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Herausgegeben

(Mit 4 Tafeln und 8 Abbildungen im Text.)

Dresden.

In Cofnmission von Wamatz & Lehmann, König!. Sachs. Hofbuchhändler,

1898.

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Inhalt des Jahrganges 1892.

I. Sitzungsberichte.

I. Section für Zoologie S. B und 25. Ebert, R.: Das Auge des Grotten-

olois S. 25. Schiller, K., und Thiele, J.: Neue Bereicherungen der sächsischen Fauna S. 25. Thiele, J.: lieber Wurmmollusken S. 3; das Auge niederer Wirbelthiere, die primitivsten Metazoen S. 25. Vetter, B.: Verstorbene Zoologen, über Rotatorien S. 4; erstes Menschenalter der Darwin’schen Theorie, Auge der Vetromyzon- Larve, Modell der Steinkoralle S. 25. Neue Litteratur S. 3.

II. Section für Botanik S. 4 und 25. Drude, 0.: Plankton-Expedition, Besetzung botanischer Lehrstühle, verstorbene Botaniker, Führung durch den neuen K. Botanischen Garten S. 5; Bereicherungen der sächsi- schen Phanerogamen-Flora S. 25; Wüstenpflanzen und Succulenten S. 29; Demonstration von Succulenten im K. Botanischen Garten S. 30. Fritz sehe, F.: Vorkommen von Pirola chlorantha und von Epipogum Gmelini S. 29. Naumann, A.: Mikroskopische Unterscheidung der Hölzer S. 5; Arten der Gattung Botrychium S. 29. Schiller, K.: Bereicherung der sächsischen Kryptogamen-Flora S. 28. Vetter, B.: Plankton-Expedition S. 5. Neue Litteratur S. 29. Zusammen- kunft mit dem thüringisch-botanischen Verein in Gera im Juni 1892 S. 6.

III. Section für Mineralogie und Geologie S. 6 u. 30. Bergt, W.: Gebirgsdruck und seine Wirkungen, Kiesel-Oolithe aus Pennsylvanien S. 31. Engelhardt, H. : Kreidepflanzen aus Böhmen, Tertiärpflanzen aus Schlesien, fossiler Giftzahn S. 8. Francke, H. : Tektonisches Modell von Dr. R. Schäfer S. 30; Besprechung neuer mineralogisch- geologischer Werke S. 31; Quarzporphyr und Orthoklas (Mondstein) aus Schlesien S. 32. Geinitz, H. B.: Krystalle von Kochsalz und von Hydrohalit, Geweihe des diluvialen Riesenhirsches S. 7; neue Auf- stellung des K. Mineralog.-geolog. und prähistor. Museums S. 8; Stru- delloch im Lomnitzkessel, Katastrophe von St. Gervais S. 30; Meteor- stein von Ensisheim, Gletschertöpfe aus Californien, neue Entdeck- ungen am Ichthyosaurus S. 31; Frau Prof. Zschau f S- 30. Z sc hau, E. : Zeolithe aus dem Syenit des Plauen’schen Grundes S. 7 ; gangartige Kluftausfüllungen im Syenit des Plauen’schen Grundes S. 31. Neue Litteratur S. 7 und 8. Excursion in die Bahn-, Weisseritz- und Hafen-Anlagen bei Dresden-Friedrichstadt S. 8.

IV. Section für prähistorische Forschungen S. 8 u. 32. Deichmüller, J. : Gefäss mit Graphitmalerei von StetzschS. 10; Urnenfeld am Berliner Bahnhof in Dresden S. 12; vorgeschichtliche Sammlungen Italiens S. 32; Vorlagen S. 11. Döring, H. : Burgwälle von Alt-Oschatz und Leckwitz S. 8; slavische Herdstelle in Köblitz S. 11; prähistorische Funde aus der Lausitz S. 33; Vorlagen S. 10 u. 11. Ebert, O.: Vorlagen S. 11. Geinitz, H. B.: QuatrefagesfS.il. Peuckert, A. : Vorlagen S. 11. Neue Litteratur S. 11. Excursion nach Cossebaude und Stetzsch S. 12.

V. Section für Physik und Chemie S. 12 u. 34. Förster, B : Demon-

stration des Modells einer Gesteinsbohrmaschine S. 34. Helm, G.: Schwankungen der Erdachse S. 12; Polhöhenbeobachtungen S. 34. Hempel, W.: Kohlenstoffbestimmung im Eisen, neuer Messapparat für Gase, Verbrennung in Kohlensäureatmosphäre S. 15. Krone, H. : Das Problem, in natürlichen Farben zu photographiren S. 34. Ex- cursion zur Besichtigung des Blasewitz-Loschwitzer Elbbrückenbaues S. 34.

VI. Section für Mathematik S. 16 u. 35. Krause, M.: Bestimmung von Curvenlängen durch elliptische Integrale S. 16. Rittershaus, Tr.: Zahnradübersetzungen mit unrunden Rädern S. 16. Rohn, K.: Kno- tenpunkte bei den Flächen 3. Ordnung S. 16; Singularitäten bei Steiner’schen Flächen, geometrische Bemerkungen zu dem Mannes- mann’schen Walzverfahren S. 35. Ulbricht, R.: Graphisch- analy- tische Behandlung elektrischer Wechselströme S. 16. Witting, A.:

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Ueber speeielle Steiner’sche Mächen und deren Modelle S. 35. Zeuner, G.: Zur Thermodynamik der Atmosphäre S. 16.

TU. Hauptversammlungen S. 16 u. 35. Veränderungen im Mitglieder- bestände S. 19 u. 37. Beamte der Isis im Jahre 1893 S. 38. Kassenabschluss für 1891 S. 17 u. 21. Voranschlag für 1892 S. 17 u. 22. Purgold-Stiftung S. 18. Freiwillige Beiträge zur Gesell- schaftskasse S. 37. Geschenke für die Bibliothek S. 18. Verleg- ung der Bibliothek S. 17. Bericht des Bibliothekars S. 39. Lese- zirkel S. 17. Ausfall von Hauptversammlungen S. 18. Brehm- S chl egel-Denkmal S. 17. Kilias-Denkmal S. 36. Drude, 0.: Culturfähigkeit von Deutsch- Westafrika S. 18; Frithjof Nansens Nordpolar-Expedition S. 36; Reizerscheinungen im Pflanzenreich, Vor- lagen S. 37. Geinitz, H. B.: Zweite Wasserwerksanlage für Dres- den S. 36. H artig, E.: Auseinandersetzungen zwischen Wort, Be- griff und Gegenstand S. 17. Naumann, A.: Ueber die Zwergbirke S. 18. Ritters haus, Tr.: Anlage elektrischer Strassenbahnen S. 36. Rohn, K. : Abhängigkeit der Kugelanzahl von ihrer Anordnung in einem Hohlwürfel S. 17 u. 36; Gewichtsverhältnisse bei Füllung eines Cylinders mit grossen oder kleinen Kugeln S. 17; Acht-Damen-Problem auf dem Schachbrett, Vorgänge beim Mann esmann’scben Walz ver- fahren S. 36. Ulbricht, R. : Fortschritte in der Anwendung der Elektrizität für Eisenbahnzwecke S. 35. Vater, H.: Ursachen der Verschiedenheit der Krystalle derselben chemischen Verbindung S. 18. Excursion nach Dittersbach S. 18.

II. Abhandlungen.

Bergt, W. : Ueber einen Kieseloolith aus Pennsylvanien, mit Tafel IV, S. 115.

Drude, 0.: Aufruf zur Anstellung neuer phänologischer Beobachtungen in Sachsen und Thüringen. S. 104.

Drude, 0., und Naumann, A.: Die Ergebnisse der in Sachsen seit dem Jahre 1882 nach gemeinsamem Plane angestellten pflanzen-phänologi- schen Beobachtungen II. Theil. S. 76.

Engelhar dt, H.: Ueber neue Tertiärpflanzen von Grünberg in Schlesien. S. 37.

Geinitz, H. B.: Bericht über die neue Aufstellung in dem K. Mineralo- gischen Museum zu Dresden. S. 3.

Geinitz, H. B.t Bohrversuche für eine neue Wasserwerksanlage auf Tolke- witzer Flur bei Dresden. S. 58.

Meyer, A. B.: Ueber Bernstein-artiges prähistorisches Material von Sizilien und über Barmanischen Bernstein. S. 49.

Meyer, A. B. ; Aquila rapax (Temm.) von Astrachan, nebst Bemerkungen über verwandte Formen, besonders Aquila boeki Hom. S. 67.

Naumann, A. : Mittheilungen über die sächsischen Exemplare des Botry- chium rutifolium A. Br., mit Tafel III. S. 41.

Reibisch, P.: Die conchyliologische Fauna der Galäpagos-Inseln, mit Tafel I II und einer Karte im Text. S. 13.

Reibisch, Th.: Verzeichniss der bisher in den diluvialen Mergeln von Cotta bei Dresden aufgefundenen Conchylien. S. 8.

Reiche, K. : Ueber habituelle Aehnlichkeiten generell verschiedener Pflan- zen, mit 2 Abbildungen im Text. S. 33.

Thiele, J. : Die primitivsten Metazoen. S. 54.

Thiele, J.: Ueber das Kriechen der Schnecken. S. 72.

Z sch au, E.: Bemerkungen über den Quarz im Syenit des Plauen’schen Grundes. S. 60.

Die Autoren sind allein verantwortlich für den Inhalt ihrer

Abhandlungen.

Die Autoren erhalten von den Abhandlungen 50, von den Sitzungs- berichten auf besonderen Wunsch 25 Separatabzüge gratis, eine grössere Zahl gegen Erstattung der Herstellungskosten.

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in Dresden,

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I. Section für Zoologie.

Erste Sitzung am 21. Januar 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. B. Vetter. Anwesend 16 Mitglieder.

Dr. J. Thiele, Assistent am K. Zoologischen Museum in Dresden, überreicht zwei seiner Abhandlungen: „Die Stammesverwandtschaft der Mollusken“ und „Ueber Sinnesorgane der Seitenlinie und das Nervensystem von Mollusken“ als Geschenke für die Bibliothek der Gesellschaft und

hält dann einen durch zahlreiche makro- und mikroskopische Objecte und Zeichnungen erläuterten Vortrag über Wurmmollusken.

Unter Wurmmollusken sind die Amphineuren von Jhering’s zu verstehen, eine Bezeichnung, die weniger darum gewählt ist, weil diese Thieie in ihrem äusseren Habitus zum Theil Wurmähnlichkeit zeigen, als vielmehr wegen ihrer Organisations- verhältnisse, die in mehrfacher Hinsicht sehr von denen der eigentlichen Mollusken ab weichen.

Die Gruppe der Amphineuren besteht aus den zwei Ordnungen der Solenogastres oder Aplacophora und der Cliitonidae oder Polyplacophora.

Die Erster en sind wurmförmig, von einer mehr oderweniger mächtigen gallertigen Cuticularschicht mit eingelagerten Spicula bedeckt, die gewöhnlich eine ventrale Rinne mit einem zugeschärften Fältchen freilässt, und mit ausstülpbarem Rüssel, der meist eine schwache Reibplatte enthält, versehen. Der Darm zeigt regelmässige seitliche Aussackungen oder einen hinteren Blindsack ( Ghaetoderma ), der Enddarm führt in eine Kloake, in welcher Kiemen liegen, die bald gut entwickelt, bald kaum wahr- nehmbar sind. Auch münden in diese Kloake die Urogenitalorgane aus, deren vorderer Theil die Keimstoffe erzeugt, während der hintere in ein Pericard und Nephridien (Nieren! umgewandelt ist; in manchen Fällen finden sich Copulationsorgane, von denen der doppelte Penis besonders auffällig ist. Zwittrigkeit ist Regel. Das Nerven- system besteht meist aus einem Schlundringe mit verschiedenen Anschwellungen und 4 Längsstämmen, 2 ventralen und 2 seitlichen, welche bald getrennt verlaufen, bald durch zahlreiche Commissuren Zusammenhängen ; hinten liegt über dem Darme eine gangliöse Anschwellung, in welche die seitlichen Stämme auslaufen ; ausserdem findet sich noch ein kleiner Schlundring. Als Sinnesorgane können teutakelartige Fäden in der Mundhöhle, keulenförmige Fortsätze der Hypodermis in der Cuticularschicht. eine hintere dorsale Einsenkung und wahrscheinlich die ventrale Hautfalte angesehen werden. Der Hautmuskelschlauch besteht aus einer Längs-, einer Ringmuskelschicht und zwei Diagonalfaserschichten; zwischen den Darmsäcken liegen regelmässige Querbündel, die von der Bauchmitte nach den Seiten verlaufen. Das arterielle Gefäss- system ist dorsal gelegen.

Die Chitonen zeigen durch den ventralen Kriechfuss, der aus der ventralen Muskulatur hervorgegangen ist und der von einem mit Cuticula und Stacheln oder Platten bedeckten „Mantel“ umgeben wird, durch die Kalkschale, die aus 8 hinter einander gelegenen Stücken besteht, äusserlich mehr Aehnlichkeit mit Gastropoden. Dazu kommt das Vorhandensein einer gut entwickelten Radula, eines subradularen Sinnesorgans, das auch bei Dentalien vorkommt, von vorderen Eingeweideganglien, der gewundene Darm mit deutlicher Leber alles Merkmale, die auf nahe Ver- wandtschaft mit den eigentlichen Mollusken hinweisen, unter denen namentlich die ältesten Gastropoden (Prosobranchier) mit den Chitonen noch manche weiteren Züge theilen; so ist vor Allem die Form des Nervensystems mit den strickleiterförmigen Pedalsträngen hervorzuheben.

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Diesen übereinstimmenden Merkmalen stehen aber sehr einschneidende Unter- schiede gegenüber, so die Vielzahl der articulirenden Schalenstücke, die ausser den bei anderen Mollusken vorhandenen Schichten noch eine weitere enthalten und die von den „Aestheten“ durchzogen werden, der stacheltragende Körperrand, unter dem jederseits eine Reihe zahlreicher Kiemen steht, von denen jede einzelne einer solchen entspricht, wie sie bei Mollusken fast immer höchstens in der Zweizahl Vorkommen, und die ganz anders innervirt werden. Die seitlichen Nervenstämme der Amphineuren, ebenso das Subradularorgan, der kleine Schlundring und noch manches andere Organ finden nur bei einigen niederen Mollusken Aequivalente, die sich in der phyletischen Reihe bald rückbilden.

Mit den Solenogastres stimmt vor Allem 'die Beschaffenheit des Nervensystems der Chitonen überein , beiden fehlen die bei den eigentlichen Mollusken verbreiteten Sinnesorgane (am Kopfe Tentakel und Augen, Otocysten, Kiemensinnesorgane) gänz- lich, sie haben ein mediodorsales arterielles Gefäss, neben welchem die Keimdrüsen liegen, und ventrale lacunäre Blutbahnen; endlich eine mit Hypodermisfortsätzen und Stacheln verbundene starke Cuticula.

Dass die Solenogastres im Ganzen primitiver sind, beweist das Verhalten der Keimdrüse, des Darmtractus, der Muskulatur und das Vorkommen von Organen, welche die Solenogastres in erwachsenem Zustande, die Chitonen nur als Larven zeigen (vordere Fussdrüse, Bauchrinne).

Die Amphineuren nehmen eine Mittelstellung zwischen Würmern und Mollusken ein, namentlich zeigen sie mit Polycladen durch die Darmsäcke mit dazwischen ver- laufenden Muskelbändern, die eine Metamerie andeuten, den dorsalen nach vorn gerichteten Blinddarm, den Hautmuskelschlauch, die Structur des Nervensystems Uebereinstimmungen , mit polychäten Anneliden durch die Form des Darmes, die cuticularisirte Haut mit zum Theil überraschend ähnlichen Stacheln, die Bauchrinne, die Anordnung des Nervensystems (Seitenlinie), das dorsale Gefäss. Die Anneliden stehen jedenfalls höher, wie hauptsächlich durch die vollkommene Metamerie der aus den Keimdrüsen hervorgegangenen Leibeshöhle dargethan wird.

Auch die Larven der Amphineuren zeigen grosse Aehnlichkeit mit denen von Polycladen, Polychäten und Mollusken, und es kann nach Allem nicht zweifelhaft sein, dass die Wuimmollusken Uebergangsformen von niederen Würmern zu Mollusken darstellen, ähnlich wie es von Peripatus unter den Arthropoden allgemein ange- nommen wird.

Zweite Sitzung am 17. März 1892. Vorsitzen der: Prof. Dr. B. Vetter. Anwesend 32 Mitglieder.

Der Vorsitzende gedenkt zunächst mehrerer kürzlich verstorbener Zoologen, giebt biographische Notizen über E. Brücke, II. W. Bates, N. Moseley und P. PI. Carpenter und

hält dann einen Vortrag über Rotatorien.

Die darin berührten Beziehungen der Räderthiere zur Trochophora- Larve erklärt Dr. J. Thiele in der Discussion für zweifelhaft.

II. Section für Botanik.

Erste Sitzung am 4. Februar 1892. (In Gemeinschaft mit der Section für Zoologie.) Vorsitzender: Prof. Dr. 0. Drude. Anwesend 39 Mitglieder.

Der Vorsitzende hält unter Vorlage der einschlagenden Schriften*)

*) Brandt: Ueber die biologischen Untersuchungen der Plankton-Expedition. 1889; Hackel: Plankton-Expedition. 1890; Hensen: Die Plankton-Expedition und HäckeTs Darwinismus. 1891.

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eineu Vortrag über Namen, Zustandekommen, Zweck und Methoden der Plankton-Expedition.

In einem weiteren Vortrage berichtet Prof. Dr. B. Vetter über die der Plankton - Expedition vorhergehenden ähnlichen Bestre- bungen und über die zoologischen Erfolge der Expedition. Der Vortragende zweifelt die Genauigkeit der Hensen’schen statistischen Me- thoden an, gestützt auf die Einwände Häckel’s.

Zweite Sitzung am 24. März 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. 0. Drude. Anwesend 40 Mitglieder.

Der Vorsitzende giebt zunächst einen Ueberblick über die Verände- rung in der Besetzung der botanischen Lehrstühle und über ver- storbene Botaniker, unter Ueberreichung eines von ihm verfassten Nekrologs von Prof. Schenk (aus den Ber. der deutsch, bot. Ges.).

Hierauf hält Dr. A. Naumann einen Vortrag über die mikrosko- pische Unterscheidung der Hölzer.

Der Vortragende bespricht nach Erörterung der chemischen Zusammensetzung des Holzes die mikroskopischen Unterschiede der mono- und dicotylen Hölzer und erläutert an der Hand des Noll’schen Demonstrationsapparates die Jahres- ringbildung. Nachdem die anatomischen Elemente des Holzes, Gefässe, Trachei'den, Parenchym, Markstrahlen erklärt sind, wird deren physiologische Function beleuchtet. Des Weiteren geht der Vortragende auf die technischen Eigenschaften des Holzes ein, um dann Genaueres über die mikroskopische Unterscheidung der einzelnen Holzarten mitzutheilen. Am Schlüsse des durch Vorlage von Tafeln und Holzproben illustrirten Vortrags weiden die mikroskopischen Eigenschaften an Glasphotogrammen mittelst Sciopticons erläutert.

Dritte Sitzung am 2. Juni 1892 (im botanischen Garten). Vor- sitzender: Prof. Dr. 0. Drude. Anwesend 53 Mitglieder und Gäste.

An diesem durch die Gunst der Witterung ausgezeichneten Tage fanden sich im neuen K. Botanischen Garten eine stattliche Anzahl von Freunden und Jüngern der scientia amabilis zusammen, um an der von Prof. Dr. 0. Drude geleiteten Besichtigung dieses neu errichteten und nunmehr seiner Vollendung nahen Institutes theilzunehmen.

Von dem erhöhten Standpunkte des Alpinums aus, welches über die Neuanlagen einen ausgezeichneten Ueberblick gewährt, erläuterte Prof. Dr 0. Drude die Prin- cipien, nach welchen der neue botanische Garten angelegt ist. Er soll nicht nur eine einfache systematische Zusammenstellung der Gewächse aufweisen, sondern soll zugleich in die Florenreiche und in die hauptsächlichsten pflanzengeographischen Formationen Mitteleuropas einführen.

Ganz besondere Freude gewährte allen Theilnehmern das Alpinum mit seinen im reichen Blüthenschmucke stehenden niedlichen Saxifragen, Gentianen und Alpen- stauden, von ganz besonderem Interesse war ein auf der Höhe im kleinen Massstabe angelegtes Krummholzmoor, wie es uns in unserem sächsischen Vaterlande in Zinn- wald oder Reitzenhain entgegentritt. Von dem vorzüglichen Gedeihen dieser Anlage legten die Blüthen von Eriphorum vaginatum und Andromeda polifolia, sowie die männlichen Kätzchen der Pinus montana ein erfreuliches Zeugniss ab.

Weiteres freudiges Interesse erregte der Hinweis, dass auf dem Rieselfelde des Alpinums die Linnaea borealis, gleichsam den Geburtstag des Altmeisters der Botanik (28. Mai) feiernd, ihre reizenden Blüthen entfaltet hatte.

Ein interessanter Rundgang durch den Garten machte zum Schluss die An- wesenden mit der Bestimmung der verschiedenen Quartiere bekannt (Ref. : N a um a nn.)

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Die Zusammenkunft in Gera mit dem thüringisch-botanischen Verein und die daran angeknüpften botanischen Excursionen.

Am Dienstag, den 7. Juni 1892, fand sich ein Dutzend Isis- Mitglieder, verstärkt durch correspondirende Mitglieder aus dem Vogtlande und aus Reuss, welche zum Theil auch dem Thüringer Verbände gleich- zeitig angehörten , im Hotel Frommater zu Gera mit den unter Prof. Hausknecht’s Präsidium vereinigten Thüringer Vereinsgenossen zu gemein- samer Sitzung und nachher zu fröhlichem Mahle zusammen. Der jetzige Vorsitzende unserer Gesellschaft, Prof. Dr. K. Rohn, hatte es sich nicht nehmen lassen, sich auch an diesem speciell der Botanik gewidmeten und vom Vorstande der botanischen Section geführten Ausfluge zu betheiligen.

Ueber die wissenschaftlichen Mittheilungen wird später der thüringische Vereins- bericht referiren; hier sei nur erwähnt, dass von Seiten der „Isis“ Vorträge von Prof. Dr 0. Drude-Dresden und Dr. med. F. Naumann-Gera erfolgten, welche auf unsere Gesellschaftsschriften nachwirken werden.

Am 8. Juni früh bewegte sich eine stattliche Excursion unter Führung unseres liebenswürdigen correspondirenden Mitgliedes Marinestabsarztes a. D. Dr F. Naumann von der Eisenbahnstation Crossen bei Gera zum Mühlberge hinauf und von da auf dem Ostufer der Elster nach Köstritz, um die interessante Hügelflora, den letzten Grenzposten der im Saalegebiet so viel reicher entwickelten thüringischen Genossen- schaften gegen Sachsen hin, aufzunehmen, insonderheit die Charakterarten Lithosper - mum purpureo-coeruleum , Melica ciliata, Viola mirabilis, dazu Orchis fusca, variegata , Anthericum etc. Bei dieser Gelegenheit wurde in Asperula tinctoria am Mühlberge ein die Flora des Elsterthales wesentlich bereichernder neuer Fund gemacht.

Von Köstritz aus wanderten die Isis-Mitglieder westwärts durch das hohe Wald- gebiet, dessen Sandsteinboden das reiche Saalethal von den Elsterthal - Höhen ab- scheidet, nach Klosterlausnitz, wo Potentilla ( Tormentilla) procumbens Sibth. in den Gräben entwickelt ist und von Prof. Hausknecht demonstrirt wurde. Am andern Morgen (9. Juni) traf, wiederum von Gera kommend, der unermüdliche treue Führer Dr. Naumann bei dem kleiner gewordenen Kerne der Isis - Excursion ein, um mit ihr zur Saale bei Göschwitz, südlich Jena, zu fahren, von wo unser altes Mit- glied Apotheker Jonas aufgebrochen war, um mit Dr. Naumann zusammen hier die Führung in dem durch Natur- wie Botanisir - Schönheiten ausgezeichneten sonnenheissen Muschelkalkgebiete za übernehmen, die uns sogar den seltenen Anblick von blühendem Himantoglossum gewählte. Am Abend über Gera, wo sich die Gesell- schaft mit lebhaftestem Danke von Dr. Naumann verabschiedete, südwärts in das Vogtland zurückgekehrt, übernachteten die Isis -Mitglieder in Elsterberg und wurden am andern Morgen in liebenswürdigster Weise durch die vogtländischen correspondirenden Mitglieder Prof. Ludwig-Greiz, Dr. B achmann- Plauen und Civil- ingenieur Artzt- Plauen verstärkt, welche nunmehr in das Elster- und Triebthal die Führung übernahmen, wo namentlich der herrliche Standort von Saxifraga decipiens hohes Interesse erregte. Viele Seltenheiten für die dortige Gegend wurden an das Licht gezogen, da bekanntlich Herr Artzt als eifriger Florist des Vogtlandes nichts unaufgespürt lässt. So hatte sich auch hier noch ein reich lohnendes botanisches Interesse mit den landschaftlichen Schönheiten vereinigt, um auch diesen letzten Excursionstag zu einem bedeutsamen zu machen, bei dem höchstens das eine Be- dauern sich geltend machen konnte, nämlich dass die Excursion zu frühzeitig zu- sammengeschmolzen war , um die seltene Führung zugleich einem grösseren Jünger- kreise der Scientia amabilis zu Nutzen weiden zu lassen. Bei Schluss der Excursion dachten alle Theilnehmer mit festem Vorsatz: „Vivat sequens“. (Ref. : Drude.)

III. Section für Mineralogie und Geologie.

Erste Sitzung am 18. Februar 1892. Vorsitzender: Geh. Hofrath Dr. Geinitz. Anwesend 32 Mitglieder.

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Prof. E. Z schau, der seit Jahrzehnten unermüdliche Forscher im Ge- biete des Plauenschen Grundes verbreitet sich eingehend über die von ihm im Syenit dort beobachteten Zeolithe, insbesondere den Laumontit, Phillipsit, Analzim, Hatrolith und Stilbit, und erläutert seinen Vortrag durch zahlreiche Fundstücke.

Per Vorsitzende legt eine grosse Anzahl schöner Kry stalle von Kochsalz vor, sogenannte Schüsselchen oder Trichter, welche er Herrn Salinendirector Bergrath Bückert in Salzungen verdankt. Von besonderem Interesse erscheinen auch die von dem Letzteren beigefügten Krvstalle des Hyd rohalit = Na CI -|- 4 H20, welcher in monoklinen Tafeln krystallisirt.

An die letzteren schliesst Bergrath Rückert die Bemerkung an, dass dieselben bei (7°— 8°) R. an der Oberfläche stehender oder langsam fliessender, fast gesät- tigter, 26procentiger Soole mit 1.204 spec Gew., im Freien an der Oberfläche aus- krystallisiren und ganze Flächen der schönsten wasserhellen Nadeln, Tafeln und Säulen bilden, die aber noch unter 0 0 zerfliessen, indem sich das chemisch gebundene Wasser vom Chlornatrium trennt und letzteres als mehlartiger Brei zurückbleibt. Durch rasches Austreiben des im Hydrohalit gebundenen Wassers auf einer ungefähr zur Kirschrothglut erhitzten Blechtafel gelingt es, die Form der Krystalle zu erhalten, wenn auch manches Bruchstück verloren geht, falls die Temperatur nicht richtig getroffen ist. Die übersandten Stücke sind zum Theil 8 Jahre alt.

Jene Salz- Schüsselchen oder Trichter, deren pyramidale Flächen den Flächen eines Pyiamidenwürfels entsprechen, krystallisiren aus einer stark mutterlaugenhaltiger Soole bei einer Temperatur von 40 45° R. aus. Die grössten dieser Art, welche fast flach erscheinen, erzeugt man in den holländischen Salzraffinerien, welche eng- lisches Steinsalz in Seewasser auflösen und wieder versieden. Man benutzt sie, um schichtenweise zwischen Käse oder Fische gelegt zu werden, zum Einsalzen derselben, was gleichmässiger und günstiger wirken soll, als ein schichtenweises Einstreuen von feinem Salz.

Das in der Mutterlauge bei deren Ansammlung in Bassins noch vorhandene Chlornatrium scheidet sich bei gewöhnlicher Temperatur in compacten Würfeln aus, welche dem Steinsalze gleichen, und auch Fasersalz bildet sich öfters, wenn Soole aus einer leckenden Pfanne in die Fugen des Mau er Werkes der Feuerung dringt. Schliesslich noch die Bemerkung, dass Kochsalz aus einer phosphorsäurehaltigen Lösung in Octaedern auskrystallisiren soll.

Zur weiteren Vorlage gelangt durch den Vorsitzenden eine schätz- bare Schrift von H. Credner: „Die geologischen Verhältnisse der Stadt Leipzig“, mit geologischen Profilen. Sonderabdruck aus der Festschrift: Die Stadt Leipzig in sanitärer Beziehung. Leipzig 1891.

Es steht zu erwarten, dass mit Hülfe der vielen in den letzten Jahren gemachten neuen Aufschlüsse und in Folge der Bemühungen des von Seiten der geologischen Landesuntersuchung mit Aufnahme des Dresdener Bodens betrauten Landesgeologen Dr. R. Beck auch für unser Dresden eine ähn- liche Arbeit bald veröffentlicht werden kann.

Der Vorsitzende lenkt die Aufmerksamkeit noch auf einige neue Funde von Geweihen des diluvialen Riesenhirsches, welche von Prof. A. Nehring genau untersucht worden sind. (Vergl. Sitzungsbericht der Ges. naturf. Freunde zu Berlin, vom 20. Oct. 1891. Potonie, Natur- wiss. Wochenschrift, 24. Januar 1892. Deutsche Jäger -Zeitung, 7. Febr. 1892.

Diese in der Gegend von Klinge unweit Cottbus und bei Worms a. Rh. aufge- fundenen Geweihe weichen von dem in dem Dresdener Museum befindlichen irischen Riesenhirsch Cervus euryceros Aldr. oder Megaceros Hibernicus Owen, der Art ab, dass Prof. Nehring sie als besondere Art Cervus Ruffii Nehr. oder mindestens als Cervus megaceros var. Ruffii Nehr. von dem normalen Riesenhirsch geschieden hat.

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Schliesslich wird eine Schrift von Dr. W. Luzi: „Zur Kenntniss des Graphitkohlenstoffes“ (Ber. d. Deutsch, ehern. Ges., XXIV, Hft. 19, 1891) besprochen.

Zweite Sitzung am 21. April 1892. Vorsitzender: Geh. Hofrath Dr. Geinitz. Anwesend 24 Mitglieder.

Die Sitzung wird durch den Vorsitzenden mit einem Berichte über die neue Aufstellung in dem K. Mineralogischen Museum zu Dresden eröffnet (vergl. Abhandl. I), woran sich ein. Bericht des Dr. Deichmüller über die neue Anordnung der prähistorischen Abtheilung dieses Museums schliesst.

Oberlehrer H. Engelhardt spricht über eine Sammlung böhmischer Kreidepflanzen des geologischen Instituts der deutschen Universität Prag, über welche von ihm eine Abhandlung erscheinen wird, über neue Tertiärpfla nzen von Grünberg i. Schl, (vergl. Abhandl. V) und über einen fossilen Giftzahn (vergl. Zoolog. Anzeig., 1892, Nr. 386).

Zur Vorlage und Besprechung gelangen:

W. Bergt: Beitrag zur Petrographie der Sierra Nevada de Santa Matta. Wien 1888;

0. C. Marsh: Recent Polydactyle Horses; Discovery of Cretaceous Mammalia; the Skull of Torosaurus (Am er. Journ. of Science, Yol. XLIII, 1892);

L. Rütimeyer: Die eoeäne Säugethierwelt von Egerkingen. Zürich 1891;

H. Reu sch: Norges Geologiske Undersögelse (in: Det nordlige Norges geologi med bidrag of Dr. Teilet Dahll og 0. A. Corneliussen), Kristiania 1892, welche Schrift auf geologischer Karte und in Profilen das Vorkommen von jurassischen Kohlen auf der Insel Andoen nachweist.

