAriCTCO ctoi X^P'^ iKavriv (257*). EupiaKco (meist Part., selten Inf., s. S. 42,20) : Petr. III 51, 3 EupEiv, öti ev Tf^t OißEi (£v>Eir| t6 dpyüpiov (III'^). Ka- TExco = teneo (verstehen, begreifen) : Zen. pap. 59060, 10 OauliäjElS, eI V.t\ kotexco, OTI TOÜTOis TTÖcai teAos dKoAouÖEl (257a'). Par. 63, 11 = UPZ 145, 23 kotexeis yöcp. <i>S
15 ircAAccKi TÖ ToiotÜTa ouvaipEiOai (sie = auvatpEiTai) 5iä Tfis tcov -rrposKaÖriUEvcov ß(as (164*). Ähnlich Petr. II 13 (19) 13 toöto 5' exe ffii Stavoiai, ötj ouöev CTOi \xr[ yEvrjÖfii Auirripöv (c. 252^). 5iaAav0ävco (neben dem Part.): Par. 61 = UPZ 113, II ßouAö|a£0' \Jii5is uti SiaAavöctvEiv, öti TrdvTa TaÜTÖ eotiv dAAÖTpia Tf]S fiucov dycoyfis (156^)- Aoyi30tJiai: Par. 64 = UPZ 146, 35 AoyijönEVOs, 5iÖTi
20 |<p' ETEpöv Ti irpös TÖ oxöAai ETnßaAoOvTai (II*). ctuvvoeco: Par. 63 = UPZ 110,96 ÖS OÜ5' aÜTÖ TOÖTÖ y£ 5uvria£Tai auvvoElv, öti auiJtpEßriKe (164^). Oi5a-a0vot5a (neben Part, häufig öti, 5iöti) : den Belegen Bd. II i S. 355 bei- zufügen Zen. pap. 59270, 5 iva EiSfiis, 5iÖTi oux uaTEpoOai (250^). PSI VI 667, 6 Ei5uTa TOÜs aoü^s) TpÖTTOUS, öti iiiaoTTÖvEpos (sie) ei (III''). Petr. III 56 (a) recto 9
25 aüvoi5äs poi, 5iÖTi ouk fiKoAoü6Ei \xo\ ettitihov (III»). öpäco und Composita (meist Partizip-), seltener öti): PSI IV 414,6 öpäis, öti EtJiol ouk eotiv oute Adxavov OUTE aAAo oüOev (III'*); 444,10 öpcöv, öti ou5' cos üiToA£i9eria£Tai (III''). Par. 47 = UPZ 70 = Witk. ep. pr.2 48,11 kqv i5tis (nicht iSrjs, wie Witk.), ÖTi peAAoijiev CTCüOfivai (iss"*). Par. 50 = UPZ 79, 13 t6 evuttviov, ö eISev NEKTÖiaßris TTEpl Tfis
30 Kcrroxfis TCOV 5i5uncov Kai i\x' auTOÖ, öti (explikativ) druxw (159^)- Par. 51 = UPZ 78,20 Ei5ov, ÖTI lJiia{v} aÜTcöv diroKeKäOiaTai (159^). TTpo9av£S eotiv: Par. 63 = UPZ 110, 155 ÖTI ydp iravTEAcös dyEobpyrjTOS iT£piA£i96T)aETat, TTpo9av£S eotiv (164a).
Anmerkung 2. Bei Oaupidjco (sich wundern) begegnet statt öti auch el
35 im Objektssatz: Zen. pap. 59060, 10 = 59061, 4 ©ccuiadjEis, £i |iri koctexoo (daß ich nicht begreife), öti toOtois Träai teAos dKoAouÖEi (257''). Par. 63 = UPZ iio, 34 £Öoa;p,djopi£v, ei toutcov ijiev ttcvtcov d^vriaTiav EcrxilKaTe (164*). Teb. 27, 34 eccu^d^Eiv Kai AEiav (= Aiav) EirripxETO (sc. \ioi) (mir kam gewaltiges Staunen), El TÖ rrdvÖEiva ttettovöcos ev ttii aÜTfii TaAaiiroopiai 5iaiJi£V£is (ns"^)- Par. 49
40 = UPZ 70, 25 scheint Ei von dem Substantiv aiax^vr) im Sinne von ÖTi abzuhängen: Otto Tfis aiaxuvrjs, i Kai oütoüs 5£5cÖKaiaEv Kai dTro-TTEirrcbKatJiEv ,,da ich mich schämen muß, wenn (= daß) wir uns hingegeben haben und herabge- stoßen sind" (Wilcken) (152»). Ähnlich zu beurteilen ist eI in der Verbindung:
') Weitere Belege für yivcoaKCO und yvcopijco mit Part.: Zen. pap. 59263,4 yivcooKE 5e Kai 'AttoAAcoviov •iTap£iAri9ÖTa Td KaTd Tqv iröAiv TrdvTa Kai eyAo- yioTEÜovTa AiovuaöScopov (251*); 59140, 12 yvcopijE KpiTiav ypd9ovTd aoi vfEuSfi (256^). Zum Inf. s. oben S. 42,19.
i) Den Bd. II i, 355 angeführten Stellen für öpdco c. part. sind beizufügen: Zen. pap. 59025, 17 öpcov dvoyKaiav oöaav tt^v dTroSriijiav (III''); 59279. 8 iSovtes TTiv yfiv [ÜTT0TTE]9£uyuTav (251"); 59291,6 TTEpiEiBEiv (f]^äs) irapaTToAAunEvous (251 — 50»). Edg. 86 = SB 6792, 2 uf] TTEpiiSElv me d5iKOupi£vov (IH^)-
§ 155. Substantiviätze der Wirkung. 49
auyyvclburiv exe, £i 5iä ttAeiövcov rmtpcov (erst nach mehreren Tagen) aoi ypä9co Mich. Zen. 14, i (257^), wo es sich nicht um einen Bedingungs-, sondern um einen Inhaltssatz handelt.
II. Als Substantivsätze der Wirkung sind (nach Kühner- Gerth II § 552 S. 372 ff.) zu betrachten die in der Moduslehre (Bd. II i 5 S. 250 ff.) behandelten unvollständigen Finalsätze (nach der Nomen- klatur V. Phil. Weber), die von einem Verbum abhängen, das zur Ver- vollständigung des Gedankens noch eines Korrelats bedarf, wie die Verba des Sorgens, Überlegens, Hinarbeitens, Bewirkens, Veran- staltens; der Aufforderung und des Befehls. 10
I. Die häufigste Form solcher Sätze mit öttcos (nri)-j-Conj. aor. oder praes. ist an der angeführten Stelle S. 250 ff. einläßlich besprochen und mit Beispielen belegt, die durch weitere ergänzt werden können:
a) in finalem Sinn:
a) Conj. aor.: Zen. pap. 59036, 6 eiTitJieAf)0-nTi, ÖTTCog 5iaypäi|irii (257a); 15 59015, 35 cruaTrou5da(as), öircos \xr\ 5ia9ÜycoCTiv (c. 259a') '); 59049, 6 cppovTiCTas, ö. ^X^fl'S (257'*); 59158,2 9p6vTiCTov, 6. ypaaTtaöfii (256^); 59179,17 EiritieAes ctoi yeveaöco, ö. toc yevr)|JctTa SicrrripriSfii {255''); 59217,4 9povTia-as, ö. 5ioiKri9f)i, 5 avv£TTi(aeAT]6fivai, 6. Äri90fii (254»); 59225,8 iva aTrou5äar|is, öttcos auyKoma6f)t {253^)- SB 7203, 2 9pövTiaov, ö. tirjösv 5ia9covfiCTrii (247 — 40^}- 20
P) Conj. praes. Zen. pap. 59135, 4 ETntieAönevos aauToü, ö. üyiaivrii? (ge- sund bleibst) (256^). SB 7179, 7 9povTiCTas, ö. cnjvTeÄf)Tai toc x^l^ccra (239^). y) Tempuswechsel: Bd. II i S. 253 ß.
b) in jussiver Bedeutung:
a) Conj. aor.: Zen. pap. 59049, 2 'ATroAXcö[viov \j-nö[xvr\]oov TiEpi toütcov, 25 ÖTTCOS T\ otTToaTeiArii Tivd fi auvToyrii ovfcovtov (257'^); 59150,25 ctoö ypd^fav- Tos, ÖTTCOS |Ji£TpriCTr)Tai (255a) ; 59264, 10 ypäyov Tcöi KEpanei, öttcos Trapoyevcoiaai pe6' otÜTOÖ (= (jlet' auToO) TTpös ai (251!^). SB 6155, 23 TTposrä^ai, öttcos ypoi^rii (69— 68a).
ß) Conj. praes.: Vat. E = UPZ 15, 7 evetuxöv ctoi, öttcos (ging dich darum 30 an, daß) 9epriTai ev tcöi CTTpomcoTiKcöi (156^).
y) Tempuswechsel: Bd. II i S. 253 y.
Anmerkung 3. Zu Hai. i, 170 CTuvTa^ov oöv, öttcos toö Aoittoö \xr\ yivrjTai toOto (III^'") bemerkt W. Schubart, Arch. f. P. VI 324, daß CTUvTa^ov öttcos c. conj., abweichend von der Gewohnheit der Urkunden, die CTUVTd^ai mit dem 3S Inf. konstruieren, eine idiomatische Eigentümlichkeit des Königs Ptol. Philadel- phos sei. Vgl. Amh. II 33, 30 aüvTa^ov, öttcos TTpccxOcoCTi SittAoüv t6 £TTi56Kcrrov (258a). Ob vielleicht in dieser Form des Befehls oder Verbots eine größere Schärfe liegt ? Vgl. übrigens in einem Brief desselben Ptol. Philad. an Milet = Arch. f. P. VI S. 327 letzter Satz tcc 58 ttäei'co CTUVTETaxapEV 'HyECTTpdTCOi TTEpi te 40 toütcov SiaAEXÖT^vai Kai daTTdaaCTÖai TTop' T\\xCiv (Ilia).
Anmerkung 4. Von der im Attischen geläufigen Konstruktion öttcos (V-A) c. ind. fut. läßt sich kein absolut sicherer Beleg aus ptol. Zeit nachweisen. Das Bd. II I S. 251 erwähnte Beispiel Vat. B ^= Par. 36 = UPZ 7, 23 ist zu streichen,
») Dagegen 59042,3 CTu[CT]TTOu5dCTas d9E6fjvai auTÖv; 59061,2 CTTTOÜSaCTov ocTTOCJTETAai (beide 257a); 59150,14 CTTTOuSdjoiJiEV dTToSoövai (256^).
Mayser, Papyrusgrammadk. II 3. 4
50 Substantivsätze, § 155.
nachdem Jan Kampstra am Original in Rom endgültig festgestellt hat rrpovo- TjOriTt, cbs (nicht irpovöriaov öttcos) Teü^eTai tcöv 5iKaicov (163a). Übrig bleibt Hib. 170 descr. 9p6vTiaov, öttcos ni^KeTi d-nro toutcov TrapccKoüasi t]\xwv (247^), wo bei der unvollständigen Publikation des Stücks nicht zu entscheiden ist, ob 5 TTapotKOÜCTEi 2. Pers. sing. fut. oder 3. Pers. sing. coni. aor. ist — wohl eher das letztere.
2. Die unreine Form der Finalpartikel öttcos &v + Conj. aor. oder praes. ist besprochen Bd. II i S. 254 ff. Nachzutragen sind folgende Stellen :
10 a) in finalem Sinn:
a) Conj. aor.: Zen. pap. 59015, 31 tt^ Träaav empEAeiav TTOir|CTaCT0ai, öttcos dv o\;AATi96cocnv Kai TTapa5cöi aÜTOUS (0.259^); 59041, 19 9iAoTipri9£is, öttcos dv (das dv nachträglich getilgt) Adßrjts Td ETTiCTTÖAia Kai dTToareiXTiis fipiv (257») ; 59062 (b) 7 CTUVCTTTEuaas, öttcos dv ev toxei ypa9fii (257^) ; 59283, 4 aTTOuSdaas,
IS ÖTTCOS dv ETTiaxECTiv 5c6cti (250a-). Mich. Zen. 6, 3 9iAoTitiri6£is, öttcos dv aucrrfiariis auTÖv (257a).
ß) Conj. praes.: Edg. 89= SB 6804,4 Triv TTÖaav ETTtiJiEXEtav TTOlo0^a^, ÖTTCOS dv iJiriOeis EvoxAf)i toüs TTapd aoö (HI*).
b) in jussivem Sinn:
20 a) Conj. aor.: Zen. pap. 59034, 8 ehoO TTapaiTriaaiisvou, öttcos oiv \i£ TTapa-
AOarii; 59074,2 Eypdya^Ev aoi, öttcos dv t6 KEpiadriov dTToScois; 59084, 11 ypd- y\iov Zdpcovi, ÖTTCOS dv dTToScoi, aber 8 ypdyai FlEiCTiKAEi 5oövai (alle 257^^); 59188, 7 auvrd^at, öttcos dv evtoAti 5o6fii (255a).
(3) Conj. praes.: PSI IV 439, 17 ou (pap. eI) ydp UTrdpxEi \xo\ dvTiypa9a
25 aÜTCÖv EIS dvrjAcoiJLa, öttcos dv (in dem Sinn, daß wir) e^ ctpxfis eIs TOÜTa dvr)-
A(CTKC01JIEV (244a') I).
3. Wird ein Substantivsatz der Wirkung mit cbs oder (selten) cös dv eingeführt, so ist der Modus gewöhnlich der In die. fut., nur ganz ver- einzelt (nach Analogie von öttcos?) der Conj. aor. oder praes. Die Negation
30 ist oO, nicht wie im Attischen (nach Kühner-Gerth II § 552) \xr]. Die Belege s. Bd. II i S. 2581. Nachlese:
a) cös:
a) mit Indic. fut.: Vat. B = Par. 36 = UPZ 7, 23 TTpovorjeriTi, cbs teO^etci TCÖV SiKoicov (163a). S. oben S. 49 Anm. 4.
35 ß) mit Conj. aor.: Bad. 15, 3 etuvxccvov yEypa9TiKcös TTEpi toö TTpovoTi6fiva{
OB xfis KoraaTTopäs Kai cös 5o6c6aiv ccurcot xccAkoT (I").
b) cös dv+Conj. praes.:
Zen. pap. 59049, 2 'ATToAAcb[vJOV UTTÖnvriajov TTEpi toütoov, öttcos dTTOcrTElArii
Tivd f| CTUvrayfii övi^coviov, cos dv (nachträglich getilgt und durch Iva ersetzt, das
40 freilich im finalen Adverbialsatz besser am Platz ist) r]ixe.\s tJiiaOcöiJiEV iva (257*).
') Diesen Satz mit öttcos dv erklärt Rob. Chisolm Hörn, The use of the subjunctive and Optative moods in the non-litterary papyri (Philadelphia 1926) p. 121 als selbständigen Hauptsatz unter Festhaltung des Vordersatzes mit eI ydp. Aber der Gedanke könnte dann höchstens kohortativ sein, was schwerlich mit öttcos dv ausgedrückt wird.
§ I55' Substantivsätze der Absicht und Befürchtung. 51
4. Auch die Form des adverbialen Finalsatzes mit iva (jiri) und ganz vereinzelt Tva av +Conj. aor. oder praes. wird häufig gebraucht, um Substantivsätze der Wirkung einzuleiten, namentlich auch in jus- sivem Sinn, worüber gehandelt wird Bd. II i S. 242 ff. Beizufügen sind folgende Belege: 5
a) in finalem Sinn:
a) Conj. aor.: Zen. pap. 59016,4 9pövTiCTOv, iva äirocrreiATis (259^); 59073, 5 9p6vTiaov, iva ypa9f)i (257^); 59259, 3 iva oöv 6 alTOS Karaxöfii, 9pöv- Tiaov (251^); ÖTTCos av und iva in einem Satz verbunden ebenda 59062 (b) 7 cuvcjireüaas, öircos av ev tccxhi te ypa9fii Kai iva t6 TrpöJTOv aürwi yEvriTai 10 (erster Satz aktuell, zweiter allgemein) (257^); 59060, 11 ctü EiKavos el 5ioiKcöv (zu besorgen), iva dcTroaraArii (257^). SB 7263, 7 9pövTiaov, Iva \iT\ KaöuarEpriarii
Tfis xp£'«s (254^)-
ß) Conj. praes.: Zen. pap. 59057, 2 KaAcös ttoiticteis EKirovfiaas, Tva rmiv yivriTai, öt ctoi £V£T£iAd|jiE6a (257a); 59192,6 9povTiaas, Tva TTpömrii ti (255»); 15 59636. 13 5ia ak yäp iroicö, Tva yEcopyfil TräAiv (III'*). Par. 61 recto = UPZ 113, 3 oxotteTte, Tva \XT\Qkv irapä Taöra yivrirai \xt\5' fiiaäs tcov KaKcog rrpoxöriaonEvcov (zum Gen. s. Bd. II 2 S. 196,17) SiaAavöävrii (156=*).
y) Tempuswechsel: PSI X 1160,2 9rinl yccp Taurriv (sc. Tr^v ßouAfjv?) 9povTiETv, Tva \xr\ ti lAaCTCTcoai Kai t6 TT<o)A£iTEuiaa (aoAOvcoai, ei 5e tis Kocra- 20 Pap{pap}oTTo, f] ßouAf) auvE-maxüilt toTs daÜEvoüai Kai \xt\ tö aoi TripElaOai ÖuväiiEva 5ia9opriöfii, eti 5i, eI Seoito TrpECTßEiav Tipös cte ttehtteiv, auxri Trpox£ipi3ii- Tai Tous IttittiSeious Kai [tirixE da£]|jLv6s Tis £KTTop£ÜaT]Tai [xt\ts e[u9£tös tis] wv 9EÜyrii TTjv Tfis TrarplSos ÜTtripEaiav (nach 30a).
b) in jussivem Sinn (besonders bei ypd9co = einen schriftlichen 25 Auftrag geben):
a) Conj. aor.: Edg. 106 = SB 6989, 2 lypo^/as iTEpl tcöv UTTOjuyicov, Tvo TrapayEvrjTai Kai EpyctariTai T)UEpas i (IH^). Zen. pap. 59037, 2 £ypd9ri, Iva oiKOvoiJiriOfii (III''); 59101,10 MEAävnnTGS (sc. ypd9Ei), Tva CTTTEuarji {257^); 59120,4 y£ypd9riKa, Tva aoi d-rroScoi (256*); 59130,5 ypdv|;as, Tva d9E0fii (260^); 30 59161,3 TTposTiyy£iAa AdmSi, Tva ypdv^rii irpös ae (255^); 59192,5 fi^icoadv TivES UE ypd^fat aoi iTEpl aCrroö, Tva KaTaTd^qis ttou auTÖv (255^); 59207,2 lAEyov, Tva 5o6fii (255 — 54^); 59225, 8 ETTECTTEiAa Se aoi, Tva TTEpi te Tfis ouyKO- piSfis airouSdariis Kai ei^oi ypd<fr)is (253*). Bad. 48, 2 i\jy^o[xai Tois öeoTs, Tvo uyiaivovTd a£ ÜTroSE^coiaai daß ich dich gesund begrüßen möge (126a). 35
ß) Conj. praes.: Zen. pap. 59056,5 TTap£KaAEaa|Ji£V, Tva Kai eis t6 Aot- TTov EVTuyxdvcoaiv r]\ilv (257a).
III. Substantivsätze der Befürchtung (Kühner-Gerth II § 553 t) S. 390 ff.) stehen auf der Grenzscheide zwischen Parataxis und Hypotaxis. Zwar hat ein Satz wie 90^00^01 \x^ iTEaco kein Merkmal der 40 Hypotaxe und bedeutet ursprünglich ,,ich bin in Furcht: daß ich niu: nicht falle !". Aber mit der Zeit wurden die Befürchtungssätze (nach Analogie der Finalsätze mit Tva, ottcos) als abhängig empfunden und nehmen den Charakter von Objektsätzen an (Kühner-Gerth II S. 391 Anm. i). Sie werden eingeleitet durch uri, utittote = daß, pfj oü = 45 daß nicht; der Modus ist gewöhnlich der Conj. aor., selten praes. Der Optativ an einer Stelle (Bd. II i S. 238) ist höchst zweifelhaft.
4*
52 Substantivsätze. § 155.
Befürchtungssätze mit iJiri + In die. (Bd. II i S. 239) repräsentieren eine Mischung aus Befürchtung und zweifelnder Frage.
Das gesamte Beispielmaterial für die Befürchtungssätze ist gesammelt Bd. II I S. 237 ff. und Bd. II 2 S. 548,29. Nachlese: 5 pr), (jLTiTTOTE +Conj. aor.: BGU 1141,40 euAaßcog excov'), ixr\ Tt
TTapavaTTEiar) auTÖv (14^); 650, 11 U9opconai 5e, ht) tis poi evKÄTjais yev[riTai] (60P). Ein Befürchtungssatz ist wohl überall anzunehmen bei HT|iTOTe + Conj., auch wenn kein verb. timendi dabei steht: so Teb. 44, 22 (114^); 58,28 (m*). Vgl. Bd. II I S. 237.
10 IV. Endlich gehören zu den Substantivsätzen die abhängigen
Fragesätze aller Art (Kühner-Gerth II S. 349, 7), da sie das Objekt des regierenden Haupt verbs bilden, gleichviel ob es Wort- oder Satz- fragen sind.
I. Die pronominalen Formen der Wortfragen sind Bd. II i
IS S. 78 f. zusammengestellt :
In indirekten Fragen überwiegen die direkten Fragepronomina {t{s, ttoTos, ttoctos, ttoO, ttcos, ttöts usw.) bei weitem, indirekte (65x15, ÖTTou, 6iT6cro5, oirÖTepos) sind selten. Häufig treten Relativpronomina ein (05, cb5, oio5, 6ao5, fiXiKC5) teils in Verbindung mit direkten Formen,
20 teils allein.
Nachträge: a) Direkte Frageproncmina : Zen. pap. 59107,6 oux opw, TrcÖ5 5uvdpE6a Kaeripievots T015 vcnjTai5 (pap. -T015) T0Ü5 iJiiaOou5 5id TravTÖs 5i56vai (257a); 59155, 7 ypä4;ov, irÖTe 5üvaCTat OepijEiv töv aiTOv (256»); 59160, 5 £005 ocv £l5w, TToO yfi5 d\i.x (255*1); 59273,5 ypdvfov poi, ttcÖ5 olKOVÖia-qKas (251»).
25 SB 7165, 6 Ypä^Jov oöv fiplv, Tis f\v 6 TeTay|jiEvo5 (231^). Bad. 48, 12 dvTiypävfos Td irepi ae, Tiva ecttiv (126^) a).
b) Indirektes Pronomen: Zen. pap. 59016, 6 ypd4;ov Se (aci, öirou (wohin) 5£riaEi t6 KEpudriov dirooTETAat (259*). PSI IV 346, 6 öirco5 oöp ttote aoi 9aiv£Tai KOÄcbs EXEiv, EiriaTEiAöv uoi (255a).
30 c) Relativpronomina: Zen. pap. 59036, 15 EiTiaTEiAa5 riPiv, 005 ßouAEi
yEVEaöai ; dagegen 2 EiBriacv, -iTCÖs ßoüXETai oiKovoiJifiaat (257a) ; 59149, 5 [SoOvai] Aöyov ouoaavTa ev tcoi SapaTrieicoi, cbs (wie teuer) TrEirpoTai (256^); 59150. 11 KaAcÖ5 av TTOi'naai5 ypd4/a5, irap' oö KOiAioütiEÖa (256^); 59237,9 Triv Tipf^v öbi 6£i diroSoOvai, ypdvj/on poi (254 — 53*^). PSI IV 330, 5 iva drToScö aoi Aöyov
35 TTEpl dTrdvrrcov, 0)5 EKOOTa ex^i (258 — 57^); 372, 19 ypdvfas TTEpi toOtcov, C05 go\ 5oKEi (250 — 49'').
Anmerkung 5. Bei der Bd. II i S. 80, 4 erwähnten Verbindung eines direkten Fragepronomens mit dem Artikel Par. 35 = UPZ 6, 29 iruvöavoiiEvcov 5' f)pcov, Toü t(vo5 X°P'v EiTiaav eisttettopeuijievoi (163*) denkt H. Frisk, Gno-
I) Da EÜAaßoOnai (Bd. II 2 S. 307,34) im Hellenistischen = fürchten ist, darf man auch E0AaßcÖ5 exco in diesem Sinn verstehen. Vgl. H. Ljungvik, Zur Sprache der apokryph. Apostelgesch. 85.
a) Auch Par. 44 = UPZ 68, 3 in der stark gelockerten Satzfügung Tds uew (5paxud5), 05 5£5cüKa5 ÜETEvriOi, ti keAeueis iTEpi toütcov, drröaTiAöv poi ettiotöAiov EXCOvra (sie) noAuÖEÜKTiv ist der Fragesatz ti k. von drröaTiAov ETTtaTÖAiov ab- hängig (152^).
§ 155- Abhängige Fragesätze. 53
mon V (1929) p. 37 an eine Nebenbildung ötis zu 65x15 mit Ersatz des Relativs durch den Artikel. Doch ist die Ausdrucksform nicht ganz unerhört und bei Kühner-Gerth I 625 f. für direkte und indirekte Fragen belegt. Zu toö- TIV05 == 0ÖTIV05 fehlen in den Papyri die Parallelen.