Exeursiou.

Auf Wunsch •verschiedener Mitglieder wurde am 29. Juni 1892 eine Excursion zu den neuen, sehr interessanten Bahn-, Weisseritz- und Hafenanlagen bei Cotta und Friedrichstadt unternommen.

Unter der ausgezeichneten Leitung der Herren Regierungsbaumeister Toller und Frommhold, sowie der des Herrn Stadtbauin spector Vetters wurden die Anlagen, sowie die mit ihnen in Verbindung stehenden Maschinen, auch die zum Tlieil inter- essanten geologischen Vorkommnisse und Funde einer eingehenden Besichtigung unterworfen. An dem Ausflug nahmen 22 Mitglieder Theil.

IV. Section für prähistorische Forschungen.

Erste Sitzung am 14. Januar 1892. Vorsitzender: Dr. J. Deich- m filier. Anwesend 28 Mitglieder.

Lehrer H. Döring erstattet Bericht über die von ihm an den Burg- wällen von Alt-0 schätz und Leckwitz a. d. E. vorgenommenen Aus- grabungen und Beobachtungen.

Der schon von Preusker, Schuster und Behla erwähnte Burgwall von Alto schätz liegt l1^ km südlich von der Stadt Oschatz, nahe bei dem Dorfe Alt- oschatz, auf einem Felsvorsprunge von etwa 25 m Höhe, und wird vom Döllnitzbache umflossen. Nach 0. zu flacht sich die Höhe ab und geht in ein Plateau über. Im N. und W. gewähren die berasten Steilgehänge und im g. die senkrechten Wände

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ler in den Porphyrfelsen hineingetriebenen Steinbrüche einen natürlichen Schutz. Auf einem zwischen dem 1. und 2. Steinbruche stehengebliebenen Kamme führt ein schmaler Pfad zur Höhe hinauf, die nach 0. hin gegen das sich anschliessende Pla- teau durch drei Wälle gegen fein dliche Annäherung geschützt war. Der erste Wall hat eine Länge von 60 m, der zweite von 100 m und der dritte von 180 m. Die Höhe des ersten Walles betrug 5 m, die des zweiten 7 m, während der dritte Wall eingeebnet wurde und nur noch als flache Welle im Ackerlande zu erkennen ist. Der Raum zwischen dem ersten und zweiten Walle steht ebenfalls unter dem Pfluge, während der Innenraum und die beiden Wälle berast sind. Die Ackerfläche gehört zum Besitze des nahe gelegenen Berggutes. Auf den benachbarten Feldern wurden, nach Preusker, ehemals Urnen gefunden, die uns leider nicht erhalten sind. Es lässt sich sonach auch nicht feststellen, ob und in welcher Beziehung sie zu der sogenannten Schanze und ihren Bewohnern gestanden haben. General Schuster*) bezeichnet das Land, in welchem der Burgwall liegt, als Osterland und hält deshalb für wahrscheinlich, dass hier ein alter Opferplatz, der Ostara geweiht, gelegen habe. Die Bezeichnung Osterland“ ist nicht eine Flurbenennung, sondern gilt lediglich für die von der Schanze 21/* km westlich gelegene Ruine; zudem dürfte dieselbe eher von dem Gebiete des Osterlandes, das nahe grenzte und seit dem 12. Jahrhunderte im Besitze der Meissner Markgrafen stand, abzuleiten sein.

Nach den oben angeführten Andeutungen Schuster’s scheint genannter Autor an- zunehmen, dass der Burgwall zu Altoschatz germanischen Ursprunges sei. Der Vortragende vermag sich dieser Meinung nicht anzuschliessen, er hält vielmehr die Slaven für die Erbauer desselben. Infolge der durch den fortschreitenden Stein- bruchbetrieb wiederholt vorgenommenen Abschürfungen war es dem Vortragenden ermöglicht, die auflagernde Culturschicht in ihrem Aufbau kennen zu lernen und derselben zahlreiche Fundstücke zu entnehmen. Die dem Porphyrfelsen auflagernde Bodenschicht war in einer zwischen 0,80—2,40 m wechselnden Mächtigkeit aus Hu- mus, Asche, Holzkohle, gebrannten Lehmbrocken, Thierknochen und Gefässscherben gebildet. An den letzteren, welche der Vortragende auf Tafeln geordnet vorlegt, war aufs Deutlichste der von Virchow als Burgwalltypus bezeichnete Habitus zu er- kennen. Es zeigte sich das charakteristische slavische Wellenornament in der ver- schiedensten Anordnung, bald flach, bald steil, 3- bis 12fach gezogen. Ausser diesem Ornament traten noch als Verzierungen auf: wagerecht und senkrecht, sowie in schräger Kreuzung gezogene Parallelstreifen, ferner Strich- und Punktornamen fce und schräggestellte Nageleindrücke. An allen Gefässscherben zeigte sich der vorspringende, nach aussen umgelegte Rand. Das Material war grob und von meist grauer, selten weisser Farbe. An keinem der Scherben wurde eine Spur von Henkel entdeckt. Die Vorgefundenen Thierknochen erwiesen sich als von Rind, Ziege, Schwein und Pferd herrührend.

Die bis 2,40 m mächtigen Ab fällschichten mit slavischen Culturresten sprechen entschieden für eine lang andauernde Benutzung des Burgwalles durch die Slaven; da selbst in den dem Felsen direct auflagernden Bodenschichten bis jetzt nichts anderes als nur slavische Reste gefunden wurden, so darf wohl mit einigem Rechte vermuthet werden, dass die Slaven die Erbauer des Walles gewesen sind.

Der slavische Ortsname Oschatz (urkundlich zuerst Ossec 1065) giebt uns leider keinen Anhalt bei Beantwortung der Frage nach den Erbauern des Walles, da weder die Ableitung von Wossec = Espe*'*), noch die von oseku Verhau***) in clirecte Beziehung zum Wall gebracht werden kann.

Der Vortragende berichtet ferner über den zwischen Meissen und Riesa auf dem rechten Elbufer gelegenen Burgwall von Leckwitz. Dieser vom Volksmunde ebenfalls als Schwedenschanze bezeichnete Wall erhebt sich auf einer felsigen Gneis- höhe, deren Steilwände der Elbe zugekehrt, also nach W. gerichtet sind, während im N., O. und S. die natürlichen Gehänge offenbar durch Menschenhand zur steilen Wallböschung erhöht wurden. Da der Höhenzug sich in nördlicher Richtung fort- setzt und also vom N. her eine Annäherung der Feinde am ehesten zu befürchten war, so erhöhte man nach dieser Seite hin die Umwallung ganz bedeutend. Die Schanze ist 85 m lang und 44 m. breit und, vom Fusse des Felsens im Steinbruche gemessen, 18 m hoch. Die Böschungen sind berast und die südliche ist mit Busch- werk bewachsen, während der Innenraum der Schanze unter dem Pfluge steht. Um

*) Die alten Heidenschanzen Deutschlands, 1869.

’■'*) C. S. Hoffmann, Chronik von Oschatz.

*‘*) Dr. Hey, Die slavischen Ortsnamen des Königreichs Sachsen.

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eine Einfahrt zu gewinnen, wurde der Wall auf der Nordseite durchbrochen Im 0. liegt l km entfernt das Dorf Leckwitz.

Preusker* **)), welcher die Schanze bereits erwähnt, hält sie für vorslavisch, also germanisch. Er deutet den Ortsnamen Leckwitz (urkundlich Gleekewitz) mit ,,alte, im Ruin befindliche Warte“. Nach Dr. Hey ist jedoch Gleekewitz abzuleiten von gledkovici = „die Leute an der Warte“.

Dem Vortragenden war es vergönnt, mit gütiger Bewilligung des Eigenthümers, Gasthofbesitzer Jentzsch in Leckwitz, auf dem Innenraum der Schanze an einigen Punkten einzugraben. Dabei zeigte sich die den Gneisfelsen bedeckende Culturschicht sehr reich an Beimengung von Asche, Holzkohle und gebrannten Lehmbrocken, ferner waren mehrfach Thierknochen (von Rind und Schwein) und Gefässscherben darin eingebettet.

Es zeigte sich ganz in Uebereinstimmung mit den Scherben vom vorhergenannten Burgwall zu Altoschatz der Burgwalltypus hinsichtlich der Verzierungen, der Form, der Farbe etc., sodass auch diese Reste als slavische bezeichnet werden müssen. Von besonderem Interesse war ein auf dem Leckwitzer Burgwall gefundener Hand- mühlstein aus Granit. Da Scherben aus den tieferen Schichten denselben Charakter zeigten, so muss man wohl annehmen, dass der Wall ein Bauwerk der slavischen Periode ist. Er mag, wie der Handmühlstein vermuthen lässt, welcher anscheinend lange Zeit in Gebrauch war, eine bewohnte Stätte gewesen sein.

Der Vortragende legt von beiden mehrerwähnten Burgwällen Modelle aus Thon vor. Er spricht sodann über die noch ungelöste Frage nach dem Zwecke der alten Burgwälle und bringt die Ansichten der verschiedensten Autoren, welche Forschungen im Dienste dieser Frage unternahmen, zum Vortrag. In ausführlicherer Weise ge- denkt er der Ansicht des Dr. Behla*'*), welcher einen vermittelnden Standpunkt ein- nimmt. Hiernach sind die Rundwälle nicht als eigens dazu angelegte Zufluchtsstätten aufzufassen. Damit wird nicht bestritten, dass die Bevölkerung in Zeiten der Noth sowohl in der vorgeschichtlichen , als in der geschichtlichen Zeit dorthin geflüch- tet ist.

Die Ansicht, dass die Rundwälle nur als militärische Befestigungen anzusehen seien, ist einseitig. Die Wälle lassen sich überhaupt nicht einem einheitlichen Zwecke unterordnen, ihre Bestimmung war eine verschiedene. Die Rundwälle waren haupt- sächlich Versammlungsorte für religiöse Angelegenheiten. Da aber nach der reli- giösen Anschauung der Urzeit nichts unternommen wurde, ohne durch Opferung die Götter zu befragen, so wurden sie auch zu Gerichtssitzungen und politischen Volks- berathungen benutzt. Der kriegerische Zweck ist davon unzertrennlich und wird bewiesen durch das Aufbewahren der kriegerischen Feldzeichen und Fahnen in hei- ligen Hainen unter dem Schutze der Priester. Diese Feldzeichen und der Tempel- schatz bedurften des Schutzes und sind der Grund, warum wir die Heiligthümer an sichern Plätzen finden. Wie Garz und Arkona zeigen, wurden sie in Zeiten der Noth von selbst zu Vertheidigungsplätzen Da Bekehrung und Unterwerfung für die Heiden dasselbe bedeutete, so spielten die Wälle in der Bekehrungszeit eine mehr kriegerische Rolle. Und in dieser Zeit, wo es galt, die Heiligthümer und sich selbst zu schützen, mag auch diese oder jene Anlage aus rein militärischen Gründen er- richtet worden sein, ln einigen Rundwällen haben neben Tempel und Götzenbild auch die Priesterwohnungen gestanden.

An der sich anschliessenden Discussion über den Zweck der Burgwälle betheiligen sich Lehrer A. Jentsch, Geh. Hofrath Dr. Geinitz und Haupt- mann G. Woldermann.

Durch Lehrer H. Döring werden weiter vorgelegt: aus dem Urnen- felde von Stetzsch mehrere grössere Gefässe, aus dem Urnenfelde von Löbtau eine Reihe von Gefässen und mehrere Bronzenadeln, von Bau-

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meister Schreiber in Löbtau gesammelt, sowie Steingeräthe, welche in der Nähe dieses Urnenfeldes aufgefunden wurden.

Dr. J. Deichmüller bespricht ein zweites Gefäss mit Graphit- malerei aus dem Urnenfelde von Stetzsch, welches Herr 0. Traut-

*) Blicke in die vaterländische Vorzeit, 1841, Bd. III, S. 126.

**) Dr. R. Behla, Die vorgeschichtlichen Rund wälle im östlichen Deutschland, 1888.

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manu neuerdings der K. Prähistorischen Sammlung zum Geschenk gemacht hat.

Aus derselben Sammlung kommen zur Ansicht: ein Steinhammer von Serkowitz bei Dresden, ein Steinbeil aus dem Forstrevier Seligstadt bei Stolpen und ein ähnliches, welches zwischen Schmilka und Schöna aus der Elbe gebaggert worden ist, ferner ein Armring und eine Zier- scheibe aus Bronze von der Rackeier Schanze bei Baruth und die Zeichnung eines in Weifa bei Bischofswerda ausgegrabenen Steinbeils.

Geh. Hofrath Dr. Geinitz gedenkt des in Paris verstorbenen fran- zösischen Anthropologen Quatrefages und bespricht den 1. Jahrgang der „Revue mensuelle de Fecole d’anthropologie de Paris“, 1891, mit Abhandlungen von Broca, Laborde, Lefevre und G. de Mortillet.

Zweite Sitzung am 10. März 1892. Vorsitzender: Dr. J. Deich- müller. Anwesend 21 Mitglieder.

Durch Geh. Hofrath Dr. Geinitz werden besprochen:

J. Prestwich: On the primitive characters of the Flint implements of the Chalk Plateau of Kent, 1892;

F. Ratzel: Die afrikanischen Bögen, ihre Verbreitung und Verwandtschaften, nebst

einem Anhänge über die Bögen Neu-Guinea’s, der Veddah und der Negritos. Leipzig 1891;

H. Schurtz: Die Wurfmesser der Neger, ein Beitrag zur Ethnographie Afrikas. Leiden 1889;

G. de Mortillet: Classification palethnologique. Revue mens, de l’ecole d’anthro-

pol. de Paris, 1, 1891;

W. Conwentz: Notizen über das Vorkommen von Taxus baccata und Trapa na- tans L., mit Abhandl. von A. G. Nathorst.

Lehrer H. Döring erläutert Zeichnungen von Gefässen aus dem Urnenfelde von Coswig und Funde aus einer spätslavischen Herd- stelle in Köblitz bei Cunewalde.

In Köblitz bei Cunewalde, im Thale zwischen Czorneboh und Bileboh wurde während des Sommers 1890 auf dem Felde des Fabrikbesitzers E. Kalauch zum Zwecke des Wegebaues Erde entnommen, bei welcher Gelegenheit man auf Asche, gebrannten Lehmbewurf und Scherben stiess. Die Fundstelle liegt an der von der Bautzen-Spremberger Chaussee abzweigenden Strasse, gegenüber dem Kalauch’schen Fabrikgrundstück, am Eingänge zu einem Hohlwege , der als Feldweg dient. Die bis etwa 3 m über das Niveau der Strasse emporragende Erdwand bestand bis 21|2 m aus Lehm und zu ca. *|a m aus schwarzer Erde, welche mit Asche, Brocken von Holzkohle, gebranntem Lehmbewurf und Scherben durchsetzt war. Beim Nachgraben in der oberen Schicht wurden eine Anzahl Gefässscherben gesammelt, die deutlich das Wellenornament zeigten. Einige der gefundenen Scherben waren von geringerer Stärke und aus feinem, weissem Material geformt, sodass man nur ein verhältniss- mässig geringes Alter der prähistorischen Reste annehmen darf. Es liesse sich dem- nach die Fundstelle als spätslavische Herdstelle deuten.

Institutslehrer A. Peuckert legt Steingeräthe von Pottenstein im fränkischen Jura,

Taubstummenlehrer 0. Ebert Steinbeile von Ober- Gohlis unterhalb Dresden und das nun abgeschlossene Werk von M. Hörn es: „Die Ur- geschichte der Menschheit“, Wien 1891, vor.

Dr. J. Deichmüller macht Mittheilung von der Aufdeckung eines

Urnenfeldes in Dresden-Friedriehstadt, zwischen dem Berlinei Bahnhof und der Cottaer Strasse, zu beiden Seiten der Waltherstrasse.

Die durch Vermittelung des K. Finanzministeriums von dort in die K. Prähisto- rische Sammlung gelangten Gefässe zeigen vorwiegend den Typus der Strehlener Urnen, einzelne erinnern an Formen, wie sie das Museum in grosser Zahl aus dem der frühesten La Tene-Zeit angehörigen Urnenfelde von Stetzsch besitzt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich an der sehr ausgedehnten Fundstelle zwei getrennte, in verschiedenen Perioden angelegte Gräberfelder befunden haben.

Exeursion.

Am 12. Mai 1892 besichtigten 21 Mitglieder unter Führung von Lehrer H. Döring die auf der Liebenecke bei Cossebaude befindlichen Gefässe aus den Urnenfeldern von Stetzsch und von Coswig, sowie die von denselben Gräberfeldern durch Taubstummenlehrer 0. Ebert in Stetzsch zusammengestellte Sammlung von Gefässen.

V. Section für Physik und Chemie.

Erste Sitzung am 7. Januar 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. G. Helm. Anwesend 42 Mitglieder.

Prof. Dr. G. Helm spricht über die Schwankungen der Erdachse.

Genaue Untersuchungen über die Aenderung, welche die Polhöhe eines Ortes im Laufe der Zeit erleidet, sind in das Arbeitsprogramm der Internationalen Erdmessung aufgenommen worden, wozu Fergola 18S8 in Rom die Anregung gab; besonders ist die Angelegenheit in der letzten Zeit zur wissenschaftlichen Tagesfrage geworden, da zu ihrer Klarstellung eine astronomische Expedition nach Honolulu ausgeführt wurde.

Um sich über die Bewegung des Erdkörpers zu orientiren, muss man sich zu- nächst die beiden Sätze der theoretischen Mechanik vergegenwärtigen, die gewöhnlich als Satz von der Erhaltung des Schwerpunkts und Satz von der Erhaltung der Flächen bezeichnet werden. Diese Sätze werden von dem Vortragenden ausgesprochen, die einschlagenden Begriffe entwickelt und durch Versuche an zwei Apparaten er- läutert, die, im Wesentlichen nach Mach (Mechanik, S. 271 u. 275) construirt, aus der physikalischen Sammlung der K. Techn. Hochschule von Herrn Geh. Hofrath Toepler freundlichst für diese Demonstration zur Verfügung gestellt worden waren. Die angegebenen Sätze ermöglichen es, die Drehbewegung der Erde für sich allein zu betrachten, ohne Rücksicht auf das Fortschreiten ihres Schwerpunkts im Raume, und lassen erkennen, dass die Drehbewegung der Erde als eine Drehung um eine durch den Schwerpunkt gehende Achse von im Raum unveränderlicher Richtung auf- gefasst werden kann, so lange die äusseren Kräfte, die Anziehungen von Sonne und Mond, nicht merkliche Drehmomente ausüben. Diese nur durch solche Drehmomente zu verändernde Achse heisst die unveränderliche Achse U der Erde.

Diese im Raume feste Achse bewegt sich aber in Bezug zum Erdkörper oder dieser gegen sie. Wird zunächst die Erde als starrer Körper angesehen, so kann man sich über ihre Bewegung um den Schwerpunkt mittels des von Poinsot in die Mechanik eingeführten Trägheitsellipsoids geometrische Klarheit verschaffen. Das Trägheitsellipsoid des Erdkörpers weicht gewiss nur wenig von der Gestalt eines ab- geplatteten Rotationsellipsoids ab. Die Bewegung jedes Körpers um seinen Schwer- punkt kann nun unter den angegebenen Voraussetzungen als gleitungsfreies Jlin- wälzen des Trägheitsellipsoids auf einer zur unveränderlichen Achse senkrechten Ebene beschrieben weiden. Dieses Ergebniss der Poinsot'schen Theorie wird vom Vortra- genden durch einige Versuche an der Schwungmaschine erläutert, indem z. B. ein Messingreif, der an einem Faden hing, in Rotation um diesen versetzt wurde. Hier- nach sind an der Erde auch unter den einfachsten Voraussetzungen, - dass sie

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nämlich ein starrer Körper sei, ein Rotationsellipsoid zum Trägheitsellipsoid habe und keinen äussere» Drehmomenten unterliege, zweckmässiger Weise drei Achsen zu unterscheiden: die unveränderliche Achse U, deren Richtung im Raume verharrt, ferner eine Achse, die im Erdkörper festbleibt, mit diesem aber um jene sich dreht, etwa die Achse T des grössten Trägheitsmoments, endlich die Rotationsachse R, auf der alle im Augenblick in Ruhe befindlichen Punkte des Erdkörpers liegen und die sich in Hinsicht auf U, wie in Hinsicht auf T bewegt. Alle Lagen, die R der Reihe nach im Erdkörper einnimmt, liegen auf einem Rotationskegel um T, und alle Lagen, die R im Raume einnimmt, auf einem Rotationskegel um U.

Um nun die Dauer eines solchen Umlaufs der Achse R zu bemessen, muss auf die Differentialgleichungen des rotirenden starren Körpers zurückgegangen werden, die Euler aufgestellt hat. Ist C das grösste Trägheitsmoment der Erde, also das in Bezug auf die Achse T oder auf die kleine Halbachse des Trägheitseliipsoids, fer- ner A das kleinste Trägheitsmoment der Erde, also ein auf eine äquatoreale Achse bezogenes, und hat die Winkelgeschwindigkeit der Erde um R nach der Achse T und zwei zu einander senkrechten äquatorealen Achsen die Componenten io, oq, oq, so ist

. dcüj rr, . . . doq doj

A -jjr = (C— A)w. oj2 , A = (C— A)w. oq , = 0.

Demnach ändert sich w nicht, und es ist

C A

c-q = / cos m. 't r), oq = y cos

A A

wo unter / und r Integrationsconstanten zu verstehen sind. Die Rotationsachse R umwandert also die Achsen T und U in der Zeit

2t i C-A

Z : r

(!) A

Die Vergleichung dieses Ergebnisses der theoretischen Mechanik mit der Er- fahrung ist nur möglich, wenn man das Verbältniss der Trägheitsmomente der Erde kennt. Physik und Technik bestimmen Trägheitsmomente durch Beobachtungen an Drehbewegungen. Ueber die Trägheitsmomente der Erde lässt sich auf diesem Wege kein Aufschluss gewinnen, wohl aber kann man aus den Anziehungen, die zwischen der Erde und der Sonne oder dem Monde wirken, die Kenntniss jener Grössen er- langen. Die Trägheitsmomente haben nämlich noch in einem anderen Zusammen- hänge Wichtigkeit für die Mechanik, als in der Drehungstheorie. Die von irgend einem Punkte auf einen Körper ausgeübte Anziehung lässt sich in erster Näherung duich die Anziehung seines Schwerpunkts ersetzen, wenn in diesem die Masse des Körpers vereinigt gedacht wird. In zweiter Näherung ist die anziehende Kraft von den Hauptträgheitsmomenten des Körpers abhängig. Wenn also Sonne und Mond auf die Erde anziehende Kräfte ausüben, die nicht genau durch den Erd Schwerpunkt gehen, so wird man aus deren Wirkungen auf die Trägheitsmomente der Erde schiiessen können. Würden die auf die Erde ausgeübten Kräfte durch ihren Schwer- punkt gehen, so würden sie kein Drehmoment um ihn ausüben, also die oben ein- geführte unveränderliche Achse U ihre Richtung im Raume nicht verändern. That- sächlich aber ändert die Erdachse ihre Richtung im Raume, d. h. die Achse U ist in Bewegung, wie die Erscheinungen der Präzession und Nutation zeigen. Aus den Beobachtungen über diese folgt die Grösse der sie verursachenden Drehmomente und hieraus hat sich ergeben

M. (t- t),

C-A

' C

0,003272,

also

C— A A

= 0,003283 =

1

304,0

Es folgt weiter z = - 304,6 oder z 304,6 Sterntage = 303,8 mittlere Tage.

O)

In einem Jahre beschreibt also die Achse T um LI einen Bogen von 432°, 8.

Die ersten Beobachtungen zur Bestätigung dieses Ergebnisses unternahm P eters 1842/43 in Pulkowa. Es ergab sich, dass die Polhöhe von Pulkowa periodisch ver- änderlich war und zwar so, wie die Theorie es verlangt, als ob sich die Rotations- achse R um die in der Erde feste Achse T der grössten Trägheit in einem Kreis-

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kegel bewegte und auf diesem im Jahre um 431 °,5 fortwanderte. Der Winkel zwischen T und R ergab sich yy", was nach unseren obigen Bezeichnungen das Verhältniss

~ geben würde (1" entspricht auf der Erdoberfläche rund 30 m). Daraus folgt

weiter auf Grund der vorhin skizzirten Poinsot’schen Drehungstheorie und der Eigen- schaften der Ellipse, dass der Winkel zwischen U und R verschwindend klein ist. Hiernach braucht man von den oben eingeführten drei Achsen die beiden U und R nicht weiter auseinanderzuhalten, während ihre Abweichung gegen die dritte T für die heutige Beobachtungskunst nicht mehr zu vernachlässigen ist.

Die von Peters gefundene Grösse dieser Abweichung hat sich aber bei späteren Beobachtungen von Gylden und Nyren in Pulkowa nicht wieder ergeben, auch Maxwell’s Berechnungen aus Greenwicher Beobachtungen und andere Untersuch- ungen führten auf abweichende Resultate.

Diese Abweichungen erklären sich nicht durch Berücksichtigung der bisher ver- nachlässigten Umstände, dass die Erde kein starrer Körper ist, also Ebbe und Fluth zeigt, dass ihr Trägheitsellipsoid ein wenig vom Rotationsellipsoid abweicht, oder dass äussere Drehmomente wirken. Auch plötzliche Massenverschiebungen, wie sie durch Erdbeben herbeigeführt werden können, erwiesen sich der Theorie nach von zu geringem Einflüsse auf die Lage der Erdachse, um jene Abweichungen in den Beobachtungen zu erklären. Dass säculare Veränderungen, wie z. B. eine allmähliche Vergletscherung Grönlands, die Erdachse verlegen können, auch hiermit die Hebung und Senkung der Meeresküsten im Zusammenhang steht, ist nicht ausgeschlossen (vergl. Helmert, Theorien der höheren Geodäsie, II, S. 445 ff.), doch reicht das Beobachtungsmaterial für weitergehende Schlüsse nicht aus und führt jedenfalls nicht auf periodische Aenderungen des Winkels RT, wie sie durch die Beobachtungen an- gedeutet scheinen.

Periodische Massen Verschiebungen, also meteorologische Vorgänge, ändern zwar das Trägheitsellipsoid periodisch, aber der Einfluss auf die Lage der Achse schien nur gering. So berechnet Helmert, dass eine Schneebedeckung der Continente

oberhalb 45° der Breite in einer Höhe , die yy m Regenhöhe entspräche, doch höch- stens nur yoo Secunde Achsenverschiebung bewirken würde. Neuerdings (Lamp, Astr. Nachr., 3014) ist auch auf die mit den Verschiebungen der barometrischen Maxima parallel gehenden Verschiebungen der grossen Meeresströmungen hingewiesen worden, als auf jährliche Massenverlegungen im Erdkörper von grösserem Betrage.

Andererseits bestätigen sich die Vermuthungen nicht, dass etwa die Berechnungen der hier in Frage kommenden feinen astronomischen Beobachtungen auf zu un- sicheren Voraussetzungen beruhten; insbesondere erwiesen sich die möglichen Un- sicherheiten in der Aberrationsconstante, sowie in der Berücksichtigung meteoro- logischer Schwankungen der Luftschichtung und daher der Refraction als zu gering, um die Abweichungen zwischen den verschiedenen Beobachtungsreihen zu erklären. Neue Beobachtungen, die von vornherein auf möglichste Berücksichtigung solcher Fehlerquellen Bedacht nahmen, ergaben in der Zeit vom Herbst 1884 bis Frühling 1885 eine Abnahme der Polhöhe von 0",4 in Berlin und 0",8 in Pulkowa (Küstner, Astr. Nachr., 2993), in der Zeit von Anfang October 1889 bis Ende Januar 1890

eine Abnahme von rund y Secunde in Berlin, Potsdam und Prag (Alb recht, Be- richt in Verh. d. Int. Erdmessung 1890; Albrecht, Astr. Nachr., 3010).

Eine schöne Aufklärung des Sachverhalts ist jüngst durch eine theoretische Be- merkung gelungen. Wenn ein Körper, der durch seine inneren Kräfte zu Schwing- ungen von der Schwingungszahl N befähigt ist, durch äussere, peiiodisch veränder- liche Kräfte zu Schwingungen von der Schwingungszahl N' gezwungen wird, so er- folgen diese mit um so geringerer Amplitude, je grösser die Abweichung der Schwingungszahlen N und N' ist, während bei N = N' die Amplitude mit den wiederholten Anregungen von aussen unbegrenzt wächst. Würde eine Anregung die Amplitude A ertheilen, so erzeugen die immer wiederholten Anregungen die Amplitude

N2

N2 - N/2' A‘

Das wird im Vortrag für einen einfachen Fall theoretisch entwickelt und an dem Beispiel eines Pendels, dessen Aufhängepunkt in geeignetem Tempo hin- und her- geführt wurde, erläutert.

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Radau hat nun diese Erwägung auf die Bewegung der Erde angewendet, deren Achse R sich in 308,8 Tagen um die im Erdkörper feste Achse T dreht, während meteorologische Veränderungen sich im Allgemeinen in 865,24 Tagen wiederholen. Da nun 803,8.6 sich von 365,24.5 nur um 3,4 unterscheidet , so verhalten sich die Perioden der beiden Veränderungen nahe wie 5 : 6 und N2— N/2 nahe N2, die Amplitude der Achsenschwankung wird also 3,3 mal so gross, als die der sie er- regenden Veränderung. Jene von Helmert berechneten 2 Hundertelsecunden Achsen- ablenkung, die durch einmalige Massenänderung herbeigeführt würden, werden also bei periodischer Wiederholung ihrer Verursachungen zu einer Polhöhenschwank- ung vom 6,6fachen Betrage, von 0,18 Secunden jährlich, vervielfältigt.

Eine genauere Rechenschaft über den Vorgang gewähren die Differentialgleich- ung der Bewegung, wie sie sich für den Fall geringer Schwankungen der Gestalt und Lage des Trägheitsellipsoids im Erdkörper ergeben. Hat die Achse grösster Trägheit einmal die Lage T0 und legt man zu dieser Richtung senkrecht eine Projectionsebene E, so wird, falls die Achse T längs eines Meridians infolge meteorologischer Vor- gänge hin- und herschwankt, von ihr in der Ebene E eine Gerade in dar Länge 2c beschrieben. Ist diese I-Achse, die zu ihr durch T0 gelegte Senkrechte ??-Achse eines Coordinatensystems der Ebene E, so beschreibt die Achse R und mit ihr U auf der Ebene eine Epic}Tkloide

cos

271

308,8

(1 + T) + 3,3 c.sin

2 7T

365,24

rj k sin

2 71

3033”

(t -4— t) j— 2,7 c.cos

27T

365,24

wo k der mit dem oben benutzten % proportionale Radius des Kreises ist, den R um T beschreiben würde, wenn T ruhte. Für dieses Ergebniss Radau’ s (Comptes rendus, 1890) ist in weiterer Ausführung der Untersuchungen dieses Forschers von Hel mert (Astron. Nachr., 3014; eine graphische Darstellung gegeben worden, die der Vortragende vorlegt. Sie zeigt, dass die Schwankung der Achse in aufeinander- folgenden Jahren recht verschieden ausfallen kann. Dies veranlasste dazu, mit der geplanten Expedition nach Honolulu nicht länger zu zögern. Nach vorläufiger Mit- theilung wird das Ergebniss dieser Expedition eine endgültige Bestätigung der Achsenschwankung sein, da die Polhöhenveränderungen in .Honolulu in entgegen- gesetztem Sinne auftreten als gleichzeitig in Deutschland.

Zweite Sitzung am 3. März 1892. Vorsitzender : Prof. Dr. G. Helm. Anwesend 35 Mitglieder und Gäste.

Prof. Dr. W. Hernpel spricht über die Kohlenstoffbestimmung im Eisen auf gasvolumetrischem Wege und über einen neuen Messapparat für Gase, welcher an einem praktischen Beispiele er- läutert wird.

Im Anschluss hieran führt der Vortragende ein neues Experiment vor zum Nachweise, dass unter gewissen Umständen auch in einer Kohlensäureatmosphäre eine Verbrennung erhalten blei- ben kann.