2. Indirekte Satzfragen werden am häufigsten eingeleitet 5 durch eI (manchmal fj geschrieben), selten Idv (Kühner-Gerth II S. 533, 14). Sie stehen abhängig von den Verben: fragen, untersuchen, wissen, nicht wissen, in Sorge sein, mitteilen, entscheiden, schreiben, be- richten u. ä. Bei el wird der Modus der direkten Frage (meist Indikativ aller Zeiten) beibehalten; auf ein Nebentempus folgt auch der Optat. 10 obliq. Die Negation ist teils oO, teils \xt\ (Bd. II 2 S. 546,.;; 551,13).
a) el c. indic:
Hib. 72, 15 BTTTipcÖTa, el Orrdpxei Iv tcoi lepcöt r\ a9poyi5 (241*). Par. 15, 34 f)pcÖTTiaev töv 'Eptiiav, ei Tiva doröSei^iv TrapocKeiTai (transit. = bei- zubringen habe) (120^). Zen. pap. 59084, 5 epcoTcov, ei Ti aot yeypa9ev; 59097, 5 15 jriTfiaai, ei ttou eaTiv; 59096,2 KaAcÖ5 dv ■TTOiriaai5 ypd4^a5 up[Ö5 f]pä5 irepl 'AttoAXcov](ou, el irap' r\\x\v dyei tt^v eopTriv (alle 257») ; 59240, 8 koäcös dv TTOiriaai5 ypdvj^as fiplv -rrepl aOrcöv, el TTposTTeirrcbKaaiv Kai d-frearaAuevoi elalv Kai T(va olKovoiJiiav Trposayf)yoxa5 (253^) ; 59247, 6 ypdvf ov 5e \io\ Kai irepl tcov aKa9Eicov, ei Kexomaai aürd (252'^); 59044,5 koAcös Troifio-ei5 eiTiaKevfduevos, el 9alveTat 20 OTToBoövai (257a). Hai. 8, 6 Trposdyoye auTÖv, öttcos eTrioKevfconai Kai auTÖ5, el \xr] BuvaTai tt^v xp^ictv TrapexeaOat (232^). Petr. II 12 (i) = W. Chr. 449, 9 em- aKevj^duevos, el eortv ToOra 0UTC05 exovTa (242^). PSI VI 614, 16 iruvödveTai, ei Ti fiKEt ypdiina (III*). Lond. I nr. 34 = UPZ 37, 16 et ti elAri9aaiv ev Tcöt 16 (eTei), dvevevKEiv (161»). UPZ 126 = Par. 65, 5 eSriAous 5iaaa9fiCTa{ aoi, 25 el (Td AlyuTrria CTuvaAAdy^ara) CnToypd90VTat (146 — 135^). Teb. 8 — W. Chr. 2, 9 5iaaa9fi(aai), el pi£TeiAri9ev mitteilen, ob er erhalten hat! (c. 201*). Tor. I 6, 15 dyvooüvTCOv tcov dvTiSiKcov, ei Tiva ouvTraiypiöv TroielTat ob er nur Scherz treibe (iiö**). Teb. 61 (b) 218 = 72, 146 T0Ü5 ßaaiAiKOÜ5 ypaiipaTeis ttjv irposayyeAeTaav dTTÖ aTTopinou 6eivai iv auyKpiaei, el aürfi dvTavatpeTea, 30 dAArj 5e dirö ÜTroAöyou dvTavaipeöelaa dTroKccraCTTaTea (118 — 113*). Oxy. (IV) 743 = Witk. ep. pr.2 71, 22 SiaTrovoütJiat (bin in Sorge), el xctAKoOs OTTÖAeaev (sie) (2").
b) el c. optat. obliq. nach einem historischen Tempus: Belege Bd. II I S. 294. 35
Anmerkung 6. Da nicht selten r\ für el geschrieben wird (Bd. I S. 77), ist die Frage schwierig, ob in Doppelfragen die altepische und bei den attischen Tragikern unleugbare Form fi — fj (statt irÖTepov — rj oder el — f\) in den Papyri anzunehmen oder das erste f[ als el zu fassen ist '). Grenf. II 38 = Witk. ep. pr.2 66, 14 ypd9coiiai ae (solözistisch für ypd9co aoi) -rrepl Tfj5 Aoyea5 (sie), f| 4° AoyeOaco f| [. . .] e (56^). Witkowski schreibt f| Aoyeüaco, Grenf.-Hunt f| AoyeÜCTCo. BGU 1141,6 iva e-rriyvcöaiv TrpÖ5 d eypavf/a, fi (fi?) eoTiv f| oO. Im gleichen Papyrus steht fj in hypothetischem Sinn 27 r) fjv SÖKpua ypd9eiv (wenn
') Daß die Verbindung fi — fi als Doppelfrage sogar in der attischen Prosa vorkommen kann, beweist Xen. An. I 10, 17 eßouAeüovTO, f| (so die meisten guten codd., die schlechten el) auroö peivavres Td aKev;o9Öpa ivToOOa dyotvTO r| oTrloiev. Vgl. Kühner-Gerth II 531 Anm. 9. Vgl. auch Radermacher N. T.^ 34, wo für f^TOi — f\ und fi — f\ spätere sichere Belege angeführt werden, so Pap. Oxy. 112, 5.
54 Substantivsäfze. § 155.
Tränen ein Brief wären), fragend 31 fi ti (= ei ti) \xkv ö ctüvSouAos ccutov 5uvTia£Tai ouarfiaai, eycb oük eiriaTapiai, 48 fipcoTcov öeÄcov eiriyvcovat, f\ Kai ö luoTos auviaTopEi (14*). Bad. 15, 11 5iaaä9r)aov 5e \io\ Kai, x] tiEpiaOcoKas tcoi 0£o5ÖTCOi, KaOÖTTEp £y£ypa9r)KTiv ctoi Kai iTEpi toö Ieveivetou Se KAfjpou, f) \ie- 5 pfaScoKas ö^oicos (I^). Hier scheint keine Doppelfrage vorzuliegen, sondern das Fragewort f) = Ei wird noch einmal aufgenommen ohne Disjunktion. Bilabel schreibt fj — f\.
3. Abhängige dubitative (deliberative) Fragen (Wort- oder Satzfragen) stehen wie die .selbständigen i) im Konjunktiv (vgl. Bd. II i 10 S. 235 III mit Belegen). Zur Ergänzung:
a) Wortfragen:
PSI VII 868,9 ypä4;ov ouv \xo\, ttcös tt^v TEiptf^v Kopifacopiai, ottcos dvT- ayopöcCTCO (III^). Zen. pap. 59049, 7 [oO yap exoJuev, d»! uvriaöcopEv ETEpcoi TTEpl Tcöv toioOtcov (257a); 59147,13 ypcti^/ov fi^iv, ttcö? iTOicötJiEv (256a); 59343,5
15 ypäv4;ov fiiaiv, Tiva oiKOvopifav iroiriariTai 6 ÜEToaTpis (247^); 59427,5 ypä^^ov, tIvi tö äpyvpiov SiaypdvfcopEv Kai tov cteTtov äixoScöiJEv ; 59455,7 auvETriaKEij/Ei, TTCos ^cöpiEv; 59489,8 aüvra^ov, tivi Sw Kai t6 privurpov ttöOev Aäßco (III^). Mich. Zen. 13, 4 ypödi/ov Se Kai, ttote ÜTroSEXobpiEOa 'AttoäAcoviov (2573). SB 601 1 (Ostrakcn) 3 eiSe (— ISe), ttws SuvrjOfi? KaTaßfivai (I»).
2o Anmerkung 7. Statt des Konjunktivs in abhängigen dubitativen Frage-
sätzen hat das spätere Griechisch nicht selten den Infinitiv (was tun = was soll ich tun). Vgl. Kühner-Gerth II S. 23 Anmerk. i, wo als Beleg angeführt wird loseph. antiq. i. 15, 45 fj^iou ßouAEÜEaOai, ti ttoieTv. Das einzige Beispiel in den ptol. Pap. bietet PSI IV 368, 26 f^cos auvTctaarns, ti TTOif^aai (schwerlich ti ttoi-
25 fjaai = etwas zu tun) (251*). Spätere Belege gibt Vogeser Heiligenlegenden 37 f. und Radermacher N. T.^ 181: z. B. I. Petr. 5, 8 6 dinrlSiKOS upicov TTEptTTOtTEl 311- Tcöv, Tiva KaTaTTiEiv (wozu Blaß-Debrunner^ § 368); Callinicus vita Hypat. 57, 12 jTiTcOvTES, TTCÖ EÜpElv ; II 3, II TI Troifjaai, oÜK f^v. Visio prima des Salos (§ 29 Janning, Acta SS. Maii It. VI) priTE KaAuliiia Sxcov fi ttoü tt^v KE9aÄfiv kATvoi
30 und \ir\ EupiCTKCov, iroö CTCoOfjvai. Usener, d. hlg. Theod. 145. Ljungvik, Zur Sprache der apokryph. Apostelgesch. 40.
b) Dubitative Satzfragen haben eI c. conj.-):
Zen. pap. 59043,4 [koAcos irotriCTEis] ypd4;as Tipiiv, eI 5i5cÖTai aOrois ob ihnen gegeben werden soll (2578^); analog, aber nicht ganz sicher 59161,3/4 iva
35 ypdvfTji Trpös ae, [ei] -rrposayopdarii aot ob er dir dazu kaufen soll (255*). SB 6798, 23 KaAcös ocv TTOiTiaais ypd^^as poi, ttööev te 5eI ccütcoi AaßövTa TTposeElvai Kai El auvaTToaTEiAcotJEV ZTÜpaKa und ebenso verso 36 in der kurzen Inhaltsangabe des Briefes Zcöctou (den S. betreffend — Brief von S.), eI auvaTTOCTTEiArii Ztu- pocKa (256a). Zen. pap. 59416,4 KaAoos TrotriaEis ypdvfag \xo\, eI ixapayEvcoiaai ;
40 59446, 10 ypd4;ov, ei dTTOOTEiAcoiJLEV (III^). Mich. Zen. 13, 2 ypd^/ov, eI TEaaapaKOv- TanvaTa yEvriTai 5üo OTpcbiJcn-a fi TaAavriETov ttoicöuev (257»); 74, 16 ypdi4;ov, ei AdßcopEV (IUI).
•) Der einzige Conj. dubitat. im Hauptsatz scheint zu stehen UPZ 63 = Par. SS*»", 4 TTÖÖEV jriacopLEv; (158»).
») Vgl. Xen. Cyr. VIII 4, 16 TÖ EKTrcbiiOTa oük oI5' ei XpuadvTa 5co. He- rodot I 53 eueteAAeto ö KpoiCTOS EitEipcoTäv Td xP^crrripia, ei aTpaTEur)Tai ettI Tlipaas KpoiCTOS xai ei Tiva OTpaTÖv dv5pcöv irposOEOiTO (piAov. Kühner-Gerth I § 394 S. 221, 6.
§ 156. Adjektivsätze in Kurzform. 55
4. Nebensätze einer fragenden Handlung.
Manche Fragen hängen nicht unmittelbar von einem Verbum des Fragens oder Überlegens ab, sondern von einem Verbum, das irgendeine Handlung ausdrückt. Als Vermittlung ist ein Gedanke wie ,,um zu sehen, zu erfahren" u. dgl. zu ergänzen. Der Gebrauch ist seit Homer nicht selten (Kühner-Gerth II S. 534 Anm. 16). Nach einem Haupttempus steht ectv c. conj., nach einem historischen Tempus ei c. opt.:
a) säv: Rev. L. 19, 7 6 5' eiri xfis Sioiktictecos Terayuevos eiriaKe^^änevos (stellt eine Prüfung an, um die Frage zu lösen), eav f\\ TTEpiyivötJiEvov Ti ek tcüv oAAcov cbvcöv, Kocrccxcopiaocroo (259a) •).
b) Ei: Theb. Bk. XII 12 uiTESEi^auEV TaÜTrjv tt^v covfiv, £i ttcos (um zu sehen, ob wohl) 5uvaivTO irpogETTiSE^aaOai Tt (II'*^-
Über zweifelnde Fragen mit phittote + Indik. bei Verben der Furcht s. Bd. II I S. 239 Anm. 3 und Bd. II 2 S. 549,37.
IL ADJEKTIVSÄTZE ^^). is
§ 156. Kurz- und Vollform der Adjektivsätze. I. Kurzform.
Im Grunde genommen kann jedes attributive Adjektiv, das einen substantivischen Begriff näher bestimmt, als- verkürzter Adjektiv- satz betrachtet werden, für den ein Relativsatz mit ös, ösris usw. ein- 20 treten könnte. Dasselbe gilt von jedem einen Bestimmungssatz ver- tretenden Participium coniunctum, nur daß die partizipiale Ver- kürzung in der Regel nicht als Attribut, sondern als Apposition ver- standen ist, d. h. als gleichgeordneter substantivartiger Zusatz. Ge- wöhnlich bietet die partizipiale Form vor der nominalen den Vorteil, daß ^s dem Partizipium eine weitere nur an ein Verbum anschließbare Be- stimmung beigefügt werden kann oder daß durch sie eine für den Sinn wertvolle Aktionsart zum Ausdruck gebracht wird.
Belege für attributive Adjektiva unter dem Gesichtspunkt der verschiedenen Stellungsmöglichkeiten sind angeführt Bd. II 2 S. 52 ff. ; 30 für die einen Relativsatz vertretenden Partizipien in attributiver Stellung ebenda S. 55 ff. Von erweiterten adjektivischen und partizipialen Attri- buten handelt Bd. II 2 § 65.
a) Rein attributive Funktion als Bezeichnung einer wesentlichen, dem Substantiv inhärierenden Eigenschaft ohne Nebenbeziehung auf das Prädikat hat 35 das Partizip in verhältnismäßig seltenen Fällen, so namentlich wenn es einem
') Eav t\\ TTEpiy. könnte freilich auch Bedingungssatz sein und ETrioxeyäpEVOS absolut stehen.
») Kühner-Gerth II § 547,5. 6 5.348!; § 554 S. 399 ff.
'56 Adjektivsätze. § 156.
adjektivischen Attribut beigeordnet und durch Kai angeschlossen wird: z. B. Hib. 27, ig TTÖcvu avT\p CT096S Kai fiticöv xp^'ct^ ex^ov ein sehr weiser und mir be- freundeter Mann (301 — 240a). Zen. pap. 59225,2 NiKdvBpcoi Kai MupiKcovTi iTTirog eorlv peAas, Trapa-rrpripaTa peydAa excov (mit Sägebeinen) Kai eir' o06ev dXAo s xpilcriPOS "V (253a); 59328.20 alyas ev yaorpl exoOaa? (trächtig) (249*). PSI IV 365,4 TÖ eis TTlv TTÄivöov KÖTEpyov yeivötJievov (= ,,im Betrag von" statt des gewöhnhchen ö yivExai) cbs eis (5paxpds) Ti (251*); 392, 11 eain ouK crrrearpEtJipEvos avöpcoirov äveyKÄriTÖv aoi yeyevrinevov (242 — 241»); 433,2 Tcc TTap' epiol övf i|ia övra (sc. OKÖpSa) ÜTräp^et eis «purelav (261^). Petr. III 6
10 (a) 26 KcrraAtiiirävco Triv ev 'AXe^avSpeiat oiKiav noi UTrdpxouaav (237*) u. ä.
Anmerkung i. Statt ös KaÄeiTai, iTTiKaAelTai steht gewöhnlich ö KaAoü-
pie vos, eTTiKaXoütJievos, wofür Belege Bd. II 2 S. 53,12. Die Vollform Hib. 27, 25 ek
Toö öApou Toü AiOivou ös EKaAelTO 'EAArivicrrl yvcopcov, 85 T7potJiri6ecos. ov
KaAoOaiv 'l90Tpiiv (301 — z^o'^). Petr. III 7, 15 6s Kai Supiorl Mcovoöäs [KaAeiTai]
IS (237^). Beispiele von Doppelnamen, -Daten und -Titeln, im Nominativ regel- mäßig nach der Formel os Kai 'AttoAAcövios (sc. KaAeiTai), in den cas. obl. TOÖ (Tcöt) Kai ÜToAeiiaiou (-coi) sc. KaAouuevou (-vcoi) s. Band I S. 310 ff. und Band II i S. 60 ff. Ausnahmsweise und nicht vor dem I. Jahrh. v. Chr. auch im Nominativ 6 Kai TlToAepiaios (sc. KaAoüiievos): so Teb. iio, i rFeTeaoOxos ö Kai
20 neTeüpi{o}s (92 oder 59^). Lefebvre, Le demier decret des Lagides (Melanges Holleaux 191 3) rTToAenaios 6 Kai Kaiaap (c. 30^). Zur alten umständlichen Doppel- namigkeit c&i Kai AiyÜTrTiov ovoiaä eaTiv vgl. Bd. II 2 S. 113,10.
Doppelberuf und sonstige Doppelbezeichnungen erscheinen in der relativischen Form: SB 6313 auf der Außenseite einer demotischen Urkunde
25 fiTTtiTTis ÖS Kai ye(copyös) (222^).
In den stereotypen attributiven Ortsangaben nach dem Schema ev Tfii olKiai Tr)\ ouarj! ev töttcoi tivi (worüber Bd. II i S. 347) tritt nur vereinzelt die Vollform ein, wie Petr. III 21 (g) 16 Tfis Aeyopevris oiKias f| eoTiv ev KpoKoSiAcov TTÖAet (Ilia).
30 Die Zugehörigkeit zu einer Klasse oder Kategorie wird gewöhnlich durch
den bloßen Genit. partit. bezeichnet (vgl. Bd. II 2 S. 123,48), manchmal aber auch durch einen partizipialen Ausdruck, wie Lond. nr. 23 = UPZ 14, 7 PAauKiou övtos Tcov auyyeviKcov KaTOiKCOv (158!^). Daneben die Vollform 'EppoKpÖTOv;, 6s f\v Tcov AioSÖTOU TTejcöv SB 4638, 4 (147 oder 136*).
35 b) In der Regel hat das Partizipium appositionellen Charakter und
enthält eine nähere Bestimmung, die auch durch eine substantivische Apposition ausgedrückt werden könnte. Oft erscheint das Partizipium daher geradezu ent- behrlich :
Par. 26 = UPZ 42, 27 ö 5e irävTCOv ävOpcb-TTCov dyvcoiiovecrraTos üirdpxcov
40 (er aber, der hartherzigste von allen Menschen) f\\xiv pev UTTeaxeTO, toö 5e Yiv- Taeous uioö \03pxaQivT0z oüketi ouSeva Aöyov eiroiriaaTO (162») — kausale Auf- fassung nicht ausgeschlossen. PSI IV 336, 5. 13 'Ovv6b9p£i Kai 9eo9iAcoi ktittou- pols oüai ; 440, I Zrivcovt xccipeiv ol lEpöSouAoi tt^s BoußaoTiou (?) övtes aiAou- popooKoi (Illä); V 520,4 ZTpdrayos 6 tt^v eiricrToAriv aot dTToSiSoös cov r^Tv
4S ev yvcbaei (ein Bekannter von uns) (250^). Zen. pap. 59296, 12 eis toüs e^ OiAa- 5EA9Eiai TETay^evous etti töji SeancoTripicoi övTas (Gefängnisaufseher) (250a). PSI IV 419, 3 Iva \xr\ TrapairoAcöiJieöa ^evoi ovtes (als Fremdlinge) (HI"). Nicht ohne Humor Par. 40 = UPZ 12, 40 ußpijdv (sie) pie Kai 'laaaTiKOUv (= epaoriyouv) wvTiAdrat (= övriAdTai) ovTes (als Eselstreiber) (158a). Teb. 33, 3 AeÜKios Mep-
50 mos 'Pooiialos ev pijovi d^icbnaTi Kai TiiJifit Keipievos (ein hochangesehener, in Ehren stehender Mann) (112^); ebenda 5,214 oaoi (= alle, vgl. Band II i S. 345) 6ä 'EAArjvES ovtes ouyypa9ÖpEvoi (alle, die als Hellenen Verträge schließen) kot' AtyuTTTia ovvaAAdyptOTa uttexeiv (= üiTExeTcoaav) tö SiKaiov errl tcov AaoKpiTcöv
§ 156. Adjektivsätze in Vollform. 57
(n8 — 117a). PSI VI 667,4 C(i Aomai -iraiSioKai dSiKeöTcrat (sie) (als beleidigt) avoxcopoÜCTiv (III*). Lond. 24 recto = UPZ 2, 2 Trapoc 'Apudiog tcöv ev tgoi jieyäAcoi SapaiTieicoi ovtcov sv KOTOxfii, BiajcövTOS (pap. -Ta) 5e Kai ä9' (2)v sTraiTcö (163»). Par. 37 — UPZ 5, 2 Trapä ffTOÄEiiaiou toö PAauKiou MoKeSövos ovros ev tcöi \xb- yöAcüi Zapormeicoi ev Kcnroxfii cöv (statt ovros) eTH 5eKa, ouk e^eXriAuScbs (statt -6ÖTOs) s t6 TTaCTT096piov ecos Tfis armepov (163*). Teb. 42, 2 Trapd Mappeous iepecos, ovros 5e Kol ßaaiAiKoö yecopyoö (114*) usw.
Besonders häufig schließen sich in appositionellem Sinne Partizipien wie äyovTa, Ixovto, KopijovTa, <pepovTa u. ä. den Verben des Schickens an: Zen. pap. 59030, 2 direaTäAKatJiev dyovxa Kottjv töv tralSa (258*); 10 59076, 3 dtTECTTaAKd aoi dyovra Aiveiav eüvoöxov iva Kai iraiBdpia (257*). Hib. 54,2. 12 dTTÖoreiAov töv oüAtittiv exovxa toüs Opuyious aüAoüs (245*); 59, 6 (nach 245»). PSI V 524, 6 (241*). Par. 44 = UPZ 68, 4 öttöcttiAöv iJioi eiTtaTÖAiov Ixcovxa (sie) TToAuSEÜKriv (152*). Zen. pap. 59053, 15 d9£aTdAKa|jiev (sie) 5e coi TTiv ypa^fivTTdvTcov "EptJicova KouijovTa (257^); 59099,2 (257») ; 59287, 2 is (251a). PSI IV 387, 3 (Illa); 439, 2 (244— 43a); V 517, I (251a). Zen. pap. 59131. 2 [dTTEOToAKd aoi] 9EpovTa 'ApioTavSpov (256a). PSI VI 572, 2 drreaTaAKd aot 'Appiüaiv 9EpovTa toüs X'^P'^°'5 (-5'^^) usw.
Auch der finale Gebrauch des Partie, fut. (vgl. Band II i S. 220) im An- schluß an transitive Verba (namentlich der Bewegung) ist wohl nicht adverbial, 20 sondern appositionell zu erklären: SB 7176,9 dTTEaTdAKapev 'AoKAirmdSriv Kai 1e\iQia 5ia6riCTOii£vous (als solche die . . .) Kai auvavayKdoovTas toüs cjvvte- TccyiJievous (247 — 46a). Leid. B = UPZ 20, 48 töv AriuriTptov irposSE^aaOat
ETTlTEAoÖVTa TOÜS XP^IUOCTICTUOÜS (162a). Lond. 21 = UPZ 24,9 aUVEOTTlod CTOl
TÖV VECOTEpöv ^ou d5£A9Öv TrpayiiaTEUCTÖpEvov TaÖTa als den, der diese Ange- 25 legenheit besorgen soll (162a) usw.
II. Die Vollsatzform der Adjektivsätze wird eingeleitet durch Relativpronomina aller Art, wie ös, f\, ö; ostis, fjTis, öti; oIos, öaos, oü, Ö0EV usw. Der Gebrauch ist sehr häufig und unterscheidet sich nicht wesentlich von dem der klassischen Sprache. 3°
1. Über den Unterschied von 65 und östis, öctos — öiröaos, oü — oirou usw. und gelegentliche Vertauschung beider Klassen s. Bd. II i S. 76 f. Bei ösTis und 6s mag in manchen Fällen die Rücksicht auf den Hiatus mitgewirkt haben: so Leid. U = UPZ 81 col. 5, 4 KOTavcofiaai (sie) OuyoTepa, fiTis fjv KaAAiarri (geschr. 11»). Ähnlich Heberdey-Kalinka, 35 Reisen im südwestlichen Kleinasien III 53 t^tis f\v htjttip (IP). Ebenso P. Oxy. I 110,3 «Opiov fiTis ecttIv Te (IP). Vielleicht lonismus? Vgl. H. Stein zuHdt.IV8,4. Radermacher N. T.2 75. 226. K. Die- terich Untersuch. 199. R. Meister, Ztsch. f. öst. Gymn. 61, 597.
2. ÖS ye unmittelbar verbunden im Sinne von qui quidem (der ja) 40 [vgl. Kühner-Gerth II S. 176 a] scheint in den ptol. Papyri nirgends vorzukommen ^) ; dagegen begegnet ye in einem Relativsatz mit Be- ziehung auf ein determiniertes Demonstrativpronomen Eleph. 11, 7 cüv 5' dv Tipd^T^is y'oiK[oe£v, irapd Crönert]ypavfE (sie) [Wilcken am Original] f]\xiv
') Kausale Relativsätze werden einfach durch ös eingeleitet, wie Zen. pap. 59140, 14 ÖS Kai TCÖV TTapd aoO aTpartcoTÖov oü TTe9£ia6ai (= -crrai) (256a),
58 Adjektivsätze. § 156.
UTTÖ xeipa ')' W3^ Crönert (Lit. Zentralblatt 1908, 270) übersetzt: von welchen du aber die Schuld aus ihrem Vermögen eingefordert hast, schreib uns sogleich (223-22^).
3. Über ösirep, teils in identifizierendem Sinn, teils mit Hinweis s auf bekannte Vorgänge s. Bd. II i S. 77; dazu PSI III 173, 5 ccvtittoi-
oüpevos Toö urrdp^avTÖs \io\ KAripou, oü-rrep (von dem ich ja, doch, be- kanntlich) dcTTÖ Tcöv Tfis dvaAriyecos xpövcov eisiJiETpco Ta eis t6 ßaaiXiKÖv Kcxöfi- KovT« (11^). Vielleicht ist ogrrep in den cas. obl. manchmal hiatustilgend. Zu Kaedirep (neben Kaöa, KoeöTt, KaOcös) s. Bd. I S. 485 und 10 Bd. II 2 S. 440,1. Über cbs '-^waTrsp und 5$ te in der Verbindung 0(9' oö T£ vgl. die Partikeln § 164 unter -irep (S. 153,20) und te (S. 155,40).
4. Von 5 ECTTiv, 6 (oc) yivEToi ist die Rede Bd. II i S. 77; ebenda von relativer Anknüpfung in demonstrativer Bedeutung und von Relativsätzen mit 6s, oaos av, die einen Bedingungssatz vertreten.