Unter gewöhnlichen Verhältnissen erlischt bekanntlich eine Flamme, wenn man sie in einen mit Kohlensäure gefüllten Raum bringt. Diese Erscheinung wird da- durch naohgewiesen, dass aus einer Glasröhre ausströmender Wasserstoff* entzündet und die Mündung der Röhre in einen mit Kohlensäure gefüllten Glascylinder ein- gesenkt wird.

Die Flamme erlischt jedoch nicht, wenn man den Wasserstoff* aus einem weiss- glühenden Brenner, also stark erhitzt, in die Kohlensäureatmosphäre ausströmen lässt.

Um den Wasserstoff* auf eine hinreichend hohe Temperatur zu bringen, benutzt der Vortragende den zwischen Kohlenelektroden sich bildenden elektrischen Licht- bogen. In einer elektrischen Bogenlampe wird die obere Kohle durch einen hohlen Kohlencylinder ersetzt, der, nach unten glockenförmig erweitert, über die untere

Kohle übergreift und in dessen Höhlung oben ein Gaszuführungsrohr hineinragt. Der ganze Apparat steht in einem weiten mit Kohlensäure angefüllten Gascylinder. Wird nun Wasserstoff zugeleitet und der elektrische Strom geschlossen, so kann man, zumal durch die getroffene Anordnung der grelle Lichtbogen dem Auge ver- deckt bleibt, den unteren Rand des Hohlcylinders von einer schwachleuchtenden Flamme deutlich umsäumt erblicken.

VI. Section für Mathematik.

Erste Sitzung am 11. Februar 1892. Vorsitzender: Geh. Rath Prof. Dr. G. Zeuner. Anwesend 12 Mitglieder.

Der Vorsitzende hält einen Vortrag: „Zur Thermodynamik der Atmosphäre“.

Zweite Sitzung am 21. April 1892. Vorsitzender: Geh. Rath Prof. Dr. G. Zeuner. Anwesend 9 Mitglieder.

Baurath Prof. Dr. R. Ulbricht spricht im Anschluss an seine Ver- öffentlichung: „Ueber Wechselstromverzweigungen“, elektrotechn. Zeitschr. 1892, Hft. 12, über die graphisch-analytische Behandlung elek- trischer Wechselströme und erläutert seine Auseinandersetzungen durch die Vorführung eines interessanten Experimentes, durch welches gezeigt wird, dass bei Leitern mit Selbstinduction durch Einschaltung eines Con- densators an gewissen Punkten der Leitung grössere Potentialdifferenzen auftreten können, als sie die im Stromkreise vorhandene elektromotorische Kraft erzeugt.

Dritte Sitzung am 19. Mai 1892. Vorsitzender: Geh. Rath Prof. Dr. G. Zeuner. Anwesend 8 Mitglieder.

Prof. Dr. K. Rohn spricht über die Knotenpunkte bei den Flächen dritter Ordnung, unter Vorführung von zahlreichen Gyps- modellen derartiger Flächen.

Vierte Sitzung am 16. Juni 1892. Vorsitzender: Geh. Rath Prof. Dr. G. Zeuner. Anwesend 9 Mitglieder.

Prof. Dr. M. Krause behandelt die Bestimmung von Curven- längen durch elliptische Integrale.

Jm Anschluss daran erwähnt Prof. Tr. Rittershaus, dass bei einigen Problemen von Zahnradübersetzungen mit unrunden Rädern man auf elliptische Integrale geführt wird; derselbe zeigt auch eine Anzahl von Modellen merkwürdiger Zahnradübersetzungen und Bewegungsmechanis- men vor.

VII. Hauptversammlungei].

Erste Sitzung am 28. Januar 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. K. Rohn. Anwesend ?A Mitglieder.

O

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Geh. Begierungsrath Prof. T)r. E. H artig spricht über Auseinander- setzungen zwischen Wort, Begriff und Gegenstand, erläutert an Beispielen aus der Technik.

Zweite Sitzung am 25. Februar 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. K. Bohn. Anwesend 18 Mitglieder.

Zur Vorlage gelangt ein Aufruf zu Beiträgen für ein Denkmal für Christian Ludwig Brehm, Alfred Brehm und Prof. Schlegel, welches diesen um die Erforschung der Thierwelt verdienten Männern in Altenburg errichtet werden soll.

Geheimrath Prof. Dr. G. Zeuner erstattet Bericht über den Kassen- ahschluss für das Jahr 1891 (s. Anlage A, S. 21), mit dessen Prüfung Bankier A. Kuntze und Hauptmann a. D. G. Woldermann beauftragt werden.

Mitgetheilt wird ferner, dass sich die Einrichtung des Lesezirkels (vergl. Sitzungsber. der Isis 1891, S. 13) bewährt hat und der Gesellschaft Unkosten aus demselben nicht erwachsen sind.

Der Voranschlag für das Jahr 1892 (s. Anlage B, S. 22) wird einstimmig genehmigt.

Prof. Dr. K. Bohn behandelt nun die Frage der Abhängigkeit der Anzahl der Kugeln, die sich in einem Hohlwürfel unterbringen lassen, von ihrer Anordnung darin.

Dabei wird die Voraussetzung gemacht, dass die Seite des Würfels sehr gross sei im Vergleich zu dem Durchmesser der unter sich gleichen Kugeln. Ist die Würfelseite gleich dem n- fachen Kugeldurchmesser, so ist die Zahl der Kugeln n3, wenn die Kugeln, d. h. ihre Mittelpunkte, wie die Ecken eines Würfels angeordnet sind. Sind sie dagegen wie die Ecken eines Tetraeders angeordnet, so ist die Zahl

der Kugeln gleich n3]/‘2. Ebenso gross wird die Zahl bei Anordnung der Kugeln wie die Ecken eines Octaüders. Dabei sind geringere Potenzen vernachlässigt.

Auf eine Anfrage des Herrn G. Woldermann über die Gewichts- verhältnisse bei Füllung eines Cylinders mit kleinen oder mit grossen Kugeln bemerkt der Vortragende:

Eine Hohlkugel oder ein Hohlwürfel fasst dem Gewichte nach etwas mehr, wenn man kleine Kugeln nimmt, als wenn die Kugeln grösser sind, da an den Begrenzungs- flächen der schädliche Raum im ersteren Falle etwas geringer wird.

Dritte Sitzung am 31. März 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. K. Bohn. Anwesend 33 Mitglieder.

Nach Prüfung des Kassenabschlusses vom Jahre 1891 durch die Bevisoren wird dem Kassirer Decharge ertheilt.

Dr. Fr. Baspe theilt mit, dass das für die Aufstellung der Bibliothek in der K. Technischen Hochschule bisher zur Verfügung gestellte Zimmer infolge nothwendiger Umbauten gekündigt, vom Bectorat der Hochschule aber zur Unterbringung der Bücher ein anderer Baum angeboten worden sei.

Nach längerer Debatte wird dieses Anerbieten mit Dank angenommen und die Verlegung der Bibliothek in den neuen Baum genehmigt.

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18

Gleichzeitig wird eine aus Prof. Dr. 0. Drude, Oberlehrer H. Engel- hardt, Geh. Hofrath Dr. Geinitz, Dr. F. Raspe, Prof. Dr. K. Rohn und Privatus K. Schiller zusammengesetzte Commission gewählt, welche über die Zukunft der Bibliothek berathen und der Gesellschaft hierüber Bericht erstatten soll.

Die von der früheren mineralogischen Gesellschaft in Dresden der Isis als Geschenk angebotene Bibliothek wird dankend angenommen.

Der thüringische botanische Verein ladet zur Betheiligung an seiner Frühj ahrsv er Sammlung in Gera ein. Es wird beschlossen, dieser Einladung möglichst zahlreich zu folgen. (Vergl. S. 6).

Yierie Sitzung am 28. April 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. K. Rohn. Anwesend 20 Mitglieder.

Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung mit der Mittheilung, dass das von dem am 18. December 1891 verschiedenen Mitgliede Bergingenieur Alfred Purgold in Gotha der Isis testamentarisch bestimmte Legat von 600 Mark von den Hinterbliebenen übergeben worden ist.

Der Verewigte, dessen Thätigkeit in unserer Isis so viel zu deren Gedeihen beigetragen hat (s. Nekrolog, 1891, S. 33), hat durch dieses hochherzige Geschenk bewiesen, mit welchem Interesse er bis zu seinem Tode den Bestrebungen unserer Gesellschaft gefolgt ist. Wir sind ihm für dieses Zeichen treuer Anhänglichkeit zu dauerndem Danke verpflichtet, sein Andenken wird in unserer Mitte für alle Zeiten fortleben!

Prof. Dr. 0. Drude spricht über die Culturfähigkeit, von Deutsch- Westafrika.

Dr. A. Naumann giebt Mittheilungen über die Zwergbirke vom Fichtelberge und legt blühende Zweige derselben vor.

Fünfte Sitzung am 30. Juni 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. K. Rohn. Anwesend 23 Mitglieder.

Statt der im Juli und August abzuhaltenden Hauptversammlungen wird eine Excursion in Aussicht genommen.

Prof. Dr. H. Vater spricht über die Ursachen der Verschieden- heit der Krvstalle derselben chemischen Verbindung.

Excursion.

Am 26. Mai 1892 unternahmen 19 Mitglieder einen Ausflug nach der „Schönen Höhe“ bei Dittersbach, wo eine kurze Hauptver- sammlung zur Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten abgehalten wurde. Hierauf wurde das Wesenitzthal durchwandert und zuletzt die Basaltformation des Kegels, auf dem Stolpen gelegen ist, in Augenschein genommen.

19

Veränderungen im Mitgliederbestände.

Gestorbene Mitglieder:

Am 14. October 1890 verschied in Jena Dr. phil. Robert Schmidt, correspondirendes Mitglied der Isis seit 1857.

Am 7. Januar 1892 starb im Alter von 55 Jahren der durch seine vortrefflichen Schriften über das Studium der europäischen Herpetology bekannte Zoolog Dr. phil. Graf Alexander P. Ninni, Director des Museums der Stadt Venedig, correspondirendes Mitglied der Isis seit 1868.

Am 10. Januar 1892 starb in Dresden im 76. Lebensjahre Dr. med. et phil. Hermann Reinhard, Geh. Medicinalrath und Präsident des Landes-Medieinalcollegiums a. D.

Geboren am 15. November 1816 in Dresden bereitete sich der Verewigte für das medicinische Studium auf der Kreuzschule und der Fürstenschule vor und bezog dann die Universität Leipzig. 1844 liess er sich in Bautzen als Arzt nieder, wurde Mitte der 18ri0er Jahre zum Medicinalrath und Beisitzer der K. Kreisdirection daselbst ernannt und 1865 als Geh. Medicinalrath in das neugeschaffene Landes -Medicinal- collegium berufen, als dessen Präsident er von 1872 bis 1888 sich grosse Verdienste um das Medicinalwesen Sachsens erwarb und von Sr Maj. dem Könige durch Ver- leihung hoher Orden ausgezeichnet wurde. Als Abgeordneter Sachsens nahm er hervorragenden Antheil an der Bearbeitung der Pharmacopoea germanica. Auch durch seine entomologisclen Forschungen hat sich der Verewigte einen bedeutenden Namen erworben. Unserer Gesellschaft gehörte er seit 1869 als Ehrenmitglied an.

Am 11. Januar 1892 verschied in Dresden Privatus Otto König, wirkliches Mitglied seit 1891.

Am 15. Januar 1892 verschied im Alter von 79 Jahren in Padua Freiherr Achille de Zigno, Ehrenmitglied seit 1860.

Der Verewigte war in wissenschaftlichen Kreisen allgemein bekannt durch seine wichtigen geologischen und paläontologischen Arbeiten, die mit dem Jahre 1841 be- ginnend erst mit seinem Tode geendet haben. Die berühmteste seiner Schriften ist die „Flora fossilis formationis oolithicae“, zahlreiche weitere Resultate seiner Forsch- ungen sind im Jahrbuch der K. K. geologischen Reichsanstalt in Wien niedergelegt. Achille de Zigno war einer der Männer, welche 1861 ihre gewichtige Stimme gegen eine Vereinigung der K. K. geologischen Reichsanstalt mit der Kais. Akademie der Wissenschaften in Wien erhoben und welchen dieses für die geologische Durch- forschung der österreichischen Monarchie so bedeutungsvolle Institut seine Selbstän- digkeit verdankt.

Am 27. Februar 1892 starb in Freiberg, 81 Jahre alt, der früher als Professor an der dortigen Bergakademie wirkende Bergrath F. W. Fritsche, Ehrenmitglied seit 1868.

Am 16. März 1892 starb in Wien im 75. Lebensjahre Dr. Karl Aberle, K. K. Regierungsrath und Professor a. D. , correspondirendes Mitglied seit 1876.

Am 8. April verschied in Dresden Oberbaurath und K. Wasserbau- Director Moritz W. Schmidt, wirkliches Mitglied seit 1873.

Am 18. April 1892 starb Dr. August Todaro, Senator und Director des botanischen Gartens in Palermo, correspondirendes Mitglied seit 1876.

Am 27. April 1892 verschied der Kais. Russische Wirkliche Staats- rath Dr. Eduard August von Regel, Director des botanischen Gartens in Petersburg, correspondirendes Mitglied seit 1854.

2*

20

Am 4. Mai 1892 verlor unsere Gesellschaft durch den Tod ihr ältestes Ehrenmitglied Dr. Karl August Dohrn, langjährigen Präsidenten des entomologischen Vereins in Stettin. Der Isis gehörte der Verewigte seit dem Jahre 1845 als Ehrenmitglied an.

Am 26. Mai 1892 starb in Dresden Bürgerschuloberlehrer Louis Bald auf, wirkliches Mitglied seit 1872.

Am 20. Juni 1892 verschied Prof. Dr. E. C. Schübeler, Director des botanischen Gartens in Christiania, Ehrenmitglied seit 1871.

Neu aufgenommene wirkliche Mitglieder:

Altenkirch, Gust, Gand. d. höh. Schulamts in Dresden, am 26. Mai 1892; Dudensing, Gust., Dr. phil., Gymnasiallehrer in Dresden, am 25. Februar 1892;

Lauterb ach, Cam., Oberst z. D. in Dresden, am 31. März 1892;

Mie, Gust., Dr. phil., Oberlehrer in Dresden, am 26. Mai 1892.

Aus den correspondirenden in die wirklichen Mitglieder ist über- getreten :

Hefelmann, Rud., Dr. phil., Chemiker in Dresden.

Neu ernannte correspondirende Mitglieder:

Lohrmann, Ernst, Dr. phil., Gymnasiallehrer in Schneeberg, ' Stevenson, J. J., Professor an der University of New- - York,

am 28. Januar 1892.

Kassenabschluss der ISIS vom Jahre 1891.

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Dresden, am 23. Februar 1892. H. Warnatz, z. Z. Kassirer der Isis.

22

Voranschlag

für das Jahr 1892.

Mark

1. Gehalte 660

2. Inserate 75

3. Localspesen 130

4. Bnehbinderarbeiten 200

5. Bücher nnd Zeitschriften 550

6. Sitzungsberichte und Drucksachen . . . 1100

7. Insgemein 130

Summa Mark 2845.

Sitzungsberichte

der

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in Dresden.

1892.

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I. Section für Zoologie.

Dritte Sitzung am 13. October 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. B. Vetter. Anwesend 20 Mitglieder.

Der Vorsitzende spricht über das erste Menschenalter der Dar- winschen Theorie.

Vierte Sitzung am 1. December 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. B. Vetter. Anwesend 18 Mitglieder.

Prof. Dr. R. Ebert giebt im Anschluss an eine in der Zeitschrift für Zoologie veröffentlichte Arbeit von Schlamp einen Bericht über das Auge des Grottenolms, Proteus anguineus Laur.

Hieran schliessen sich Bemerkungen von Dr. J. Thiele über das Auge niederer Wirbelthiere

und von Prof. Dr. B. Vetter über die Bildung des Auges bei der Larve des Petromyzon.

Dr. J. Thiele hält einen Vortrag über die primitivsten Metazoen (vergl. Abhandl. VIII) und legt hierzu eine Arbeit von F. E. Schulze über Triehoplax adhaerens vor.

Privatus K. Schiller bringt zur Vorlage Oligoneura rhenana Imh. und Centroptilum tenellum Alb., welche bisher in Sachsen noch nicht auf- gefunden worden sind und die er von Herrn Feurich in Göda bei Bautzen mit mehreren Lestes- Arten erhielt, die sich als L. sponsa Hans und L. virens Charp. erwiesen. Die Larve von Oligoneura rhenana Imh. ist auch in der Elbe entdeckt worden.

Ebenfalls als neu für Sachsen bezeichnet Dr. J. Thiele Acicula polita Hartm.

Zum Schluss bespricht Prof. Dr. B. Vetter ein von Osterloh her- gestelltes Modell der Steinkoralle.

II. Section für Botanik.

Vierte Sitzung am 3. November 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. 0. Drude. Anwesend 34 Mitglieder.

Der Vorsitzende legt die Belegexemplare der hauptsächlicheren in diesem Jahre zur Beobachtung gelangten Bereicherungen der Flora

1*

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Saxonica vor und bespricht die Bedeutung derselben vom pflanzengeogra- phischen Standpunkte innerhalb der mitteldeutschen Flora. Dieselben sind:

1. Stachys alpina L, aufgefunden vom Lehrer Hof mann (Döbeln) im Zsckopauthal bei Waldheim, eingesendet von dem glücklichen Finder an den Vorsitzenden.*)

Es ist dies unter den Novitäten wohl unstreitig die interessanteste, eine phane- rogarne Waldpflanze, welche sich nicht in Cultur befindet und sich nicht zu Ver- schleppungen eignet, von welcher auch kein wanderndes Vordringen bekannt geworden ist, und welche hier zum ersten Male im Königreich Sachsen aufgefunden ist. Ihre Feststellung in Sachsen ist von um so grösserer floristischer Bedeutung, als der neue Standort die bis dahin in Mitteldeutschland getrennten Standorte des Ostens und Westens überbrückt: sie ist bekannt aus dem Eulengebirge, von der hohen Mense, dem Glatzer Schneeberg, im Altvatergebirge am Leiterberg, Altvater selbst, Brünnei- heide, im grossen und kleinen Kessel, aus den Beskiden, aus den Prerauer Karpathen ,, selbst schon im niedrigen Hügelgebiete“ (Oborny); im Riesengrunde des Riesen- gebirges hat Uechtritz den früheren Wimmer’sclien Standort nicht wiedergefunden, neuere Angaben sind dem Ref. unbekannt; im böhmischen Mittelgebirge kommt sie mehrfach vor: in der Bergregion des hohen Göltsch, am Kreuzberg bei Leitmeritz, am Zinkenstein, Kleis, und nahe der sächsischen Grenze bei Falkendorf unweit Tetschen, aus dem Erzgebirge aber giebt Celakovsky’s Flora nur den Kriesdorfer Grund bei Osseg an, ausserdem den Blösslingberg und Wölfling bei Abertham. Im Westen nennt die Thüringer Flora keinen Standort für diese Stachys- Art; aber Garcke giebt einen dem Ref. vordem unbekannt gebliebenen am westlichen Abhange des Ober- harzes bei Lutter am Barenberg (Seesen) an, und im südlichen Hannover ist nun das merkwürdige, nicht kleine Ausbreitungsgebiet der Stachys alpina in den Muschelkalk- Buchenwäldern um Göttingen, bei Hildesheim und Hameln, wo sie Ref. häufig in Gesellschaft von Helleborus viridis , Bupleurum longifolium , Cephalanthera- und Epi- pactis- Arten gesammelt hat; in Hessen (Cassel, Marburg, Biedenkopf, Biber am Spessart etc.) wird sie häufiger, im fränkischen Jura scheint sie noch recht selten, während sie in den nördlichen Kalkalpen bis 1620 m und in der sich daran an- schliessenden bayrischen Hochebene verbreitet ist. Nach allem Gesagten erscheint der neue sächsische Fundort als im Anschluss an das östliche Verbreitungsgebiet der Stachys alpina in Mitteldeutschland befindlich, da zumal das ganze Saalegebiet keinen Standort aufzuweisen hat, was bei der Gegenwart sowohl im fränkischen Jura als im Muschelkalkgebiet in Süd-Hannover disharmonisch ist. Die Species liebt, ihrem Namen zum Trotz, gewiss die niedere Bergregion mehr als die an die Waldgrenze streifenden Höhen; sie braucht daher nicht als ein Relict aus kälteren Perioden an- gesehen zu werden, sondern nur als Pflanze von sporadischer Verbreitung, ohne dass es möglich wäre, einen plausiblen Grund für diese Verbreitungsform, die ja oft genug in den Pflanzenarealen enthalten ist, anzugeben.

2. MyriopJiytttwi alterniflorum DC., aufgefun den von Apotheker S c h 1 i m - pert (Meissen-Cölln) in Gemeinschaft mit Herrn Fritzsche (Kötzschen- broda) in einem Kanal zwischen Sieglitz und Streuben.

Diese interessante Wasserpflanze bewohnt der Hauptsache nach das atlantische Europa (Britannien, sogar Island und das skandinavische Küstengebiet, Holland, Frank- reich und Spanien), und ihre Entdeckung schliesst sich daher an diejenige von Helosciadium inundatum Koch an, über welche nördlich der sächsischen Landes- grenze in der Umgebung von Ruhland wir nach ihrer Entdeckung durch Herrn Alwin Schulz (Königsbrück) der Gesellschaft Isis vor zwei Jahren auf Grund unserer persönlichen Aufnahme berichten konnten. In Deutschland bewohnt das genannte Myriophyllum, von den bekannteren Arten M. veriicillatmn (incl. pectinatum) und 31. spicatum durch die feinen Blattzipfel und die in eine zerstreutblüthige nickende

*) Auch an dieser Stelle soll denjenigen Herren, welche die hier zu nennenden Novitäten, ebenso wie früher, durch ihre freundliche Einsendung an den Unterzeich- neten oder an Dr. Naumann zur dauernden Aufbewahrung im Herbar der Flora Saxonica im Kgl. Polytechnikum gelangen liessen, ein aufrichtiger herzlicher Dank abgestattet sein. Es ist anders nicht möglich, ein authentisches reiches Florenmaterial als Grundlage wissenschaftlicher Arbeit vollzählig zusammen zu bringen.

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Aelire aufgelösten Blüthenquirle zarterer Beschaffenheit leicht unterschieden, den Süd westen, ist aber auch noch häufig in Westpreussen und findet sich dazwischen in Pommern, Brandenburg, Braunschweig und Hannover, Holstein; es bildet also eine südöstliche Vegetationslinie und könnte als solche den von Grisebach in seiner classischen Studie über die Yegetationslinien im nordwestlichen Deutschland genannten (unter denen zwei Helosciadium- Arten auftreten) beigefögt werden. Die Entdeckung dieser Art in Sachsen ist also von grossem Interesse, obwohl bei der leichteren Ver- scbleppungsweise von Wasseipflanzen eher, als bei der erstgenannten Entdeckung einer neuen Art, daran zu denken wäre, dass vielleicht erst in jüngerer Zeit diese Aieal-Erweiterung entstanden ist.

Die Rügenden Notizen beziehen sich nicht auf neue, der Flora Saxo- nica jetzt zuerst einzuverleibende Species, sondern auf einige interessantere Standorte solcher Arten, welche bei ihrem sporadischen Vorkommen in Sachsen erhöhte Bedeutung haben. Da ist zuerst zu nennen ein neuer Standort von

3. Epipogum aphyllum Sw. ( Epipogium Gmelini Rieh.), der merkwür- digen, zarten und bleich wachsgelben Orchidee, welche bislang aus Sachsen nur von dem einen Standorte in der Bautzner Gegend (vom Pichow bei Dretschen, vergl. Isis, Abh. 1889, S. 7) bekannt war (von welchem das Herbar der Flora Saxonica jetzt ausgezeichnete Belegexemplare durch den Erwerb der Lodny’schen Sammlung erhalten hat), und zu dem der Vor- tragende einen zweiten oberlausitzer Standort im Quellgebiet der Wessnitz am Südhange des Valtenberges zwischen Nieder-Neuldrch und Steinigt- Wolmsdorf unweit der böhmischen Grenze auf seiner diesjährigen Studien- reise hat hinzufügen können.

Sie befindet sich daselbst in einem sehr feuchten Fichtenwald der unteren her- c}rnischen Formation, wo die junge Wessnitz zwischen moosbewachsenen Granitblöcken sich versteckt hinwindet und auch in einem so trocknen Sommer, wie der diesjährige war, für das noth wendige Nass sorgt. Von Phanerogamen befinden sich zwischen der hohen Moosdecke von Polytrichum, Mnium , Plagiochila asplenioides etc. und stellenweise Sphagnum hier nur die Farne der Dryopteris-G enossenschaft, hauptsächlich aber Aspidium spinulosum in mächtigen Exemplaren. Ob der Epipogum- Standort reich an Exemplaren ist, lässt sich einstweilen nicht entscheiden; ich fand am 11. August nur 2 kleine Exemplare. Bedenkt man aber, dass die Hauptblüthezeit dieser Orchidee Mitte Juli ist, und dass, wie ich mich selbst an den Buchenwald-Standorten von Epipogum in der Göttinger Flora wiederholt früher überzeugen konnte, nach den ersten kräftig entwickelten Blüthenstengeln, welche öfter zu mehreren aus einem Rhizom hervorbrechen und in kleinen Rudeln beisammen stehen, nur noch verein- zelte Schwächlinge Ende Juli über der Laubdecke zu erscheinen pflegen, während die normalen Blüher dann schon verwelkt sind, so besagt diese geringe Zahl noch wenig gegen die Annahme, dass der Wessnitz-Standort gleichwie der andere eine sichere Ernte berge; zumal war ja dieser vergangene Hochsommer überhaupt arm an Orchideen.

Epipogum aphyllum gehört zu denPflanzen, welche bei weiter Gesammtverbreitung von den Pyrenäen bis Sibirien überall selten zu sein scheinen und in allen Local- floren mit vereinzelten Standorten, an diesen sogar gleichsam unbeständig, aufgeführt werden. Schön heit’s Flora von Thüringen giebt keinen Standort dafür an, im Harz wächst es unterhalb des Brockens und in der Buchenwaldregion, häufiger ist es im südhannoverschen Muschelkalk-Gebiet vom Deister bis nach Hessen (Giessen) ; bei Warnsdorf ist der dritte, Sachsen nahegelegene Lausitzer Standort, Marienbad birgt einen am Südhange des Erzgebirges, der Kubany im Böhmerwalde, Carlsbrunn einen solchen im Gesenke, Glatzer Schneeberg und Zackenfall, andere Standorte in den Sudeten, dazu solche in Mähren. Auch in Norddeutschland kommt es als grosse Seltenheit vor: zerstreut in schattigen Buchenwäldern von Schleswig-Holstein und in Dänemark fehlt es in dem Lüneburger Heidegebiet sammt südlich sich anschliessen- den (Jebergangswaldungen, ist aber vom südlichen Norwegen bis England ( Watson’s Topographical Botany , p, 386, bezeichnet es am einzigen Standorte im mittleren

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Severn-Gebiet als ,, extinct ?”), und von Schweden bis zum mittleren Finnland zerstreut; dazu kommen für Europa noch alpine Standorte, solche in Etrurien, Ungarn, Sieben- bürgen und im mittleren Russland.

4. Potentilla canescens Bess., hat Apotheker Schlimpert ebenfalls an einem neuen und für die sächsische Flora sehr interessanten Standort in der Meissner Gegend entdeckt.

Diese für Sachsen sehr seltene Pflanze hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Ost- Europa. Sie findet sich, in Deutschland sehr zerstreut vor. Unser Herbarium der Flora Saxonica weist sächsische Exemplare vom Schlossberg bei Schwarzenberg, von Berggiesshübel, von Weischlitz bei Plauen i. Y. und Grossstein bei Kuppitz? auf.

5. Drosera longifolia L., aufgefunden von Assistent Dr. A. Naumann auf dem Kranich see-Moor bei Carlsfeld und am sogenannten „Kleinen Kranichsee” bei Sauersack auf seiner diesjährigen Studienreise.

Diese Pflanze findet sich in spärlicher Anzahl am Rande der tiefen Tümpel, die man als „Moos-Schwimmgründe” bezeichnen könnte, und welche gerade den Torf- mooren um Carlsfeld ihren eigenthümlichen Charakter verleihen. Sie wächst, be= gleitet von Drosera rotundifolia, versteckt in den Polstern von Sphagnum teres, mollus- cum und cymbifolium. Der genauere Standort am Kranichsee-Moor ist durch folgende Beschreibung gegeben: Dort wo der Grenzgraben eine Biegung von SW. nach NO. macht, findet sich der Grenzstein f 3. Geht man von diesem 90 Schritte in östlicher Richtung und von hier senkrecht zu dieser 80 Schritte nach der böhmischen Seite zu, so stösst man auf die tieferen von Drosera longifolia umgebenen Tümpel.

6. Betula nana L. , aufgefunden vom Vortragenden im Jahre 1888 auf einem Torfmoore bei Fribus in Böhmen, ebenso von Dr. Naumann 1892.

Auf diesem stark im Abbau begriffenen Moore findet sich Betula nana geradezu Bestand bildend vor, ganz wie an dem von Dr. Naumann in diesem Jahre besuchten Torfstich am Spitzberg bei Gottesgab.

Genauer charakterisirt ist der Fribuser Standort durch folgende Angaben: An der Strasse Eibenstock-Fribus läuft der Rohlabach. Wo sich derselbe von der Strasse ab nach Osten wendet, liegt westlich desselben gegenüber einem Hause (Schank- wirthschaft) der von der 880 m Curve durchschnittene Torfstich.

Bemerkt sei noch, dass sich dieser und der oben angegebene Standort von Dr. longifolia L. in dem Prodromus der Flora von Böhmen von Celakovsky noch nicht angegeben finden.

7. Pirola chlorantha L. hat Postverwalter Benz aus dem südwest- lichsten Sachsen in der Umgebung von Brambach eingesendet.

Da die sächsische Excursionsflora von Wünsche diese Pirola- Art ausdrücklich als im Erzgebirge fehlend angiebt, so ist auf diesen für den Ref. neuen Standort um so mehr Gewicht zu legen, als ja im Allgemeinen die Waldflora des Brambacher Ge- bietes einer mittleren Region im Erzgebirge entspricht, dabei aber die bekannten vogtländischen Eigenthümlichkeiten für sich hat.

Diese Ergänzungen zur sächsischen Phanerogamen-Flora übertrug Herr K. Schiller auf das kryptogamische Gebiet durch Vorlage eines, leider nur steril gefundenen höchstinteressanten Laubmooses, des von ihm in der säch- sischen Schweiz gefundenen Dicranodontium aristatum Schimp.

Da dieses bisher in Deutschland nur an den Quadersandsteinfelsen der Sudeten und des Heuscheuergebirges gefundene Moos, obwohl es an günstiger Stelle die Fels- wände in auffälliger Weise dicht überkleidet, wegen der Aehnlichkeit mit anderen Gattungen der Dicranaceen leicht verwechselt und wegen der Sterilität unbeachtet bleiben kann, ist es bisher aus dem sächsisch -böhmischen Sandsteingebirge nicht bekannt geworden. Sicher kommt es aber daselbst an mehreren Localitäten vor, denn Dr. A. Schultz hat es in diesem Jahre im Edmundsgrunde in Böhmen entdeckt, während die vorgelegten Exemplare im Polenzgrunde in Sachsen gesammelt worden sind.

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Darauf giebt Dr. A. Naumann unter Vorlage entsprechender Abbild- ungen und getrockneter Exemplare eine kurze Charakteristik der Arten der Gattung Botrychium.

Prof. Dr. 0. Drude bespricht als neuere botanische Litteratur-Erschein- ungen folgende Schriften:

M. Willkomm: Das Herbar;

A. B. Frank: Lehrbuch der Botanik, Bd. I. Berlin 1892;

H. Warnecke: Lehrbuch der Botanik für Pharmaceuten und Mediciner. Braun- schweig 1892;

A. Zimmermann: Die botanische Mikrotechnik. Tübingen 1892;

A. Famintzin: Uebersicht der Leistungen auf dem Gebiete der Botanik in Russ- land i. J. 1890. Petersburg 1892;

J. Briquet: Les Labiees des Alpes maritimes. Geneve et Bale 1891;

E. Warmin g: Lagoa Santa (Kgl. Dänische Akademie 1892).

Zum Schluss giebt Herr F. Fritzsche-Kötzschenbroda noch eine Mit- theilung über das Vorkommen von Pirola chlorantha L. in der Lössnitz und schildert des Näheren den Standort von Epipogum Gmelini Rieh, bei Sassnitz (Rügen).