X5 Anmerkung 2. An die Stelle eines adjektivischen Relativs mit Präpositionen
treten wie schon in klassischer Zeit (Kühner-Gerth II S. 401 Anm. 3) nicht selten adverbiale Relativa mit lokaler Bedeutung wie oö, oOev usw.: Zen. pap. 59169, 3 t6v TÖTTOV, oö (statt ev cJbi) iJieÄAotJiev [dvocöeivai tous dvSptdvxas?] (IH^)- PSI IV 396, 8 ETTi Tqs irpoordSos, oö olvos KeiTai \iOV (241 — 40»). Par. 34 = UPZ
20 120, II kv Tcöt TTpcoTdpxou KOCTCcAünom, oö (nicht Genitiv) Oupoupel (DÄuaaifjs (II*). Par. 37 = UPZ 5, 9 EIS TÖ 'AorapTiElov, oö Kai ev Kcrroxfii eiiii; ebenso Par. 35 = UPZ 6, 8 (163a). Par. 41 = UPZ 13, 11 (c. 160») usw.
PSI IV 380,5 EV Tfit KaAdurjt, ö6ev fiaav fip^evai al 6fiKai (249 — 48»); VI 554,21 uxrdpxeiv toTs ttoAAoTs i5ious diaTreAcovas, 60ev {— a<^' üiv) eIxov otep-
25 cpuAa (Trester) (259 — 58») ; IV428, 27 oivou ßavcoTiov, 60£v dTTOTapiieuöiJiEea, 29 oTvou eirixcopiou KEp(dniov) a oivou, 69ev dTroxpcö|jiE0a (III*^) usw.
Ebenso ist manchmal ein demonstrativer Lokalbegriff vor dem Relativ zu ergänzen: Hib. 49,2 iropEUÖTiTi (dahin), oö dv dKOu[CTriis övra?] Auaitiocxov (nach 257a).
30 5. Die Modi in Relativsätzen werden abgehandelt Bd. II i
S. 261 ff. Zu den fast nur in spätptol. Zeit S. 263 belegten Beispielen von ÖS Edv (statt ös dv) sind weiterhin nachzutragen:
a) mit Conj. praes.:
III^: Lille 60,7 r\ öaat eöv cljai ev twi TTpcoTCOi dyyEAtiaTt (HI*).
3s I*: BGU II 15, 22 öadKis edv Serit, 28 koO' ÖEdv irapapaivr) ; 11 16, 28 6 Idv
69EiAri; 1117,2801a edv f); 38 e^ oö Edv aipfiTai (alle 13*); 1120,27 öadKis tdv Serii (la); 1121, 22 & 5' edv KaTaAapißdvcoCTi, 38 oö edv alpfiTai (5^) ; 1129, 22 6ti Edv öeArii, 24 oti edv ßoöAriTai, 25 oOs edv öeAt) (I^); 1133,18 oö edv aipfiTai (19*); 1142,21 (25a). PSI X 1098, 13 fiTis Edv [yiJvriTai, 24 oö idv 'Apiorcov
40 ovvrdaariTat (51^); 1099,9 oö edv cnjvTdaariis, 15 e^ oö edv a<i>pfii (6*).
b) mit Conj. aor.:
I»: BGU 1115, 37 Ö3V Idv eTTEVEyKri ttiotecov; 1116,28 a edv nf] irapaScöi, 30 cibv Edv ETTEVEVKri; 1117,34. 40; 1133,16 ö Edv evo9iAriacoaiv (alle 13*); 1156,27 oIs Idv T-posxpTlCTCOvrat (15^). PSI X 1099, 13 f]S edv iif) drroScöuEV (6»).
^) Rubensohns Auffassung von Oiröxeipa = Abschriften ist abzulehnen. Vgl. auch Bd. II 2 S. 515,4.
§ 157- Adverbialsätze im Infinitiv. 59
c) unsicher, ob Conj. aor. oder praes.:
BGU VI 1465 (Ostrak.) 2 eupievcö iv oIs 'Ovvc69pi5 Kai Mpoürri? r\äv (über der Linie) SiOKpivcoaiv (frühptol.).
Ein Relativsatz mit bloßem Conj. aor. ohne äv (Bd. II i S. 265): BGU 1125, 10 [yvcopi ?]ncov d)v Korroc koivöv eAcopieöa (19''). 5
In konsekutiven Relativsätzen, die regelmäßig mit dem Indic. praes., manchmal auch fut. verbunden werden, begegnet zuweilen nach Analogie von cSaxe der Infinitiv, wovon gehandelt wird Bd. II i S. 267 Anm.
Vielleicht liegt konsekutive Vorstellung auch zugrunde in folgenden Fällen: 10 Vat. C = UPZ 51, 8 auvETO^as dTToSoOvai, ö6ev (weshalb, so daß) Kai ypöyai MevvIStiv YtvTafiTi äiroSoüvat (161^). Par. 63 col. IX = UPZ 144, 35 Tf[<; TrorpiKfis oiKias äpSrjv dvaT8Tpa|j^£vris, 5i' äs aiTias doxriiicovoövTa (sie) (sc. ijie) irpos- SeiCTÖai Tfis TTap' eTEpcov ETreiKOupEias (164^). Wilamowitz vermutet (Wilcken zu UPZ I 628) den Ausfall eines Verbums wie auvEßr) laoi. Vgl. auch Teb. 50, 20 15 TTapaÄapcbv oi te Kai tous TTpEaßuTEpous twv yEcopycov ETTEÖEi^a tö te ßAdßri Kai TÖv u5paycoyöv auvKEXcoansvov, Ü9' (5)v (sc. twv TrpeaßuTEpcov) Kptöfivai mit der Folge, daß entschieden wurde (112^). Denkbar die Hereinziehung der Orat. obl. in den Relativsatz. Vgl. S. 109,37.
6. Was die Konkurrenz der Kurz- und Vollsatzform der Adjektiv- 20 Sätze betrifft, so kann, ohne auf eine spezialisierte Statistik einzugehen, konstatiert werden, daß noch im III. Jahrh. v. Chr. beide Formen ziemlich gleich häufig nebeneinander hergehen, während in den folgenden Jahrhunderten die partizipiale Kurzform immer mehr überwiegt.
Kasusattraktion und Modusassimilation im Relativsatz 25 werden imter dem Abschnitt : Grenzverschiebungen zwischen regierenden und abhängigen Sätzen (§ 160 f.) behandelt.
III. ADVERBIALSÄTZE. § 157. Verkürzte Adverbialsätze.
I. Infinitivkonstruktionen mit Artikel. 30
In der Literatur treten zuerst bei Polybios die Formeln o:^a töoi (zeitlich), irpos t6 (final) c. inf. auf und ersetzen Sätze mit öte, cbs, Iva usw. In den ptol. Papyri nimmt die Zahl solcher Infinitivkonstruktionen mit Artikel und Präpositionen an Stelle von Temporal-, Kausal- und Finalsätzen einen noch erheblich weiteren Umfang an. Ja es hat zeit- 3s weilig den Anschein, als ob in der früheren Kotvri die konjunktionale Form der Satzsubordination geradezu ersetzt werden sollte durch die nominal-präpositionale mit substantivierten Infinitiven. Trotzdem ist der schon im N.T. spärlicher gebrauchte Infinitiv (Blaß-Debrunner*^ § 401 — 404) mit der Zeit verschwunden und damit dieser Entwicklung •.<> zur Nominalisierung des Satzbaues der Weg abgeschnitten worden.
60 Adverbialsätze, § 157.
Über die Umschreibung aller Arten von Nebensätzen durch den artikulierten Inf. mit oder ohne Präpositionen vgl. Band II i S. 320 ff. ; über das Verhältnis der Infinitiv-Strukturen zu den Konjunktional- sätzen ebenda S. 334.
5 Ergänzende Nachträge:
a) Temporalsätze:
1. ecos Toü c. inf. aor. :
Zen. pap. 59187, 6 UTrepEÖepeOa (schoben es auf) icog toü aoi ypä>fai (255*); 59269, 12 i. T. ccTToSoüvat (c. 250»). SB 7165, 10 e. t. irapoc aoO ti 7rpos9COVTi- 10 öfjvai (231'*).
2. HETOC TÖ c. inf. aor.:
SB 7245, 9 \x. T. TÖv 'ATToAAöScopov TeXevrrfjaai {221*). Lille I 53, 19 ypöc- yai ; ebenso Goodsp. 3, 3 (beide III^). PSI 444 = Edg. 70, i EKirAeGaai (III*).
3. i^expi ToO c. inf. aor.:
IS Giss. bibl. 5, 15 toc yevrnJLOtra KaraaToüfivai (132 — 131*^). SB 7188, 34 diro-
KOtTaaTr)CTaaöai (151*). Teb. 20, 4. 9 pe TrapocyevEaOai (iis"*). BGU 1115, 30 ek- TEiaai = 1116,27; II 17. 31 E^ouSEVT^aai Kai EKTEAEaai kqI EKTEiaai (alle 13*); 1142, 13 dTToSoOvat (25'^); 1156, 15 eKTTÄripcüOrivai, 19 EKTlaai (15**).
4. irpo Toö c. inf. aor.:
=° SB 7202, 70 TTp. T. fiiiäs E-rrißaÄeiv (265 oder 227*). Zen. pap. 59256, i
TTp. T. TÖc irapd ctoö ypänpora Trapayeveaöai (251^).
b) Kausalsätze:
1. 5iä TÖ c. inf.:
a) aor.: Zen. pap. 59120,2 TrpoXaßEiv (256»); 59269,33 \xt\ eäaat (250»).
25 ß) praes. : Zen. pap. 59042, 5 ev ocppcoaTriiiom eivat; 59066, 5 \xerTCcni\x-ne<yQai ;
59073.5 V^^ X°Pny^'^ ZcoiÄov; 59110, 12 pf) aa9cös EiSEvat (alle 257^); 59121,5
iraAaiöv eIvqi aOröv (256») ; 59253,10 ccctxöAous finäs Elvai (252*). SB 6793
(Edg. 87) 9 pTi0Eva pE EXEiv EV Tfji ttöAei (III*).
y) praes. + aor.: Zen. pap. 59044, 24 5ici tö e^ oTkou te önroSriiJiElv Kai eti
30 "irepiKOTrfjvai tö pEÖöSiov Kai töv -rralSa (257*) ; 59029, 2 5iä tö Zrivcova T\\xäs irAa-
vfiaai Kai 5iä tö [AcopiSa dppcocrrfiJaai (erkrankte) Kai pfi Süvaadai ttAeöctoi (258*).
5) perf.: Zen. pap. 59132,3 5. t. TTpoK£X£ipi<76ai oütcüi tt^v yf)V (256»). BGU 1141,39 5. T. irpoEyvcoKEvat ixe (14^).
2. EVEKa TOÜ c. inf. (Ersatz für oTi) :
3S a) praes.: Leid. H = UPZ 108, 23 evekc toö tos vrrrEp aoö ettiteAeIv Euxds
(99a). BGU 1190, 8 tos CTiTapxias dvapTrdjeiv; 1192, 8 Ö9EiAEiv (beide I^).
p) perf.: Lond. I nr. 42 (p. 30) = Witk. ep. pr.^ nr. 35 = UPZ 59, 14 stehen nach driStjonai bei EVEKa toö zuerst 3 parallele Partizipien, erst in 2. Linie Infi- nitive: drjSijoiiai ivEKa toö ek toö toioütou Kaipoö l^auTriv te Kai tö iraiSlov
40 aou SiaKEKußEpvrjKuia Kai ei? -rräv ti EAriAuÖuIa Sid tt^v toö aiTOU Ti^fjv Kai ÖOKOöaa vöy y£ aoö irapccyEvopiEvou TEÜ^Eaöai tivos dvavj^uxns» ^^ ^^ l*^^' EVT£0upfia6ai toö TrapayEVEoOai pTjS' £vßEßAo9£vai eis tt\v ritiETEpav iTEpi- (oTaaiv) (i68a). Wenn Ljungvik, Zur Sprache der apokryphen Apostelgesch. 55 für diese Erscheinung spätere Belege anführt und daraus auf eine Vertauschung
45 von Inf. und Partiz. schließt, so liegt es im obigen Brief näher, die Partizipien nicht unmittelbar von ivEKa toö abhängig zu machen, da sie ja nicht die Ursache des driBijoiiai, sondern nur die logische Voraussetzung zu den folgenden Infinitiven
§ 157- Kurzform im Infinitiv und Partizip. 61
bilden, mit einem Wort ein Anakoluth anzunehmen, das als eine von Augenblick und Stimmung eingegebene unliterarische Satzbildung dem Charakter der ver- ängstigten und besorgten Schreiberin (Isias) ganz angemessen erscheint.
3. ETTi Twt c. inf.:
a) aor. : SB 7172 (Inschr.) 26 eOxaptcTTcöv toTs 6E0T5 ettI tcoi ouvTeAsaat au- 5 TOÜs (dafür, daß sie erfüllt haben) a äTTtiyyeiXavro (217").
ß) perf. : BGU 1138, q e^äpvou aOroö yetvoiaevou etti tcöi \xr\ TTapa5£5coK£vai TÖv riairiav (19^).
4. bloßer Dativ tcoi c. inf.:
Giss. bibl. i, 13 KOTEyvcoKcbs Tcot (voll Verachtung, weil) yuvaiKÖ \xe. Eivai 10 Kol aßori0riTOv (181 — 146*).
5. xctptv TOÖ c. inf.:
a) praes.: Par. 64 = UPZ 149,40 X°P'^ '^'^^ <toü)tous (Wilcken) Kai cos pir)T£ Oecöv lirjTE dvSpcöiTcov 9£i5Ea9ai (11^). SB 7259, 20 x- t- V'^ tiovov toüs etti TTpay^ctTcov TETaypEvoug -rrapEvoxAEiv Kai iTapaAoyEÜEiv tö lEpöv, aXka. Kai etti- 15 XEipEiv Tous lEpEis TrpaaCTEiv (95 — 94*). BGU 1206, 10 ypä9£ ett' axnov X- t- Trapaypd9Ea6ai TTVpoOs (28^).
ß) perf.: Bad. 48, 10 fiycoviaKa x- t- Mapoüav \ikv ccTTECTTaAKEvai ItticttoXtiv, CT£ 5£ \xr\Qiv \io\ yEypa9riK£vat (126*).
c) Finalsätze: 20
1. EIS t6 c. inf.:
a) aor.: Bad. 16,3 hat Wilcken Arch. VII 303 f. gegenüber der Lesung von Bilabel KaAws Trotr|a£T£ auvyEivopiEvoi eIs tcotov (sie) töttgv kv da9aAEiat ÜTrdpxouTo CTuvTTipriOfivai hergestellt k. ir. a. £15 Tcb (=t6) t6v töttov ctuv- Ttiprjöfivai (Privatbrief v. c. 88^). BGU 1141, 23 oüSe ydp £9iAiaCTd aot eis tö 25 d9ap7TdCTai, 40 {xr\ ti dvaTTEiari aÜTÖv eIs t6 5riAcoaai ti (14^); 1208,20 TiEpl oö ypd4/avT6s aou si<; tö \xt[ StOTpEkfai (= SiaTpI^/ai trans. = aufhalten) aÜTÖv (28^).
ß) praes.: SB 6236,50 eIs tö pt|6ev Trapd TaÜTa auvTEAElv (70^).
2. Trpös tö c. inf.:
a) aor.: Leid. A = UPZ 124,37 KaTaarfjaai (vorladen) etti ae Trpös tö 30 TTposnapTupriOfjvai ctoi Ottep tcöv KaT' ^ijie (176 — 165a-).
ß) praes.: SB 6236, 29 irpösTÖ dTrapaTTo5faTCOSTd voiii^öpiEvaTOis eEois etti- T£A£Ta6at, 43 up. t. ettiteAeIv (70*). Im gleichen Ausdruck ist SB 6154, 6 eine Infinitivkonstr. mit irpös tö beabsichtigt, aber anakoluthisch in. den finalen Kon- junktiv übergegangen, als ob Iva oder öttcos vorausginge (was in der ersten Abschrift 35 SB 5827, 17 von Plaumann eingesetzt wurde): dvaOEivai Se Kai üpcov tcöv piEylcrrcov ßaatAEcovEiKÖvas TTpösTÖ £Tn9av£crrÖTOu (sie statt -dTou) <toö) töttou yEvrjÖEVTos TToAO päAAov Td voui3ÖHEva toTs öeoTs ETTiTEAfiTai (statt ETTiTEAElaöat ) (70^).
d) Ein negativer Bedingungssatz kann ersetzt werden durch dv£u und TT Ali V TOÖ c. inf., worüber Bd. II i S. 324 und 327. 40
II. Partizipiale Verkürzung von Adverbialsätzen.
Noch weit häufiger als der artikulierte Infinitiv vertritt von jeher das Partizip alle möglichen adverbialen Satzarten der Zeit, desGrundes, der Absicht, der Bedingung, der Art und Weise, sowie überhaupt eines begleitenden Nebenumstandes. Ein konzessiver Nebensatz 4s (..obgleich, wiewohl"), der in anderen Sprachen konjunktional gebildet
62 Adverbialsätze. § 157.
wird, tritt im Griechischen überhaupt nur in partizipialer Verkürzung (mit oder ohne Kaiirep und Kai Toöra) auf. Für einen Umstandsatz („indem"), der einen der Haupthandlung parallelen Vorgang ausdrückt, ist das Partizip die normale Form ').
5 A. Das Participium coniunctum s. relativum
tritt ein, wenn das Subjekt des Nebensatzes entweder als Subjekt oder als Objekt im Hauptsatz vorkommt, wobei Genus, Kasus und Numerus durch den Satzbau gegeben sind.
Über das Part, coniunct. als Vertreter verschiedener Satz- 10 arten ist gehandelt Bd. II i S. 348 ff.
Zur Ergänzung seien folgende Einzelheiten nachgetragen:
a) Die temporal-modalen Partizipien sind die weitaus ver- breitetste Kurzform von Adverbialsätzen, wogegen die konjunktionalen Vollformen immer mehr in den Hintergrund treten.
15 I. Belege für Häufung vorzeitiger Partizipien des Aorists in oft kompli-
zierter Schachtelung s. Band II i S. 171. Femer PSI IV 439, 11 koKws ouv irotriaeis, EiravayvoOs Kai dvTiypa^f äiiEVOj (nachdem du noch einmal gelesen und er- widert hat), d-rroaTeiXas tous vö^ous (244 — 43^); V 525,8 ttAeico (= ttAeious) TiiiEpas äKEi KaTaaxEOEis BavEiaätJEVos yak^oxjs dvaTTEirAEUKa (III»). UPZ 7
20 = Vat. B = Par. 36, 15 'Apnäiv öe EupövTES eiri toü 5p6nou KaTaßaAövTes ETUTTTOV (162^). Ein epanaleptisches Partizip temporaler Bedeutung mit Wieder- holung des Verbums liegt vor Petr. II 32 (i) = III 36 (d) 15 ff. vuvl Se TrapEii- Tiri 5r)aas (sie) Tis Atovüaios, ös oute ( = oüSe) teAcoveT, dÄA' 89£AK£Tai tcöi OiAittttcoi, ElSTTTiSriaas (genaueres Ziel!) eis t6 oiKriiia wixeto excov t;ou ItidTia (197 oder
»5 I74'')-
2. Das eigentlich einen begleitenden Nebenumstand bezeichnende modale Partizipium nimmt manchmal fast die Bedeutung eines selbständigen Gedankens an: so namentlich im Zusatz uyiaivcov, der in kürzester Form den in Briefen stereo- typen Wunsch für gutes Befinden enthält. SB 6804 (Edg. 89) 5 cos 5' dv dva-
30 TrAeriis uyiaivcov (hoffentlich bleibst du gesund) (Ufa). Ähnlich Zen. pap. 59426, 5 cos 5' dv dvcnrAETiis üyiaivcov (III**); 59579.4 e<>JS av oö liäAiara \xh TrävTES uyiaivovTES -irapoyEvriaeE (HI^). PSI V 500, 9 cos dv uyiaivcov irapayEvrii (257 — 56^); VI 603, 15 Ecos dv uyiaivcov TrapcxyEvrji ; 615, 2 ei uyiaivcov f|KEis (beide III^). Dagegen VI 659, 10 cos ccv uyiaivrns aü Kai TrapoyEvrn (III''). Ebenso im Gen.
35 abs. PSI V 525, 16 Iva \xr\ dAAous OcoTTEÜcopiEv aoö uyiaivovTOS (te salvo) (III*). Vgl. Exod. 4, 18 ßdSijE uyiaivcov. Weitere Belege Bd. II i S. 170!. Ferner PSI IV 406, 25 d-TToyETai eIs 9uAaKf|V f^pEpas 3 E|i TTEÖais cbv (wo er . . . ist) ; 420, 9 eke- AEÜoadv pe KaTaßaivovTa cruyxcovEÜEiv (hinabzugehen und . . .) (III*). Teb. 43, 28 ff. 5EÖp£6a TTposTd^ai teteuxötes (womit wir erlangt haben) Tfis Trap'
40 uncöv eis drravTa töv ßiov dvTiAripiifECOs (118*).
3. Für das ungemein häufige modale Partiz. aor. oder (seltener) praes. in der zur Manier gewordenen Phrase KoAcös 'rrGieis, TTOiriaeis, dv iroiriaats
') Der Reichtum an Partizipien ist nicht nur im allgemeinen für den griechi- schen Satzbau charakteristisch, sondern ganz besonders in der Koivr), so daß in allen Klassen der Adverbialsätze (die Kondizionalsätze ausgenommen) das Partizip gegenüber den konjunktionalen Vollformen entschieden vorherrscht.
157' Kurzform im Partie, coniunct. 63
(PSI IV und Zen. pap. I. II enthalten allein über 150 Beispiele, vgl. Band II i S. 173 fif.) tritt in einigen Fällenein Bedingungssatz mit e! oder eäv ein: Zen. pap. 59240,4 koAcös av Troiriaais, ei laev emiJEpeATiaai, eI 5£ \ir\, 9pov- Tiaas Kai ypdvfas (253a); fraglich, ob ebenda Z. 8 (kgäcos ocv iroiriaais) eav |i^v aÜTÖs -irapayivrii, el 5e \xr\, ypdvfas tjuIv TTspi outcov der Bedingungs- s satz mit eqv parallel mit ypäv4;as steht, oder (wie Edgar annimmt) nach Trapa- yivr|i etwa ^vriaöeis T\\xiv zu ergänzen ist. Wahrscheinlicher doch das Erstere. Ebenda 59273,1 KaAcos -rroeis, et ippcoaai (250»); ebenso 59363,2 (242»). Da- neben auch umgekehrt KaAcös iroicöv 6 ßaaiAeOs ä9eiKev t6 yevog touto otAeiTOupyriTov IV 440, 2 (III*). Über den Infinitiv in derselben Verbindung s. 10 Band II i 174 Fußnote i und oben S. 41,48.
4. Für die im N. T. gewöhnliche pleonastische Ausdrucksform ooreKplOri Aeycov, fipcoTcov Aeyovres usw. (vgl. Bd. II i S. 34g Anm. 3) bietet ein weiteres Bei- spiel Giss. 36, 10 TctSe Aeyei 'Anucovia Kai 'ArrcAAcovia Kai 'HpÖKAea (sie) koI 'Hpais at Terrapes Aeyouaai (135'^). Vgl. Ursing, Stud. z. griech. Fabel 721. 15 (ausmalende Partizipien). Fürs Klassische Kühner-Gerth II S. 585, 6. Herod. III 156 e9r| Aeycov; IV 43 eAeye (pds.
Negative Temporalsätze mit oü Bd. II 2 S. 557,:3; mit \ir\ S. 560,40; Um- standsätze mit QU S. 558,18.
b) Den Bd. II i S. 349 angeführten Beispielen für kausal ge- 20 brauchtes Partie, conj. (Ersatz von 6tt, Siöti, tnsi, E-n-eiSri usw.) können folgende Belege beigefügt werden:
a) ohne Partikel:
Zen. pap. 59021, 17 oük exovtes, etti Tiva ■xr\v äva9opdv Troiriacö|je6a, ävayKaj [öpieOa] Toürag \it\ 5^x^a6ai, 20 o\ 5e ävOpcoTroi dyavotKToOaiv oü 5uvd- 25 Hevoi eis ti^v x^po^^ eiriaTeAAeiv, 25 9äaKouaiv ßAäTrreaOai oük öAiya e^oOev (sie) iieTaTreiretJLpevoi Kai oü5' dAAois exovTes BiaOeaöai (258a); 59132,6 dvri- Xeyei olöptevog 5eTv Twt 5iKaicoi axoivicoi laeTprjöfivaj aürcoi (256^); 59135,3 9povT{30nev dKOÜovTes, ött KorraTeiveis [5i6ti evTelveis?] aauTov, 5 \va eiSÖTeg [xr\ dycovicouEv (256*); 59160,7 f|^iou fipSs KarcorAeöaai BcKJ^d^cov Ö99fjvai 30 oÜTcöi (255a); 59225, 8 6 uap' enoi ittttos TrpeaßÜTepos f|5ri cov oü KaraKparei Tds öriAeias (253*^). PSI IV 349, 8 irpoeiScbs da9aAfi ttiv eyBoxriv oüaav d^ico (254a); 392,3 5i£KapTEpoOpev otöpevci ev TdxEi ETriOKeyECTeai tov ßaaiAea, 7 TO Trpö? ae ev toTs dvccyKaioTdrois Te9einevoi KaAcos exeiv (243 — 2*); 434, 6 elScbs aÜToO tt^u naviav auvavTÖv eKeAeuov (261*); V 534,16 ßouAÖMevos 35 k\ii Te Kai t6 TraiBdptov ä-rroAeaat (III*). Par. 48 = UPZ 72, 9 fjKaiJiev eis tö ZaparriEiov ßoAdtievoi (sie) cruvMi^ai aoi (152*) usw.
Negative Kausalsätze mit oü Bd. II 2 S. 557,34; mit nr| S. 561,9.