Fünfte Sitzung am 8. December 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. 0. Drude. Anwesend 32 Mitglieder.

Der Bibliothekar der „Isis“, Herr K. Schiller, legt ein als Geschenk eingegangenes zweibändiges Werk vor: J. Lubbock, „A contribution to our Knowledge of Seedlings“, welches von hohem Werthe zu sein scheint, in- dem eine vergleichende Keimungsgeschichte von jeher als systematisches Bediirfniss empfunden worden ist.

Prof. Dr. 0. Drudfe hält den angekündigten Vortrag über W^üsten- pflanzen und Succulenten.

Nach einer kurzen Charakteristik der diese Pflanzen repräsentirenden drei pflanzen- geographischen Gebiete der Wüsten, Wüstensteppen und Tropengebiete mit xero- phytischer Vegetation bespricht Redner die hauptsächlichsten Schutzmittel der Pflanzen gegen Dürre und erörtert den Begriff der Succulenz. Hierauf schildert er die beiden Heimathscentren der Succulenten, deren Maximum an zwei Stellen der Erde liegt: Süd- afrika (Karoo etc.) und Südamerika (Mexikanisches Hochland-Salzgebiet von Utah). Dazu kleinere Gebiete: Somali, Sokotra, Canaren etc.

Die Hauptformen der Stamm- und Blattsucculenz entsprechen der verschieden- artigen Anpassungsmöglichkeit, welche die Systemgruppen ausnutzen, indem sie ent- weder den Stamm in oberirdische, korkgeschützte Knollenstärame verwandeln, oder normal wachsende Stengel, bez. Blätter oder seltener beides zugleich mit den Eigen- schaften succulenter Gewebe ausrüsten. Beispiele für Knollenstamm: Testudinaria ; für Stammsueculenz: Cacteen, Euphorbia ; für Blattsucculenz: Aloe , Sempervivum\ für doppelseitige Succulenz: Kleinia unter den Compositen.

Es gelangt zur Besprechung folgende Liste der hauptsächlichsten Succulenten (C bedeutet Capland, M Mexiko):

Monocotyledonen.

Dicoty ledonen.

Liliaceen: Anthericeen -Bulbine C.

Aloineen-AZoe, Haworthia, Gas- teria C.

Amaryllideen : Agaveen- Agave, Four - croya M.

Dioscoreaceen: Testudinaria C.

Crassulaceen C M.

Cactaceen M. Amerika. [Bhipsalis auch in Afrika (Madagaskar).) Mesembrianthemaceen C.

Portulaceen 5 Gattungen.

Euphorbiaceen: Euphorbia Afr. C. Asclepiadeen: Stapelia, Huernia C. Compositen: Kleinia (ähnlich Senecio), Hertia [Othonna) C.

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Die Ertragungsfähigkeit dem Klima gegenüber ist bedeutend; die Succulenten vermögen auch im ungünstigen Wüstensteppenklima noch grosse Pflanzenmassen zu erzeugen und dabei mächtige Mengen von Flüssigkeit aufzuspeichern. Dabei haben sie besondere Schutzeinrichtungen gegenüber fressenden Thieren nöthig: Bestachel- ung, Bedornung, Kalkoxalat in der Epidermis eingelagert, Gerbstoff, Milchsaft etc.

Die Organmetamorphose der Stachelpolster der Cacteen bildete den letzten Ab- schnitt des Vortrages.

Hieran knüpfte sich am 10. December 1892, Nachm. 3 Uhr, eine von der botanischen Section zahlreich besuchte Demonstration von Succu- lenten im neuen botanischen Garten, wo diesen interessanten Pflan- zen ein hübscher Eckpavillon der neuen Anlage von Schauhäusern ein- geräumt ist und wo die wichtigslen Yertreter der genannten Familien in Auspflanzung zwischen Tuffsteinen und in lehmig-sandiger Erde mit Kalk- mergel gemischt hoffentlich zu guter Entwickelung gelangen werden.

III. Section für Mineralogie und Geologie.

Dritte Sitzung am 20. October 1892. Vorsitzender: Geh. Hofrath Dr. Geinitz. Anwesend 38 Mitglieder.

Der Vorsitzende eröffnet die Sitzqng mit der Trauerbotschaft von dem Hinscheiden der Gattin eines der ältesten und treuesten Mitglieder der Isis, des Herrn Prof. E. Z schau, und fordert zur Theilnahme an deren Bestattung auf.

Er berichtet ferner im Aufträge des gleichzeitig anwesenden Herrn R. Kramsta über ein von dem Letzteren beobachtetes Strudelloch im Lomnitzkessel im Biesengebirge , dessen Entstehen mit einem alten diluvialen Gletscher in Verbindung gebracht werden kann.

Eine genauere Beschreibung davon hat Herr R. Kramsta in dem „Wanderer im Riesengebirge, Hirschberg 1892, Nr. 120“ veröffentlicht; eine Anzahl Photographien von dort dienen zur Erläuterung. Auf die wichtigen älteren Forschungen von Prof. Parts ch, Gletscher der Vorzeit in den Karpathen und in den Mittelgebirgen Deutschlands, der einen Lomnitzgletscher hervorhebt, und die neuesten von Prof. G. Berendt, Spuren einer Vergletscherung des Riesengebirges (Jhrb. K. preuss. geol. Landesanst. f. 1891), wird eingehend verwiesen, ebenso wie auf das Vorkommen ähnlicher Strudellöcher oder Riesentöpfe in der sächsischen Schweiz und mehreren anderen Gegenden, für die man nicht gerade die Mitwirkung eines Gletschers in Anspruch zu nehmen braucht.

Im Anschluss hieran lenkt der Vorsitzende noch die Aufmerksamkeit auf die traurige Katastrophe von Saint-Gervais am 12. Juli 1892 und bespricht die Ursache davon nach der Darstellung von J. Vallot, A. DelebecqueundL. Duparyin einem darüber veröffentlichten Schriftchen, Genf 1892.

Hierauf erläutert der Assistent für Mineralogie und Geologie an der K. Technischen Hochschule in Dresden, Dr. H. Francke, das in neuester Zeit von dieser Anstalt erworbene tektonische Modell des Dr. R. Schäfer in München, welches auch von hier aus für geologische Vorlesungen an- gelegentlichst empfohlen werden kann. Den Vertrieb dieses instructiven Modells hat die Firma Barth & Co. in München, Louisenstrasse 36, über- nommen.

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Den Haupt vor trag in dieser Sitzung hält Dr. W. Bergt, welcher seit 1. Mai d. J. seine Thätigkeit der Untersuchung der petrographischen Samm- lung des K. Mineralogisch -geologischen und prähistorischen Museums in Dresden widmet, über Gebirgsdruck und seine Wirkungen, mit be- sonderer Beziehung auf die Gesteine der Umgegend von Dresden.

Vierte Sitzung am 15. December 1892. Vorsitzender: Geh. Hofrath Dr. Geinitz. Anwesend 23 Mitglieder.

Unter Vorlage eines neuerdings an das K. Mineralogische Museum gelangten Bruchstückes giebt der Vorsitzende einige Mittheilungen über den berühmten Meteorstein von Ensisheim im Eisass, gefallen am 19. November 1492;

ferner über die auch in Californien beobachteten Strudellöcher oder Gletschertöpfe, sogen. Postholes, am Mokelumne River Canon (vergl. Am. Journ., December 1892, p. 454, PI. IX);

sowie über die neuesten Entdeckungen an einem Ichthyosaurus im Lias von Holzmaden (vergl. Geol. Mag., 1892, Nr. XI, p. 517), wodurch die zuerst von Owen gemachte Beobachtung der an dem Schwänze der Ichlhyosauren oft vorkommenden Umknickung Erklärung findet.

Hierauf hält Prof. E. Z sch au einen eingehenden Vortrag über gang- artige Kluftausfüllungen im Syenit des Plauen’schen Grundes (vergl. Abhandl. X).

Dr. W. Bergt berichtet über die vor Kurzem von Geo. R. Wieland, State College, Pennsylvania, an H. B. Geinitz zur Begutachtung einge- sandten Kiesel-Oolithe, sogen. Siliceous Oolites, two miles N. W. von State College, Centre Cy., Penn., wahre Analoga für die Karlsbader Erbsen- steine (vergl. Abhandl. XV).

. Dr. H. Franc ke legt noch folgende neu erschienene mineralogisch- geologische Lehr- und Lesebücher vor, unter kurzem Hinweis auf deren Inhalt:

Eberhard Fraas, Scenerie der Alpen. Leipzig 1892.

Nach einem allgemeinen Theil, welcher Gebirgsbildung und die Einwirkung dieser auf die Gesteine, d. i. die Lehre von der Dynamo- und Contactmetamorphose behandelt, werden die Gebirgsarten selbst, soweit sie an der Zusammensetzung und Entstehung der Alpen theilnehmen, charakterisirt gemäss den geologischen Formationen. Das Buch ist für naturwissenschaftliche Alpenreisende bestimmt, die nicht blos die interessante Flora und Fauna beobachten und sammeln, sondern auch den Blick für die so vielfach noch räthselhaften geologischen Erscheinungen im Gebirge schärfen wollen.

Ad. Knop, Der Kaiserstuhl im Breisgau. Eine naturwissenschaftliche Monographie. Leipzig 1892.

Das Buch ist nicht blos für Naturwissenschaftler im engeren Sinne berechnet und deshalb etwas weitläufig geschrieben. Es giebt z. B. Einleitungen in die allge- meine Chemie und Geologie. Es enthält der Hauptsache nach Mineralogisches und Geologisches, berücksichtigt aber auch Hydrographie , Agronomie, Statistik, Historie, Botanik und Zoologie. Ein letzter Abschnitt dient als geologischer Excursionsführer in den Kaiserstuhl. Angehängt ist noch eine gute Karte im Kupferstich. Manches vom Inhalte hat der Verfasser schon in Fachzeitschriften niedergelegt, etliches aber

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hier zum eisten Male veröffentlicht, sodass auch der Fachgeologe das Buch als ein Quellenwerk betrachten darf.

H. Rosenbusch, Mikroskopische Physiographie der petrographisch wichtigen Mineralien. 3. Aufl. Stuttgart 1892.

P. Klockmann, Lehrbuch der Mineralogie, für Studirende und zum Selbstunterricht. Stuttgart 1892.

Das Werk gehört in die Reihe der von der VerlagsbandlungF. Enke herausgegebenen naturwissenschaftlichen Lehrbücher und giebt alle wissenschaftlich feststehenden Thatsachen in modernem Gewände. Die Krystallsysteme werden, wie auch ander- wärts, der Erleichterung wegen, nicht nach Symmetrieaxen , sondern nach Symmetrie- ebenen definirt. In dem schon 1 xj2 Jahr früher erschienenen allgemeinen Theile, um- fassend Krystallographie , Physik und Chemie, sind einige Abschnitte der Lehre von den Lagerstätten und der Entwickelung der Mineralien gewidmet. Der zweite, physio- graphische Theil befolgt dasselbe Classificationssystem wie die übrigen neueren Werke, nämlich das Berzelius-Rose’sche, und ist bei aller Kürze und Gedrängtheit sehr reich- haltig, sodass ihn der Verfasser auch bei Sammlungsarbeiten gebraucht zu sehen wünscht. Bei der Aufzählung der Fundorte sind die geologisch -petrographischen Verhältnisse berücksichtigt. Angehängt sind noch zwei Abschnitte über nutzbare Mineralien und Bestimmungstabellen.

Dr. H. Francke legt ferner vor im Aufträge des Herrn R. Kramsta:

Quarzporphyr von Erdmannsdorf, südlich von Hirschberg, Schlesien, grosse weisse bis 2 cm lange und 1 cm breite Orthoklaseinsprenglinge in schwarzer Grundmasse zeigend, auf angeschliffener Fläche besonders schön aussehend ;

Individualisirte Orthoklas masse aus dem Granitit zwischen Hirsch- berg und Lomnitz, Schlesien, mit bläulichem Lichtscheine senkrecht zum Klinopinakoid, besonders auf ocPoc.

Von dieser Oertlichkeit sollen die sogen. Mondsteine noch nicht gesammelt worden sein. Zum Vergleich werden bekannte Vorkommnisse herumgereicht: Orthoklas mit Lichtschein von Frederiksvärn (Breithaupt’s Mikroklin) und Adularkrystall (Mondstein) aus Tirol. Ueber das Wesen dieser bläulichen Lichterscheinung, die identisch mit der sogen. Farbenwandlung des Labradorits ist, sind die Acten noch keineswegs geschlossen.

IV. Section für prähistorische Forschungen.

Dritte Sitzung am 10. November 1892. Vorsitzender. Dr. J. Deich müller. Anwesend 22 Mitglieder.

Unter Vorlage zahlreicher Zeichnungen berichtet Dr. J. Deichmüller über die von ihm im April und Mai d. J. besuchten vorgeschichtlichen Sammlungen Italiens.

Ueberreste der frühesten Bewohner Siziliens enthält die Universitätssamm- lung in Palermo, in welcher die Funde aus den Höhlen in den die Stadt um- gebenden Kalkbergen, namentlich im Monte Pellegrino, aufgestellt sind. Prächtige Reste von Elephas, Rhinoceros, Hippopotamus etc. und mit ihnen zusammen gefundene Steingerätbe ältester Form weisen darauf hin, dass der Mensch Sizilien bereits zur Diluvialzeit bewohnte.

Auch das Museum der Stadt Syrakus bewahrt zahlreiche menschliche Kunstproducte aus Höhlen und anderen Wohnstätten der Steinzeit, an welche sich die schönen Funde aus den Gräberfeldern der vorhellenischen und der hellenischen Zeit anschliessen.

Die für das Studium der Vorgeschichte Italiens bedeutendste Sammlung ist das Museum Kircherianum in Rom, eine von dem Jesuitenpater Kircher in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts begründete ethnographische Sammlung, von welcher 1876 eine vorgeschichtliche Abtheilung abgetrennt wurde, die unter Leitung vonPigorini zu der hervorragendsten derartigen Sammlung Italiens umgestaltet worden ist. Die chronologische und geographische Aufstellung der Gegenstände ermöglicht es, ein klares Bild von der allmählichen Entwickelung der Cultur auf der apenninischen Halbinsel zu empfangen. Zu den ältesten Objecten gehören auch hier die Funde aus den Höhlen Siziliens, Sardiniens etc. und von anderen steinzeitlichen Wohnplätzen Ober- und Mittelitaliens. An die reichhaltigen Ansammlungen von Artefacten aus den Pfahlbauten der Seen und den Terramaren der Niederungen Oberitaliens und der Emilia schliessen sich prächtige Funde aus den Nekropolen der Bronzezeit, während Depot- und Einzelfunde den Uebergang zu der Eisenzeit vermitteln, die durch zahl- reiche schöne Funde aus Brand- und Skelettgräbern aus allen Theilen Italiens ver- treten ist.

Im archaeologischen Museum in Florenz sind es namentlich die Funde aus der Etruskerzeit, unter diesen an erster Stelle die Gräberschätze von Vetulonia, welche die Aufmerksamkeit des Prähistorikeis in Anspruch nehmen und deren über- sichtliche Anordnung das Studium der eigenartigen Cultur jenes Volkes ausser- ordentlich erleichtert.

Das Museo civico in Bologna enthält die werthvollen Ergebnisse der Aus- grabungen auf den Gräberfeldern in der Umgegend der Stadt, die reichhaltigen Funde aus den Arnoaldi-, den Certosa- u. a. Gräbern, an welche sich der grosse Depotfund von San Francesco anschliesst, der durch die ausserordentlich grosse An- zahl der ihn zusammensetzenden Objecte überrascht.

Lehrer H. Döring spricht über prähistorische Funde aus der Lausitz.

Der Vortragende weist zunächst auf den der Lausitz eigenthümlichen Reichthum an Erinnerungszeichen aus vorgeschichtlicher Zeit hin, der seit langer Zeit die Blicke der bedeutendsten Alterthumsforscher auf jene Landschaft gelenkt und eine reiche Litteratur darüber hervörgerufen hat.

Ueber seine auf dem bekannten Gräberfelde von Klein-Saubernitz vor- genommenen Ausgrabungen erstattet der Vortragende Bericht und legt einige der gehobenen Grabgefässe vor; von besonderem Interesse ist, dass unter den Knochen- resten aus einer Kinderurne zwei gebrannte Thierknochen gefunden wurden, von denen einer durchbohrt war.

Im Anschlüsse hieran werden einige graphitirte Beigefässe vom Gräber felde Zschorna bei Löbau und Rackel, sowie ein Deckelgefäss von Milkel vorgelegt.

Vortragender berichtet ferner über die von ihm besuchten Burgwälle der Oberlausitz und führt an: die Erdwälle auf dem Proitzschenberg bei Bautzen, den Wall in den Promenaden an der „weiten Bleiche*1, den Wall von Doberschau, die slavische Herdstelle in Köblitz, die Wälle von Blösa, Daranitz, Kumschütz, Belgern, Rackel, Gröditz, Lauske und Niethen; die Steinwälle auf dem Hochstein und dem Schmoritz und die verschlackten Wälle auf dem Stromberg bei Weissen- berg und dem Löbauer Berg, von denen verschlackte Gesteine zur Ansicht gelangen.

Ueber einen von ihm neuaufgefundenen, in der Litteratur der Alterthums- forschung noch unbekannten Wall macht der Vortragende folgende Mittheilungen:

Zwischen den Ortschaften Klein- Saubernitz und Wartha auf der Ortsflur Klein- Saubernitz liegt im ebenen Wiesengrunde von Nadelholz umgeben ein kleiner länglich- runder Burgwall. Derselbe ist von einem flachen, reichlich 2 m breiten Graben umgeben und hat einen Umfang von 180 Schritt. Der vom Graben umschlossene kleine Hügel zeigt eine unregelmässig wellige Oberfläche. Es wurde an mehreren Punkten ein- gegraben und dabei aus dem lockeren aschereichen Boden Holzkohle und Gefäss- bruchstücke zu Tage gefördert. Die aufgefundenen Gefässscherben zeigen den sla- vischen Charakter, wie er allgemein als Burgwalltypus bekannt ist.

In den Ueberlieferungen des Volkes wird die Oertlichkeit als „Raubschlösschen“ bezeichnet und dabei fälschlich angenommen, dass hier eine Raubritterburg gestanden habe. Die im Volksmunde ebenfalls gebräuchliche Bezeichnung „Radisch“ (wendisch: „hrodzizko“) ist auf slavischen Ursprung zurückzuführen und bedeutet „kleine Burg“.

Nach alledem ist anzunehmen, dass der Burgwall ehemals von den Slaven in der sumpfigen Niederung angelegt wurde. Es sei dahingestellt, ob derselbe als heid-

nische Cultusstätte, als Vertheidigungsplatz oder als Zufluchtsort dienen sollte. Wir dürfen ihn als eine slavisclie Sumpfburg ans der Zeit des 9. oder 10. Jahrhunderts betrachten.

Nach Mittheilungen des Lehrer Immisch wurde auf Anregung der verstorbenen Gräfin Bertha zur Lippe im Jahre 1855 am ,, Raubschlösschen“ eine Ausgrabung vor- genommen und dabei ein Dolch nebst verschiedenen Waffenresten aufgefunden, welche Funde zur Aufbewahrung nach Schloss Baruth bei Bautzen gelangten.

Yon den an das „Raubschlösschen“ sich knüpfenden Volks sagen sind folgende zwei bemerkenswerth : Eine Schatzsage berichtet davon, dass am ursprünglichen Standorte des „Schlösschens“ eine Braupfanne voll Geld vergraben sei. Ueber die Einnahme und Zerstörung des „Raubschlösschens“ erzählt eine andere Sage, dass durch dass Burgfräulein, welches vom Schlosse nach Klein-Saubernitz zu Tanze ging, der geheime Zugang verrathen und so das Eindringen der Feinde und die Zerstörung der Burg ermöglicht wurde.

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V. Section für Physik und Chemie.

Dritte Sitzung am 17. November 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. G. Helm. Anwesend 32 Mitglieder und Gäste.

Prof. Dr. G. Helm legt eine inzwischen in den Astronom. Nachricht, veröffentlichte, von Prof. Dr. Albrecht ausgeführte graphische Uebersicht der Ergebnisse vor, welche die gleichzeitig in Berlin, Strassburg, Prag einerseits und in Honolulu andererseits angestellten Polhöhenbeobach- tungen geliefert haben. Sie bestätigen endgültig die Schwankungen der Erdachse (vergl. Sitzungsber. Isis 1892, S. 12).

Docent H. Krone spricht über das Problem, in natürlichen Farben zu photographiren.

Oberfinanzrath B. Förster demonstrirt das Modell einer Gesteins- bohrmaschine, welches von seinem Sohne, Bergstudent Förster, unter Hilfe von Schmiedemeister Schuitze in Zauckerode angefertigt worden und als Geschenk für die Bergakademie in Freiberg bestimmt ist.

Oberfinanzrath B. Förster giebt zunächst einen Ueberblick über die Geschichte der Gesteinsbohrmaschinen und die Art ihres Betriebes. Hiernach erscheint es am vortheilhaftesten, Gesteinsbohrmaschinen mittels Kraftübertragung auf elektrischem Wege zu betreiben; gegenüber den durch Stoss arbeitenden sind Bohrmaschinen mit rotirendem Bohrer vorzuziehen, weil bei letzteren eine grössere Ausnutzung der zu- geführten Kraft stattfindet. Als besonders neu ist die von Schmiedemcister Schuitze angegebene dauerhafte Einsetzung der Diamanten in die Bohrkrone hervorzuheben. Zum Entfernen des Bohrstaubes wird Wasser verwendet, welches der Bohrstelle im Inneren des Bohrers zugeführt Avird. Der Bohrer selbst kann das Gestein nicht allein in horizontaler, sondern in jeder beliebigen Richtung angreifen und wird während des Bohrens durch Hand vorwärts geschoben, während der ganze Bohrapparat mit dem Elektromotor auf Schienen vor Ort gefahren werden kann.

Das Modell wird am Schlüsse des Vortrags in Thätigkeit vorgeführt.

Excursion.

An Stelle der im Mai ausgefallenen Sitzung trat eine Excursion am 7. Juli 1892, die der Besichtigung des Blasewitz-Lo schwitz er Elb- Brückenbaues gewidmet war, welche Herr Geh. Finanzrath Kopeke freundlichst gestattet hatte. Gegen 20 Mitglieder betheiligten sich unter der Führung der den Bau leitenden Ingenieure.

VI. lection für Mathematik.

Fünfte Sitzung am 13. Oetober 1892. Vorsitzender: Geh. Rath Prof. Dr. G. Zeuner. Anwesend 7 Mitglieder.

Oberlehrer Dr. A. Witting spricht über einige specielle Steiner’sche Flächen und über die Anfertigung von Modellen derselben.

Prof. Dr. K. Rohn macht im Anschluss an die vorgelegten Modelle einige Bemerkungen über Singularitäten bei Steiner’schen Flächen.

Sechste Sitzung am 8. December 1892, Vorsitzender: Geh. Rath Prof. Dr. G. Zeuner. Anwesend 11 Mitglieder.

Prof. Dr. K. Rohn hält einen Vortrag: „Geometrische Bemerkungen zu dem Mannesmann ’schen Walz verfahren“. Zur Erläuterung seiner Auseinandersetzungen legt Vortragender Zeichnungen und Modelle vor, sowie aus der technologischen Sammlung der K. Technischen Hochschule entnommene Proben von Eisenröhren, welche nach dem genannten Ver- fahren hergestellt worden sind.

VII. Hauptversammlungen.

Sechste Sitzung am 6. Oetober 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. K Rohn. Anwesend 45 Mitglieder und Gäste.

Baurath Prof. Dr. R. Ulbricht spricht über die Fortschritte in der Anwendung der Elektricität für Eisenbahnzwecke.

Vortragender giebt zunächst einen Ueberblick über die Anwendung der Elektri- cität im Eisenbahnwesen, die sich, sowohl chronologisch als sachlich, in vier Stufen sondern lässt: 1. Das elektrische Nachrichtenwesen als nächstliegendes, aber auch losestes Mittel zur Verbindung der Betriebsstellen. Es hat durch die Einfühlung des Telephons nur erst eine mässige Erweiterung erfahren, da man den bewährten Morseapparat nicht aufgeben mag und, namentlich in Deutschland, auf das hierbei zu erhaltende Document grossen Werth legt. 2. Die elektrische Controle von Betriebseinrichtungen hat einen bedeutenden Aufschwung genommen, namentlich durch die vom Vortragenden näher erläuterte Controle der Eahrgeschwindigkeiten mittels Streckencontacten und elektromagnetischen Registriruhren. 8. Die elek- trische Abhängigkeit der Betriebs einrichtungen unter einander oder von dem Willen des Dienstleitenden ist in den letzten Jahren zu hoher Vollkommenheit gelangt und erstreckt sich namentlich auf Weichen, Signale und ähnliche Einrich- tungen auf Grund der elektrischen Blocksysterae, deren Wirkung Vortragender an dem Modell eines Siemens’schen Blockwerks, sowie an dem Modell einer mit Block- werken verbundenen Signal- und Weichenstellerei erläutert. Auch die Bremsung der Züge wird mit Vortheil elektrisch vom Führer abhängig gemacht, indem man eine elektromagnetische Einwirkung auf die Ventile der pneumatischen Bremsen aller ein- zelnen Wagen herstellt und hierdurch eine von Stössen befreite gleichzeitige Bremsung erzielt. Eine gleichzeitig elektrische und pneumatische Leitungskuppelung wird vor- gezeigt. 4. Der unmittelbar elektrische Betrieb von Bahneinrichtungen beginnt erst sich zu entwickeln. Die Starkstromtechnik hat die Mittel gegeben, Krahne, Schiebebühnen, Aufzüge, Fahrzeuge u. s. w. zu treiben und- die für die Sicherheit und Raschheit des Bahnhofsverkehrs überaus wichtige intensive Beleuch- tung herzustellen. Vortragender zeigt das Modell einer rein elektrischen Weichen-

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Stellvorrichtung und spricht sich dahin aus, dass in dieser und ähnlichen Richtungen erhebliche Veränderungen zu erwarten sind, sobald man allgemein gelernt haben wird, mit der Elektricität als Transmissionsmittel zu rechnen. Von Interesse ist die Frage, ob der elektrische Betrieb, welcher sich bereits im Tramverkehr stark einbürgerte, auch im Eisenbahngrossbetrieb Eingang finden wird.

Vortragender behandelt den Fall des elektrischen Betriebes einer Bahn von den Verhältnissen der Leipzig-Dresdner Eisenbahn. Hierzu würde eine in der Mitte an- geordnete Maschinenstation für etwa 5 6000 Pferdekräfte genügen. Die Anlagekosten an sich würden nicht bedenklich fallen. Der elektrische Betrieb kommt jedoch erst dann voll zur Geltung, wenn für den Personenverkehr hohe Geschwindigkeiten ein- geführt werden können und diese bedingen getrennte Gütergleise und für die Schnell- verkehrgleise flache Curven. Es ist deshalb nicht wahrscheinlich, dass in nächster Zeit vorhandene Vollbahnen für den elektrischen Betrieb eingerichtet, wohl aber, dass neue für denselben gebaut werden. Für die Strecke Wien-Pest liegt ein auf elektrischen Trambetrieb gerichtetes Project für 250 km Geschwindigkeit pro Stunde vor. Zwischen St. Louis und Chicago (400 km) wird eine viergleisige elektrische Bahn für 160 km Geschwindigkeit gebaut. Interessant sind die von Crosby für derartige Betriebe angestellten Versuche zur Feststellung des Luftwiderstandes. Er findet und drückt dies in einer empirischen Formel aus, dass die Luftwiderstände nicht in dem potenzirten Verhältniss mit der Geschwindigkeit wachsen, welches zu erwarten gewesen wäre. Gleichwohl spielen bei einer Geschwindigkeit von z. B, 250 km die Luftwiderstände eine so bedeutende Rolle im Energieverbrauch, dass da- gegen der Einfluss mässiger Steigungen zurücktritt.

Siebente Sitzung am 21. October 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. K. Rohn. Anwesend 28 Mitglieder.

Zur Mittheilung gelangt ein Aufruf zu Beiträgen für ein Kilias- Denkmal in Chur.

Prof. Tr. Rittershaus spricht über die Anlage elektrischer Strassenbahnen.

Prof. Dr. K. Rohn giebt ergänzende Mittheilungen zu seinen früheren Vorträgen über die Abhängigkeit der Anzahl glei chgrosser Kugeln in einem Hohlwürfel von ihrer An Ordnung darin (Sitzungsber. Isis 1892, S. 17) und über das „Acht-Damenu-Problem auf dem Schach- brett (Abhandl. Isis 1889, Nr. VII).

Achte Sitzung am 24. November 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. K. Rohn. Anwesend 20 Mitglieder.

Der Vorsitzende spricht über die Vorgänge beim Walzverfahren der Gebrüder Mannesmann.

Geh. Hofrath Dr. Geinitz giebt einen kurzen Bericht über die Vor- arbeiten zu einer zweiten Wasserwerksanlage für Dresden auf Tolkewitzer Flur auf dem linken Elbufer, welche er auf Einladung des Herrn Stadtrath Teucheram 16. November d. J. durch eigene Anschauung näher kennen gelernt hat (vergl. Abhandl. IX).

Die hierauf vorgenommene Neuwahl der Beamten der Gesellschaft für das Jahr 1893 ergiebt das auf S. 38 zusammengestellte Resultat.

Prof. Dr. O. Drude berichtet noch über Frithjof Nansen’s neu geplante Nordpolar-Expedition.

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Neunte Sitzung am 22. December 1892. Vorsitzender: Prof. Dr. K. Hohn. Anwesend 29 Mitglieder.

Prof. Dr. 0. Drude bringt eine Kapsel-tragende Baumwollenpflanze aus dem hiesigen K. Botanischen Garten zur Ansicht

und hält einen Vortrag: „Neues über Reizerscheinungen im Pflanzenreich“.

Veränderungen im Mitgliederbestände.

Gestorbene Mitglieder:

Am 29. Juli 1892 verschied Dr. Ottomar Noväk, Professor der Geologie und Palaeontologie an der K. Böhmischen Karl -Ferdinands -Uni- versität in Prag, correspondirendes Mitglied der „Isis“ seit 1882.

Am 14. September 1892 starb im 47. Lebensjahre Civilingenieur Dr. Rudolf Proell in Dresden, wirkliches Mitglied seit 1878.

Am 4. October 1892 starb in Dresden Privatus Hugo Schickert, wirkliches Mitglied seit 1868.

Am 31. October 1892 verschied in Grosspriesen bei Aussig im 71. Lebensjahre der pensionirte Bergdirector Albin Castelli. Unserer Gesell- schaft gehörte der Verewigte seit 1877 als correspondirendes Mitglied an.

Neu aufgenommene wirkliche Mitglieder:

Stöhn, Gust., Gerichtsvollzieher in Dresden, am 27. October 1892.