ß) mit cbs:
1. scheinbarer Grund = als ob: Zen. pap. 59240, 5 9povTiCTas, oircos 40 äa9aAcös dTTOOToAcöaiv cos ovtes 'AiroAAcoviou als ob sie dem A. gehörten (250*); 59494, 8 f)A6ev fipiTv Aaßcots cos (angeblich) Trapd ctoü c3cyyeAAcov, 11 f\[xeis oüv fipyajöpeOa cos üttö qoö dTTearaAuevoi (III*).
2. subjektiver Grund: BGU 1142, 11 elvai t6v 'AiToAAo9dvr)v dycbyiiiov cos KexpriuaTiKÖTa (25*). Par. 64 = UPZ 146,37 (Bd. II i S. 350) übersetzt 45 Wilcken: ,,du aber, wenn du in Erfahrung brächtest, daß er ihnen Raum zu- gewiesen habe" und faßt cos U£pi3'«^v im Sinn eines Verb. fin. (was doch ziemlich gewagt erscheint).
Über einmaliges örxB mit einem Part, coniunct. s. Bd. II i S. 350.
64 Adverbialsätze. § 157.
c) Das konzessiv-adversative Partie, coniunct. (,,obgieich, während") ist sehr selten und in ganz wenigen Fällen sicher zu kon- statieren, häufiger im Gen. absol. (worüber unten S. 75). Vgl. Band II i S. 351. Die Partikeln Kaiirep und Kai toötoc sind bloß beim Gen. absol.
5 nachweisbar.
Konzessive Auffassung ist denkbar (wenn auch nicht sicher) Zen. pap. 59041, II MccivonEvos, OTt oÜK fißoüAeTO aiTO\j|Jievo5 dpyüpiov SoOvai (257*). Vgl. auch UPZ 6, 28 (163^) mit öpcos im Nachsatz, doch ohne streng logische Konzession. 10 Negative Beispiele mit oü Bd. II 2 S. 558,6.
d) Auch kondizionales Part, coniunct. (vgl. Gen. abs.) ist im Vergleich zu den überaus häufigen konjunktionalen Bedingungssätzen selten. Vgl. Bd. II i S. 351.
Hypothetische Auffassung ist weiterhin denkbar in folgenden Fällen: Zen.
15 pap. 59269, 30 ö 5el aÜTÖv ÄaßEiv pia66v toO SeuTspou Itou? irävTa toc epya CTUVTeAoüvTO (c. 2503-); 59272, 5 TOÖTo [iToiriaJas eaei f\\x\v ßeßorieriKcbs (25I'''). Teb. 56, 15 TOÖTO TToiTiaas ear] poi KexocpiciJEvos (H^O- PSI IV 365, 19 6 yocp aeiTOS etti Tf)s aAco keimevos (wenn oder so lange es liegt?) ouÖev &b9£AEi fipäs (251*); V 484, 6 lacos yäp ttou Kai f\\XBis iroü ctoi xpiio'iuot EaöiiEÖa aco0£VTE5
=0 (Edgar) (258 — 57'*). Par. 63 = UPZ iio, 109 eis ouBe ßouAoiiEvoig -irposiEvai -rrpös TTiv yEcopyiav -maTEOaEiE dv Tis; 187 irpö irdiTcov fiyriactpiEvot ttiv rrEpi Toö yspous toOtou aTTOuSi^v (wenn ihr die Sorge hiefür über alles stellt) EÜ|japcös KoOi^EaÖE Tcov KaTot TÖv aiTÖpov (164a). Vat. A = UPZ 60,11 öircos Kai t\ Maicts (14) vöy y£ tSoOad ae (jetzt wenigstens, wenn sie dich sieht) Tuxrii
25 Tivös dva'i'ux^^ (i68a) — ebenso gut als Umstandssatz zu verstehen = indem, da- durch daß sie dich sieht, durch deinen Anblick. Ähnhch am Schluß einer Bitt- schrift der Zwillinge Mil. = UPZ 46, 22 KO|JLiadtiEvat (wenn oder nachdem wir erhalten haben) TCCUTas (to? dpTÖßas) AEiTOupynaopEV -rrpodüiacos (162 — 61*). Vgl. auch die stehende Eidesformel euopKOÖVTi [xkv laoi eu eit), I910PK0OVT1
3° 5e Td ^vavTfa Zen. pap. 59289, 10. 21 (25oa).Teb. 78, 17 (iio — 108») u. o. Zen. pap. 59011 verso eOopKcOai psv riiJiIv eö Eir|, £(piopKoöai 5£ evöxous Eivai Tf^i daEßEiai (Illa). PSI V 515, 16 (251a) u. o. Belege bei A. Schulte, De ratione quae inter- cedit inter Polybium et tabulas publicas 1909, 74 ').
e) Das finale Partie, fut. bei Verben der Bewegung wie diro- 35 aTEAAco, -iTEUTTco, Kaö-, CTuviaTTim (Bd. II I, 351) wird wohl richtiger als ver- kürzter appositioneller Adjektivsatz (=65 c. indic. fut.) aufgefaßt (vgl.
oben S. 57,19).
Von einer selbstgefaßten Absicht steht cbg c. part. fut. SB 6787 (Edg. 81) 23 Sid TÖ dTToSripETv oOx ws iiEvcov (ohne die Absicht lange auszubleiben) (257*).
') In Parallele mit einem vollständigen Kondizionalsatz tritt die partizipiale Kurzform Par. 62 = UPZ 112 V 3 T0I5 5' dvairAripobaouCTiv Td? cbvds 5o0riaETai övf/obvia, EdvTTEp EKirAripcÖCTCOCTiv Kai KaÖEaTOKÖTES Td SioixoAoyTiÖEvra 5iEy- yurmara: denen, die die Pachtbedingungen voll erfüllen werden, soll ein Lohn bezahlt werden, wenn sie sie wirklich voll erfüllt und die vereinbarten Bürgschaften gestellt haben (Wilcken) (203 — 202»).
§ 157. Participium absolutum. 65
B. Das Participium absolutum.
Wenn das Subjekt des ins Partizip verkürzten Adverbialsatzes sich an kein Nomen des finiten Satzes anschließen läßt, tritt die absolute Konstruktion ein, die in allen Kasus (außer dem Vokativ) vorkommt.
I. Der Nominativus absolutus s. pendens '), 5
schon bei Homer nicht ungewöhnlich (f 211 01^900 S'ejonävco yepapcÖTepos f|ev 'OSuaaeus; K 224 aüv te 5ü' tpxoiievco Kai te irpo ö toö ev6r\Gev), in der klassischen Prosa bei maskulinen und femininen Partizipien ziemlich selten, am häufigsten bei Xenophon (Cyr. VI 1,31 ßouAönEvos Se KcxräcrKOTrov Ttva iretufai e5o^£v auTWi; Hell. IV I, 24 a^a tt) fmEpa ETTnreacau 10 TTJ Oapvaßctjou orpaTOTTESEia tt^s \xkv TTpoqjuAoKfis auTOÖ iroAAoi ETTEaov), ist in der späteren Vulgärsprache, auch im Neugriechischen geradezu häufige). Auch in unserer Sprache fehlt es nicht an Beispielen; vgl. Goethe, Jahreszeiten I 4: ,, Viele der Veilchen zusammengeknüpft, das Sträußchen erscheinet erst als Blume". R. Wagners Parsifal: , .Durch 15 Mitleid wissend, der reine Tor, harre sein, den ich erkor". Der ouvri- ÖEta der privaten Pap5T:usurkunden liegt diese gelockerte Ausdrucks- weise besonders nahe. Vgl. die Stellensammlung Band II i S. 343 f.
Weitere Belege:
Zen. pap. 59140, 5 tiETaTTEUvpä^Evos Xapi5r|iJiov (als ich den Ch. kommen 20 ließ) EpcoTcbnEvos £9aaEV (sie) sagte er auf meine Frage (2563-); 59192,4 iruv- öavönEvos 6e ce Elvat ETTiEiKfi fi^icoadv tives \xe ypd^^ai aoi TiEpi aOroö (255a'). Möglich immerhin, daß ein Schreibfehler statt TTUv6av6iJi£voi vorliegt; 59230, 3 öttcos av \xr\ £pi9avicT6Ei5 (statt EiJL9aviCT6£VTOS auToö) dvcxxcopfiacoCTiv (III^); 59494, 16 ctiToaTEiAas oöv •niiiaEis (nachdem er die Hälfte fortgeschickt) fipydaavro (sc. 25 Ol finiaEis) (III^). Teb. 39, 10 eOöecos TrapaÄaßcbv TpOxociJi(3ov Kai ETTEÄOcbv (ich nahm den Tr. mit und ging hin) outcos 6 irpoyEypa^piEVGS Kai f] toOtou y\jvi\ ePttAekevtes tioi Kcl 56vT£S TTÄriyäs äyßiaadnEvoi dTTEKAEiaav tt^v öOpav (114*). Nicht ganz sicher gelesen Par. 48 = UPZ 72, 12 dKOÜaavTES 5e ev tcöi pEydAcoi SapaTTiEicoi ovra ce (EÄEyov Wilcken) <£v) Zdxtii toO AriToiroAiTOU KaAöos oöv 30 (oöv im Nachsatz nicht selten, s. unten S. 151,26) iroirjaEis TrapayivEaöa» rmlv ,,da wir aber im großen S. hörten, daß du (sagten sie) in Sachrhis seiest, wirst du nun gut daran tun zu uns zu kommen" (Wilcken) (152^). BGU VIII 1873, 7 KaTavTTiCTas (als ich) irpos töv yECopyov eItte (sagte er) nfi SOvaaöai (I^).
') Kühner-Gerth II § 493 S. 105 ff. W. Havers, Der sog. Nominativus pendens = Indog. Forsch. 43. Bd. (1926) 207 flf. (Beschränkung auf den isoliert emphatischen Nominativ). Fr. Hörn, Zur Gesch. der absol. Partiz.-Konstr. im Lateinischen, Lund und Leipzig 1918, 55 ff. Radermacher, Philol. 58 (189g) 314 ff.; N. T.2 21 f. 219. Blaß-Debrunner' § 466, 4. U. Ursing Stud. z. griech. Fabel (1930) 25 flf.
*) Homerische Beispiele gibt La Roche zu Ilias B 353 (Z 510, E 135, O 267, n 264; i 461); aus Herodot Stein zu II 66, 15. Klassische Beispiele aus Plato und Xenoph. bei Krüger §45, 2 Anm. 2 und Gildersleeve Synt. I 10; zu Isokrates Schneider Paneg. 107. Über die Attizisten, die das a)(fi^a lieben, W. Schmid Att. I 51 (Herod. Att.), 249 (Lucian); II 68 f. (Aristides) ; III 95 (Aelian); IV 113 f. (Philostr.). Aus Malalas und Nonnus abbas Patzig, De Nonnianis in Gregor. Naz. comm. 29. Zum Neugriechischen E. Schwyzer, N. Jhrb. f. kl. Alt. 21 (1908) 300.
Mayser, Papyrusgrammatik. II 3. 5
66 Verkürzte Adverbialsätze. § 157.
Auch die seit Herodot und den Attikern gebräuchlichen absoluten neutralen Partizipien unpersönlicher Ausdrücke, wie 5eov, £^6v, TTpe-TTov, TrposfiKov, 5ö^av, SfjAov öv usw., die herkömmlicherweise als Akkusative angesehen werden, hat die neuere Forschung meist als Nomi-
5 native erkannt: sie sind von Haus aus Satzappositionen, als welche sie, je nachdem sie zu einem Subjekts- oder Objektssatz treten, einen Nomi- nativ oder Akkusativ darstellen können; meist wird es ein Nominativ sein i). Das einzige sichere Beispiel dieser Art in den ptol. Papyri bietet in einem kausalen Adverbialsatz mit cos Amh. 39 -f- Grenf. I 30 = Wit-
^° kowski ep. priv.- 57, 17 kqI u|iiv (1. ■n^iv) ypä9ovTas (1. -tes), uttep üöv aipelcröe, cos TTÖv irpoOuiJioTepov TeAecoöriaötJiEvov (103=^).
Anmerkung i. PSI IV 340, 9 'Aiiüvrav 5e e^co te aKTjvoövTa Kai ysya^TiKÖTa Kai TEKVov Oiräpxov auTcöi, co[crT£] |iri5E|iiav UTrov[;iav ekeivcoi yE TrposTTEaElv (257*)- Hier handelt es sich um kein absol. Partiz., sondern um eine anakolu- '5 thische Parallele == tekvov exovtc.
Sonst fehlen diese neutralen Partizipien, wie auch im N. T. (vgl. Blaß-Debrunner'"' § 424) in den ptol. Papyri ganz; sie kommen nur periphrastisch mit EaTlv vor (worüber Bd. II i S. 22). Dagegen wird das absolute Partizip von allen sog. Impersonalia, wie Sei, e^Eari, ttposttitttei =° (es wird gemeldet), -rrposriKEt, CTupßaivEi usw. sowie vom Passiv der verba dicendi et declarandi, wie dyyEAAExai mit Composita, coro-, 5ia-, ETTi-, TTposSiaaTeAAETai, arjuaivETai ebenso wie bei Polybios (Götzeier, De Polyb. eloc. 26) durchweg mit dem Genit. abs. ausgedrückt. Belege Bd. II I S. 309. Dazu BGU IV 1137, 18 ijitiSevI e^övtos (6^).