Freiwillige Beiträge zur Gesellschaftskasse

zahlten: Dr. Amthor, Hannover, 3 Mk.; Oberlehrer Dr. Bachmann, Plauen i. V., 3 Mk. 50 Pf.; K. Bibliothek, Berlin, 3 Mk.; naturwiss. Modelleur Blaschka, Hosterwitz, 3 Mk.; Ingenieur Carstens, Berlin, 3 Mk.; Docent Dr. Doss, Riga, 3 Mk.; Privatus Eisei, Gera, 3 Mk.; Oberlehrer F renk el, Pirna, 3 Mk.; Sanitätsrath Dr. Friederich, Wernigerode, 3 Mk.; Prof. Dr. Hibsch, Liebwerd, 3 Mk. ; Oberlehrer Dr. Köhler, Schneeberg, 3 Mk.; Apotheker Dr. Lange, Rinteln, 3 Mk. ; Oberlehrer Dr. Lohrmann, Schnee- berg, 3 Mk. 5 Pf.; Prof. Dr. Ludwig, Greiz, 3 Mk. 5 Pf.; Oberlehref Naumann, Bautzen, 3 Mk.; Stabsarzt Dr. Naumann, Gera, 3 Mk.; Prof. Dr. Nit sehe, Tharandt, 3 Mk. ; Rentier Osborne, München, 3 Mk. ; Dr. Reiche, Constitucion, Chile, 3 Mk. 5 Pf.; Dr. Reidemeister, Schönebeck, 3 Mk.; Oberlehrer Seidel I, Zschopau, 3 M.; Oberlehrer Seidel II, Zscho- pau, 3 M.; Rittergutspachter Sieber, Grossgrabe, 3 M. 20 Pf.; Fabrik- besitzer Siemens, Dresden, 100 M. ; Oberlehrer Dr. Sterzei, Chemnitz, 3 M.; Student Steuer, Strassburg i. E., 3 M.; Dr. Wohlfahrt, Freiberg, 3 M.; Oberlehrer Wolff, Pirna, 3 Mk.; Oberlehrer Dr. Wünsche, Zwickau, 3 Mk. In Summa 184 Mk. 85 Pf. H. Warn atz.

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Beamte der Isis im Jahre 1893.

Vorstand.

Erster Vorsitzender: Prof. Dr. G. Helm.

Zweiter Vorsitzender: Dr. Fr. Raspe.

Kassirer: Hofbuchhändler H. Warn atz.

Directorium.

Erster Vorsitzender: Prof. Dr. G. Helm.

Zweiter Vorsitzender: Dr. Fr. Raspe.

Als Sectionsvorstände: Dr. J. Deichmüller,

Prof. Dr. 0. Drude,

Geh. Hofrath Prof. Dr. H. B. Geinitz Prof. Dr. M. Krause,

Prof. Dr. B. Vetter,

Prof. Dr. E. Zetzsch e.

Erster Secretär: Dr. J. Deichmüller.

Zweiter Secretär: Oberlehrer K. Vetters.

V erwaltungsrath.

Vorsitzender: Dr. Fr. Raspe.

1. Privatus F. Illing,

2. Privatus H. Putscher,

3. Maler A. Flamant,

4. Fabrikant E. Kühn scherf,

5. Civilingenieur und Fabrikbesitzer Fr. Siemens,

6. Geheimrath Prof. Dr. G. Zeuner.

Kassirer: Hofbuchhändler H. Warnatz.

Bibliothekar: Privatus K. Schiller.

Secretär: Oberlehrer K. Vetters.

Seetions- Beamte.

I. Section für Zoologie.

Vorstand: Prof Dr. B. Vetter.

Stellvertreter: Institutsdirector Th. Reibisoh.

Protokollant: Dr. J. Thiele.

Stellvertreter: Institutsdirector A. Th tim er.

II. Section für Botanik.

Vorstand: Prof. Dr. 0. Drude.

Stellvertreter: Oberlehrer A. Wobst.

Protokollant: Dr. A. Naumann.

Stellvertreter: Dr. B. Schorler.

111. Section für Mineralogie und Geologie. Vorstand: Geh. Hofrath Dr. H. B. Geinitz.

Stellvertreter: Oberlehrer H. Engelhardt.

Protokollant: Lehrer A. Zipfel.

Stell Vertreter: Lehrer L Meissner.

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IV. Section für prähistorische Forschungen. Vorstand: Dr. J. Deichmüller.

Stellvertreter: Lehrer H. Döring.

Protokollant: Taubstummen lehrer 0. Ebert.

Stellvertreter: Lehrer A. J ent sch.

V. Section für Physik und Chemie. Vorstand: Prof. Dr. E. Zetzsch e.

Stellvertreter: Privatdocent Dr. J. Freyberg.

Protokollant: Dr. R. Blochmann.

Stellvertreter: Oberlehrer Dr. 0. Schulze.

VI. Section für Mathematik.

Vorstand: Prof. Dr. M. Krause. \

Stellvertreter: Oberlehrer Dr. A. Witting.

Protokollant: Dr. R. Blochmann.

Stellvertreter: Oberlehrer J. von Vieth.

Redactions - Comite.

Besteht aus den Mitgliedern des Directoriums mit Ausnahme des zweiten Vorsitzenden und des zweiten Secretärs.

Bericht des Bibliothekars.

Im Jahre 1892 wurde die Bibliothek der „Isisu durch folgende Zeit- schriften und Bücher vermehrt :

A. Durch Tausch.

I. Europa.

1. Deutschland.

Altenburg : Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. Mittheil., n. F., 5. Bd. [Aa 69.]

Annab er g - Buchholz : Verein für Naturkunde.

Augsburg : Naturwissenschaftlicher Verein für Schwaben und Neuburg. Bamberg : Naturforschende Gesellschaft.

Berlin: Botanischer Verein der Provinz Brandenburg.

Berlin : Deutsche geologische Gesellschaft Zeitschr., Bd. 43, Hft. 3 und 4; Bd. 44, Hft. 1 und 2. [Da 17.]

Berlin: Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Verhandl., Juli 1891 bis Juni 1892. [G 55.]

Bonn: Naturhistorischer Verein der preussischen Rheinlande, Westfalens und des Reg.-Bez. Osnabrück. Verhandl., 48. Jhrg., 2. Hälfte; 49. Jhrg., 1. Hälfte. [Aa 93.]

Braunschweig: Verein für Naturwissenschaft.

Bremen : Naturwissenschaftlicher Verein. Abhandl., Bd. XII, Hft. 2. [Aa 2.]

2

4U

Breslau : Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 69. Jahresber.,

1891, mit einem Ergänzungshefte : Litteratur der Landes- und Volks- kunde der Provinz Schlesien. [Aa 46.]

Chemnitz'. Naturwissenschaftliche Gesellschaft.

Chemnitz : K. Sächsisches meteorologisches Institut. Jahrbuch, IX. Jhrg., 1. Hälfte. [Ec 57.]

Danzig : Naturforschende Gesellschaft. Festschrift zur Feier des 150-jähr.

Bestehens der naturforsch. Gesellschaft am 2. Jan. 1893. [Aa 80.] Darmstadt : Verein für Erdkunde und mittelrheinischer geologischer Verein. Notizblatt, 4. Folge, 12. Hft. [Fa 8.]

Donaueschingen : Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar und der angrenzenden Landestheile.

Dresden : Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Jahresber., 1891 92. [Aa 47.]

Dresden : K. mineralogisch-geologisches Museum. Mitth., Hft. 11. [Db 51.] Dresden: K. zoologisches Museum. Ornithologische Beobachtungsstationen im Königreich Sachsen, 6. Ber., 1890. [Bf 59.]

Dresden : K öffentliche Bibliothek.

Dresden: Verein für Erdkunde.

Dresden : K. Sächsischer Alterthumsverein. Neues Archiv für sächs.

Geschichte und Alterthumskunde, Bd. XIII, Hft. 1 4. [G 75.] Dresden: Oekonoraische Gesellschaft im Königreich Sachsen. Mittheil., 1891—92. [Ha 9,]

Dresden: K. thierärztliche Hochschule. Bericht über das Veterinärwesen im Königreich Sachsen, 36. Jhrg. [Ha 26.]

Dresden : K. Sächsische technische Hochschule. Die Bibliothek der tech- nischen Hochschule Dresden im Jahre 1891. [Je 101. |

Dürkheim. : Naturwissenschaftlicher Verein der Rheinpfalz „Pollichia“. Festschrift zur 50-jährigen Stiftungsfeier 1892. [Aa 56.]

Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein.

Emden: Naturforschende Gesellschaft. 76. Jahresber., 1890 91. [Aa 48.]

Erfurt: K. Akademie gemeinnütziger Wissenschaften. Jahresber., Hft. 17. [Aa 263.]

Erlangen: Physikalisch- medicinische Societät. Sitzungsber., 24. Hft.

1892. [Aa 212.]

Frankfurt a. M. : Senckenbergische naturforschende Gesellschaft. Bericht für 1892. [Aa 9a.]

Frankfurt a. M. : Physikalischer Verein. Jahresber. für 1890 91. [Eb 35.] Frankfurt a. O. : Naturwissenschaftlicher Verein des Regierungsbezirks Frankfurt. „Helios“, 10. Jhrg., Nr. 1 6. [Aa 282.]

Freiburg i. Br. : Naturforschende Gesellschaft.

Gera: Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften. Jahresber. für 1889-92 [Aa 49.]

Giessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Bericht 28. [Aa 26.]

Görlitz: Naturforschende Gesellschaft,

Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. Neues Lau- sitzisches Magazin, Bd. 67, Hft. 2; Bd. 68, Hft. 1. [Aa 64. |

Görlitz : Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte der Oberlausitz. Jahresber., Hft. 2. [G 112.]

41

Greifswald : Naturwissenschaftlicher Verein für Neu -Vorpommern und Rügen. Mittheil., 23. Jhrg., 1891. [Aa 68.]

Greifswald : Geographische Gesellschaft.

Güstrow : Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. Archiv, 45 Jhrg. [Aa 14. |

Halle a. S. : Naturforschende Gesellschaft. Berichte über die Sitzungen 1888-1891. [Aa 24.]

Halle a. S. : Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie. Leopoldina, Hft. XXVII, Nr. 23—24; Hft. XXVIII, Nr. 1—20. [Aa 62.]

Halle a. S.: Verein für Erdkunde. Mittheil., Jhrg. 1891 92. [Fa 16.] Hamburg : Naturhistorisches Museum. Jahrb., Jhrg. VIII IX. [Aa276.] Hamburg: Naturwissenschaftlicher Verein.

Haynburg: Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung.

Hanau : Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. Hannover : Naturhistorische Gesellschaft. 40. und 41 Jahresber. [Aa 52.] Hannover : Geographische Gesellschaft.

Heidelberg : Naturhistorisch-medicinischer Verein. Verhandl., n. F., Bd. IV, Hft. '5. [Aa 90.]

Karlsruhe: Naturwissenschaftlicher Verein. - Kassel: Verein für Naturkunde.

Kassel: Verein für hessische Geschichte und Landeskunde.

Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. Schriften, Bd. IX, 2. Hft. [Aa 189.]

Königsberg i. Pr.: Physikalisch - ökonomische Gesellschaft. Schriften, 32. Jhrg., 1891. [Aa 81.]

Königsberg i. Pr. : Altertums - Gesellschaft Prussia. Sitzungsber., 47. Vereinsjahr, 1891—92. [G 114.]

Landshut : Botanischer Verein. Bericht 12. [Ca 14.]

Leipzig : Naturforschende Gesellschaft.

Leipzig : K. Sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. Berichte über die Verhandl.; mathem.-physikal. Klasse, 1891, III V; 1892, I III. [Aa 296.]

Leipzig: K. Sächsische geologische Landes Untersuchung.

Lübben: Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte. Mittheil., Bd. II, Hft. 3-6. [G 102.]

Lübeck : Geographische Gesellschaft und naturhistor. Museum. Jahresber.

für 1889 91. [Aa 279a.] Mittheil., zweite Reihe, Hft. 1 3. [Aa 279b.] Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstentum Lüneburg. Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. Jahresber. und Abhandl.,

' Jhrg. 1891. [Aa 173 ]

Mannheim : Verein für Naturkunde.

Marburg : Gesellschaft zur Beförderung der gesammten Naturwissenschaften. Meissen: „Isis“, Verein für Naturkunde.

Münster: Westfälischer Provinzialverein für Wissenschaft und Kunst. Neisse: Wissenschaftliche Gesellschaft „Philo mathie“.

Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. Jahresber. für 1888, nebst Abhandl., VIII. Bd., Bg. 5 7. [Aa 5.]

Offenbach: Verein für Naturkunde. 29.-32. Ber„ 1887— 91. [Aa 27. | Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein.

Passau: Naturhistorischer Verein.

2*

42

Regensburg : Naturwissenschaftlicher Verein.

Regensburg : K. Bayerische botanische Gesellschaft. Mittheil., Hft. III, 1890 91. [Aa 295.]

Reichenbach i. V. : Vogtländischer Verein für Naturkunde.

Reutlingen : Naturwissenschaftlicher Verein. Bericht, 1883—89. [Aa309.] Schneeberg : Naturwissenschaftlicher Verein.

Stettin : Ornithologischer Verein. Zeitschr. für Ornithologie und prakt. Geflügelzucht, Jhrg. XVI. [Bf 57 ]

Stuttgart : Verein für vaterländische Naturkunde in Württemberg. Jahres- hefte, Jhrg. 48. [Aa 60.]

Stuttgart : Württembergischer Altertumsverein. Württemberg. Viertel- jahreshefte für Landesgeschichte, n. F., 1. Jhrg., Hft. 1 2. [G 70.] Tharand : Bedaction der landwirtschaftlichen Versuchsstationen. Land- wirthsch. Versuchsstationen, Bd. XL, Hft. 2 6; Bd. XLI, Hft. 1—4. [Ha 20.]

Thorn: Coppernicus - Verein für Wissenschaft und Kunst Mittheil., Hft. VII. [Aa 145.]

Ulm: Verein für Mathematik und Naturwissenschaften. Jahreshefte, 4. Jhrg. [Aa 299.]

Ulm: Verein für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben. Mitteil., Hft. 3. [G 70.]

Weimar : Thüringischer botanischer Verein. Mittheil., n. F., 2. Hft. [Ca 23.]

Wernigerode: Naturwissenschaftlicher Verein des Harzes. Schriften, VI. Bd., 1891. [Aa 289.]

Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. Jahrbücher, Jhrg. 45. [Aa 43.]

Würzbur q : Physikalisch - medicinische Gesellschaft. Sitz ungsber., Jhrg. 1891. [Aa 85.]

Zwickau: Verein für Naturkunde. Jahresber. 1891. [Aa 179.]

2. Oesterreich-Ungarn.

Ristritz : Gewerbeschule.

Rrünn: Naturforschender Verein. Verhandl., Bd. XXIX, und 9. Ber.

der meteorol. Commission 1889. [Aa 87.]

Budapest : Ungarische geologische Gesellschaft. Földtani Közlöny, XXL köt., 12. füz.; XXII. köt., 1 10. fiiz. [Da 25.]

Budapest : K. Ungarische naturwissenschaftliche Gesellschaft, und: Ungarische Akademie der Wissenschaften. Mathemat. und naturwissenschaftl. Berichte, Bd. 8 und 9. [Ea 37.]

Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark.

Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. V erhandl. und Mittheil., XLI. Jhrg. [Aa 94.]

Iglo: Ungarischer Karpathen - Verein. Jahrbuch, XIX. Jhrg., 1892. [Aa 198.]

Innsbruck : N aturwissenschaftlich-medicinisch er Verein.

Klagenfurt: Naturhistorisches Landes-Museum für Kärnthen. Jahresber. für 1891. [Aa 42.]

Krakau: Akademie der Wissenschaften. Anzeiger 1891, Nr. 10; 1892. Nr. 1-9. [Aa 302.]

43

Laibach : Musealverein für Krain.

Linz: Verein für Naturkunde in Oesterreich ob der Enns.

Linz : Museum Francisco-Carolinum. 50. Bericht nebst der 44. Lieferung der Beiträge zur Landeskunde von Oesterreich ob der Enns. [Fa 9.] Prag : Naturwissenschaftlicher Verein „Lotos“. Jahrb. für Naturwiss., n. F., Bd. XII. [Aa 63.]

Prag : K. Böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. Sitzungsber., mathem.-naturw. Cl„ 1891. [Aa 269.] Jahresber. für 1891. [Aa 270.] Abhandl., VII. Folge, Bd. 4. [Aa 271.]

Prag : Gesellschaft des Museums des Königreichs Böhmen. Pamätky Archaeologicke, dilu XV, ses. 4 8. [G 71.]

Prag : Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. Jahresber. für '1891. [Ja 70.]

Pressburg: Verein für Natur- und Heilkunde. Verhandl., n. F., Hft. 7. [Aa 92.]

Reichenberg : Verein der Naturfreunde. Mittheil., Jhrg. 23. [Aa 70.] Salzburg : Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Mittheil., XXXI. Bd. [Aa 71.]

Temesvdr : Südungarische Gesellschaft für Naturwissenschaften. Termes- zettudoraänyi Füzetek, XV. köt., 3 4. füz.; XVI. köt. [Aa 216.] Trencsin : Naturwissenschaftliche Gesellschaft für das Trencsiner Comitat. Triest : Museo civico di storia naturale.

Triest: Societä Adriatica di scienze naturali. Bolletino, Vol. XIII, p. 1—2. [Aa 201.]

Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. Anzeiger, Jhrg. 1891, Nr.

25-27; 1892, Nr. 1-18. [Aa 11.]

Wien: Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. Bd. XXXI. [Aa 82.]

Wien : K. K. naturhistorisches Hofmuseum. Annalen, Bd. VI, Nr. 3 und 4; Bd. VII, Nr. 1—3. [Aa 280.]

Wien : Anthropologische Gesellschaft. Mittheil., Bd. XXI, Hft. 4—6; Bd. XXII, Hft. 1-5. [Bd 1.]

Wien : K. K. geologische Reichsanstalt. Abhandl., Bd. XVI, Hft. 2. Verhandl., 1891, Nr. 15—18; 1892, Nr. 1—10. [Da 16.] Jhrb., Bd. 42, Hft. 1. [Da 4.]

Wien : K. K. geographische Gesellschaft. Mittheil., XXXIV. Bd. (n. F. XXIV. Bd.) [Fa 7.]

Wien: K. K. zoologisch-botanische Gesellschaft. Verhandl., Bd. XXXIV bis XLI; Bd. XLII, 1. 3. Quartal. [Aa 95.]

3. Rumänien.

Bukarest: Institut meteorologique de Roumanie. Annales, tome V, 1889. [Ec 75.]

4. Schweiz.

Basel: Naturforschende Gesellschaft. Verhandl., Bd. 9, Hft. 2. [Aa 86.] Bern: Naturforschende Gesellschaft. Mittheil, 1891, Nr. 1265—78. [Aa 254.]

Bern: Schweizerische naturforschende Gesellschaft. Verhandl. der 74. Jahresversamml. zu Freiburg, 1891. [Aa 255.]

44

Chur : Naturforschende Gesellschaft Graubündcns. Jahresber., n. F., Jhrg. XXXY. [Aa 51.]

Frauenfeld : Thurgauische naturforschende Gesellschaft. Mittheil., Hft. 10. [Aa 261.]

Freiburg : Society Fri bourgeoise des Sciences naturelles.

St. Gallen : Naturforschende Gesellschaft. Bericht für 1889 90. [Aa 23.] Lausanne : Societe Yaudoise des Sciences naturelles. Bulletin, 3. ser., yoI. XXVII, no. 105; vol. XXYIII, no. 106-108. [Aa 248.] Neuchat el : Societe des Sciences naturelles.

Schaff hausen : Schweizerische entomologische Gesellschaft. Mitth., Yol. YIII, Hft. 9. [Bk 222.]

Sion : La Murithienne, societe Yalaisanne des Sciences naturelles. Bulletin, fase. XIX— XX. [Ca 13.]

Zürich : Naturforschende Gesellschaft. Vierteljahrsschr., Jhrg. 36, Hft. 2 4;

Jhrg. 37, Hft. 1—2, mit Generalregister zu Jhrg. 1 36. [Aa 96.] Zürich: Schweizerische botanische Gesellschaft. Berichte 1891, Heft 1 und 2. [Ca 24.]

5. Frankreich.

Amiens : Societe Linneenne du nord de la France.

Bordeaux: Societe des Sciences physiques et naturelles.

Cherbourg: Societe nationale des Sciences naturelles et mathematiques. Memoires, tome XXYII. [Aa 137.]

Courrensan: Societe Franqaise de botanique. Revue de botanique.

Bulletin mensuel, tome IX, no. 103 1 06. [Ca 18.]

Dijon: Academie des Sciences, arts et belles lettres. Memoires, 4. ser., tome 2. [Aa 138.]

Le Mans: Societe d’agriculture, Sciences et arts de la Sarthe. Bulletin, tome XXY, fase. 2 —3. [Aa 221.]

Jjyon: Societe Linneenne.

Lyon: Societe d’argriculture, d'histoire naturelle et des arts utiles.

Lyon: Academie nationale des Sciences, belles lettres et arts.

Paris: Societe zoologique de France. Bulletin pour l’annee 1889, tome XYI, no. 5, 7, 9 und 10; tome XVII, no. 1, 5 und 6. [Ba 24.]

6. Belgien.

Brüssel: Societe malacozoologique de Belgique.

Brüssel: Societe entomologique de Belgique.

Brüssel: Societe royale de botanique de Belgique.

Gembloux: Station agronomique de l’etat. Bulletin, no. 50 und 51. [Hb 75.] Lüttich: Societe geologique de Belgique.

7. Holland.

Gent: Kruidkundig Genootschap „Dodonaea“. Botanisch Jaarboek, 4. Jhrg., 1892. [Ca 21.]

Groningen: Naturkundig Genootschap. 90. und 91. Yerslag over 1890 und 1891. [Je 80.]

Hartem: Musee Teyler. Arcbives, ser. 2, tome 111, part. 7. [Aa 217.] Hartem: Societe Hollandaise des Sciences. Archives Neerlandaises, tome XXY, livr. 5; tome XXVI, Jivr. 1—3. [Aa 257.]

45

8. Luxemburg,

Luxemburg: Societe de botanique.

Luxemburg : Institut royal grand-ducal. Publications, tomeXXl. [Aa l 44.] Luxemburg : Observations meteorologiques faites ä Luxemburg de 1884—88, 5. vo'l. [Ec 72.]

9. Italien.

Brescia : Ateneo.

Catania: Accademia Gioenia di scienze naturale. Atti, ser. IV, vol.

8 und 4. Bullettino mensile, fase. XXIII XXIX. [Aa 149.] Florenz: R. Instituto.

Florenz: Societä entomologica Italiana. Bullettino, anno XXIII, 1891, anno XXIV, trim. 1-2. [Bk 193.]

Mailand: Societä Italiana di scienze naturali. Atti, vol. XXX, no 1—2. [Aa 150.]

Mailand: R. Instituto Lombardo di scienze e lettere. Rendiconti, ser. 2, vol. XXIV. [Aa 161.] Memorie, vol. XVI, fase. 3; vol. XVII, fase. 1. [Aa 167.]

Modena: Societä dei naturalisti. Atti, ser. 3, vol. X, fase. 2; vol. XI. [Aa 148.]

Padua: Societä Veneto -Trentin a di scienze naturali. Bullettino, tomo V, no. 2. [Aa 193 b.]

Parma: Redazione dell Bullettino di paletnologia Italiana. Bullettino, ser. II, anno XVII, no. 8 12; anno XVIII, no. 1 8. [G 54.] Pisa: Societä Toscana di scienze naturali. Memorie, vol. VI, fase. 3 .

Processi verbali, vol. VIII (bis 3. VII. 92.) [Aa 209.]

Born: Accademia dei Lincei. Atti, rendiconti, ser. 5, vol. I, sem. 1; sem. 2, fase. 1 10. Rendiconto delTadunanza solenne dei 5. VI. 92. [Aa 226.]

Pom: R. Comitato geologico dTtalia. Bollettino, 1891, no. 4; 1892, 1 2. trim. [Da 3.]

j Rom: Redazione delle Rassegna delle scienze geologiche in Italia. Rassegna, anno 1; anno II, fase. 1—2. [De 220.]

Turin: Societä meteorologica Italiana. Bollettino mensuale, ser. II, vol. XI, no. 12; vol. XII, no. 1 11. [Ec 2.]

Venedig: R. Instituto Veneto di scienze, lettere e arti Verona: Accademia d’agricoltura, arti e commercio. Memorie, ser. III^ vol. LXVII, no. 1-2. [Ha 14.]

10. Grossbritannien und Irland.

Dublin : Royal geological society of Irland.

Fdinburg: Scottish meteorological society. Journal, 3 ser., no. VIII. [Ec 3.] Glasgow: Natural history society. Proceedings and transactions, vol. III, p. 2. [Aa 244. ]

Glasgow: Geological society.

Manchester: Geological society. Transactions, vol XXI, p. 12 20; vol. XXII, p. 1—2. [Da 20.]

Newcastle-upon-Tyne: Tyneside naturalists field club, und: Natural history society of Northumberland , Durham and Newcastle-upon-Tyne. Transactions, vol. XI, p. 1. [Aa 126.]

46

11. Schweden, Norwegen.

Bergen : Museum. Aarsberetning for 1890. [Aa 294,]

Christiania : Universität. Den Norske Nordhavs-Expedition 1876 78, Bd. XXI, Zoologi: Crinoida, Echinida ved Danielssen. [Aa 251.]

Christiania : Foreningen til Norske fortidsmindesmerkers bevaring. Aars- beretning for 1890. [G- 2.] Kunst og haandverk fra Norges fortid,

Hft. 10; Supplement III. [G 81.]

Stockholm : Entomologiska Föreningen. Entomologisk Tidskrift, Arg. 12, Nr. 1-4. [Bk 12.]

Tromsoe : Museum. Aarshefter, XIY. [Aa 243.]

12. Russland.

E katharinenhur g : Societe Ouralienne d’amateurs des Sciences naturelles. Bulletin, tome XIII, livr. 1. [Aa 259.]

Helsingfors: Societas pro fauna et flora fennica. Herbarium musei fenici. [Cd 110.]

Kharkow: Societö des naturalistes ä l’universite imperiale.

Kiew: Societe des naturalistes. Memoires, tome X, livr. 3 4; tome XI, livr. 1 2. [Aa 298.]

Moskau : Societe imperiale des naturalistes. Bulletin, annee 1891, no. 2-4; 1892 no. 1—2. [Aa 134]

Odessa : Societe des naturalistes de la Nouvelle-Russie. Memoires, tome XYI; tome XXYII, p. 1. [Aa 256.]

Petersburg : Kais, botanischer Garten. Acta horti Petropolitani, T. XI, fase. 2; T. XII, fase. 1. [Ca 10.]

Petersburg : Comite gdologique. Bulletins, vol. IX, no. 9 und 10; vol. X, no. 1— 9; vol. XI, no. 1 4. [Da 23.] Memoires, vol. XI, no. 2; vol. XIII, no. 1. [Da 24.]

Petersburg : Physikalisches Centralobservatorium. Annalen, Jhrg. 1890, Th. 2. [Ec 7.]

Riga: Naturforscher- Yerein. Correspondenzblatt, Nr. XXXY. [Aa 34.]

II. Amerika.

1. Nord-Amerika.

(Canada, Yereinigte Staaten, Mexiko.)

Albany: New York state museum of natural history.

Baltimore: John Hopkins university. University circulars, vol. X, no. 94- 96; vol. XI, no. 97 100; vol. XII, no 101. [Aa 278.] Amer. journal of mathematics, vol. XIY, no. 1. [Ea 38.] Amer. Chemical journal, vol. XIII, no. 7 8; vol. XIY, no. 1. [Ed 60.] Studies in hi stör, and politic. science, 9. ser., no. IX— XII; 10. ser., no. I III. [Fb 125 ] Amer. journal of philology, vol. XII, no. 2 3. [Ja 64.] Boston: Society of natural history. Proceedings, vol. XXY, p. II. [Aa 111.] Boston: American academy of arts and Sciences. Proceedings,* new ser., vol. XYIII. [Aa 170.]

Buffalo: Society of natural Sciences. Bulletin, vol. Y, no. 3. [Aa 185.] Cambridge: Museum of comparative zoology. Annual report for 1890 1891. Bulletin, vol. XXII; vol. XXIII, no. 1 3. [Ba 14.]

Bavenport : Academy of natural Sciences. Sny ; ' v,

Halifax v, Nova Scotian Institute of natural Science. —- Proceedings and transactionsy 2. ser*, vol. I, p. 1. [Aa 304.] . : .• A

Madison: Wisconsin Academy of Sciences, arts and letters. Transactions, vol. VIII, 1888 -91.. [Aa 206.] :

Mexiko : Sociedad cientifica „Antonio Alzate“. Memorias, tomo Y; tomo YI, cuad; 1— 2, [Aa 291] y.

Milwaukee : Wisconsin natural history society.

Montreal : Natural history society. Canadian record of Science, vol. 1Y, no. 8; vol. Y, no. 2 3. [Aa 109.]

New-Haven : Connecticut academy of arts and Sciences. - New- York:1 Academy of Sciences. Annals, vol. Y, extra no. 1-f— 3; vol. YI, no. 1- 6. [Aa 101. | Transactions, vol. X, no. 2—8; vol. XI, no. 1--5. [Aa 258.]

New-York : American museum of natural history. ....

Philadelphia : Academy of natural Sciences. Proceedings, 1891, p. III; 1892, p. I [Aa 117.]

Philadelphia : American philosophical society. Proceedings, vol. XXIX, no. 136; vol. XXX, no. 137—138. [Aa 283.]

Philadelphia : Wagner free institute of Science.

Philadelphia : Zoological society. Annual report 20. [Ba 22.] Pochester : Academy of Science. Proceedings, vol. I, broch. 1 2. [Aa 312..] Pochester : Geological society of America. Bulletin, vol. I II. [Da 28.] Salem: Essex Institute. Bulletin, vol 21, no. 7 12; vol. 22, no. 1 12.

[Aa 163.] ' ' ,

Salem: Peabody academy of Science. y .y; y

San Francisco : California academy of Science. Proceedings, 2. ser., vol. III, p. 1. [Aa 112.]- : . ' . -

St. Louis: Academy of Science. Transactions, vol. Y, no. 3— 4; vol. YI, no. 1. [Aa 125.] . :

Topeka: Kansas academy of Science. , y ,

Toronto: Canadian institute. Transactions, vol. I II. [Aa 222b.] \

Washington: Smithsonian institution. Annual report,. 1889 ^ july 1890. [Aa 120.] - Catalogue of prehistoric works east of tbe Rocky Mountain s^ Omaha- and Ponke-letters ; bibliography of the Algonquian languages [Aa 120b.] Report of the Nation al-museum, ending YI, 1889. [Aa 120c.] Washington: United States geological survey. X. annual report, 1888 to 1889. [De 120a.] Bulletin, no. 62—65, 67—81. Mineral resources of the United-States, 1889—90. [Db 81.] V

Washington: Bureau of education. -• Report of the Commission of edu* cation for the year 4 888 89. [Je 103.] Circulars of inform ation^ 1891, no. 2, 4, 8, 9. [Je 104.] yf r y ; y

2, Süd- Amerika.

(Argentinien, Brasilien, Chile, Costarica.) , ,

Buenos- Air es: Museo nacionah - Anales, entr. XYIII. [Aa 147]

Buenos- Aires : Sociedad cientifica Argen tina. Anales, tomo XXXII, entr 4 6: tomo XXXIII; tomo XXXIY, entr. 1. [Aa 280.1 Cordoha: Academia nacional de ciencias. : ; 1 : s r\

Pio de Janeiro: Museo nacional. . , y

48

San Jose : Museo national del repüblica de Costa Rica.

Säo Paulo : Commissäo geographica e geologica da provincia de S. Paulo. La Plaia : Museum. Sur la fondation et son developpement. Revista, tomo I; tomo II, entr. 1—2. [Aa 308.]

La Plata : Redaction der Revista argentina de historia natural. Revista argent., 1891, tomo I, entr. 1 6. [Aa 307.]

Santiago de Chile : Deutscher wissenschaftlicher Verein. Verhandl., Bd. II, Heft 4. [Aa 286.]

511. Asien.

Batavia : K. natuurkundige Vereeniging. Natuurk. Tijdschrift voor Neder- landsch Indie, Deel 51. [Aa 250.]

Calcutta : Geological survey of India. Records, vol. XXIV, p. 4; vol. XXV, p. 1 3. [Da 11.] Memoirs, vol. XXIII. [Da 8.] Palae- ontologia Indica, ser. XIII, vol. IV, p. 2. [Da 9.]

Tokio\ Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens Mittheil., Bd. V, Heft 47—50, und Supplem. 2 3 zu Bd. V. [Aa 187.]

IV. Australien.

Melbourne : Mining department of Victoria. Reports and statistics for the quarder ended 30. sept 1891. Annual report of the secretary for mines, 1891. [Da 21.]

B. Durch Geschenke.

Ardissone, Fr.: L’organismo vivente. 1892. [Ab 81.]

Averill, C. K. von: List of birds found in the vincinity of Bridgeport, Connecticut. 1892. [Bf 64.]

Boettger, 0.: Katalog der Batrachier- Sammlung im Museum der Sencken- bergischen naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt. 1892. [Bg 28.] Brower: The source of the Mississippiriver. [Fb 131.]

Brusina, Sp. : Fauna fossile terziaria Markusevec. in Croazia. 1892. [Dd 82b]

Conwentz , H.: Die Eibe in Westpreussen. [Cd 106.]

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Ausserdem sind uns durch die Güte des Kgl. Landes-Medicinalcollegiums eine Anzahl älterer Werke von der aufgelösten „mineralogischen Gesell- schaft in Dresden“ zugewiesen worden, über die ein besonderes Ver- zeichniss vorhanden ist.

C. Durch Kauf.

Abhandlungen, herausgegeben von der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft zu Frankfurt a. M., Bd. XVII; Bd. XVIII, Heft 1. [Aa 9.] Annals .and magazine of natural history, ser. 6, no. 48 ^60. [Aa 102.] Antiqua, Jahrg. IX, Nr. 8 12; Jahrg. X, Heft 1, 2. [G 91. J

51

Anzeiger für Schweizer Alterthüraer, Jahrg. XXV. [G- 1.]

Anzeiger, zoologischer, Jahrg. XV. [Ba 21.]

Archiv für Pharmacie, Bd. 229, Heft 8, 9. [H 1.]

Bronris KJassen und Ordnungen des Thierreichs, Bd. II, Abth. 2, Lief. 6 8 (Coelenterata); Abth. 3, Lief. 15, 16 (Echinodermata) ; Bd. III, Lief. 1, 2 (Mollusca); Bd. IV, Lief. 18 23 (Vermes); Bd. V, Abth. 2, Lief. 32 - 34 (Crustacea); Bd. VI, Abth. 5, Lief. 37—39 (Mammalia). [Bb 54.]

Iledwigia, Bd. 30, Nr. 6; Bd. 31, Nr. 1, 2. (Ca 2.]

Jahrbuch des Schweizer Alpenclubs, Jahrg. 27. (Fa 5.]

Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik, Bd. 23. Nr. 4; Bd. 24, Nr. 1, 2. [Ca 3.]

Monatsschrift, deutsche botanische, Jahrg. 9, Nr. 10-12; Jahrg. 10, Nr. 1—8. [Ca 22.]

Nachrichten, entomologische, Jahrg 8. | Bk 235.] (Vom Isis-Lesezirkel.) Natur, (Halle), Jahrg 41. |Aa 76.] (Vom Isis-Lesezirkel.)

Nature, vol. 46 und 47 (no. 1155 1206). [Aa 107.]

Palaeontographical society, vol. XLIII und XLIV. [Da 10.]

Prähistorische Blätter, Jahrg. IV. [G 112.]

Wochenschrift, naturwissenschaftliche, Bd. VII. [Aa 311.] (Vom Isis-Lese- zirkel.)

Zeitschrift für die gesammten Naturwissenschaften, Bd. 64, Nr. 4 6; Bd. 65, Nr. 1—3. [Aa 98.]

Zeitschrift für Meteorologie, Bd. 9, Nr. 12; Bd. 10. [Ec 66.]

Zeitschrift für wissenschaftliche Mikroskopie, Bd. VIII, Nr. 3, 4; Bd. IX, Nr. 1, 2. [Ee 16.]

Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie, Bd. 53, Nr. 3, 4 und Supplem.;

Bd. 54; Bd. 55, Nr. 1—6. [Ba 10.]

Zeitschrift, Oesterreichische botanische, Jahrg. 42. [Ca 8.]

Zeitung, botanische, Jahrg. 50. [Ca 9.]

Geschlossen am 28. December 1892.

C. Schiller, Bibliothekar der „Isis”.

Zu bequemerer Ausnutzung unserer Bibliothek ist für Mitglieder der Isis ein Lesezirkel eingerichtet worden. Gegen einen jährl. Beitrag von 3 M. können eine grosse Anzahl Schriften bei Selbstbeförderung zu Hause gelesen werden. Anmeldungen nimmt der Bibliothekar entgegen.

Abhandlungen

der

naturwissenschaftlichen Gesellschaft

in Dresden,

1892

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I. Bericht über die neue Aufstellung in dem Königl. Mineralogischen Museum zu Dresden.

Yon Dr. H. B. Geinitz, Director.

Es ist unserem letzten Jahresberichte schon entnommen worden, dass das Jahr 1891 für das Königliche Mineralogische Museum ein erinnerungs- reiches bleiben werde, da eine gänzliche Umgestaltung und neue Auf- stellung der geologischen und prähistorischen Sammlungen darin durchge- führt worden ist.

Durch Ueberweisung des Wallpavillons und einer Bogengalerie zu den bisherigen überfüllten Räumen war eine Möglichkeit zur Ausbreitung und instructiveren Aufstellung der naturwissenschaftlichen Schätze ge- geben, und selbst ein lang entbehrtes grösseres Arbeitszimmer hat sich noch glücklich anschliessen lassen.

Jetzt ist in dem Wallpavillon eine stattliche prähistorische Sammlung aufgestellt, welche zumeist unserem vaterländischen sächsischen Boden entstammt und ein neuer Anziehungspunkt für Dresden geworden ist.

Die durch Wendeltreppen damit verbundenen Bogengalerien haben die geologischen Sammlungen in der Weise aufgenommen, dass beide Zweige derselben je einen idealen Durchschnitt der Erde darstellen, deren unterste oder älteste Gesteine an den Wallpavillon angrenzen, während sich die jüngeren Ablagerungen weiter und weiter davon entfernen. Die bisherige Bogengalerie K enthält, wie früher, die sedimentären Ablagerungen der Erdrinde mit ihren organischen Ueberresten oder Versteinerungen und ist demnach eine geologisch-paläontologische oder historisch-geo- logische Sammlung, welche mit der Glacialzeit oder dem Diluvium, den Torfmooren und anderen jungen geologischen Gebilden ihren Abschluss erreicht, oder auch bei dem Eintritte von der mineralogischen Sammlung aus ihren Anfarg nimmt.

Hier haben, wie früher, neben den Resten von ausgestorbenen oder zurückgedrängten Thieren auch die gleich alterigen Reste der frühesten Menschen und deren Kunstproducte aus der älteren und zum Theil auch der jüngeren Steinzeit den gebührenden Platz behalten müssen. Die geo- logische Sammlung schliesst aber ab mit dem Auftreten der Bronce, des Eisens, der Urnen und anderer irdenen Geräthe, welche das Hauptmaterial für die prähistorische Sammlung in dem Wallpavillon geliefert haben.

Der in der neuen Bogengalerie L sich hinziehende Zweig der geologischen Abtheilung ist eine Sammlung von Gebirgsarten, welche gleichfalls ihrem Alter und ihrer Entstehung nach geordnet ist, dabei aber hinreichend

Ges . Isis in Dresden, 1892. Abli. 1.

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Gelegenheit bietet, den petrographischen Charakter ihrer Bestandteile und technischen Werth zu beurteilen. Hier wurden die geschichteten Ge- birgsarten, von dem alten Gneisse an aufwärts, an den Seiten des Saales aufgestellt, dagegen die massigen, sogenannten eruptiven Gesteine, welche die ersteren zu verschiedenen Zeiten durchbrochen haben, von dem alten Granit an aufwärts, längs der Mitte des Saales.

Hie unter dem mathematischen Salon befindlichen Räume wurden am 19. Mai dem Publikum wieder zugänglich gemacht, was für die sich anschliessende Bogengalerie K erst am 3. August erreicht werden konnte.

Hie Räume des WalJpavillons und der neuen Bogengalerie L sind für das grössere Publikum bis jetzt noch geschlossen geblieben, doch steht ihrer Eröffnung nichts Wesentliches mehr entgegen.

Hie mineralogische Abtheilung des Museums ist von grösseren Ver- änderungen jetzt unbehelligt geblieben, nur hat sie im Anschluss an ihren bisherigen Raum noch einen kleinen Zuwachs erhalten, welcher für KrystaJlmodelle und für Erzgänge benutzt werden konnte. Auch dem lang- gefühlten Bedürfniss nach einem kleinen Laboratorium ist durch Ent- fernung einer unbenutzten Freitreppe abgeholfen worden.

Hen Mitgliedern unserer Gesellschaft Isis gegenüber mögen hier noch einige Mittheilungen über die Art der Durchführung der jetzigen Auf- stellung folgen.

Hiese ganze Umgestaltung hat noth wendiger Weise mit der Her- stellung der neuen und alten Räume des Museums durch Maurer, Zimmer- leute, Maler, Anstreicher, Tischler, Schlosser u. a. Schritt halten müssen, auch erforderten sämmtliche Gegenstände, bevor sie aus einem Raume in den anderen transportirt wurden , wenigstens eine trockene Reinigung,

womit mehrere Hilfsaufseher seit dem 2. Februar 1891 fast unaufhörlich beschäftigt waren, während zahlreiche Schränke einer Ausbesserung durch den Tischler unterworfen wurden.

Hie grossen Uebelstände in der alten geologischen Sammlung, welchen dieselbe eine lange Reihe von Jahren hindurch in den früheren kalten und feuchten Räumen ausgesetzt war, sind noch lange nicht über-

wunden. In den alten Räumen verquollen die Schränke und mussten wiederholt abgehobelt werden, um die Kästen öffnen zu können und die Schränke zu schliessen, in den jetzigen warmen und trockenen Räumen sind die Schränke geschwunden und es mussten schon zahllose Spalten, welche den Staub einliessen, wieder geschlossen werden. Galt es früher,

den Moder zu entfernen, so hört auch jetzt noch immer der Kampf

mit dem Staube nicht auf, welcher die in Wandschränken und Pult- schränken befindlichen Gegenstände von neuem bedeckt. Nur die bei der früheren Uebersiedelung des Museums in die jetzigen Räume im Jahre 1878 angefertigten Glaspultschränke und Glaspulttische haben sich besser bewährt und entsprechen den Anforderungen. Es musste daher unser Streben darauf gerichtet sein, nach und nach viele jener älteren Glaspult- schränke, sowie auch die meisten in der geologischen Sammlung (Galerie K) befindlichen Wandschränke durch neue staubdichte Schränke zu ersetzen, wozu indess immer noch beträchtliche Mittel gehören. Für die jetzigen dringendsten Bedürfnisse an Mobiliar für unsere neueste Aufstellung musste die von der Generaldirection der Königlichen Sammlungen und den hohen Ständekammern verwilligte Summe von 22,000 Mk. genügen.

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Nach Beginn der neuen Aufstellung am 2. Februar 1891 mit Eeinigung von Sammlungsgegenständen, konnte der erste Transport von alten Glaspultschränken mit ihrem Inhalte in die neue, erst seit dem 5. Februar für uns zugängliche Galerie L, jenseits des Wallpavillons, am 20. Februar 1891 erfolgen, um hier für die neue petrographische Sammlung oder Sammlung von Gebirgts arten Materialien herbei zu führen.

Ende Februar 1891 wurden auch die beiden, in dem Saale F unter dem Mathematischen Salon befindlichen Permoser sehen Statuen des Apollo und der Minerva entfernt und in das Königl. Albertinum versetzt, wodurch ein lange entbehrter Raum für die neue geologische Aufstellung ge- wonnen wurde.

Während der ganzen Aufstellungsarbeiten im Jahre 1891 bis Anfang 1892 ist es gelungen, wenigstens den beschränkten Eintritt in die Samm- lungen keinen Tag zu unterbrechen, was sich dadurch ermöglichen liess, dass die in dem ersten Saale, oder Galerie 0, des Museums befindliche Mineralogische Abtheilung keinen wesentlichen Veränderungen aus- gesetzt war, nur hat sie zu ihrem bisherigen Raume noch einen kleinen Zuwachs erfahren durch Aufstellung eines Pultschrankes für Ivrystall- modelle am Ende der Galerie 0 und durch Aufstellung von Erzgängen in dem nächstfolgenden Raume Fa, welcher zugleich den Meteoriten- schrank enthält.

Die baulichen Herstellungen in den unter dem Königl. Mathematischen Salon befindlichen Räumen Fa, F und Fb begannen am 6. März 1891 und wurden bis zum 9. Mai 1891 soweit durchgeführt, dass Riesenhirsch und Höhlenbär und andere Thiere der Diluvialzeit hier wieder einziehen konnten und dass schon vom 19. Mai 1891 an hier das grössere Publikum wieder Zutritt fand.

Weit grössere Schwierigkeiten traten uns in der langen Bogengalerie K, zwischen dem Mathematischen Salon und dem Wallpavillon entgegen, einerseits, weil die hier befindliche geologische Sammlung in zwei Theile geschieden werden musste, andererseits aber in Folge der darin vor- zunehmenden baulichen Veränderungen ohne eine vorherige Entfernung des hier angehäuften Mobiliars.

Die Theilung dieser umfangreichen Sammlung ist in der anscheinend geeignetsten Weise so erfolgt, dass die neue geologische Haupt- Sammlung mit den Versteinerungen eine historisch-geologische, die andere davon abgetrennte eine petrographisch-geologische Sammlung oder Sammlung der Gebirgsarten bildet. Hierdurch sind beide Samm- lungen, welche sich von Anfang an bis zu ihrem Ende gegenseitig er- gänzen, selbständig und in sich abgeschlossen. Beide stellen Durch- schnitte der Erdrinde dar, deren tiefste und älteste Ablagerungen sich in der unmittelbaren Nähe des Wallpavillon D befinden, während sich die jüngeren Ablagerungen bis zum Quartär einerseits, und den bis zu den jüngsten vulkanischen Gesteinen andererseits weiter und weiter davon entfernen.

An die zwei jüngsten Enden dieser beiden Reihen, welche für die geologische Abtheilung in dem Saale F, unter dem Mathematischen Salon, für die petrographische Abtheilung aber an dem Ende der langen Bogengalerie L, jenseits des Wallpavillons liegen, schliesst sich unmittel-

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bar die Aufstellung der prähistorischen Abtheilung in dem schönen Wallpavillon D an, welcher durch Wendeltreppen mit den Galerien K und L in directer Verbindung steht.

Die räumlichen Schwierigkeiten, die bei der neuen Aufstellung der geologischen Sammlung in der Bogengalerie K zu überwinden waren, be- standen im Wesentlichen darin, dass ausser 13 für die petrographische Sammlung verwendeten Glaspultschränken, sämmtliche andere Schränke in dem Saale verbleiben mussten, während der Abrüstung durch Zimmerleute, vom 20. Mai 1891 an bis zum 15. Juni, während der Arbeiten der Maurer, Maler und Anstreicher, was das wiederholte Verschieben und Rücken der inhaltsschweren Schränke durch Chaisen träger und zugleich eine Aus- besserung vieler Schränke nöthig machte. Erst am 20. Juli 1891 waren sämmtliche alten und zur Ergänzung dienenden neuesten Schränke der geologischen Sammlung nach Anstrich des ganzen Saales und seines Fuss- bodens an ihre richtige, vorläufig bleibende Stelle gebracht, und es konnte das Publikum am 3. August 1891 nun auch in der Galerie K seinen. Einzug halten. So hatten demnach die gesammten Veränderungen in den alten Räumen 0, F, Fa und Fb und K, vom Eingänge in das Museum an bis an den Wallpavillon im Ganzen nur 6 Monate in Anspruch ge- nommen.

Die Aufstellung der neuen petrographischen Sammlung oder Samm- lung von Gebirgsarten in der Bogengalerie L, jenseits des Wallpavillons, ist durch die vor dem Einzuge schon fertig gestellten Räume wesentlich erleichtert worden. Jene 13 aus der alten geologischen Sammlung ent- nommenen Pultschränke fanden sofort an den Wänden ihren Platz, während alle neuen Glaspultschränke und Glaspulttische längs der Fenster und längs der Mitte angeordnet wurden.

Von da an galt es aber, das gesammte disponible Sammlungsmaterial, das in nur oberflächlich gereinigtem Zustande herbeigeführt worden war, und noch immer ergänzt wird, in den zahlreichen Schränken in geeigneter Weise zu vertheilen. Hierbei wurde zunächst das schon Eingangs hervor- gehobene Princip durchgeführt, die geschichteten Gesteine ihrem Alter nach, von dem ältesten Gneisse an aufwärts, in den an den Fenstern stehenden Glaspultschränken unterzubringen, dagegen die massigen, eruptiven Gesteine, welche die Schichtgesteine zu verschiedenen Zeiten durchbrochen haben, von dem alten Granit an aufwärts, in den Glaspult- tischen längs der Mitte der Galerie anzuordnen.

Der in den alten, längs der Wände aufgestellten Glaspultschränken frei werdende und der Beschauung zugängliche Raum ist vorzugsweise für verschiedene Localsammlungen verwendet worden, wie für Chaussee- materialien des Dresdner Bezirkes, die von Professor Dr. G. Laube auf seiner berühmten Polarfahrt unter den schwierigsten Verhältnissen in Grönland gesammelten Gesteine, für Gesteinssuiten aus Thüringen, dem Harze, von Westdeutschland, aus dem Vulkangebiete des Laacher See’s, Sammlungen aus Afrika und anderen Welttheilen durch Herrn Graf W. Schlieffen auf Schlieffenberg und Frau Gräfin Schlieffen, geb. von Jagow, die bekannten Reisenden Dr. Holub, Dr. Pieschel, Dr. A. Sttibel, Hofrath Dr. A. B. Meyer u. A.

Nach einer allgemeinen Vertheilung der Sammlungsgegenstände konnte der zweite Act in der Behandlung der petrographischen Sammlung be-

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ginnen, die neue Etiquettirung der nach Tausenden zählenden Exem- plare, zunächst soweit dieselben zur Anschauung offen liegen. Diesem Geschäfte hat sich von Anfang October 1891 an bis Ende April 1892 Herr Oberlehrer W. Morgenstern nach Anleitung des Directors mit grossem Eleisse und vieler Sachkenntnis als wissenschaftlicher Hilfs- arbeiter unterzogen. Hierbei wurden auch sämmtliche zur Ansicht gelangte Gesteine auf nassem Wege gereinigt, wodurch dieser neuen Sammlung zugleich ein elegantes Ansehen verliehen worden ist.

Da zu unserem Bedauern Herr Oberlehrer W. Morgenstern von Ende April d. J. an in eine andere Stellung berufen worden ist, so wurde für die Weiterentwickelung der petrographischen Sammlung statt seiner eine neue wissenschaftliche Kraft erforderlich, welche in Herrn Dr. Walther Bergt gefunden worden ist. Mit dessen Thätigkeit am Museum von An- fang Mai an beginnt der dritte und jedenfalls längste Abschnitt in der Behandlung der neuen Sammlung durch Revision und, soweit nöthig, durch mikroskopische und chemische Untersuchung des Einzelnen und durch Fortsetzung der Reinigung und Etiquettirung im Allgemeinen.

Die prähistorische Abtheilung des Kgl. Mineralogisch-geologischen und prähistorischen Museums hat erst jetzt durch Hinzutreten des Wall- pavillons sich entfaltet und ihre verdiente Würdigung erfahren.

Sie war früher, wie bekannt, in den Räumen Fa, F, unter dem Mathe- mathischen Salon und an verschiedenen anderen unzugänglichen Stellen zusammengedrängt, jetzt ist nur die ältere und ein Theil der jüngeren Steinzeit mit den Pfahlbauten der älteren Torfmoore in dem Saale F ver- blieben, als Schluss der geologischen Gruppen, oder als oberstes Glied unserer geologischen Sammlung. In den Torfmooren liegt die Grenze zwischen geologischen und prähistorischen Zeiten.

Der künstlerisch prachtvolle Wallpavillon hat nun Alles aufgenommen, was sich an die jüngere Steinzeit, nach oben hin an die moderne Zeit anschliesst. Seine Ausstattung an Mobiliar besteht aus 7 grossen eisernen Schränken aus der rühmlichst bekannten Fabrik der Herren Aug. Kühn- scherf & Söhne, welche den grossen Vortheil gewähren, dass sie staub- dicht sind, mehreren früher im Saale F schon vorhandenen Glaspulttischen und einigen neuen Glaspultschränken. Die Anordnung des gesammten wissenschaftlichen Materials in diesen Schränken ist durch den Directorial- assistenten Dr. Deichmüller durchgeführt worden, dessen Bericht darüber hier vorliegt.

So ist denn die neue Aufstellung unseres K. Mineralogisch-geologischen und prähistorischen Museums jetzt so weit gefördert, dass nicht nur die alten, sondern auch die neuen Räume dem grossen Publikum zugänglich gemacht werden können, und es wird sie alle erfreuen, dass dies nach einer Verordnung der Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft vom 16. April d. J., vom 1. Mai 1892 an, ausser an den bisherigen Eintritts tagen, künftig auch Sonntags von 11 1 Uhr Vormittags geschehen wird.

II. Verzeichnis» der bisher in den diluvialen Mergeln von Cotta bei Dresden aufgefundenen Conchylien.

Von Direetor Th. Reibisch.

Behufs der Anlegung eines grossen Dresdner Centralbahnhofes musste auch der untere Lauf der Weisseritz einer besonderen Regulirung unter- worfen werden. Beim Ausstechen der verschiedenen Bodenschichten zeigten sich oft sehr reiche Lager von Conchylienresten , die natürlich die Auf- merksamkeit der Geologen in Anspruch nahmen , weil die verschiedenen Arten solcher Conchylienreste oft mannigfache Schlüsse auf die Entstehung und das verhältnissmässige Alter der Erdschichten und ihrer Formen zulassen.

Zur Untersuchung und Bestimmung hat ein sehr reichhaltiges Material Vorgelegen. Um dessen Herbeischaffung sind vorzüglich der K. S. Landes- geolog Herr Dr. R. Beck und die Herren Lehrer Döring und Ebert eifrig bemüht gewesen. Tn zweifelhaften Fällen hat Herr S. Clessin in Ochsenfurth seine Bestimmungen und Ansichten mit freundlichster Bereit- willigkeit ertheilt.

Ueber die allgemeinen Lagerungsverhältnisse derjenigen Schichten, welche die Reste der im Weiteren aufgeführten Fauna führen, theilt mir Herr Sectionsgeolog Dr. R. Beck aus seinen bei der Landesaufnahme hierüber gemachten Erfahrungen das Folgende mit:

„Das Dorf Cotta bei Dresden liegt im Mittelpunkte eines Sumpfes oder sumpfigen Sees der jüngeren Diluvialzeit. In diesen hinein wurden lange Zeiten hindurch von Südwest her die von zahlreichen Rinnsalen aufgenommenen mergeligen Yerwitterungsproducte des Pläners einge- schwemmt, welcher die Gehänge der Gegend zwischen Leutewitz und Rossthal zusammen setzt. Sie bildeten in dem flachen Becken des Sees Schichten von mergeligem Sande, von Mergel und von Moormergel, deren Mächtigkeit in- der Mitte des Bassins am grössten ist, während sie an den Rändern desselben, sowie auch in der Umgebung einer inselartig durch- ragenden Partie älterer Ablagerungen (Pläner und Diluvialkies), welche beim Bau der grossen Bahnunterführung aufgeschlossen war, schwächer werden und endlich sich auskeilen. Die Sumpfschichten lagern theils direct dem thonig-mergelig verwitterten Labiatus-Pläner auf, theils ruhen sie auf diluvialen Weisseritzkiesen. Dahingegen lässt sich aus Brunnenprofilen, besonders im südlichen Theile des Dorfes Cotta entnehmen, dass am Stid- und am Westrand des Beckens die Sumpfablagerungen von bis zu 1 m mächtigem lössartigen Gehängelehm stellenweise überlagert werden.

Ges. Isis in Dresden, 1892 . Abh. 2.

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Zugleich mit der kalkigen Bachtrübe wurden jenem Becken die Ge- häuse zahlreicher Landschnecken zugeführt, welche an den nahen Berg- abhängen lebten. Sie vermischten sich mit den Gehäusen der Süsswasser- schnecken, welche im Sumpfe selbst hausten, oder derjenigen Arten, die an den Bändern des Gewässers wohnten.

Die gesammte, in ihrer horizontalen Verbreitung bis 1,3 km im Durchmesser erreichende Ablagerung grenzt am heutigen Schusterhause bis ganz nahe an die Elbe. Es ist mindestens möglich , wenn nicht wahr- scheinlich , dass auch in jungdiluvialer Zeit die Elbe zeitweilig dicht bei dem Cottaer Sumpfe vorbeifloss, und dass bei Hochwasser alsdann dieser vorübergehend aus dem Strome Ansiedler erhalten konnte. Hierauf deuten vielleicht die auffällig selten gefundenen Beste von Unionen und Ano- donten hin. Im Allgemeinen aber spricht die Eauna von Süsswasser- schnecken sowohl, als auch der petrographische Charakter der Cottaer Ablagerungen für eine durchaus lacustre, nicht fluviatile Entstehung der- selben, für einen Absatz in ruhigem Becken.

Die Ablagerung gliedert sich in folgender Weise: Zuunterst lagert ein lichtgrauer Mergel, der an seiner Basis häufig in einen licht- grauen oder gelblichen , mergeligen feinen Sand oder auch in einen reinen Sand mit Glimmerschüppchen übergeht. Dieser Mergel nebst Mergel- sand erreicht eine Maximalmächtigkeit von 2,5 m. Zwischen Cotta und dem Schusterhause ist dem lichtgrauen Mergel eine unregelmässig umgrenzte grössere Partie von Kalktuff eingeschaltet, in welchem Herr Taubstummen- lehrer Ebert neben Blättern und Stengeln monocotyler Sumpfpflanzen, worunter anscheinend auch Sparganium , ganze Lagen von dem incrustirten Gewirr einer Chara auffand. Die organische Substanz dieser Pflanzen - reste ist völlig verschwunden. Auf dem lichtgrauen Mergel ruht allent- halben ein lichtbrauner, im feuchten Zustand fast schwarzer, an humosen Bestandteilen sehr reicher Moormergel, der bis zu 1,5 m Mächtigkeit anwächst. Eine genaue Beschreibung aller dieser Ablagerungen wird in den Erläuterungen zu Section Dresden der geologischen Specialkarte des Königreiches Sachsen erfolgen.“

Das folgende Yerzeichniss soll die Arten des „Moormergels“ (obere Schicht) und des „weissen Mergels“ (untere Schicht) zunächst von Cotta bei Dresden aufzählen, und die dritte Bubrik, Bemerkungen, unter Anderem auch auf das Vorkommen der vorgenannten Arten im Löss- und Kalktuff Sachsens aufmerksam machen.

Von älteren Autoren haben den Cottaer Mergel erwähnt : A. v. G utbier , Div Sandformen der Dresdner Haide, 1865, S. 38, welcher die Ablagerung miv zum Löss rechnete, und C. A. Jentzsch, Ueber das Quartär der Gegend von Dresden, Halle 1872, S. 89 und S. 95. Beide scheinen nur die oberste Schicht, den Mo.ormergel, untersucht zu haben. Das von Letzterem aufgeführte Conchylienverzeichniss gründet sich auf Material aus dem K. Geologischen Museum in Dresden und auf eigene Kunde.

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Moormergel.

Bemerkungen.

Hyalinia cellaria Müll.

radiata Aid er. crystallina Müll. ,, fulva Müll. Zonitoides nitida Müll. Patula rotundata Müll.

rüder ata Stud.

pygmaea Drap.

Helix aculeata Müll. lamellata Jeffr.

pulchella Müll. costata Müll.

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obvoluta Müll. personata Lam. bidens Cbemn. sericea Drap. hispida L.

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fruticum Müll. incarnata Müll. lapicida L. arbustorum L.

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hortensis Müll.

nemoralis L. pomatia L.

Hyalina fulva Müll.

Helix pulchella Müll. tenuilabris Br.

Buliminus tridens Müll.

montanus Drap. Cionella lubrica Müll.

lubrica var. minima Siem.

Pupa doliolum Brug.

Cionella lubrica Müll.

,, lubrica var. minima Siem.

Ausser den angeführten Vitri- niden fanden sich nicht selten Kalkplättchen von Nackt- schnecken im Moormergel.

Lebend in Sachsen noch nicht gefunden ; bisher nur von den nordischen Ländern Europas bekannt. Südgrenze in den deutschen Küstengebieten.

Lebend nicht in Sachsen, wohl aber in Theilen des südwestl. Deutschland und bei Halle

a. S.

Ueberall im Löss. Die Form, welche daselbst vorkommt, ist wahrscheinlich diejenige, welche Clessin Helix terrena nennt und für die Stamm- form von H. hispida L. u. H.sericeaDrap. hält. (K o b e 1 1, Nachrichtsblatt d. deutsch, malakozool. Gesellsch., 1874, S. 46.)

Ueberall im Löss; daselbst aber etwas kleiner als im Kalktu ff, während sie im Moormergel dieselbe Grösse hat, wie die- jenigen, welche jetzt noch in derselben Gegend leben

Die Varietäten 00000, 12845, 12 8 45, 123 45, 12345, sind noch deutlich unterscheid- bar.

Besonders die Var. 00800.

Auch im Kalktuff von Rob- schütz b. Meissen.

Auch im Löss von Prohlis b. Dresden.

Löss b. Meissen (Engelhardt).

11

Moormergel.

Weisser Mergel.

Bemerkungen.

Pupa muscorum L.

Pupa muscorum L.

U eberall im Löss. „Im

Moormergel allerdings ziem- lich bauchig , wie die Art

auf sehr feuchten Fundorten

columella Benz.

sich findet u. in diluvialen Schichten die Regel bildet.“ (Clessin.)

Findet sich auch im Löss von

v ( Vertigo ) antivertigo

Dr.

( Vertigo) pygmaea Dr.

var. quadridens Wett. ,, ( Vertigo) pusilla Müll.

angustiorJeffr.

Pupa Genesii Gredl.

Prohlis b. Dresden.

Lebend nicht in Sachsen, aber

Clausilia laminata Mont.

biplicata Mont.

pumila Ziegl.

Succinea putris L.

Succinea putris L.

in Südtyrol. „Zur diluvialen Gruppe der Pupa parieden- tata gehörig. Die Art wurde von mir auch in einem viel- leicht gleich alterigen Torf- lager bei Katzenhausen, Dinkelscherben, Kr. Schwa- ben in Bayern, gefunden“. (Clessin.)

Auch im Kalktuff von Rob-

Pfeifferi Rossm.

,, oblonga Drap.

oblonga Drap.

schütz b. Meissen.

Ueberall im Löss.

Carychium minimum Müll. Limnaect stagnalis L.

\sa\elongataC\ess.

Nur kleine Bruchstücke.

ovata Drap.

Limnaea ovata Drap.

pereger Müll.

pereger Müll.

Auch im Kalktuff v.Robschütz.

palustris Müll. typ.

var. cor-

vus Gm.

palustris Müll.

v.

var. diluviana n. v. palustris Müll,

var. gracillima n. v.

truncatula Müll.

,, glabra Müll.

truncatula Müll.

var.

turrita Cless.

Aplexus hypnorum L. Planorbis marginatus Dr.

,, rotundatus Poiret.

contortus L.

Planorbis contortus L.

crista L. var.

Rossmaessleri Aug. crista L. var. nau-

nautileus L.

tileus L.

( Segmentina ) ni-

tidus Müll.

* I

* >

12

Moorm ergel.

Mi '■ iS '

1

Weisser Mergel.

Bemerkungen.

Valvata piscinalis Müll.

cristatci Müll.

Bytliinia tentaculata L. Anodonta sp.?

Unio sp.?

Sphaeridium cnrneum L. Pisidium fossarinum Cless.

n. sp. teste Cless.

Pisidium nitidum Jen.

n. sp. teste Cless.

Nur Bruchstücke.

Nur Bruchstücke.