=5 II. Der Genitivus absolutus
ist die gewöhnliche partizipiale Form in allen Fällen, wo das Nomen oder Pronomen, auf das sich das Partizip bezieht, im Hauptsatz weder als Subjekt noch in irgendeinem anderen Kasus vorkommt. Der Gebrauch ist in einzelnen durchsichtigen Fällen als eine Erweiterung adverbaler 3° Genitivfunktionen zu verstehen: z.B. als Genitiv des Zeitbereichs in Verbindungen wie A 88 ouxts e^eO jcovtos koI ettI x^ovi Sepkoijevoio aol koiAtiS Trapä vriual ßapEias X^'P^^S ettoictei und Pap. Eleph. 2, 8 toö TTorrpös
3CÖVTOS Kai Tfis liTjTpÖS (285'*). Vgl. TTEpiTrAoUEVCOV EVtOCUTCÖV, TTpOlOÜCTTlS Tfis
vuktös bei vorgerückter Nacht. Kühner-Gerthll § 485 S. 79 Anm. 3 35 wird an Fälle angeknüpft wie A 494 toö 5' 'OSuaEus ^ciAa Q\j\x6v diroKTa-
*) So nach Schmid Attic. IV 618 Note 40; vor ihm schon Wannowski, Syntax, anom. 144 f. Kühner-Gerth II §487 und Frz. Lell, Der absolute Ak- kusativ im Griechischen bis zu Aristoteles (Würzburg 1892) bleiben noch bei der alten Benennung. Die richtige Auffassung hatten schon die alten Grammatiker, so der bei A. Mai Class. auct. IV 524: dvrl toö eItteTv Suvorroö övros yEVEaOai ToO Trpäypcnros evöv yEVEaöat tö irpSyiaa AEyouaiv (sc. ol 'Attikoi)" toüto Se AEyouCTi Kai ettI tcov dAAcov ouSETEpcov petoxcöV tt^v ydp £Ü6Elav (Nominativ) AEyouaiv dvrl yEviKf]s.
1
•57-
Genitivus absolutus. 67
pevoio x°^"6^' wo deutlich ein ablativischer Genitiv des Ausgangs- punktes vorliegt. Anderes bei Lell, Der absolute Akkusativ (1892) 3 f. Vgl. auch im Deutschen Ausdrücke wie , ,un verrichteter Dinge, erhobenen Hauptes" u. ä.
Der Gen. abs. hat sich in der Koivn nicht nur im vollen Umfang er- 5 halten, sondern sogar infolge nachlässiger, bequemer Satzfügung sein Gebiet beträchtlich erweitert ^); am beliebtesten ist er für Umstandsätze aller Art. Oft wird er angewandt, obwohl sein Subjekt auch sonst schon als Subjekt oder Objekt im Hauptsatz enthalten ist und unmittelbare Be- ziehung durch das Part, coniunct. zuläßt (was in der klassischen Sprache 10 selten ist). Dadurch gewinnen die partizipialen Neben bestimmungen mehr Selbständigkeit; ja es fehlt nicht an Beispielen, in denen der Gen. abs. scheinbar ein Verb. fin. vertritt oder doch als selbständige Notiz an der Spitze einer Kundgebung steht ^).
Diese Abnormitäten lassen sich unter folgende Gesichtspunkte 15 bringen :
a) Der Gen. abs. mit pronominalem Subjekt steht abgesondert neben einem mit diesem Pronomen identischen Genitiv des Hauptsatzes, so daß das Pronomen beim Partizip pleonastisch erscheint:
Lille 8, 7 d9£ipriTai pou KpricriAaos jeüyri TocupiKoc oOSsv 69siÄovTOs Eiioö 2° ocuTcöi (III^). Weniger hart Hib. 78, i -irÄeovÖKts pou y£ypa9riKÖTOS aoi oü5eTTOTe OTTOtKT)Koas fmcov (= 8^00) (244 — 43'*). Petr. II 13 (19) 6 8|ioi ueyiaTOV lorai KoAcös CToO TTpocrraTfiaai Kai jcovtös ctou Kai eis 6eoüs äireAöövTOs (258 — 53''). Petr. I 29, II EXP'HO'ctMiTiu irapöt Aüvecos äpTÖßag KpiSoirOpcov 5 aüroö ETToyyEAo- pEvou (sie) Kai (piAoTiiaou övtos (III»). Zen. pap. 59322, 3 <fä\ievos d9Eipfiö":?ai 25 oOtoO TTupcöv dpTaßas v oOk 69eiXovTOS aOroO tcoi ßaaiAEi oü0£V ouSs yEyecop- yr^KÖTOs O9' aÜTÖv (= Ott' ovtöv), dAAd auvriyopaKcbg (Anakoluth) irapa tcöv ÖEpiOTCÖV {249'i).
b) Der Gen. abs. steht anstatt des Part, coniunct. mit Bezug auf einen nachfolgenden (selten vorangehenden) Dativ: 3«
a) Der Dativ folgt nach: PSI IV 346, i fipicöv diTEAOovTCov ek MoiQu^ecos dirfiyyEAAEv finiv 6 9uAa^ (255 — 54'^); 443, 11 eijioü Se KaTaSsriÖevTos Mdaovos UÖyig \io\ eScokev (III^). Magd. 13, 7 ßouAouEvcov 5e fipcov KO|iiaaa9ai Td Evexv^pot OUK drroSiScoaiv fmlv (218»). Lille 6, 3 Siaßdvxog \io\j eis Kop9OTo0v auyavTriaairrES TivES poi e^eSuctov xiTwva (Ilia). Zen. pap. 5937S, 10 oOrcos Otto tcöv Epycov ttiejo- 35
I) Moulton Einl. 114: „Die rapide Ausdehnung des absol. Gen. ist ein in die Augen springender Zug des Hellenistischen. In den Papyri kann man oft sehen, wie er eine Kette von Angaben bildet, ohne daß auf mehrere Zeilen hin ein Verb, finit. folgt". Über Polyb. s. Kälker 281. Aus Dion. Hai. de Isaeo 71 f. ist ersicht- lich, daß man die Konstruktionen mit Gen. abs. zur künstlich periodisierenden Schreibart rechnete.
*) Kühner-Gerth II S. iio. Blaß-Debrunner* §423- Radermacher N. T.2 208 f. Guil. Schmidt, De los. eloc. 435 f. Der Anfang der Entwicklung dieses Gebrauchs liegt in der altionischen Prosa (Hdt. II 124. 135; IV 42; VI 5; VII 135; IX 107) ; eine Menge von Beispielen im Aristeasbrief und auf hellenistischen Inschriften.
5*
68 Verkürzte Adverbialsätze. § 157.
liEvou \xo\J TriAiKcnJTTiv epioi ßAäßriv oTaet (III^). Petr. III 28 (e) 4 [Name] ctpire- Aoupyoö Kai TTcryxöris [<puA]aCTCTÖvTcov ev tcoi KTrmaTt etteOeto aüroTs Aritorriptov (221^). Par. 49 = UPZ 62, 10 Toü 5£ ä5£A90Ü aou au^TrEaövTOs \io\ Kai d^icb- cavTos u£ EiTia aÜTcoi (161 — 60a). Vat. E = UPZ 15, 6 dvaßävTos aou eis tö 5 SaparriEiov evetuxö^ co' (156^)- Grenf I 42 = W. Chr. 447, 3 -rroAAäs XPE*°5 irapEaxTi [pEvcov fjucov] Kai kivSuvous [uEydAous ^vtiv]ox6tcov eis te -rräv iouTOUs ETnÖEScoKÖTCov KaöfiKÖv [EaTiv] Soöf^vai f)|jiiv, caa Kai toTs ek toO oütoö finiv [voraiepou] SiSoxat (II*).
ß) Der Dativ steht voran: PSI IV 377, 2 tö ßaAavEiöv aoi ttoeT aoO Ttap- jo ExovTos TT^v TpiTTiv e!? tö ßaaiAiKov (SpaxtJids) u (249'^).
c) Der Gen. abs. steht mit Bezug auf einen bald vorausgehenden, bald nachfolgenden Akkusativ (mit oder ohne Präposition):
a) Akkusativ voran: Rev. L. 28,9 6 Se TEAcovrjS, eöv irpos Tiva tcov yEcopyöov \ir\ auyypdi^/riTai ßouAonEvou (sc. aÜTOÖ) trotzdem er will (258»).
15 Leid. A = UPZ 124, 25 •rrposTrE-rTTCOKOTCs \io\ tt^v TaapiacoTiv KdpE EVKEKAriuaTO- ypatpriKEvai ws auvußpiKOTCS pou (176 — 165*). Rein. 7, 17 TTEpiEa-rra ixs ett' auröv <«3S U^ [dTToSövTOs no]u Td 5id<popa (141*?). Teb. 57, 2 tous fivEXUpaapEvous aau- priTas tbs 6cbaovTas EKaaTOV Trupcöv (dpTdßas) ß, ^tiSeitote outcöv toöto irErrpa- XÖTCOv, KcAcös TTOiriaEis d[-TToAüaas] (ii4'''). BGU VIII 1821, 18 KaraKAEiaavTES
20 \i£, Epoü \ir\5zv dirAcüs Ö9E1A0VTOS [Schlußverb verloren] (51 — 50»).
ß) Akkusativ nachgestellt: PSI IV 352, 5 ßouAonEVOU (sc. |iOu) iroiElv aoi ttAeTöv Ti aiaöopEvoi Eirapcoivricrdv pE (254''). Zen. pap. 59659, 3 ovtcov f\[xCöv Kord TÖ NsaTou tTroiKiov AriiaTai TrapoivriaavTES Tinas TTEpiEiAovTÖ pou ü-rrojuyia (Illii). Vat. A — UPZ 60, II öircos Kai f] Maids toO TTai5iou aou eIs to Eoxara
25 eAiiAuöötcs SiaaEacoKuTa ovtov vOy y£ Tuxrn tivos dvavfuxfis (168*).
Weniger auffallend ist der Gen. abs., wenn mit besonderer Betonung das Sub- stantiv, auf das sich das Part, bezieht, wiederholt wird, wie Rev. L. 20, i öact 5' av \xr\ SiaAoyiacüvrai Trpös töv oiKOVopiov, toO oikovoucu Kai -rrapaKaAcüvTCS (258*).
d) Am häufigsten aber ist der härteste, in der klassischen Sprache 30 (Kühner-Gerth II S. 79 Anm. 4) verpönte und selbst im N. T. (Blaß-
Debrunner® § 423,4) seltene Fall, daß das Hauptsubjekt mit dem Subjekt des Gen. abs. zusammenfällt; das Partizip steht dann gewöhnlich voran und läßt das Subjekt des Hauptsatzes zunächst unbestimmt, selten folgt es als Anhang nach. Diese Manier ist in den
35 Papyri so verbreitet, daß auf eine Aufzählung sämtlicher Beispiele ver- zichtet werden kann und eine Auswahl genügt: a) Der Gen. abs. geht voran:
III*: Zen. pap. 59245, i dTTEAOovTOS pou dirö aoö KCTEAaßov (ich) toüs yECopycüs dvocKEXcopriKÖTas (257^); 59475, 13 irapay e vopE vou Nou|jiTiviou Trpos-
40 aiTTiyayEV (eben Kumenics) aÜTOÜs (IH^). Petr. II 4 (12) = III 42 G (3) 6 — 9 auvypa4;dvTCov fipcöv ttiv ouyypa(pf]v EScbKapiEv t6 aüpßcAov üdaiTi (255 — 54*^); II 32 (2a) 7 irapayEvopEvcu 64 aÜToO . . . EÖpEv ÜToAEiJaTov (238^?); II 37 = III 44 (2) recto col. i (b) 20 Iva ufi tcö OBotcs d9E6EVTOs 6id toü acoAfivos eIs kevöv <pEpTiTai (sc. TÖ u6oop) (c. 240a); III 53 (q) 8 irapoyEvonEvou bk (sc. aüroü) hetö
45 TlVa XPÖVOV ^VETUXEV JIOl KCi fl^lOU (III*). PSI IV 380, II TOÜ TrpEOßvJTOU EAeövTOs
Kai i5övTOs töv vsavioKOv £90x0 (sc. 6 TTpEaßvjTTjs) (249 — 48*). Magd. 13, 3 fipcöv
ydp ^TTlTpÖTTCüV ÖVTCOV Tfjs ÖuyOTpÖS ^TTIJTITOÜVTES TtVa HEpTl TCÖV KaTaAE196£VT<Ä)V
UTrapxövTCOv EÜptiKapsv (218*); 26, 8 TrposÖEopEvcov 6£ fincöv Kai tö Aonrd Iktcpieuo-
§ 157-
Genitivus absolutus. ö!?
pevcov EÜpioxotiev (218^). Danach sicher zu ergänzen Eleph. 9, i irapayevoiisvcüv T[\xS>v eis 'AttöAXcovos ttöAiv [oux eupo|j£V ae eiri] tcov töttcov (223*) i).
11»: UPZ 5 = Par. 37, 11 eKTrop£uo|i<ev>cov 5s tcöv 9uAaKiTcov