Was die Parallelisirung der Cottaer Schichten mit solchen anderer Punkte der Umgebung lind aus anderen Gegenden betrifft, so schliesst aus den angeführten paläontologischen Ergebnissen Herr Dr. R. Beck nach einer Mittheilung an den Verfasser das Folgende:

„Die für den weissen Mergel von Cotta so charakteristische Pupa columetta Benz, wurde von mir neben Pupa muscormn L., Succinea öblonga und Helix hispida , deren Bestimmung Sie kürzlich freundlichst bestätigten, in einem geschichteten, sandigen Lehm aufgefunden, welcher den lössartigen Gehängelehm, den Vertreter des ächten Gehängelösses, bei Prohlis süd- östlich von Dresden unmittelbar unterlagert. Ferner ist Pupa cohmeüa ein Leitfossil für den Sandlöss des Rheinthaies bei Strassburg, welcher dort mit den sogenannten Vogesensanden die jüngere Abtheilung der Löss- formation unterlagert, (Vgl. hierüber E. Schumacher, Die Bildung und der Aufbau des oberrheinischen Tieflandes, Strassburg 1890, S. 297 ff.) Durch die Freundlichkeit des Herrn Schumacher erhielt ich Exemplare von dort, welche mit den unserigen völlig identisch waren. Mit dem oberrheinischen Sandlöss (vgl. ferner A. Andreä, Der Diluvialsand von Hangenbieten im Untereisass. Abhandl. zur geol. Specialkarte von Eisass- Lothringen, Bd. IV, H. 2, Strassburg 1884) hat unser Cottaer weisser Mergel ausser der mehrfach genannten Spec.ies noch die folgenden ge- meinsam:

Helix tenuilabris Braun.

Succinea obloncja Drap.

Limnaea pereger Müll.

Planorbis Bossmaessleri Auersw.

Was nun aber den Moormergel betrifft, so lässt der zoologische Aus- weis Spielraum zwischen dem jüngeren Diluvium und dem Alluvium. Die geologischen Lagerungsverhältnisse sprechen für das Erstere. Er scheint ein Aequivalent des lössartigen Gehängelehms zu sein, von dem er stellenweise noch überlagert wird. Die aus unserem Gehängelöss bekannten Schnecken fehlen auch im Moormergel nicht.“

III. Die concliyliologische Fauna der tialäpagos-Iuseln.

Von Paul Keibisch.

(Mit Tafel I und II.)

Die in jüngster Zeit besonders wieder durch Dr. Georg Baur aus New-York bekannter gewordenen Galäpagos-Inseln*) mit ihrer ganz eigen- tümlichen Flora und Fauna verdienen in letzterer Beziehung ganz her- vorragendes Interesse, besonders in conchvliologischer Hinsicht. Sind es doch von allen Landthieren wohl zumeist die Schnecken, die durch ihr geringes Fortbewegungsvermögen als das conservative Element in der Gesammtfauna betrachtet werden dürfen. Dieser Gesichtspunkt nun lässt uns das Studium dieser Thiergruppe wohl in sehr vielen Fällen als mass-

*) Im 16. Jahrhundert von den Spaniern entdeckt und vorher niemals von Menschen bewohnt.

o * o

Qes. Isis in Dresden, 1892. Abh. 8.

14

gebendes, bei der Betrachtung der faunistischen Entwickelung eines Gebietes überhaupt und noch besonders eines solchen erscheinen, wie es die Gruppe der Galäpagos-Inseln in ihrer Abgeschlossenheit vom südamerikanischen Continente bez. anderen in Frage kommenden Inselgruppen darbietet. Ist es schon von grösstem Interesse, dass nicht nur amerikanische, sondern auch polynesische Formen vertreten sind, so beweist die Mannigfaltigkeit derselben mit einer ganzen Anzahl von Uebergangsformen untereinander, sowie die eigenartige Ausbildung jener auf den einzelnen Inseln des Archipels eine lange und ungestörte, nur von geologischen und klimatischen Yerhältnissen beeinflusste Entwickelung jener Thiere.

Weitaus am zahlreichsten ist das Genus JBulimulus Leach vertreten, dessen Arten mit Ausnahme zweier neuen ausgesprochen amerikanische Charaktere aufweisen. Im Gegensätze hierzu zeigen die beiden Species der vielleicht von JBulimulus zu trennenden Gruppe Pelecostoma nov. sect. mit ihrer eigentümlichen Spindellamelle unverkennbare Anklänge an die Achatinellen ebenso wie Buliminus ( Bhaphiellus ) achatinellinus Forbes. Das Genus Pupa Drp., in zwei Arten vertreten, steht in nächster Be- ziehung zu der equatorianischen Pupa ( Leucochila ) Wolfii Miller. Die im Jahre 1877 auf Chatham-Island entdeckte Succinea ( Tapada) Bettii Smith steht der von der Insel Mas-a-Fuera bekannten Succinea rubicunda Pfr. sehr nahe, was auf eine Verschleppung mittels Baumstämmen durch Meeresströmungen schliessen lässt. Ausser diesen Generibus findet sich noch eine Helicina Lam.

Von nur wenigen Arten war der Aufenthalt, also die Insel bekannt. Den gewissenhaften Forschungen des Herrn Dr. Theodor Wolf,*) ehe- maligen Staatsgeologen der Republik Ecuador, verdanken wir die ge- nauere Kenntniss derselben, sowie eine ganze Anzahl neuer höchst in- teressanter Formen, deren Vergleichung mit anderen manche Anhalte- punkte für die Entstehung der Galäpagos-Inseln geben werden.

Das mir von Herrn Dr. Theodor Wolf zur Bearbeitung überlassene Material nebst biologischen Notizen, von ihm in den Jahren 1875 und 1878 gelegentlich längeren Aufenthaltes auf den Galäpagos-Inseln ge- sammelt, dürfte allerdings kein vollständiges Gesammtbiid der conchyliolo- gischen Fauna jener Inselgruppe darstellen, da sich der grösste Theil der Ausbeute z. Z. noch in Stuttgart befindet. Leider habe ich das mir von Herrn Prof. Dr. Miller daselbst bereitwilligst zugesicherte Material noch nicht erhalten, weshalb etwaiges Neue in einem Nachtrage veröffentlicht werden soll, dessen Bearbeitung ich mir als Ergänzung dieser Arbeit hiermit ausdrücklich Vorbehalte.

Im Folgenden ist mit der Beschreibung der neuen Arten eine Auf- zählung der bisher bekannten verbunden.

I. Buiimulus Leach.

1. Buiimulus ( Naesiotus ) eschariferus Sow.

Bulinus eschariferus Sow. Concli. III, f. 85.

Bulimus eschariferus Pfr. Symb. II, p. 45.

Pfr. Mon. Hel. viv. II, p. 115.

Reeve. Conch. ic., PL XX, sp. 121.

( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 160.

*) cf. Ein Besuch der Galäpagos-Inseln, von Dr. Theodor Wolf. Heidel- berg 1879.

Bulimulus eschariferus ( Omplialostyla ) Ad. Gen., p. 161.

,, ( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Chatham-Island (Darwin).

2. Bulimulus ( Naesiotus ) unifasciatus Sow. Taf. I, Fig. 1.

Bulinus unifasciatus Sow. in Proc. Zool. Soc. 1833, p. 37.

Müll. Synops., p. 25.

,, Sow. Conch. III, f. 55.

Bulimus unifasciatus Lam. ed. Dh. 118, p. 277.

Pfr. Mon. Hel. viv. II, p. 195.

,, Reeve. Conch. ic., PI. XXIII, sp. 149.

( Leptomerus ) Pfr. Vers., p. 160.

Bulimulus unifasciatus ßpck ind., p. 67, N. 65.

( Omplialostyla ) Ad Gen., p. 161.

( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Charles-Island (Cuming, Wolf).

Von dieser Art liegt nur 1 Stück vor, ohne Epidermis und anschei- nend todt gesammelt. Die Binde ist kaum noch zu erkennen.

3. Bulimulus ( Naesiotus ) nucula Pfr. Taf. I, Eig. 2.

Bulimus nucula Pfr. in Proc. Zool. Soc., 9. Dec. 1851.

,, Pfr. Mon. Hel. viv. III, p. 415.

,, ( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 161.

Bulimulus nucula ( Omplialostyla ) Ad. Gen., p. 161.

( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Charles-Island (Wolf).

Von den 3 Stück ist nur eins vollständig. Diese Art ist die kleinste des zur Gruppe des Bul. nux Brod. (sp. 1 6) gehörigen Eormenkreiscs.

4. Bulimulus ( Naesiotus ) verrucosus Pfr.

Bulimus verrucosus Pfr. in Proc. Zool. Soc. 1855, p. 116.

( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 161.

,, ,, Pfr. Mon. Hel. viv. IV, p. 475.

Bulimulus verrucosus ( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Galäpagos (teste Pfeiffer 1. c.).

5. Bulimulus (Naesiotus) asperatus Albers. Taf. 1, Eig. 3.

Bulimus asperatus Albers in Malak. Bl. IV, 1857, p. 98.

Pfr. Mon. Hel. viv. IV, p. 475.

,, Pfr. Novit, conch. IV, t. 133, f. 8, 9.

Bulimulus asperatus ( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Charles-Island (Wolf).

Sämmtliche 5 Stück sind ohne Epidermis, kreideweiss und anscheinend todt gesammelt, ebenso wie der unter Nr. 21 beschriebene Bulimulus nudus nov. sp.

6. Bulinmlus (Naesiotus) nux Brod.

Bulimus nux Brod. in Proc. Zool. Soc. 1832, p. 125.

,, Müll. Synops., p. 24..

,, Sow. Conch. III, f. 37.

Bulimus nux Lam. ed. Dh. 116, p. 276.

,, Pfr. Mon. Hel. viv. II, p. 183.

,, Reeve. Conch. ic., PI. XXIII, sp. 150.

,, ( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 161.

Buliminus nux Beck, ind., p. 70, N. 27.

Bulinmlus mix { Omplialostyla ) Ad Gen., p. 161.

,, ( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Charles-Island (Cuming, Wolf).

,,300 600 Fuss Höhe, ziemlich trockene Zone, zu Tausenden an Ge-

16

büschen und Steinen.“ (Wolf). Nur in wenigen unvollendeten Exemplaren gesammelt.

7. Bulimulus (Naesiotus) inSkdkatus Pfr. Taf. I, Eig. 4 a.

Bulimus incrassatus Pfr. in Proc. Zool. Soc. 1852, p. 157.

,, ., Chemn. ed II, Bul. N. 88, t. 30, f. 13, 14.

,, ,, Pfr. Mon. Hel. viv. III, p. 415.

,, (Naesiotus) Pfr. Vers., p. 161.

Bulimulus incrassatus ( Omphalostyla ) Ad. Gen., p. 161.

( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Cbatham-Island (Wolf).

„Feuchte Region, 900 2000 Fuss, an Gebüsch nicht selten. Zu- sammen mit Bulimulus chemnitzioides Forbes und terebra nov. sp.“ (Wolf), var. sidcatus. Taf. I, Fig. 4 b, c.

Char. T. conica, arcuatim striata, evidenter sulcata, cinereo-fusca; anfractus 7 plani; apertura subsemiovalis, marginibus interdum callo co- arctante procidente junctis.

Long. 17,25, diam. maj. fere 10, min. 9 mm.

Apert. long. 8,5, lat. extus 5,75 mm.

Hab. Charles-Island (Wolf).

Gehäuse kegelförmig, bögig gestreift, stark gefurcht, röthlich-grau ; die Furchen sind deutlicher ausgeprägt, als die Streifung; 7 flache Um- gänge; Mündung annähernd halbeiförmig, durch einen zuweilen sehr kräftig hervortretendeu , die Mündung verengenden Callus ausgezeichnet (Pig. 4 c).

var. nuciformis Petit. Taf. I, Fig. 4d.

Bulimus nuciformis Petit. Journ. Conch. 1853, p. 365, t. XI, f. 7.

,, (Naesiotus) Pfr. Vers., p. 161.

,, ,, Pfr. Mon. Hel. viv. IV, p. 411.

Bulimulus nuciformis ( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Galäpagos (Hanet-Clery), Charles-Island (Wolf).

Von dieser Form liegen 2 charakteristische Stücke bei; mehrere an- dere bilden Uebergänge zum Typus und zur var. sulcata , weshalb die Form kaum als Varietät, geschweige denn als Species bestehen kann; sie ist nur das äusserste Glied eines vielverzweigten Formenkreises, welchem möglicherweise auch Bu1. nux Brod. angehört. Der Typus, wie ihn Pfeiffer 1. c. beschreibt, im Chemnitz leidlich abgebildet, zeichnet sich durch blassgelbe Höcker auf braunem Grunde aus, welche unterhalb der Naht am ausgeprägtesten sind.

8. Bulimulus (Naesiotus) ustulatus Sow. - Taf. I, Fig. 5.

Bulinus ustulatus Sow. in Proc. Zool. Soc. 1833, p. 72.

,, Müll. Synops., p. 27.

,, ,, Sow. Couch. HI, f. 42.

Buliminus ustulatus Beck ind., p. 70, N. 28.

Bulimus ustulatus Lam. ed. Dh. 124, p. 279.

,, Pfr. Mon. Hel. viv. II, p. 217.

Reeve, PI. XXI, sp. 130.

,. Chemn., t. 62, f. 16 18.

(Naesiotus) Pfr. Vers., p. 160.

Bulimulus ustulatus ( Omphalostyla ) Ad. Gen., p. 161.

(Naesiotus) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Charles-Island (Cuming, Wolf).

Die Art ist nur in einem der im Reeve 1. c. gegebenen Abbildung gleichkommenden Stücke da. Die im Chemnitz 1. c. ausgeführte Abbil-

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düng ist wohl zu dunkel; übrigens herrscht bei dieser Art die Bänder- zeichnung, nicht die Streifung vor.

9. Bulimulus ( Naesiotus ) invalidus nov. sp. Taf. I, Fig. 6.

Char. T. profunde rimata, elongato - conica , solida, plicoso- striata, fusca, pallide unifasciata; spira turrita, acuta; anfractus fere 7 subplani, ultimus convexiusculus ; nucleus nigrescens, gracillime costuiatus; apertura trapezialis, obliqua, intus caerulea; peristoma simplex, marginibus callo nitido junctis, dextro superne arcuato, columellari patente dilatato angulatim adnato.

Long. 14,2, diatn. maj. 7,3, min. fere 7 mm.

Apert. long. 7,5, lat. 4,3 mm.

Hab. Charles-Island (Wolf).

Gehäuse tief geritzt, verlängert -kegelförmig, derb, zart, bogenförmig- rippenstreifig, braun, mit matter Nahtbinde; Gewinde thurmförmig, spitz; 7 wenig gewölbte Umgänge, der letzte etwas weiter ausgebogt; Wirbel schwarzbraun, zart gerippt; Mündung trapezförmig, schräg, innen blassblau; Mundsaum einfach, am rechten Rande nach aussen abgeschrägt, ebenso wie bei der vorigen und den beiden folgenden Arten, weshalb dieselben zu einem Formenkreis mit Bul. ustulatus Sow. als Typus zusammenzufassen sind. Die Nabelgegend wird durch den vorgezogenen Spindelrand wenig verdeckt.

10. Bulimulus (Naesiotus) venustus nov. sp. Taf. I, Fig. 7.

Char. T. profunde rimata, conica, solida, irregulariter strigata vel plicata, nitida, sordido-lutea-lnteo-unifasciata; sutura simplex, luteofasciata; anfractus 63/4— embrionales fusci graciliter costati, 3.-5. subplani inerte lineis spiralibus notati, ultimus parum inflatus, prope aperturam breviter descendens; apertura subvertiealis, semiovalis, intus albida; peristoma simplex, margine dextro parum incrassato superne arcuato, basi cum columellari dilatato subtorto plicato canalem formans.

Long. 13,3 (11,8), di am. maj. 7 (6), min. 6,4 (5,5) mm.

Apert. long. 6 (5), lat. 4,2 (3,5) mm. ,

Hab. Charles-Island (Wolf).

Gehäuse tief geritzt, kegelförmig, festschalig, unregelmässig gestreift oder gefältet, glänzend, schmutziggelb mit hellerer Nahtbinde; Naht einfach, gelb gesäumt; von den 63/4 7 Umgängen sind die embrionalen zierlich rippenstreifig und stark angedunkelt, vom 3. bis 5. zeigen die fast ebenen Umgänge undeutliche Spirallinien, der letzte ist wenig aufgetrieben und fällt an der Mündung schräg ab; die wenig schräge Mündung stellt an- nähernd einen Kreisausschnitt von 120° dar; Mündung innen weisslich bis blassviolett; der einfache Mundsaum ist am rechten Rande kaum ver- dickt, oben leicht geschweift; der Spindelrand ist wenig gedreht und bildet an der Basis eine kräftige Ecke mit dem Aussenrande. Die verbreiterte Spindel verdeckt den Nabel nur wenig.

Die zwei in der Grösse verschiedenen Gehäuse zeigen gleiche Ver- hältnisse; das kleinere ist heller, die Ränder der Nahtbinde sind jedoch dunkler gefärbt, so dass die Zeichnung sehr an mul . ustulatus Sow. er- innert, dem die Art übrigens sehr nahe steht.

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11. Bulimulus (. Naesiotus ) calvus Sow. Taf. I, Fig. 8.

Bulinus calvus Sow. in Proc. Zool. Soc. 1833, p. 72.

,, Müll. Synops., p. 27.

Sow. Conch. III, f. 41.

Buliminus calvus Beck ind., p. 70, N. 29.

Bulimus calvus Lam. ed. Dh. 123, p. 179.

,, Pfr. Mon. Hel. viv. II, p. 225.

,, Beeve. Conch. ic., Pl. XX, sp. 126.

Chemn. ed. II, Bul. N. 327, t. 62, 1. 37, 38.

( Naesiotus ) Pfr. Aers., p. 161.

Bulimulus clavus ( [Omphalostyla ) Ad. Gen., p. 161.

,, calvus ,, Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. James-Island (Cuming), Charles-Island (Wolf).

Diese Art kennen wir nun von zwei Inseln ebenso wie den Formen- kreis des Bul. nux Brod. zuzüglich des Bul. incrassatus Pfr. Einzelne Stücke zeigen eine mehr gedrungene Form und fast kreisrunde Mündung, infolge dessen der letzte Umgang stark eingeschnürt erscheint. Die Nabel- gegend ist durch den erweiterten Spindelrand mehr verdeckt als beim

Typus. Auch sind derartige Exemplare etwas kleiner, aber dunkler ge- zeichnet, sowie auch innen schön violett gefärbt. Yermittelnde Ueber- gangsformen sprechen für die Unhaltbarkeit einer Varietät.

Die im Chemnitz 1. c. gegebene Abbildung ist zu dunkel.

12. Bulimulus ( Naesiotus ) Jacöbi Sow.

Bulinus Jacobi Sow. in Proc. Zool. Soc. 1833, p. 74.

,, Müll. Synops., p. 29. ,

Sow. Conch. III, f. 45.

Buliminus Jacobii Beck ind., p. 70, N. 32.

Bulimus Jacobi Lam. ed. Dh. 127, p. 281.

Pfr. Mon. Hel. viv. II, p. 98.

,, Reeve. Conch. ic., Pl. XXI, sp. 135.

( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 160.

Bulimulus Jacobi (Omphalostyla) Ad. Gen., p. 161.

( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. James-Island (Cuming).

13. Bulimulus (Naesiotus) pallidus nov. sp. Taf. I, Fig. 9.

Char. T. anguste umbilicata, orato-conica, solidula, arcuatim striata, prope aperturam plicata, lineis granulosis spiralibus notata, subpellucida, opaca, luteo-cinerea , pallide albocincta; spira acnminata; sutura profunda; anfractus fere 7 convexi, embrionales graciliter costulati , ultimus sutura profundiore sejunctus; apertura obliqua, ovalis, paulum ampliata, intus albida; peristoma simplex, marginibus callo nitido junctis, margine dextro arcuatim rotundato, parum ampliato, intus lamella alba limbato, collumel- lari reflexo patente.

Long. 12,7, diam. maj. 6,6, min. 5,7 mm.

Apert. long. 5, lat. extus fere 4 mm.

Hab. Albemarle- Island (Wolf). „200 bis 800 Fnss Höhe, ziemlich trockene Zone, an Gebüschen und Steinen“. (Wolf.)

Gehäuse eng genabelt, gewölbt, kegelförmig, ziemlich festschalig, bogig gestreift, nach der Mündung zu gefältelt, mit einer Anzahl sehr feiner gekörnelter Spirallinien, ziemlich durchscheinend, matt, schmutzig-gelb mit blasser Nahtbinde; Gewinde zugespitzt; Naht tief; annähernd 7 Umgänge, stakt gewölbt, die embrionalen zierlich gerippt, der letzte durch eine tiefere Naht getrennt; die Mündung ist schräg, oval und nach aussen ein wenig

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erweitert, innen weiss; der Mnndsaum ist einfach, der Aussenrand bogig gerundet und schwach zurückgeschlagen, an der Innenseite mit einer wreissen Lamelle belegt; der Spindelrand ist zurückgebogen, doch verdeckt er kaum den Nabel und ist durch einen glänzenden Callus mit dem Aussenrande verbunden.

Von den 4 Stücken ist nur eins vollendet.

14. Bulimulus (. Naesiotus ) cinereus nov. sp. Taf. I, Fig. 10.

Char. T. umbilicata, subconica, tenera, longitudinaliter et spiraliter granulöse striata, obsolete cinerea; spira obtuso-acutiuscula; sutura pro- funda; anfractus 6 convexi, aequaliter accrescentes; apertura obliqua, ob- longo-rotundata; peristoma callo tenui juncto, simplex, acutum, paulum ampliatum, margine dextro arcuato-rotundato, columellari dilatato reflexo prominente.

Long. 10, di am. maj. 6, min. 5,3 mm.

Apert. long. 4,3, lat. extus 3,4 mm.

Hab. James-Island (Wolf).

Gehäuse offen genabelt, stumpf kegelförmig, ziemlich dünnschalig, sehr zierlich gekörnelt, schmutzig aschfarben; Gewinde mässig stumpf; Naht kräftig und tief, ohne Sculptur; die 6 gewölbten Umgänge steigen gleichmässig an; Mündung schräg, fast oval; Mundsaum einfach, scharf, wenig erweitert; Mündungswand mit zartem Callus belegt, Aussenrand bogig gerundet, der verbreiterte Spindelrand stark vorgezogen und den Nabel nicht einengend.

Die zwei leidlich erhaltenen Stücke sind vollständig ausgebildet. Diese Art bildet innerhalb der Gruppe Naesiotus mit den beiden vorhergehenden einen eigenen Formenkreis, welcher dem westlichen Theile des Archipels angehört.

15. Bulimulus (Naesiotus) rugulosus Sow. Taf. I, Fig. 11 a, b.

Bulinus rugulosus Sow. Couch. III, f. 87.

Bulimus rugulosus Pfr. Mon. Hel. viv. II, p. 118.

,, Reeve. Conch. ic., PI. XX, sp. 128.

,, Desh. Traite elem. Conch., p. 99, N. 117, t. 142 A, f. 9 11.

( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 160.

Bulimulus rugulosus ( Omphalostyla ) Ad. Gen., p. 161.

,, ,. ( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Chatham-Island. (Cuming, Wolf.)

„300—600 FusSj, Gebüsche, Felsen, unter Steinen, gemein. Spielt hier ganz die Rolle wie Bul. nux Brod. auf Charles.“ (Wolf.)

Die vorliegenden 7 Stück sind zumeist recht gut erhalten. Dieselben besitzen im Gegensatz zu der bei Pfeiffer T. c. wie bei Reeve 1. c. ge- gebenen Diagnose nur 7 bis reichlich 71/2 Umgänge. Auch sind die Ge- häuse nicht bräunlich - olivenfarben, sondern schön rothbraun gefärbt. Uebrigens sind die von Wolf gesammelten Stücke kleiner, als bei Pfeiffer angegeben; das grösste misst in der Länge 18, das kleinste nur 15,5 mm. Die Abbildung im Reeve ist zu schlank, wie auch der Wirbel zu spitz.

16. Bulimulus (Naesiotus) ventrosus nov. sp. Taf. I, Fig. 12 a, b.

Char. T. late rimata, oblongo-ovalis, tenera, nitida, arcuatim striata, lineis granulosis spiralibus gracillime notata, sericea, pallide lutescens, fascia pallidiore cincta; spira acutiuscula; sutura plicose-marginata ; anfractus

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6 2/s 7 1/2 convexi, embrionales costulati, cluo Ultimi ventrose intlati; co- lumella subrecta; apertura obliqua, protracta, ovalis, intus nitens; peri- stoma simplex, marginibus callo nitido junctis, dextro rotundato, expanso, eolumellari reflexo patente.

Long. 17,5 (16,8), di am. maj. 8,3 (7,3), min. 7,2 (6,3) mm.

Apert. long. 7,5 (6,6), lat. 5,2 (4,6) mm.

Hab. Barrington-Island (Wolf). ß. T. plicata, nitidissima, pallide-fusca.

Hab. Chatham-Island (Wolf).

„Gemein auf der ganzen Insel (Barrington-Island). Vertritt Bul. nux Brod., rugulosus Sow. und Wolfi nov. sp. der anderen Inseln.“ (Wolf.)

Gehäuse kräftig geritzt, verlängert-eiförmig , zart, bogig gestreift, mit körneligen Spirallinien sehr zierlich gezeichnet, seidenglänzend, blass gelblich mit hellerer Nahtbinde; Gewinde ziemlich spitz; Naht runzelig be- säumt; Umgänge 62/3 7 1/2 , gewölbt, die embrionalen fein gerippt, die beiden letzten aufgetrieben; Spindel fast gerade; Mündung schräg, infolge dessen oben vorgezogen, oval, innen glänzend; Mundsaum einfach, Mün- dungswand mit zartem, glänzendem Callus belegt; Aussenrand wenig er- weitert, Spindelrand umgeschlagen und verbreitert.

Drei erwachsene und ein unvollendetes Stück von Barrington-Island; zwei ebenfalls unvollendete von Chatham-Island. Die letzteren sind ge- fältelt, glänzen lebhafter und sind dunkler gefärbt.

Auch diese Art kennen wir somit von 2 Inseln; immerhin zeigt aber jede der Formen ihre Eigenthümlichkeiten besonders in Färbung und Glanz.

Die Art scheint in ihren Formverhältnissen nicht constant zu sein, wie dies die beiden Figuren veranschaulichen.

17. Bulimulus (. Naesiotus ) galapaganus Pfr.

Bulimus Galapaganus Pfr. in Proc. Zool. Soc. 1854, p. 58.

( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 160.

Pfr. Mon. Hel. viv. IV, p. 503.

Bulimulus Galapaganus ( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Galäpagos (teste Pfeiffer J. c.).

Die unter 15 17 aufgezählten Arten bilden eine Untergruppe, welche sich auf den Osten des Archipels beschränkt. Dies dürfte sich auch für Bai. galapaganus Pfr. bestätigen, über welche Art allerdings eine genauere Fundortangabe bisher fehlt.

18. Bulimulus (. Naesiotus ) acutus nov. sp. Tat. I, Fig. 13.

Char. T. profunde rimata, elongato-conica, tenera, opaca, arcuatim striata, lineis granulosis spiralibus notata, obsolete rufeseens, pallide fusco- bicincta; spira acuta; sutura linealis; anfractus 7 1/2 plani aequaliter accres- centes, embrionales gracillime costulati, ultimus ad aperturam paulum ascendens; apertura parum obliqua, semiovalis; peristoma simplex, mar- ginibus basi compressis subparallelis, dextro superne leviter arcuato, eo- lumellari expanso reffexo adnato; columella leviter torta, basi angulum form ans.

Long. 13, diain. maj. fere 6, min. 5,25 mm.

Apert. long. 5, lat. extus 3,6 mm.

Hab. Chatham-Island (Wolf).

„900 2000 Fuss. Feuchte Orte, Baumstämme etc. ; sehr häufig.“ (Wolf)*

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Gehäuse tief geritzt, schlauk, kegelförmig, zart, matt, bogig gestreift mit körneligen Spirallinien gezeichnet, schmutzig, graubraun, mit zwei wenig dunkleren Binden; Gewinde spitz; Naht kaum vertieft, linienförmig; die 71/2 Umgänge sind flach und steigen gleichmässig an, die embrionalen sehr zierlich gerippt, der letzte an der Mündung ein wenig ansteigend. Die Mündung ist nur wenig schräg, halbeiförmig; Mundsaum einfach, gerade; Aussenrand und Spindelrand annähernd gleichlaufend, vereinigen sich in einem Winkel an der Basis. Spindel umgeschlagen und verbreitert,

Yon dieser Art liegen nur 2 Stück vor, davon eins noch unvollendet.

19. Bulimulus ( Naesiotus ) curtus nov. sp. Taf. 1, Big. 14.

Char. T. profunde rimata, ovato-conica, tenera, pellucida, nitida, plicis irregularibus ramulosis sculpta, lutescens vel rufescens, interdum pallide unifasciata; spira obtuso-acutiuscula; sutura vix impressa, rugulosa; an- fractus 7 7 1/2 subplani, embrionales gracillime costulati, ultimus sutura profundiore sejunctus; apertura subrecta, semiovalis, intus subnitens; peristoma simplex, rectum, marginibus subparallelis callo nitido junctis, dextro superne leviter areuato, columellari plicose torto prope umbilicum patente reflexo adnato.

Long. 10, 25 (8,7), diam. maj. 5 (4,1), min. 4,2 (3,8) mm.

Apert. long. 4,25 (3,5), lat. 3 (2,7) mm.

Hab. Chatam-Island (Wolf).

„900 2000 Fuss. Feuchte Orte, Baumstämme etc.; sehr häufigu. (Wolf.)

Gehäuse tief geritzt, gewölbt kegelförmig, zart, durchscheinend, glänzend, mit unregelmässigen verästelten Fältchen geziert, gelblich oder hellbraun, bisweilen mit einer blassen Nahtbinde. Gewinde ziemlich spitz. Naht wenig vertieft, fein runzelig. 7— 72/2 schwach gewölbte Umgänge bilden das Gehäuse, die embrionalen sehr fein gerippt, der letzte durch eine tiefere Naht abgeschnürt. Die fast gerade Mündung ist halbeiförmig und innen glänzend. Der Mundsaum ist einfach, geradeaus mit fast gleich- laufenden Rändern, die auf der Mündungswand durch einen glänzenden Callus verbunden sind. Der Aussenrand ist oberhalb schwach gekrümmt; der Spindelrand mit deutlicher Falte, erweitert, wenig zurückgeschlagen.

Diese Art bildet mit der vorhergehenden einen eigenen Formenkreis, der sich, soweit bis jetzt bekannt, nur auf Chatam-Island findet.

20. Bulimulus ( Naesiotus ) rugiferus Sow.

Bulinus rugiferus Sow. in Proc. Zool. Soc. 1883, p. 36.

,, ,, Müll. Synops., p. 25.

,, Sow. Conch. III, f. 40.

Cochlicellus rugifer Beck ind., p. 63, N. 11.

Bulimus rugiferus Lam. ed. Dh. 117, p. 276.

,, ,, Pfr. Mon. Hel. viv. II, p. 115.

,, ., heeve. Conch. ic., PI. XX, sp. 118.

,, ,, ( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 160.

Bulimulus rugiferus ( Omphalostyla ) Ad. Gen., p. 161.

( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Jacob-Island (Cuming).

21. Bulimulus ( Naesiotus ) nudus nov. sp. Taf. I, Fig. 15.

Char. T. (in calcem versa) elongato-conica, fusiformis, perforata, soli- dula, irregulariter plicata vel costata, albide unifasciata; spira acuta; sutura

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raediocris, nodulosa; anfractus 8^4 convexi, aequaliter accrescenies ; nucleus laevis (?); apertura paulum obliqua, semiovalis; peristoma simplex, mar- ginibus callo tenui junctis, dextro superne angulariter adnato, cum colnmellari stricto arcuatim juncto.

Long. fere 18, di am. maj. 8, min. 7,25 mm.

Apert. long. abunde 6, lat. 4 mm.

Hab. Charles-Island (Wolf).

Gehäuse schlank, spindelförmig, durchbohrt, ziemlich festschalig, un- regelmässig gefältelt bezw. gerippt, mit weisslicher Nahtbinde. Gewinde spitz; Naht seicht, leicht höckerig besäumt; Umgänge 8x/4, gewölbt und gleichmässig ansteigend; Wirbel glatt (?). Mündung wenig schräg, halb- eiförmig; Mundsaum einfach, geradeaus; Aussenrand oben winkelig an- schliessend, Spindelrand gerade. Spindel nur wenig umgeschlagen, die Nabelgegend kaum verengend. Mündungswand mit einem dünnen Callus belegt.

Von den beiden stark calcinirten Gehäusen ist das eine noch leidlich gut erhalten. Der Form nach steht die Species zwischen Bul. sculpturatus Pfr. und rugiferus Sow. ; sie unterscheidet sich von diesen besonders durch bedeutendere Grösse und weniger ausgesprochene Sculptur.

22. Bulimulus {Naesiotus) sculptur atus Pfr.

Bulimus sculpturatus Pfr. in Proc. Zool. Soc. 1846, p. 29.

Pfr. Mon. Hel. viv. II, p. 183.

,, ,, Reeve. Conch. ic., PI. XX, sp. 125.

,, ( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 161.

Bulimulus sculpturatus ( Omphalostyla ) Acl. Gen., p. 161.

,, ( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Galäpagos (Darwin).

23. Bulimulus ( Naesiotus ) Darwini Pfr.

Bulimus Darwini Pfr. in Proc. Zool. Soc. 1846, p. 29.

,, Pfr. Mon. Hel. viv. II, p. 199.

( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 161.

,, Darwinii Reeve. Conch. ic., PI. XX J, sp. 136.

Bulimulus Danvini ( Omphalostyla ) Ad. Gen., p. 157.

( Naesiotus ) Cless. Nomencl., p. 254.

Hab. Galäpagos (Darwin).

24. Bulimulus (. Naesiotus ) Wolfi nov. sp. Taf. II, Fig. 1 a, b.

Char. T. ventroso-conica, perforata vel umbilicata, solida, subnitida, lutescens, arcuatim strigata, apud aperturam nodoso-plicata, albide unifasciata; spira ventrosa, acutiuscula; sutura subprofunda; anfractus 7 lineis spira- libus tenerrime sculpti, ultimus sutura profundiore sejunctus, in produc- tione fasciae magis minusve sulcatus ibique utrimque nodoso-plicatus; nucleus graciliter striatus; apertura obliqua, quinquangularis, tridentata; peristoma callosum, marginibus callo incrassato albo junctis, dextro sinuoso basi cum columellari obliquo angulum formans. Dens columellaris tinem efficit rugae spiralis a nucleo orientis, item parietalis paulo restans, tertius sulcam respondet.

Long. 13, 25 14, diam. maj. abunde 8, min. 7,5 mm.

Apert. long. 6, lat. extus 4,7 mm.

Hab. Indefatigable-Island (Wolf).

„An Lavafelsen, unter Steinen etc. Spielt die Rolle wie Bul. nux Brod. auf Charles-Island und Bul. rugulosus Sow. auf Chatam-Island“. (Wolf.)

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Gehäuse bauchig kegelförmig, durchbohrt bezw. genabelt, derb, schwach glänzend, blass, aschgelb, bogig gestreift, nahe der Mündung unregelmässig höckerig gefältelt, mit blasser schmaler Nahtbinde. Gewinde bauchig, ziemlich spitz verlaufend. Naht wenig vertieft; Umgänge 7, mit feinen Spirallinien geziert; der letzte, durch die tiefer einschneidende Naht stärker abgeschnürt, ist an der Stelle der Nahtbinde mehr oder weniger gefurcht und daselbst beiderseits knotig gefältelt (Fig. 1 b). Wirbel fein gestreift. Mündung schräg, fünfeckig, dreizähnig. Der verdickte Mundsaum ist durch einen starken weissen Callus verbunden. Der Aussenrand ist oben wie unten eingewickelt und bildet an der Basis mit dem schrägen, mässig verbreiterten Spindelrande ebenfalls eine scharfe Ecke. Der Columellar- zahn stellt das Ende einer Spindelfalte dar, ebenso entspringt der etwas zurücktretende Parietalzahn weiter oben; der dritte Zahn entspricht dem Ende der oben erwähnten Furche auf dem Aussenrande.

Zwei erwachsene und ein unvollendetes Stück. Die Art steht dem Bul. Darwini Pfr. sehr nahe, unterscheidet sich aber von diesem bei einem Umgänge mehr durch geringere Grösse, schwach hervortretende Sculptur und das Vorhandensein eines dritten Zahnes auf dem Aussenrand.

25. Bulimulus ( Naesiotus ) Simrothi nov. sp. Taf. II, Fig. 2.

Char. T. ovato-conica, perforata vel umbilicata, subsolida, cinerascens, ramose strigata, pallide unifasciata, apud aperturam fasciae loco suicata ibique nodoso-plicata; spira ventrosa, acutiuscula; sutura subprofunda, crenata; anfractus 62/4 convexi, ultimus sutura profundiore sejunctus; nucleus tenerrime striatus; apertura perobliqua, quinquangularis; peristoma simplex, rectum, margine dextro paulo infracto infra angulato, columellarem strictum retorsum petens.

Long. fere 9, diam. maj. 5,67, min. 5,4 mm.

Apert. long. 4,5, lat. abunde 3 mm.

Hab. Albemarle-Island (Wolf).

„1000— -2000 Fuss. Feuchte Region, nicht gemein.“ (Wolf.)

Gehäuse bauchig kegelförmig, durchbohrt bezw. genabelt, ziemlich fest- schalig, gelbgrau, ästig gestreift, mit blasser Nahtbinde, an deren Stelle nahe der Mündung eine Furchung eintritt, welche beiderseits kräftig her- vortretende knotenartige Falten zeigt. Gewinde aufgetrieben, spitz ver- laufend; Naht gekerbt, wenig vertieft; Umgänge 6 1/4 , gewölbt, die obersten zierlich gestreift, der letzte durch eine tiefere Naht mehr abgeschnürt. Mündung sehr schräg, deutlich fünfeckig; Mundsaum einfach, geradeaus, am Aussenrande zwischen den beiden scharfen Ecken etwas eingekniffen; Spindel gerade, zurückgeschlagen, bildet mit dem Aussenrand an der Basis eine deutliche Ecke.

Diese interessante Art ist nur in drei Stücken vorhanden, welche zudem noch nicht völlig erwachsen sein dürften. Ein Stück ist deformirt, was auch bei mehreren anderen Arten zu beobachten ist, so z. B. Bul. curtm nov. sp., bei welch’ letzterem sich ebenfalls die Umgänge dichter äuf- winden, so dass das Gehäuse auffallend gedrungen erscheint; nicht immer ist eine äussere Verletzung nachzuweisen.

Der Formenreichthum dieser Gruppe, welche wiederum engere Formen- kreise unter sich darbietet, ist in seiner Mannigfaltigkeit ein erneutes

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Zeugniss für die stete Anpassung an die örtlichen und klimatischen Ver- hältnisse. Eine weitere Erforschung der einzelnen Inseln dürfte noch manche interessante Aufschlüsse ergeben, was besonders von der grössten aber noch verhältnissmässig wenig untersuchten Insel Albemarie gilt, von welcher nur zwei Vertreter der Gruppe Naesiotus Albers bekannt sind. Der Formenkreis des Bid. nux Brod. (sp. 1 11) beschränkt sich auf Charles-Island und Chatam-Island, auf letzterer bisher nur in zwei Arten beobachtet; dagegen sind hier einschliesslich der Insel Barrington die For- menkreise des Bul. rugulosus Sow. und curtus nov. sp. nur auf Chatam vertreten. Die unter Bul. JDarwini Pfr. als Typus zusammenzufassenden Formen (sp. 20 25) finden sich, soweit genauere Angaben vorliegen, nur auf den westlichen Inseln Charles, Indefatigable, James und Albemarle, auf welch’ letzteren beiden auch noch der Formenkreis des Bul. Jacoln Sow. (sp. 12 14) hinzukommt.

26. Bulimulus ( Pleuropyrgus ) terebra nov. sp. Taf. II, Fig. 3.

Char. T. perforata, turrita, gracilis, laevis, nitida, solidula, strigis sericeis tenerrime ornata, unicolor corneo-fuscus; spira elongata, subulata, acutiuscula; sutura Simplex; anfractus abunde 15 convexi aequaliter accrescentes, ultimus ad aperturam inflatus parumque ascendens; colu- mella subrecta, retorsa; apertura parum obliqua, basi rotundata compressa, ad suturam augulata; peristoma simplex, margine dextro parum expanso, columellari superne dhatato, reflexo adnato.

Long. 18—19, diam. maj. 4,67, min. 4 mm.

Apert. long. 3,33, lat. 2,25 mm.

Hab. Chatam-Island. (Wolf.)

„900 2000 Fuss. Feuchte Region, an bemoosten Felsen und unter Steinen; häufig.“ (Wolf.)

Gehäuse durchbohrt, thurmförmig, schlank, glatt, glänzend, ziemlich festschalig, zart seidenartig gestreift, dunkel hornfarben. Gewinde ge- streckt, pfriemenförmig, ziemlich spitz. Naht einfach. Reichlich 15 gleich- mässig ansteigende Umgänge bilden das Gehäuse, der letzte ist nach der Mündung zu aufgetrieben und schwach ansteigend. Spindel fast gerade, umgeschlagen. Mündung nur wenig schräg, an der gerundeten Basis ver- engt; Mundsaum einfach mit nur wenig erweitertem Aussenrand; Spindel- rand nahe der Nabelgegend verbreitert und umgeschlagen.

Die Art liegt nur in 4 Stücken vor, wovon blos eins gut erhalten. Im Gegensätze zur folgenden Art ist das Gehäuse glatt, durchbohrt, der letzte Umgang nahe der Mündung ansteigend; auch ist die Mündung an der Basis zusammengedrückt.

27. Bulimulus ( Pleuropyrgus ) chemnitmoides Forbes. Taf. II, Fig. 4.

Bulimus chemnitzioides Forbes in Proc. Zool Soc. 1850, p. 55, t. 9, f. 6.

Chemn. ed. II, Bul. N. 118, t, 81, f. 21—23.

Pfr. Mon. Hel. viv. III, p. 303.

( Naesiotus ) Pfr. Vers., p. 160.

Bulimulus chemnitzioides ( Omphalostyla ) Ad. Gen., p. 161.

( Pleuropyrgus ) Giess. Nomencl., p. 254.

Hab. Chatam-Island (Wolf).

„300—600 Fuss, an Felsen und unter Steinen mit Bul. rugulosus Sow. Häufig.“ (Wolf.)

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Die Art ist dreibindig; die oberen zwei liegen oberhalb der Naht, das dritte färbt die Nabelgegend. Durch Verschmelzung der beiden oberen Binden erscheinen die Gehäuse viel dunkler gezeichnet. Von jeder Bänder- varietät liegen 3 Stück vor.

28. Bulimulus (. Pleuropyrgus ) lima nov. sp. Taf. II, Big. 5.

Char. T. perforata, turrita, parum ventricosa, gracilis, costata, nitida, tenera, albida, pellucida, fusco-bicincta; spira acutissima; sutura crenata; anfractus fere 11 convexi, aequaliter accrescentes , ultimus ad aperturam ventrosus, tres primi. laeves idem ultimus; columella subrecta, retorsa; apertura perpendicularis, subovalis, parum ampliata, basi rotundata; pe- ristoma simplex, margine dextro leviter arcuato parum expanso, colu- mellari superne dilatato, reflexo, adnato.

Long. 11, diam. maj. 3,5, min. 3 mm.

Apert. long. 2,75, lat. intus 1,75 mm.

Hab. Chatam-Island. (Wolf.)

„Mit Bul. terebranov. sp., selten, nur 2 Exemplare mitgebracht.“ (Wolf.)

Gehäuse durchbohrt, thurmförmig, etwas aufgetrieben, zierlich, gerippt, glänzend, weisslich , durchscheinend, mit zwei chocoladenbraunen Binden. Gewinde sehr spitz verlaufend. Naht gekerbt. Umgänge fast 11, gewölbt, gleichmässig ansteigend, der letzte nahe der Mündung aufgetrieben, die drei obersten glatt, ebenso wie die Gegend zunächst der Mündung. Spindel ziemlich gerade, umgeschlagen ; Mündung senkrecht, annähernd eiförmig, der Aussenrand Avenig verbreitert, Basis gerundet; Spindelrand oberhalb verbreitert.

Diese niedliche Art, nur in einem Stück vertreten, zeichnet sich durch die geringere Anzahl der Umgänge und geringere Grösse vor den beiden anderen der Gruppe Pleuropyrgus Mart. aus.

Die eben erwähnte Gruppe beschränkt sich nach den bisherigen Unter- suchungen auf die Insel Chatam.

Pelecostoma nov. sect. gen. Bulimuli Leach.

Char. T. elongato-conica, perforata, tenera, nitidissima; anfractus aequaliter accrescentes; apertura obliqua, securiformis; peristoma simplex, rectum; testa notatur ruga columellari a nucleo aperturam petente. Sectio praecedenti continuatur. Typus: Bul. canaliferus nov.'sp.

Gehäuse schlank kegelförmig, durchbohrt, zart, stark glänzend; Um- gänge gleichmässig zunehmend; Mündung schräg, beilförmig; Mundsaum einfach, geradeaus; die Arten kennzeichnen sich durch eine vom Wirbel ausgehende Spindelfalte, die im Gaumen aufhört oder bis zur Mündung vortritt.

Die Gruppe steht nach Pleuropyrgus Mrts. und ist wie diese auf Chatam-Island beschränkt.

29. Bulimulus (Pelecostoma) canaliferus nov. sp. Taf. II, Fig. 6.

Char. T. elongato-conica, fusiformis, usque ad nucleum perforata, tenera, nitidissima, subtiliter arcuatim striata, lutescens vel corneo-fusca, fasciis fuscis latis bicincta; spira acuta; sutura linealis; anfractus 8y2 bis 10 plani aequaliter accrescentes, basi compressis; nucleus laevis, fuscus; apertura obliqua, a latere compressa, angusta, securiformis; peristoma simplex, marginibus callo nitido junctis, dextro superne angulatim adnato,

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basi cum columellari subincrassato angulum formans; perforatio excavatione spirali canaliforme dentem a nucleo apeiluram petendem formans.

Long. 10 (8), diam. maj. 4,25 (3,75), min. 4 (3,5) mm.

Apert. iong. 3,5 (3), lat. 2 (1,75) mm.

Hab. Cbatam-Island. (Wolf.)

„900—2000 Fuss, im Moos, an Schattenpflanzen, besonders Farren, sehr häufig“. (Wolf.)

Gehäuse verlängert kegelförmig, spindelförmig, bis zum Wirbel durch- bohrt, zart, stark glänzend, zierlich bogig gestreift, gelb bis bräunlich hornfarben, mit zwei breiten braunen Bändern gezeichnet; Gewinde spitz; Naht linienförmig. Umgänge 8!/2 10, flach, ganz gleichmässig zunehmend, an der Basis zusammengedrückt; Wirbel glatt, braunroth. Mündung schräg, von der Seite her zusammengedrückt, eng, beilförmig; Mundsaum einfach, Mundränder durch einen glänzenden Callus verbunden; Aussen- rand an der Mündungswand eingewinkelt, an der Basis mit dem Spindel- rande eine scharfe Ecke bildend. Die in der Durchbohrung umlaufende canalförmige Spindelfalte lässt sich am besten mit den Zügen eines Gewehr- laufes vergleichen.

Die Art weist bedeutende Unterschiede in Zahl der Umgänge und Grösse auf; die oben angegebenen Maasse entsprechen der grössten bezw. kleinsten Form unter 4 erwachsenen Stücken.

30. Bulimulus {Felecostoma) cymatoferus nov. sp. Taf. II, Fig. 7.

Char. T. exigua, conico-turrita, perforata, tenera, diaphana, glaberrima, nitidissima, concolor lutescens; spira acutiuscula; sutura mediocris; an- fractus abunde 6 convexi aequaliter accrescentes ; apertura obliqua, subovalis, intus nitida; peristoma simplex, margine dextro paulum ainpliato, columel- lari leviter torto, basi rotundatum ; columella ruga spirali limbata, aperturam testae adultae non attingente; alia ruga spiralis albida in parie aperturali simplici medio eveniens aperturam attingit.

Long. 2,75 bis 3, diam. maj. 1,5, min. 1,33 mm.

Apert. long. 1, lat. vix 1 mm.

Hab. Chatam-Island. (Wolf.)

Gehäuse klein, kegelförmig gethürmt, durchbohrt, dünnschalig, durch- scheinend, ganz glatt und stark glänzend, gelblich hornfarben; Gewinde ziemlich spitz; Naht massig vertieft; reichlich 6 Umgänge, gewölbt und gleichmässig ansteigend. Mündung schräg, annähernd eiförmig, innen glänzend ; Mundsaum einfach mit schwach erweitertem Aussenrande und leicht gedrehtem Spindelrand, an der Basis gerundet. Spindel mit einer Spiral- lamelle belegt, welche beim erwachsenen Gehäuse die Mündung nicht erreicht. Eine zweite ebenfalls weisse Spirallamelle tritt auf der Mitte der Mündungswand auf, und läuft bis an die Mündung vor. Bei unvollendeten Exemplaren herrscht die Spindellamelle vor, im letzten Umgänge verflacht sie sich aber schnell und verschwindet dann gänzlich.

Die Gruppe Felecostoma nov. sect. steht den Achatinellen sehr nahe und es erscheint fraglich, ob dieselbe als solche unter Bulimulus Leach. bestehen kann. Leider sind die Weichtheile, wie bei allen übrigen Arten, so auch hier, durch Ameisen etc. zerstört, so dass vorläufig allein mit den Gehäusecharakteren gerechnet werden muss.

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II. Buliminus Ehrenbg.

31. Buliminus (. Rhaphiellus ) achatinellinus Forbes. Taf. II, Fig. 8.

Bulimus achatinellinus Forbes in Proc. Zool. Soc. 1850, p. 56^ t. 9, f. 5.

Chemn. ed. II, Bul. N. 112, t. 31, f. 19, 20.

Pfr. Mon. Hel. viv. III, p. 429.

( Rhaphiellus ) Pfr. Vers., p. 160.

Bulimulus achatinellinus ( Omphalostyla ) Ad. Gen., p. 161.

Bulimina achatellina ( Rhaphiellus ) Cless. Noraencl., p. 300.

Hab. Galäpagos (Cuming), Chatham-Island (Wolf).

Das von mir abgebildete Stück, leider das einzige, weicht in ver- schiedenen Punkten mehr oder weniger von der in Pfeiffer ’s Mon. 1. c. gegebenen Diagnose ab.

Die Länge beträgt nur 19 gegen 22 mm, der Durchmesser 9 gegen 11 mm; ebenso sind die Mündungsverhältnisse entsprechend kleiner. Dabei weist aber unser Gehäuse 1/2 Umgang mehr auf (8Y2)* Die im Chemnitz 1. c. gegebene Abbildung ist allerdings sehr wenig geeignet, zum Vergleich herangezogen zu werden. Freilich zeigt unser Stück am letzten Umgang eine Verletzung, die auch in der mit Portraitäbnlicbkeit ausgefübrten Abbildung angegeben ist. Nur eine Vergleichung mit den Forbes’schen Originalexemplaren kann hier entscheiden. Ueber das Vor- kommen bemerkt Wolf:

„900 2000 Fuss, an bemoosten Felsen, scheint selten, konnte kein lebendes gutes Exemplar finden“.

III. Pupa Drp.

32. Pupa ( Leucochila ) munita nov. sp. Taf. II, Fig. 9.

Cbar. T. profunde rimata, ovato-cylindracea, apice obtuso, tenera, diaphana, laevis, opaca, pallide cornea vel albicans; sutura mediocris; an- fractus 5 convexi, apertura subverticalis , rotundata, callosa, plica bituberculata in tränte parietis aperturalis, alteraque columellari parum restante, praeterea 4 denticuli magis minusve debiles in margine dextro; peristoma marginibus latis reflexis callo rotundato junctis.

Long. 2,5, diam. fere 1,5 mm.

Apert. long. 1, lat. fere 1 mm.

Hab. Albemarl e-Island (Wolf).

„An Gebüsch in der Nähe des Meeresufers.“ (Wolf.)

Gehäuse tief geritzt, eiförmig cylindrisch, mit stumpfem Wirbel, dünn- schalig, durchscheinend, glatt, matt, blass bornfarben bezw. weisslicb; Naht mässig vertieft; 5 ö1/2 gewölbte Umgänge; Mündung fast senkrecht, rund, wulstig, mit einer zweihöckerigen Lamelle auf der Mündungswand, ferner einem einfachen etwas zurücktretenden Spindelzabne, sowie 4 kleineren Zäbncben im Aussenrande, die aber mit Ausnahme des der Parietallamelle gegenüberstehenden häufig fehlen. Der breite Mundsaum ist umgeschlagen und durch einen gerundeten Callus verbunden.

Die Art steht der in der Provinz Guayaquil in Ecuador häufigen Pupa Wolfii Miller sehr nahe, welche zum Vergleiche Taf. II, Fig. 11 abgebildet ist.

33. Pupa ( Leucochila ;) clausa nov. sp. Taf. II, Fig. 10.

Char. T. profunde rimata, ovato-cylindracea, apice, obtuso, tenera, laevis, opaca, pallide cornea vel albicans; sutura subprofunda; anfractus

4

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42/s convexi; apertura subverticalis , rotundata, dentibus numerosis coarc- tata; dens parietalis bisulcus in faucem descendens, idem columellaris ; in margine dextro juxta dentem perlongum validum utrimque 2 dentes de- biles; peristoma marginibus parum dilatatis vix reflexis callo rotundato junctis.

Long. 2,2, di am. 1,25 mm.

Apert. long. 0,9, lat. 0,8 mm.

Hab. Indefatigable-Island (Wolf).

„An Gebüschen in der Nähe des Meeresufers.“ (Wolf.)

Gehäuse tief geritzt, eiförmig eylindrisch, mit stumpfem Wirbel, dünn- schalig, glatt, matt, blass hornfarben bezw. weisslich; Naht ziemlich tief; 42/3 gewölbte Umgänge; Mündung fast senkrecht, rund, durch zahlreiche Zähne verengt; der zweitheilige Parietalzahn zieht sich tief in den Schlund hinab, ebenso der Spindelzahn; im Aussenrande stehen neben dem kräftig entwickelten Mittelzahne (gegenüber dem Parietalzahn) beiderseits 2 klei- nere Zähnchen, welche bisweilen fehlön. Der Mundsaum ist wenig er- weitert und kaum umgeschlagen, durch einen gerundeten Callus verbunden.

Die Art ist eine weitere Entwickelungsform der Papa Wolfii Milk, zu welcher Pupa munita nov. sp. von der Insel Albemarie hinüberleitet.

IV. Succinea D rp.

34. Succinea ( Tapada ) Bettii Smith.

Succinea Bettii Smith in Proc. Zool. Soc. 1877, p. 72, t. XI, f. 8.

Hab. Chatham-Island (A. Smith 1. c.).

35. Succinea ( Tapada ) Wolfi nov. sp. -- Taf. II, Eig. 12 a, b.

Char. T. ovata vel auriformis, ventrosa, perfragilis, pellucida, evidenter striata, succinea vel subfusca; spira brevis, apice acutissimo; anfractus abunde 3 convexi, ultimus inflatus; sutura profunda; columella arcuata; apertura obliqua, ovalis, superne rotundata, marginibus callo tenerrimo junctis, dextro ampliato, columellari pertorso recedente.

Long. 11, diam. maj. 7,75, min. 5 mm.

Apert. long. 6,35, lat. 4 mm.

Hab. Chatham-Island (Wolf).

„900—2000 Fuss, feuchte Region; an Schattenpflanzen, zwischen Moos, an Felsen, häutig.“ (Wolf.)

Gehäuse oval bezw. ohrförmig, bauchig, sehr zerbrechlich, durch- scheinend, kräftig gestreift, bernsteinfarben oder röthlichbraun; Gewinde kurz, mit sehr spitzem Wirbel; Umgänge reichlich 3, gewölbt, der letzte aufgetrieben; Naht tief; Spindel geschweift; Mündung schräg, eiförmig, oben gerundet; Ränder durch einen feinen Callus verbunden, Aussenrand erweitert, Spindelrand stark gedreht und zurücktretend.

Yar. producta. Taf. II, Fig. 12 c.

Char. T. elongata, turrita, fusca, spira ablonga, apice acutissimo; an- fractus 3 2/3 convexi, ultimus inflatus; apertura truncato-ovalis ; peristoma fusco-limbatum, marginibus subparallelis, dextro superne arcuato, columellari deflecto, basi rotundatis.

Long. 10,25, diam. maj. 5, min. 3,5 mm.

Apert. long. 6,35, lat. 4 mm.

Hab. Ibidem (Wolf).

29

Gehäuse langgezogen, thurmförmig, braun, mit verlängertem Gewinde und sehr spitzem Wirbel; 32/3 gewölbte Umgänge, der letzte aufgetrieben; Mündung gedrückt eiförmig; Mundsaum rostfarben berändert mit ziemlich gleichlaufenden Rändern; Aussenrand oben bogig gerundet, Spindelrand an der Basis stark ausgebogen.

Succinea Wolfi nov. sp. unterscheidet sich von S. Bettii Smith vor- nehmlich durch den oben gerundeten Aussenrand (apertura superne ro- tundata), an welcher Stelle die letztere im Gegensätze hierzu verschmälert erscheint (apertura superne angustata, Smith 1. c.), was auch die daselbst gegebene Abbildung bestätigt.

Unsere var. producta ist nur in einem Stück vorhanden; sie fällt auf durch ihre ausserordentlich schlanke Form und % Umgang mehr.

Y. Helicina Lam.

36. Helicina Wolfi nov. sp. Taf. II, Fig. 13.

Char. T. depressa, lenticularis, tenuiuscula, confertim striata, corneo- fulva; spira brevis, acutiuscula; sutura linealis; anfractus 4y2 plani, regulariter accrescentes ; apertura obliqua, transverse triangularis; eolumella Simplex, retrorsum in callum nitidum; peristoma rectum. Operculum semiovale, rubellum.

Diam. maj. 3,5, alt. 2,6 mm.

Apert. lat. 1,7, alt. 1,5 mm.

Hab. Chatham-Island (Wolf).

„900—2000 Fuss, feuchte Region; an Schattenpflanzen zwischen Moos, an Felsen häufig“. (Wolf.)

Gehäuse gedrückt, linsenförmig, zart, dicht gestreift, bräunlich horn- farben; Gewinde kurz, ziemlich spitz; Naht linienförmig; Umgänge 41/ 2, flach, regelmässig zunehmend; Mündung schräg, schief, dreieckig; Spindel einfach, in den glänzenden Gallus übergehend; Mundsaum geradeaus. Deckel halbeiförmig, röthlich.

Auch für dieses Genus bilden die Galäpagos - Inseln eine Brücke zwischen polynesischen und amerikanischen Arten.

Zur bequemeren Uebersicht sei noch eine Zusammenstellung der nun- mehr bekannten Arten gegeben:

I. Gen. Bulimulus Leach.

Sect. Naesiotus Alb.

1. eschariferus Sow. Chatham-Island (Darwin).

2. unifasciatus Sow. Charles-Island (Cuming, Wolf).

3. nucula Pfr. Charles Island (Wolf).

4. verrucosus Pfr. Galäpagos (t. Pfr. 1. c.).

5. asperatus Alb. Charles-Island (Wolf).

6. nux Brod. Charles-Island (Cuming, Wolf).

7. incrassatus Pfr. Chatham-Island (Wolf), var .sulcatus Charles-Island (Wolf).

nuciformis Pet. Charles-Island (Wolf).

8. ustulatus Sow. Charles-Island (Cuming, Wolf).

9. invalidus nov. sp. Charles-Island (Wolf).

4*

30

10. venustus nov. sp Charles-Island (Wolf).

11. calvus Sow. James-Island (Cuming), Charles-Island (Wolf).

12. Jacobi Sow. James-Island (Cuming).

13. pallidus nov. sp. Albemarle-Island (Wolf).

14. cinereus nov. sp. James-Island (Wolf).

15. nigulosus Sow. Chatham-Island (Cuming, Wolf).

16. ventrosus nov. sp. Barrington-Island (Wolf),

var. ß. Chatham-Island (Wolf).

17. galapaganus Pfr. Galäpagos (t. Pfr. 1. c.).

18. acutus nov. sp Chatham-Island (Wolf).

19. curtus nov. sp. Chatham-Island (Wolf).

20. rugiferus Sow. James-Island (Cuming).

21. nudus nov. sp. Charles-Island (Wolf).

22. sculpturatus Pfr. Galäpagos (Darwin).

23. Darwini Pfr. Galäpagos (Darwin).

24. Wolfi nov. sp. Indefatigable-Island (Wolf).

25. Simrotm nov. sp. Albemarle-Island (Wolf)

Sect. Pleuropyrgus Mrts.

26. terebra nov. sp. Chatham-Island (Wolf).

27. chemnitzioides Forb. Chatham-Island (Wolf).

28. lima nov. sp. Chatham-Island (Wolf).

Sect. Pelecostomci nov. sect.

29. canaliferus nov. sp.

30. cymatoferus nov. sp.

II. Gen. Buliminus Ehrenbg. Sect. Bliaphiellus Pfr.

31. achatinellinus F

III. Gen. Pupa Drp.

Sect. Leucochila Mrts.

32. munita nov. sp.

33. clausa nov. sp.

IY Gen. Succinea Drp.

Sect. Tapada Stud.

34. Bettii Smith.

35. Wolf nov. sp. var. producta.

Y. Gen. Helicina Lam.

36. Wolf nov. sp.

Chatham-Island (Wolf). Chatham Island (Wolf).

Chatham-Island (Wolf).

Albemarle-Island (Wolf). Indefatigable-Island (Wolf).

Chatham-Island (t. Smith 1. c.). Chatham-Island (Wolf). Chatham-Island (Wolf).

Chatham-Island (Wolf).

n

31

Es waren demgemäss bisher bekannt 18 Arten; im Ganzen wurden von Dr. Wolf gesammelt (ungerechnet der noch in Stuttgart auf bewahrten) 28 Arten, darunter 17 neu.

Bei einer kritischen Musterung der Formen fällt deren eigenartiges Verhalten bezüglich der Localität zu ihren betreffenden Faunengebieten ganz besonders auf. So finden sich die den polynesischen Formen an- schliessenden Bidimulus canaliferus nov. sp., cymatoferus nov. sp. und Bulimihus achatin ellinus Forb. auf der östlichsten Insel Chatham, hin- gegen die Verwandten der Pupa Wolfii Miller von Ecuador auf den west- lichen Inseln Albemarie und Indefatigable, und zwar so, dass die der genannten Art am nächsten stehende P. munita nov. sp. auf Albemarie und die weniger ähnliche P. clausa nov. sp. auf Indefatigable, also dem Festlande näher, vorkommt. Für ein derartiges Uebergreifen der Formen ist keine erschöpfende Erklärung zu finden. Nach der jetzigen Richtung der Meeresströmungen können wir uns das Auftreten von polynesischen Formen nicht deuten; jedenfalls ist es nicht ausgeschlossen, dass zur Zeit einer Besiedelung mit diesen die Meeresströmungen ganz andere gewesen sind als heutzutage. Für die Beurtheilung der amerikanischen Formen wäre es von grossem Interesse, die Fauna der westlich von Chile gelegenen Inseln Mas-a-fuera, Juan Fernandez, Felix und Ambrose eingehend zu erforschen, da diese Inseln vom peruanischen Humboldtstrom berührt werden, welcher weiter nördlich von der Küste von Peru in gerader Richtung auf die Galäpagos-Inseln zuströmt. Die von Smith hervorgehobene Aehnlichkeit der Succinea Bettii Smith mit der auf Mas-a-fuera lebenden Succinea rubicunda Pfr. lässt diese Annahme als berechtigt erscheinen.

Noch zu erwähnen ist eine eigenartige Convergenz der Charaktere von Bid. Wolfi bezw. B. Simrothi und den beiden Species von Pupa. Auf Indefatigable-Islan d finden sich der kräftig gezähnte Bid. Wolfi und die mit vielen Zähnchen und Lamellen ausgestattete Pupa clausa ; auf Albemarie- Island zeigt Pupa munita eine viel schwächere Bezahnung und Bul. Simrothi